ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Mei 22, 2018 12:35 pm

ePredigt vom 20.05.2018 (1. Korinther 2, 12-16)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Pfingstsonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 2, die Verse 12-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Wir haben aber nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist. Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. Denn "Wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen"? (Jesaja 40,13). Wir aber haben Christi Sinn.


Liebe Gemeinde,

fühlen Sie sich als Christ manchmal unverstanden? Reden Sie auch manchmal gegen eine Wand des Unverständnisses ? Wenn ja, dann sind Sie mit Paulus in bester Gesellschaft. Schon dem Apostel Paulus erging es damals so. Und er erklärt uns auch in diesem Predigttext warum dies so ist.

1. Der Geist der Welt

Wir werden alle, die wir auf Erden sind als unbekehrte Wesen in diese Welt hineingeboren. Da macht es auch zunächst gar keinen Unterschied, ob ich in ein christliches Elternhaus hineingeboren werden oder aber in ein atheistisches Elternhaus.

Christ wird man also nicht durch seine Herkunft. Oder aber wie Billy Graham es einmal gesagt hat: "Nur weil du in einer Garage geboren worden bist, bist du noch lange kein Auto".

Wenn ich als unbekehrter Mensch in dieser Welt lebe, dann kann ich mir dieses Leben durchaus recht komfortabel einrichten, mein Leben ohne Gott. Wenn wir uns so in der Welt umschauen, dann sind es ja meist die Reichen und Schönen, die alles zu besitzen scheinen, welche ohne Gott durch ihr Leben gehen.

Und je länger ich es mir in dieser gottlosen Welt gemütlich mache, desto weniger bin ich bereit, mal über den berühmten Gartenzaun zu schauen, ob da nicht noch etwas anderes ist, was vielleicht viel besser für mich wäre. Aber, liebe Gemeinde, dann müsste ich ja unter Umständen das, was ich habe im Stich lassen.

2. Der Geist aus Gott

Wer aber doch einmal den Blick über den Gartenzaun wagt, der wird feststellen, dass es da noch etwas zu geben scheint, was vielleicht bedeutsamer ist als mein ganzer materieller Besitz auf Erden.

Wer über den Gartenzaun schaut, der bemerkt auf einmal eine liebevolle Menschengruppe, denen es eben nicht darum geht, immer mehr und noch mehr an Besitztümern zu sammeln. Der lernt auf einmal Menschen kennen, denen es in erster Linie um das Wohl des jeweils anderen zu gehen scheint.

Wenn er sich nun auf diese Gemeinschaft einlässt und es mal probiert, ich meine die Sache mit Gott, dann wird er sehr schnell feststellen, dass wohl doch etwas dran ist an dem, was er bisher nur von außen wahrgenommen hat.

Und jetzt kommt die große Entscheidung. Gehe ich diesen einen Schritt nach vorne und vertraue dem mein Leben an, wie es meine Mitgeschwister schon getan haben, oder gehe ich doch lieber wieder zurück in meine kleine Komfortzone.

Wer den entscheiden Schritt nach vorne geht, also wer dem Herrn Jesus seine Sünden bekennt und ihn fortan als Regenten seines Lebens haben möchte, dem sendet Gott den Heiligen Geist. Wenn wir es so wollen, dann ist Pfingsten jeden Tag auf Erden, nämlich immer dann, wenn Gott seinen Heiligen Geist sendet.

Der Heilige Geist ist nichts anderes als unser Beistand auf Erden, den uns schon der Herr Jesus versprochen hat. Er führt uns auch schon ein Stück weit hinter die Kulissen der für die Menschen unsichtbaren Welt. Nach und nach lehrt uns der Heilige Geist, wie wir uns denn als Christen verhalten mögen.

Und deshalb, liebe Gemeinde, ändert sich auch das Leben eines Menschen, der Christus als seinen Herrn angenommen hat.

3. Welt trifft Geist

Und jetzt kommen wir zu unserer eingangs gestellten Frage, warum wir manchmal so schief angesehen werden. Oder um es salopper auszudrücken, warum die Menschen meinen, wir hätten nicht mehr alle Latten am Zaun.

Wenn ich mich vom Heiligen Geist lehren, leiten und führen lasse, dann ist dies für einen Weltmenschen unerklärlich, weil er ja eben diesen Geist nicht kennt, geschweige er denn in ihm wohnt.

Es ist aber das Herzensanliegen eines jeden Christen, dass gerade derjenige, der uns ein wenig belächelt, mehr von Christus erfährt, damit auch er den rechten Weg finden und begehen kann.

Und da dürfen wir als Christen auch schon einmal ein wenig in die Marketingtrickkiste greifen. Was macht denn Werbung, liebe Gemeinde ? Werbung macht neugierig auf das Produkt, welches beworben wird. Werbung zielt darauf ab dass der Verbraucher sich sagt: "Das muss ich haben."

So, und dies ist auch unsere Aufgabenstellung als Christen in der Welt. Wir müssen und sollen so leben, dass der uns umgebende Weltmensch einfach neugierig auf uns wird und in seinem inneren der Wunsch geweckt wird, auch so zu sein, wie wir.

Wir müssen die Mitmenschen nur neugierig machen, den Rest macht Gott schon ganz allein und bestimmt viel besser als wir es je könnten.

Bringen wir doch unsere ansteckende christliche Fröhlichkeit unter die Menschen auf dass sie angesteckt werden und auch nur noch eines wollen, nämlich wissen, wie auch sie dorthin gelangen, wo wir schon sind.

Lassen Sie uns zum Abschluss gemeinsam in den ersten Vers des Pfingstliedes "Jesus Christus herrscht als König..." (EG 123) von Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muss.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstsonntag und freue mich, wenn wir morgen wieder beisammen sein dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Mei 22, 2018 12:36 pm

ePredigt vom 21.05.2018 (Epheser 4, 11-15)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Pfingstmontag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im Epheserbrief, Kapitel 4, die Verse 11-15. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollendeten Maß der Fülle Christi, damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen. Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.


Liebe Gemeinde,

wenn ich für die heutige Predigt eine Überschrift wählen sollte, dann fiel mir spontan ein: "Der Jesus-Konzern". Jesus als oberster Chef setzt seine Leute fast schon generalstabsmäßig ein, so lesen wir es in unserem Predigttext. Dass da auch ein Sinn dahintersteckt ist uns allen vermutlich klar. Lassen Sie uns heute morgen diesen Jesus-Konzern einmal etwas näher betrachten.

1. Die Chefetage

In jedem Unternehmen haben wir einen Chef und seine nachgeordneten Bereichsleiter oder wie auch immer wir sie bezeichnen möchten. Alle Bereichsleiter werden vom Chef persönlich eingesetzt. Das ist auch bei unseren Gemeinden so, oder sollte zumindest so sein.

Fangen wir an bei den Propheten. Propheten, so können wir es im Alten Testament nachlesen, wiesen auf das zukünftige Geschehen hin, also auf das, was die Menschen erwartete, sowohl im positiven, als auch im negativen.

Wir sollen als Christen natürlich schon auf das schauen, was uns denn erwartet, wenn wir ein Leben mit unserem Herrn an unserer Seite führen. Und natürlich sollen wir uns auch darüber im klaren sein, was uns erwartet, wenn wir unseren Weg ohne Gott gehen.

Dann haben wir noch die Evangelisten. Evangelisten verkündigen uns die frohe Botschaft. Sie legen uns, die wir vielleicht noch jung im Glauben sind die Bibel so aus, dass auch wir verstehen, was gemeint ist.

Dann kommen die Hirten und die Lehrer. Denen kommt eine besondere Aufgabe zu. Sie sollen als Hirten darauf achten, dass wir als Gemeinschaft zusammenbleiben und dass nicht jeder seinen eigenen Weg geht. Wenn dies geschieht, dann hat nämlich der Teufel ein leichtes Spiel. Ein einzelnes Schaf ist ihm eine sichere Beute, aber die Gemeinschaft der Herde greift er so schnell mal nicht an.

Die Lehrer haben allesamt die Aufgabe, uns dabei zu unterstützen, wie wir das gehörte Wort ganz konkret in unserem Alltag umsetzen können. Was wir sonntags in der Kirche hören, hört sich gut an, aber wie wir es am Montag in die Praxis umsetzen könne, ja, da fällt uns manchmal nichts zu ein. Und genau hier soll uns der Lehrer zur Seite stehen.

2. Die Ausbildung

Vor einer beruflichen Ausbildung werden ja immer Ausbildungsziele festgeschrieben. Sowohl der Ausbildende, als auch der Auszubildende wissen also, wo sie dran sind, was sie also während einer Ausbildung erwartet.

