ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jul 30, 2018 12:13 pm

ePredigt vom 29.07.2018 (Jeremia 1, 4-10)




Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 9. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia im 1. Kapitel, die Verse 4-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:
Jeremias Berufung

Und des Herrn Wort geschah zu mir: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. Ich aber sprach: Ach, Herr Herr, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. Der Herr aber sprach zu mir: Sage nicht: "Ich bin zu jung", sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der Herr. Und der Herr streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. Siehe, ich setzt dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreissen und einreissen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.



Liebe Gemeinde,

was ist unsere ganz persönliche Berufung am Aufbau des Reiches Gottes mitzuarbeiten? Wie erfahre ich, wozu mich Gott berufen will? Lassen Sie uns diesem Themenkomplex heute Morgen einmal gemeinsam auf den Grund gehen.

1. Zuhören

Wenn Gott uns in seinen Dienst beruft, dann geschieht das mal eben nicht so im Vorbeigehen. Nein, wir haben es soeben gehört, wie Jeremia sagte: "Und des Herrn Wort geschah zu mir.."
Das setzt natürlich voraus, dass auf der anderen Seite auch jemand ist der aufmerksam zuhört. Nur dann, wenn wir gespannt auf das Wort Gottes hören, nur dann werden wir auch unsere Berufung erfahren können.

Schauen wir uns doch einfach mal einen ganz normalen bundesdeutschen Arbeitstag an. Morgens um 6.00 Uhr ist Aufstehen angesagt. Morgentoilette, Frühstück und dann ab zur Arbeit. Glück gehabt, wieder mal nicht zu spät gekommen. Ran an den Schreibtisch. Mittags kurzer Plausch mit den Kollegen. Und dann abends in der Rushhour wieder zurück nach Hause.

Schnell hinsetzen und essen und dann ab ans Fernsehen bis das Bett ruft. Man will ja schließlich ausgeschlafen sein, wenn der nächste Tag beginnt.

Jetzt mal allen Ernstes, wo geben wir Gott an einem solchen Tag noch die Gelegenheit zu uns zu reden? Viele Mitmenschen nehmen sich ja noch nicht einmal mehr die Zeit für ein Gebet.
Wenn wir wirklich Gott erleben und erfahren wollen und auch unsere Berufung erkennen möchten, dann müssen wir uns auch Zeit für Gott nehmen. Zeit in der wir mit ihm reden und Zeit in der wir auf seine Antwort warten und auf diese Antwort hören.

Ganz praktische Tipps für diese Zeiten: Morgens etwas früher aufstehen, den Weg zur Arbeit zum Gebet nutzen, den Heimweg zum Gebet nutzen und etwas früher zu Bett gehen, um noch Zeit für ein Gebet zu finden.

2. Die Zweifel

Zweifelsohne kam auf Jeremia eine große Berufung zu. Wir wissen zwar nicht genau, wie alt Jeremia war, aber er fühlte sich auf jeden Fall zu jung, um als Prophet aufzutreten.
Zweifel an den Berufungen unseres Herrn, liebe Gemeinde, sind eher die Regel als die Ausnahme. Denken Sie nur an Mose, der ja auch nicht redegewandt war und dies dem Herrn mitteilte, als er ihn zum Pharao sandte.

Und so kann es auch bei unserer Berufung sein, dass wir uns zunächst einmal ein wenig unwohl fühlen ob der Aufgabe wegen zu der wir berufen worden sind. Ich glaube das geht jedem Menschen so. Es kommen ja auf einmal ganz neue und vor allem ungewohnte Aufgaben auf uns zu.

So uns jetzt kommt etwas, was wir alle schon einmal gehört oder gelesen haben, woran wir uns aber immer wieder erinnern sollten: "Gott beruft nicht die besonders befähigten Menschen; sondern Gott befähigt die Menschen, die er beruft.

Also, egal, zu welcher Aufgabe wir auch immer berufen werden, wir müssen nicht befürchten, dass wir dieser Aufgabe nicht gewachsen sind.

Wenn Gott uns in seinen Dienst beruft, dann stattet er uns zugleich mit all den dazu notwendigen Fähigkeiten aus. Dass wir uns natürlich auch auf unsere Aufgaben im Rahmen unserer Möglichkeiten vorbereiten müssen, das steht natürlich außer Frage.

Wir erhalten von Gott die notwendigen Anlagen für unsere Berufung. Das notwendige Rüstzeug das müssen wir uns natürlich schon selber aneignen.

3. You'll never walk alone

Die Borussia Dortmund Fans oder die Fans des FC Liverpool kennen natürlich dieses Lied, welches als Hymne dieser beiden Vereine vor jedem Spiel angestimmt wird.
"Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir...". das antwortete auch der Herr dem Jeremia. Und das, was der Herr damals zu seinem jungen Propheten gesagt hat, das gilt auch heute genauso, wie damals.

Egal, welchen Weg wir auch einschlagen in unserem Dienst für den Herrn, sein Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir gilt für einen jeden von uns auf allen unseren Wegen, die wir auf Erden gehen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass alles wie geschmiert läuft. Im Rahmen unserer Berufung werden wir in so manches vom Teufel aufgestellte Fettnäpfchen treten. Wir werden uns vielleicht manchmal wünschen, gar nicht auf Gottes Berufung gehört zu haben.
Und gerade in diesen Momenten dürfen wir uns felsenfest auf sein "Fürchte dich nicht, denn ich bin bei Dir" verlassen. Gott bewahrt uns gewiss nicht vor jedem Schlamassel, aber wir dürfen ganz gewiss sein: Gott hilft spätestens rechtzeitig.

Was sollen wir jetzt zusammenfassend tun? Nehmen wir uns doch wieder regelmäßig mehr Zeit für ein Gespräch mit Gott. Vertrauen wir ihm doch, dass er uns nicht nur beruft, sondern auch befähigt. Und lassen Sie uns niemals an seiner Verheißung zweifeln, wenn er sagt: "Fürchte dich nicht, denn ich bin bei Dir".

Damit wir jeden Morgen schon seiner Gegenwart gewiss sind, lassen Sie uns gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Er weckt mich alle Morgen..." (EG 452) von Jochen Klepper einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Er weckt mich alle Morgen, er weckt mir selbst das Ohr.
Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor,
dass ich mit seinem Worte begrüß das neue Licht.
Schon an der Dämmerung Pforte ist er mir nah und spricht.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Aug 06, 2018 2:26 pm

ePredigt vom 05.08.2018 (Jesaja 62, 6-12)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 10. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 62. Kapitel, die Verse 6-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den Herrn erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu gönnen, lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setzt zum Lobpreis auf Erden! Der Herr hat geschworen bei seiner Rechten und bei seinem starken Arm: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu essen geben noch deinen Wein, mit dem du so viel Arbeit hattest, die Fremden trinken lassen, sondern die es einsammeln, sollen's auch essen und den Herrn rühmen, und die ihn einbringen, sollen ihn trinken in den Vorhöfen meines Heiligtums. Gehet hin, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg! Richtet ein Zeichen auf für die Völker! Siehe, der Herr lässt es hören bis an die Enden der Erde. Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt! Siehe, was er gewann ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her! Man wird sie nennen "Heiliges Volk", "Erlöste des Herrn", und dich wird man nennen "Gesuchte" und "Nicht mehr verlassene Stadt".



Liebe Gemeinde,

unser heutiger Predigttext spielt in einer Zeit, wo die Babylonische Gefangenschaft ein Ende hatte und Gott einen Neuanfang mit seinem Volk "wagen" wollte. Für diesen Neuanfang gab er seinem Volk durch den Propheten Jesaja Leitlinien an die Hand, damit ein solcher Neuanfang auch erfolgreich verlaufen konnte.

Diese Leitlinien haben übrigens bis zum heutigen Tage nichts von ihrer Bedeutung eingebüßt. Grund genug also, dass wir uns diese Leitlinien heute Morgen einmal ein wenig genauer anschauen.

1. Gehet ein durch die Tore

Wenn wir uns etwas sehr wünschen dann sagen wir doch oftmals: " Ach wenn sich doch diese Tür für uns öffnen würde..."

Wenn Gott einen Neuanfang mit einem Menschen macht, dann hat er diese Tür bereits von sich aus aufgetan. Das einzige, was wir tun müssen ist, durch diese Türe hindurchmarschieren.

Dadurch, dass unser Herr Jesus Christus durch seinen stellvertretenden Opfertod für all unsere Sünden bezahlt hat, wurde der Grundstein für diese offene Türe gelegt, durch die wir wieder freien Zugang zu unserem himmlischen Vater haben.

Wir leben ja nun mal in einer Leistungsgesellschaft, wo alle seinen Preis hat und wo man für alles bezahlen muss. Nichts wird einem bekanntermaßen geschenkt. Dies übertragen wir gern auf unsere Beziehung zu und mit Gott. Und genau davon müssen wir uns verabschieden. Gott hat alles für uns notwendige getan, sodass wir nur noch seiner Aufforderung: "Gehet ein durch die Tore" folgen müssen, um wieder bei ihm zu sein.

