ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mei 04, 2020 11:52 am

ePredigt vom 03.05.2020 (Johannes 15, 1-8)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag Jubilate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Johannesevangelium, Kapitel 15, die Verse 1-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Der wahre Weinstock

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.



Liebe Gemeinde,

die "Ich bin" Worte unseres Herrn sind uns allen sicherlich bestens bekannt. Man liest sie, so geht es mir meist, und denkt einfach nicht weiter darüber nach, was denn noch dahintersteckt. Und dazu werden wir heute Morgen gewissermaßen gezwungen, da eines dieser "Ich bin" Worte unser heutiger Predigttext ist.

1. Der Weingärtner

Der Weingärtner ist der Chef des Ganzen, um es kurz und prägnant auszudrücken. Als Chef eines Weingartens obliegt es ihm, diesen auch instandzuhalten. Er muss die Pflanzen hegen und pflegen. Er muss dafür sorgen, dass die Pflanzen immer mit genügend Nährstoffen versorgt werden, welche sie zum Leben benötigen.

Das beten wir übrigens immer in unserem Vater Unser, wenn wir beten "Unser tägliches Brot gib uns heute".

Dann hat der Weingärtner aber noch eine weitere wichtige Aufgabe: Er sorgt dafür, dass Schädlinge von seinem Weingarten ferngehalten werden. Schädlinge, die den Weinstock oder die Reben angreifen könnten, müssen unbedingt auf Abstand gehalten werden.

Das beten wir auch in dem Vater Unser, wenn wir beten: "Und erlöse uns von dem Bösen.."

2. Der Weinstock

Ohne Weinstock keine Reben. Das war so, das ist so und wird auch immer so bleiben. Der Weinstock ist fest mit der Erde verbunden und seine Wurzeln ragen tief in die Erde hinein, sodass sogar in Dürrezeiten noch genügend Nährstoffe für die Reben vorhanden sind.

Die Rebe kann ohne den Weinstock nicht leben und schon gar nicht wachsen. Das Leben, welches wir von unserem Herrn Jesus Christus erhalten, damit ist sein Wort gemeint.

Das Wachsen damit ist im übertragenen Sinne das Gebet und die Gemeinschaft gemeint.

Wir sehen also, dass Bibel, Gebet und Gemeinschaft unmittelbar zusammengehören und voneinander abhängig sind. Vernachlässigen wir das eine, dann ist automatisch auch das andere in Gefahr.

Wenn wir nur die Bibel lesen, das Gebet und die Gemeinschaft vernachlässigen, dann hat der Teufel oftmals ein leichtes Spiel mit uns. Allein durchschauen wir seine listigen Täuschungsmanöver oft leider nicht immer.

Lassen wir das Wort weg und leben nur noch in Gebet und Gemeinschaft, dann fehlt uns das Navigationsgerät des Lebens, welches uns auf Kurs hält. Nur so nebenbei bemerkt, das ist häufig bei Sekten der Fall. Sie stellen ihre eigenen Rituale und Regeln auf, nach denen man sich zu halten hat. Diese sind oftmals meilenweit von dem entfernt, was uns die Bibel lehrt.

Gut, dass wir die Bibel haben. Anhand des Wortes Gottes können wir nämlich sehr schnell feststellen, was wir tun und was wir besser lassen sollen.

3. Die Reben

So, liebe Gemeinde, jetzt kommen wir auch noch ins Spiel. Die Rebe ist unmittelbar mit dem Weinstock verbunden. Sie erhält von diesem alles, was sie zum Leben und Überleben benötigt.

So soll es auch bei uns sein. Wir sollen in steter enger Gemeinschaft mit unserem Herrn leben, damit von ihm und durch ihn und in ihm leben können.

Nur wenn wir dies machen, dann können wir auch gute Früchte bringen. Wenn wir uns, was natürlich nicht geht, nur ab und wann an dem Weinstock andocken, zum Beispiel am Sonntag, um uns mit Nahrung zu versorgen, dann wird das auf Dauer nicht reichen.

Wir benötigen die tägliche Gemeinschaft mit unserem Herrn. Nicht nur dass er uns mit der notwendigen Nahrung versorgt, nein er begleitet uns auch jeden Tag in unserem Alltag, da er stets das Beste für uns will.

Nur, und nur so bringen wir gute Früchte. Und diese Früchte bringen wir nicht zum Selbstzweck, damit sie am Weinstock verdorren. Nein, diese Früchte sollen die Menschen erfreuen und Menschen satt machen, die diese Früchte vielleicht noch gar nicht kennen. Wir sollen die Menschen neugierig auf den Weinstock machen aus dem so gute Früchte entstehen.

Jetzt müssen wir noch einmal ein ernstes Wörtchen miteinander reden. Jesus verschweigt uns nämlich nicht, was passiert, wenn wir uns von ihm trennen. Wenn wir uns von Jesus trennen, dann verdorren wir, da wir ja keine rechte Nahrung mehr erhalten. Als Reben sind wir nicht mehr zu gebrauchen. Wir werden ins Feuer geworfen werden und müssen verbrennen.

Nur und dies ist ganz wichtig, bis zum letzten Atemzug in dieser Welt können wir auch, wenn wir uns von dem Weinstock getrennt haben, wieder zu diesem zurückkehren damit uns die Ewigkeit in der Hölle erspart bleibt.

Darum lassen Sie uns in IHM bleiben, damit wir rechte Frucht bringen und lassen Sie uns als rechte Früchte den Menschen von DEM berichten, der dafür sorgen möchte, dass alle Menschen gute Früchte bringen.

Jetzt lassen Sie uns dem Weingärtner und dem Weinstock für seine Liebe und Treue danken, indem wir gemeinsam in den zweiten Vers des Liedes "Ist Gott für mich, so trete..." (EG 351) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun weiß und glaub ich feste, ich rühm's auch ohne Scheu,
dass Gott, der Höchst und Beste mein Freund und Vater sei
und dass in allen Fällen er mir zur Rechten steh
und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber





Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Mei 10, 2020 2:16 pm

ePredigt vom 10.05.2020 (2. Chronik 5, 2-5; 12-14)[Ulrich Naber]



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Kantate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Buch der Chroniken, Kapitel 5, die Verse 2-5 und 12-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Einweihung des Tempels

Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des Herrn hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion. Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat gefeiert wird. Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten. Und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen. Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem Herrn. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den Hern lobte "Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit wäret ewig", da wurde das Haus des Herrn erfüllt mit einer Wolke, sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus Gottes.



Liebe Gemeinde,

"Denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus Gottes", so haben wir es eben am Ende des heutigen Predigttextes gehört. Das ist doch gewaltig, das möchten wir doch alle auch einmal erleben, dass die Herrlichkeit unseres Herrn unsere Kirchen erfüllt. Und da schöne ist, dass wir auch etwas dazu beitragen können, damit dies geschieht. Schauen wir uns heute Morgen einmal gemeinsam an, was wir dazu beitragen können, dass die Herrlichkeit Gottes unsere Kirchen erfüllt.

1. Gott im Zentrum

Wir haben ja wirklich ganz beeindruckende Kirchen in unserem Lande. Wenn man mal in Bayern unterwegs ist, dann ist dort eine Kirche prunkvoller ausgestattet, als die andere. Viele Besucher kommen jährlich, um diese prachtvollen Gebäude zu besichtigen.

Und doch, liebe Gemeinde, etwas fehlt bei all dem Prunk in unseren Kirchen. Nur weil sie so prachtvoll daherkommen wohnt noch lange nicht die Herrlichkeit des Herrn in ihnen.

Im Alten Testament war die Bundeslade DAS sichtbare Zeichen für die Gegenwart des Herrn.