Und in der christlichen Ausbildung sind es drei Lernziele, welche da sind:

Einheit des Glaubens
Erkenntnis des Sohnes Gottes
Betrugserkennung

Die Einheit des Glaubens, liebe Gemeinde, soll nach innen und nach außen hin als eine fest eingeschworene Christusgemeinschaft erkennbar sein. Ja größer eine Gemeinschaft ist, desto mächtiger ist sie auch. Je größer eine Gemeinschaft ist, desto unangreifbarer ist sie auch. Darum sollen wir uns bemühen, bei all unseren Mitgeschwistern nicht immer zuerst nach dem zu suchen, was uns trennt, sondern nach dem, was uns verbindet.

Erkenntnis des Sohnes Gottes. Das ist schlichtweg das zentrale Lernziel schlechthin. Vorformulierte Gebete nachzuplappern und das Apostolische Glaubensbekenntnis herunter rattern, das kann jeder lernen. Erkenntnis des Sohnes Gottes heißt aber, dass ich dies aus meinem Herzen heraus tue. Wenn ich mich mit Haut, Haaren und meinem Herzen dem Sohne Gottes verschrieben habe, dann regiert ER mein Leben.

Dann kann ich aus der Fülle meines Herzens meinen Glauben bekennen und ihn auch weitergeben.

Dann war da noch die Sache mit der Betrugserkennung. Es gab schon zu Jesu Zeiten mannigfache Christusse, die vorgaben die einzig wahre Lehre zu verkündigen. Wie erkenne ich denn die wahre Lehre und wie entlarve ich die Irrlehrer. Dieses Lernziel ist vergleichsweise einfach zu erlernen, kostet aber Zeit und Geduld. Die wahre Lehre muss sich immer an der Bibel messen lassen. Alles, was über die Bibel hinaus gelehrt wird ist also Irrlehre.

Nehmen wir zum Beispiel einmal den Koran. In der Bibel steht "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten". Im Koran ist zwar das Lügen auch verboten, nicht hingegen gegenüber Andersgläubigen. Diese dürfen nach allen Regeln der Kunst belogen werden. Also ist letztendlich der Koran die Basis einer Irrlehre.

3. Die Tätigkeit als Christ

Jede Ausbildung endet einmal und dann geht es in die Praxis. Gerade wer eine theoretische Ausbildung absolviert hat wird mit dem Wort Praxisschock etwas anzufangen wissen.

Aber keine Sorge, liebe Gemeinde, bei Gott sieht das alles ein wenig anders aus. Gott entlässt uns zwar in die christliche Alltagspraxis, er ist aber immer nur einen Gebetsruf weit von uns entfernt. Schauen Sie doch einfach mal im Psalm 50,15 nach, auch bekannt, als Gottes Telefonnummer.

Fakt ist, dass unsere Ausbildung als Christ nämlich niemals endet. Bis zu unserem leiblichen Tode wachsen wir nämlich immer weiter in Richtung Jesus hin.

In unserem Predigttext lesen wir zum Beispiel eine zentrale Aufgabe als Christen: "Wahrhaftig sein in der Liebe"

Hört sich gut an, aber die Umsetzung in der Praxis!!! Da ist der Kollege, der keine Bedenken hat mir den von ihm verursachten Fehler in meine Schuhe zu schieben. Da ist der Mensch, der mich öffentlich bloßstellt und mich lächerlich macht wegen meines Glaubens. Können wir diesen Typen mit wahrhaftiger Liebe, also eben keiner geheuchelten Liebe, entgegentreten. Also ich kann das nicht, aber ich kenne einen, der mir dabei immer wieder hilft, wenn ich ihn denn darum bitte. Der Heilige Geist, der seit dem ersten Pfingstfest auf allen Gläubigen ruht, lässt auch uns im Jahre 2018 nicht im Stich.

Wenn wir in allen Dingen wachsen sollen, dann weiß der herr Jesus doch auch, das wir dies nicht alleine können. Er wartet doch nur darauf, dass wir ihn anrufen und um seine Hilfe bitten. Versäumen wir dies doch nicht. Jeder, der ihn anruft, den wird er niemals im Stich lassen. Probieren wir es doch einfach mal wieder häufiger aus.

ER ist es doch, dem wir letztendlich alles zu verdanken haben. Dies drückt der Liederdichter Cornelius Friedrich Adolf Krummbacher sehr schön in dem zweiten Vers seines Liedes "Stern auf den ich schaue..." (EG 407) aus, der da lautet, wie folgt:

Ohne dich, wo käme Kraft und Mut mir her?
Ohne dich, wer nähme meine Bürde, wer?
Ohne dich, zerstieben würden mir im Nu
Glauben, Hoffen, Lieben, alles, Herr, bist du.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mei 28, 2018 4:01 pm

ePredigt vom 27.05.2018 (Epheser 1, 3-14)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Kapitel des Epheserbriefes, die Verse 3-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lobpreis Gottes für die Erlösung durch Christus

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit. Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hat, um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist. In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens; damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus gehofft haben. In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit - in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.


Liebe Gemeinde,

wir feiern heute das Fest Trinitatis, also das Fest der Dreieinigkeit. Wir Christen glauben an den einen Gott, der sich in verschiedenen Personen gezeigt hat und immer noch zeigt. Wir glauben an Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.
Unser heutiger Predigttext führt uns zum besseren Verständnis an diese Trinität heran. Wenn wir uns den Predigttext anschauen, dann finden wir dort drei große Bereiche, die jeweils mit den Worten: "In Ihm" beginnen. Lassen Sie uns diese Bereiche heute Morgen einmal gemeinsam betrachten:

1. In Ihm : Der Vater

Gott hat uns vor aller Zeit erwählt. Lange bevor auf Erden der erste Strohhalm wuchs, hat uns Gott schon als seine Kinder erwählt.
Wie wir es zu Beginn des Alten Testamentes nachlesen können, haben wir diese Kindschaft so richtig in den Sand gesetzt. In den Sand gesetzt, weil wir dem Teufel mehr vertrauten, als unserem Schöpfer. Das Ganze endete mit einem grandiosen Rausschmiss aus dem Paradies.
Indem wir vor Gott gesündigt hatten, Gott aber keine Sünde in seiner Gegenwart dulden kann, wurden und werden wir alle zu Erbsündern.
Ab unserer Geburt tragen wir diesen Makel bereits in uns. Schon von Geburt an sind wir also Sünder, denen der Weg zur Gotteskindschaft verwehrt ist. Herkunft, Rasse und welche Religion auch immer spielen dabei überhaupt keine Rolle.
Jetzt war es aber so, dass Gott seine Geschöpfe nach wie vor liebt. Also musste in Weg geschaffen werden, wie wir wieder den Heimweg zu ihm antreten können.

2. In Ihm : Der Sohn

Für unsere Erbsünde und all unsere weiteren Sünden musste also bezahlt werden. Ohne die Sünde loszuwerden hatten wir keine Chance, wie der zu Gottes geliebten Kindern zu werden. Uns selber ist diese Bezahlung nicht möglich. Wir können nichts, aber auch rein gar nichts dafür tun, dass unsere Sünden vor Gott getilgt werden.
Das konnte nur einer, nämlich Gott, der Sohn, unser Herr Jesus Christus. Gott kam als Mensch in Form von Jesus Christus als vollkommen sündloser Mensch auf unsere Erde, lebte als vollkommen sündloser Mensch unter uns und wurde schließlich als Bezahlung für alle unsere Sünden ans Kreuz genagelt.
Mit seinem sündlosen Blut hat Gott ein für alle Male für unsere Sünden bezahlt.
Seit Golgatha kann jeder Mensch, der auf Erden lebt, diesen Freispruch für sich in Anspruch nehmen. Er muss nur seine Sünden bereuen, umkehren und Jesus die Herrschaft über sein Leben übertragen. Wer das macht fällt ab diesem Moment unter die Gnade und kann nicht mehr für seine Sünden zur Rechenschaft gezogen werden.
Aber es geht noch weiter, liebe Gemeinde, wie wir es in unserem Predigttext lesen können. Wir sind als Gottes Kinder auch zu Erben eingesetzt worden. Alle, die den Freispruch für sich in Anspruch nehmen wollen, alle diese Menschen haben ein verbrieftes Erbrecht. Aber was erben wir denn? Wir erben das Beste, was es geben kann; nämlich den Anspruch auf einen Platz im Himmel.
Dieser Platz ist schon jetzt in der Zeit unseres Lebens sicher und wir werden ihn nach unserem Ableben in Anspruch nehmen können. Gott selbst verzichtet sogar darauf, uns zu enterben. Natürlich haben wir Menschen nach wie vor die freie Wahl, ob wie dieses Erbe annehmen wollen oder nicht.