Hören wir doch bitte nicht mehr auf spirituelle Lehrer, die uns vom Gegenteil überzeugen wollen. Wenn wir durch diese Türe gehen, dann müssen wir nichts mitbringen und es wird uns auch niemand wieder von dort hinauswerfen. Wer das lehrt, der erzählt kompletten Blödsinn.

2. Bereitet dem Volk den Weg

Kennen Sie einen Trampelpfad. Diesen finden wir oftmals abseits von normalen Wegen, wenn viele Menschen abseits von Wanderwegen eigene Pfade treten. Nach und nach wird dadurch ein Weg, den andere Menschen klar erkennen können und ihm vielleicht auch folgen mögen.

So sollen wir auch Trampelpfadbereiter für unsere Mitmenschen sein. Gott möchte natürlich, dass wir den Heimweg in die himmlische Heimat antreten. Aber Gott möchte auch, dass kein Mensch, der auf Erden lebt verloren geht.

So wie Gott uns seinen Trampelpfad gezeigt hat, so sollen wir auch unseren Mitmenschen diesen Weg zu Gott zeigen. Wohlgemerkt, wir sollen sie auf diesen Weg hinweisen, aber nicht gewaltsam auf diesen Pfad ziehen.

Wie macht man das am besten? Ganz einfach, indem wir vorleben, was wir sagen. Machen wir doch unsere Mitmenschen ganz einfach neugierig auf diesen Trampelpfad n den Himmel, indem wir z.B. mal eben ganz anders reagieren, als dies die Welt von uns erwartet. Schlagen wir doch einmal nicht zurück, wenn wir angegriffen werden. Bleiben wir doch mal freundlich, auch wenn wir zu Unrecht beleidigt worden sind. Und helfen wir doch ganz einfach den Menschen, denen ansonsten niemand mehr zur Seite steht.

3. Räumt die Steine weg

Ich war mal bei einer Bergwanderung in Österreich, als ich von Ferne sah, wie sich eine Steinlawine löste. Was ich nicht wusste war der Umstand, dass diese Lawine unseren Rückweg blockierte. So einfach, wie der Aufstieg war, so schwierig gestaltete sich dadurch der Abstieg, da wir über Felsbrocken Geröll und andere Hindernisse klettern mussten, um ins Tal zu gelangen.

Dies kann auch bei dem Trampelpfad zu Gott geschehen, wenn wir diesen einschlagen. Natürlich sind es keine echten Steine, die unseren Weg zu Gott behindern, es sind vielmehr Herzenssteine, die unser Fortkommen in Richtung himmlischer Heimat erschweren.

Da ist zunächst der eigene Stolz. Wir sind ja so richtig stolz darauf, was wir nicht schon alles erreicht haben. Eine tolle Schulausbildung gefolgt von einer Bilderbuchkarriere und einer Traumfamilie. Was sind wir doch für tolle Kerle und natürlich auch Mädels.

Und dabei vergessen wir oftmals, wem wir es denn letztendlich zu verdanken haben, dass wir das sind und haben was wir jetzt sind. Besinnen wir uns doch wieder auf den Herrn, der uns diese alles geschenkt hat und danken ihm mal wieder dafür. Umso einfacher wird der Trampelpfad in die Heimat sein, wenn sich nichts mehr um uns selbst, sondern um unseren Herrn dreht.

Und dann ist da noch der Herzensstein Egoismus. Hauptdache mit geht es gut. Hauptsache ich habe von allem genug. Soll der andere doch sehen, wo er bleibt. Er hat ja auch seine Chance gehabt. Und auf einmal wird er wieder sehr schwer der Trampelpfad in den Himmel. Helfen wir doch den Menschen, die es eben nicht so gut haben wie wir. Greifen wir diesen Menschen doch unter die Arme und gehen mit diesen gemeinsam den Trampelpfad in den Himmel hinein. Wir werden eines feststellen; nämlich das der Weg dann wesentlich leichter zu gehen ist.

4. Richtet ein Zeichen auf

Auch wenn wir heute alle Navis haben, so stehen sich doch immer noch an allen wichtigen Kreuzungen; nämlich unsere bekannten Wegweiser.

Und solche Wegweiser sollen wir für unsere Mitmenschen aufrichten, dass sie auch auf dem rechten Weg zu Gott hin bleiben. Das eine ist, den rechten Weg einzuschlagen, das andere aber ist, auf dem rechten Weg zu bleiben.

Offen sichtbare Zeichen sind dafür unsere Kirchen und Kreuze, Pilgerstätten und andere christlich sichtbare Symbole. Andere Wegweiser finden wir in Gottes Wort. Dort zeigt uns Gott auf mannigfache Art und Weise, wie wir auf dem Trampelpfad es Himmels bleiben und sicher in der Ewigkeit ankommen.

Wenn Sie mit einem jungen Christen sprechen, und dieser ein paar biblische Wegweiser haben möchte, dann sagen Sie ihm einfach folgende drei Bibelstellen: Die Zehn Gebote, die Bergpredigt und den Jakobusbrief. Wenn er diese drei Stellen aufmerksam liest, dann hat er die Wanderkarte in der Hand, die ihm den rechten Weg in die Ewigkeit aufzeigt.

Es schadet übrigens nicht, wenn wir alle, die wir schon so lange mit Gott unterwegs sind, von Zeit zu Zeit auch wieder einmal in diese Bibelstellen schauen.

Lassen Sie uns zum Abschluss gemeinsam einstimmen in den zweiten Vers des Liedes "Befiehl du deine Wege..." (EG 361) des Liederdichters Paul Gerhardt, der da lautet, wie folgt:

Dem Herren muss du trauen, wenn dir's soll wohlergehn;
auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein
lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr

Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Aug 27, 2018 3:22 pm

ePredigt vom 12.08.2018 (Galater 2, 16-21)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 11. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Brief des Paulus an die Galater, Kapitel 2, die Verse 16-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch die Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht.
Sollten wir aber, die wir durch Christus gerecht zu werden suchen, auch selbst als Sünder befunden werden - ist dann Christus ein Diener der Sünde? Das sei ferne!
Denn wenn ich das, was ich abgebrochen habe, wieder aufbaue, dann mache ich mich selbst zu einem Übertreter. Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn die Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.


Liebe Gemeinde,
der Galaterbrief wird auch gern als Nachhilfebrief des Glaubens bezeichnet. Nachhilfe in Glaubensdingen hatten sie wahrhaftig nötig die Galater, die ganz schnell nach ihrer Bekehrung wieder in alte Gewohnheiten zurückgefallen waren.

Daher hält sich Paulus im Gegensatz zu den Einleitungen der anderen Briefe auch nicht mit langen Grußreden auf, sondern kommt gleich zur Sache. Lassen Sie uns einmal gemeinsam anschauen, wie Paulus die Galater versucht wieder, wie wir im Ruhrgebiet sagen, "auf Spur zu bringen".

1. Allein durch Glauben

Eigentlich ist es doch ganz einfach zu verstehen: Wir erhalten unsere Erlösung geschenkt, müssen also gar nichts dafür tun.

Ich habe es häufig bei Neubekehrten gesehen, dass sie vor Freude strahlten und sich ganz diesem Geschenk verschrieben haben. Und irgendwann kam es dann doch auf, das Gefühl, dass da etwas faul ist an der Sache.

Man bekommt im Leben niemals etwas geschenkt. Für alles, was ich haben möchte, muss ich eine Gegenleistung vollbringen. Je mehr ich wieder in der Welt lebe, desto eher manifestiert sich diese Aussage wieder in unseren Gedanken und in unseren Erfahrungen.

Daher ist es auch so wichtig, dass wir regelmäßig an Gottesdiensten, Gemeinschaftsstunden, Bibelstunden oder ähnlichen Versammlungen teilnehmen (die im Internet natürlich eingeschlossen). Gerade in dieser Gemeinschaft erinnern wir uns immer wieder einander daran, dass es eben doch keiner Gegenleistung bedarf für das, was Christus für uns getan hat.

Und dies ruft Paulus auch den Galatern wieder in ihr Gewissen zurück, wenn er ihnen sagt: "Damit wir gerecht werden durch den Glauben und nicht durch die Werke des Gesetzes."

2. Die Rolle rückwärts

Was hatten sie denn eigentlich getan die Galater? Gute Werke zu vollbringen kann ja wohl so schlecht auch nicht sein. Ist es in der Tat auch nicht.

Aber, und jetzt kommt das große Aber, was bei den Galatern schief gelaufen ist. Sie nahmen die Erlösung allein durch den Glauben nicht mehr so an, wie sie ihnen von Paulus gelehrt worden war.

Nach und nach führten sie die alten Gesetze wieder ein. Und so kam es ganz schleichend dazu, dass der neue Bund in Vergessenheit zu geraten drohte.

