ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Jan 23, 2019 2:16 pm

ePredigt vom 20.01.2019 (Römer 12, 9-16)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 12. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 9-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Leben der Gemeinde

Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug.



Liebe Gemeinde,

ganz schön starker Tobak, den wir soeben gehört haben. Naturgemäß habe ich mich schon länger mit diesem Text beschäftigt und bin für mich zum Schluss gekommen: Das kann kein Mensch. Wer von uns hat bitteschön noch niemals geflucht, wenn die Türen des Autos zugefroren waren und man einen dringenden Termin hatte. Na und die zu segnen, die mir andauernd Knüppel zwischen die Beine werfen, zählt auch nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

Aber mitten in dem Predigttext stehen drei Punkte, die unser Christenleben sozusagen vor der Klammer der hier gehörten Einzeleigenschaften ausmachen sollen. Lassen Sie uns diese drei Punkte einmal ein wenig näher betrachten:

1. Hoffnung

Es gibt bekannterweise immer zwei Wege, wie wir mit einer Sache umgehen können. Dies ist bei der Hoffnung auch nicht anders. Wir können miesepetrig an die Hoffnung herangehen, nach dem Motto: Jetzt warten wir schon zweitausend Jahre und was ist passiert ? Nix ist passiert. Na ja, trotzdem wollen wir die Hoffnung mal nicht ganz aufgeben. Behalten wir sie mal im Hinterkopf. Wer weiß, vielleicht passiert ja noch was.

Und genau so sollen wir mit unserer Hoffnung nach Paulus eben nicht umgehen. Wir sollen fröhlich in der Hoffnung sein. Wir sollen uns gewiss machen, dass die Verheißungen, die uns der Herr Jesus versprochen hat, auch wirklich eintreffen.

Das sagt sich so schnell dahin. Aber einfach mal den Hoffnungsschalter von miesepetrig auf fröhlich umschalten ? Das sollen wir auch nicht machen. Wir sollen die Dinge prüfen, bevor wir uns entscheiden. Und wenn wir uns die Verheißungen der Bibel anschauen, dann müssen wir feststellen, dass sich ca. 90 % der Verheißungen genau so erfüllt haben, wie sie uns in der Bibel prophezeit werden.

Anfang eines jeden Jahres werden die Vorhersagen der bekanntesten Wahrsager immer wieder geprüft. Was meinen Sie, was passieren würde, wenn einer dabei wäre, dessen konkrete Vorhersagen zu über 90 % eingetreten wären. Denen würden man doch die Bude einrennen, obschon wir dies natürlich nicht dürfen.

Warum rennen wir eigentlich dem Herrn Jesus nicht die Bude ein ? Denn das dürfen wir getrost machen.

2. Trübsal

Ich gehe mal davon aus, dass keiner von uns ein fanatischer Trübsalbläser ist und es toll findet, von einem Schlamassel in den anderen zu geraten. Wir sind uns sicherlich einig, dass keiner von uns gern durch Zeiten der Trübsal geht. Und doch gibt es auch hier wieder zwei Wege, die von uns begangen werden können.

Die erste Gruppe wird zumeist in der Trübsal hektisch. Es wird alles versucht, um Perioden der Trübsal möglichst abzukürzen, oder sie gar abzuwenden. Eine der größten Trübsale ist wohl die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen.

Da bekommt man dann schnell gute Ratschläge, wie Kopf hoch, wird schon wieder oder gar den dämlichsten Ratschlag von allen, der da lautet: Du musst dich ablenken. All das, liebe Gemeinde, führt dazu, dass der Hammer der Trübsal irgendwann mit geballter Macht zurückschlägt.

Und dann rät uns Paulus, in der Trübsal geduldig zu bleiben. Geduld in der Trübsal ist die Eigenschaft, das Geschehene zuzulassen, es nicht zu verdrängen und sich diesem zu stellen.

Wer dies wirklich und offenen Herzens unternimmt,der wird bald feststellen, dass da jemand ist, der uns gerade in diesen harten Seiten zur Seite steht. Und dieser jemand, also unser Herr Jesus Christus nimmt uns an die Hand und begleitet uns ganz behutsam ohne Abkürzungen durch diese Zeiten der Trübsal hindurch, bis wir diese Täler durchschritten haben.

3. Gebet

Es gibt ja die Spezies der Stoßgebeter. Immer dann, wenn großes Ungemach in der Luft liegt, wird schnell ein Gebet zum Himmel geschickt, damit Gott gefälligst auch eingreift. Ja, und dann gibt es auch noch die Beter, die allgelegentlich mal ein Gebet gen Himmel senden, so zum Beispiel im Weihnachtsgottesdienst, vielleicht noch mal zu Ostern. Das muss dann aber auch reichen.

Stellen wir uns einmal vor, wir hätten einen neuen Freund und würden diesen nur anrufen, wenn wir wieder mal in der Tinte stecken und er uns gefälligst heraushelfen soll. Wofür sind Freunde schließlich da. Oder aber wir würden mal ab und wann etwas von uns hören lassen. Wäre das eine Freundschaft, die auf Dauer halten würde ? Ich denke einmal, das würde sie nicht.

Nun ist Gebet ja nichts anderes als reden mit Gott. Und Paulus rät uns dringend, beharrlich zu sein im Gebet. Beharrlich heißt nichts anders als "dranbleiben". Nur wenn ich an Gott dranbleibe, also die Kommunikation mit ihm regelmäßig führe, dann kann eine ernsthafte Beziehung zu Gott aufrechterhalten werden.

Und, liebe Gemeinde, Gott ist kein Wunscherfüllungsautomat. Wenn ich ich mich sofort von ihm abwende, wenn er eines oder mehrere meiner Gebete nicht erfüllt hat, dann kann von einer ernsthaften Beziehung mit Gott wohl keine Rede sein. Gott erhört alle unsere Gebete, er erfüllt aber nur diejenigen, die wirklich gut für uns sind.

Das merkt man allerdings immer erst hinterher. Deshalb auch meine Hausaufgabe für uns alle: Überlegen wir doch einmal, wie viele Gebete Gott nicht erfüllt hat und zu welchem Segen diese Nichterfüllungen für uns letztendlich geworden sind.

Lassen Sie mich schnell noch ein letztes sagen: Beten besteht auch aus Hören. Hören können wir aber nur, wenn wir vor Gott stille werden und ihn reden lassen. Also bitte nicht sogleich nach dem Amen wieder zum Tagesgeschehen zurückkehren.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes in den zweiten Vers des Liedes: "In dir ist Freude..." (EG 398) des Liederdichters Cyriakus Schneegass einstimmen, der unsere Predigt sehr schön zusammenfasst und der da lautet, wie folgt:

Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod;
du hast's in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not.
Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle, zu dieser Stunde.
Halleluja.
Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort droben mit Herz und Munde.
Halleluja.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jan 27, 2019 8:48 pm

ePredigt vom 27.01.2019 (2. Mose 3, 1-8a, 10, 13-14)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich zum heutigen Gottesdienst am letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 3, die Verse 1-8a, 10, und 13-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Mose Berufung

Mose aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Steppe hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und die wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt. Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose ! Er antwortete: Hier bin ich. Gott sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land. Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Und der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedränger gehört; ich habe ihr Leiden erkannt. Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus de Ägypter Hand und sie herausführe aus diesem Lande in ein gutes und weites Land, in ein Land darin Milch und Honig fließt, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. So geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst. Und Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt !, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name ?, was soll ich ihnen sagen ? Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: "Ich werde sein, der hat mich zu euch gesandt."




Liebe Gemeinde,

was wir soeben gehört haben war eine typische Berufungsgeschichte. Eine Berufungsgeschichte, wie wir sie auch heute immer wieder hören oder lesen. Dabei stoßen wir auf ein paar Besonderheiten, die wir uns heute morgen einmal etwas näher anschauen wollen.

1. Das brennende Feuer

Mose hatte nun schon so einiges mit Gott ans einer Seite erlebt. Gott hatte ihn vor großen Gefahren bewahrt und ihm, als er wegen eines Totschlags gesucht wurde, erfolgreich zur Flucht verholfen.

Und nun will Gott diesen Mose noch zu mehr gebrauchen. Das geschieht naturgemäß nicht von Mose aus, sondern von Gott. Gott macht Mose erst einmal neugierig, als dieser ein brennendes Feuer entdeckt, das offensichtlich immer weiter brennt, ohne das es verzehrt wird.

Dieses Feuer, liebe Gemeinde, ist das Feuer, welches Gott in das Herz von Mose legt, damit es dort immer für ihn brennt.

