ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Dec 10, 2018 3:23 pm

ePredigt vom 09.12.2018 (Jesaja 35, 3-10)




Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Advent im Jahre 2018. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 35. Kapitel, die Verse 3-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Stärkt die müden Hände und macht fest die wankenden Knie ! Sagt den verzagten Herzen: " Seid getrost, fürchtet euch nicht ! Seht, da ist euer Gott ! Er kommt zur Rache; Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen."
Dann werden die Augen der Blinden aufgetan werden und die Ohren der Tauben geöffnet werden. Dann werden die Lahmen springne wie ein Hirsch, und die Zunge der Stummen wird frohlocken. Denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande.
Und wo es zuvor trocken gewesen ist, sollen Teiche stehen, und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. Wo zuvor die Schakale gelegen haben, soll Gras und Stroh und Schilf stehen. Und es wird dort eine Bahn sein, die der heilige Weg heißen wird. Kein Unreiner darf ihn betreten; nur sie werden auf ihm gehen; auch die Toren dürfen nicht darauf umherirren.
Es wird da kein Löwe sein und kein reißendes Tier darauf gehen; sie sind dort nicht zu finden, sondern die Erlösten des Herrn werden dort gehen. Die Erlösten des Herrn werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen.



Liebe Gemeinde,

die Adventszeit ist ja immer auch die Zeit, wo wir uns an Christi Geburt erinnern, aber gleichzeitig in dieser Welt weiter verhaftet sind. Freude und Ernüchterung treffen also aufeinander. Dies ging schon den Menschen so, von denen unser heutiger Predigttext berichtet. Lassen Sie uns drei Eckpfeiler dieses Predigttextes betrachten, die für uns heute im Jahre 2018 nach wie vor nichts von ihrer Aktualität verloren haben:

1. Verzagte Herzen
Gerade erst waren sie aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt. Frohen Mutes und fröhlichen Herzens zogen sie ihrer Heimat entgegen, froh endlich das Joch der Gefangenschaft hiner sich gelassen zu haben.

Doch diese Freude wich bald aus ihren Herzen und machte ihre Herzen verzagt. Alles war in Schutt und Asche gelegt. Der Wiederaufbau gestaltete sich beschwerlicher, als man es angenommen hatte. Und an allen Ecken und Enden traten erneut unerwartete Probleme auf.
Das kennen sicherlich viele von uns. Im Leben läuft alles glatt. Schule und Studium werden mit Bravour gemeistert. Die Karriere scheint unaufhörlich weiterzulaufen und auf einmal ist das Unernehmen pleite. Man selber ist im besten Alter, aber alle Führungspositionen in anderen Unternehmen sind besetzt. Da kann das Herz nach der 50. Absage einer Bewerbung schon einmal verzagt werden.

Oder denken wir an die glückliche Familie. Von der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung ging es in das schmucke Eigenheim. Die Kinder wuchsen heran und auf einmal kam sie, die Diagnose Krebs. Alles, was so schön verlief, wurde auf einmal auf den Kopf gestellt. Da kann das Herz schon einmal verzagen.

Seid getrost, fürchtet euch nicht ! das sagt Gott den verzagten Herzen. Mal ganz ehrlich, das ist doch wohl leichter von ihm gesagt, als dass wir es in die Tat umsetzen können.

2. Gottes Verheißung

Seid getrost, fürchtet euch nicht ! wird gefolgt von dem salopp übersetzten "Alles wird gut". Sarkastisch möchte ich jetzt antworten: "Na dann ist a ja alles prima!!!"

Aber wenn ich mir dann ansehe, WER das sagt, dann komme ich schon ins Nachdenken. "Fürchtet euch nicht. Alles wird gut." Das sagt kein geringerer als unser Herr im Himmel.
Und was der sagt, das tritt auch ein. Und dann erfahren wir in unserem Predigttext, wie es denn dereinst im Himmel ausschauen wird.

Eine paradiesische Zukunft erwartet uns alle. Keine Gebrechen mehr, keine Tränen mehr und kein Leid mehr. Es wird vollkommener Friede herrschen. Ein Friede der sogar dazu führt, dass dort handzahme Löwen anzutreffen sind.
Das Kind in der Krippe kommt übrigens aus dieser "Gegend" und beschreibt sie uns auch im Neuen Testament immer wieder.

Das ganze hat nur einen Haken: Nur die Erlösten des Herrn werden dort Einzug halten. Also nicht alle Menschen? Nein, liebe Gemeinde, nicht alle Menschen kommen in den Himmel, auch wenn ein bekannter Karnevalsschlager gegenteiliges behauptet.
Jeder, der zu Lebzeiten sein Leben dem Herrn im Himmel überantwortet hat, wird dereinst zu den Erlösten gehören und dort wieder dem Kind in der Krippe, aber diesmal als dem Weltenherrscher begegnen.

3. Mut und Zuversicht

Seid getrost und unverzagt, das sagt Gott nicht nur den aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrten Israeliten. Das sagt Gott vielen Menschen im Alten Testament. Und das bedeutet auch: Sei voller Mut und Zuversicht. Und diese Worte spricht ER auch heute noch zu uns.

Wir versuchen ja immer wieder, uns diese paradiesischen Zustände, die wir soeben über den Himmel erfahren haben schon selber auf Erden zu schaffen. Das klappt natürlich nicht. Und schon ist es wieder da das unverzagte Herz.

Vertrauen wir doch in diesen Momenten den Worten unseres Herrn, der uns auffordert mutig zu sein und mit Zuversicht auf die Zukunft zu blicken. Denn ER wird uns durch alle Unbillen unseres Lebens hindurch auf den Weg des ewigen Lebens führen.

Und diese Zuversicht hat einen Namen, liebe Gemeinde. Dieses Kind in der Krippe, unser Herr Jesus, will uns ja sagen: "Verzagt nicht, ich bin doch da, ich bin bei euch alle Tage bin an der Welt Ende." In Johannes 14, 6 sagt er auch: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."
Und was dieses Kind verspricht, das hält es auch. Was wollen wir mehr ? Mehr geht nicht, das einzige, was noch geht, dass wir diesem Kind in der Krippe unseren ganzen Dank bezeugen indem wir es ehren und anbeten solange wir leben.

Der Liederdichter Paul Gerhardt beschreibt in dem 7. Vers seines Liedes "Wie soll ich dich empfangen..." (EG 11) sehr schön, das was wir soeben gehört haben. Dieser Vers lautet, wie folgt:

Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht,
wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht.
Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust,
all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewusst.