Und da macht Paulus den Galatern etwas sehr folgenschweres klar: Wir sind alle Sünder von Geburt an. Das alte Gesetz, was die Galater gerade wieder in Kraft gesetzt haben, das sollte ihnen genau eines aufzeigen; nämlich, dass kein Mensch dem Gesetz genügen kann. Jeder Mensch, uns alle eingeschlossen, wird Tag für Tag an diesem Gesetz scheitern und somit auf ewig verloren gehen.

Wenn ich also das Gesetz wieder in Kraft setze, so Paulus, mache ich mich selbst zum Übertreter und damit zu einem verlorenen Sünder. Ich mache in diesem Moment all das zunichte, was der Herr Jesus für mich getan hat. Kein Wunder also, dass Paulus "not amused" war, über das, was er bei den Galatern vorfand.

3. Christus lebt in mir

Nun war es niemals die Art von den Aposteln den Gemeinden eine kräftige Standpauke zu halten und sie dann mit ihren Problemen allein zu lassen.

Das tat auch Paulus nicht. Paulus macht den Galatern noch einmal in aller Kürze klar, wie denn ihre Erlösung vonstattengegangen ist und was das für sie bedeutete:

a. Ich habe Teil an Christi Tod. Eigentlich hätte ich für meine Sünden am Kreuz hängen müssen. Aber der Herr Jesus hat all meine Sünden auf sich genommen und hat meine Strafe getragen und für all meine Sünden bezahlt. Das kann ich durch kein Gesetz der Welt erreichen, sondern nur durch mein "Danke, Jesus."

b. Ich habe teil an seiner Auferstehung. Wie Jesus aus dem Tode auferstanden ist, so bin auch ich, als ich ihm mein Leben übergeben habe, aus meinem Sündentod auferstanden. Natürlich führe ich auch noch ein Leben in der Welt, aber ich führe auch zeitgleich ein Leben in dem auferstandenen Herrn, oder besser ausgedrückt mit dem auferstandenen Herrn an meiner Seite.
All das habe ich nicht, wenn ich mich auf das Gesetz verlasse.

c. Ich habe teil am ewigen Leben. Nach seiner Auferstehung habe auch ich teil an dem was Jesus nunmehr lebt, nämlich ein Leben in die unendliche Länge, ein Leben in die Ewigkeit hinein.

Das bedeutet heute für mich, dass mein Leben auf Erden eben nicht alles ist. Das bedeutet, dass mich Jesus am Tage meines irdischen Todes an seiner Hand im Himmel willkommen heißt.

Und das heißt auch, dass ich meine Prioritäten auf Erden ganz anders setzen kann. Oder um es mit einem Teil eines Liedverses von Reinhard Mey auszudrücken: "Was mir jetzt so groß und wichtig erscheint, wird auf einmal nicht und klein."

Und darum bittet Paulus die Galater händeringend, dass sie diese Gnade doch bitte nicht wegwerfen mögen. Und darum sollten auch wir uns immer wieder daran erinnern, dass wir diese Gnade nicht wegwerfen. Egal, was auch passiert.

Diese göttliche Gnade und Barmherzigkeit drückt der Liederdichter Philipp Friedrich Hiller sehr schön in dem zweiten Vers seines Liedes " Mir ist Erbarmung widerfahren..." (EG 355) aus, der da lautet, wie folgt:

Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein;
Gott hat mich mit sich selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein.
Wo kam dies her, warum geschieht's? Erbarmung ist's und weiter nichts.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Aug 27, 2018 3:22 pm

ePredigt vom 19.08.2018 (Apostelgeschichte 3, 1-10)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 12. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 3. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 1-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Heilung des Gelähmten

Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde zur Gebetszeit. Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzt man täglich vor die Tür des Tempels, die da heißt die Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an!
Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf.
Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben. Sie erkannten ihn auch, dass er es war, der vor der Schönen Tür des Tempels gesessen und um Almosen gebettelt hatte; und Verwunderung und Entsetzen erfüllte sie über das, was ihm widerfahren war.


Liebe Gemeinde,
auf den ersten Blick geht es um die Heilung eines Gelähmten. Wenn wir jedoch ein wenig hinter die Kulissen blicken, dann geht es um unsere eigene Heilung, die in unserem heutigen Predigttext beschrieben wird. Lassen Sie uns die Geschichte unserer Heilung einmal ein wenig genauer betrachten.

1. Ohne Gott

Bewegungslos, also lahm zu sein ist so eine der stärksten körperlichen Leiden, die man sich vorstellen kann. Stets und ständig ist man auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen.

Neben dieser körperlichen Lähmung und Bewegungslosigkeit gibt es aber doch noch etwas viel Schlimmeres; nämlich die geistliche Lähmung und Bewegungslosigkeit.

Schauen wir uns doch alle einmal in unserem Umfeld um. Sehr viele Menschen leben doch dort ohne Gott. Sind sie wirklich glücklich und auch innerlich grundzufrieden? Nach außen hin mag es ja den Anschein erwecken, aber wenn man einmal etwas intensiver nachfragt, dann wirken viele dieser Menschen wie Getriebene in einem Hamsterrad.

Mit viel aufgesetzter Freude und aufgesetztem Lächeln beschreiten sie ihren Lebensweg, aber zu dem Zustand der inneren Zufriedenheit gelangen sie meist nicht. Man hat es sich ja in seinem Leben so einigermaßen gemütlich gemacht.

Und doch tragen diese Menschen so etwas wie eine unbekannte Sehnsucht in ihren Herzen, die ihnen manchmal bewusst wird. Aber sie wissen nicht, wie sie diese tiefe Sehnsucht befriedigen können. Also laufen sie weiter in ihrem Hamsterrad bis das Hamsterrad eines Tages ohne sie weiterlaufen muss.

2. Auf Gott sehen

Petrus und Paulus sagten zu dem Gelähmten: Sieh uns an!

Für die Menschen, die in ihrer geistlichen Lethargie leben bedeutet dies: Sieh Gott an! Ich mache es immer so, dass ich Menschen, die noch ohne Gott unterwegs sind, bitte, doch einmal so zu tun, als ob Gott wirklich existiert. Einfach mal zwei Wochen den Versuch wagen.

Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von rund 80 Jahren sind zwei Wochen ja nun wirklich nicht viel. Um es genau zu beziffern sind dies gerade mal 0,05 % der Lebenszeit.

Was passiert nun bei den Menschen, die sich so und ernsthaft auf die Suche nach Gott begeben? Genau, Gott lässt sich von diesen ehrlich suchenden Seelen wirklich finden. Ich lehne mich nicht weit aus dem Fenster heraus wenn ich behaupte, dass 100 % aller ehrlich suchenden Menschen, die diesen Versuch wagen, spüren, fühlen und erleben werden, dass Gott real existiert.

Aber unser Predigttext ist ja nicht damit beendet, dass der Gelähmte Petrus und Paulus anschaut. Nein, er, der Jahr für Jahr auf fremde Hilfe angewiesen war, wird von seiner Krankheit geheilt. Und zwar nicht erst nach unzähligen Reha-Kuren, sondern hier und jetzt und sofort.

Liebe Gemeinde, dies geschieht auch heute im 21. Jahrhundert immer und immer wieder. Es ist zwar keine Regel, aber ich habe sehr viele Menschen erlebt, die Dank Gottes Hilfe von Süchten jedweder Art von einem Tag auf den anderen geheilt worden waren.

Und auch uns, die wir schon lange mit unserem Herrn unterwegs sind, steht dieser Weg offen. Auch wir dürfen auf IHN schauen und IHN bitten, uns Heilung widerfahren zu lassen.

Und dann passiert er der Supergau: Gott heilt mich nicht. Also doch alles Kappes die Sache mit Gott ? Mitnichten, liebe Gemeinde, Gott hat mehr mit uns im Sinn, als wir es uns jemals vorstellen könnten. Gott will immer nur das Beste für uns. Und das unterscheidet sich schon manches Mal von dem was wir für das Beste für uns halten.

Paulus, der Gott bat, ihn von diversen Leiden zu erlösen, mag uns als gutes Beispiel dienen. Warf Paulus seinen Glauben über Bord als Gott seinem Wunsch nach Heilung nicht nachkam. Nein, natürlich nicht; Paulus nahm das im Glauben an, was ihm Gott geschenkt hatte und machte das Beste daraus.

Und das sollen auch wir heute im 21. Jahrhundert tun in der festen Gewissheit, dass Gott keine Fehler macht und immer nur das Beste für uns will.

3. Gott loben

Was machte denn der Gelähmte, als er geheilt worden war? "Er lief und sprang umher und lobte Gott." Das tun wir doch schließlich alle, wenn uns Gott wieder einmal so reichlich beschert hat.

Wenn wir einen tollen Abend im Kreise unserer Freunde verbringen durften, wenn wir ein wahres Schlemmermahl zu uns genommen haben, wenn wir aus einem erholsamen Urlaub wohlbehalten wieder nach Hause zurückgekehrt sind, dann loben wir doch alle unseren Herrn über alle Maßen. Oder etwa nicht ?

