ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Jan 23, 2019 2:16 pm

ePredigt vom 20.01.2019 (Römer 12, 9-16)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 12. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 9-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Leben der Gemeinde

Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug.



Liebe Gemeinde,

ganz schön starker Tobak, den wir soeben gehört haben. Naturgemäß habe ich mich schon länger mit diesem Text beschäftigt und bin für mich zum Schluss gekommen: Das kann kein Mensch. Wer von uns hat bitteschön noch niemals geflucht, wenn die Türen des Autos zugefroren waren und man einen dringenden Termin hatte. Na und die zu segnen, die mir andauernd Knüppel zwischen die Beine werfen, zählt auch nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

Aber mitten in dem Predigttext stehen drei Punkte, die unser Christenleben sozusagen vor der Klammer der hier gehörten Einzeleigenschaften ausmachen sollen. Lassen Sie uns diese drei Punkte einmal ein wenig näher betrachten:

1. Hoffnung

Es gibt bekannterweise immer zwei Wege, wie wir mit einer Sache umgehen können. Dies ist bei der Hoffnung auch nicht anders. Wir können miesepetrig an die Hoffnung herangehen, nach dem Motto: Jetzt warten wir schon zweitausend Jahre und was ist passiert ? Nix ist passiert. Na ja, trotzdem wollen wir die Hoffnung mal nicht ganz aufgeben. Behalten wir sie mal im Hinterkopf. Wer weiß, vielleicht passiert ja noch was.

Und genau so sollen wir mit unserer Hoffnung nach Paulus eben nicht umgehen. Wir sollen fröhlich in der Hoffnung sein. Wir sollen uns gewiss machen, dass die Verheißungen, die uns der Herr Jesus versprochen hat, auch wirklich eintreffen.

Das sagt sich so schnell dahin. Aber einfach mal den Hoffnungsschalter von miesepetrig auf fröhlich umschalten ? Das sollen wir auch nicht machen. Wir sollen die Dinge prüfen, bevor wir uns entscheiden. Und wenn wir uns die Verheißungen der Bibel anschauen, dann müssen wir feststellen, dass sich ca. 90 % der Verheißungen genau so erfüllt haben, wie sie uns in der Bibel prophezeit werden.

Anfang eines jeden Jahres werden die Vorhersagen der bekanntesten Wahrsager immer wieder geprüft. Was meinen Sie, was passieren würde, wenn einer dabei wäre, dessen konkrete Vorhersagen zu über 90 % eingetreten wären. Denen würden man doch die Bude einrennen, obschon wir dies natürlich nicht dürfen.

Warum rennen wir eigentlich dem Herrn Jesus nicht die Bude ein ? Denn das dürfen wir getrost machen.

2. Trübsal

Ich gehe mal davon aus, dass keiner von uns ein fanatischer Trübsalbläser ist und es toll findet, von einem Schlamassel in den anderen zu geraten. Wir sind uns sicherlich einig, dass keiner von uns gern durch Zeiten der Trübsal geht. Und doch gibt es auch hier wieder zwei Wege, die von uns begangen werden können.

Die erste Gruppe wird zumeist in der Trübsal hektisch. Es wird alles versucht, um Perioden der Trübsal möglichst abzukürzen, oder sie gar abzuwenden. Eine der größten Trübsale ist wohl die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen.

Da bekommt man dann schnell gute Ratschläge, wie Kopf hoch, wird schon wieder oder gar den dämlichsten Ratschlag von allen, der da lautet: Du musst dich ablenken. All das, liebe Gemeinde, führt dazu, dass der Hammer der Trübsal irgendwann mit geballter Macht zurückschlägt.

Und dann rät uns Paulus, in der Trübsal geduldig zu bleiben. Geduld in der Trübsal ist die Eigenschaft, das Geschehene zuzulassen, es nicht zu verdrängen und sich diesem zu stellen.

Wer dies wirklich und offenen Herzens unternimmt,der wird bald feststellen, dass da jemand ist, der uns gerade in diesen harten Seiten zur Seite steht. Und dieser jemand, also unser Herr Jesus Christus nimmt uns an die Hand und begleitet uns ganz behutsam ohne Abkürzungen durch diese Zeiten der Trübsal hindurch, bis wir diese Täler durchschritten haben.