Heute haben wir eine neue Bundeslade, die die Gegenwart des Herrn darstellt, nämlich das Kreuz in unseren Kirchen. Immer dann, wenn wir das Kreuz und seine Botschaft in die Mitte stellen und sich alles nur noch um die Erlösungstat unseres Herrn dreht, immer dann wird auch heute noch die Herrlichkeit des Herrn die Kirchen erfüllen.

Und mit Kirche sind wir alle, nämlich unser aller Herzen gemeint. Immer dann, wenn wir unseren Herrn und die frohe Botschaft in das Zentrum stellen, immer dann werden wir die Herrlichkeit des Herrn in unseren Herzen spüren und fühlen können.

2. Gemeindeversammlungen

Wir lesen in unserem Predigttext einige Male das Wort "Alle". Alle waren bei der Einweihung des Tempels versammelt. Alle nahmen an diesem heiligen Gottesdienst teil. Keiner ließ sich entschuldigen, weil er noch schnell etwas anderes zu erledigen hatte. Und keiner wurde ausgestoßen, weil er nicht den Regeln entsprach.

Und so sind wir auch heute ALLE aufgefordert, dem Ruf des Herrn zur Gemeinschaft zu folgen. Jeder, aber auch wirklich jedermann ist im Hause Gottes herzlich willkommen. Gott macht keinen Unterschied zwischen arm und reich und schwarz und weiß.

Und wenn Gott schon keine Unterschiede macht, dann sollen wir es erst recht nicht tun. Natürlich sind wir nicht mit allen Menschen gleich auf einer Wellenlänge. Das wäre ja auch zu schön um wahr zu sein.

Aber gerade in der Andersartigkeit des Gegenübers dürfen wir auch den Bruder oder die Schwester wahrnehmen, die genauso von Gott geliebt wird, wie ich selber es auch werde.

Nur mal so nebenbei bemerkt: Das ist ein gutes Training für den Himmel. Im Himmel müssen und werden wir mit allen Geschwistern gut auskommen. Und hier auf der Erde haben wir die Chance dies schon mal zu trainieren.

Wenn wir so handeln, dann werden wir die Herrlichkeit Gottes immer wieder persönlich spüren, fühlen und erleben können.

3. Lobgesang

Der heutige Sonntag lautet ja "Kantate", also übersetzt "Singet".

Wie könnten wie den Herrn besser loben als mit unserem gemeinsamen Gesang. Dabei geht unser Fokus weg von uns und ganz zu dem, der Himmel und Erde gemacht hat.

In unserem Predigttext lesen wir, dass es sich anhörte, wie eine Stimme, als die Gemeinde den Herrn mit ihrem Gesang lobte.

Das bedeutet freilich nicht, dass sich die Herrlichkeit des Herrn nur dann zeigt, wenn wir besonders gut singen, die Töne richtig treffen und auch nicht aus dem Takt geraten.

Nein, dies mit einer Stimme loben bedeutet vielmehr in vollkommener Harmonie den Herrn preisen und loben. Alles das, was die Harmonie stört muss zuvor erledigt werden. Erst dann können auch wir mit einer Stimme den Herrn loben.

Und wie mache ich das ? Ganz einfach ich übertrage das, was die Harmonie stören könnte ganz einfach dem Herrn Jesus und bitte ihn, dies von mir wegzunehmen. Und nichts macht er lieber als dies, glauben Sie es mir.

Und wenn wir dann in vollkommener Harmonie zusammen unseren Herrn loben und preisen, dann werden wir spüren und erleben, wie nicht nur die Kirche, sondern auch unsere Herzen mit der Herrlichkeit des Herrn erfüllt werden.

Dies alles ist natürlich nicht auf die Sonn- und Feiertage beschränkt. Wir können jeden Tag das Kreuz Christi in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen, wir dürfen uns jeden Tag mit unseren Geschwistern treffen und unseren Herrn loben und preisen für alles, was er für uns getan hat.

Lassen Sie uns dies nun zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienst tun, indem wir noch einmal in den zweiten Vers des Liedes "Allein Gott in der Höh..." (EG 179) dem Gloria aus der Liturgie einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Wir loben, preisn, anbeten dich; für deine Ehr wir danken,
dass du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken.
Ganz ungemessn ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht.
Wohl uns solch eines Herren !


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und die ganze Woche lang ein Herz, welches erfüllt ist von der Herrlichkeit unseres Herren.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Mei 17, 2020 2:28 pm

ePredigt vom 17.05.2020 (Matthäus 6, 5-15)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Rogate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir in der Bergpredigt, genauer im 6. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 5-15. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Vom Beten. Das Vaterunser

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. Darum sollt ihr beten:

Unser Vater im Himmel !
Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.



Liebe Gemeinde,

dieses Gebet kennen wir alle. Wir beten es in unseren Gottesdiensten, bei nahezu allen Amtshandlungen und vielleicht auch daheim. Wenn so viel Routine eintritt, dann verliert man schnell den tieferen Grund dieses Gebetes. Lassen Sie uns daher heute Morgen einmal über dieses Gebet, welches aus einer Anrede und sieben Bitten besteht gemeinsam nachdenken.

Vorab möchte ich nur noch kurz etwas sagen: Es gibt unzählige Auslegungen dieses Gebetes. Wenn wir es in aller Fülle gemeinsam bedenken wollen, dann kommen wir mit 20 Minuten keineswegs aus. Daher wollen wir uns heute Morgen auf die Kernpunkte beschränken.

1. Unser Vater im Himmel !

In diese Anrede steckt schon drin, dass ich nicht irgendetwas ins Universum hinausposaune, sondern dass ich eine konkrete Person anspreche. Ja, wir haben einen ganz konkreten Vater im Himmel, der über allem erhaben ist.

Und weil er über allem erhaben ist, kann ich mich auch an ihn mit allem, was mir auf der Seele liegt an IHN wenden.

2. Die sieben Bitten

a. Dein Name werde geheiligt

Das hört sich schnell so an, als ob wir mit unsrem Gebet unseren Vater im Himmel heiligen. Dem ist natürlich nicht so. mit dieser Bitte legen wir sozusagen die Rangordnung fest.

Du, Gott im Himmel bist alles und wir als Deine Kinder sind in allem auf dich angewiesen. In allem, was wir sind und tun sind wir in totaler Abhängigkeit von unserem Herrn im Himmel. Ohne ihn geht nix auf der Erde!!!

b. Dein Reich komme

Liebe Gemeinde, wir haben eben noch nicht den Himmel auf Erden. Auch als Christen leben wir in einer sündigen Welt weiter. Als Christen vermissen wir natürlich Gottes Reich und darum bitten wir auch inständig, dass sein Reich doch bitte endlich kommen möge.

Und Gott erhört auch diesen Teil des Gebetes. Das hat uns schon der Herr Jesus gelehrt, als er in Matthäus 7,7 sagte: "Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan."

Daher sollen wir nicht ablassen darum zu beten, dass sein Reich komme. Und manchmal können wir auch auf Erden schon ein Stück weit dieses Reiches erahnen. Das haben wir sicherlich alle schon einmal erlebt.

c. Dein Wille geschehe

Wenn wir dies so beten, dann müssen wir uns natürlich auch fragen, was denn Gottes Wille ist. Seinen Willen teilt uns Gott in seinen Geboten mit.

So, und wenn wir uns diese einmal kurz vor Augen führen, dann erkennen wir sicherlich alle, dass wir diese gar nicht vollumfänglich einhalten können. Ich jedenfalls kann dies nicht. Wer dies immer schafft, der möge sich bitte bei mir melden. Diesen Bruder oder diese Schwester muss ich dann unbedingt persönlich kennenlernen.