Ich zähle auch zu den Menschen, die vieles als ganz natürlich hinnehmen, was bei näherer Betrachtung ein Geschenk Gottes ist.

Ich musste noch niemals in meinem Leben wahren Hunger leiden, rund 4000 Km südlich von uns sieht die Sache schon ganz anders aus. Wenn ich mit meinem Auto wohlbehalten aus dem Urlaub zurückkehre, dann ist das doch ganz natürlich. Ist es eben nicht. Jeden Abend sehe ich im Fernseher Horrorunfälle auf unseren Autobahnen. Und dass ich so viele Freunde und Bekannte habe, das liegt auch nicht unbedingt an meiner liebenswürdigen Art.

Mittlerweile betrachte ich diese Gegebenheiten und noch viel mehr als wahre Präsente Gottes, die ER mir schenkt, weil ER mich liebt. Grund genug, mal wieder häufiger "Danke Gott" zu sagen.

Lassen Sie uns daher zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten und sechsten Vers des Liedes "Danke für diesen guten Morgen..." (EG 334) von Martin Gotthard Schneider anstimmen, die da lauten, wie folgt:

Danke für diesen guten Morgen, danke für diesen neuen Tag.
Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.
Danke, dein Heil kennt keine Schranken, danke, ich halt mich fest daran.
Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.


Der Herr segne und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen erholsamen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Sep 03, 2018 1:43 pm

ePredigt vom 01.09.2018 (1. Thessalonicher 1, 2-10)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 14. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Thessalonicher, Kapitel 1, die Verse 2-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der vorbildliche Glaube der Gemeinde

Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer in unserm Gebet und denken ohne Unterlass vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus. Liebe Brüder, von Gott geliebt, wir wissen, dass ihr erwählt seid; denn unsere Predigt des Evangeliums kam zu euch nicht allein im Wort, sondern auch in der Kraft und in dem Heiligen Geist und in großer Gewissheit. Ihr wisst ja, wie wir uns unter euch verhalten haben um euretwillen. Und ihr seid unserem Beispiel gefolgt und dem des Herrn und habt das Wort aufgenommen in großer Bedrängnis mit Freuden im Heiligen Geist, sodass ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja. Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen nicht allein in Mazedonien und Achaja, sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, sodass wir es nicht nötig haben, etwas darüber zu sagen. Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zuküftigen Zorn errettet.




Liebe Gemeinde,

wie es scheint, lobt Paulus die Gemeinde in Thessalonich über den grünen Klee. In kaum einem anderen Brief wird die Gemeinde so intensiv gelobt wir in unserem heutigen Predigttext. Warum lobt Paulus diese Gemeinde so über alle Maßen und was zeichnet diese Gemeinde als etwas so besonders aus? Lassen Sie uns darüber heute Morgen einmal gemeinsam nachdenken.

1. Wort aufnehmen

Liebe Gemeinde, wir hören natürlich alle auf das, was uns der Predigttext sagen möchte. Aber setzen wir auch das um, was uns Sonntag für Sonntag berichtet wird? Die Gemeinde in Thessalonich war eine solche Gemeinde, die das Wort nicht nur hörte, sondern es auch 1:1 in die Tat umsetzte.

Wir hören ja nicht am Sonntag Gottes Wort, um es dann für eine Woche in die Ecke zu stellen. Auch wir, die wir heute Morgen beisammen sind, sollen das, was uns Gott sagen möchte auch in die Tat umsetzen.

"Mit Freuden im Heiligen Geist", so schreibt es Paulus haben die Thessalonicher das Wort aufgenommen.

Der Heilige Geist kann ja nur dann in mir wirken, wenn ich ihn auch wirken lasse. Wenn ich miesepeterig meine Bibel lese, meine Zeit im Gottesdienst absitze und dabei nicht bei der Sache bin, weil mich das Ganze sowieso nicht so richtig interessiert, dann wird auch der Heilige Geist auch kaum in mir wirken.

Wenn ich aber neugierig bin auf Gottes Wort und wissen möchte, was er mir sagen will, dann wird der Heilige Geist in mir wirken. Er wird mich lenken und führen und mich auf rechtem Wege leiten, damit ich das, was Gott von mir möchte, auch in mit einem freudigen Herzen umsetzen kann.

Das geht natürlich nicht mal eben so im Vorbeigehen, dazu bedarf es schon der Ruhe und Stille, damit ich SEIN Wort auch verstehen kann.

2. Abkehr von Götzen

Bekehrung, liebe Gemeinde ist die eine Sache, die Abkehr von den Götzen hingegen eine ganz andere. Was sind eigentlich Götzen?

Götzen sind alle Dinge in unserem Leben, die uns von unserer Gemeinschaft mit unserem Herrn wegbringen wollen, oder aber diese Gemeinschaft stören wollen oder aber anstelle dieser Gemeinschaft treten wollen.

Das hört sich sehr theoretisch an, daher ein paar Beispiele. Der Teufel ist ein Paradebeispiel für jemanden, der uns von Gott wegbringen möchte und zu sich in seinen Bann ziehen möchte. Der Teufel arbeitet sehr, sehr intelligent. Er sagt zum Beispiel nicht: "Es gibt doch gar keinen Gott", sondern er lädt uns ein, mit ihm doch einmal über Theologie zu diskutieren. Und dann stellt er eine Tatsache nach der anderen in Frage, bis wir schließlich total verunsichert sind.

Die christliche Gemeinschaft lebt ja gerade von und in dieser Gemeinschaft. Wenn mich Geld, Karriere und Hobbys daran hindern, an der Gemeinschaft teilzuhaben, dann muss ich mir auch hier die Wertefrage stellen.

Im Prinzip können wir sagen, dass alles, was uns wichtiger ist als Gott, schon in die Nähe des Götzen rückt. Und dabei sollten wir höllisch aufpassen, dass diese Dinge nicht unsere Beziehung mit Gott durcheinanderbringen.

3. Die Praxis

Wie gehen wir denn nun ganz praktisch als Christen mit der Welt und der Gemeinde um ? Auch hier sagt uns Paulus drei Kennzeichen, die er an der Gemeinde in Thessalonich so besonders schätzt.

Wir sollen in Liebe miteinander umgehen. Natürlich gibt es in jeder Gemeinschaft auch Meinungsverschiedenheiten. Diese sollen wir aber nicht im Streit, sondern in Liebe lösen. Am besten macht man das, indem man nicht das sucht, was uns trennt, sondern nach dem Ausschau hält, was uns verbindet. Dann kommt man in der Regel sehr schnell zu dem Ergebnis, dass es gar keinen Raum für Streit mehr geben kann, da das, was uns verbindet, immer größer ist, als das, was uns voneinander trennt.

Wir sollen in Geduld miteinander umgehen. Wenn etwas nicht so klappt, wie wir es uns wünschen, dann neigen wir ja schnell mal dazu ungeduldig zu werden. Da ist der neue Bruder, der mit seinen Fragen anfängt zu nerven. Wir haben es ihm doch schon dutzende Male erklärt. Und dann ist da noch der Bruder, der immer wieder den gleichen Fehler macht. Man könnte aus der Haut fahren.

Was Geduld heißt, das hat Jesus dem Petrus auf seine Frage hin geantwortet, wie oft man seinem Gegenüber verzeihen muss. Nicht sieben Mal, sondern siebzig Mal sieben Mal.

Wir sollen die Hoffnung in uns tragen. Hoffnung, liebe Gemeinde ist ein Leben hin auf das, was wir noch nicht sehen können, von dem wir aber überzeugt sind, dass es kommen wird. Wenn dies in der Gemeinschaft geschieht, dann stärkt der eine den anderen, wenn dieser einmal ins zweifeln kommen sollte.

Wie er auf Hoffnung hin lebt, dass erklärte der Theologe Helmut Thielicke einmal wie folgt: Wir alle kennen das Weihnachtsfest. Und wir alle kennen die Adventszeit, in welcher wir uns auf dieses Fest vorbereiten. Mein ganzes Leben ist eine andauernde Adventszeit in der ich mich auf das Höchste vorbereite, was mir widerfahren kann, nämlich die Heimkehr in mein himmlisches Vaterhaus. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Machen wir es doch ab heute ganz konkret: Gehen wir doch wieder liebevoller miteinander um, üben wir uns doch wieder mehr in Geduld, wenn die Pferde mit uns durchzugehen drohen und sehen wir doch wie Helmut Thielicke das Leben als eine einzige Adventszeit, in welcher wir uns auf den Himmel vorbereiten dürfen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 6. Vers des Liedes "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG529) von Paul Gerhardt einstimmen, der uns aufzeigt, wie wir hoffnungsvoll leben können:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Steaße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Sep 11, 2018 11:28 am

ePredigt vom 09.09.2018 (Galater 5, 25-26; 6, 1-3, 7-10)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 15. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Galaterbrief Kapitel 5, die Verse 25-26, und im Kapitel 6, die Verse 1-3 und 7-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander nicht herausfordern und beneiden.
Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest. Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Denn wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten: Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.
Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch des Verderbens ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist des ewigen Lebens ernten. Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.