Der Herr segne Dich und behüte dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 2. Advent und eine besinnliche und beschauliche Adventswoche.
Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Dec 17, 2018 4:26 pm

ePredigt vom 16.12.2018 (Römer 15, 4-13)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 15. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 4-13. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander. Christus Jesus gemäß, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob. Denn ich sage: Christus ist ein Diener der Juden geworden um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißungen zu bestätigen, die den Vätern gegeben sind; die Heiden aber sollen Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht (Psalm 18,50):
"Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen." Und wiederum heißt es (5. Mose 32,43): "Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk." Und wiederum (Psalm 117,1): " Lobet den Herrn, alle Heiden, und preist ihn, alle Völker." Und wiederum spricht Jesaja (Jesaja 11, 10): " Es wird kommen der Spross aus der Wurzel Isais und wird aufstehen, um zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen."
Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.


Liebe Gemeinde,

wir leben ja alle auf Hoffnung, so schreibt es zumindest der Apostel Paulus. Aber was bedeutet denn Hoffnung? Hoffnung ist eine feste Zuversicht und eine feste Gewissheit hinsichtlich dessen, was uns die Zukunft bringen wird. Seit Jesus als Gottes Sohn auf die Welt gekommen ist und am Kreuze für all unsere Sünden bezahlt hat können wir als Christen in dieser Hoffnung getrost und gelassen leben.

Dies wirkt sich natürlich auch in unserem Alltag aus. Wie, das wollen wir heute Morgen einmal gemeinsam betrachten.

1. Eintracht statt Zwietracht

Wenn wir uns einmal in unserer Umgebung umschauen, dann herrscht dort doch immer häufiger Streit und Neid, weil der eine sich ungerecht behandelt fühlt oder aber der andere eben etwas mehr hat, als man selber. Und aus Streit und Neid erwächst sehr schnell Zwietracht, die ein Miteinander unmöglich macht.

Wir als Christen haben nunmehr die feste Gewissheit des ewigen Lebens. Das bedeutet im gleichen Zuge aber auch, dass wir uns nicht gleich streiten müssen, wenn wir einmal ungerecht behandelt werden. Und wenn der andere tatsächlich etwas mehr an Besitztümern sein eigen nennt, dann dürfen wir ihm dies ruhig zugestehen.

Unser Leben endet doch nicht dann, wenn wir sterben, sondern unser Leben endet niemals, da wir in Gottes Ewigkeit weiterleben werden. Daher müssen wir auch nicht nach möglichst viel materiellem Besitz hier auf Erden streben oder sofort auf 180 sein, wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen.

Mit der Gewissheit des ewigen Lebens in der Tasche, können wir uns auf dem Wege hin zur Eintracht machen. Wir sollen dabei natürlich nicht allen Menschen nach dem Munde reden, sondern wir sollen Eintracht in der Form üben, dass wir unsere Mitmenschen freundlich behandeln. Darüber hinaus sollen wir versuchen, Streitereien mit vernünftigen Argumenten liebevoll zu begegnen. Und wir können als Himmelsbürger dem anderen ruhig seinen Mehrbesitz von Herzen gönnen.

2. Einander annehmen anstatt ablehnen

"Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob." Wir alle, die wir heute Morgen beieinandersitzen wurden von Christus so angenommen, wie wir einmal waren. Als arme Sünder, beladen voller Sünde traten wir vor ihn und was machte ER: ER nahm uns einfach an, weil wir unsere Sünden bereut haben.

Das vergisst man natürlich sehr schnell und kommt wieder in das Alltagsleben zurück, wo das "Wie du mir so ich Dir" eine goldene Regel zu sein scheint. Oder aber das "Erst komm ich und dann komm ich und dann kommst Du noch lange nicht".

Wenn wir als sündenbeladene Menschen von Christus angenommen worden sind, kann ebenso der, der noch in Sünden lebt, zum Kreuze kommen wie wir es dereinst getan haben. Der größte Sünder, egal ob Mörder, Ehebrecher oder Betrüger sie alle sind von Gott eingeladen vor ihn zu treten, damit auch sie das ewige Leben empfangen.

Denken wir nur einmal an den großen Gottesmann Mose. Der war ein Mörder und musste sogar aus Ägypten fliehen, bevor Gott ihn Jahre später in seinen Dienst rief. Oder denken wir an den Verfasser unseres heutigen Predigttextes. Der war eifrig dabei, als es darum ging, die Schar der jungen Christen zu verfolgen und auszumerzen. Und auch diesen Mann berief Gott in seinen Dienst.

Was heißt es aber nun konkret "Jemanden annehmen? Nun konkret heißt das, dass ich ihm nicht das Evangelium um die Ohren haue, sondern dass ich ihm den Mantel des Evangeliums hinhalte, damit er ihn für sich anziehen kann.

Einander annehmen heißt also, unsere Mitmenschen freundlich aber bestimmt darauf hinzuweisen, dass es einen anderen Weg, als den ihren gibt, der ihnen ebenfalls einen ewigen Frieden mit Gott und schließlich auch mit sich selbst bescheren kann.

Mehr, liebe Gemeinde, können und sollen wir auch nicht tun. Den Rest, den erledigt unser Herr schon selber. Wer das nicht glauben mag, dem sei das kleine Büchlein : "Vom Knast auf die Kanzel empfohlen".

3. Wie schaffe ich das

Das hört sich ja alles ganz toll an, die Sache mit Eintracht üben und dem einander Annehmen. Aber in der Praxis ? Ja, liebe Gemeinde, da treten dann genau die Probleme auf. Und hier weist uns der Apostel Paulus darauf hin, dass wir diese Aufgaben ja nicht alleine bewerkstelligen müssen.

Gott wird uns auf unserem Wege mit ihm immer wieder mit Freude und Frieden im Glauben erfüllen. Das meint nicht das so bekannte "Friede Freude, Eierkuchen...", was nun wirklich zu banal wäre.

Es ist der Heilige Geist, also die dritte Person des Kindes in der Krippe, die uns ständig umgibt, und die wir als Kraftquelle ständig anzapfen können. Der lebendige Gott wartet doch nur darauf, dass wir ihn anrufen, wenn wir nicht mehr weiter wissen.