3. In Ihm : Der Heilige Geist

Wichtige Dokumente werden meist mit einem Siegel versehen. Ein solches wichtiges "Dokument" sind auch wir für Gott.
Schon auf Erden lässt er uns dies wissen, indem er uns schon ein Stück weit am Himmel teilhaben lässt in Form des Heiligen Geistes.
In der Person des Heiligen Geistes ist Gott schon hier auf Erden für uns präsent und möchte unser Führer, Begleiter, Tröster und Beistand sein in allen Lebenslagen.
Gott möchte, dass wir ihn schon auf Erden spüren können, damit wir schon einen kleinen Vorgeschmack auf das bekommen, was uns alle erwartet.
Wenn Gott uns führen möchte, dann müssen wir uns natürlich auch führen lassen. Wenn Gott unser Tröster sein möchte, dann müssen wir uns natürlich auch von ihm trösten lassen und wenn Gott unser Beistand sein möchte, dann müssen wir natürlich auch auf ihn hören, was er uns sagen und raten möchte.
Darum lassen Sie uns alle wieder stille werden vor Gott, lassen Sie uns die Hektik des Alltages immer wieder unterbrechen damit wir Gott auch in der Person des Heiligen Geistes immer auf's Neue spüren und seine Gegenwart erleben können.
Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Trinitatisfestes gemeinsam in den dritten Vers des Liedes "Gelobet sei der Herr... " (EG 139) von Johann Olearius einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben,
des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben,
der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft,
der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.
Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jun 04, 2018 2:36 pm

ePredigt vom 03.06.2018 (Jeremia 23, 16-29)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia im 23. Kapitel, die Verse 16-29. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

So spricht der Herr Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch; denn sie verkündigen euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des Herrn. Sie sagen denen, die das Wort des Herrn verachten: Es wird euch wohlgehen -, und allen, die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen. Aber wer hat im Rat des Herrn gestanden, dass er sein Wort gesehen und gehört hätte? Wer hat sein Wort vernommen und gehört? Siehe, es wird ein Wetter des Herrn kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. Und des Herrn Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen. Ich sandte die Propheten nicht und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen und doch weissagen sie. Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun zu bekehren. Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr, und nicht auch ein Gott, der ferne ist? Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der Herr. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?, spricht der Herr. Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lügen weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt. Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen und wollen, dass mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die einer dem anderen erzählt, wie auch ihre Väter meinen Namen vergaßen über dem Baal? Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen?, spricht der Herr. Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt.


Liebe Gemeinde,


schon harter Tobak, den wir soeben gehört haben. Stoßen da nicht 2 Welten aufeinander. Der Gott, der uns alle liebt und dann dieser Gott aus dem Alten Testament, der so gar nichts von Liebe spüren lässt, ja, der sogar Menschen bestrafen kann?

Ich glaube, Jeremia öffnet uns mal so richtig die Augen für das Wesen Gottes, oder wie ich es einmal gehört habe, für das wahre Ich Gottes. Jeremia räumt nämlich auf mit dem niedlichen Gott und präsentiert uns den einzig wahren real existieren Gott. Lassen Sie uns doch heute morgen diesen Gott einmal gemeinsam betrachten.

1. Hört nicht auf falsche Propheten

Wir neigen ja gern dazu, uns einen Gott zurecht zuzimmern, der uns in den Kram passt. Vor allem aber einen Gott, der sich nicht ungefragt in unsere Angelegenheiten einmischt.

Dies wussten schon die Propheten des Alten Testamentes und verkündigten froh und munter einen Gott, den es gar nicht gibt. Das Modell verkaufte sich auch sehr gut. Warum sollte man einem strengen Vater im Himmel hinterherrennen, wenn es doch auch einen anderen gibt ?

Also ließen sich die Menschen damals von den falschen Propheten sehr leicht blenden. Doch Achtung, liebe Gemeinde, heute ist es nicht anders. Das sagte auch schon der Herr Jesus voraus, als er prophezeite, dass viele Propheten uns falsche Christusse verkündigen werden.

Sie glauben es nicht ? Schauen wir uns doch einmal bei "Kirchens" um. Gott hat natürlich nicht gewollt, dass es nur eine Lebensgemeinschaft, nämlich die Ehe zwischen Mann und Frau gibt. Gott ist es doch egal, ob ein Mann einen Mann ehelicht oder eine Frau eine Frau. Gott ist doch froh, dass die Menschen überhaupt noch an ihn denken.

Man darf die Bibel und deren Regeln, doch heute nicht mehr 1:1 anwenden. Wir sind doch moderne Menschen und wissen was erlaubt ist.

Und dann die ganzen Mythen und Märchen, die wir in der Bibel findet. Es glaubt doch wohl kein Mensch mehr ernsthaft an den Satan oder gar an die Hölle. Wir kommen doch alle irgendwann irgendwie in den Himmel.

Dies und noch viel mehr lehren uns falsche Propheten und Christusse in unserer Zeit.

Und so sind wir auch heute im ach so modernen 21. Jahrhundert auf dem gleichen Wege wie die Menschen zu Zeiten des Propheten Jeremia. Zeit also, auf die Worte Jeremias zu hören und anzuerkennen, dass der Gott der Bibel sein damaliges Wort heute noch genau so meint, wie er es damals kundgetan hat.

2. Kein Unheil

Alles gute kommt von Gott, Gott straft doch keinen Menschen. Er ist doch der liebe Gott.

Liebe Gemeinde, es hat sich leider ein Gefühl bei uns eingeschlichen, dass Gott total verharmlost. Die Anfangsbuchstaben Gottes stehen heute gern für "Guter Opa Total Taub".

Diese Gott, liebe Gemeinde, den gibt es nicht. Mit diesem Gott müssen wir uns auch ger nicht erst beschäftigen. Der Gott, der gern immer mals wieder ein Auge zudrückt ist nur ein Gottesbild, welches unserer Phantasie entspringt.

Aber es gibt einen gerechten Gott. Ein Gott, der einmal jeden von uns zur Rechenschaft ziehen wird. Auch die sich zu ihm bekehrt haben. Ja, richtig gehört. Auch die bekehrten Menschen müssen vor Gott Rechenschaft über ihr Tun und Lassen ablegen. Auch wenn sie einen Platz im Himmel haben, bleibt ihnen dies nicht erspart.

Was uns allen aber erspart bleiben wird ist das Gericht Gottes über alle gottlosen Menschen. Dieses vernichtende Urteil, welches uns ewig von Gott trennt und uns in die Hölle wirft, dieses Gericht wird natürlich nicht über uns hereinbrechen.

Fallen wir also nicht auf Menschenworte herein, die uns das Lied der Allversöhnung predigen wollen, damit wir sorglos der Hölle entgegengehen, ohne es zu merken.

3. Gott erfüllt Himmel und Erde

Liebe Gemeinde, in meiner Jugend gab es ein Lied, welches so begann "In dem Himmel ferne, da wo die Englein sind." Ich hatte in der Tat so meine Schwierigkeiten damit zu glauben, dass ein Gott, der ganz weit weg ist, doch auch wirklich nahe sein kann. Wenn er in dem Himmel ferne lebt, dann kann er doch gar nicht sehen, was auf Erden so alles passiert. So jedenfalls meine kindliche Betrachtungsweise.

Und da hören wir von Jeremia, dass Gott ein Gott ist der Himmel und Erde erfüllt. Also ein Gott, der zwar fern ist aber der auch ganz nahe ist.

ER ist ganz einfach das Zentrum, um das sich die ganze Welt dreht. Darum soll unser ganzes Denken, Handeln und Trachten auch allein auf Ihn fokussiert sein. Und damit erschließt sich auch schon unser Daseinszweck auf Erden.

Es ist unsere Aufgabe, auf den hin zu leben, der Himmel und Erde gemacht hat.

Es ist unsere Aufgabe, allein den zu ehren, der Himmel und Erde gemacht hat.

Und es ist unsere Aufgabe allein dem zu gehorchen, der Himmel und Erde gemacht hat.

Natürlich müssen wir dies nicht, aber wenn wir uns unserer Aufgabe verweigern dann kann der, der Himmel und Erde gemacht hat, auch sein, wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt. Dies bedeutet übersetzt nichts anders, als dass Gott auch unseren Ungehorsam und unseren Unglauben strafen kann.