3. Gebet

Es gibt ja die Spezies der Stoßgebeter. Immer dann, wenn großes Ungemach in der Luft liegt, wird schnell ein Gebet zum Himmel geschickt, damit Gott gefälligst auch eingreift. Ja, und dann gibt es auch noch die Beter, die allgelegentlich mal ein Gebet gen Himmel senden, so zum Beispiel im Weihnachtsgottesdienst, vielleicht noch mal zu Ostern. Das muss dann aber auch reichen.

Stellen wir uns einmal vor, wir hätten einen neuen Freund und würden diesen nur anrufen, wenn wir wieder mal in der Tinte stecken und er uns gefälligst heraushelfen soll. Wofür sind Freunde schließlich da. Oder aber wir würden mal ab und wann etwas von uns hören lassen. Wäre das eine Freundschaft, die auf Dauer halten würde ? Ich denke einmal, das würde sie nicht.

Nun ist Gebet ja nichts anderes als reden mit Gott. Und Paulus rät uns dringend, beharrlich zu sein im Gebet. Beharrlich heißt nichts anders als "dranbleiben". Nur wenn ich an Gott dranbleibe, also die Kommunikation mit ihm regelmäßig führe, dann kann eine ernsthafte Beziehung zu Gott aufrechterhalten werden.

Und, liebe Gemeinde, Gott ist kein Wunscherfüllungsautomat. Wenn ich ich mich sofort von ihm abwende, wenn er eines oder mehrere meiner Gebete nicht erfüllt hat, dann kann von einer ernsthaften Beziehung mit Gott wohl keine Rede sein. Gott erhört alle unsere Gebete, er erfüllt aber nur diejenigen, die wirklich gut für uns sind.

Das merkt man allerdings immer erst hinterher. Deshalb auch meine Hausaufgabe für uns alle: Überlegen wir doch einmal, wie viele Gebete Gott nicht erfüllt hat und zu welchem Segen diese Nichterfüllungen für uns letztendlich geworden sind.

Lassen Sie mich schnell noch ein letztes sagen: Beten besteht auch aus Hören. Hören können wir aber nur, wenn wir vor Gott stille werden und ihn reden lassen. Also bitte nicht sogleich nach dem Amen wieder zum Tagesgeschehen zurückkehren.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes in den zweiten Vers des Liedes: "In dir ist Freude..." (EG 398) des Liederdichters Cyriakus Schneegass einstimmen, der unsere Predigt sehr schön zusammenfasst und der da lautet, wie folgt:

Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod;
du hast's in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not.
Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle, zu dieser Stunde.
Halleluja.
Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort droben mit Herz und Munde.
Halleluja.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jan 27, 2019 8:48 pm

ePredigt vom 27.01.2019 (2. Mose 3, 1-8a, 10, 13-14)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich zum heutigen Gottesdienst am letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 3, die Verse 1-8a, 10, und 13-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Mose Berufung

Mose aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Steppe hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und die wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt. Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose ! Er antwortete: Hier bin ich. Gott sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land. Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Und der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedränger gehört; ich habe ihr Leiden erkannt. Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus de Ägypter Hand und sie herausführe aus diesem Lande in ein gutes und weites Land, in ein Land darin Milch und Honig fließt, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. So geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst. Und Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt !, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name ?, was soll ich ihnen sagen ? Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: "Ich werde sein, der hat mich zu euch gesandt."




Liebe Gemeinde,

was wir soeben gehört haben war eine typische Berufungsgeschichte. Eine Berufungsgeschichte, wie wir sie auch heute immer wieder hören oder lesen. Dabei stoßen wir auf ein paar Besonderheiten, die wir uns heute morgen einmal etwas näher anschauen wollen.

1. Das brennende Feuer

Mose hatte nun schon so einiges mit Gott ans einer Seite erlebt. Gott hatte ihn vor großen Gefahren bewahrt und ihm, als er wegen eines Totschlags gesucht wurde, erfolgreich zur Flucht verholfen.

Und nun will Gott diesen Mose noch zu mehr gebrauchen. Das geschieht naturgemäß nicht von Mose aus, sondern von Gott. Gott macht Mose erst einmal neugierig, als dieser ein brennendes Feuer entdeckt, das offensichtlich immer weiter brennt, ohne das es verzehrt wird.