So, ich schaffe es nicht, aber ich kenne einen, der mir dabei helfen kann den rechten Weg zu gehen und auch auf diesem zu bleiben und sogar auf diesen zurückzukehren, wenn ich ihn mal verlassen habe. Ich flehe Gott mit dieser Bitte an, mir doch immer wieder seinen Willen vor Augen zu führen.

d. Unser tägliches Brot gib uns heute

Liebe Gemeinde, mit dem Wort "täglich" gestehen wir Gott ein, dass wir jeden Tag aufs Neue auf seine Hilfe angewiesen sind. Anfang des Jahres 2020 wussten wir noch nicht, was alles auf uns zukommen würde. Wir sollen als Christen jeden Tag aus Gottes Hand nehmen und diesen ihm zu Ehre leben.

Kein Mensch lebt vom Brot allein, diese Binsenweisheit kannte natürlich auch schon Dr. Martin Luther. In seiner Auslegung fasst er diesen Begriff viel weiter. Wenn wir um unser täglich Brot btten, dann bitten wir in der Tat um alles, was wir zum Leben und Überleben benötigen.

e. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Achtung ! Achtung ! Diese Bitte enthält einen Stolperstein.

Tag für Tag immer wieder aufs neue versündigen wir uns gegen unseren Herrn. Auch wenn wir es oftmals niemals so recht mitbekommen, schon die kleinste Abweichung von Gottes Willen ist eine Sünde. Aber keine Sorge, Gott vergibt uns diese Sünden gern, wenn wir ihn darum bitten.

Diese Gnade der Vergebung sollen wir aber auch sichtbar machen, indem auch wir den Menschen vergeben, die sich an uns schuldig gemacht haben. Dies ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern dies erwartet Gott von uns.

Wenn wir uns den letzten Satz des Predigttextes anschauen, dann sagt uns Jesus dort klipp und klar, dass wir keine Vergebung unserer Sünden erfahren werden, wenn wir nicht auch unseren Schuldigern vergeben.

Und wissen Sie was? Das ist unheimlich schwer. Genau darum haben wir unseren Vater im Himmel ja auch stets an unserer Seite, damit wir ihn auch um die Kraft der Vergebung anderen Menschen gegenüber bitten können.

f. Und führe uns nicht in Versuchung

Anstelle des Wortes Versuchung könne wir als Alternativübersetzung auch das Wort Anfechtung nehmen. Dadurch, dass wir immer noch in der Welt leben, in der der Teufel sein Unwesen treibt, müssen wir immer und immer wieder mit seinen Attacken rechnen.

Er wird nicht aufgeben bis zu unserem Tod. Aber wir haben ja jemanden an unserer Seite, der uns vor Anfechtungen schützen möchte und der uns auch in der Anfechtung zur Seite stehen will.

Wir werden, liebe Gemeinde, immer mal wieder in die perfekt aufgestellten Fallen des Teufels hineintreten. Wichtig ist aber, dass wir uns an den erinnern, der uns aus diesen Fallen wieder herausholen kann.

g. Erlöse uns von dem Bösen

Die frühere Form des Vaterunser sprach anstelle von dem Bösen von dem Übel.

Damit bitten wir Gott uns von dem sichtbaren aber auch von dem unsichtbaren Übel zu erlösen. Natürlich dürfen wir Gott bitten, uns von allem, was uns schadet zu befreien. Das wird er auch gerne tun. Er wird uns aber nicht in Watte packen und alle Ungemach von uns fernhalten. Dies ist mit dieser Bitte nicht gemeint

Etwas komisch ist es schon, dass diese Bitte erst am Ende des Vaterunser genannt wird. So habe ich es jedenfalls empfunden.

Wenn wir diese Bitten des Vaterunser als eine Rangordnung sehen, dann stehen die übrigen Bitten alle vor dieser Bitte. Am wichtigsten ist es Jesus, dass wir Gott ehren und erkennen, dass wir ganz allein von ihm abhängig sind. Er, als der lebendige Vater sorgt stets für uns.

Wenn wir dies im Glauben annehmen, dann können wir auch das ein oder andere Übel mit ihm zusammen durchstehen.

Liebe Gemeinde, mit diesen Worten des Vaterunser ist alles gesagt, was zu sagen ist. Jetzt verstehen wir unseren Herrn auch sehr gut, wenn er uns anrät nicht so viel zu plappern und nicht so viele Worte zu machen.

Beten ist ja reden mit Gott. Die älteren unter uns kennen sicherlich noch die Telefonzellen. In jeder Telefonzelle fanden wir den großformatigen Hinweis: "Fasse Dich kurz!" Gott sieht nicht die Länge des Gebetes, sondern er erkennt die Ernsthaftigkeit des Beters.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Vergiss nicht zu danken..." (EG 644) des Liederdichters Heino Tangermann einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn,
er hat die viel Gutes getan.
Bedenke, in Jesus vergibt er dir gern,
du darfst ihm, so wie du bist nahn.
Barmherzig, geduldig und gnädig ist er,
viel mehr als ein Vater es kann.
Er wirft unsre Sünden ins äußerste Meer,
kommt, betet den Allmächtigen an.


Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Dich und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Vr Mei 22, 2020 9:30 pm

ePredigt vom 21.05.20209 (Johannes 17, 20-26)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Himmelfahrtstag im Jahre 2020. Seit Christi Himmelfahrt sind Himmel und Erde mit einem unsichtbaren Band miteinander verbunden. Und darum geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Feiertag im Johannesevangelium, Kapitel 17, die Verse 20-26. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommmen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.


Liebe Gemeinde,

unser Predigttext stammt aus dem Hohenpriesterlichen Gebet, welches Jesus vor seiner Gefangennahme für seine Jünger betet. Und dieses Gebet schließt uns heute im Jahre 2020 genau so ein, wie alle Menschen, die vor uns gelebt haben und alle Menschen, die nach uns leben werden. In diesem Gebet geht es um zwei große Aspekte und die sich daraus ergebebenden Folgen für uns.

Es geht um das Eins-Sein. Diese Worte lesen wir 5 x hintereinander in unserem Predigttext. Lassen Sie uns also in diese beiden Aspekte des Eins-Seins hineintauchen.

1. Eins-Sein von Vater und Sohn

Was jetzt kommt wissen wir natürlich alle. Aber es schadet sicherlich nicht, wenn wir uns wieder einmal daran erinnern.

Gott und Jesus sind eins, also unmittelbar miteinander verbunden. Gott lebt in Jesus und beeinflusst sein ganzes Leben und wirkt auch dadurch in unser Leben hinein.

Somit ist Jesus auch gleichzeitig ganz Gott, weil er eins ist mit dem Vater. Wenn Jesus spricht und handelt, dann spricht durch ihn Gott zu uns und durch Jesus führt Gott seine Werke aus.

Jesus ist auch keine, wie ich es manchmal höre, Marionette, durch die Gott wirkt. Nein, liebe Gemeinde, durch dieses Eins-Sein verbinden sich beide Personen. Sie weden quasi zu ein und derselben Person.

Häufig höre ich die Worte Gott, ja, aber was soll ich mit Jesus. Oder aber das umgekehrte Jesus ja, aber was hat das mit Gott zu tun.

Wir können diese beiden Personen aber gar nicht trennen. Oder anders gesagt: Wer Gott wirklich kennenlernen will, der muss nur auf Jesus schauen. Was sagt Jesus, wie handelt Jesus. Wenn wir Jesus sehen, dann sehen wir gleichzeitig in IHM auch Gott den Vater.

Ich sehe immer wieder bei Jugendlichen die Armbändchen "WWJD" What would Jesus do. Ich halte diese Bänder für brandgefährlich. Wenn ich werden will und wenn ich agieren und reagieren will, wie Jesus dies tat, dann erhebe ich den Anspruch an mich, so perfekt sein zu wollen, wie Gott es nun einmal ist. Und dies geht meist krachend in die Hose. Weil wir eben nicht Jesus, geschweige denn Gott sind.

2. Eins-Sein der Gläubigen

"Damit sie eins-seien, wie wir eins sind...", so haben wir es in unserem Predigttext gehört.