Viele von uns haben sicherlich ein Hobby, für welches sie brennen. Viele Stunden verbringt man mit dieser Beschäftigung, doch so nach und nach lässt häufig die Begeisterung nach und das "Brennen" ist nicht mehr spürbar.

Gottes Feuer, welches er in unsere Herzen legt, dieses Feuer wird niemals verzehrt. Gewiss, es lodert auf und manchmal ist auch nur noch eine kleine Flamme vorhanden, aber dieses Feuer in unseren Herzen geht niemals aus.

Der Apostel Paulus drückte es einmal sehr schön mit den Worten "Ich kann gar nicht anders, als von dem zu reden..." aus. Wenn dieses Feuer in uns brennt, dann werden wir neugierig auf das, was Gott von uns möchte und alle Sinnesorgane sind auf das ausgerichtet, was Gott uns mitteilen möchte.

So mitten in den Alltag hinein so nebenbei zwischen Arbeit und Freizeit funktioniert das nämlich nicht. Von einer Berufung im Vorübergehen habe ich jedenfalls noch nicht gehört.

Wichtig ist natürlich auch, dass wir uns auf Gott wirklich einlassen.

2. Gott spricht Dich an

Wir kennen ja unter anderem die Priesterschaft aller Gläubigen. Das ist so schön allgemein dahingesagt. Aber etwas konkretes ist das sicherlich nicht. Oder können Sie mir sagen, wie ich diese Priesterschaft der Gläubigen mit Leben füllen soll ?

Wenn es um unsere Berufung geht, dann wird Gott ganz konkret. Als er Mose berufen hat, hat er ja nicht gesagt: "Kümmere dich mal um die Armen und Unterdrückten auf dieser Welt". Nein, Mose erhielt einen ganz konkreten Auftrag von Gott, nämlich den Auftrag, dass er das Volk der Israeliten aus Ägypten führen sollte.

Und so ist es auch bis heute. Wenn wir uns vor Gott öffnen, ihm also den Raum und Zeit in unserem Leben geben, dann kann ER auch zu uns reden und dann werden auch wir erfahren, wozu uns Gott gebrauchen will.

Das bedeutet aber auch, dass wir nicht einfach drauf lospreschen und uns selber berufen und dieses vermeintliche Wort Gottes an uns in die Tat umsetzen. Dies beobachte ich immer wieder bei frisch bekehrten Christen. Ihr Herz brennt für Gott, die Begeisterung ist schier unendlich und sie rennen los, um Gottes Reich aufzubauen. Das Scheitern ist leider vorprogrammiert.

Also lassen Sie uns mit Gott reden und auf seine Antwort warten, bevor wir als seine Knechte in den Dienst treten.

Gott hat keine Berufung für Sie ? Und dabei sind sie schon so lange sein Kind. Seien sie nicht betrübt, sondern schauen Sie auf Mose, wie alt er war, als Gott ihn in seinen Dienst berufen hat. Und was hat er vorher nicht alles durchmachen müssen.

3. Die Befähigung

Wenn wir den Predigttext weiterlesen, dann erfahren wir, dass Mose alles andere als begeistert war, als er seine Berufung vernahm. Er war nämlich kein großer Redner und sollte mit seinem Gestammel den Pharao dazu bewegen, die Israeliten ausziehen zu lassen ? Das konnte doch gar nicht klappen.

Aber da hatte Mose die berühmte Rechnung ohne den nicht minder berühmten Wirt gemacht.

Liebe Gemeinde, Gott beruft nicht seine besonders befähigten Kinder in seinen Dienst, sondern er befähigt seine Kinder, die er in seinen Dienst beruft gerade für diesen Dienst.

Also, wenn Sie Gottes Berufung empfangen, dann denken Sie bitte nicht über mangelnde Fähigkeiten nach. Gott gibt Ihnen zur rechten Zeit und im rechten Maß die Fähigkeiten, welche Sie zur Ausübung Ihrer Berufung benötigen.

Und lassen Sie uns auch immer daran denken: Wir sind ja keine Einzelkämpfer in Gottes Reich. So wie Gott dem Mose Aaron an die Seite gestellt hat, so wird er auch uns immer dann Menschen an die Seite stellen, wenn wir deren Fähigkeiten zur Ausübung unserer Berufung benötigen.

Und lassen wir uns nicht einschüchtern, wenn es im ersten Anlauf nicht so gut klappen will. Denken wir an die Stolpersteine, die vor Mose lagen, bis er das Volk Israel aus Ägypten führen durfte. Er wäre sicherlich mental gescheitert, wenn er nicht den ständigen Kontakt zu Gott unterhalten hätte.

Und dies sollten wir niemals bei der Ausübung unserer Berufungen vergessen. Alles kommt von unserem Herrn und nur wenn wir den ständigen Kontakt zu ihm aufrechterhalten, nur dann kann er uns immer wieder bestärken, ermutigen und uns neue Wege auf unserem Berufungswege aufzeigen.

Lassen Sie uns nun noch um Gottes Geleit auf all unseren Wegen bitten, indem wir gemeinsam in den 9. Vers des Liedes "Großer Gott, wir loben dich..." ( EG 331)von Ignaz Franz einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
Leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de
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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Feb 06, 2019 2:26 pm

ePredigt vom 03.02.2019 (1. Korinther 1, 4-9)



Liebe ePredigt-Leser,
leider war durch Krankheit von Jens Steinführer (der für den Versand der ePredigt verantwortlich ist) es nicht eher möglich, die aktuelle ePredigt zu versenden. Dies wird hiermit nachgeholt.

Liebe Grüße
Jens Steinführer

------------



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag vor der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Korintherbrief, Kapitel 1, die Verse 4-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus, dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis. Denn die Predigt von Christus ist in euch kräftig geworden, sodass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus. Der wird euch auch fest erhalten bis ans Ende, das ihr untadelig seid am Tage unseres Herrn Jesus Christus. Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.



Liebe Gemeinde,

viele Menschen stehen irgendwann im Leben mal vor der Frage: Was habe ich vom Glauben? Lohnt sich die Sache mit dem Glauben überhaupt? Es ist ja augenscheinlich so, dass auch gläubige Christen krank werden, in Schwierigkeit geraten und auch sterben. Genauso wie dies auch Atheisten passiert. Vor dieser Frage standen damals auch die Korinther. Und darum gibt ihnen Paulus drei gute Gründe an die Hand, aus welchem Grunde heraus sich die Sache mit dem Glauben auf jeden Fall lohnt. Schauen wir uns diese drei Gründe heute Morgen einmal gemeinsam an:

1. Dankbarkeit

Der Glaube, liebe Gemeinde, zeigt uns auf, dass nicht alles selbstverständlich ist, was wir im Leben haben. Der Glaube zeigt uns, dass es Gott ist, der uns alles schenkt, worüber wir uns erfreuen können und dürfen. Die Gesundheit, der Arbeitsplatz, die intakte Familie, all dies sind Dinge, die beileibe nicht selbstverständlich sind und auf die wir genau genommen auch gar keinen Anspruch haben. Sie sind Geschenke unseres Herrn im Himmel.

Wenn wir dies erkennen, dann führt dies automatisch auch zu einer positiven Grundstimmung in unserem Leben. Gott liebt seine Kinder über alles und möchte, dass es ihnen gut geht. Und darum können wir auch als Christen mit dem, was man allgemein hin als Leid bezeichnet, anders umgehen, als dies Atheisten dazu in der Lage sind. Wir wissen, dass Gott uns auch im Leiden nahe ist und er uns durch alles Leid hindurchführt hin zu ihm in seine Ewigkeit.

Ein alter Sinnspruch mag uns dies immer wieder ins Gedächtnis rufen, welcher da lautet, wie folgt:

Klagen macht verzagen
Danken schützt vor Wanken
Loben zieht nach oben

2. Reichtum

Ja, wir haben richtig gehört, alle Christen werden reich. Reich nicht in materiellem Sinne, aber reich an der Erkenntnis.

Und dies geschieht allein dadurch, dass wir als Christen in der permanenten Jüngerschule unseres Herrn unterrichtet werden. Mit jedem Studium der Bibel, mit jeder Teilnahme an einer Gemeinschaftsstunde und an einem Gottesdienst gewinnen wir mehr Erkenntnisse des Glaubens. Und auch mit jedem Gebet werden wir unterrichtet in dem, was Gott von uns möchte.

