ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jan 06, 2020 1:35 pm

ePredigt vom 05.01.2020 (Jahreslosung 2020)



Liebe Gemeinde,



ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem 2. Sonntag nach dem Christfest. Als Predigttext soll uns heute die Jahreslosung für das Jahr 2020 dienen, die da lautet, wie folgt:

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!



Liebe Gemeinde,

entweder glaube ich oder ich glaube nicht. Glaube und Unglaube in einer Person ? Wie passt das denn bitteschön zusammen? Lassen Sie uns heute Morgen einmal gemeinsam eine Zeitreise des Glaubens eines Menschen machen.

1. Der Weg zu Gott - Die Bekehrung

Die hatte der Mann aus unserer Jahreslosung ja schon hinter sich. Er hatte den Weg zu Gott gefunden oder aber besser gesagt, Gott hat sich von ihm finden lassen.

Nachdem sich ein Mensch bekehrt hat, also bewusst sein Leben Gott übergeben hat räumt Gott den Körper eines Menschen auf.

Nach der Bekehrung findet er dort noch reichlich viel Müll. Dieser wird gesammelt und dann ein für alle Male entsorgt. Das können Abhängigkeiten aller Art sein, das können vielfältige Sünden sein, kurz es kann alles sein, was nach der Bekehrung nicht mehr dort hingehört.

Dann stattet der Heilige Geist uns mit allem aus, was für ein gelingendes Christenleben notwendig ist. Der bekehrte Mensch verspürt auf einmal einen bisher nicht vorhandenen Drang Gottes Wort zu lesen, mit Gott zu reden und er fühlt sich auf einmal dort wohl, wo er vorher nie gewesen ist; nämlich in der Gemeinschaft der Gläubigen.

2. Der Weg in Gott - Jesu Einzug

Nachdem diese "alte Bude" aufgeräumt ist, kann der Herr Jesus in diesen Körper Einzug halten und diesen Körper in seinem Sinne regieren.

Ausgestattet mit dieser Regierung führen wir alle ein Leben "in" Gott. Paulus drückt dieses Leben in Gott sehr schön aus, wenn er sagt: "Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir " (Galater2, 20).

Und diese Beziehung zwischen mir und meinem Herrn ist keine punktuelle Beziehung, sondern eine Beziehung, die langsam wachsen wird. Wenn ich wissen will, was mein Herr von mir will, dann muss ich ihm zunächst einmal aufmerksam zuhören. Das machen wir, wenn wir die Bibel lesen, Gemeinschaftsstunden besuchen oder aber sonntags am Gottesdienst teilnehmen. Überall dort erfahren wir, wie ein Leben in Gott gelingen kann.

Dann können wir ihn auch jederzeit anrufen und fragen, was wir denn nun genau machen sollen. Wir nennen diese Anrufe einfach Gebete. Beten bedeutet nicht das herunterleiern auswendig gelernter Floskeln. Beten ist ein reales Gespräch mit Gott. Das beutetet, dass ich nach meinem Amen nicht einfach wieder zur Tagesordnung zurückkehren kann, nein ich darf auch auf eine Antwort hoffen. Daher sollte ich nach meinem Gebet noch eine Weile in der Stille vor Gott verweilen, um seine Antwort auch wahrnehmen zu können.

Wenn wir auf diese Art und Weise dauerhaft mit unserem Herrn in Kontakt bleiben, dann erwächst daraus eine tiefe und innige Beziehung zu unserem Herrn.

3. Der Weg mit Gott - Stolpersteine

Und jetzt kommen wir zu unserem Text in der Jahreslosung zurück. Der Mann aus unserem Predigttext war ja schon zu Gott gekommen und lebte bereits mit Gott. Was um alles in der Welt hat ihn denn da geritten, dass er sagt: "Ich glaube, hilf meinem Unglauben."

Wenn wir das Wort Unglaube lesen, dann steht dort im Urtext das Wort "apistia". Genau übersetzt bedeutet es aber nicht unbedingt Unglaube, sondern fehlendes Vertrauen.