Natürlich sitzt Gott nicht auf einem Richterstuhl und wartet nur darauf, dass wir den ein oder anderen Fehler begehen, damit er uns mal so richtig die Meinung geigen kann. In dem Herrn Jesus haben wir einen Fürsprecher bei Gott. Wir werden alle, die wir heute beisammen sind, immer wieder sündigen; aber unser Fürsprecher hat auch für diese Sünden schon bei Gott bezahlt. Wenn wir unsere Sünden betreuen, dann sind diese auch bei Gott, dem Vater in dem gleichen Moment vergeben und vergessen.

Wie wir unseren Herrn in rechter Art und Weise loben können, das beschreibt schon der Liederdichter Paul Gerhardt in dem ersten Vers seines Liedes "Du meine Seele singe..." (EG 302), der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohl behütet das wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Jun 13, 2018 1:52 pm

ePredigt vom 10.06.2018 (1. Korinther 14, 1-3; 20-25)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 14, die Verse 1-3 und 20-25. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Strebt nach der Liebe ! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede ! Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht ihn, vielmehr redet er im Geist von Geheimnissen. Wer aber prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung. Liebe Brüder, seid nicht Kinder, wenn es ums Verstehen geht; sondern seid Kinder, wenn es um Böses geht; im Verstehen aber seid vollkommen. Im Gesetz steht geschrieben (Jesaja 28, 11-12): " Ich will in andern Zungen und mit andern Lippen reden zu diesem Volk, und sie werden mich auch so nicht hören, spricht der Herr." Darum ist die Zungenrede ein Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die prophetische Rede aber ein Zeichen nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen. Wenn nun die ganze an einem Ort zusammenkäme und alle redeten in Zungen, es kämen aber Unkundige oder Ungläubige hinein, würden sie nicht sagen, ihr seid von Sinnen ? Wenn sie aber alle prophetisch redeten und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger hinein, der würde von allen geprüft und von allen überführt; was in seinem Herzen verborgen ist, würde offenbar, und so würde er niederfallen auf sein Angesicht, Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig unter euch ist.


Liebe Gemeinde,

in unserem Predigttext haben wir von zwei Ausdrücken gehört, der Zungenrede und der prophetischen Rede. Beides findet in unseren Gemeinschaften in der damalig vorherrschenden Form kaum mehr statt. Und doch sind beide Ausdrücke zugleich auch Synonyme dafür, wie wir unsere unsere Gottesdienste gestalten. Lassen Sie uns diese zwei Gottesdienstformen, die Paulus in dem Brief an die Korinther anspricht, einmal etwas genauer anschauen.

1. Zungenrede - Regelgottesdienst

Stellen wir uns doch einmal vor, und dies sagt auch Paulus, jemand käme zum ersten Male in einen Gottesdienst. Was erlebt er?

Ich nehme nicht nur an lutherischen Gottesdiensten teil, sondern auch an vielen anderen Gottesdienstformen. Was mir anfangs ein wenig Probleme bereitete, war der Ablauf eines Gottesdienstes. Alle anderen um mich herum waren mit den Ritualen, die ich eher als böhmische Dörfer empfand, scheinbar bestens vertraut.

Wenn jemand zum ersten Male an einem unserer Gottesdienste teilnimmt, so geht es ihm genau, wie mir. Also, liebe Gemeinde, nehmen wir doch gerade die Neuen an die Hand und führen sie ganz behutsam an unsere Rituale heran.

Ich war mal zu Gast in einer Gemeinde, wo jeder Gottesdienstbesucher von dem Pfarrer vor dem Gottesdienst einen Ablaufplan in die Hand gedrückt bekam. Auf diesem wurde nicht nur erläutert, warum der Gottesdienst gerade so abläuft, wie er abläuft, nein auch die einzelnen Rituale wurden auch ausführlich erklärt.

Dann kommt noch unser eigenes Zungenreden in Form der aramäischen Sprache hinzu. Auch wenn wir es nicht glauben wollen,Bibellesen prägt auch uns. So nach und nach eignen wir uns als Gemeinschaft nämlich gern den Sprachgebrauch der Bibel an. Und wenn wir in der Luther 1912 Übersetzung miteinander reden, ist uns allen klar, was wir sagen wollen, aber nicht den Neuen.

Und dann kommt da noch als Höhepunkt die Predigt. Man kann ja nicht immer das gleiche erzählen. Also muss man der Gemeinde schon zeigen, dass ein theologisches Studium einen auch zu höherem befähigt. Ja, das tut es auch, liebe Gemeinde, es befähigt den Pfarrer dazu, so zu reden, dass die Mehrzahl der Gottesdienstbesucher ihm kaum mehr folgen kann.

Meinen Sie wirklich ein Neuer würde sich so wohl aufgehoben wissen? Denn dazu ist er ja auch da, der Gottesdienst. Ein Ort, wo wir gemeinsam Kraft für die Woche tanken können. Wenn ich aber nix verstehe, dann bekomme ich auch keine Kraft für die folgende Woche.

Paulus beschreibt sehr schön die Erlebnisse eines Menschen in einem derartigen Gottesdienst mit den Worten: "Ihr seid von Sinnen." Heutzutage würde dieser Gottesdienstbesucher wohl sagen: "Die haben ganz gefährlich einen an der Waffel."

2. Prophetische Rede - Der etwas andere Gottesdienst

Wenn es uns nicht darum geht, uns selber zu beweihräuchern, dann müssen wir also an unserem Gottesdienst etwas ändern. Das sah auch Paulus schon so vor nahezu 2000 Jahren.

Im übertragenen Sinne sagt Paulus: Wir müssen den Gottesdienst so gestalten, dass jedermann ihn verstehen und ihm auch folgen kann.

Die prophetische Rede steht hier für "Reden im Klartext". Der katholische Buchautor und Chefarzt einer psychiatrischen Klinik Dr. Manfred Lütz sagte einmal, dass er ein Buch immer vor der Herausgabe seinem Friseur übergebe. Erst wenn dieser alles richtig versteht, dann geht das Werk in Druck.

Wir müsen also bei unserer Verkündigung, und verkündigen tun wir alle die frohe Botschaft, immer auf den abstellen, an den das Wort gerichtet ist.

Zu einem solche Gottesdienst gehört eine einfache und klar verständliche Ablaufform und eine Predigt, die nicht über die Köpfen der Menschen hinweg dröhnt, sondern in die Herzen der Menschen hineingeht. Dass dies nicht immer klappt ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber die Tendenz sollte zumindest stimmen.

Wenn dies klappt, dann kommt es auch zur:

3. Überführung

Nur was ich wirklich verstanden habe, das kann in meinem Leben etwas auslösen. Und so schreibt Paulus, ist es auch die prophetische Rede, also unser Klartext-Gottesdienst, der in den Herzen der Menschen eine Wandlung vollzieht.

Wenn ich im Herzen erkenne, was der Herr Jesus für mich getan hat, dann fällt es mir doch sicherlich leichter, sein Gnadenangebot aus vollem Herzen anzunehmen, als wenn ich nur eine theoretische Ahnung dessen habe, was mir der Schwarzkittel da vorne erzählt.

Von der Zielsetzung her wollen wir alle doch nur eines, nämlich dass möglichst vielen Menschen geholfen wird in den Himmel zu kommen. Dass auch wir immer mal wieder daran erinnert werden schadet sicherlich nicht.

Ein mir befreundeter Pfarrer sagte einmal zu einem Gemeindemitglied,der sich über den schlichten Gottesdienst beschwerte: "Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, aber die Kranken."

Lassen Sie uns zusammenfassend bedenken: Wenn wir es schaffen, Menschen mit einfachen Worten zu Jesus zu führen, dann werden sie Jesus auch als den erkennen, der für all ihre Sünden mit seinem Blut bezahlt hat. Und dann können auch diese Menschen, inspiriert vielleicht von einer ganz einfachen Predigt den Herrn Jesus als ihren Retter annehmen.

Am besten machen wir dies mit der KISS Formel, die da lautet: "Keep it simple and stupid". Es geht also auch ohne aramäisch:-)

Die rechte Einstellung in einem Gottesdienst beschreibt der Liederdichter Tobias Clausnitzer in dem ersten Vers seines Liedes "Liebster Jesu, wir sind hier..." (EG 161), der da lautet, wie folgt:

Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören;
lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren,
dass die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Jun 19, 2018 5:19 pm

ePredigt vom 17.06.2018 (1. Johannes 1, 5 - 2,6)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Johannesbrief, Kapitel 1, Vers 5 bis Kapitel 2, Vers 6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. Und daran merken wir, dass wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht. Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat.