Er steht uns stets mit Rat und Tat zur Seite. Das bedeutet nicht immer, dass er uns ganz konkrete Anweisungen gibt. Nein, er erfüllt zunächst einmal unser manchmal stark gefrustetes Herz mit Frieden und Freude. So, und aus dieser Freude und aus diesem Frieden heraus erfahren wir die Kraft, weiter unseren Weg zu gehen. Wenn wir wieder Friede und Freude in unseren Herzen tragen, dann wird unser Blick auch wieder frei darauf, wie wir Eintracht stiften können und den anderen so annehmen können, wie uns der Herr Jesus Christus angenommen hat.

Und dann stehen da noch drei Worte, die man schnell überliest "Zu Gottes Lob". Das bedeutet nichts anderes, als dass wir, die wir in der ständigen Gemeinschaft mit unserem Herrn leben, ihm auch dafür danken dürfen, dass er immer wieder für uns bereitsteht, wenn wir seine Hilfe benötigen.

Lassen Sie uns daher zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes den Herrn loben und preisen und danken mit dem 5. Vers des Liedes "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit..." (EG 1), des Liederdichters Georg Wessel, der da lautet, wie folgt:

Komm, o mein Heiland Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit, den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen, den o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen beschaulichen und gesegneten 3. Advent und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Dec 23, 2018 4:51 pm

ePredigt vom 23.12.2018 (Lukas 1, 39-56)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 1. Kapitel, die Verse 39-56. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Marias Besuch bei Elisabeth

Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. Und selig bist du, die du geglaubt hast ! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.

Marias Lobgesang

Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kinder in Ewigkeit. Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.



Liebe Gemeinde,

den Text, den wir soeben gehört haben kennen wir sicherlich alle sehr gut. Das Magnifikat wird umrahmt von dem Besuch von Maria bei Elisabeth. Und somit geht es nicht nur um das Magnifikat, sondern auch um die Person Marias. Lassen Sie uns diese Kombination heute morgen einmal etwas intensiver anschauen:

1. Die Person Maria

Was zeichnet denn diese Frau, die Mutter unsres Herrn aus?
Nun, wie wir es auch bei anderen Evangelisten nachlesen können, nahm Maria alles aus Gottes Hand an und zwar so, wie Gott es ihr anvertraut hat. Da gab es kein Wehklagen, Murren oder Nörgeln. Maria gehorchte einfach blindlings dem, was Gott ihr sagte.

Das wäre doch auch heute mal wieder etwas für uns. Einfach mal wieder auf das hören, was Gott uns sagt und nicht erst daran herumdeuteln bis was ganz anderes dabei herauskommt. Bibelkritiker wissen schon, was und wen ich meine ! Maria jedenfalls hat keine Entmythologisierung des Wortes Gottes durchgeführt.

Maria freute sich ganz einfach in und an dem Herrn und daran, dass sie seine Magd sein durfte. Ihre freudige Grundeinstellung war die: "Ich bin für Gott da." Sie nahm alles aus Gottes Hand, so wie es gerade kam und machte stets das Beste nach Gottes Willen daraus. Und dadurch wurde Gottes Liebe durch Maria hindurch sichtbar.

WOW, kann ich da nur sagen. So möchte ich auch gerne leben. Liebe Gemeinde, so können wir alle auch leben, wenn wir Gottes Eingreifen in unser Leben zulassen und des ihm nicht verwehren. So können wir leben, wenn wir aus dem was Gott für uns bereithält, stets versuchen das Beste zu machen.

Wenn wir dies tun, dann werden auch wir Gottes Liebe in die Welt hinausstahlen und auf andere Menschen übertragen können.

2. Magnifikat Teil 1 "Gottes Macht"

Marias Lobgesang lässt sich in zwei große Bereiche einteilen, wovon Gottes Macht und Allmacht der erste Teil ist, den wir uns zunächst anschauen wollen.
Gott kann die Großen klein und die Kleinen groß machen. Das, liebe Gemeinde ist doch der beste Beweis, dass alles von ihm kommt. Keinem Menschen würde dies so gelingen wie unserem Herrn. Und das Beste, was uns allen passieren konnte, ist dass Gott sich selbst ganz klein machte, damit wir wieder groß werden können. Den Beweis sehen Sie in unserer Krippe liegen.

Wenn Gott diese Allmacht besetzt, dann heißt dies aber auch, dass wir auf ales, was wir haben und besitzen keinen Anspruch haben. Wir haben keinen Anspruch auf Gesundheit, Reichtum und Erfolg. Wir können uns dies auch gar nicht aus uns selbst heraus erarbeiten, auch wenn dies manchmal so den Anschein hat. Stellen wir uns eine ganz tolle Kariere vor. Alles läuft bestens und ist auf dauerhaftren Erfolg programmiert. Sobald aber eine ernste Erkrankung kommt, wird das Große auf einmal ganz klein.

Das ist keine theoretische Abhandlung. Ein guter Freund von mir hat gerade auf dem Zenit seiner Karriere einen Schlaganfall erlitten, der alles wieder auf Null gesetzt hat.
Natürlich dürfen wir das, was Gott uns schenkt auch aus dem Herzen heraus genießen und uns daran erfreuen. Aber wir dürfen auch nicht jammern und wehklagen, wenn Gott uns eines dieser Geschenke wieder wegnimmt. Er, und nur er allein hat auch das Recht dazu.
Vielleicht sollten wir diesbezüglich wieder einmal umdenken und auch oder gerade für das vermeintlich kleine und selbstverständliche in unserem Leben wieder dankbar sein. Und natürlich auch für das Große, was uns unser Herr schenkt.

3. Magnifikat Teil 2 "Gottes Barmherzigkeit"
Gottes Barmherzigkeit gilt allen Menschen. Egal, wie mächtig, wie reich oder wie erfolgreich sie sind. Der Reiche und der Arme, der Mächtige und Der Untertan alle dürfen zu ihm kommen und sich von seiner Barmherzigkeit beschenken lassen.
Diese Barmherzigkeit setzt lediglich voraus, dass wir alle ganz klein und demütig vor Gott werden und ihm eingestehen, dass wir ohne sein Erbarmen verlorene Sünder sind, die auf ewig von ihm getrennt sind.