Und jetzt erkennen wir auch, was der verzweifelte Vater von Jesus erbittet. Er bittet Jesus darum, ihm sein Vertrauen in Gott wieder zu geben.

Dieses fehlende Vertrauen nennen wir auch Zweifel. Wer unter uns hat nicht schon einmal an Gott und seinem Wirken gezweifelt? Ich glaube, diese Situation kennen wir doch alle.

Und in diesen Situationen sollen wir eben nicht unsere Zweifel in den Mittelpunkt des Geschehens rücken. In solchen Talsohlen des Glaubens sollen wir unseren Herrn bitten, unsere Zweifel wieder in Vertrauen zu verwandeln.

Denn letztendlich zweifelt Gott nicht an uns, sondern wir an Gott. Und daher kommt er immer wieder unserer Bitte nach, Zweifel in Vertrauen zu ihm zu wandeln. Lassen Sie uns daran das ganze Jahr über im Sinne unserer Jahreslosung denken. Wenden wir uns bei Zweifeln doch immer gleich an den, der alle Zweifel ausräumen kann und der über allen Zweifeln steht.

Lassen Sie uns nunmehr zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 1. Vers des Liedes "O König aller Ehren..." (EG 71) des Liederdichters Martin Behm einstimmen, der da lautet, wie folgt:

O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn,
dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron;
hilf, dass allhier auf Erden den Menschen weit und breit
dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche in und mit unserem Herrn.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jan 13, 2020 11:22 am

ePredigt vom 12.01.2020 (Matthäus 3, 13-17)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 3. Kapitel, die Verse 13-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesu Taufe

Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen. Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.



Liebe Gemeinde,

heute geht es also um die Taufe. Ich gehe einmal davon aus, dass die meisten unter uns getauft sind. Lassen Sie uns doch heute einmal in einer Tauf-Gedächtnis-Predigt über die Taufe nachdenken.

1. Was sagt die Taufe aus?

So wie Jesus getauft wurde, liebe Gemeinde, so wurden auch wir getauft. Wer getauft ist, der gehört zu Gott. Und dies bekräftige Gott bei der Taufe Jesu, indem er vom Himmel herab die Worte spricht: "Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe."

Und genau diese Worte spricht Gott auch heute noch zu jedem Neugetauften. Jeder der getauft ist, der ist ein Gotteskind geworden, an dem er Wohlgefallen hat.

Jetzt kommen wir auf ein ganz dünnes Eis. Viele von uns sind als Kinder getauft worden. Die Taufe setzt aber die Umkehr voraus und die Bekehrung. Lassen Sie uns darüber in unserem dritten Punkt nachdenken.

2. Was folgt aus der Taufe?

Aus der Taufe heraus erfolgt der Gehorsam Gott gegenüber. Mit der Taufe bekräftige ich meine Umkehr und meine Bekehrung vor Gott.

Als sein geliebtes Kind möchte ich natürlich auch gern den Willen meines Vaters tun. Wie wir auf Erden unseren Eltern Gehorsam schulden, so schulden wir Gott noch mehr unseren Gehorsam.

Woher erkenne ich denn nun, was Gottes Wille ist? Nun, diese Frage beantwortet uns die Bibel. Sie ist quasi Gottes Erziehungsleitfaden für seine Kinder. Wenn wir also wissen wollen, was Gott von uns will, dann ist es unerlässlich, dass wir sein Wort studieren.

Nicht einmal querlesen, wie die Bild-Zeitung, sondern tagtägliches Studium des Wortes Gottes zeigt uns, was wir tun oder lassen sollen.

Natürlich werden wir nicht sofort immer alles verstehen, was in der Bibel steht. Dafür haben wir aber die Möglichkeit mit Gott direkt zu reden. Fragen wir ihn doch einfach, was er von uns erwartet. Er wird uns bestimmt eine Antwort auf unsere Fragen geben.