Liebe Gemeinde,

auch wenn es nicht gleich so offensichtlich war, als wir den Text gehört haben, hat er doch ein zentrales Thema zum Inhalt, mit dem wir uns auch heute noch beschäftigen müssen, da es um unsere Zukunft geht. Das Thema des heutigen Sonntags heißt: "Der Umgang mit der Sünde". Und da lernen wir drei typische Umgangsformen mit der Sünde kennen. Lassen Sie uns diese heute einmal gemeinsam betrachten:

1. Der Wandel in der Finsternis

Liebe Gemeinde, wir kennen sie doch alle, Menschen die von sich aus behaupten, dass sie nicht sündigen und daher auch keiner Vergebung der Sünde bedürfen.

Wenn wir hören, dass diese Menschen in der Finsternis wandeln, dann stimmt dies auch. Ihnen sind nämlich noch niemals die inneren Augen aufgetan worden, die ihnen ihre ganze missliche Situation vor Gott aufzeigen.

Es geht ja nicht darum, im Großen und Ganzen ein einigermaßen korrektes Leben auf Erden zu führen, welches dann am Ende von Gott abgeknickt wird und Schwupps ist man im Himmel.

Es geht um jede einzelne kleine Sünde, welche wir irgendwann in unserem Leben begangen haben. Haben wir hierfür keine Vergebung erhalten, dann haftet uns dieser Makel der Sünde so sehr an, dass die Himmelstüre verschlossen bleibt.

Mit Sünde meint Gott ja nicht die vermeintlich "großen" Sünden, wie Mord, Totschlag oder räuberische Erpressung. Ich gehe mal einfach davon aus, dass die meisten von uns diesbezüglich nichts auf dem Kerbholz haben. Aber der Sündenbegriff bei Gott geht wesentlich weiter.

Schauen wir doch einfach mal die 10 Gebote an. Ist jemand unter uns, der vielleicht schon einmal die eine oder andere Notlüge gebraucht hat? Das ist Sünde vor Gott. Waren wir vielleicht schon einmal neidisch auf unseren Nachbarn, weil er dreimal im Jahr in Urlaub fahren kann und dass auch noch mit einem Auto mit Stern vorne drauf? Das ist auch Sünde. Oder haben wir vielleicht einmal bei der Steuererklärung fünfe gerade sein lassen, weil es ja eh keiner merkt? Aber einer merkt es doch, und für den ist es Sünde.

Ein denkbar ungeschickter Umgang mit der Sünde, den wir soeben gehört haben.

2. Der Rechner

Das sind Menschen, liebe Gemeinde, die Sünden und gute Taten miteinander verrechnen. Für jede Sünde gibt es als Ausgleich eine gute Tat und diese neutralisiert dann die Sünde.

Natürlich funktioniert auch dies vor Gott nicht. Stellen wir uns doch einmal vor, es würde wirklich klappen. Was passiert dann aber, wenn wir uns um eine klitzekleine Sünde zu unseren Ungunsten verrechnet haben? Ganz genau, die Himmelstür bleibt auch diesmal dicht und wir wandern in die Hölle.

Mal ganz abgesehen davon, dass auch schon jeder schlechte Gedanke eine Sünde ist, vermute ich mal, dass wir mit unseren Guttaten gar nicht hinterherkommen würden um einen Ausgleich für all unsere Sünden zu schaffen.

Und trotzdem gibt es Weltreligionen, die genau dies predigen und ihre Anhänger ermutigen, auch danach zu leben. Und dies ist nichts anderes als Religionsterror in Reinkultur. Menschen die danach leben, leben in der ständigen Angst, ja auch nur so viel Gutes zu tun, damit die Waagschale am Ende zu ihren Gunsten ausschlägt.

Also auch kein so guter Umgang mit der Sünde.

3. Der Erlösungsweg

Leugnen bringt nichts und Scharen von Guttaten auch nicht. Aber irgendwie müssen wir es doch schaffen in den Himmel zu kommen.

Wir, liebe Gemeinde, schaffen es aus uns heraus nicht, aber es hat jemand für uns die Tür zum Himmel sperrangelweit aufgetan, indem er für all unsere Sünden bezahlt hat und dafür gesorgt hat, dass wir wieder freien Zugang in den Himmel haben.

Wie haben wir es vorhin in unserem Predigttext so schön gehört: Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

Jetzt könnte man ja sagen. Wenn dies so ist, dann sündige ich mal munter weiter und bitte den Herrn jedes Mal um seine Vergebung. Netter Gedanke, funktioniert aber nicht.

Wenn wir unsere Sünden bekennen, dann nehmen wir auch zugleich den Herrn Jesus als unseren Retter und Heiland an, der fortan unser Leben regieren soll. Und damit ist auch eine Verhaltensänderung verbunden.

Wer die Gnadentat unseres Herrn für sich in Anspruch nimmt, der ändert natürlich nach und nach auch sein leben. Die Gemeinschaft mit unserem Herrn ist uns plötzlich wichtiger, als all unsere Hobbys und anderen Freizeitgestaltungen bisher.

Dann streben wir danach, es Gott möglichst recht zu machen. Wir lesen die Bibel und erfahren, was Gott von uns erwartet. Und dann wird eben keine Steuererklärung mehr frisiert, oder aber der Nachbar wegen seines Besitzes beneidet.

Wer sein Leben ganz und gar dem Herrn ausliefert bei dem ziehen Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit in sein Leben ein. Und dem fällt es auch leicht alle Gebote Gottes zu halten. Und der wird fortan auch niemals mehr sündigen. Das nehmen Sie mir aber jetzt nicht wirklich ab, oder?

Zeit unseres Lebens auf Erden sind wir natürlich bemüht, nicht zu sündigen. Wir werden aber immer wieder in die heimtückisch aufgestellten Fallen Satans hineintappen. Und dann können wir uns auf das berufen, was wir ebenfalls in unserem Predigttext gehört haben: " Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist."

Und weil dies so ist, lassen Sie uns zum Abschluss in den 1. Vers des Liedes "Dir, dir, o Höchster, will ich singen..." (EG 328) von Bartholomäus Crasselius einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Dir, Dir, o Höchster, will ich singen,
denn wo ist doch ein solcher Gott wie du?
Dir will ich meine Lieder bringen;
ach gib mir deines Geistes Kraft dazu,
dass ich es tu im Namen Jesu Christ,
so wie es dir durch ihn gefällig ist.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Jun 27, 2018 10:20 pm

ePredigt vom 24.06.2018 (1. Petrus 3, 8-15a)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 3, die Verse 8-15a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Mahnungen an die Gemeinde

Endlich aber seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. Denn " Wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herren sehen auf die Gerechten und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber steht wider die, die Böses tun." (Psalm 34, 13-17). Und wer ist's der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; heiligt aber den Herrn Jesus Christus in euren Herzen.


Liebe Gemeinde,

Unser Predigttext ist, wie wir soeben gehört haben mit den Worten "Mahnungen an die Gemeinde" überschrieben worden. Nun ist das Wort Mahnung in unserem Sprachgebrauch recht negativ besetzt. Man kann dieses Wort aber auch mit "Ratschläge" übersetzen. Schauen wir uns doch einmal an, welche Ratschläge Petrus uns mit auf unseren christlichen Lebensweg geben will.

1. Christliche Kardinaleigenschaften

Diese nennt Petrus ganz zu Beginn unseres heutigen Predigttextes. Gleich zu Beginn finden wir das Wort "Endlich". Das bedeutet in unserem Zusammenhang "Zum Ende hin". Das heißt, dass von uns nicht erwartet wird, dass wir all diese Eigenschaften, die wir uns gleich betrachten, schon zu 100 % beherrschen. Endlich ausgerichtet zu sein bedeutet, dass wir auf diese Eigenschaften ausgerichtet sein sollen, dass uns diese Eigenschaften eine Leitlinie in unserem Leben sein sollen.

Jetzt betrachten wir aber die Kardinaleigenschaften ein wenig näher:

Mitleidig sein: Das bedeutet nicht, dass wir das Leid unserer Mitmenschen und das ganze Leid der Welt auf unseren Schultern tragen sollen. Im Urtext finden wir hier das Wort "Sympathes". Daher kommt auch das deutsche Wort Sympathie. Mitleidig heißt also sympathisch zu sein, den anderen in seinem Leid zu akzeptieren und ihm das Leid nicht abzunehmen, aber als sympathischer Mensch für ihn mit Rat und Tat da zu sein.

Seid brüderlich: Wir alle sind Mitglieder einer großen christlichen Familie. Untereinander sind wir alle Geschwister und wir haben einen Vater, den wir anbeten. Keiner unter den Geschwistern ist mehr wert als der andere und keiner ist weniger wert als der andere. Und genau so sollen wir uns untereinander auch verhalten. Vor Gott ist die Königin von England genau so viel wert, wie der Maschinenschlosser aus dem Ruhrgebiet. Wir neigen ja gern dazu, diesbezüglich Unterschiede zu machen. Also lassen wir uns dies eine Mahnung sein mit allen Familienmitgliedern auch wirklich geschwisterlich umzugehen.