Dieses Feuer, liebe Gemeinde, ist das Feuer, welches Gott in das Herz von Mose legt, damit es dort immer für ihn brennt.

Viele von uns haben sicherlich ein Hobby, für welches sie brennen. Viele Stunden verbringt man mit dieser Beschäftigung, doch so nach und nach lässt häufig die Begeisterung nach und das "Brennen" ist nicht mehr spürbar.

Gottes Feuer, welches er in unsere Herzen legt, dieses Feuer wird niemals verzehrt. Gewiss, es lodert auf und manchmal ist auch nur noch eine kleine Flamme vorhanden, aber dieses Feuer in unseren Herzen geht niemals aus.

Der Apostel Paulus drückte es einmal sehr schön mit den Worten "Ich kann gar nicht anders, als von dem zu reden..." aus. Wenn dieses Feuer in uns brennt, dann werden wir neugierig auf das, was Gott von uns möchte und alle Sinnesorgane sind auf das ausgerichtet, was Gott uns mitteilen möchte.

So mitten in den Alltag hinein so nebenbei zwischen Arbeit und Freizeit funktioniert das nämlich nicht. Von einer Berufung im Vorübergehen habe ich jedenfalls noch nicht gehört.

Wichtig ist natürlich auch, dass wir uns auf Gott wirklich einlassen.

2. Gott spricht Dich an

Wir kennen ja unter anderem die Priesterschaft aller Gläubigen. Das ist so schön allgemein dahingesagt. Aber etwas konkretes ist das sicherlich nicht. Oder können Sie mir sagen, wie ich diese Priesterschaft der Gläubigen mit Leben füllen soll ?

Wenn es um unsere Berufung geht, dann wird Gott ganz konkret. Als er Mose berufen hat, hat er ja nicht gesagt: "Kümmere dich mal um die Armen und Unterdrückten auf dieser Welt". Nein, Mose erhielt einen ganz konkreten Auftrag von Gott, nämlich den Auftrag, dass er das Volk der Israeliten aus Ägypten führen sollte.

Und so ist es auch bis heute. Wenn wir uns vor Gott öffnen, ihm also den Raum und Zeit in unserem Leben geben, dann kann ER auch zu uns reden und dann werden auch wir erfahren, wozu uns Gott gebrauchen will.

Das bedeutet aber auch, dass wir nicht einfach drauf lospreschen und uns selber berufen und dieses vermeintliche Wort Gottes an uns in die Tat umsetzen. Dies beobachte ich immer wieder bei frisch bekehrten Christen. Ihr Herz brennt für Gott, die Begeisterung ist schier unendlich und sie rennen los, um Gottes Reich aufzubauen. Das Scheitern ist leider vorprogrammiert.

Also lassen Sie uns mit Gott reden und auf seine Antwort warten, bevor wir als seine Knechte in den Dienst treten.

Gott hat keine Berufung für Sie ? Und dabei sind sie schon so lange sein Kind. Seien sie nicht betrübt, sondern schauen Sie auf Mose, wie alt er war, als Gott ihn in seinen Dienst berufen hat. Und was hat er vorher nicht alles durchmachen müssen.

3. Die Befähigung

Wenn wir den Predigttext weiterlesen, dann erfahren wir, dass Mose alles andere als begeistert war, als er seine Berufung vernahm. Er war nämlich kein großer Redner und sollte mit seinem Gestammel den Pharao dazu bewegen, die Israeliten ausziehen zu lassen ? Das konnte doch gar nicht klappen.

Aber da hatte Mose die berühmte Rechnung ohne den nicht minder berühmten Wirt gemacht.

Liebe Gemeinde, Gott beruft nicht seine besonders befähigten Kinder in seinen Dienst, sondern er befähigt seine Kinder, die er in seinen Dienst beruft gerade für diesen Dienst.

Also, wenn Sie Gottes Berufung empfangen, dann denken Sie bitte nicht über mangelnde Fähigkeiten nach. Gott gibt Ihnen zur rechten Zeit und im rechten Maß die Fähigkeiten, welche Sie zur Ausübung Ihrer Berufung benötigen.