Dies geht auch nicht mal eben so zwischendurch. Auch für das Gespräch mit Gott sollen wir uns genügend Zeit nehmen. Wenn wir uns mit unseren Bekannten unterhalten, dann nehmen wir uns doch auch die Zeit zu reden und zum Zuhören. Genau dies erwartet Gott auch von uns.

Und noch mehr über Gott können wir in Erfahrung bringen, wenn wir uns einer christlichen Gemeinschaft anschließen. Und jetzt sind wir "alten Hasen" gefragt. Wir erleben es immer wieder, dass Neubekehrte zu uns stoßen. Lasst uns diese nicht verprellen, indem wir sie mit all unserem Bibelwissen zutexten.

Gerade wer neu bekehrt ist, ist noch unsicher und braucht unsere helfenden Hände, die ihm den rechten Weg zeigen. Nehmen wir uns also liebevoll dieser Menschen an und begleiten sie behutsam auf ihren ersten Schritten mit Gott. Denken wir daran, dass auch wir einmal so angefangen haben.

3. Gibt es eine Kehrseite der Taufe?

Ja, leider die gibt es auch.

Ja, Gott liebt alle Menschen
Ja, Gott nimmt alle Menschen ohne Vorbehalte an
Ja, auch Moslems und Hindus können in den Himmel kommen

Aber, und das ist ganz entscheidend, die Taufe als Ritual dürfen wir nicht als Eintrittskarte in den Himmel sehen.

Zuerst kommt die Umkehr und die Bekehrung und dann erst die Taufe.

Leider ist es heute oftmals so, dass die Taufe nur noch als ein gesellschaftliches Ritual angesehen wird und der tiefere Sinn gar nicht mehr zum Vorschein kommt. Und jetzt sind wir wieder bei der Erwachsenentaufe.

Aus meinem Grundverständnis macht nur diese wirklich Sinn, da sich ein Kleinstkind ja noch gar nicht bekehren kann. Aber eine stellvertretende Bekehrung durch die Eltern können wir aus der Bibel auch nicht direkt ableiten.

Ich mache es mir nicht einfach, aber es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die ewig Gottes Geheimnis bleiben werden. Vielleicht sieht Gott ja gerade in der Kindstaufe den ersten Schritt hin zu ihm, der dann von den Eltern weiter begleitet wird.

Wenn wir die Taufe so verstehen, wird der Täufling nach der Taufe von seinen Eltern im Glauben angeleitet und kann seinen Bund mit Gott dann bekräftigen, wenn er dazu in der Lage ist. So jedenfalls war es bei mir und bei vielen anderen von Ihnen sicherlich ebenfalls.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in das Tauflied "Nun schreib ins Buch des Lebens…" (EG 207) einstimmen, der das soeben gehörte noch einmal etwas schöner ausdrückt und lautet, wie folgt:


Nun schreib ins Buch des Lebens, Herr ihren Namen ein,
und lass sie nicht vergebens zu dir geführet sein.
Ach präge jedem Kinde dein Wort recht tief ins Herz,
dass es, bewahrt von Sünde, die dien in Freud und Schmerz.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden.

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr

Ulrich Naber





Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jan 20, 2020 11:42 am

ePredigt vom 19.01.2020 (Jeremia 14, 1; 3-4; 7-9)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia im 14. Kapitel, die Verse 1; 3-4 und 7-9. Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam lesen:

Dies ist das Wort, das der Herr zu Jeremia sagte über die große Dürre: Die Großen schicken ihre Leute nach Wasser; aber wenn sie zum Brunnen kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre Gefäße leer zurück. Sie sind traurig und betrübt und verhüllen ihre Häupter. Die Erde lechzt, weil es nicht regnet auf Erden. Darum sind die Ackerleute traurig und verhüllen ihre Häupter. Ach, Herr, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben. Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als wärst du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt? Warum stellst du dich wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held, der nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, Herr, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht!