Seid barmherzig: Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not und nimmt sich dieser an. So jedenfalls steht es bei Wikipedia. Und das ist es auch, um was es geht. Barmherzigkeit ist keine Dummheit, die schamlos ausgenutzt werden kann. Barmherzigkeit ist eine Feinfühligkeit für die Nöte anderer Menschen und eine Gabe diesen Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Nicht die Nöte der Menschen wegnehmen, sondern ihnen ein Beistand bei der Hilfe zu sein, dies meint Petrus mit der Barmherzigkeit. Und auch dann für die Geschwister da zu sein, wenn sie ihre Nöte selber verschuldet haben sollten, das gehört auch zur Barmherzigkeit.

Seid demütig: Ein Begriff, den wir in dieser Form in unserem Sprachgebrauch gar nicht mehr kennen. Demut heißt, dass ich wohl erkenne, wem ich alles, was ich habe, also auch meine Kraft zum Mitleid und der Barmherzigkeit zu verdanken habe. Ohne die Kraft Gottes, die mir hilft, barmherzig und mitleidig zu sein, werde ich diese Verhaltensweisen auch nicht ausüben können.

Ich kann es zwar ohne Gottes Hilfe versuchen, werde aber sehr bald merken, dass ich allein Schiffbruch erleide. Ich bin eben nicht der große Zampano, der Selfmaderetter der Welt. Ich bin ohne Gottes Hilfe gar nichts. Und das ist Demut. Ich erkenne an, dass ich in allem, was ich auf Erden tue auf Gottes Gnade und seine Hilfe angewiesen bin.

2. Durchbrechen der Eskalation

Es gibt ja nun schon überall auf der Erde Gewalt. Fast jeden Abend höre ich im Fernsehen, dass wieder ein Familienvater seine Familie ermordet hat. Dann höre ich Nachrichten über Kriege auf der Welt, die ich schon gar nicht mehr zählen kann. Und dann gibt es noch die sinnlose Gewalt gegenüber Mitmenschen, eine Gewalt die aus sich selbst zu entstehen scheint.

Und wenn uns dies, also Gewalt, persönlich widerfährt, dann sollen wir eben nicht das tun, was die meisten tun; nämlich Gewalt mit Gewalt zu beantworten. Nein, liebe Gemeinde, wir sollen auf Gewalt mit Segen antworten. Das müssen wir uns jetzt nicht als große theatralische Geste vorstellen. Wie man Eskalation gar nicht erst entstehen lässt, hat uns schon der König Saul gezeigt. Er hatte nach seiner Krönung wohl vernommen, dass andere Menschen ihm den Königsthron neideten, aber er hat einfach weggehört. Er ist erst gar nicht auf derartige Vorwürfe eingegangen.

Wenn wir dies auch machen, können wir Gewalt schon im Keim ersticken. Man kann auch vor demjenigen, der uns körperliche Gewalt antun will, ganz einfach weglaufen. Auch dies verhindert die Eskalation der Gewalt. Und letztendlich können wir auf Hass auch friedlich reagieren. Indem wir dies tun, nehmen wir unserem Gegner buchstäblich den Wind aus den Segeln.

Probieren Sie es einfach mal aus. Bleiben Sie friedlich, wenn man Sie verbal angreift. Sie werden sehen, dass auch der andere nicht mehr so streiten kann, wie er dies gern möchte.

Das kann ich nicht, genau das hat einmal ein Freund von mir zu mir gesagt. Natürlich kann er es nicht und ich erst recht nicht. Aber ich kenne einen, der mir die Kraft dazu verleiht, dass ich dies doch kann. Und an den wende ich mich in solchen Situationen. Und mit seiner Hilfe klappt es meist.

3. Geschenke Gottes

Was habe ich davon, wenn ich mitleidig, brüderlich, barmherzig und demütig bin, außer dass die meisten Menschen mich als Deppen der Nation bezeichnen.

Liebe Gemeinde, das kann natürlich wirklich passieren, dass wir als Christen, die ja ganz bewusst von dem "Normverhalten" der Welt abweichen, von vielen Menschen so gesehen werden.

Aber das soll uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass Gott für uns ein ganz besonderes Geschenk bereithält. Lassen Sie uns dies zum Schluss noch ganz kurz betrachten:

Gott erhört unsere Gebete: Gott erhört alle Gebete seiner geliebten Kinder und beantwortet sie so, wie es am besten für uns ist. Wir müssen uns keine Sorgen machen, denn er sorgt für uns. Das sagt sich natürlich so einfach, aber in der Realität?! Ja, gerade im realen Leben können und dürfen wir uns darauf verlassen, dass Gott seine geliebten Kinder niemals im Stich lässt.

Gott schenkt uns Seligkeit: Auch wenn wir Leidenswege beschreiten müssen, dann wissen wir doch um den Heiligen Geist, mit welchem wir erfüllt sind und der uns stets führt, leitet und begleitet und uns unsere ewige Himmelsperspektive vor Augen führt.

Gott schenkt uns Furchtlosigkeit: Als seine Kinder müssen wir uns weder vor anderen Menschen, noch vor, wie man so schön sagt Tod und Teufel fürchten. Er hält uns alle ganz sicher in seinen Händen und wird uns erst wieder loslassen, wenn wir in der Ewigkeit bei ihm angekommen sind.

Ob dieser Aussichten willen lassen Sie uns in der Welt brüderlich, barmherzig, mitleidig und demütig sein.

Diese Himmelseinstellung beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr treffend in dem 8. Vers seines Liedes "Auf, auf, mein Herz mit Freuden..." (EG 112), der da lautet, wie folgt:

Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt,
daran mit güldnen Worten, der Reim gelesen wird:
"Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt;
wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht."


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Sommerwoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jul 02, 2018 12:58 pm

ePredigt vom 01.07.2018 (1. Mose 12, 1-4a)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Buch Mose, Kapitel 12, die Verse 1-4a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Abrahams Berufung und Zug nach Kanaan

Und der Herr sprach zu Abraham: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und ich will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. Da zog Abraham aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm.



Liebe Gemeinde,

was wir soeben gehört haben ist die die Geschichte einer Berufung, wie Gott auch Sie und mich in den Dienst ruft. Stellen wir uns doch einmal die folgende Frage und denken 1 Minute darüber nach: Wäre ich auch gegangen ?
Ganz schön schwer die Antwort, nicht wahr ?

Lassen Sie uns daher heute morgen einmal gemeinsam darüber nachdenken, was denn zu einer Berufung dazugehört, damit sie so verläuft, wie wir es in unserem Predigttext gehört haben.

1. Vertrauen

Wenn mich jemand zu einer Aufgabe beruft, dann muss ich diesem jemand auch voll und ganz vertrauen. Keiner von uns würde wohl auf Geheiß eines wildfremden Menschen seinen Job aufgeben und das machen, was dieser ihm aufträgt zu tun.

Vertrauen kann ich aber nur jemandem, den ich kenne und zu dem ich eine Beziehung unterhalte. Damit ist schon einmal klar, dass vor einer Berufung Gottes an uns, ein Vertrauensverhältnis und eine persönliche Beziehung vorhanden sein muss.

Wie lerne ich Gott denn nun kennen? Ganz spannende Frage, da sie individuell unterschiedlich verläuft. Wer ihn noch gar nicht kennt, und diesen Menschen werden Sie auch begegnen, dem empfehle ich das Studium des Neuen Testamentes. Übrigens: Es schadet nichts, den "Neuling" in die eigenen Fürbitten mit einzuschließen.

Nach dem Kennenlernen und vor der Berufung muss aber noch die persönliche Beziehung kommen. Wir kennen ja alle viele Menschen, ohne hingegen eine Beziehung zu diesen zu unterhalten. Natürlich kenne ich Angela Merkel, stehe aber in keiner persönlichen Beziehung zu ihr.

Eine persönliche Beziehung zu Gott bekomme ich dann, wenn ich das, was ich im Neuen Testament erfahren habe, ganz persönlich für mich in die Tat umsetze. Das bedeutet: Sünden bereuen und umkehren in die liebenden Arme des Vaters.

2. Gehorsam

Jetzt ist der Neuling also frisch bekehrt und geht seine ersten Schritte im Glauben. Und jetzt kommt auf einmal eine Berufung auf den Neuling zu. Was soll er tun ?