Und lassen Sie uns auch immer daran denken: Wir sind ja keine Einzelkämpfer in Gottes Reich. So wie Gott dem Mose Aaron an die Seite gestellt hat, so wird er auch uns immer dann Menschen an die Seite stellen, wenn wir deren Fähigkeiten zur Ausübung unserer Berufung benötigen.

Und lassen wir uns nicht einschüchtern, wenn es im ersten Anlauf nicht so gut klappen will. Denken wir an die Stolpersteine, die vor Mose lagen, bis er das Volk Israel aus Ägypten führen durfte. Er wäre sicherlich mental gescheitert, wenn er nicht den ständigen Kontakt zu Gott unterhalten hätte.

Und dies sollten wir niemals bei der Ausübung unserer Berufungen vergessen. Alles kommt von unserem Herrn und nur wenn wir den ständigen Kontakt zu ihm aufrechterhalten, nur dann kann er uns immer wieder bestärken, ermutigen und uns neue Wege auf unserem Berufungswege aufzeigen.

Lassen Sie uns nun noch um Gottes Geleit auf all unseren Wegen bitten, indem wir gemeinsam in den 9. Vers des Liedes "Großer Gott, wir loben dich..." ( EG 331)von Ignaz Franz einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
Leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Feb 06, 2019 2:26 pm

ePredigt vom 03.02.2019 (1. Korinther 1, 4-9)



Liebe ePredigt-Leser,
leider war durch Krankheit von Jens Steinführer (der für den Versand der ePredigt verantwortlich ist) es nicht eher möglich, die aktuelle ePredigt zu versenden. Dies wird hiermit nachgeholt.

Liebe Grüße
Jens Steinführer

------------



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag vor der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Korintherbrief, Kapitel 1, die Verse 4-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus, dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis. Denn die Predigt von Christus ist in euch kräftig geworden, sodass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus. Der wird euch auch fest erhalten bis ans Ende, das ihr untadelig seid am Tage unseres Herrn Jesus Christus. Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.



Liebe Gemeinde,

viele Menschen stehen irgendwann im Leben mal vor der Frage: Was habe ich vom Glauben? Lohnt sich die Sache mit dem Glauben überhaupt? Es ist ja augenscheinlich so, dass auch gläubige Christen krank werden, in Schwierigkeit geraten und auch sterben. Genauso wie dies auch Atheisten passiert. Vor dieser Frage standen damals auch die Korinther. Und darum gibt ihnen Paulus drei gute Gründe an die Hand, aus welchem Grunde heraus sich die Sache mit dem Glauben auf jeden Fall lohnt. Schauen wir uns diese drei Gründe heute Morgen einmal gemeinsam an:

1. Dankbarkeit

Der Glaube, liebe Gemeinde, zeigt uns auf, dass nicht alles selbstverständlich ist, was wir im Leben haben. Der Glaube zeigt uns, dass es Gott ist, der uns alles schenkt, worüber wir uns erfreuen können und dürfen. Die Gesundheit, der Arbeitsplatz, die intakte Familie, all dies sind Dinge, die beileibe nicht selbstverständlich sind und auf die wir genau genommen auch gar keinen Anspruch haben. Sie sind Geschenke unseres Herrn im Himmel.

Wenn wir dies erkennen, dann führt dies automatisch auch zu einer positiven Grundstimmung in unserem Leben. Gott liebt seine Kinder über alles und möchte, dass es ihnen gut geht. Und darum können wir auch als Christen mit dem, was man allgemein hin als Leid bezeichnet, anders umgehen, als dies Atheisten dazu in der Lage sind. Wir wissen, dass Gott uns auch im Leiden nahe ist und er uns durch alles Leid hindurchführt hin zu ihm in seine Ewigkeit.

Ein alter Sinnspruch mag uns dies immer wieder ins Gedächtnis rufen, welcher da lautet, wie folgt:

Klagen macht verzagen
Danken schützt vor Wanken
Loben zieht nach oben

2. Reichtum

Ja, wir haben richtig gehört, alle Christen werden reich. Reich nicht in materiellem Sinne, aber reich an der Erkenntnis.

Und dies geschieht allein dadurch, dass wir als Christen in der permanenten Jüngerschule unseres Herrn unterrichtet werden. Mit jedem Studium der Bibel, mit jeder Teilnahme an einer Gemeinschaftsstunde und an einem Gottesdienst gewinnen wir mehr Erkenntnisse des Glaubens. Und auch mit jedem Gebet werden wir unterrichtet in dem, was Gott von uns möchte.