Liebe Gemeinde,

überschrieben ist unser Predigttext mit dem Titel: "Vergebliche Bitte". Gibt es das überhaupt, eine vergebliche Bitte an Gott? Lassen Sie uns darüber heute einmal gemeinsam nachdenken.

1. Der fremde Gott

"Warum stellst du dich als wärest du ein Fremder", so haben wir es in unserem Predigttext gehört.

Eine der vielen Warum-Fragen, die sich viele Menschen immer wieder stellen. Gerade im Bereich der Seelsorge hört man immer wieder die ein oder andere Warum-Frage, oder aber die Bemerkung: "Ich spüre Gott nicht".

Die Antwort ist eigentlich in der Umkehrstellung der Frage zu finden. Warum haben wir uns denn von Gott entfremdet? Ja, dies ist tatsächlich in weiten Bereichen unserer Gesellschaft der Fall.

Solange alles gut und glatt läuft, da denkt natürlich kaum ein Mensch an Gott. Wir haben es ja schließlich selbst in der Hand. Wir sind die Regenten unseres Lebens. Aber wenn es in unserem Lebenskreislauf mal kracht und donnert, dann wird der "liebe Herrgott" bemüht. Und der hat dann auch gefälligst sofort zu helfen. Das ist ja schließlich sein Job.

Wenn Sie einen guten Freund immer nur dann anrufen würden, wenn Sie in Not sind und dann auch noch von ihm erwarten, dass er sofort helfen soll, dann wird diese Freundschaft wohl sehr bald beendet sein. Gott hingegen ist anders. Seine Hand bleibt ausgestreckt. Aber viele wollen diese ausgestreckte Hand nicht ergreifen. Und somit entfremden wir uns von Gott.

2. Unsere Sünden

Worin liegt der tiefe Grund, der uns von Gott trennt. Jeremia kennt die Antwort und wir haben Sie auch soeben gehört. Es sind unsere Sünden, die uns von Gott trennen.

Was ist überhaupt Sünde? Sünde ist die Übertretung eines göttlichen Gebotes. Und wenn wir nur einmal an die 10 Gebote denken, werden wir unschwer feststellen, dass wir alle immer und immer wieder sündigen. Natürlich sind wir alle keine Mörder oder Totschläger.

Aber wie sieht es denn mit der Wahrheit aus? Auch die allseits beliebte Notlüge ist eine Sünde. Also stellen wir einmal fest: Wir sind alle mit Sünden beladene Menschen. Und als solche haben wir keinerlei Chance mit unserem Vater im Himmel Gemeinschaft zu haben.

Er, der ohne alle Sünde ist, duldet in seiner Gegenwart keine mit Sünden beladenen Menschen.

Und daher gab es auch die Sündopfer im Alten Testament. Einmal im Jahr trat der Hohepriester vor Gott und entsündigte das ganze Volk für die Sünden des vergangenen Jahres. Aber, Sie ahnen es, eine Minute später war das schon wieder vorbei; man hatte schon wieder gesündigt.

3. Er ist doch unter uns

Liebe Gemeinde, die Propheten des Alten Testamentes weisen schon auf Jesus und sein Erlösungswerk hin. Dies können wir auch dem Ausspruch Jeremias entnehmen, wenn er sagt: "Du bist doch unter uns, Herr, verlass uns nicht".

Und jetzt kommt die gute Nachricht. Gott, den wir vor einigen Wochen noch in der Krippe liegen sahen, dieser Gott hat für all unsere Sünden mit seinem Leben am Kreuz das Lösegeld bezahlt.

Wir müssen uns dies ganz brutal vorstellen. Eigentlich gehört jeder von uns ans Kreuz geschlagen. Damit wir für unsere Sünden bezahlen. Gott liebte seine Menschen aber so sehr, dass er als Mensch auf die Welt kam und unsere Sünden auf sich nahm.

Auch wenn wir die ausgestreckte Hand nicht ergriffen haben, so bleibt sie dennoch ausgestreckt und wartet, von uns ergriffen zu werden.