Als erstes einmal muss er seine Berufung anhand der Bibel prüfen, ob sie auch wirklich bibelkonform ist. Wir müssen nämlich immer auch daran denken, dass uns auch finstere Mächte umgeben, die mit allen Tricks und Kniffen versuchen, uns in ihren Bann und damit weg von Gott zu ziehen.

Gott verstößt niemals gegen sein Wort. Wenn wir also die Berufung erhalten, im Namen Gottes die Reichen zu bestehlen um die Beute dann unter den Armen zu verteilen dann ist dies alles andere als Gottes Berufung, wie jeder unter uns in den zehn Geboten nachlesen kann.

Jetzt hat der Neubekehrte festgestellt, dass es tatsächlich eine Berufung des Herrn ist, die ihn ereilt hat. Und jetzt kommt es darauf an, diese Berufung auch 1:1 umzusetzen. Wenn Gott uns beruft, dann sollen wir genau an dem Platz wo wir sind und genau zu der Zeit der Berufung unserer Aufgabe nachgehen.

Aufschieberitis ist hier genauso falsch am Platz, wie die eigene Interpretation des Wortes Gottes. Natürlich werden Gottes Berufungen unbequem sein und dann heißt es für uns: Raus aus der Komfortzone und rein in die Berufung. Es kann sogar sein, dass eine Berufung unsere eigenen Träume und Wünsche durchkreuzt.

Dann gilt es als oberste Priorität dem Auftrag Gottes nachzugehen und die eigenen Wünsche und Träume an die Seite zu stellen.

3. Einfach gehen

Man kann natürlich auch im eigenen stillen Kämmelein hocken bleiben und warten, was denn nun wohl passieren mag. Gewöhnlich passiert gar nichts.

Wenn Gott uns als Werkzeug gebrauchen möchte, dann müssen wir uns auch diesem Dienst stellen. Am Anfang stehen wir vielleicht vor einem hohen Berg und können kaum den Gipfel erkennen. Aber wenn wir mit Gott zusammen losgehen, dann wird er uns auf seinen Pfaden auch zum Gipfel führen.

Das Geheimnis der Berufung besteht ja gerade nicht darin, dass Gott seine Hoheit aus der Hand gibt, sondern seine Gottheit stets um uns herum ist. Stellen Sie sich einen Lehrling vor, der zum ersten Male einen Automotor auseinandernehmen muss. Glauben Sie allen Ernstes, der KFZ-Meister sagt zu ihm: Du, mach das mal, ich muss mal eben weg. Du kannst das schon. Wohl kaum. Der Meister wird ihm die ganze Zeit über die Schulter schauen und sofort eingreifen, wenn etwas in die Hose zu gehen droht.

Und genau so ist es auch bei unseren Berufungen. Gott ist stets nur ein Gebet weit entfernt. Wir sollen also nicht nur einfach losgehen, sondern auch in ständigem Kontakt mit ihm bleiben. Dann werden wir unserer Berufung auch gerecht werden.

Jetzt müssen wir noch kurz über die soziale Absicherung reden. Zur Zeit, wo unser Predigttext spielt, gab es noch keine AOK, keine Rentenversicherung und auch noch keine Arbeitslosenversicherung. Diese Aufgaben nahmen die Familienangehörigen und die gesamte Verwandtschaft wahr. Obwohl es ein Tanz auf der Rasierklinge hätte werden können, folgte Abram ganz einfach dem Wortes Gottes voller Vertrauen. Er verließ einen Großteil seiner Verwandtschaft und folgte Gott nach.

Heute wissen wir warum. Der uns beruft hat uns versprochen: Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Ausgestattet mit dieser Zusage, die unwiderruflich gilt, können wir uns unverzagt und unverzagt mit Gott auf unseren Berufungsweg machen.

Der Liederdichter Paul Gerhardt beschreibt unseren Lebensweg unter der Herrschaft Gottes hier auf Erden sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes: "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jul 16, 2018 12:11 pm

ePredigt vom Sonntag 15-067-2018.


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 7. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Philipperbrief, Kapitel 2, die Verse 1-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Leben in der Gemeinschaft mit Christus

Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine sondern auch auf das, was dem andern dient.


Liebe Gemeinde,

wie lebe ich als Christ in der Welt? Das ist doch eine Frage, die uns alle angeht. Sonntags ist das ja alles recht einfach, aber wenn wir dann montags wieder in die Welt "entlassen" werden, haben wir schon manchmal so unsere Probleme damit, das umzusetzen, was wir am Sonntag gehört haben. Schauen wir uns doch einmal an, was die Bibel uns zu diesem Thema zu sagen hat:

1. Die Gemeinschaft

Die christliche Gemeinschaft ist der Ort, in dem wir in Gemeinschaft des Geistes leben sollen. Jeder denkt jetzt sofort an die Kirche. Das ist zwar auch ein Ort der Gemeinschaft. Aber wir sollen diese Gemeinschaft vor allem an den sechs Tagen suchen, in denen wir nicht zum Gottesdienst gehen.

Das kann die Andacht in der Familie oder am Arbeitsplatz sein. Das kann die Gebetsgemeinschaft in der Familie oder mit Freunden und Kollegen sein. Das kann auch der Bibelkreis sein. 24/7, also 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche sollen wir diese Gemeinschaft des Geistes anstreben.

Eine christliche Gemeinschaft soll immer durch zwei Eigenschaften geprägt sein:

a. Herzliche Liebe. Wer Christus im Herzen hat, der weiß genau, was herzliche Liebe ist. Herzliche Liebe ist keine aufgezwungene Liebe, die man halt üben muss, weil man ja schließlich Christ ist. Die herzliche Liebe kommt von Herzen. Und weil sie von Herzen kommt, erreicht sie auch die Herzen des jeweiligen Gegenübers.

b. Barmherzigkeit: Menschenliebe und Nächstenliebe drücken wohl am besten aus, was mit Barmherzigkeit gemeint ist. Ausgeübte Barmherzigkeit, liebe Gemeinde, ist aber auch ein Prüfstein unseres Glaubens. Allein aus uns heraus sind wir nämlich zu dieser Liebe gar nicht fähig. Diese muss uns von Gott in unsere Herzen gelegt worden sein.

2. Ermahnung in Christus

Wenn wir unsere Urlaubsreise planen, dann erkundigen wir uns vorab, was uns an unserem Urlaubsort so alles erwartet. Dann planen wir die Fahrtroute (heute macht dies natürlich das Navigationsgerät) und wir packen alles ein, was wir am Urlaubsort benötigen.

Genau so gründlich, wie wir unsere Urlaubsreise planen, sollen wir dies auch mit unserem Leben als Christ tun. Wir sollen uns immer wieder fragen: Was will Gott, dass ich tun soll ?

Und dies erfahren wir am besten in dem Handbuch des Christenlebens, nämlich der Bibel. Wenn wir es so wollen ist die Bibel unser christliches Navigationsgerät. Sie führt und begleitet uns unser ganzes Leben lang. Wenn wir einmal in die Irre gehen, dann sagt sie uns sofort "Wenn möglich, bitte wenden". Unser Leben als Christ wird natürlich nicht immer glatt verlaufen. Wir werden in manch einen "Stau des Lebens" kommen. In manchem wird uns unser Navi verweilen lassen und manchen Stau wird es uns anweisen zu umfahren.

Das alles kann das Navigationsgerät nur tun, wenn wir es einschalten und auch eingeschaltet lassen. Und so ist es auch mit der Bibel und unserem Kontakt zu unserem Herrn. Eine zugeklappte Bibel hilft uns genau so wenig wie ein ausgeschaltetes Navigationsgerät.

Und wenn wir hören wollen, was Gott uns zu sagen hat, dann müssen wir auch mit ihm in Kontakt bleiben. Wir Christen nennen das Gebet. Gebet, und darüber haben wir schon einige Male gesprochen, ist nichts anderes als das Gespräch mit Gott. Rezitieren von auswendig gelernten Phrasen gehört jedenfalls nicht dazu. Es soll von Herzen kommen, um auch er- und gehört zu werden. Und dann sollen wir ruhig werden und warten, was Gott uns zu sagen hat.

3. Der Andere

Wir leben ja, so sagte es einmal ein Freund von mir in einer Gesellschaft von Ich-Lingen. Nur ich bin wichtig, nur dass es mir gut geht ist von Belang und Hauptsache ist, dass ich alles habe was ich zum Leben benötige. Dass dies alles andere als christlich ist, wissen wir sicherlich alle.