Gott schenkt uns, wie wir es soeben gehört haben, auch mannigfache Gaben, die wir in seinem Sinne und zum Aufbau seines Reiches einsetzen dürfen. Wer also meint, er habe einen Mangel an Gaben, dem sei geraten, doch mal in aller Ruhe mit dem Herrn Jesus zu sprechen, damit er ihm die Augen und Ohren auftun kann zum Erkenntnis seiner Gaben, Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Und aus diesem Reichtum der Erkenntnis heraus gelingt es uns auch immer öfter, ein in unserem Herrn ruhendes Leben zu führen. Je mehr wir IN unserem Herrn leben, desto mehr verlieren die Schrecken der Welt da draußen ihre Bedeutung. Aus Angst wird Vertrauen. Und aus diesem Sinne heraus lohnt sich schon die Sache mit dem Glauben.

3. Neues Lebensziel

Und dieses Lebensziel beschreibt der Apostel Paulus uns am Ende des heutigen Predigttextes.

Als Christen warten wir nicht auf unseren Tod damit dann alles vorüber und aus ist. Als Christen sterben wir nicht in einen ewigen Tod hinein, sondern wir sterben in das ewige Leben hinein.

Man wirft uns ja immer vor, dass wir uns als Christen etwas vormachen und dass wir uns auf den Himmel vertrösten lassen, um damit die Unbillen auf Erden leichter ertragen zu können. Als Außenstehender kann man dies sicherlich gut verstehen.

Aber die Sache hat auch noch eine andere Seite, nämlich die Seite vor unserem irdischen Tode.

Gott hat einen jeden von uns als sein Kind angenommen. Als seine Kinder sind wir Kinder mit direktem Erbanspruch. Den kann uns auch niemand auf der Welt streitig machen. Wenn wir in den Himmel kommen, dann brauchen wir nur noch unseren "Erbschein" vorzuzeigen und schon sind wir in der ewigen Gemeinschaft mit Gott.

Aber schon hier auf Erden schenkt uns Gott die Gemeinschaft mit seinem Sohn in Form des Heiligen Geistes. Dieser führt uns schon hier auf Erden dem Himmel entgegen.

Wo wir gerade bei der Trinitätslehre sind: Diese ist ja nicht immer so ganz einfach zu verstehen. Wenn Sie mal darauf angesprochen werden, dann benutzen Sie doch einfach den Vergleich mit der Sonne. Die Sonne ist Gott selber, die Sonnenstrahlen sind unser Herr Jesus Christus und die Wärme ist der Heilige Geist. So hat sich schon das Urchristentum die Trinitätslehre erklärt.

Und zum Schluss sagt uns Paulus noch etwas ganz entscheidendes; nämlich dass Gott treu ist, ohne Wenn und Aber. Sein Wort galt damals, es gilt heute und gilt bis in alle Ewigkeit hinein. Wir dürfen uns also felsenfest auf das, verlassen, was uns Gott verspricht.

Besonders auf das, was uns der Herr Jesus am Ende des Matthäusevangeliums verspricht, wenn er sagt: "Siehe, und ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Wir sehen also, die Sache mit dem Glauben lohnt sich auf jeden Fall. Und es lohnt sich auch, dies den Menschen weiterzusagen, die es noch nicht wissen.

Der Liederdichter Johann Olearius hat uns in dem ersten Vers seines Liedes "Herr, öffne mir die Herzenstür..." (EG 197) ein sehr schönes Gebet an die Hand gegeben, welches wir nun zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam singen wollen:

Herr, öffne mir die Herzenstür,
zieh mein Herz durch dein Wort zu dir,
lass mich dein Wort bewahren rein,
lass mich dein Kind und Erbe sein.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Feb 10, 2019 4:44 pm

ePredigt vom 10.02.2019 (Markus 4, 35-41)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag vor der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 4. Kapitel des Markusevangeliums, die Verse 35-41. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Stillung des Sturmes

Und am Abend desselben Tages sprach er zu Ihnen: Lasst uns hinüber fahren. Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm. Und es erhob sich ein großer Windwirbel und die Wellen schlugen in das Boot, sodass das Boot schon voll wurde. Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine große Stille. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam ? Habt ihr noch keinen Glauben ? Sie fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der ? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam!



Liebe Gemeinde,

diese Geschichte kennen wir sicherlich alle. Meist denkt man nur: Gut, Jesus kann auch einen Sturm stillen. Warum auch nicht ? Er ist ja Gottes Sohn. Wundern würde ich mich, wenn er es nicht könnte. Und dann liest man normal weiter in der Bibel. Aber es steckt doch etwas mehr hinter diesem Text, als man es beim ersten Lesen vermuten mag. Lassen Sie uns diese Hintergrundbotschaften einmal ein wenig näher betrachten.

1. Die Ruhe vor dem Sturm

Zunächst sah alles nach einer ruhigen Schiffspassage aus. Die Jünger, Jesus und andere Boote machten sich auf die Überfahrt.

Und diese Ruhe vor dem Sturm, wo noch keiner ahnte, dass man in Gefahr geraten könnte oder aber schon auf dem Weg in die Gefahr war, dieses Ruhe vor dem Sturm spiegelt auch das Leben vieler Menschen wieder. Machen wir uns nichts vor, liebe Gemeinde, die meisten Menschen leben doch so irgendwie in den Tag hinein, ohne sich Gedanken über Gott zu machen.

Und den meisten Menschen in meiner Umgebung, die nichts mit Gott am Hut haben, denen geht es auch noch recht gut dabei. Jedenfalls scheinen sie nach außen hin nichts zu vermissen.

Wenn man sie dann mal auf Gott anspricht, dann erhält man als Antwort häufig nur ein dümmliches Grinsen oder aber den Hinweis auf die Gebrüder Grimm. Alles nur Märchen. Aber in der heutigen Zeit doch bitte nicht mehr !!! Wer sind wir aufgeklärte Menschen denn, dass wir noch an einen Gott glauben.

Nur mal so nebenbei bemerkt sind das komischerweise genau die Menschen, die Horoskope lesen und diesen glauben, zum Wahrsager rennen und meterweise esoterische Literatur verschlingen. Wie die Jünger damals wissen sie ja nicht, was auf sie zukommen kann.

2. Die Ruhe im Sturm

Wie wir es in unserem Predigttext nachlesen können, brach dann auf einmal, als sich der Sturm zu einer echten Bedrohung entwickelte, die wahre Hektik aus. Selbst die Jünger, die Jesus ja bestens kannten, fürchteten um ihr Leben.

Und so geschieht es auch, wenn die Stürme des Lebens über uns hinein brechen. Gerade wer mit Gott nichts zu tun haben will, der steht solchen Stürmen des Lebens wie das Kaninchen vor der Schlange gegenüber. Oder aber es bricht wilde Hektik aus. Irgendwie muss das Ganze doch wieder hinzukriegen sein. Letztendlich endet alles in wilder Verzweiflung, die schon so manchen in den Wahnsinn getrieben hat. Das ist keine Übertreibung. Ich habe leider schon etliche Suizide erleben müssen, die aufgrund der Stürme des Lebens begangen worden sind.

Und jetzt, liebe Gemeinde, kommt das tröstliche für uns als Christen. Alle, die wir Jesus mit in unserem Lebensboot haben, die brauchen sich nicht zu fürchten. Wie Jesus damals Wind und Wellen Einhalt gebat, so stillt er auch heute noch die Stürme unseres Lebens.

Wir müssen uns die Geschichte an dieser Stelle aber noch ein wenig intensiver anschauen. Wann stillte denn Jesus den Sturm ? Erst dann, als ihn die Jünger in ihrer Not und Angst anriefen. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Es gibt keinen Gott, der vor uns hergeht und für uns alle Schwierigkeiten und Nöte und Sorgen aus dem Weg räumt, damit wir ein tolles, glückliches und zufriedenes Leben genießen können.

Aber es gibt den Gott, den wir in unserer Not anrufen können, und der uns auf unser Bitten hin zur Seite steht. Darauf dürfen wir uns unser ganzes Leben lang verlassen.

Und noch etwas steckt in diesem Text. Alle Jünger hatten ja schon mannigfache Erfahrungen mit Jesus gemacht. Es waren also gewiss keine Ungläubigen, die mit Jesus im Boot saßen. Und doch zweifelten Sie. Wie passt das denn mit einem guten Nachfolger zusammen ?

Sehr gut sogar. Ich kenne keinen Jesusjünger, der nicht ab und wann einmal zweifelt und der einfach in stoischer Ruhe alle Unbillen des Lebens aussitzt. Aber ich kenne viele Nachfolger unseres Herrn, die ihn immer wieder und immer wieder in allen Nöten anrufen und die immer wieder die Erfahrung gemacht haben, wie der Herr Jesus auch heute noch Stürme des Lebens stillen kann.

3. Die Stille nach dem Sturm

"Und es entstand eine große Stille", so lesen wir es am Ende unseres Predigttextes. Diese große Stille erlebe ich immer wieder, wenn Gott allmächtig in das Leben der Menschen eingreift. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, mit dieser Stille umzugehen.