Denn allen, die die Erlösungstat unseres Herrn für sich in Anspruch nehmen, denen verspricht unser Herr: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Aber Achtung: Das gilt nur für diejenigen, die die ausgestreckte Hand ergreifen und sich retten lassen wollen. Eine Allversöhnung gibt es nämlich nicht.

Wenn uns der Herr verspricht bei uns zu sein bis an der Welt Ende, dann gilt diese Zusage weit über unser Ende, also unser Lebensende hinaus. Alle, die IHM angehören, gehören ihm auch nach ihrem leiblichen Tode an und gelangen in seine ewige Gemeinschaft hinein.

Gehen wir doch mit der Verheißung von Jeremia "Du bist doch unter uns" und der Erfüllung dieser Verheißung durch Jesus Christus "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende" ganz gelassen durch dieses noch relativ neue Jahr. Und somit als Beantwortung unserer Eingangsfrage gibt es für Gottes Kinder auch keine vergeblichen Bitten.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Herz und Herz vereint zusammen... (EG 251) von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh.
Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu.
Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein,
er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sien Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber





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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jan 27, 2020 12:09 pm

ePredigt vom 26.01.2020 (Apostelgeschichte 10, 21-35)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Epiphanias. Den Pedigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 10. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 21-35. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da stieg Petrus hinab zu den Männern und sprach: Siehe, ich bin's, den ihr sucht; warum seid ihr hier? Sie aber sprachen: Der Hauptmann Kornelius, ein frommer und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden, hat Befehl empfangen von einem heiligen Engel, dass er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören, was du zu sagen hast.

Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am nächsten Tag machte er sich auf und zog mit ihnen, und einige Brüder aus Joppe gingen mit ihm. Und am folgenden Tag kam er nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen. Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an.

Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, ich bin auch nur ein Mensch. Und während er mit ihm redete, ging er hinein und fand viele, die zusammengekommen waren. Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen meiden oder unrein nennen soll. Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt wurde. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen. Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Haus. Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem leuchtenden Gewand und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. So sende nun nach Joppe und lass herrufen Simon mit dem Beinamen Petrus, der zu Gast ist im Hause des Gerbers Simon am Meer. Da sandte ich sofort zu dir; und du hast recht getan, dass du gekommen bist. Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn befohlen ist. Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht anseht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.


Liebe Gemeinde,

heute geht es um Grenzen. Ein Thema, welches uns in Deutschland ja schon seit Jahren als Dauerbrenner beschäftigt. Lassen Sie uns doch heute einmal gemeinsam darüber nachdenken, wie Gott mit unseren Grenzen, den Grenzen im Kopf und allen anderen Grenzen umgeht.

1. Leben in eigenen Grenzen

Petrus war auch so ein Mann, der in seinen eigenen Grenzen lebte. Zum Beispiel war es den Juden verboten, Kontakt mit Samaritern zu unterhalten. Und ein Kontakt mit Heiden, das ging schon mal überhaupt nicht.

Sind wir nicht auch ein wenig so, wie Petrus es war? Stecken wir nicht auch unsere eigenen Grenzen sorgfältig ab und leben in diesen. Natürlich ist es bequem unter Gleichgesinnten zu leben. Alle haben fast immer die gleiche Meinung. Aber was ist, wenn jemand in unsere Komfortzone eindringt? Das geht natürlich gar nicht.

Mit so jemandem, der anderer Meinung ist, da wollen wir erst einmal gar nichts zu schaffen haben. Da bleiben wir doch lieber unter uns.

Und genau dieses Denken führt nicht nur zu Engstirnigkeit, sondern auch dazu, dass wir mit Vorurteilen beladen auf die anderen Menschen zugehen und diese gar keine Chance mehr haben, sich in unseren Kreisen zu integrieren.

Und genau dies, liebe Gemeinde will Gott nicht.