Hierbei geht es um das äußere und das innere eins-sein unter uns. Das äußere eins-sein betrifft sicherlich die immer zahlreicher werdenden Konfessionen. Dagegen ist im Prinzip auch nichts einzuwenden. Aber überlegen wir einmal was da wirklich geschieht: In Konfession A sind einige Mitglieder nicht mehr mit den Lehren einverstanden und spalten sich ab. Sie gründen Konfession B. Da wir alle Menchen sind, wird sich auch dort wieder ein Teil von den modifizierten Lehren abwenden und die Konfession C ins Leben rufen.

Und hier warnt uns Jesus. Wichtig ist nicht, dass wir äußere Unterschiede aufbauen, sondern, dass wir im Inneren unter uns sins bleiben. Das geht nur, wenn wir anstreben, untereinander immer wieder eins zu werden und sins zu bleiben.

Dann schaffen wir die Einheit untereinander, die sogar der Teufel und die Hölle nicht sprengen können.

3. Die Folgen

Wenn wir unereinander eins sind, dann sind wir auch eins mit dem Vater und dem Sohn. Oder wie der Apostel Paulus es schreibt in Galater 2, 20: "Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir." Das widerspricht übrigens nicht dem, was ich über die WWJD-Armbänder gesagt habe.

Wenn Christus in mir wohnt, dann übrnimmt ER die Herrschaft in meinem Leben und ich versuche nicht Gott gleich zu werden, sondern ich ordne mich seiner Herrschaft unter.

Dieses eins-sein unter uns hat aber auch ganz konkrete Folgen für unser Leben in dieser Welt:

Wir geben diese Liebe, die uns Christus gegeben hat gemeinschaftlich nach außen weiter. Ein ganz konkretes Beispiel gefällig ? Wenn ein neues Gottesdienstbesucher zu uns kommt, dann wird er nicht zuerst argwöhnisch angesehen und muss sich nicht erst einmal bewähren, bevor er in unserer Gemeinde aufgenommen wrd. Nein, wir gehen liebevoll auf ihn zu und heißen ihn herzlich willkommen.

Wir wachsen durch dieses Eins-Sein auch immer tiefer in die Gemeinschaft der Gläubigen hinen. Wir nehmen persönlich teil an dem Schicksal des anderen. Nicht nur am Sonntag sondern, wie man heute so schön sagt 24/7.

Und, und dies ist das entscheidende Kriterium schlechthin: Wir werden als "Tat-Christen" erkannt, also als solche Menschen, die das, was sie predigen auch 1:1 in die Praxis umsetzen. Und damit erreichen wir im Sinne des Vaters und des Sohnes immer mehr die Herzen der Menschen, die Gott auch gewinnen möchte für den Aufbau seines Reiches.

Lassen Sie uns unseren Herrn zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes loben und preisen, indem wir gemeinsam in den 1. Vers des Liedes "Du meine Seele singe..." (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Vatertag im wahrsten Sinne des Wortes.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mei 25, 2020 12:07 pm

ePredigt vom 24.05.2020 (Jeremia 31, 31-34)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 6. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Exaudi. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia im 31. Kapitel, die Verse 31-34. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Verheißung eines neuen Bundes

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen "Erkenne den Herrn", sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der Herr; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.



Liebe Gemeinde,

das Volk befand sich in babylonischer Gefangenschaft. Die Aussichten, wieder nach Hause zurückzukehren waren alles andere als rosig. Und so machte sich Verzweiflung, Mut und Trübsal breit. Und genau in diese Not hinein spricht Gott zu seinem Volk. Er macht eine kritische Bestandsaufnahme und gibt dem Volk eine neue Verheißung mit auf den Weg. Lassen Sie uns darüber heute morgen ein wenig intensiver nachdenken.

1. Alter Bund

Wenn wir vom alten Bund sprechen, dann sind damit nicht nur die 10 Gebote gemeint. Nein, es sind alle Ge- und Verbote gemeint, die wir zuhauf im Alten Testament finden.

Das dritte Buch Mose zum Beispiel steckt voller, wie man heute sagen würde Do's und Dont's.

Wenn wir einmal ehrlich zu uns selbst sind, dann schafen wir es ja noch nicht einmal die 10 Gebote konsequent einzuhalten, geschweige denn all die übrigen Ge- und Verbote.

Das liegt daran, dass wir alle Sünder sind. Dies hört keiner gern, führen wir doch alle ein so rechtschaffenes Leben. Allerdings reicht schon eine unbezahlte Sünde aus um nicht in den Himmel sondern in die Hölle zu wandern.

Aus diesem Grunde entsühnte der jeweiligre Hohepriester auch einmal im Jahr das Volk. Sie ahnen es schon, aber eine Minute nach dieser Entsühnung standen schon wieder neue Sünden im Raum, für die bezahlt werden musste.

Daher können wir mal als Zwischenergebnis festhalten: Der Mensch kann sich nicht selber erlösen.

2. Der neue Bund

Es wäre eine traurige Geschichte, wenn wir noch so uner dem alten Testament leben müssten. Keiner von uns käme ja dann in den Himmel. Aber unser Vater im Himmel hatte schon den berühmten Plan B in der Hand.

Ein kleiner Exkurs: Gott hat immer und überall und für alles einen Plan. Wo wir Menschen mit unseren Plänen, ich nenne einfach mal die Pandemiepläne an die Wand laufen, da hat Gott bereits ganz andere Pläne zur Hand. Deshalb müssen wir uns auch keine Sorgen machen um all das, was gerade um uns herum geschieht. Gott bleibt Gott und hält die Fäden der Weltgeschichte auch weiterhin ganz fest in der Hand.

Wie sieht nun der Plan B gottes ganz konkret aus ? Wir kennen ihn natürlich alle. Daher lassen Sie uns Gottes Plan noch einmal kurz skizzieren:

Weihnachten: Gott wird Mensch, und kommt in Jesus in unsere sündige Welt hinein

Karfreitag: Jesus nimmt durch seinen Tod die Sünden aller Menschen auf sich. Er bezahlt ein für alle mal für all unsere Sünden mit seinem Leben. Die Erlösung kam also von außen und nicht von uns. Viele Menschen sind der Ansicht, dass sie die Erlösung doch irgendwie fühlen müssten. Auch wer nichts spürt oder fühlt, der ist doch erlöst, weil die Erlösung eben nichts mit unseren Gefühlen, sondern nur mit unserem Verstand zu tun hat. Nur dieser muss sein Ja zu der Erlösungstat geben.

Ostern: Jesus steht von den Toten auf.

Himmelfahrt: Jesus fährt wieder auf in den Himmel zu seinem himmlischen Vater.

Pfingsten: Jesus ist nicht mehr unter uns sichtbar; aber in Gestalt des Heiligen Geistes ist er stets bei uns.

Gott hält uns unsere Fahrkarte in den Himmel mit seinem ausgestreckten Arm hin. Wir müssen diese nur noch dankend aus seiner Hand entgegennehmen. Dank ganz konkret heißt, dass wir unsere Sünden bereuen müssen und willig sein müssen zur Umkehr in Richtung Himmel.

Wen wir dies tun, liebe Gemeinde, dann wird Gott uns sein Gesetz in unsere Herzen und Sinne schreiben. Genau das passiert, wenn wir Jesus bitten, die Herrschaft über unser Leben zu übernehmen. Nach und nach werden sich unsere Gewohnheiten und unsere gesamte Lebensweise verändern, weil ER ja nun regiert.

Demnach sündigen Christen fortan nicht mehr. Nein, liebe Gemeinde, wir laufen nicht mit einem Heiligenschein durch die Gegend. Nach wie vor versucht der Widersacher Gottes, uns in seinen Bann zu ziehen. Und vergessen wir eines bitte niemals: Der Teufel ist nicht blöde. Er ist bei seiner Verführungskunst derart geschickt, dass ihm ja schon Adam und Eva auf den Leim gegangen sind.