Die einen kehren möglichst bald zur Tagesordnung zurück und denken "Na, Schwein gehabt, grade noch mal gut gegangen". Die anderen anerkennen die Kraft und die Allmacht unseres Herrn und danken ihm. Alle, die die zweite Option wählen, all diese Menschen werden meist in eine noch tiefere Gemeinschaft mit unserem Herrn hineingeführt.

Ich persönlich finde, ein "Danke Jesus" sollte auf jeden Fall drin sein, wenn der Herr mal wieder so allmächtig in unser Leben eingegriffen hat. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit dieser Dankeshaltung noch intensiver spürt, wie oft und wann dieser Herr in mein Leben eingegriffen hat und immer noch eingreift. Das alleinige "Danke Jesus" scheint die Himmelsantennen auf besondere Art und Weise zu sensibilisieren.

Lassen Sie uns daher zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes in ein ganz einfaches Dankeslied einstimmen, welches wir im 1. und 6. Vers des Liedes "Danke für diesen guten Morgen..." (EG 334) finden und welches da lautet, wie folgt:

Danke für diesen guten Morgen,
danke für jeden neuen Tag.
Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.
Danke, dein Heil kennt keine Schranken,
danke, ich halt mich fest daran.
Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Feb 17, 2019 4:43 pm

ePredigt vom 17.02.2019 (Prediger 7, 15-18)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag vor der Passionszeit. Dieser Sonntag trägt den Namen Septuagesimae und deutet daher schon auf Ostern hin. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Buch der Prediger, Kapitel 7, die Verse 15-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Dies alles habe ich gesehen in den Tagen meines eitlen Lebens: Da ist ein Gerechter, der geht zugrunde in seiner Gerechtigkeit, und da ist ein Gottloser, der lebt lange in seiner Bosheit. Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest. Sei nicht allzu gottlos und sei kein Tor, damit du nicht stirbst vor deiner Zeit. Es ist gut, wenn du dich an das eine hältst und auch jenes nicht aus der Hand lässt; denn wer Gott fürchtet, der entgeht dem allen.



Liebe Gemeinde,

Salomo ist uns ja allen als sehr weiser Mann bekannt. Das Buch der Prediger, aus welchem der heutige Predigttext stammt, stellt unter anderem auch eine Zusammenfassung dessen dar, wie wir als Christen leben sollen. Lassen Sie uns daher heute morgen einmal drei Dinge anschauen, die der Prediger Salomo uns mitgibt auf unsere Lebensreise:

1. Nicht zu gerecht sein

Na ja, da war ich schon ein wenig verwundert, als ich dies gelesen habe. Sollen wir als Christen etwa ungerecht sein ? Nein, das hat Salomo bestimmt nicht mit diesen Worten gemeint.
Es ging Salomo um etwas anderes, was wir häufig bei Gerechtigkeitsfanatikern finden; nämlich den ausgeprägten Hang zum Perfektionismus. Wer diesen entwickelt, der verlangt dies nach und nach auch von allen anderen Menschen, die ihn umgeben. Und solche Menschen werden dann meist ungenießbar.

Es besteht aber auch eine ganz große Gefahr in dem Perfektionismus: Wenn ich selber alles für perfekt erkläre, was ich mache, dann laufe ich Gefahr auch das Falsche für richtig zu erklären. Und dann ist natürlich Streit und Zank vorprogrammiert.

Nicht immer zu perfekt zu sein heißt also auch die Wahrheit der anderen anzuerkennen und diese so leben zu lassen, wie sie es für sich als richtig empfinden.

Es geht wohlgemerkt nicht darum, gottloses Verhalten zu tolerieren oder gar zu akzeptieren. Das sollten wir natürlich nicht tun. Aber wir sollen dem gläubigen Menschen neben uns die Luft zum Atmen lassen, damit er seinen Glauben so ausleben kann, wie wir dies tun.
Und wer weiß ? Vielleicht liege auch ich ja dann und wann daneben ? Wenn ich dies in meinem Hinterkopf behalte, dann versuche ich das, was Salomo uns sagt; eben nicht all zu gerecht zu sein.

2. Nicht allzu gottlos sein

Sollen wir als Christen etwa gottlos sein ? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Ich verstehe es vielmehr als eine Mahnung von Salomo, zwar zu versuchen, den Gottlosen hin zu Gott zu führen, aber gleichzeitig aufzupassen, dass wir bei aller Liebe darüber nicht selber gottlos werden. Wenn wir selber Gott los werden, werden wir wohl kaum Menschen den rechten Weg aufzeigen können.

Ich habe es leider in der Straßenmission erlebt, dass ein junger Christ seine Berufung dahingehend gefunden zu haben glaubte, dass er sich der Drogenabhängigen annehmen sollte. Bis hierhin war auch alles gut. Als die ersten Versuche kläglich in die Hose gingen, hatte er eine andere Idee. Um den Zugang zu Drogenabhängigen zu finden nahm er schließlich selber Drogen um auf eine Ebene mit den Menschen zu gelangen, die er zum Glauben führen wollte.

Das traurige Ende vom Lied war, dass er selber in der Drogenhölle gelandet war, aber Gott sei Dank durch engagierte Christen dort wieder herausgekommen ist.
Natürlich sollen wir auf gottlose Menschen zugehen. Ganz ohne Frage. Aber wir sollen eben keine gottlosen Eigenschaften annehmen, nur um einen noch vertrauenswürdigeren Zugang zu den Menschen zu bekommen.

3. Der goldene Weg des Lebens

Kein, verzeihen sie mir den Ausdruck, Klugscheißer zu werden, aber auch nicht gottlos werden das haben wir soeben gehört. Aber wie sollen wir denn dann ganz konkret als Christen leben?
Salomo hat eine ganz einfache Antwort parat, die da lautet: Gottesfürchtig leben!!!

Gottesfurcht, liebe Gemeinde bedeutet nichts anderes, als dass wir Gott ganz ernst nehmen sollen. Er ist eben nicht der gute Opa im Himmel, der alles ganz prima findet, was wir auf Erde machen und der immer mal wieder ein Auge zudrückt, wenn wir mal wieder so richtig Mist gemacht haben.
Gott wirklich ernst zu nehmen heißt auch, seine Forderungen an uns ernst zu nehmen. Forderungen sind unter anderem die zehn Gebote. Halten wir diese immer und konsequent ein? Ich gehe mal davon aus, dass heute morgen kein Massenmörder unter uns ist. Aber da ist ja auch noch das Gebot "Du sollst nicht begehren..." Und an dessen strikter Einhaltung da kann man schnell daran scheitern.

Gottesfurcht heißt aber auch es anzuerkennen, dass, so wie wir sind, den ewigen Tod verdient haben.

Und jetzt die positive Seite der Gottesfurcht. Wir sollen auch seine Heilstaten, seine Vergebung und seine Liebe ernst nehmen, die letztendlich über allen Geboten, Forderungen und Strafen stehen. Wenn wir uns zu Gott bekehren, dann dürfen wir diese positive Gottesfurcht voll und ganz für uns in Anspruch nehmen.

Und so wird aus der Gottesfurcht eine tiefes Gottvertrauen und daraus resultiert ein tiefer ehrlicher Glaube. Und dieser trägt uns alle Tage bis an der Welt Ende.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Jesus Christus herrscht als König..." (EG 123) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus herrscht als König,
alles ist ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehe geben muss.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden


Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Feb 24, 2019 5:10 pm

ePredigt vom 24.03.2019 (Apostelgeschichte 16, 9-15)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag vor der Passionszeit, dem Sonntag Sexagesimae. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 16. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 9-15. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Ruf nach Mazedonien

Und Paulus sah eine Erscheinung bei Nacht: Ein Mann aus Mazedonien stand da und bat ihn: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns ! Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach Mazedonien zu reisen, gewiss, dass uns Gott dahin berufen hatte, ihnen das Evangelium zu predigen. Da fuhren wir von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrake, am nächsten Tag nach Neapolis und von da nach Philippi, das ist eine Stadt des ersten Bezirks von Mazedonien, eine römische Kolonie. Wir blieben aber einige Tage in dieser Stadt. Am Sabbattag gingen wir hinaus vor die Stadt an den Fluss, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte, und wir setzten uns und redeten mit den Frauen, die dort zusammenkamen. Und eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie darauf acht hatte, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie nötigte uns.



Liebe Gemeinde,

heute haben wir mal wieder eine so richtige Alltagsgeschichte gehört, wie sie uns auch heute noch passieren kann. Es geht nämlich darum, Menschen mit dem christlichen Glauben in Berührung zu bringen. Das bedurfte schon damals einer gehörigen Portion Sensibilität. Und diese ist auch heute noch gefragt, will man nicht mit der Brechstange den Glauben verkündigen. Schauen wir uns doch einmal an, wie Paulus eine solche Situation gemeistert hat.