2. Grenzen niederreißen

Im Vorfeld unseres heutigen Predigttextes hatte Gott dem Petrus eine Lektion erteilt. Gott zeigte ihm, dass die von Petrus eingehaltenen Regeln vor Gott überhaupt keine Gültigkeit besitzen. Im Traum machte Gott Petrus deutlich, dass es vor Gott keine unreinen Speisen gibt.

Natürlich hatte Petrus so seine Schwierigkeiten damit. Das hätten wir auch. Wenn Gott auf einmal Jahrhunderte alte Traditionen für null und nichtig erklärt, die wir schließlich von unseren Vorvätern übernommen haben und damit auch ganz gut gelebt haben, dann würden wir auch in Abwehrstellung gehen, wenn Gott dies alles mit einem Federstrich aufhebt.

Bei Petrus brauchte er daher auch ganze drei Anläufe, um ihn davon zu überzeugen, dass seine Traditionen vor ihm, dem heiligen Gott nutz- und wertlos sind.

Wie Gott den Petrus wachgerüttelt hat, so möchte er auch uns heute im 21. Jahrhundert wachrütteln. Auch wir sind mit Traditionen und Vorurteilen behaftet, die Gott nicht gefallen.

Ich denke nur an die große Flüchtlingswelle. Wir schwer haben wir uns getan, diese Menschen bei uns zu integrieren. Wie oft schlug diesen Menschen blanker Hass entgegen anstelle liebevoller Aufnahme. Und als sie dann in unsere Gemeinden kamen, wie schwer haben wir uns getan diese Menschen aufzunehmen.

Und dann haben wir uns doch wachrütteln lassen. Ich kenne einige Gemeinde, die kurz vor einer Fusion standen, heute an den Sonntagen schon jeweils drei Gottesdienste durchführen müssen, weil die Kirchen aus allen Nähten platzen.

3. Gott baut die Gemeinden

Liebe Gemeinde, manchmal könnte man meinen dass wir uns viel zu wichtig nehmen bei dem Aufbau unserer Gemeinde. Wir sind auch gern versucht, uns über den zu stellen, der in Wahrheit der Erbauer seiner Gemeinde ist.

Und dabei ist es allein Gott, der seine Gemeinde baut. Benötigen dafür einen Beweis? Bitte sehr, er steht ein wenig versteckt in unserem heutigen Predigttext.

Gott sprach zu gleicher Zeit, also zur gleichen Stunde und Minute eines Tages sowohl mit Petrus, als auch mit dem Hauptmann Kornelius. Genau zu gleicher Zeit brachte er diese beiden Menschen im Traum zusammen.

Wohlgemerkt, Petrus hatte immer noch die Wahl. Er konnte sich dem Auftrag Gottes widersetzen, oder er konnte ihn annehmen, auch wenn er nicht seinem Gefühl der Nachfolge entsprach.

Und genau dies gilt für uns heute noch so, wie es für Petrus galt. Gott spielt nicht nach unseren Regeln. Er wird uns immer wieder vor Herausforderungen stellen, die uns so einiges abverlangen. Aber wir sind niemals allein.

Mit dem Flüchtling, den er in unsere Gemeinde schickt, mit dem hat er genau so gesprochen wie mit uns. Wenn uns Gott jemanden sendet, dann haben wir den Auftrag diesen Jemand auch aufzunehmen und uns um ihn zu kümmern. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn wir dies tun, dann können wir in der Tat wie Petrus Vorurteile überwinden.
Wenn wir uns Gottes Auftrag nicht verweigern, dann können wir wie Petrus unbefangen auf für uns Fremde zugehen.
Wenn wir dies tun, dann können wir wie Petrus miteinander Gemeinde aufbauen.

Lassen Sie uns eines niemals vergessen: Wir sind alle Gottes geliebte Kinder und somit untereinander Schwester und Brüder. Lassen Sie uns also auch geschwisterlich miteinander umgehen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 7. Vers des Liedes "Wer nur den lieben Gott lässt walten..." (EG 369) einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu.
Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen frohen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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