Gott schenkt uns, wie wir es soeben gehört haben, auch mannigfache Gaben, die wir in seinem Sinne und zum Aufbau seines Reiches einsetzen dürfen. Wer also meint, er habe einen Mangel an Gaben, dem sei geraten, doch mal in aller Ruhe mit dem Herrn Jesus zu sprechen, damit er ihm die Augen und Ohren auftun kann zum Erkenntnis seiner Gaben, Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Und aus diesem Reichtum der Erkenntnis heraus gelingt es uns auch immer öfter, ein in unserem Herrn ruhendes Leben zu führen. Je mehr wir IN unserem Herrn leben, desto mehr verlieren die Schrecken der Welt da draußen ihre Bedeutung. Aus Angst wird Vertrauen. Und aus diesem Sinne heraus lohnt sich schon die Sache mit dem Glauben.

3. Neues Lebensziel

Und dieses Lebensziel beschreibt der Apostel Paulus uns am Ende des heutigen Predigttextes.

Als Christen warten wir nicht auf unseren Tod damit dann alles vorüber und aus ist. Als Christen sterben wir nicht in einen ewigen Tod hinein, sondern wir sterben in das ewige Leben hinein.

Man wirft uns ja immer vor, dass wir uns als Christen etwas vormachen und dass wir uns auf den Himmel vertrösten lassen, um damit die Unbillen auf Erden leichter ertragen zu können. Als Außenstehender kann man dies sicherlich gut verstehen.

Aber die Sache hat auch noch eine andere Seite, nämlich die Seite vor unserem irdischen Tode.

Gott hat einen jeden von uns als sein Kind angenommen. Als seine Kinder sind wir Kinder mit direktem Erbanspruch. Den kann uns auch niemand auf der Welt streitig machen. Wenn wir in den Himmel kommen, dann brauchen wir nur noch unseren "Erbschein" vorzuzeigen und schon sind wir in der ewigen Gemeinschaft mit Gott.

Aber schon hier auf Erden schenkt uns Gott die Gemeinschaft mit seinem Sohn in Form des Heiligen Geistes. Dieser führt uns schon hier auf Erden dem Himmel entgegen.

Wo wir gerade bei der Trinitätslehre sind: Diese ist ja nicht immer so ganz einfach zu verstehen. Wenn Sie mal darauf angesprochen werden, dann benutzen Sie doch einfach den Vergleich mit der Sonne. Die Sonne ist Gott selber, die Sonnenstrahlen sind unser Herr Jesus Christus und die Wärme ist der Heilige Geist. So hat sich schon das Urchristentum die Trinitätslehre erklärt.

Und zum Schluss sagt uns Paulus noch etwas ganz entscheidendes; nämlich dass Gott treu ist, ohne Wenn und Aber. Sein Wort galt damals, es gilt heute und gilt bis in alle Ewigkeit hinein. Wir dürfen uns also felsenfest auf das, verlassen, was uns Gott verspricht.

Besonders auf das, was uns der Herr Jesus am Ende des Matthäusevangeliums verspricht, wenn er sagt: "Siehe, und ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Wir sehen also, die Sache mit dem Glauben lohnt sich auf jeden Fall. Und es lohnt sich auch, dies den Menschen weiterzusagen, die es noch nicht wissen.

Der Liederdichter Johann Olearius hat uns in dem ersten Vers seines Liedes "Herr, öffne mir die Herzenstür..." (EG 197) ein sehr schönes Gebet an die Hand gegeben, welches wir nun zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam singen wollen:

Herr, öffne mir die Herzenstür,
zieh mein Herz durch dein Wort zu dir,
lass mich dein Wort bewahren rein,
lass mich dein Kind und Erbe sein.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Feb 10, 2019 4:44 pm

ePredigt vom 10.02.2019 (Markus 4, 35-41)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag vor der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 4. Kapitel des Markusevangeliums, die Verse 35-41. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Stillung des Sturmes

Und am Abend desselben Tages sprach er zu Ihnen: Lasst uns hinüber fahren. Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm. Und es erhob sich ein großer Windwirbel und die Wellen schlugen in das Boot, sodass das Boot schon voll wurde. Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme! Und der Wind legte sich und es entstand eine große Stille. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam ? Habt ihr noch keinen Glauben ? Sie fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der ? Auch Wind und Meer sind ihm gehorsam!