1. Hören

Wie oft, liebe Gemeinde, haben wir uns alle schon mal geärgert, wenn wir eine günstige Situation verpasst haben, um Menschen mit dem Glauben in Berührung zu bringen. Ich jedenfalls habe schon etliche derartige Situationen verstreichen lassen, wo ich mich hinterher drüber geärgert habe.

Was macht Paulus also anders ? Paulus achtet auf Gottes Reden zu ihm. Paulus war ganz und gar auf seine Aufgabe als Apostel fokussiert und konnte daher die Erscheinung bei Nacht auch ganz genau wahrnehmen und hören, was Gott ihm zu sagen hatte.

Das geht natürlich nur dann, wenn man seine christlichen Antennen auf Empfang gestellt hat und nicht alles mögliche macht und so ganz nebenbei mal versucht zu erkunden, was Gott denn von einem möchte. Wenn ich wissen will, was Gott von mir möchte, dann muss ich ihm auch die Möglichkeit geben, durch das Geschrei und Gebrüll des Alltages zu mir durchzudringen. Am besten geht das immer dann, wenn wir uns stille Zeiten für Gott reservieren.

Mit dem Hören allein ist es aber nicht getan. Ich muss auch meinen Auftrag, den Gott für mich bereithält in die Tat umsetzen. Und da lesen wir in unserem Predigttext die Worte: " Da suchten wir sogleich nach Mazedonien zu reisen..." Paulus wartete also nicht auf eine günstige Gelegenheit, um nach Mazedonien zu reisen. Auch hat er nicht zuerst einmal alles andere geregelt und fertiggestellt, womit er gerade beschäftigt war. Nein, liebe Gemeinde, als Gott ihn rief, machte sich Paulus auch direkt auf den Weg.

Und genau das sollten wir auch heute noch tun. Keine Angst, wenn Gott ruft, dann kennt er auch den Weg und wird uns nicht im Stich lassen. Und eines ist gewiss, wohin Gott uns auch immer hinsenden mag, wir kommen immer in vorbereitete Verhältnisse.

2. Einige Tage warten

Warten, liebe Gemeinde, ist nicht gerade das, was mir besonders leicht fällt. Am liebstem möchte ich sofort und gleich los preschen, wenn mich eine Aufgabe erwartet. Aber im allgemeinen gehen diese Dinger dann so richtig in die Hose.

Paulus, als er in Mazedonien angekommen war, wartet erst einmal einige Tage und schaute sich vermutlich seine neue Wirkungsstätte an.

Er hätte sich ja auch gleich auf den Marktplatz stellen können und dort die frohe Botschaft verkündigen können. Vermutlich wäre er aber dort in diesem hektischen Treiben nur auf taube Ohren gestoßen. Also musste er nach einer geeigneteren Gelegenheit Ausschau halten, das Wort Gottes zu verkündigen.

Bestimmt hat er in dieser Zeit viel mit seinem Herrn geredet und ihn gebeten, ihm doch eine Gelegenheit zu zeigen, wo er seinen Auftrag wahrnehmen kann.

3. Das Gebet und die Predigt

So, und dann war sie da, diese Gelegenheit, um Gottes Wort zu verkündigen. Paulus ging zu dem Ort, wo sich die Menschen versammelten, um zu beten. Beten, liebe Gemeinde ist ja nichts anderes als das Reden mit Gott. Und genau in dieser heiligen Stunde gesellte sich Paulus zu den Frauen, die sich zum Gebet trafen. Paulus wusste, dass der Herr Jesus auch schon dort war, wie er es versprochen hatte als er sagte: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen"

Nur mal so nebenbei bemerkt: Es hat sich bis heute nicht viel verändert. Das Gros der Gottesdienstbesucher sind nach wie vor Frauen. Frauen glauben und wir Männer "lassen" sie für uns glauben. Im Markgräflerland war es lange Zeit so, dass die Männer die Frauen zur Kirche begleiteten. Während die Frauen an dem Gottesdienst teilnahmen, warteten die Herren der Schöpfung draußen vor der Tür, um ihre Frauen wieder abzuholen.

Nachdem man vermutlich gemeinsam gebetet hatte, legte Paulus den Frauen die frohe Botschaft aus. Und hier erkennen wir zweierlei:

a. Einer Frau namens Lydia tat der Herr das Herz auf und sie nahm Gottes Wort auf. Viele Prediger meinen ja immer, dass sie es seien, die Menschen zu Gott geführt haben. Nein, liebe Gemeinde, Gott benutzt zwar Prediger für seine Zwecke, aber das Herz, das kann er den Menschen nur ganz allein auftun. Kein Prediger auf dieser Welt wird es schaffen, einem Menschen das Herz aufzutun. Der, welcher wirklich wirkt, ist immer unser Vater im Himmel.

Deshalb mag ich auch diese Zwangevangelisationen nicht, wo man nach dem Gottesdienst gefälligst nach vorne schreiten muss, um sich zu bekehren. Ich halte das für den allergrößten Blödsinn.

b. Und hier wird es in der Tat ein wenig schwierig. Was war denn mit den anderen Frauen ? Waren sie Gott weniger wert, dass er ihnen nicht das Herz aufgetan hat ? Oder waren sie noch nicht bereit, das Wort an sich herankommen zu lassen ? Oder waren sie skeptisch und misstrauisch und wollten erst einmal abwarten, was passiert ?

Ich weiß es nicht. Aber eines weiß ich genau: Gott liebt alle Menschen und er möchte nicht, dass auch nur ein einziges seiner Schafe verloren geht. Wie und wann er ihnen das Herz auftut, genau darauf habe ich allerdings keinen Einfluss. Und so ist es auch unsere Aufgabe, diese frohe Botschaft immer und immer wieder den Menschen weiter zu sagen.

Auch wenn wir 99 "Nein" bekommen, irgendwann wird ein "Ja" daraus.

Der bekannte Pastor aus Essen Wilhelm Busch brachte es mal auf den Punkt, als es darum ging die frohe Botschaft immer und überall zu verkündigen, als er sagte: "Vertraut darauf, dass Gott euch ein ganz dickes Fell mit auf den Weg geben hat." Und genau dieses "dicke Fell" oder schöner ausgedrückt, diese christliche Gelassenheit und Ausgeglichenheit benötigen wir heute mehr als noch vor 30 Jahren. Bitten wir unseren Herrn, dass er sie uns für unsere Aufgaben schenken möge.

Bitten wir doch unseren Herrn darum, das er uns beistehen möge, indem wir nunmehr gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "O komm, du Geist der Wahrheit..." (EG 136) des Liederdichters Philipp Spitta einstimmen, der da lautet, wie folgt:

O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an,
dass jeglicher Getreuer den Herrn bekennen kann.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch enen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mrt 04, 2019 2:09 pm

ePredigt vom 03.03.2019 (Lukas 10 38-42)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag vor der Passionszeit, dem Sonntag Estomihi. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 10. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 28-42. Lassen Sie uns diesen Text gemeinsam lesen:


Maria und Marta

Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll ! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist Not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.



Liebe Gemeinde,

von zwei ungleichen Schwestern haben wir soeben gehört. So beim ersten Hinhören könnte man den Eindruck bekommen, dass die eine arbeitsam und strebsam ist, während die andere lieber die Gemütlichkeit zu Jesu Füßen genießt und andere für sich arbeiten lässt. Das wäre in der Tat ein wenig oberflächlich betrachtet. Etwas in die Tiefe gehend geht es eigentlich darum, wie die beiden Schwestern damit umgehen, dass Jesus zu ihnen kommt.

Und wenn wir noch etwas weiter denken, dann geht es auch darum wie wir damit umgehen, wenn Jesus in unser Leben eintritt. Und da sehen wir zwei verschiedene Wege

1. Marta

Marta rennt sofort los, um es dem Herrn so gemütlich, wie nur eben möglich zu machen. Gewiss, sie wird Jesus zwar noch so eben "Hallo" im Vorbeigehen zugerufen haben, ist aber dann bestimmt sofort in der Küche verschwunden. Wenn schon so hoher Besuch kommt, dann muss ja auch wirklich alles pikkobello sein.

Jesus erkennt diese Mühe an, als er zu Marta sagt, dass sie sich viel Mühe macht. Aber Jesus sagt Marta auch, dass sie sich viel zu viele Sorgen macht. Und diese machte sie sich sicherlich. Ist alles richtig, was ich mache. Hoffentlich begehe ich keinen Fehler. Wie stehe ich vor dem Herrn da, wenn etwas schiefgeht. Diese und andere Gedanken mögen sie wohl geplagt haben.