Sollten wir wieder einmal in die Fallen des Teufels hineingeraten und sündigen, dann reicht ein Anruf an unseren Herrn aus und er verzeiht uns auch diese neuerliche Sünde.

Wer dies regelmäßig tut, also seine Sünden ans Kreuz trägt und zu Jesu Füßen legt, dem sichert Gott höchstpersönlich zu: "Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken".

Bitten wir doch gemeinsam um Gottes Beistand in unserem Leben, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "O komm, du Geist der Wahrheit..." (EG 136) des Liederdichters Philipp Spitta einstimmen, der da lautet, wie folgt:

O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an,
dass jeglicher Getreuer den Herrn bekennen kann.


Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in diese neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Mei 31, 2020 2:15 pm

ePredigt vom 31.05.2020 (Apostelgeschichte 2, 1-21)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Pfigstsonntag. Den Predigttext für den heutigen Pfingsttag finden wir im 2. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 1-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Pfingstwunder

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun das Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen:

Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was soll das werden ? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen ! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3, 1-5): "Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben, und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder tun oben im Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe der große Tag der Offenbarung des Herrn kommt. Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden."



Liebe Gemeinde,

die Geschichte des Pfingstwunders ist uns sicherlich allen geläufig. Was will uns Pfingsten über die Ausgießung des Heiligen Geistes hinaus noch sagen? Schauen wir dazu einmal zwischen die Zeilen unseres heutigen Predigttextes.

1. Das erfüllte Versprechen

Schauen wir uns doch einmal die Geschehnisse um Jesus noch einmal rückwirkend an. Am Karfreitag wurde Jesus gekreuzigt. Wie wir aus der Geschichte der Emmaus-Jünger erfahren können, war die schiere Verzweiflung ausgebrochen. Niemand wusste mehr so recht, was er meinen oder glauben sollte.

Dann zeigte sich der auferstandene Herr Jesus Christus seinen Jüngern und nach und nach vielen weiteren Personen. Die Verzweiflung wich und Hoffnung keimte auf. Jesus bereite seine Jünger darauf vor, dass er wieder zu seinem Vater gehen wird, er ihnen aber einen Tröster an die Seite stellen wird. Alles war irgendwie nicht so richtig greif- und erkennbar.

Christi Himmelfahrt. Jesus wird in den Himmel emporgehoben und die Jünger stehen mit ihrer Hoffnung auf den versprochenen Tröster wieder allein da. Aber der Herr hatte ja versprochen, ihnen einen Beistand zu senden. Und wenn der Herr, der am Karfreitag gekreuzigt wurde, am Ostersonntag auferstanden ist von den Toten, der wieder aufgefahren ist zu seinem Vater, ja wenn dieser Herr etwas verspricht, dann kann man sich felsenfest darauf verlassen. Und das taten sie denn auch.

Und dann sandte ER ihnen den versprochenen Tröster in Form des Heiligen Geistes. Und auf dessen Beistand haben nicht nur die Jünger damals erfolgreich gewartet. Derselbe Heilige Geist ist auch heute noch unter uns und für uns tätig. Genau wie die Jünger damals dürfen wir uns auf seine immerwährende Gegenwart verlassen und ihn stets um Hilfe bitten.

Natürlich werden wir immer wieder Menschen begegnen, die dies als Quatsch bezeichnen. Diese Sorte Menschen haben wir ja auch schon im Predigttext kennengelernt. Das liegt daran, liebe Gemeinde, dass das Wesen und Wirken des Heiligen Geistes von uns, die wir dem Herrn gehören wesentlich besser erkannt und gefühlt werden kann. Also lassen wir uns nicht ins Bockshorn jagen.

2. Der Startschuss

Pfingsten ist der Startschuss der Weltmission. Bis Pfingsten waren die Christen eine eher elitäre und exklusive Gruppe. Mit dem Pfingstgeschehen wurde die Trennung Juden und Heiden also ein für alle Male aufgehoben.

Mit dem Sprachenwunder macht unser Vater im Himmel deutlich, dass die Türen des Vaterhauses für alle Nationen ganz weit offenstehen.

Es gibt also keine Trennung einzelner Völker, einzelner Rassen und einzelner Sprachen mehr. Alle sind willkommen im Vaterhaus.

Dies hat auch für uns heute im 21. Jahrhundert eine gewaltige Bedeutung. Wir als die Nachfolger der Jünger von damals sind von dem Heiligen Geist auch mit der Kraft ausgerüstet worden, Menschen für das Reich Gottes zu gewinnen.

Gewiss, wir sind nicht alle Prediger und Evangelisten. Aber Menschen für das Reich Gottes zu begeistern besteht eben nicht aus Worten, sondern vielmehr auch aus Taten. Oder wie Papst Franziskus es einmal gesagt hat: Breitet die frohe Botschaft aus unter allen Völkern, notfalls auch mit Worten.

Machen wir doch unsere Mitmenschen neugierig durch unsere Taten auf das, was auch sie als Jesu Nachfolger erwartet.

Dazu benötigen wir nahezu immer den Beistand des Herrn. Denn ohne ihn wird es uns schwerfallen, Anfeindungen mit Liebe zu begegnen. Ohne ihn wird uns schwerfallen, zu verzeihen, wo uns übel mitgespielt worden ist. Und ohne ihn wird es uns schwerfallen, auch mal anderen den Vortritt zu lassen, auch wenn er uns vermeintlich zustünde.

Bitten wir unseren Herrn doch um seinen Beistand. Er wird ihn uns niemals verweigern.

3. Joel

Den Namen dieses Propheten haben wir soeben in unserem Predigttext gehört. Gewiss, er gehört nicht zu den großen Propheten, aus welchem so mancher Predigttext stammt.

Aber Joel weist schon ganz konkret auf das hin, was in den letzten Tagen geschehen wird. Joel nennt ganz konkret die Ausgießung des Heiligen Geistes. Die Sonne soll in Finsternis verwandelt werden, erinnern wir uns was am Karfreitag bei Jesu Kreuzigung passierte. Da ist nämlich genau das geschehen.

Und dann wird eines Tages der Tag der Offenbarung des Herrn kommen.

Jetzt habe ich mal eine ganz konkrete Frage an uns alle: Haben wir Angst vor diesem Tag ? Diese brauchen wir nämlich nicht zu haben, liebe Gemeinde. Denn Joel verheißt uns am Schluss des heutigen Predigttextes etwas ganz wunderbares, wenn er sagt: Wer den Namen des herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.

Darum lassen Sie uns nicht müde werden, immer wieder auf den Herrn zu schauen, mit ihm zu reden und ihn anzurufen. Wenn wir ganz dicht an ihm dranbleiben, dann dürfen wir diese wunderbare Verheißung des Propheten Joel auch für uns in Anspruch nehmen.

Darum lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes den Herrn anrufen, indem wir gemeinsam in den ersten und siebten Vers des Liedes "Heilger Geist, du Tröster mein..." (EG 128) des Liederdichters Martin Moller einstimmen, die da lauten, wie folgt:

Heilger Geist, du Tröster mein,
hoch vom Himmel uns erschein
mit dem Licht der Gnaden dein.
Führ uns durch die Lebenszeit,
gib im Sterben dein Geleit,
hol uns heim zur ewgen Freud.


Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingsttag und ich freue mich, wenn wir morgen wieder beieinander sein dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Jun 02, 2020 11:17 am

ePredigt vom 01.06.2020 (Johannes 20, 19-23)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Pfingstmontag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im Johannesevangelium, Kapitel 20, die Verse 19-23. Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam lesen:

Die Vollmacht der Jünger

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist ! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.