Liebe Gemeinde,

diese Geschichte kennen wir sicherlich alle. Meist denkt man nur: Gut, Jesus kann auch einen Sturm stillen. Warum auch nicht ? Er ist ja Gottes Sohn. Wundern würde ich mich, wenn er es nicht könnte. Und dann liest man normal weiter in der Bibel. Aber es steckt doch etwas mehr hinter diesem Text, als man es beim ersten Lesen vermuten mag. Lassen Sie uns diese Hintergrundbotschaften einmal ein wenig näher betrachten.

1. Die Ruhe vor dem Sturm

Zunächst sah alles nach einer ruhigen Schiffspassage aus. Die Jünger, Jesus und andere Boote machten sich auf die Überfahrt.

Und diese Ruhe vor dem Sturm, wo noch keiner ahnte, dass man in Gefahr geraten könnte oder aber schon auf dem Weg in die Gefahr war, dieses Ruhe vor dem Sturm spiegelt auch das Leben vieler Menschen wieder. Machen wir uns nichts vor, liebe Gemeinde, die meisten Menschen leben doch so irgendwie in den Tag hinein, ohne sich Gedanken über Gott zu machen.

Und den meisten Menschen in meiner Umgebung, die nichts mit Gott am Hut haben, denen geht es auch noch recht gut dabei. Jedenfalls scheinen sie nach außen hin nichts zu vermissen.

Wenn man sie dann mal auf Gott anspricht, dann erhält man als Antwort häufig nur ein dümmliches Grinsen oder aber den Hinweis auf die Gebrüder Grimm. Alles nur Märchen. Aber in der heutigen Zeit doch bitte nicht mehr !!! Wer sind wir aufgeklärte Menschen denn, dass wir noch an einen Gott glauben.

Nur mal so nebenbei bemerkt sind das komischerweise genau die Menschen, die Horoskope lesen und diesen glauben, zum Wahrsager rennen und meterweise esoterische Literatur verschlingen. Wie die Jünger damals wissen sie ja nicht, was auf sie zukommen kann.

2. Die Ruhe im Sturm

Wie wir es in unserem Predigttext nachlesen können, brach dann auf einmal, als sich der Sturm zu einer echten Bedrohung entwickelte, die wahre Hektik aus. Selbst die Jünger, die Jesus ja bestens kannten, fürchteten um ihr Leben.

Und so geschieht es auch, wenn die Stürme des Lebens über uns hinein brechen. Gerade wer mit Gott nichts zu tun haben will, der steht solchen Stürmen des Lebens wie das Kaninchen vor der Schlange gegenüber. Oder aber es bricht wilde Hektik aus. Irgendwie muss das Ganze doch wieder hinzukriegen sein. Letztendlich endet alles in wilder Verzweiflung, die schon so manchen in den Wahnsinn getrieben hat. Das ist keine Übertreibung. Ich habe leider schon etliche Suizide erleben müssen, die aufgrund der Stürme des Lebens begangen worden sind.

Und jetzt, liebe Gemeinde, kommt das tröstliche für uns als Christen. Alle, die wir Jesus mit in unserem Lebensboot haben, die brauchen sich nicht zu fürchten. Wie Jesus damals Wind und Wellen Einhalt gebat, so stillt er auch heute noch die Stürme unseres Lebens.

Wir müssen uns die Geschichte an dieser Stelle aber noch ein wenig intensiver anschauen. Wann stillte denn Jesus den Sturm ? Erst dann, als ihn die Jünger in ihrer Not und Angst anriefen. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Es gibt keinen Gott, der vor uns hergeht und für uns alle Schwierigkeiten und Nöte und Sorgen aus dem Weg räumt, damit wir ein tolles, glückliches und zufriedenes Leben genießen können.

Aber es gibt den Gott, den wir in unserer Not anrufen können, und der uns auf unser Bitten hin zur Seite steht. Darauf dürfen wir uns unser ganzes Leben lang verlassen.