Geht es nicht vielen Christen heutzutage genau so, wie es Marta erging ? Kaum ist man bei Jesus angekommen, will man seinen Lebensstil und Lebensinhalt so gestalten, dass der Herr ja keinen Fehler findet. Und wenn doch, dann kommt bestimmt das große Donnerwetter und man fliegt ganz schnell wieder raus aus dem erlauchten Kreise.

Und so ackert man und ackert man und ackert man vor sich hin. Eine stille Zeit jagt die andere. Gebetszeiten werden peinlich genau eingehalten. In den Gemeinschaftsstunden darf man natürlich nicht fehlen und in den Gottesdiensten erst recht nicht. Und dann engagiert man sich auch noch ehrenamtlich in diversen Projekten.

Jesus sieht dies alles, was wir machen, aber er macht sich auch Sorgen um uns. Und wenn wir auf ihn hören, dann erfahren wir dies auch. Jesus will gar nicht, dass wir als 100%er Christen durch die Welt rennen und versuchen, ihm immer und überall alles recht zu machen.

Was will Jesus denn dann ? Da kommen wir noch zu. Schauen wir uns aber zuerst einmal die Maria an:

2. Maria

Maria macht erst mal gar nix. Man könnte es auch so sehen, dass sie sich einfach, faul, wie sie ist, zu Jesu Füßen legt und seinen Worten lauscht.

Da ist ja auch gar nichts gegen einzuwenden, aber gleichzeitig rackert sich ihre Schwester in der Küche ab und sie macht augenscheinlich gar nichts.

Und dann sagt Jesus auch noch, dass sie, die einfach nur so dasitzt, das gute Teil erwählt hat. Es fällt uns schon ein wenig schwer, dies anzunehmen. Das liegt aber auch daran, dass wir alle in einer Leistungsgesellschaft leben. Wer mehr leistet, der hat mehr und dessen Ansehen steht über dem, der weniger leistet. Und wer zu nichts mehr in der Lage ist, der steht ganz schnell außen vor.

Wenn Jesus nun sagt, dass Maria das gute Teil erwählt hat, dann sagt er damit auch, dass im Reiche Gottes eben andere Maßstäbe gelten als in der Welt.

Schauen wir uns nun noch das gute Teil etwas näher an.

3.. Das gute Teil

Wir müssen uns noch einmal kurz an Marta erinnern. Jesus hat nicht gesagt, dass Marta alles falsch und Maria alles richtig gemacht hat. Jesus sagt nur, dass die Reihenfolge stimmen muss.

Schauen wir uns einen neu bekehrten Christen an. Er brennt für Jesus und möchte am liebsten sofort lospreschen, um seinen Dienst zu versehen. Und hier sagt Jesus: "Stopp, mein Freund, erst kommt die Theorie und dann die Praxis."

Das macht ja auch Sinn. Denken wir nur einmal an die Fahrschule, die wir besucht haben. Wenn wir die Verkehrsregeln nicht kennen, dann macht der praktische Unterricht auch keinen Sinn. Irgendwann würden wir wahrscheinlich den Karren im wahrsten Sinne des Wortes an die Wand fahren. Und das passiert uns in unserem Dienst für den Herrn auch wenn wir nicht auf Jesus hören.

Zunächst kommt also das Hören. In der Jüngerschule werden wir von Jesus auf unseren Dienst für ihn vorbereitet. Er gibt uns das notwendige Rüstzeug mit auf den Weg, damit wir draußen im Missionsfeld nicht jämmerlich scheitern. Wenn wir auf ihn hören, dann haben wir eben keine Sorgen und große Mühen.

Wenn wir vor unsere Tätigkeit auf sein Wort hören, dann versetzt und Jesus in die Lage, dass wir mit ihm zusammen fröhlich unseren Weg gehen können.

Jesus bewahrt uns also vor operativer Hektik und er nimmt us auch die Angst, etwas falsch machen zu können. Wenn wir auf ihn hören, dann dürfen wir erkennen, dass es im Reiche Gottes durchaus gestattet ist, Fehler zu machen und dass wir nicht sofort die Kündigung erhalten, wenn wir etwas vermasselt haben.

Wenn wir wirklich auf ihn hören, dann dürfen wir auch erkennen, dass ER stets bei uns ist und immer nur ein Gebet weit von uns entfernt auf unsere Hilferufe wartet. Wenn wir auf ihn hören, dann dürfen wir auch erkennen, dass gerade die nicht perfekten Dienste doch Dienste in seinem Sinne sind.

Wenn wir auf ihn hören dann dürfen wir auch erkennen, dass alle Verantwortung bei Ihm liegt und dass letztendlich ER es ist, der handelt. Wir sind lediglich seine Werkzeuge. Und daher ist es auch so wichtig erst zu hören und dann das Werkzeug zu benutzen.

Jünger, die dies nicht machen gleichen dem Mann, der mit einem Spaten versuchte den Garten zu bearbeiten, dies aber irgendwann total gefrustet aufgab, weil er den Spaten genau falsch herum eingesetzt hatte. Und genau davor will der Herr die Martas dieser Welt bewahren.

Erinnern wir uns noch einmal an die Leistungsgesellschaft in der wir leben. Da haben wir auch über diejenigen gesprochen, die nichts mehr leisten können und dadurch außen vor sind. Und genau zu diesen Menschen sagt Jesus: Komm her zu mir, ich freue mich, dass Du einfach da bist und auf mein Wort hörst. Im Reiche Gottes bleibt eben niemand außen vor, der hinein möchte.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den zweiten Vers des Liedes von Paul Gerhardt "Befiehl du deine Wege... (EG 361) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Dem Herren musst du trauen, wenn dir's soll wohlergehn;
auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein
lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Mrt 10, 2019 7:40 pm

ePredigt vom 10.03.2019 (Hebräer 4, 14-16)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag in der Passionszeit, dem Sonntag Invokavit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 4. Kapitel des Hebräerbriefes, die Verse 14-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Christus der wahre Hohepriester

Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.


Liebe Gemeinde,

der heutige Sonntag hat das Thema Versuchung zum Gegenstand. Und dabei geht es nicht um die zarteste Versuchung seit es Schokolade gibt, sondern es geht um den Versucher schlechthin, den Teufel. Ich weiß, dass es nicht mehr "in" ist, über den Teufel und seine Machenschaften zu reden. Aber auch wenn die meisten Prediger dieses Thema meiden, wie der Teufel das Weihwasser, so gibt es ihn doch, den Vater der Lüge.

Seit unserer Bekehrung ist er besonders aktiv und versucht uns immer und immer wieder von Gott weg und auf seine Seite hinzuziehen. Wie also sollen wir mit den Machenschaften des Teufels und seinen Versuchen, uns zu versuchen umgehen? Lassen Sie uns heute morgen darüber einmal gemeinsam nachdenken.

1. Wie erkenne ich den Teufel?

Ganz einfach, liebe Gemeinde, durch die Schrift. Wenn wir uns streng an Gottes Wort halten, dann können wir mit der Zeit ganz klar erkennen, wenn der Teufel uns in Versuchung führen will.

Aber, und das ist jetzt ganz wichtig. Der Teufel kennt die Schrift besser als wir denken. Er ist auch nicht ausgesprochen dämlich. Seine Versuchungen stellt er höchst intelligent an.

Gleich am Anfang der Bibel, in der Geschichte vom Sündenfall, lernen wir seine Arbeitsweise sehr gut kennen. Da sagt er zu Adam und Eva natürlich nicht: "Kommt, lasst uns gegen Gottes Wort verstoßen." Da hätten die Beiden bestimmt noch sehr schnell erkannt, wo diese Reise hingeht. Er zieht vielmehr das Wort Gottes in Zweifel, wenn er sagt"Ja, sollte Gott gesagt haben..."

Der Teufel möchte eines, er möchte die Kinder Gottes verwirren. Er beginnt seine Diskussion damit, dass er darauf hinweist, dass die Menschen das Wort Gottes eben nicht richtig verstanden haben. Er hingegen kennt die Schrift und weiß, was Gott denn nun wirklich möchte.

Liebe Gemeinde, in Zeiten der "Ehe für alle" und in Zeiten nachlassender Ethik- und Moralvorstellungen können wir erkennen, wie auch heute noch der Teufel sein Spiel mit den Menschen treibt. "Nein, sagt er, die Ehe ist doch nicht nur eine Institution zwischen Mann und Frau. Wenn Mann und Frau ein Paar sein dürfen, dann ist es doch nur recht und billig, wenn dies auch für Frau und Frau und für Mann und Mann gilt. " Diese Liste ließe sich endlos erweitern, aber dieses Beispiel zeigt schon sehr deutlich, wie wir auch heute noch dem Teufel auf den Leim gehen.