Alle, die so zu IHM kommen, die wirft er nicht hinaus. Denen schenkt er durch seine Barmherzigkeit das ewige Leben.
Wir denken in unserer Gesellschaft ja immer noch in Rangordnungen, wo nach oben gebuckelt und nach unten getreten wird. Da sollten wir wieder einmal zum Umdenken kommen.
Denn schließlich war es eine kleine unbedeutende Frau aus eher ärmlichen Verhältnissen, die dazu erkoren worden ist, unseren Heiland auf die Welt zu bringen.
Schauen wir doch alle unsere Mitmenschen mal wieder so an, wie Gott uns anschaut, ganz ohne Werturteil, nur mit einem liebenden Herzen. Eben so, wie Jesus uns anschaut.
Wenn wir dies tun, dann erfüllen wir genau den Anspruch den Gott an uns richtet. Und zudem bereiten wir unseren Mitmenschen auch noch Freude und Wertschätzung.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Ich steh an deiner Krippen hier..." (EG 37) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut nimm alles hin
und lass dir's wohl gefallen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich un gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen trotz aller stressiger Weihnachtsvorbereitungen noch einen beschaulichen 4. Advent und ich freue mich, wenn wir am morgigen Tage, dem Heiligabend wieder zusammenkommen dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Do Dec 27, 2018 8:15 pm

ePredigt vom 25.12.2018 (Johannes 1, 1-5 , 9-14)



Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Weihnachtsfeiertag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im Johannesevangelium im 1. Kapitel, die Verse 1-5 und 9-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.

Liebe Gemeinde,
auf den ersten Blick mutet der Text ein wenig verwirrend an. Wenn wir ihn aber mehrmals lesen, dann erfahren wir etwas darüber, was es den auf sich hat mit dem Wort Gottes und was es auszurichten imstande ist. Wir reden ja oftmals von dem Wort Gottes und meinen dabei die Bibel im engeren Sinne. Aber das Wort Gottes ist natürlich nicht auf die Bibel beschränkt. Lassen Sie uns also jetzt gemeinsam eintauchen in das Wort Gottes.

1. Das WORT macht und schafft

Gottes Wort ist mit einer gewaltigen Macht ausgestattet, wie wir es gleich zu Beginn der Bibel nachlesen können. Als Gott Himmel und Erde und alle Geschöpfe gemacht hat, da lesen wir vor den einzelnen Schöpfungsakten jeweils: "Und Gott sprach...". Und wie Gott sprach, so geschah es auch.
Wenn ich da an meine eigenen oftmals machtlosen Worte denke.... Oftmals gelingt es mir ja noch nicht einmal, dass bis zum Ende einer Predigt alle wach bleiben. Übrigens, das kennen alle Prediger: Man kann auch mit offenen Augen schlafen. Im Laufe der Zeit hat jeder Pediger einen Blick dafür, wie weit der einzelne Zuhörer gerade von ihm entfernt ist.

Das Wort macht aber nicht nur etwas es ruft und beruft auch die Menschen. So hat Gott den Mose in seinen Dienst berufen, was gar nicht mal so einfach war, da sich Mose zunächst mit Händen und Füßen gewehrt hat. Und so hat Gott auch den Paulus in seinen Dienst berufen. Ja genau den Paulus, der kurz vorher noch Gottes Jüngerschar mit Feuereifer verfolgt hat.

Wenn Gottes Wort auf einen Menschen trifft, dann mag er sich noch so sehr wehren, aber Gott bleibt immer Sieger. Denken Sie nur daran, um ein letztes Beispiel zu nennen, wie Jona vor Gott weglaufen wollte, als er ihn nach Ninive gesandt hat. Auch nur ein kläglicher Versuch dem Auftrag Gottes zu entgehen.

2. Das WORT war immer da

Das Wort war also anfangs bei Gott, bevor es auf diese unsere Erde kam. Dieser Jesus, den wir in der Krippe liegen sehen, dieser Jesus ist das fleischgewordene Wort Gottes.

Und da ist auch die Täuschung schon vorprogrammiert. Dieser kleine Jesus in der Krippe, der Ende der nächsten Woche wieder auf dem Speicher verschwindet, der verändert doch nicht mein Leben. Gut, zu Weihnachten sorgt er für eine heimelige Stimmung. Aber dann muss auch wieder gut sein.
Selbst Menschen, die in der Krippe den erwachsenen Jesus sehen, neigen dazu ihn auf einen edlen Menschen zu reduzieren, wie es kaum jemals einen auf Erden gegeben hat.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer begraben, liebe Gemeinde. Lassen wir uns nicht täuschen. Das Kind in der Krippe ist der allmächtige Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat. Und den können wir nicht in einer Woche wieder auf den Speicher verbannen.

Ja, er ist ganz Mensch geworden, aber er ist gleichzeitig auch ganz Gott geblieben. Und dieses WORT, was wir hier in der Krippe liegen sehen, regiert den gesamten Erdkreis von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Vieleicht denken wir mal daran, wenn unser Jesus bald wieder auf dem Speicher verschwindet. Bei uns zu Hause bleibt er übrigens das ganze Jahr in der Krippe stehen. Und am Karfreitag kommt er neben das Kreuz.

3. Das WORT der Versöhnung

Liebe Gemeinde, wie wir es soeben gelesen haben, nahmen die Seinen ihn nicht an, als Jesus auf Erden war. Aber die ihn aufnahmen, denen hat er versprochen, dass sie wieder Gottes Kinder werden können.

Und hier wird es brandgefährlich, hier ist alle Heimeligkeit aus dem Advent und von Weihnachten verschwunden. Denn es gibt auch den Umkehrschluss, welcher lautet:
Alle, die ihn nicht annehmen, die können nicht Gottes Kinder werden. Dann ist nix mehr mit "O Tannenbaum, o Tannenbaum", dann ist nämlich Heulen und Zähneklappern angesagt.

Ich würde auch lieber etwas anderes predigen, aber Johannes hat es mit aller Deutlichkeit klargemacht. Jesus ist zur Versöhnung auf die Welt gekommen. Aber wir müssen diesen Versöhnungsakt auch annehmen. Und jetzt wird es dann doch wieder etwas versöhnlicher.

Jesus erwartet ja keine religiösen Höchstleistungen und ein Leben als schillernde Glaubenshelden von uns, damit wir in den Himmel kommen. All das, was dazu notwendig ist, das hat er schließlich schon selber getan. Jesus erwartet doch nur, das wir das Geschenk, welches er uns in der Krippe und am Kreuz bereitet, auch annehmen.

Und das ist ja wohl nun wirklich nicht so schwer. Oder haben Sie schon jemals Geschenke, die Ihnen Ihre Lieben übergeben haben, einfach so abgelehnt und sie nicht angenommen ? Sehen Sie, ist doch ganz einfach.