Liebe Gemeinde,

gestern hatten wir über das Wirken des Heiligen Geistes nachgedacht. Heute wollen wir uns einmal Gedanken darüber machen, was Pfingsten ganz konkret für einen jeden unter uns bedeutet. Wie wir soeben gehört haben, werden uns auch einige Aufgaben übertragen. Schauen wir uns diese einmal zusammen an.

1. So sende ich Euch

Liebe Gemeinde, wir sitzen heute Morgen einträchtig beieinander und sind eine homogene Truppe. Gern werden wir auch immer wieder als die "Kirchenrenner" bezeichnet.

Mal abgesehen davon, dass ich noch kein Gemeindemitglied habe zur Kirche rennen sehen, steckt doch etwas hinter dieser Redewendung, die einen Auftrag für uns beinhaltet.

"Kirchenrenner" deutet nämlich darauf hin, dass zwischen uns und den Menschen da draußen eine Kluft besteht. Die Menschen in der Welt verstehen meist gar nicht, was uns zu den Gottesdiensten zieht. Diese Menschen kennen die Liebe und die Gnade unseres Herrn ja noch gar nicht.

Und daher heißt es für uns: Gehet hin und nicht bleibet drin!!! Natürlich ist es drinnen weitaus harmonischer und gemütlicher als wenn wir uns als Christen in der Welt und der Welt präsentieren sollen.

Aber, Auftrag ist Auftrag. Aber seien wir getrost, ER ist ja immer bei uns.

2. Friede sei mit Euch

Friede, wie Jesus ihn meint, ist nicht die Abwesenheit von Hass, Krieg und Gewalt. Dieser weltliche Friede ist so brüchig wie chinesisches Porzellan. Eine kleine Erschütterung und schon geht es wieder los mit Hass, Krieg und Gewalt.

Der Friede, den Jesus uns verspricht ist kein brüchiger Friede, sondern ein ewiger Friede, den wir durch seine Gnade erlangen. In diesem Frieden dürfen wir uns geborgen fühlen, in diesem Frieden werden wir getragen und getragen von diesem Frieden sollen wir auch hinaus in die Welt gehen, um die frohe Botschaft weiter zu verbreiten.

Diesen Frieden können wir uns nicht erarbeiten. Dieser Friede wird uns von Gott in unsere Herzen gelegt und dort dauerhaft verankert. Gewiss kommen auch mal stürmische Zeiten, in denen wir den Frieden nicht spüren, aber seien wir getrost und unverzagt; dieser Friede verlässt uns niemals mehr.

3. Nehmt hin den Heiligen Geist

Wenn wir uns diese Situation aufmerksam betrachten, dann fällt uns auf, dass Jesus ja noch auf Erden weilte, und das Pfingsfest erst noch bevorstand.

Jesus hat seinen Jüngern bereits vorab seinen Heiligen Geist eingehaucht. Vermutlich, und das ist die Meinung vieler Ausleger, hat er dies getan um den Jüngern die Kraft zu verleihen, die sie benötigen würden um die Turbulenzen der nächsten Tage und Wochen in inniger Gemeinschaft zu überstehen.

Genau dieser Heilige Geist wird auch uns heute von Gott eingehaucht. Genau so, wie Jesus dies damals bei seinen Jüngern tat, genau so macht er dies heute mit uns.

Jesus haucht uns sein Leben ein. Durch dieses Leben werden wir von Grund auf erneuert. Wenn wir den Heiligen Geist empfangen, dann bleibt in unserem Leben kein Stein mehr auf dem anderen. Ich glaube, wir können alle davon berichten, was der Heilige Geist in uns schon alles bewirkt hat.

Wir werden aber nicht nur von Grund auf verwandelt, sondern der Herr zeigt uns auch was wir tun und was wir lassen sollen und dies sehr konkret.

4. Mit Vollmacht

So ist unser Bibeltext überschrieben.

Wir bekommen die volle Macht, um in seinem Namen die frohe Botschaft zu verkündigen. Und wir bekommen die volle Macht, um in seinem Namen zu handeln.

Wenn Sie einen Brief von einem Unternehmen oder einer Behörde erhalten, welcher mit i.V. unterzeichnet ist, dann bedeutet dies in Vertretung.

Der Vertreter bekommt von seinem Auftraggeber die Vollmacht in einem bestimmten Gebiet wie der Auftraggeber zu handeln. Die Vertretung ist immer auf einen bestimmten Aufgabenbereich beschränkt.

Einen solchen Auftrag finden wir am Ende unseres heutigen Predigttextes. Dieser hat es in der Tat in sich, berufen sich doch seit Jahren Kirchen darauf, dass sie Sünden vergeben können.

Das ist falsch, liebe Gemeinde. Sünden kann nur Gott vergeben. Er vergibt sie seinen Kindern immer wieder, wenn sie zu ihm kommen und ihre Sünden ehrlich bereuen. Nur ER kann in das Herz des Sünders blicken und urteilen, ob er es ehrlich meint. Aber wir können die Menschen in unserer Vollmacht auf den verweisen, der ihnen für immer und ewig die Sünden vergeben kann. Also sind wir als Christen gefragt, unseren Mitmenschen, die ihre Sünden bekennen wollen, beizustehen. Ja, im Auftrag dessen, der uns beauftragt hat, können wir den Menschen auch zusprechen, dass ihnen ihre Sünden vergeben werden, wenn Sie diese unter das Kreuz tragen.

Es kommt aber noch etwas. Welchen Ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Wir entscheiden natürlich nicht, wer in den Himmel kommt und wer letztendlich in der Hölle landet. Aber ausgestattet mit Gottes Vollmacht ist es durchaus unsere Aufgabe, unsere Mitmenschen auf korrekturbedürftige Verhaltensweisen und Einstellungen hinzuweisen, wenn diese sie in die Hölle bringen würden.

Das ist nicht leicht und wir haben vielleicht manchmal ein wenig Angst davor. Aber seien wir alle gewiss, wir kommen mit Jesus an unserer Seite immer in vorbereitete Verhältnisse. Er ebnet uns den Weg und weist ihn uns. Gehen müssen wir ihn zwar selber; aber immer mit ihm an unserer Seite.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den dritten Vers des Liedes "Freut euch, ihr Christen alle..." (EG 129) des Liederdichters Georg Werner einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Verleih, dass wir dich lieben, o Gott von großer Huld,
durch Sünd dich nicht betrüben, vergib uns unsre Schuld,
führ uns auf ebner Bahn, hilf, dass wir dein Wort hören
und tun nach deinen Lehren: Das ist recht wohlgetan.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Pfingstmontag und einen guten Start in diese neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jun 08, 2020 11:40 am

ePredigt vom 07.06.2020 (4. Mose 6, 22-27)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 4. Buch Mose, Kapitel 6, die Verse 22-27. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der priesterliche Segen

Und der Herr redete mit Mose und sprach: Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.



Liebe Gemeinde,

diesen Segen kennen wir natürlich alle. Und daher sollten wir einmal ganz genau darüber nachdenken, unter welchem Segen wir nach jedem Gottesdienst in die Welt entlassen werden. Schauen wir uns die einzelnen "Bestandteile" dieses Segens doch einmal etwas genauer an.

1. Der Herr segne dich und behüte dich

Was ist das eigentlich, das Segnen? Mit dem Segen erbitten wir Gottes Leitung und Führung für unser gesamtes Leben. Wenn ich mich derart segnen lasse, dann erkenne ich an, dass ich selber mein Leben von mir aus gar nicht führen und leiten kann.

Ich erkenne an, dass es einen Gott gibt, der stets nur das Beste für mich will und dem ich bereitwillig die Führung und Leitung meines Lebens anvertraue.

Behüten kann auch mit "achthaben auf" übersetzt werden. Wenn ich den Behütungssegen empfange, dann weiß ich, dass mein ganzes Leben jemand bei mir ist, der stets auf mich aufpasst.