Und noch etwas steckt in diesem Text. Alle Jünger hatten ja schon mannigfache Erfahrungen mit Jesus gemacht. Es waren also gewiss keine Ungläubigen, die mit Jesus im Boot saßen. Und doch zweifelten Sie. Wie passt das denn mit einem guten Nachfolger zusammen ?

Sehr gut sogar. Ich kenne keinen Jesusjünger, der nicht ab und wann einmal zweifelt und der einfach in stoischer Ruhe alle Unbillen des Lebens aussitzt. Aber ich kenne viele Nachfolger unseres Herrn, die ihn immer wieder und immer wieder in allen Nöten anrufen und die immer wieder die Erfahrung gemacht haben, wie der Herr Jesus auch heute noch Stürme des Lebens stillen kann.

3. Die Stille nach dem Sturm

"Und es entstand eine große Stille", so lesen wir es am Ende unseres Predigttextes. Diese große Stille erlebe ich immer wieder, wenn Gott allmächtig in das Leben der Menschen eingreift. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, mit dieser Stille umzugehen.

Die einen kehren möglichst bald zur Tagesordnung zurück und denken "Na, Schwein gehabt, grade noch mal gut gegangen". Die anderen anerkennen die Kraft und die Allmacht unseres Herrn und danken ihm. Alle, die die zweite Option wählen, all diese Menschen werden meist in eine noch tiefere Gemeinschaft mit unserem Herrn hineingeführt.

Ich persönlich finde, ein "Danke Jesus" sollte auf jeden Fall drin sein, wenn der Herr mal wieder so allmächtig in unser Leben eingegriffen hat. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit dieser Dankeshaltung noch intensiver spürt, wie oft und wann dieser Herr in mein Leben eingegriffen hat und immer noch eingreift. Das alleinige "Danke Jesus" scheint die Himmelsantennen auf besondere Art und Weise zu sensibilisieren.

Lassen Sie uns daher zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes in ein ganz einfaches Dankeslied einstimmen, welches wir im 1. und 6. Vers des Liedes "Danke für diesen guten Morgen..." (EG 334) finden und welches da lautet, wie folgt:

Danke für diesen guten Morgen,
danke für jeden neuen Tag.
Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.
Danke, dein Heil kennt keine Schranken,
danke, ich halt mich fest daran.
Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Feb 17, 2019 4:43 pm

ePredigt vom 17.02.2019 (Prediger 7, 15-18)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag vor der Passionszeit. Dieser Sonntag trägt den Namen Septuagesimae und deutet daher schon auf Ostern hin. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Buch der Prediger, Kapitel 7, die Verse 15-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Dies alles habe ich gesehen in den Tagen meines eitlen Lebens: Da ist ein Gerechter, der geht zugrunde in seiner Gerechtigkeit, und da ist ein Gottloser, der lebt lange in seiner Bosheit. Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest. Sei nicht allzu gottlos und sei kein Tor, damit du nicht stirbst vor deiner Zeit. Es ist gut, wenn du dich an das eine hältst und auch jenes nicht aus der Hand lässt; denn wer Gott fürchtet, der entgeht dem allen.



Liebe Gemeinde,

Salomo ist uns ja allen als sehr weiser Mann bekannt. Das Buch der Prediger, aus welchem der heutige Predigttext stammt, stellt unter anderem auch eine Zusammenfassung dessen dar, wie wir als Christen leben sollen. Lassen Sie uns daher heute morgen einmal drei Dinge anschauen, die der Prediger Salomo uns mitgibt auf unsere Lebensreise:

1. Nicht zu gerecht sein

Na ja, da war ich schon ein wenig verwundert, als ich dies gelesen habe. Sollen wir als Christen etwa ungerecht sein ? Nein, das hat Salomo bestimmt nicht mit diesen Worten gemeint.
Es ging Salomo um etwas anderes, was wir häufig bei Gerechtigkeitsfanatikern finden; nämlich den ausgeprägten Hang zum Perfektionismus. Wer diesen entwickelt, der verlangt dies nach und nach auch von allen anderen Menschen, die ihn umgeben. Und solche Menschen werden dann meist ungenießbar.

Es besteht aber auch eine ganz große Gefahr in dem Perfektionismus: Wenn ich selber alles für perfekt erkläre, was ich mache, dann laufe ich Gefahr auch das Falsche für richtig zu erklären. Und dann ist natürlich Streit und Zank vorprogrammiert.