Liebe Gemeinde,

der Galaterbrief ist der einzige Brief, welcher nicht mit schönen, zu Herzen gehenden Grußworten beginnt, sondern gleich mit heftiger Kritik durchstartet. Eigentlich so gar nicht die paulinische Art, aber die Galater hatten sich eben so verhalten, dass es einer massiven Kritik bedurfte, um sie wieder "auf Kurs" zu bringen.

Vielleicht haben wir dies auch heute wieder einmal nötig. Schauen wir uns doch einmal an, was Paulus bemängelte und wozu er den Galatern geraten hat.

1. Geist versus Welt

Die Galater waren sehr schnell von den christlichen Werten abgehkehrt und wandten sich wieder der Welt zu. Nun hört sich das zunächst einmal ziemlich abstrakt an. Was bedeutet es denn eigentlich wenn wir "die Welt" sagen?

Wer sich nicht im Geist, sondern in der Welt bewegt, der wird sehr schnell nach eitler Ehre trachten, wie es Paulus eingangs unseres Predigttextes sehr schön beschreibt. Eitle Ehre bedeutet, dass ich nicht auf das schaue, was Gottes Ehre dienlich ist, sondern nur noch auf mein eigenes Ansehen und Wohlergehen erpicht bin.

Ich befinde mich dann in einem ständigen Wettkampf mit meinen "Mitweltlern", denen es ja genau so ergeht wie mir. Ein Hauen und Stechen um die besten Posten, um das meiste Geld und um das höhere Ansehen ist dann die Folge. Natürlich ist in dieser Welt kein Platz für die schwachen und minderbemittelten Menschen. Wer nicht mithalten kann der bleibt eben auf der Strecke. Ist ja auch ganz natürlich, jeder hat doch die gleiche Chance im Leben.

Und aus dieser ganzen Sucht nach eitler Ehre erwächst etwas ganz gefährliches, nämlich der Neid. Neid ist nichts anderes, als dass ich meinem Nächsten nicht das gönne, was er hat, sondern dies lieber für mich haben möchte. Neid verbleibt aber nicht im Kopf des Menschen. Neid führt auch meist zu Lug und Trug, wenn nicht gar zu Gewalt, um das zu haben, was mein Nächster hat.

Gewisse Parallelen können wir sicherlich alle erkennen, wenn wir uns heute einmal in den Betrieben, ja sogar schon in den Schulen umschauen.

Halten wir einmal fest: Bei dem Leben in der Welt ist nur einer wichtig; nämlich ICH.

Beim Leben im Geist sieht dies schon etwas anders aus. Ein Leben im Geist, wie es die Galater wieder führen sollen ist ein Leben, welches auf Gott und auf den Mitmenschen ausgerichtet ist.

"Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." So beschreibt Paulus ein Leben im Geist. Es geht eben nicht nur immer um mich und meine Bedürfnisse, sondern auch um die Bedürfnisse meiner Mitmenschen. Der Weg des Lebens geht weg vom ICH und hin zum DU.

Aus einem derartigen Leben kann logischerweise gar kein Neid entstehen, sondern es entsteht echte Sorge und Fürsorge für meine Mitmenschen.

2. Die Entscheidung

Die Galater glaubten, auf irgendwie beiden Ebenen, also in der Welt und im Geist leben zu können. Sonntags in der Kirche richtig schön fromm und ab Montag wieder so richtig nach den Maßstäben der Welt leben. Gibt es natürlich heute gar nicht mehr, oder etwa doch ?

Paulus beschreibt es klipp und klar, dass dies nicht funktioniert. Er sagt den Galatern sinngemäß: Wenn ihr ein Leben ohne Gott führen wollt, bitteschön, das könnt ihr machen. Aber, liebe Freunde, am Ende dieses Weges steht das ewige Verderben, also der Weg direkt in die Hölle.

Auf der anderen Seite könnt ihr aber den geistlichen Weg beschreiten, den Weg also, den Gott für euch vorgesehen hat. Dieser Weg ist zwar nicht immer angenehm, es kommen auch jede Menge Schwierigkeiten und Hindernisse auf euch zu, aber dieser Weg endet nicht in der Verdammnis, sondern im ewigen Leben.

3. Achtung Betrug

Liebe Gemeinde, wir kennen doch alle Menschen, die sehr viel über Jesus erzählen, ihren Reden aber keine Taten folgen lassen. Gern stehen sie im Mittelpunkt, wenn es um christliche Verkündigung geht. Aber wenn man einmal hinter die Kulissen schaut, dann sieht die Welt schon ein wenig anders aus.

Und hier warnt Paulus die Galater, indem er ihnen aufzeigt, dass es einen gibt, der auch hinter die Kulissen schauen kann und dem man nichts, aber auch gar nichts vormachen kann. Und das ist Gott selber.

Man verspottet Gott ja regelrecht, wenn man Jesus Christus bekennt und seinem Nächsten die kalte Schulter zeigt. Oder wenn man nur dann christliche Nächstenliebe ausübt, wenn dies von möglichst vielen Menschen gesehen wird.

In einem originären Christenleben sollte stets beides zusammenpassen das Wort und die Tat. Und das sieben Tage in der Woche, und 52 Wochen im Jahr.

Wie kriege ich so ein Leben hin, liebe Gemeinde? Wissen Sie was, das kriegt keiner von uns aus eigenen Stücken hin. Aber wir haben ja unseren Herrn an unserer Seite der sehnlichst darauf wartet, dass wir ihn bitten uns unseren Weg aufzuzeigen.

Neben der Bibel ist übrigens gerade ein ganz toller Ratgeber zu diesem Thema von Ulrich Parzany erschienen unter dem Titel: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen". Es lohnt sich meines Erachtens, dieses Werk zu studieren.

Zu einem originären Christenleben gehört es auch, unseren Herrn immerfort zu loben. Lassen Sie uns dies zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes tun, indem wir zusammen in den ersten Vers des Liedes "Großer Gott, wir loben dich..." (EG 331) von Ignaz Franz einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Großer Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine tolle Woche unter dem Schutz und Schirm unseres Herrn.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Sep 25, 2018 5:01 pm

ePredigt vom 16.09.2018 (Apostelgeschichte 12, 1-11)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 16. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 12. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 1-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Um diese Zeit legte der König Herodes Hand an einige von der Gemeinde, sie zu misshandeln. Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes mit dem Schwert. Und als er sah, dass es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber eben die Tage der Ungesäuerten Brote. Als er ihn nun ergriffen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und überantworte ihn vier Wachen von je vier Soldaten, ihn zu bewachen. Denn er gedachte, ihn nach dem Fest vor das Volk zu stellen. So wurde nun Petrus im Gefängnis festgehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und in jener Nacht, als ihn Herodes vorführen lassen wollte, schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit zwei Ketten gefesselt, und die Wachen vor der Tür bewachten das Gefängnis. Und siehe, der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf!
Und die Ketten fielen ihm von den Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und zieh deine Schuhe an! Und er tat es. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge mir!
Und er ging hinaus und folgte ihm und wusste nicht, dass ihm das wahrhaftig geschehe durch den Engel, sondern meinte, eine Erscheinung zu sehen. Sie gingen aber durch die erste und zweite Wache und kamen zu dem eisernen Tor, das zur Stadt führt; das tat sich ihnen von selber auf. Und sie traten hinaus und gingen eine Straße weit, und alsbald verließ ihn der Engel. Und als Petrus zu sich gekommen war, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand des Herodes errettet hat und von allem, was das jüdische Volk erwartete.


Liebe Gemeinde,

auf den ersten Blick handelt es sich um eine Gefängnisgeschichte mit wunderbarer Befreiung. Das ist zwar richtig, aber es steckt doch noch ein wenig mehr dahinter, als wir es beim ersten Hören vermuten.

1. Die Nacht

Vermutlich wurde Petrus tagsüber überraschend festgenommen. Er hatte sich ja nichts vorzuwerfen. Er hatte nichts getan, was auch nur in die Nähe eines Verbrechens angesiedelt werden könnte. Und doch wurde er von der Staatsmacht inhaftiert.

So wie er also im finsteren Gefängnis saß, so umgab ihn sicherlich auch die geistliche Nacht. Wieso ich ? Wie kann Gott das zulassen? Wie soll es nur weitergehen? All das sind Fragen, die er sich vermutlich gestellt hat. Fragen, auf die er aber nicht sofort eine Antwort bekam.

Daher blieb er vorerst in der geistlichen Nacht. Haben wir das nicht alle schon einmal erlebt, diese geistliche Nacht. Vielleicht nach einer niederschmetternden Diagnose unseres Arztes, oder aber nach der Kündigung unsers Jobs.