Ich selber laufe immer wieder Gefahr, falsche Wege einzuschlagen. Häufig überdenke ich die Folgen auch nicht, welche mich erwarten, wenn ich auf falschen Pfaden wandele.

Unter mit diesem Segen weiß ich, dass Gott mich davor bewahren will, falsche Wege einzuschlagen und dass er mich sogar zurückholen kann, sollte ich einmal falsche Wege eingeschlagen haben.

2. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig

Beginnen wir mit dem Leuchten. Stellen wir uns einmal einen dunklen Abend vor. Wir machen das Licht an und erkennen im Schein des Lichtes alles um uns herum so klar wie bei Tage.

In der Welt leben wir häufig in der Dunkelheit und daher sind wir auf Gottes Licht angewiesen. Dieses Licht, welches er uns sendet hilft uns zu erkennen, was gut und was böse ist. Wir kennen ja alle das Sprichwort. "In der Nacht sind alle Katzen grau." Und dies verändert sich schlagartig, wenn Gott sein herrliches Licht sendet.

Manfred Siebald beschreibt dies sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes: "Es geht ohne Gott in die Dunkelheit", der da lautet, wie folgt:

Es geht ohne Gott in die Dunkelheit, aber mit ihm gehen wir ins Licht
Sind wir ohne Gott, macht die Angst sich breit, aber mit ihm fürchten wir uns nicht

Jetzt kommen wir zu der Gnade. Wenn wir um Gottes Gnade bitten, dann bitten wir Gott, nicht gerecht zu sein, sondern Gnade walten zu lasen.

Gnade vor Recht bedeutet nicht, dass Gott immer mal wieder ein Auge zudrückt, sondern dass gegenüber seinen Kindern die Liebe so stark ist, dass er selber für Fehler und Sünden bezahlt. Dies hat unser Herr Jesus ein für alle Mal am Kreuz von Golgatha getan.

3. Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden

Wenn ich mein Angesicht hebe, dann schaue ich auf etwas ganz konzentriert und interessiert hin. Gott liebt jeden einzelnen Menschen von ganzem Vaterherzen.

Daher schaut er uns auch nicht nur gelegentlich einmal an, nein er schaut andauernd nach dem rechten. Wir sind in seinen Fokus gerückt, nachdem Jesus die Tür zum Vaterhaus aufgerissen hat. Noch einmal ganz konkret: Kein Mensch ist Gott egal.

Wer mich interessiert und konzentriert anschaut, der will doch nur das Beste für mich. Darauf darf ich mich felsenfest verlassen. Und wie erfahre ich, was denn das Beste für mich ist. Na indem ich Gott frage und mit ihm rede.

Nun kommen wir noch zum Frieden. Dieser Friede ist nicht weltlich gemeint. SEIN Friede ist der göttliche Friede, der uns mit Körper, Seele und Geist den Frieden IN Gott finden lässt.

Dieser Friede soll uns 365 Tage lang im Jahr erfüllen. In diesem Frieden finden unsere unruhigen Herzen Ruhe in unserem Herrn.

Liebe Gemeinde, mit dem allen, was wir soeben gehört haben, mit dem allen will uns unser Herr im Himmel segnen. Grund genug, dass wir dies den Menschen weitersagen, die noch nicht unter diesem Segen stehen.

Lassen Sie uns daher unseren Herrn zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes loben, indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Gelobet sei der Herr..." (EG 139) des Liederdichters Johann Olearius einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben,
mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben,
mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an,
der alle Augenblick viel Guts an mir getan.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start unter dem Segen des Herrn in diese neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jun 15, 2020 10:58 am

ePredigt vom 14.06.2020 (Apostelgeschichte 4, 32-37)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 4. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 32-37. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Gütergemeinschaft der ersten Christen

Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte. Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde - das heißt übersetzt: Sohn des Trostes -, ein Levit, aus Zypern gebürtig, der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.



Liebe Gemeinde,

das klingt ja fast zu schön um wahr zu sein. So möchte man doch gerne leben. Jeder bekommt, was er benötigt und jeder gibt das ab, was er übrig hat. Schauen wir uns doch diese Gütergemeinschaft einmal etwas näher an.

1. Vorreiter des Sozialismus

Ich weiß auch nicht warum, aber die Politiker der Linken scheinen einen Narren an mir gefressen zu haben. Gut, viele Linke sind vermeintlich Atheisten und wollen mich gern aufs Glatteis führen. Und genau, wenn es um ihre Ideale geht, ziehe ich diesen Bibelabschnitt aus der Tasche. Dann ist meist Ruhe im Karton.

Waren die ersten Christen auch die ersten Sozialisten. Nein, ich glaube eher nicht. Wenn ich mir einen sozialistischen Staat anschaue, dann wird der Sozialismus von oben herab den Staatsangehörigen auferlegt.

Weil aber an der Grundproblematik nichts verändert wird, wir also nach wie vor Sünder bleiben, kommt ein derartiges System immer in eine Schieflage. Und dann haben wir im Handumdrehen wieder die Situation, dass es doch einige gibt, die gleicher sind, als andere.

Im Christentum sieht die Grundvoraussetzung aber ganz anders aus. Der Ursprung war, dass alle Christen Vergebung ihrer Sünden erfahren hatten. Wenn mir meine Sünden vergeben worden sind und ich wieder freien Eintritt in den Himmel habe, was kümmert mich dann noch mein Besitz auf Erden?

Wenn ich so denke, dann kann ich gern und willig von dem abgeben, was ich besitze. Und so entstand diese Form des Sozialismus von innen und daher von unten nach oben. Also genau umgekehrt wie dies bei sozialistischen Staaten der Fall ist.

2. Ein Herz und eine Seele

So haben wir es in unserem Predigttext gehört. Ein Herz und eine Seele heißt, dass die Herzen und Seelen der Gemeindemitglieder miteinander derart verbunden waren, dass sie in ihrem Grundverständnis des Zusammenhaltes eins waren.

Das Beispiel einer solchen Gemeinschaft finden wir heutzutage noch in jeder intakten Familie. Die Familie wird zu Recht als Keimzelle der Gesellschaft betrachtet.

In ihr halten alle Familienmitglieder zusammen. Da sollte es nicht vorkommen, dass der eine von allem mehr als genug hat, und der Bruder oder die Schwester gerade mal so über die Runden kommt.

Übertragen wir die einmal auf unserer Großfamilie der Christen. Wenn ich ein Dach über dem Kopf habe, dann habe ich die Pflicht mich derer anzunehmen, denen es eben nicht so gut wie mir geht.

Wenn ich Porsche fahre und ich sehe einen anderen, der sich mit einem Niedriglohnjob und zwei Minijobs so gerade eben über Wasser hält kann ich nicht sagen: Ist halt sein Schicksal. Da bin ich als Christ gefragt, auch wenn es unbequem klingt.

In unserer großen Familie soll einer für den anderen da sein. Das heißt aber auch, dass der Nehmende nicht despektierlich behandelt werden darf. Eine Familie und erst recht die Familie der Christen lebt ja gerade vom gegenseiteigen Nehmen und Geben.

Es geht aber eben nicht nur um Geld. Wir können auch unsere Zeit teilen. Wieviele einsame Menschen leben unter uns, die kaum noch sozialen Kontakt zu der Außenwelt haben. Kümmern wir uns doch um diese Geschwister, damit auch sie wieder an der Gemeinschaft teilhaben können.

Wir können auch unsere Kenntnisse und Fertigkeiten teilen. Wenn ich sehe, dass sich mein Nachbar schwertut mit Behördengängen und diversen Anträgen, dann ist es doch meine Pflicht, ihm beizustehen.