Wie wir dieses Geschenk unseres Herrn annehmen können, das beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes "Ich steh an deiner Krippen hier..." (EG 37), der da lautet, wie folgt:

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und lass dir's wohlgefallen.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 1. Weihnachtsfeiertag und freue mich, wenn wir morgen wieder zusammen können dürfen.
Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Do Dec 27, 2018 8:15 pm

ePredigt vom 26.12.2018 (Römer 1, 1-7)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Weihachsfeiertag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im 1. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 1-7. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Paulus, ein Knecht Jesu Christi, berufen zum Apostel, ausgesondert, zu predigen das Evangelium Gottes, das er zuvor verheißen hat durch seine Propheten in der Heiligen Schrift, von seinem Sohn Jesus Christus, unserm Herrn, der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch, und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist als Gottes Sohn in Kraft durch die Auferstehung von den Toten. Durch ihn haben wir empfangen Gnade und Apostelamt, in seinem Namen den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden, zu denen auch ihr gehört, die ihr berufen seid von Jesus Christus. An alle Geliebten Gottes und berufenen Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus !


Liebe Gemeinde,

am heutigen Tage hilft uns der Apostel Paulus gleich bei drei zentralen Fragen, welche unseren christlichen Glauben betreffen, weiter. Ohne die zufriedenstellende Beantwortung dieser drei Fragen täten wir uns wirklich schwer, als Christen zu leben. Schauen wir uns diese drei Fragen heute einmal gemeinsam an:

1. Stimmt unser Fundament überhaupt ?

Weihnachten ist ja bald schon wieder vorbei. Die Krippe steht zwar noch, aber stimmt das überhaupt, dass dieses Kind unser Heiland sein soll. Mal ganz im Ernst, rein nüchtern betrachtet beten wir doch nur ein Baby in der Krippe an, das auch noch in einem Stall geboren wurde. Also noch nicht einmal ein Königskind ist der Gegenstand unseres Glaubens.

So mögen wohl auch einige kritische Geister zu der Zeit gedacht haben, als Paulus den Römerbrief verfasste. Und gleich zu Beginn seines Briefes räumt er auf mit allen Missverständnissen, die über Jesus entstehen könnten.

Ja, die Geburt von Gottes Sohn wurde schon durch die Propheten des Alten Testamentes vorhergesagt. Ja, das Kind sollte nicht in einem Palast, sondern in einer Krippe das Licht der Welt erblicken. Ja, das Kind wurde aus dem Geschlecht Davids geboren.

Und die beiden alles entscheidenden Punkte bestätigt Paulus hier ebenfalls: Ja, dieser Jesus ist für unsere Sünden gestorben und Ja, dieser Jesus ist von den Toten auferstanden.

Wilhelm Busch, der bekannte Evangelist aus Essen hat einmal gesagt: "Wenn man diesen Text kennt, dann ist Gottesleugnung nur noch entweder Dummheit oder böser Wille."

Und so dürfen wir voll und ganz darauf vertrauen, dass wir keinen frommen Märchen aufgesessen sind, sondern in der lebendigen Gemeinschaft mit unserem Herrn leben.

2. Was sollen wir denn jetzt tun ?

Zunächst einmal, sagt Paulus, sollen wir das Evangelium Gottes predigen. Papst Franziskus hat in einem der ersten seiner Briefe die Gläubigen eindringlich daran erinnert und noch etwas hinzugefügt. Alle Gläubigen sollen das Evangelium predigen; notfalls auch mit Worten.

Wir sollen uns nicht alle auf die Kanzeln dieser Welt stellen und die frohe Botschaft unter das Volk bringen. Was wir vielmehr erreichen sollen, liebe Gemeinde, ist dass man uns diese frohe Botschaft auch abkauft.

Auf einer Kanzel zu stehen ist einfach, das dort gesprochene Wort in die Tat umzusetzen hingegen schon ungleich schwieriger. Sie ahnen ja gar nicht, wie oft ich von meinen Mitgeschwistern im Glauben im Alltag korrigiert werde, wenn ich wieder einmal "daneben" gegriffen habe.

Aber ich hab eines gelernt, nämlich den Gehorsam im Glauben, so wie es uns Paulus in unser Aufgabenbüchlein schreibt. Gehorsam sein, heißt auch Fehler einzugestehen, diese zu bekennen und zu versuchen, sie in Zukunft zu vermeiden. Das geht natürlich nur mit Gottes Hilfe.

Und dann sollen wir das ganze auch noch unter die Heiden bringen. Und jetzt wird das Ganze mal so richtig spannend. In unseren Gottesdiensten, Gemeinschaftsstunden und Hauskreisen über Jesus zu sprechen fällt uns sicherlich nicht besonders schwer. Aber das gleiche am Arbeitsplatz zu machen oder gar Fremden unseren Glauben zu erklären das ist schon heftig.

Übrigens: Ich schaffe das auch nicht alleine. Bevor ich als "Partisan Gottes in des Feindesland" gehe, bete ich zu meinem Herrn und bitte ihn, mir zur rechten Zeit das rechte Wort in den Mund zu legen. Bisher hat das ganz gut geklappt. Aber immer, wenn ich es ohne Jesus probiert habe, ist die ganze Geschichte so richtig schön den Bach runtergegangen. Also keine Angst, Jesus wartet nur auf unser Gebet.

3. Wer hilft mir auf diesem Wege ?

Wir hatten gerade schon gesehen, dass unser Herr immer nur einen Gebetsruf weit von uns entfernt ist. Aber es geht noch weiter.

Am Ende des heutigen Predigttextes, schreibt uns der Apostel Paulus, dass wir unter der ständigen Gnade unseres Herrn stehen. Und das nicht nur, wenn wir ihn um Hilfe im Gebet anflehen.

Alle Menschen, die Gottes Kinder werden, all diese Menschen stehen unter der ständigen Gnade unseres Herrn.

Und zudem verheißt uns Paulus den göttlichen Frieden. Und das liebe Gemeinde, ist der tiefe Friede, den Gott uns in unsere Herzen legt, welcher vollkommen unabhängig von unseren äußeren Umständen ist. Dieser göttliche Friede erinnert uns immer wieder daran, dass ER stets bei uns ist und dass wir getrost unser Leben in seine Hand legen können und ganz und gar ihm vertrauen dürfen.

Egal, was auch immer uns geschehen mag, dieser göttliche Friede wird niemals von uns weichen in guten wie in schweren Zeiten.

Und dieser Friede schenkt und auch eine christliche Freude in unsere Herzen, aus der heraus wir all das tun können, was uns der Herr heute aufgetragen hat.