Wir alle sind doch Gott treu gewesen und haben stets nach seinem Willen versucht zu leben. Wir haben doch alles für ihn getan und dann das.

"Aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott", so haben wir es soeben gehört. Ohne sein Dazutun hatte Petrus mächtige Verbündete, die für ihn beteten. Fürbitte, so hat es Paul Deitenbeck einmal treffend formuliert ist das Wirken in das Leben eines anderen Menschen hinein durch den Thron Gottes hindurch. Und dies tat die Gemeinde.

Nur mal so nebenbei bemerkt: Darum sind christliche Gemeinschaften auch so wichtig. Wir singen und beten nicht nur gemeinsam, sondern wir beten dort auch füreinander. Wohin dies mitunter führen kann, das sehen wir gleich.

2. Das Licht

Ein Engel betrat die Gefängniszelle und von einem Moment zum anderen wurde der Raum hell erleuchtet. Und damit war auch die geistliche Nacht für Petrus vorbei.

Wenn wir uns mal eben zurückerinnern, dann lag Petrus gefesselt an zwei Soldaten in der Zelle. Sie hätten doch eigentlich auch das Licht sehen müssen, als der Engel den Raum betrat. Offensichtlich sahen sie dieses Licht aber nicht.

Dieses Licht kann auch nur derjenige spüren und wahrnehmen, der sein Leben Gott übergeben hat. Paul Gerhardt beschreibt dies sehr schön, wie folgt: "Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist."

Aber der Herr Jesus tritt nicht nur in das Leben des Menschen als Licht ein. Er handelt auch ganz konkret. Petrus zum Beispiel befreite er von allen Fesseln, wieder ohne dass die Wärter es bemerkten.

Wie Gott Petrus damals von seinen Fesseln befreite, so will er uns auch heute noch von allem befreien, was uns von ihm trennt. Er möchte uns frei machen von allen Hindernissen, die uns an einem Leben mit ihm hindern.

Das können Fesseln diverser Süchte sein. Das können Fesseln von Götzen sein, die uns in ihrem Banne halten wollen. Das können aber auch Fesseln von Religionen sein, die uns den Weg zu Gott versperren. Es gibt sie leider auch heute immer noch. Religionsgemeinschaften, die mit einem kaum einhaltbaren Regelwerk ihre Mitglieder drangsalieren und ihnen weismachen wollen, dass nur so der Weg zu Gott gegangen werden kann.

Glauben wir Ihnen besser nicht. Vertrauen wir auf das Licht, das auch in unserem Leben leuchten möchte.

3. Offene Türen

Was nützen gesprengte Fesseln, wenn ich nur bis zur nächsten Wand laugen kann? Wohl gar nichts. Als Gott Petrus die Fesseln abgenommen hatte, öffnete er zugleich die Türen des Gefängnisses und zeigte Petrus den Weg aus seiner Gefangenschaft heraus in die Freiheit. Er musste diesen Weg nur noch gehen.

Und so ist es auch heute noch, liebe Gemeinde, Gott befreit uns nicht nur von unseren Fesseln, nein er zeigt uns auch den Weg ganz genau auf, der (wieder) zu ihm hinführt. Gehen, liebe Gemeinde, müssen wir aber schon selber.

Petrus saß ja schon ganz schön tief im Schlamassel. Am nächsten Tag sollte ihm der Prozess gemacht werden. Und der würde ganz bestimmt nicht gerade mit einem Freispruch enden.

Gott hilft aber spätestens rechtzeitig. Das durfte Petrus am eigenen Körper erleben. Und genau darauf dürfen wir uns auch heute noch verlassen. Auch wenn wir manchmal meinen, Gott habe uns vergessen in all unserem Leide. Einfach weiter auf sein Wirken vertrauen und ruhig und gelassen bleiben. Das sagt sich so einfach, das kann aber kaum einer. Darum dürfen wir uns auch in all unseren Nöten, Sorgen und Problemen mit unserem Gebet an unseren Herrn wenden.

Wir müssen nicht selber versuchen, uns aus unseren Fesseln zu befreien; wir müssen nicht gewaltsam Türen eintreten, um unseren Weg zu Gott zu finden. Wir dürfen im Gebet ganz gelassen bleiben und auf seine Hilfe warten.

Und das schönste kommt erst noch. Wenn Gott uns befreit uns leitet und führt, dann kommen wir immer in vorbereitete Verhältnisse hinein. So wie Gott in dem ganzen Umfeld des Gefängnisses tätig war, so arbeitet er auch in unser aller Umfeld. Pfuschen wir ihm also nicht ins Handwerk und warten geduldig, was er noch alles mit uns vorhat.

Das heißt nicht, faul in der Hängematte zu liegen und auf Gottes Ruf zu warten. Das hat schließlich Petrus auch nicht getan. Das bedeutet dass wir aus jeder Situation unseres Lebens mit Gottes Hilfe das Beste machen sollen, und nicht versuchen sollen krampfhafte eigene Befreiungsversuche zu starten.

Lassen Sie uns daher noch voller Gottvertrauen in den 1. Vers des Liedes "Ein feste Burg ist unser Gott... (EG 362) von Dr. Martin Luther einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der altböse Feind mit Ernst er's jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Sep 25, 2018 5:02 pm

ePredigt vom 23.09.2018 (Jesaja 49, 1-6)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 17. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 49. Kapitel, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Hört mir zu, ihr Inseln, und ihr Völker in der Ferne, merkt auf! Der Herr hat mich berufen von Mutterleibe an; er hat meines Namens gedacht, als ich noch im Schoß der Mutter war. Er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedeckt. Er hat mich zum spitzen Pfeil gemacht, und mich in seinem Köcher verwahrt. Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch den ich mich verherrlichen will. Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich und verzehrte meine Kraft umsonst und unnütz, wiewohl mein Recht bei dem Herrn und mein Lohn bei meinem Gott ist. Und nun spricht der Herr, der mich von Mutterleibe an zu seinem Knecht bereitet hat, dass ich Jakob zu ihm zurückbringen soll und Israel zu ihm gesammelt werde, - darum bin ich vor dem Herrn wert geachtet und mein Gott ist meine Stärke -, er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die Enden der Erde.


Liebe Gemeinde,

wenn der Prophet seine Rede mit den Worten: "Hört mir zu, ihr Inseln, und ihr Völker in der Ferne, merkt auf!" beginnt, dann handelt es sich um eine Botschaft von unendlicher Wichtigkeit. Lassen Sie uns daher diese Botschaft auf ihre Kernsätze hin untersuchen.

1. Zufallsprodukt Mensch

Über die Entstehung der Erde und damit auch der Menschheit gibt es ja unendlich viele Theorien. Das ist keine Entwicklung der Neuzeit, schon zu Zeiten Jesajas gab es zahlreiche wissenschaftliche Theorien über die Entstehung unserer Erde. Eine gewisse wissenschaftliche Strömung ging damals schon davon aus, dass der Mensch ein Zufallsprodukt sei. Eine Laune der Natur eben.

Und in diese Situation hinein schreit der Prophet Jesaja mit den Worten: "Er hat meines Namens gedacht, als ich noch im Schoß der Mutter war."

Das bedeutet nichts anderes, als dass wir alle, die wir heute Morgen zusammensitzen, ganz bestimmt keine Zufallsprodukte sind. So wie wir hier sitzen ganz genau so hat uns Gott gewollt.

Wir treiben es daher nicht auf die Spitze, wenn wir sagen: Jeder Mensch ist von Gott gemacht und somit sein geliebtes Kind und damit auch sein Eigentum. Dass er sich dabei des Menschen für die biologische Zeugung bedient, ist in sich überhaupt kein Widerspruch.

Weil wir seine geliebten Kinder sind, sind wir Gott auch unendlich wichtig. So wie wir auf unsere Kinder und deren Wohlergehen achten, genauso achtet Gott auf ein jedes seiner geliebten Kinder.

Von Gott allezeit umgeben zu sein ist doch mal eine Perspektive für einen jeden von uns. Was aber noch viel wichtiger ist, ist die Tatsache, dass Gott meinen Nebenmann genau so liebt, wie er mich liebt. Also ist mein Nebenmann in Gottes Augen mein Bruder oder meine Schwester. Und genau so soll ich meine Mitmenschen auch behandeln.

Nicht nur die, die mich heute umgeben, sondern alle Menschen, die mir in meinem Leben begegnen. Und das ohne Rücksicht auf Herkunft, Hautfarbe und sozialem Status.

2. Das Scheitern

Toll, ich bin Gottes geliebtes Kind, er passt auf mich auf und doch scheitere ich immer wieder mit dem was ich mache.

IHN zu bezeugen klappt nicht so, wie ich es mir vorstelle. Vieles, was ich beruflich anpacke geht ebenfalls in die sprichwörtliche Hose. Und auch im privaten Bereich verhalte ich mich nicht immer so, wie Gott es will.

Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich", so drückt Jesaja es in unserem Predigttext aus.