2. Wie begegne ich dem Teufel ?

Ganz einfach, mit der Schrift. Wenn wir uns ganz eng an die Schrift halten, dann können wir jedes Argument des Teufels in der Luft zerpflücken.

In Matthäus 4, lesen wir, wie Jesus vom Teufel versucht wurde und wie er darauf reagierte. Als der Teufel ihn aufforderte, Steine in Brot zu verwandeln, da sagte ihm Jesus nur: " Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht."

Als der Teufel Jesus mit einem Wort der Schrift in Versuchung führen wollte, er solle sich von der Zinne des Tempels herunterstürzen, da entgegnete ihm Jesus nur: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen."

So und jetzt kommt etwas, das wir leicht überlesen. In der dritten Versuchung versprach der Teufel Jesus, er wolle ihm alle Reiche der Welt geben. Wenn wir jemandem etwas geben wollen, dann müssen wir auch die Verfügungsgewalt darüber haben. Und die absolute Verfügungsgewalt über alle Reiche dieser Welt hat auch der Teufel nicht. Jetzt verstehen wir vielleicht in wenig besser, warum es zu all den Kriegen, Morden und anderen gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Welt kommt.

Jesus antwortete auf diese Versuchung nur: "Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen."

Wir haben jetzt drei Waffen kennengelernt, mit welchen wir dem Teufel begegnen können. Wenn wir diese drei Waffen (Leben von Gottes Wort, Den Herrn nicht versuchen, Allein den Herrn anbeten und allein ihm dienen) eifrig trainieren, dann werden wir immer besser mit den Angriffen Satans umgehen können.

3. Was tun beim Super GAU

Liebe Gemeinde, es wäre illusorisch zu denken, dass wir niemals wieder sündigen werden nachdem wir uns bekehrt haben. Und es wäre ebenso illusorisch, anzunehmen, dass wir dem Satan niemals auf den Leim gehen. Satan stellt seine Fallen so geschickt auf, dass wir in sie hineintappen ohne es zu bemerken. So, und dann mach er uns weiß, dass jetzt endgültig der Weg zurück zu Gott verbaut ist, weil wir es selber vermasselt haben.

Dem ist natürlich nicht so. Jeder reuige Sünder kann jederzeit wieder zurück ins Vaterhaus kommen. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn macht uns dies sehr anschaulich deutlich. Daher erfahren wir auch am Ende unseres Predigttextes, dass wir jederzeit zu dem Thron der Gnade zurückkehren dürfen und dass wir immer wieder auf Barmherzigkeit und Gnade hoffen dürfen, wenn wir denn auch tatsächlich umkehren.

Das ist natürlich einen unabdingbare Bedingung, nämlich dass wir unsere Sünden bereuen und sie Jesus bekennen mit dem ehrlichen Herzenschwunsch der Vergebung. Wer lustig in seinen Sünden bleiben will der darf dies tun. Aber der darf sich auch nicht wundern, wenn ihm am Ende des Lebens eben nicht der Himmel, sondern die ewige Verdammnis erwartet.

Was den reuigen Sünder erwartet, dass beschreibt der Liederdichter Benjamin Schmolck sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes "Tu mir auf die schöne Pforte..." (EG 166), der da lautet, wie folgt:

Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein;
ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein !
Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mrt 18, 2019 2:25 pm

ePredigt vom 17.03.2019 (Johannes 3, 14-21)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im Johannesevangelium, Kapitel 3, die Verse 14-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt auch nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.


Liebe Gemeinde,

den zentralen Satz unseres heutigen Predigttextes kennen wir sicherlich alle: "Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."

Alles, was man kennt, überliest man gewohnheitsgemäß sehr schnell. Und daher lassen Sie uns am heutigen Sonntag diesen Satz einmal etwas intensiver betrachten.

1. Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab

Liebe Gemeinde, die Initiative des Glaubens, des sich öffnenden Himmels ging also von Gott selber aus. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir die Situation, dass keiner von uns je wieder Gottes Kind werden konnte. Bedingt durch den Sündenfall und den Rausschmiss aus dem Paradies standen wir draußen vor der Tür, welche für uns fortan verschlossen sein sollte.

Alle menschlichen Bemühungen gingen letztendlich ins Leere. Alle Rituale der Sündenvergebung waren letzendlich nutzlos. Selbst wenn der Hohepriester einmal im Jahr das Allerheiligste betrat, so waren zwar die Sünden der Vergangenheit getilgt. Aber in dem Moment, wo er das Allerheiligste verließ, wurden natürlich schon wieder neue Sünden begangen.

Obwohl wir es eigentlich nicht verdient haben, war Gottes Liebe zu uns derart groß, dass er eine lösung finden musste, die uns den Weg zum Himmel wieder öffnen kann. Die einzige Lösung bestand darin, dass Gott selber für alle unsere Sünden ein für alle Male bezahlte und uns hinfort keine Sünde mehr angerechnet werden konnte.

Dies geschah durch die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus und durch seinen stellvertretenden Tod für uns alle. Das vergisst man ebenfalls sehr schnell. Eigentlich müssten wir an diesem Kreuz hängen und für unsere Sünden büßen. In seiner allmächtigen Liebe hingegen hat Gott dies für uns getan.

2. Damit alle, die an ihn glauben nicht verloren werden

So, jetzt kommen wir an unseren Part. Vielfach wird ja von der Allversöhnungstheorie gesprochen. Im Karneval wurde er wieder gesungen, dieser alte Karnevalsschlager: " Wir kommen alle alle, alle in den Himmel." Das, liebe Gemeinde, ist natürlich nur ein frommes Wunschdenken.

Mit seinem stellvertretendem Opfertod hat Gott eben nicht alle Sünden aller Menschen getilgt, sondern es sind auch Bedingungen daran geknüpft. Und diese wollen wir uns nun einmal anschauen.

Wir müssen dieses Gnadengeschenk Gottes auch für uns ganz persönlich im Glauben annehmen. Wer dies auf die leichte Schulter nimmt, dem ist in der Tat nicht zu helfen. Ich muss also meinen Zustand als Sünder anerkennen, der nichts, aber auch rein gar nichts zu seiner Errettung beitragen kann. Dann muss ich meine Sünden von ganzem Herzen bereuen und umkehren wollen. Wenn ich dies tue, dann habe ich die Gewissheit, dass ich nicht verloren gehe.

So, und das kennen wir alle; da passierte es auf einmal doch wieder, dass wir sündigen. Ist damit die Himmelstüre wieder dicht für alle Ewigkeit. Nein, das ist sie nicht. Gott allein kennt unser aller sündiges Wesen. Er weiß ganz genau, dass wir nach unserer Bekehrung hinfort nicht sündlos leben können. Aus diesem Grunde heraus hat er nicht nur all unsere vergangenen Sünden getilgt, sondern auch all unsere zukünftigen Sünden. Wohlgemerkt nur die Sünden, die wir auch ehrlich bereuen.

Angenommen ist angenommen. Das ist das Himmelsprinzip. Natürlich kann sich jeder Mensch auch wieder von Gott abwenden. für diese Menschen gilt die Gnadenzusage Gottes natürlich nicht.
In der heutigen Zeit, in der alles umgedeutet wird, in der alte Regeln und christliche Grundsätze als tradierte Normvorstellungen abgetan werden, da sollten wir uns darüber bewusst sein, dass es auch auch ein "Draußen vor der Türe" gibt. Und für diese Menschen gilt das Geschenk Gottes nicht.

Häufig werde ich gefragt: Und was ist mit den Menschen, die mit ihrem letzten Atemzug dieses Geschenk Gottes angenommen haben? Natürlich sind auch diese errettet, aber wissen wir, wann unser letzter Atemzug sein wird und ob wir dann noch an dieses Geschenk Gottes denken ? Ich persönlich halte es für hochgefährlich den Frieden mit Gott auf die Sterbephase zu verschieben.

Das macht ja auch keinen Sinn. Jeder, der sich bekehrt hat, bei dem zieht unser Herr als zukünftiger Regent ein. Und diese Chance sollte man doch sofort nutzen.

3. Sondern das ewige Leben haben

Hier steht ja nicht, dass wir das ewige Leben irgendwann einmal haben werden. Hier steht, dass alle, die nicht verloren gehen das ewige Leben HABEN. Und so ist es in der Tat, liebe Gemeinde, jeder Christ lebt nur einmal und das ewig.