Lassen Sie uns diese Freude mit dem Lied "O du fröhliche" (EG 44) zum Ausdruck bringen, in dem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes noch einmal alle drei Strophen zusammen singen:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit !

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich o Christenheit !

O du fröhliche, o du seligen gnadenbringende Weihnachtszeit !
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit !


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Weihnachtstag und eine besinnliche Nach-Weihnachtswoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Dec 31, 2018 1:26 pm

ePredigt vom 30.12.2018 (Matthäus 2, 13-18)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach dem Christfest. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 13-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Als sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir's sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten und blieb dorrt bis nach dem Tod des Herodes, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Hosea 11,1): " Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen." Als Herodes nun sah, dass er von den Weisen betrogen war, wurde er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder in Bethlehem töten und in der ganzen Gegend, die zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte. Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da spricht (Jeremia 31,15): " In Rama hat man ein Geschrei gehört, viel Weinen und Wehklagen; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen."



Liebe Gemeinde,

wenn man die Geschichte auf sich wirken lässt, die wir soeben gehört haben, dann ist da nicht mehr viel von weihnachtlicher Beschaulichkeit zu spüren. Vom weichen Stroh der Krippe geht es direkt in den nackten Überlebenskampf hinein. Wo bitteschön ist da noch der Bezug zu Weihnachten ? Ich glaube, wir sollten ein wenig intensiver über diesen Text nachdenken, denn er hat durchaus, wenn auch versteckt, positive Ansatzpunkte.

1. Die Zumutung

Da hatten Maria und Josef kein adäquates Quartier in Bethlehem gefunden und mussten mit einem Stall als Unterkunft vorlieb nehmen. Dann kam auch noch die Geburt hinzu. Ein Wunder, dass dies unter diesen Umständen alles gut verlaufen ist.

Und dann setzt Gott noch einen drauf. Maria und Josef müssen mit dem neugeborenen Kindlein fliehen, da Herodes in seinem Herrschaftswahn beschlossen hat, dieses neugeborene Kind zu töten.

Mir fällt auf, dass Maria und Josef nicht herum mäkeln und sich bei Gott beschweren, sondern dass sie genau das tun, was Gott ihnen aufgibt zu tun. Das wäre doch glatt für uns alle mal ein guter Vorsatz für das neue Jahr. Weniger mäkeln und mehr auf Gottes Wort hören.

Gott mutet der jungen Familie also einiges zu. Aber er lässt diese junge Familie nicht im Stich. Er begleitet sie auf allen ihren Wegen.

Und das, liebe Gemeinde, ist heute nicht anders als damals. Gott mutet auch uns so einiges zu. Und wir wissen alle nicht, was das nächste Jahr uns wohl so alles bringen mag. Aber eines bleibt gewiss: Unser Herr geht alle Wege mit uns.

Egal, welche Wege auch immer vor uns liegen mögen, der Herr Jesus ist stets neben uns und wandert mit uns auf unserem Lebensweg. Damit wir dies immer im Gedächtnis behalten empfehle ich uns den 23. Psalm als Lektüre.

2. Das Zutrauen

Liebe Gemeinde, Gott mutet uns nicht nur etwas zu. Er traut uns auch etwas zu. Denken wir doch einmal darüber nach, wenn wir wieder einmal vor scheinbar unüberwindlichen Hindernissen stehen und daran zu verzweifeln drohen.

Gott traut uns zu, dass wir alle Hindernisse, die uns im Wege liegen auch bewältigen. ER gibt uns immer und immer wieder die Kraft, mit allen Unbillen des Lebens fertig zu werden. Bloß, und daran müssen wir auch immer denken: Gott gibt uns diese Kraft niemals im vorn hinein, sondern immer dann genau auf den Punkt hin, wenn wir diese Kraft benötigen.

Andernfalls würden wir wohl an Überheblichkeit zugrunde gehen.

Denken Sie einmal daran, wie wir als Kinder erzogen worden sind. Wenn uns unsere Eltern niemals vor neue Aufgaben gestellt hätten, dann würden wir heute gar nichts selber können. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie ich gelernt habe, Fahrrad zu fahren. Ein gehörige Portion Respekt vor diesem Vehikel hatte ich schon. Und ohne die ermunternden Worte meines Vaters hätte ich das neue Dings wohl niemals bestiegen.

Und dann kam der Punkt, wo ich natürlich mit dem neuen Rad auf die Nase gefallen bin. Hat mein Vater mir das Rad dann weggenommen, weil ich zu dämlich dafür war ? Nein, natürlich nicht. Er hat mich ermuntert es noch einmal und noch einmal zu probieren. Und siehe da, auf einmal klappte die Sache mit dem Trampeln, Lenken und Bremsen.

Und so traut uns Gott auch was zu. Auch wenn wir es nicht auf Anhieb hinbekommen, dann nimmt uns Gott nicht aus der Verantwortung, sondern als liebender Vater ermuntert er uns immer wieder das, was er uns zutraut, auch in seinem Sinne zu erledigen. Und wenn wir genau das tun, was er uns sagt, dann führt der Weg über die vermeintliche Zumutung über ein Zutrauen hin zu einem fröhlichen Christenleben.

3. Das doppelte Ende

Im weiteren Verlauf unseres Predigttextes erfahren wir, dass die junge Familie heil in Ägypten angekommen ist und dass Herdos sein Schreckenswerk zwar scheinbar vollendet hat, aber den Sieg über das, was er wollte, den hat er nicht bekommen.

Vor Gott, liebe Gemeinde, wird die Gewalt niemals den endgültigen Sieg davontragen. Das können wir in zahlreichen Büchern der Bibel nachlesen. Ja, scheinbar siegte vielleicht zunächst die Gewalt, aber Gottes Macht ist immer stärker als alle Formen der Gewalt. Denken Sie nur einmal an den Pharao, der Mose und sein Volk nicht ziehen lassen wollte. Letztendlich verlor er seine Macht, und Mose und das Volk Israel zogen ihres Weges.

Und darauf dürfen wir uns auch heute noch verlassen. Auch einem Adolf Hitler war Gott überlegen. Und er wird noch vielen grausamen Tyrannen überlegen sein, bis unser Herr wiederkommt.

Das doppelte Ende zeigt uns auch, dass die junge Familie aus dem Exil nicht nach den Ort zurückkehrt, aus dem sie geflohen war, sondern dass sie nach Nazareth zurückkehrt. Also an einem ganz anderen Ort landet, als sie es sich gedacht haben.