Wie passt das denn bitte mit einem Gott zusammen, der mich liebt und der stets auf mich achtet?

Liebe Gemeinde, auch jegliches Scheitern ist von Gott gegeben. Wir haben ja alle einen bestimmten Tunnelblick dafür, wie das Leben, die Familie und Mission zu laufen haben. Häufig haben wir ganz konkrete Vorstellungen über diese Dinge und Abweichungen tolerieren wir nicht.

Und dann ist schon mal notwendig, dass Gott uns vor die Wand laufen lässt. Erst im Scheitern geben wir nämlich den Tunnelblick auf und sind offen für Neuerungen. Das Schöne daran ist, dass Gott diese Neuerungen bereits für uns bereithält, wir sie aber vorher gar nicht erkennen konnten in unserer eigenen Verbissenheit.

Allein durch das Scheitern eröffnet sich uns die Möglichkeit eines Neuanfanges. Also niemals den Kopf in den Sand stecken, wenn mal etwas misslingt, sondern Gott um Rat fragen, was wir anders machen sollen.

3. Jesus, mein Licht und mein Heil

Hier kommen wir an eine der zahlreichen Stellen, wo wir Jesus durch die Prophetenworte schon im Alten Testament entdecken können. Jesus, mein Licht und mein Heil, was bedeutet dies denn ganz konkret in meinem Alltag?

Jesus als mein Licht leuchtet mein ganzes Leben aus. Wenn ich mich zu ihm bekehre, dann offenbart er sich mir durch seine Führung durch mein Leben.

Auch wenn es in meinem Leben einmal ganz dunkel werden sollte, dann darf ich mich auf dieses Licht verlassen, welches mein geschundenes Herz wieder zum Leuchten bringen wird.

Jesus als mein Heil bedeutet dass ich die absolute Heilsgewissheit habe. Durch seine Bezahlung für all meine Sünden am Kreuz von Golgatha sind meine Sünden vor Gott nicht mehr existent.

Außer meinem Ja zu Gott kann ich nichts, aber auch rein gar nichts machen, um diese Erlösung zu erlangen. Auch wenn manche Religionen uns dies weismachen wollen. Wir können uns unsere Erlösung und damit die Eintrittskarte in den Himmel nicht selber erarbeiten.

Wenn mein irdisches Leben endet, dann komme ich direkt in den Himmel und nicht in die Hölle. Nur so nebenbei bemerkt: Über die Hölle wird ja nicht so gern gepredigt, obwohl der Herr Jesus diesen Ort über 20-mal in seinen Reden ganz konkret erwähnt.

"Früher hatten die Menschen Angst vor der Hölle, heute haben die Pfarrer Angst über die Hölle zu predigen", so sagte es ein guter Freund von mir.

Jesus mein Licht und mein Heil, ja, das stimmt. Aber nur dann, wenn ich mich auch zu ihm bekehrt habe.

Wie Jesaja von Gott berufen wurde, diese Botschaft den Menschen zu verkündigen, so hat uns der Herr Jesus ganz persönlich berufen, die frohe Botschaft weiter zu sagen. Lassen Sie uns immer wieder daran denken, was die letzten Worte Jesu zu seinen Jüngern waren: "Darum geht hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe." Das hat er nicht nur den Pfarrern aufgetragen, sondern uns allen.

Jesus, mein Licht und mein Heil, das drückte Nikolaus Ludwig von Zinzendorf sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes "Jesu, geh voran auf der Lebensbahn..." (EG 391) aus, der da lautet, wie folgt:

Jesu, geh voran auf der Lebensbahn!
Und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen;
führ uns an der Hand bis ins Vaterland.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine schöne neue Woche stets mit Jesus voran auf Ihrer Lebensbahn!

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Okt 01, 2018 1:37 pm

ePredigt vom 30.09.2018 (Jakobus 2, 1-13)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 18. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Kapitel des Jakobusbriefes, die Verse 1-13. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Kein Ansehen der Person in der Gemeinde

Liebe Brüder, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person. Denn wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung, und ihr sähet auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprächet zu ihm: Setzt du dich hierher auf den guten Platz !, und sprächt zu dem Armen: Stell du dich dorthin !, oder: Setze dich unten zu meinen Füßen !, ist's recht, dass ihr solche Unterschiede bei euch macht und urteilt mit bösen Gedanken ? Hört zu, meine lieben Brüder! Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? Ihr aber habt dem Armen Unehre angetan. Sind es nicht die Reichen, die Gewalt gegen euch üben und euch vor Gericht ziehen? Verlästern sie nicht den guten Namen, der über euch genannt ist? Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift (3.Mose 19,18) " Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", so tut ihr recht; wenn ihr aber die Person anseht, tut ihr Sünde und werdet überführt vom Gesetz als Übertreter. Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig. Denn der gesagt hat (2. Mose 20, 13-14) " Du sollst nicht ehebrechen", der hat auch gesagt: "Du sollst nicht töten". Wenn du nun nicht die Ehe brichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes. Redet so und handelt so wie die Leute, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.


Liebe Gemeinde,

kein Ansehen der Person in der Gemeinde, so ist unser heutiger Predigttext überschrieben. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, birgt aber doch so manche Tücken in sich. Aber unser Predigttext gibt uns noch weitere Hinweise, die für uns als Gemeinde wichtig sind. Lassen Sie uns diese Hinweise heute Morgen ein wenig näher betrachten:

1. Der Reiche

Wenn Bill Gates oder Herr Zuckerberg ein Interview geben, dann lauscht die halbe Welt ehrfürchtig den Worten, die sie und verkünden. Wird Otto Normalverbraucher befragt, interessiert dies keinen Menschen.

Es geht schon eine gewisse Faszination aus von den Reichen dieser Welt. Man möchte vielleicht auch so sein, wie sie und erhofft sich den einen oder anderen Tipp von ihnen.

Demzufolge behandelt man sie auch zuvorkommender als andere Menschen. Und genau hier setzt Jakobus ein und sagt uns, dass ein derartiges Verhalten in der Gemeinde nichts zu suchen hat.

Natürlich übertragen wir Weltverhalten gern auf unsere Gemeinden. Und hiervor sollen wir uns hüten. In unseren Gemeinden soll ein ganz anderer im Mittelpunkt stehen, nämlich unser Herr Jesus Christus.

Sobald wir aber einen anderen Menschen in den Mittelpunkt stellen, laufen wir Gefahr uns von unserem geistlichen Zentrum zu entfernen.

In den USA gibt es eine religiöse Bewegung, die sich allein dem Reichtum verschrieben hat und allen Mitgliedern Reichtum ohne Ende verspricht, wenn sie nur genügend für Jesus abgeben. Geblendet von dieser Aussicht auf Reichtum haben schon hunderte von Menschen ihr gesamtes Vermögen verloren. Natürlich blieb bei allen, bis auf die Kirchenobersten, der versprochene Geldsegen aus.

Zudem ist Reichtum auch gefährlich; er kann nämlich arm machen, und zwar geistlich arm. Wenn ich mich nur auf meinen Reichtum verlasse, ihn also zu meinem Gott erkläre, dann verliere ich ganz schnell die persönliche Beziehung zu meinem Herrn und Heiland.

2. Der falsche Arme

Wenn Jakobus in unserem Predigttext von dem Armen spricht, dann meint er dies nur materiell.

Es gibt aber, wie wir eben schon gesehen haben, eine weitere Lebensebene, welche nicht durch arm und reich klassifiziert ist. Das ist die geistliche Ebene, also die Ebene auf der wir als Christen leben.

Jeder, der mit dem Herrn Jesus unterwegs ist, wird mir zustimmen, dass dort Vermögensverhältnisse gar keine Rolle mehr spielen. Überall dort, wo mein Herr und Heiland im Mittelpunkt meines Lebens steht, da ist nur noch eines wirklich wertvoll, nämlich meine intakte Beziehung zu ihm.

Jeder, der mit Jesus unterwegs ist weiß, dass materieller Reichtum in gewissen Situationen zwar hilfreich sein kann, dieser aber keine Antwort auf die letztendlich wichtigen Fragen des Lebens bereithält.

Materieller Reichtum schützt nicht vor Krankheit und Tod und Hölle. Geistlicher Reichtum hingegen schützt natürlich auch nicht vor Krankheit und Tod. Aber er bringt uns nicht in die Hölle, sondern in den Himmel.

Und ein Leben mit meinem Herrn an meiner Seite führt mich zwar nicht am Leiden vorbei aber immer durch das Leiden hindurch. Und schlussendlich wenn ich meinen Körper auf Erden verlassen muss, darf ich sicher sein, dass meine Wohnung im Himmel schon bereit ist und ich dort Einzug halten kann. Denn dies hat der Herr Jesus uns allen ja ganz konkret versprochen.

Diese Predigt soll kein Plädoyer für Armut sein. Gott mag natürlich auch reiche Menschen. Jakobus will uns nur aufzeigen, dass wir in unserem Leben nicht die falschen Prioritäten setzen sollen.