Nicht immer zu perfekt zu sein heißt also auch die Wahrheit der anderen anzuerkennen und diese so leben zu lassen, wie sie es für sich als richtig empfinden.

Es geht wohlgemerkt nicht darum, gottloses Verhalten zu tolerieren oder gar zu akzeptieren. Das sollten wir natürlich nicht tun. Aber wir sollen dem gläubigen Menschen neben uns die Luft zum Atmen lassen, damit er seinen Glauben so ausleben kann, wie wir dies tun.
Und wer weiß ? Vielleicht liege auch ich ja dann und wann daneben ? Wenn ich dies in meinem Hinterkopf behalte, dann versuche ich das, was Salomo uns sagt; eben nicht all zu gerecht zu sein.

2. Nicht allzu gottlos sein

Sollen wir als Christen etwa gottlos sein ? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Ich verstehe es vielmehr als eine Mahnung von Salomo, zwar zu versuchen, den Gottlosen hin zu Gott zu führen, aber gleichzeitig aufzupassen, dass wir bei aller Liebe darüber nicht selber gottlos werden. Wenn wir selber Gott los werden, werden wir wohl kaum Menschen den rechten Weg aufzeigen können.

Ich habe es leider in der Straßenmission erlebt, dass ein junger Christ seine Berufung dahingehend gefunden zu haben glaubte, dass er sich der Drogenabhängigen annehmen sollte. Bis hierhin war auch alles gut. Als die ersten Versuche kläglich in die Hose gingen, hatte er eine andere Idee. Um den Zugang zu Drogenabhängigen zu finden nahm er schließlich selber Drogen um auf eine Ebene mit den Menschen zu gelangen, die er zum Glauben führen wollte.

Das traurige Ende vom Lied war, dass er selber in der Drogenhölle gelandet war, aber Gott sei Dank durch engagierte Christen dort wieder herausgekommen ist.
Natürlich sollen wir auf gottlose Menschen zugehen. Ganz ohne Frage. Aber wir sollen eben keine gottlosen Eigenschaften annehmen, nur um einen noch vertrauenswürdigeren Zugang zu den Menschen zu bekommen.

3. Der goldene Weg des Lebens

Kein, verzeihen sie mir den Ausdruck, Klugscheißer zu werden, aber auch nicht gottlos werden das haben wir soeben gehört. Aber wie sollen wir denn dann ganz konkret als Christen leben?
Salomo hat eine ganz einfache Antwort parat, die da lautet: Gottesfürchtig leben!!!

Gottesfurcht, liebe Gemeinde bedeutet nichts anderes, als dass wir Gott ganz ernst nehmen sollen. Er ist eben nicht der gute Opa im Himmel, der alles ganz prima findet, was wir auf Erde machen und der immer mal wieder ein Auge zudrückt, wenn wir mal wieder so richtig Mist gemacht haben.
Gott wirklich ernst zu nehmen heißt auch, seine Forderungen an uns ernst zu nehmen. Forderungen sind unter anderem die zehn Gebote. Halten wir diese immer und konsequent ein? Ich gehe mal davon aus, dass heute morgen kein Massenmörder unter uns ist. Aber da ist ja auch noch das Gebot "Du sollst nicht begehren..." Und an dessen strikter Einhaltung da kann man schnell daran scheitern.

Gottesfurcht heißt aber auch es anzuerkennen, dass, so wie wir sind, den ewigen Tod verdient haben.

Und jetzt die positive Seite der Gottesfurcht. Wir sollen auch seine Heilstaten, seine Vergebung und seine Liebe ernst nehmen, die letztendlich über allen Geboten, Forderungen und Strafen stehen. Wenn wir uns zu Gott bekehren, dann dürfen wir diese positive Gottesfurcht voll und ganz für uns in Anspruch nehmen.

Und so wird aus der Gottesfurcht eine tiefes Gottvertrauen und daraus resultiert ein tiefer ehrlicher Glaube. Und dieser trägt uns alle Tage bis an der Welt Ende.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Jesus Christus herrscht als König..." (EG 123) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus herrscht als König,
alles ist ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehe geben muss.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden


Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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