Haben sie da gemeckert oder gemurrt ? Nein, sie haben auf Gottes Wort vertraut. Und daran sollten wir immer wieder denken, wenn wir von Gott gebraucht werden. Er bestimmt die Zeit und den Ort, wo er uns haben will. Wir sollen nur eines tun, nämlich an dem Ort, wo Gott uns hinstellt, unseren Dienst in seinem Sinne verrichten.

Wenn wir dies konsequent durchführen, dann werden wir eines niemals haben, nämlich ein langweiliges Leben. Auf Gott zu vertrauen beschert uns immer ein turbulentes, aktives und abenteuerliches Leben. Aber vor allem beschert uns dieser Weg ein innerlich erfülltes Leben.

Ich habe vor kurzem einen Missionar getroffen, der häufig in Krisengebieten dieser Welt unterwegs ist. Als ich ihn fragte, wie er das nur alles aushält, war die knappe Antwort: "Gott schenkt mir eben jede Menge Adrenalin, das hält Körper und Geist fit. Ohne dies, wäre mein Leben sinnlos und lagweilig"

So lassen Sie uns unseren Lebensweg nach Weihnachten mit Ausblick auf das herannahende neue Jahr unter die Weisung unseres Herrn stellen und lassen Sie uns nun gemeinsam in den 6. Vers des Liedes "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG 529) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben meine Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und ich freue mich, wenn wir uns morgen Abend wiedersehen, um gemeinsam das Jahr 2018 mit einem Dankgottesdienst ausklingen zu lassen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Dec 31, 2018 1:26 pm

ePredigt vom 31.12.2019 (Jesaja 51, 4-6)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Altjahresabend im Jahre 2018. Den Predigttext für den heutigen Abend finden wir bei dem Propheten Jesaja im 51. Kapitel, die Verse 4-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Merkt auf mich, ihr Völker, und ihr Menschen hört mir zu ! Denn Weisung wird von mir ausgehen, und mein Recht will ich gar bald zum Licht der Völker machen. Denn meine Gerechtigkeit ist nahe, mein Heil tritt hervor, und meine Arme werden die Völker richten. Die Inseln harren auf mich und warten auf meinen Arm. Hebt eure Augen auf gen Himmel und schaut unten auf die Erde ! Denn der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde wie ein Kleid zerfallen, und die darauf wohnen, werden wie Mücken dahinsterben. Aber mein Heil bleibt ewiglich, und meine Gerechtigkeit wird nicht zerbrechen.


Liebe Gemeinde,

am Ende des Jahres steht es uns gut zu Gesicht, unserem Herrn einmal dafür zu danken, dass er uns auch in diesem Jahr so wunderbar behütet und bewahrt hat. Und wir dürfen ihm auch dafür danken, dass er auch im Jahre 2018 alle Wege mit uns gemeinsam gegangen ist.

Aber auf der Schwelle zum nächsten Jahr stellt sich auch immer wieder die Frage: Was kommt auf uns zu ? Sowohl im nächsten Jahr, aber auch die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Unser Predigttext gibt uns darauf eine Generalantwort, die jedes Jahr auf's Neue gilt und die wir uns nun einmal etwas näher betrachten wollen.

1. Gerechtigkeit ist nahe

Liebe Gemeinde, wir leben ja alle in der Endzeit, also in der Zeit, in welcher wir auf die Wiederkunft unseres Herrn warten. Die ersten Christen rechneten damals noch tagtäglich mit dem, was Jesus ihnen über seine Wiederkunft prophezeit hatte.

Und dann, so im Laufe der Zeit, wurde diese Hoffnung immer ein wenig weiter verdrängt, da ja, wie wir heute wissen bis zum Ende 2018 dergleichen noch nicht passiert ist.

Und da kann man schon mal versucht sein zu sagen: Das hat ja alles noch Zeit. Gewiss, seine Gerechtigkeit ist nahe, aber wenn er 2000 Jahre nicht gekommen ist, dann wird er auch die nächsten Jahre nicht vor der Türe stehen. Und dann kann ich die Sache mit der Bekehrung noch ein paar Jährchen aufschieben. Denn dann ist es ja aus mit Jubel, Trubel Heiterkeit, dann ist ja nur noch Kirche und beten angesagt.

Mal abgesehen davon, dass dies natürlich falsch ist, und dass wir als Christen eher den meisten Trubel, und den meisten Anlass zum Jubeln und zur Heiterkeit haben, wer sagt uns denn, dass unser Herr nicht morgen schon wiederkommt.

Und das ist es, was uns Jesaja sagen will. Er sagt in unserer heutigen Sprache: "Leute passt auf, auf einmal steht er vor Dir und dann ist mal erst so richtig Schluss mit lustig. Dann hast Du keine Zeit mehr, die Sache mit Gott ins Reine zu bringen. Also mach es so, wie euer Sprichwort lautet: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen."

2. Die Endzeit

Was Jesaja uns über die Endzeit mitteilt, dass ist nun wirklich alles andere als amüsant. Die Erde wird zerfallen und die Menschen werden wie Mücken dahinsterben.

Na, dann freuen wir uns doch mal so richtig auf diese Endzeit, das sind ja wirklich reizende Aussichten. Ja, liebe Gemeinde, darüber können wir auch etwas in der Offenbarung nachlesen. Einmal wird es mit diesem Planeten ein Ende haben und wir werden alle sterben und die Erde wird vergehen.

In Offenbarung 21 heißt es aber auch: "Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen..."

Es ist zwar richtig, dass unsere Erde vergehen wird, aber Gott hat etwas viel größeres und schöneres für uns schon bereitet, nämlich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Dort wird es keine Tränen, keinen Tod und keinen Zank und Streit mehr geben. Es wird der Ort sei, wo wir mit Gott die Ewigkeit verbringen können.

Gehen wir doch mit dieser Vorfreude in das neue Jahr hinein und lassen uns durch die kleinen Unbillen des Lebens nicht verrückt machen. Am Ende wird ja alles gut werden oder ?

3. Mein Heil bleibt, meine Gerechtigkeit wird nicht zerbrechen

Ja, und jetzt müssen wir zum Schluss des Jahres noch einmal ein wenig ernst werden. Es ist richtig, Gottes Heil und Gnade bleibt ewiglich; aber auch seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.

Und hier scheiden sich die Geister. Bald schon wird er ja wieder gesungen, der gute alte Karnevalsschlager: "Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel". Leider wird uns dies nicht von Jesaja bestätigt. Gott sieht die Sache nämlich ein wenig anders.