Stellen wir uns dies doch einmal so vor: Solange wir auf Erden leben, lebt Gott in uns; sobald wir im Himmel sind, leben wir in Gott.

Alle, die nicht verloren werden, sind schon zu Lebzeiten dauerhaft mit Gott verbunden und bleiben dies auch nach dem irdischen Tode. Das hat natürlich auch ganz praktische Auswirkungen auf das Leben der Kinder Gottes. Kinder Gottes müssen nicht auf Gedeih und Verderb alles in diese hiesige Lebensspanne hineinpressen, was eben noch so geht.

Kinder Gottes können ganz gelassen in die Zukunft schauen. Kinder Gottes tragen die Eintrittskarte für den Himmel im Herzen und können ganz genüsslich abwarten, was unser Herr denn noch alles für sie bereithält. Das heißt natürlich nicht, dass Kinder Gottes von allen Nöten, Sorgen und Ängsten befreit werden. Nein, das heißt es nicht, aber Gottes Kinder haben schon hier auf Erden einen Herrn, der sie durch alle Unbillen des Lebens hindurchführt und begleitet.

Und jetzt mal allen Ernstes eine Frage: Können wir uns einen Menschen vorstellen, der nicht so leben möchte ? Darum lassen Sie uns doch diesen Satz, den wir heute gemeinsam bedacht haben allen Menschen weitersagen, die ihn noch nicht kennen.

Der Liederdichter Paul Gerhardt drückt unsere Himmelsreise sehr schön in dem 6. Vers des Liedes "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG 529) aus, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de
Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mrt 25, 2019 12:14 pm

ePredigt vom 24.03.2019 (Jeremia 20, 7-11a)


Liebe Gemeinde,


ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag in der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia im 20. Kapitel, die Verse 7-11a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Last des Prophetenamts

Herr, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. Denn sooft ich rede, muss ich schreien: " Frevel und Gewalt !" muss ich rufen. Denn des Herrn Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. Da dachte ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, in meinen Beinen verschlossen, dass ich's nicht ertragen konnte, ich wäre schier vergangen. Denn ich höre, wie viele heimlich reden: "Schrecken ist um und um!" "Verklagt ihn!“ "Wir wollen ihn verklagen!". Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: "Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können, und uns an ihm rächen." Aber der Herr ist mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen.



Liebe Gemeinde,

wie gehen wir eigentlich damit um, wenn wir als Christen belächelt werden? Wie gehen wir als Christen eigentlich damit um, wenn uns blanker Hass entgegenschlägt? Wohin können wir uns wenden, wenn dies passiert ? Darauf hat der Prophet Jeremia eine Antwort, die heute noch genau so aktuell ist, wie zu Zeiten Jeremias. Lassen Sie uns diese Antwort und den Weg dahin einmal gemeinsam anschauen.

1. Der leidende Prophet

Als Christen sind wir ja selbst in unserem Lande eine Minderheit geworden, die stetig weiter abnimmt. die Kirchenaustritte liegen 10x über den Kircheneintritten und auch freie Christusgemeinschaften beschreiben einen zunehmenden Mitgliederschwund.

Da klingt unsere Botschaft schon ein wenig verwunderlich, bei den meisten Menschen jedenfalls. Manchmal fühlt man sich schon, wie unsere Nachbarn in Österreich sagen, ein wenig "deppert". Und dann kommt es auch schon mal dazu, dass wir uns die Frage stellen: Worauf habe ich mich da eigentlich eingelassen.

Diese Frage stellte sich auch Jeremia. Er ging sogar soweit, dass er Gott vorwirft, er habe ihn in seiner Stärke ganz einfach dazu überredet sein Wort zu verkündigen. Er habe ja gar keine Chance gehabt, einfach "Nein" zu sagen.

Gewiss, Jeremia hätte die Möglichkeit gehabt, das Wort Gottes den Zuhörern ein wenig erträglicher zu machen. Dann wäre ihm nicht der Hass entgegengeschlagen. Das wird ja heutzutage gern gemacht. Bloß nicht anecken mit der frohen Botschaft. Am besten so verkündigen, dass alle zufrieden sind und weiter ihr Leben so leben können, wie sie es wünschen.

Das hingegen tat Jeremia nicht. Er sagte dem Volk das Wort Gottes so weiter, wie es ihm aufgetragen wurde. Er ließ nichts weg und tat auch nichts dazu. Und das führte dann auch zu dem Dilemma, wie wir es bereits gehört haben.

2. Die menschliche Lösung

Liebe Gemeinde, jetzt mal Hand auf's Herz: Wie würden wir denn reagieren ? Käme nicht auch bei uns der Gedanke, einfach alles hinzuschmeißen, damit wir endlich wieder unseren Frieden haben und in Ruhe leben können ?

Wenn ich permanent angegriffen werde ob der Botschaft willen, die es zu verkündigen gilt, dann käme ich irgendwann bestimmt auch an diesen Jeremianischen Punkt.

So, und dann ging etwas sonderbares in Jeremia vor: Er konnte es nicht, einfach nicht mehr an den Herrn denken. Er spürte ein brennendes Feuer in seinem Herzen, welches ihn einfach nicht losließ.

Und je mehr dieses Feuer in ihm brannte, desto größer wurde seine Klage gegen Gott. Es war ja nicht nur Hohn und Spott, der auf Jeremia einprasselte, sondern man trachtete ihm wohl ernsthaft nach dem Leben. Je mehr er klagte, desto gewaltiger brannte das Feuer Gottes in seinem Herzen.

Seine menschliche Lösung führte also zu keinem Ergebnis. Die Situation hatte sich nicht verbessert, sondern augenscheinlich verschlimmert. Sogar seine Freunde und Weggefährten sagten sich von Jeremia ab. Und dennoch brannte dieses Feuer in seinem Herzen.

Und genau dies haben wir auch heute noch in unseren Familien. Da hat sich ein Familienmitglied bekehrt und wird zunächst belächelt. Dann ändert er auch noch seinen Lebensstil und nimmt nicht mehr an dem teil, was die Familie sonst so macht. Und dann will er der Familie auch noch den rechten Weg zeigen. Spätestens dann wird es langsam ernst. Und nicht selten wird er irgendwann vor die Wahl gestellt, sein Leben mit Gott zu beenden oder aber die Familie in Ruhe zu lassen.

3. Die göttliche Lösung

"Aber der Herr ist mir ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen." So genau lesen wir es am Ende unseres Predigttextes.

Wenn ich von allen Seiten drangsaliert werde, würde mir dieser Satz wohl kaum einfallen. Familie weg, Freunde futsch und dann auch noch in ständiger Angst vor meinen Mitmenschen zu sein wären wohl kaum die besten Voraussetzungen für eine so steile Aussage.

Und doch sieht Jeremia dies vollkommen anders. Jeremia erkennt in dem Brennen seines Herzens die unmittelbare Kraft Gottes, die ihn zum Weitermachen drängt. Da er sein ganzes Vertrauen auf seinen Herrn gesetzt hat, wird ihm bewusst, dass dieses Brennen ein Auftrag ist, ein Auftrag, ja nicht von der Botschaft abzulassen, ja nicht die Wege des Herrn zu verlassen. Aber auch eine feste Zusage des Herrn, dass er ihn nicht fallenlässt.

Dieses Brennen, liebe Gemeinde, könnte man auch als Gewissen bezeichnet, durch welches Gott noch heutzutage mit uns spricht. Wie oft habe ich dieses Brennen in meinem Gewissen schon gespürt, wenn ich etwas anderes vorhatte, als das, was Gott von mir erwartete. Und wie oft sind diese anderen Vorhaben dann auch in die Hose gegangen.

Was Jeremia uns einfach sagen will ist: Hört auf Gott, sein Wort wohnt in Euch. Hört darauf, was er von euch will und macht das dann auch. Und wenn ihr das macht, dann könnt ihr euch felsenfest darauf verlassen, dass der Herr Euch ein starker Held sein wird und Euch nicht fallen lässt. Und wenn Ihr fallen solltet, dann niemals tiefer als in seine rettenden Hände.

Liebe Gemeinde, nutzen wir doch diese ruhige Passionszeit wieder einmal dazu, intensiver auf das zu hören, was uns der Herr sagen will. Das geht nämlich nur in der Stille und nicht mal so nebenbei in unserem hektischen Alltag. Und lassen Sie uns auch dann das machen, was der Herr von uns erwartet.

Bleiben wir doch in Gott, so wie es der Liederdichter Benjamin Schmolck in dem ersten Vers seines Liedes "Tut mir auf die schöne Pforte..." (EG 166) beschreibt, und lassen Sie uns noch einmal in diesen Vers einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein;
ach wir wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein !
Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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