3. Die Konsequenz

Gibt es etwas, was Beide, also der Reiche und der Arme tun können, ohne dass es einen Unterschied macht? Ja, liebe Gemeinde, das gibt es in Gottes Reich tatsächlich. Jakobus nennt es Barmherzigkeit.

Was ist das denn eigentlich, die Barmherzigkeit. Ein barmherziger Mensch öffnet sein Herz fremder Not und nimmt sich derer mildtätig an, so eine Definition des Begriffes Barmherzigkeit.

Und jetzt kommen wir auch schon wieder zu unseren beiden Menschen, dem Reichen und dem Armen. Wer öffnet sein Herz wohl eher fremder Not? Es dürfte kein Geheimnis sein, dass dies der Arme sein wird. Derjenige, der nur aus Gott heraus lebt, also eine lebendige Beziehung zu Gott unterhält, der wird auch in der Jüngerschule schon gelernt haben, dass es eine der christlichen Kardinaltugenden ist, Barmherzigkeit zu üben.

Der Reiche hingegen, der sich immer nur auf sein Geld und seinen Wohlstand verlassen hat, wird eher zurückhaltend sein, sein Herz fremder Not zu öffnen und sich derer auch noch mildtätig anzunehmen.

Und jetzt kommt die eigentliche Botschaft, die sich durch den gesamten Jakobusbrief zieht und die uns heute zum Schluss noch einmal richtig wachrütteln soll. Diese heißt: Vorleben und nicht vorschreiben.

Wir können noch so viel beten, noch so viel in der Bibel lesen, noch so viele Gottesdienste besuchen, aber wenn wir das, was wir dort erfahren nicht mit Leben füllen, dann ist unser Glaube irgendwo in der Tat unglaubwürdig.

Wen ich meinen Führerschein mache, dann lerne ich zunächst die Theorie. Danach bekomme ich Fahrunterweisungen der praktischen Art. Und dann nach der Prüfung werde ich in die Praxis entlassen.

In der Bibel lerne ich die Theorie. In der Gemeinschaft und im Gebet erahne ich wie ich alles praktisch umsetzen kann. Die Prüfung ist die Bekehrung. Und dann ist es wichtig, dass ich mein Wissen auch in die Tat umsetze. Das sagt uns Jakobus durch seinen ganzen Brief hindurch.

Lesen wir diesen Brief doch heute Nachmittag mal an einem Stück durch.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unserem Herrn danken, dass er uns arm gemacht hat, damit wir seinen Reichtum erst erkennen konnten. Lassen Sie uns dies mit dem ersten Vers des Liedes "Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn..." (EG 644) von dem Liederdichter Heino Tangermann tun, der da lautet, wie folgt:

Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan.
Bedenke, in Jesus vergibt er dir gern, du darfst ihm, so wie du bist, nahn.
Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, viel mehr als ein Vater es kann.
Er warf unsre Sünden ins äußerste Meer, kommt, betet den Ewigen an.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Okt 08, 2018 3:11 pm

ePredigt vom 07.10.2018 (1. Timotheus 4, 4-5)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Erntedanktag des Jahres 2018. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Timotheusbrief, Kapitel 4, die Verse 4-5. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.


Liebe Gemeinde,

Erntedanktag, das Wort beinhaltet ja schon das Wort Dank. Und doch geht es um weit mehr, als nur um den Dank. Ein Landwirtschaftsjahr neigt sich dem Ende, Zeit einmal Bilanz zu ziehen. Vieles ist in diesem Jahr geschehen. Dürre und Starkregenfälle haben der Ernte stark zugesetzt. Und doch ist wieder alles zu einem guten Ende gekommen. Schauen wir uns doch heute einmal anhand eines Landwirtschaftsjahres den Kreislauf des Dankens an und wie Bitten, Empfangen und Danken zusammenhängen:

1. Bitten

Gerade in der Landwirtschaft wissen wir nicht, was alles passieren wird. Der letzte Sommer war total verregnet, der diesjährige Sommer weitaus zu trocken.

Gerade weil wir nicht wissen was die Zukunft bringt, dürfen wir all unsere Nöte und Sorgen vor den Herrn tragen. Er sagt ja in Johannes 14,13: " Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun." Das bedeutet nun beileibe nicht, dass unser Herr ein Wunscherfüllung-Automat ist, wo man oben die Wünsche eingibt und sie unten herauskommen.

Er sagt ja, was ihr bitten werdet IN MEINEM NAMEN. Und das erinnert uns doch stark an das Vaterunser, wo wir beten "Dein Wille geschehe". Wir dürfen Gott all unsere Bitten vorlegen, ER wird aber immer nur diejenigen Wünsche erfüllen, die zu unserem Besten dienen. Auch wenn wir dies auf den ersten Blick gar nicht einsehen können oder wollen.

Gerade im Bitten zeigt sich unser Vertrauen auf den Herrn. Wo wir nicht mehr weiterkönnen, da können wir ihn um seine Hilfe bitten. Und dann können wir ganz unbekümmert wieder unsers Weges gehen, wohlwissend dass da jemand im Hintergrund an unserem Anliegen arbeitet.
Wir werden immer wieder in Schwierigkeiten kommen, das steht außer Frage. Aber wir haben einen bei uns, der uns auch dabei zur Seite steht, wenn es darum geht, wie wir diese Schwierigkeiten bewältigen.

2. Empfangen

Empfangen heißt: Entgegennehmen, bekommen, erhalten. Dies sind also passive Vorgänge, wo wir selber nicht aktiv werden.

Aber dann muss es ja auf der anderen Seite einen geben, der uns diese Geschenke bereitet, die wir von ihm empfangen. Ja, den gibt es natürlich auch. Es ist unser himmlischer Vater, der uns das Geschenk der reichen Ernte, wie wir sie heute stellvertretend auf den Altären bewundern dürfen schenkt.

Wir müssen uns das einmal so vorstellen: Nach der Aussaat können wir rein gar nichts mehr für die Ernte tun. Wir können zwar mit den Pflanzen reden, macht aber wenig Sinn. Wir können sie auch jeden Tag aus dem Boden ziehen und schauen, ob sie schon Wurzeln getrieben haben, macht natürlich noch weniger Sinn.

Wir können aber auch abwarten bis zur Ernte und uns dann anschauen, was uns der Herr so alles geschenkt hat.

Das ist nicht nur in der Landwirtschaft so, das ist in unser aller Leben genauso. Viele Dinge in unserem Leben entziehen sich unserem Einfluss, da bleibt uns nur, abzuwarten und zu schauen, was der Herr daraus macht.

Es gibt ein sehr schönes altes Kirchenlied, welches dies beschreibt. Schauen wir uns den ersten Vers einmal an:

Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut.

Geben wir doch dem Herrn auch in unserem Leben vertrauensvoll die Zeit, damit er in uns und an uns und für uns wirken kann.

3. Danken

Jetzt kommen wir zu dem zentralen Thema des heutigen Tages, dem Thema Danken. Am heutigen Tage danken wir dem Herrn, dass er uns auch für das kommende Jahr wieder mit Nahrungsmitteln versorgt hat.

Ja, liebe Gemeinde, auch wenn das Brot aus dem Supermarkt kommt, aber ohne den Weizen auf unserem Altar gäbe es kein Brot. In unserer Zeit nehmen wir vieles als allzu selbstverständlich hin.

Es ist kein Problem, sich an allen Ecken und Enden mit Nahrungsmitteln 24 Stunden am Tag zu versorgen. In Afrika sieht die Sache schon ganz anders aus. Da sind Menschen schon froh, wenn sie überhaupt einen Schale Reis am Tag zusammenbekommen. Von sauberem Trinkwasser, welches bei uns aus dem Wasserhahn kommt mal ganz zu schweigen.

Wenn wir uns dies wieder einmal bewusst machen, dann fällt es uns sicherlich ganz leicht, unserem Herrn jeden Tag für unser täglich Brot zu danken.
Wen mir wieder einmal bewusst wird, wer denn alles, was wir hier sehen, hat wachsen lassen, dann komme ich auch ganz schnell von meinem hohen Ross herunter. Wir haben eben nicht alles selbst in der Hand, wie wir es irrtümlicherweise so gern annehmen.

Wenn ER nicht Wachsen und Gedeihen schenkt, dann brauchen wir gar nicht auf die realen Felder und die Felder unseres Lebens zu gehen, um eine Ernte einzufahren.

Ich bin ganz bestimmt kein Umweltaktivist. Dafür fehlen mir auch die Kenntnisse. Aber eines weiß ich: Wir können noch so viel Dünger auf die Felder bringen und noch so viele Pestizide anwenden, wenn ER es nicht wachsen lässt, dann sind all unsere Bemühungen umsonst.
Lassen Sie uns dem Herrn zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes danken, indem wir gemeinsam in den 8. Vers des Liedes "Geh aus mein Herz, und suche Freud" (EG 503) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen, aus meinem Herzen rinnen.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Erntedanktag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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