Dazu ein kleines russisches Märchen:

Ein Rabbi kommt zu Gott: Herr, ich möchte die Hölle sehen und auch den Himmel. "Nimm Elia als Führer", spricht der Schöpfer. "er wird dir beides zeigen". Der Prophet nimmt den Rabbi bei der Hand. Er führt ihn in einen großen Raum. Ringsum Menschen mit langen Löffeln. In der Mitte, auf einem Feuer kochend, ein Topf mit einem köstlichen Gericht. Alle schöpfen mit ihren langen Löffeln aus dem Topf. Aber die Menschen sehen mager aus, blass und elend. Kein Wunder: Ihre Löffel sind zu lang. Sie können sie nicht zum Munde führen. Das herrliche Essen ist nicht zu genießen.

Die beiden gehen hinaus: "Welch seltsamer Raum war das?" fragt der Rabbi den Propheten. "Die Hölle" lautet die Antwort.

Sie betreten einen zweiten Raum. Alles genau wie im ersten. Ringsum Menschen mit langen Löffeln. In der Mitte, auf einem Feuer kochend, ein Topf mit einem köstlichen Gericht. Alle schöpfen mit ihren langen Löffeln aus dem Topf.

Aber- ein Unterschied zu dem ersten Raum: Diese Menschen sehen gesund aus, gut genährt und glücklich. "Wie kommt das ?" Der Rabbi schaut genau hin. Da sieht er den Grund: Diese Menschen schieben sich die Löffel gegenseitig in den Mund. Sie geben einander zu essen. Da weiß der Rabbi, wo er ist.

Liebe Gemeinde, lassen Sie uns doch für alle unseren Mitmenschen schon hier auf Erden ein Stück Himmel sein, wie es der Rabbi gesehen hat.

Lassen Sie uns unseren Mitmenschen gegenüber eine Leuchte sein wie es der Liederdichter Ambrosius Lobwasser in dem 2. Vers seines Liedes "Die Sonn hoch an dem Himmel steht..." (EG 459) beschreibt. Dieser Vers lautet, wie folgt:

Die rechte Sonn ist Jesus Christ, das Licht er zu dem Leben ist,
das er uns heute durch sein Wort, hell leuchten lässt an allem Ort.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neuen Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



Copyright © 2018 ePredigt. All
Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jul 23, 2018 2:12 pm

ePredigt vom 22.07.2018 (1. Korinther 6, 9-14; 18-20)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 8. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 6, die Verse 9-14 und 18-20. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Oder wisst ihr nicht, dass die das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustsklaven, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes. Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient dem Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangen nehmen.
Die Speise dem Bauch und der Bauch der Speise; aber Gott wird das eine, wie das andere zunichtemachen. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe. Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft. Flieht der Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, bleiben außerhalb des Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leibe.
Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.


Liebe Gemeinde,

unser Leib, ein Tempel des Heiligen Geistes. Im Vorbeigehen hört sich das gut an und bedarf eigentlich keiner Überlegung. Aber dennoch lassen Sie uns heute Morgen doch einmal gemeinsam ergründen, was es denn bedeutet, dass unser Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist.

1. Gott sieht alles

Dieser Satz wurde häufig und wird hoffentlich nicht mehr in der Erziehung von unserem Nachwuchs verwendet. Dadurch ist vielen Eltern eines so richtig gelungen, nämlich dass die lieben Kleinen so richtig Angst vor dem Gott im Himmel bekamen und ihm als Folge als Erwachsene häufig die Gefolgschaft aufgekündigt haben.

Natürlich sieht Gott alles, was wir tun. Aber eben nicht als der strenge Richter im Himmel, der nur darauf wartet, dass wir einen Fehler machen, damit er es uns dann so richtig heimzahlen kann. Das, liebe Gemeinde, ist nicht der Gott, den wir aus der Bibel kennen.

Über Gottes Sicht auf seine Kinder steht immer die Liebe. Dass der Heilige Geist allzeit um uns herum ist, soll uns nämlich zur Gottesfurcht führen. Nur so nebenbei bemerkt: Gottesfurcht hat nichts mit Furcht im Sinne von Angst zu tun, sondern im Sinne von Ehrfurcht.

Verallgemeinert könnte man auch sagen, dass wir dadurch ein Gewissen bekommen, welches auf Gott ausgerichtet ist. Dieses göttliche Gewissen will uns leiten, damit wir nichts tun, was dem Willen Gottes entgegensteht und alles das tun, was ihm auch genehm ist. Gott möchte uns nämlich zuallererst davor bewahren, dass wir Wege beschreiten, die uns ins Unglück führen.

2. Gott lebt in uns

"In dem Himmel ferne, da wo die Englein sind", so lautete der Vers eines Liedes, welches wir als Kinder gelernt haben. Als Kind weniger, aber als Jugendlicher hatte ich schon so meine Probleme damit, dass in des Himmels Ferne jemand wohnt, der auf mich aufpasst. Da kamen dann doch auch berechtigte Zweifel auf.

Gott sei Dank ist es aber nicht so, dass Gott Trillionen Kilometer weit weg im Himmel wohnt. In der Form des Heiligen Geistes wohnt Gott in einem jeden von uns. Ist das nicht wunderbar? Wir haben Gott immer direkt in unserem Leben bei uns. Wenn wir uns von allen Menschen verlassen fühlen dann ist Gott doch nach wie vor in uns. Wenn wir vor Sorgen und Problemen zu ertrinken drohen, dann steht uns Gott direkt zur Seite. Wenn wir vor schwierigen Entscheidungen stehen, dann müssen wie diese nicht mehr allein treffen. Wir haben jemand in uns wohnen, der uns auch dabei ein rechter Helfer sein will.

Jetzt mal ganz im Ernst: Machen wir uns dies eigentlich immer wieder einmal so richtig bewusst? Wenn wir uns dies in unser Bewusstsein rufen, dann müssen wir bei allem, was wir tun und lassen uns schon die Frage stellen, ob wir Gott damit hinnehmen können oder ob er sehen darf, was wir gerade machen.

Mache nur das, wo du Gott mitnehmen kannst und lass alles sein wo du ihn nicht dabei haben möchtest. Das war so ziemlich einer der ersten Ratschläge die ich von einem älteren Bruder bekam, als ich ihn fragte, was sich den nun in meinem Leben ändern muss als Christ.

3. Die Pflege des Tempels

Wie wir schon erahnen können, möchte Gott natürlich nicht in einem dreckigen und unordentlichem Tempel wohnen, sondern in einem sauberen und freundlichen Tempel sein zuhause in uns finden. Und hier ist auch ein wenig unsere Mitarbeit gefragt.
Wir sollen alles lassen, was uns von Gott wegbewegen könnte und alles das tun, was uns Gott näherbringt. Das klingt jetzt natürlich sehr allgemein. Lassen Sie uns diese Formel ein wenig mit Leben füllen.

Wir bestehen ja bekanntermaßen aus Körper und aus Geist. Auch als bekehrte Christen leben wir nicht als körperlose Wesen und laufen total vergeistigt durch unser Leben. Als Tempel des Heiligen Geistes sollen wir auch unseren Körper pflegen. Wir sollen ihn gut behandeln, ihm zu essen und zu trinken geben und ihm, was ganz wichtig ist, auch genügend Erholungsphasen einräumen.

Wenn Gott am siebten Tage von seinem Werke der Erschaffung der Welt ruhte, dann müssen wir nicht 52 Wochen im Jahr ohne Pause durcharbeiten.

Dann sollen wir natürlich auch noch unseren Geist pfleglich behandeln. Als Tempel des Heiligen Geistes dürfen wir natürlich den Kontakt zu ihm nicht abreißen lassen. Ansonsten würde es uns mit der Zeit schwerfallen zu erkennen, was denn Gott wirklich von uns möchte.
Und dann haben wir ja auch noch einen Verhaltenscodex an der Hand, nämlich unsere Bibel. Dort steht alles drin, was wir tun und lassen sollen, damit der Heilige Geist fröhlich in uns Wohnung nehmen kann. Am meisten profitiert man natürlich davon, wenn man auch nachliest, was Gott denn von uns erwartet.

Das ist gar nicht so schwer. Wenn wir jeden Tag 3 Kapitel der Bibel lesen und sonntags die doppelte Dosis, dann, das hat ein schlauer Kopf einmal ausgerechnet, haben wir unseren Verhaltenskodex innerhalb eines Jahres einmal komplett durchgelesen. Fangen wir doch gleich heute damit an. Und nicht vergessen: Heute ist Sonntag, also sind 6 Kapitel dran.

Natürlich werden immer wieder dunkle Mächte ihre Fühler nach diesem Tempel des Heiligen Geistes ausstrecken. Das wusste auch schon der Liederdichter Ignaz Franz, als er den 9. Vers seines Liedes "Großer Gott, wir loben dich..." (EG 331) dichtete, der da lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.


Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
Impressum:
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