3. Der Knackpunkt

Wenn wir in der Apostelgeschichte nur ein Kapitel weiterlesen, dann stoßen wir auf ein Ehepaar namens Hannanias und Saphira. Diese beiden wollten sich ein Hintertürchen offenhalten bei der Gütergemeinschaft. Für den Fall, dass die ganze Sache doch in die Hose gehen sollte, hatten sie sich von ihrem Besitz etwas an die Seite gelegt.

Ist ja auch verständlich. Nur, und das war das fatale an der Sache. Sie haben dann auch noch Gott angelogen. Und dieser Schuss ging dann für die beiden "Cleverles" mal so richtig nach hinten los.

Und von da an lesen wir in der Bibel auch kaum noch etwas von einer christlichen Gütergemeinschaft. Also machen wir den Deckel drauf und beenden damit die ganze Sache ?

Nein, das tun wir nicht. Die Gütergemeinschaft der ersten Gemeinden bleibt immer noch ein christliches Ideal für uns. Auch nach unserer Bekehrung bleiben wir arme Sünder, die täglich der Vergebung ihrer Sünden bedürfen.

Und genau deswegen sollen und müssen wir uns Tag für Tag an diese christliche Form des Zusammenlebens erinnern. Wir dürfen jeden Tag die Restart-Taste drücken und einen neuen Versuch wagen.

Den Himmel auf Erden werden auch wir nicht hinbekommen, aber wir dürfen unseren Mitmenschen, also unseren Schwestern und Brüdern helfen, ihr Leben auf Erden jeden Tag ein wenig einfacher zu gestalten. Wenn wir dies tun, dann sind wir als Jesu jünger stets auf dem rechten Pfad.

Bitten wir für die Umsetzung dieser Aufgabe unseren Herrn um seinen Beistand, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes " Alles ist an Gottes Segen..." (EG 352) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Alle ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen
über alles Geld und Gut.
Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet
einen freien Heldenmut.


Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche ausgestattet mit dem freien Heldenmut, den wir gerade besungen haben.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber





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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jun 22, 2020 11:56 am

ePredigt vom 21.06.2020 (Matthäus 11, 25-30)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 11. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 25-30. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesu Lobruf und Heilandsruf

Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. Ja, Vater; denn so hat es dir Wohlgefallen. Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.


Liebe Gemeinde,

die Predigt ist überschrieben mit dem Titel: Jesu Lobruf und Heilandsruf. Lassen Sie uns diesen Text einmal in seinen einzelnen Bestandteilen näher betrachten:

1. Ich preise dich, Vater, des Himmels und der Erde

Wozu bin ich auf der Welt? Diese Frage stellen wir uns doch wohl alle. Wenn wir die Menschen in der Welt betrachten, dann lautet deren Antwort meist: Karriere, Geld und Macht zu erlangen.

Jesus hingegen hat eine andere Antwort für uns parat; nämlich den Vater zu preisen. In anderen Bibelübersetzungen finden wir für das Wort "preisen", die Worte "verherrlichen" oder "die Ehre geben".

Als allererstes gibt Jesus seinem Vater, der Himmel und Erde gemacht hat die Ehre. Und das sollten wir auch tun. Geben wir doch jeden Morgen nach dem Aufwachen unserem Vater im Himmel die Ehre, indem wir ihm danken, dass er uns auch in der vergangenen Nacht behütet und bewahrt hat.

Verherrlichen bedeutet auch, dass ich meinem Vater im Himmel schon heute morgen für das Dank sagen darf, was an diesem neuen Tag auf mich zukommen wird. Damit erkenne ich an, dass alles, was heute passiert bereits durch Gottes Hand gegangen ist und mir nichts widerfahren wird, was ich nicht schultern kann.

2. Ich will euch erquicken

Mit dem Wort "erquicken" können die meisten Menschen heutzutage nicht mehr viel anfangen. Daher finden wir in anderen Bibelübersetzungen auch das Wort "Ruhe geben".

Wir leben ja immer noch in recht turbulenten Zeiten. Wir wissen alle nicht, wie es mit der Wirtschaft weitergeht. Wer darf seinen Arbeitsplatz behalten und wer wird ihn wahrscheinlich verlieren ? Werde ich meinen Ausbildungsplatz antreten können oder muss mein Ausbildungsbetrieb Insolvenz anmelden? Reichen die Renten zum Leben oder bin ich auf andere Hilfen angewiesen?

Das sind doch alles Nöte, Sorgen und Probleme, die wir alle mit uns herumtragen. Und genau in solche Situationen hinein empfangen wir die Worte Jesu: Kommt her zu mir und ruht euch erst einmal aus. Und wer sich in Jesus Gegenwart ausruht, den stattet er mit Zuversicht und Frieden für seine Seele aus.

In Jesu Gegenwart zu bleiben bedeutet nicht, dass alle meine Probleme mit einem Male gelöst sind. Nein, aber ich habe Jesus an meiner Seite, der mit mir durch alle Probleme hindurchgeht und der mich eben nicht mehr ziellos verzweifeln lässt. Wer sich in Jesu Gegenwart ausruht, dem zeigt er Ziel und Mitte seines Lebens.

Wir müssen uns natürlich auch dazu bereiterklären, Jesus in uns wirken zu lassen. Bei Jesus auszuruhen ist keine 5 Minuten Kaffeepause und dann wieder husch, husch ans Werk. Bei Jesus ausruhen bedeutet sich voll und ganz auf den einzulassen, der uns versprochen hat: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

3. Jesu Joch

Mit einem Joch können wohl die wenigsten noch etwas anfangen. Daher eine kleine Einführung. Wenn ein Bauer ein Feld pflügen will, dann spannt er meist zwei Ochsen dafür an, weil die Kraft die dafür notwendig ist, für einen Ochsen einfach zu schwer wäre.

Damit die Ochsen aber auch parallel nebeneinander herlaufen, wird ihnen ein meist hölzernes Joch aufgelegt, welches dafür sorgt, dass beide Ochsen nebeneinander herlaufen.

Wenn ein junger Ochse in den Dienst genommen wird, dann wird er zumeist neben einem alten und erfahrenen Ochsen in das Joch eingespannt. So lernt er den effektiven Rhythmus kennen, mit welchem er erfolgreich den Acker umgraben kann.

Wir sind natürlich keine Ochsen. Aber Jesus redet halt gern in Beispielen und Bildern um uns Zusammenhänge besser präsentieren zu können.

Um bei unserem Beispiel zu bleiben ist Jesus natürlich der erfahrene Ochse. Jesus bietet uns an, unter sein Joch zu kommen, damit wir von ihm lernen können.

Wwie oft habe ich es schon erlebt, dass ein gerade neugeborener Christ losprescht und die ganze Welt missionieren will. In aller Regel erleidet er nach einigen Wochen Schiffbruch, weil ihm die Basis dafür fehlt. Und genau dies will Jesus vermeiden. Indem wir zusammen mit ihm unter dem Joch verbunden sind, können wir von ihm auch lernen, da wir ja parallel nebeneinander hergehen.

Manchmal ist es auch so, dass wir ein wenig träge werden, weil wir vielleicht geistlich ermüden. Dann ist es gut unter Jesu Joch zu sein, damit wir wieder in das richtige Tempo kommen. Dann brauchen wir Jesu Ermunterung, um wieder weitergehen zu können.

Das gilt nicht nur für unser Glaubensleben. Das gilt für alle Situationen unseres Lebens. Wenn wir dies beharrlich tun, dann werden wir feststellen, dass sein Joch sanft ist und dass unsere Last leicht zu tragen sein wird.

Lassen Sie uns daher jeden Morgen das Joch Jesu neu auf unsere Schultern legen, damit ER stets in unserer Nähe ist und uns führen, behüten und begleiten kann.

Bitten wir doch unseren Herrn zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes um seine Führung und um sein Geleit, indem wir gemeinsam in den 9. Vers des Liedes "Großer Gott, wir loben dich.." (EG 331) von Iganz Franz einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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