Für alle, die ihn, also unsere Herrn Jesus Christus als Herrn ihres Lebens erwählt haben, ihm ihre Sünden bekannt und diese aufrichtig bereut haben, für all diese Menschen gilt die Zusage Gottes "Mein Heil und Gnade bleiben ewiglich..."

Wir, die wir heute Abend zusammensitzen müssen uns keine Sorgen über unsere Zukunft machen. Wir alle werden einmal im Himmel landen, da wir rechtzeitig die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Und da ist dann der Zerfall der Erde und das Sterben wie Mücken nur eine kleine Durchgangsstation auf dem Weg in den Himmel.

Aber für die anderen Menschen gilt auch, dass Gottes Gerechtigkeit nicht zerbrechen wird. Gerecht wäre es, wenn wir alle in der Hölle landeten. Nur weil der Herr Jesus für uns für all unsre Sünden bezahlt hat und wir uns auf diese Gnadentat berufen dürfen, gilt für uns Strafbefreiung.

Alle anderen Menschen müssen sich auf Gottes Gerechtigkeit berufen. Und die besagt, dass derjenige, der seine Sünden nicht bereut, den Herrn Jesus Christus nicht als seinen persönlichen Erlöser annimmt, keinen Anspruch auf den Himmel hat, sondern eben in der Hölle landet, was ja auch nur seine gerechte Strafe ist.

Und jetzt kommt unsere Jahresaufgabe für 2019: Gott will nicht, dass auch nur ein einziger Mensch in der Hölle landet. Und daher sind wir berufen, gerade diesen Menschen, die noch nichts von Gottes Gnade erfahren haben, den Weg zum Frieden mit Gott aufzuzeigen.

Gehen wir doch diese Aufgabe mit unserm Herrn im Herzen gemeinsam an.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den jeweils 1. Vers des Liedes "Das alte Jahr vergangen ist..." (EG 59) und in den 1. Vers des Liedes " Hilf, Herr Jesu, lass gelingen..." (EG 61) einstimmen, die da lauten, wie folgt:

Das alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du uns in so großer G'fahr so gnädiglich behüt auch dieses Jahr.

Hilf, Herr Jesu, lass gelingen, hilf, das neue Jahr geht an;
lass es neue Kräfte bringen, dass aufs neu ich wandeln kann.
Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Altjahrsabend und einen guten Start in das neue Jahr 2019.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Jan 01, 2019 12:40 pm

ePredigt vom 01.01.2019 (Josua 1, 1-9)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Neujahrstag im Jahre 2019 und wünsche uns allen Gottes reichen Segen auf allen unseren Wegen, die wir im Jahre 2019 gehen. Um Gottes Segen, oder besser gesagt Gottes Zuspruch geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigtest bei Josua, Kapitel 1, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Nachdem Mose, der Knecht des Herrn, gestorben war, sprach der Herr zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener: Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und das ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gegeben habe. Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose zugesagt habe. Von der Wüste bis zum Libanon und von dem großen Strom Euphrat bis an des große Meer gegen Sonnenuntergang, das ganze Land der Hetiter, soll euer Gebiet sein. Es soll dir niemand widerstehen dein ganzes Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt; denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will, wie ich ihren Vätern geschworen habe. Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst. Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinem Wege gelingen und du wirst es ausrichten. Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mir dir in allem, was du tun wirst.

Liebe Gemeinde,

drei Mal hören wir in unserem Text die Worte "Getrost und Unverzagt". Das hat auch eine dreifache Bedeutung für uns, die wir jetzt am Beginn des Jahres 2019 stehen. Lassen Sie uns darüber heute morgen einmal gemeinsam nachdenken.

1. Der Neue

Bisher war ja alles super gelaufen. Dank Mose war das Volk Israel sicher durch die Wüste geführt worden. Was hatten sie nicht so alles auf diesem Wege verbockt. Mal war kein Wasser zur Genüge vorhanden, mal war ihnen die Nahrung leid geworden. Und einmal kamen sie sogar auf die Idee, Gott gegen ein goldenes Kalb auszutauschen.

Mose war es dann immer wieder gelungen, Gottes heiligen Zorn von seinem Volk abzuwenden. Aber nun war der "Seniormanager" nicht mehr da. Und Josua verfügte gewiss nicht über ein solch gerüttelt Maß an Führungsqualitäten, wie sie Mose besaß. Mit ein bisschen Phantasie können wir uns in das Volk Israel hineinversetzen und können hören, wie sie sich fragen: "Wie soll das nun alles weitergehen. Diese ganze Unsicherheit und Ungewissheit. Mann oh Mann, hoffentlich geht das alles gut."

Wenn wir einmal ehrlich zu uns selber sind, dann stecken wir doch auch oft in ähnlichen Situationen, in welchen wir uns die gleichen Fragen stellen. Das sind natürlich andere Probleme, als die, welche das Volk Israel beschäftigt haben. Wir stehen am Beginn des neuen Jahres vielleicht vor der Frage: "Wie geht es gesundheitlich weiter, schließlich werden wir alle ein Jahr älter. Oder aber wir fragen uns, wie es denn beruflich weitergehen wird. Um uns herum sehen wir doch so viele Arbeitsplatzoptimierungen, dass es uns manchmal ganz mulmig wird." Diese und noch zahlreiche andere Fragen stellen wir uns doch immer wieder.

Und dann ruft uns heute noch der gleiche Gott zu, der schon damals zu den Israeliten gesprochen hat. Seid getrost und unverzagt. Gehen wir einmal davon aus, dass uns unser Herr nicht belügt, dann bedeutet dies ja, dass ich all meine Sorgen, Nöte und Probleme bei ihm abliefern darf und voller Zuversicht nach vorne schauen darf.

Ja, liebe Gemeinde, das ist mit diesen Worten gemeint. Gott will doch immer nur das Beste für seine Kinder. Und oftmals sehen wir das Beste nur deswegen nicht, weil sich all unsere Gedanken um mögliche Sorgen und Probleme drehen. Machen wir doch unseren Blick frei nach vorne auf das Jahr 2019.

2. Die Basis

Natürlich gibt es Luftikusse, die durchs Leben wandeln und immer nur vom Glück verfolgt werden. Aber dies ist nur äußerlich. Wie es innen ausschaut, das sehen wir meist nicht.

Jedes Leben braucht eine Basis. Wenn wir ein Haus ohne Fundament bauen, dann müssen wir uns jeden Tag zu recht fragen, ob es denn wohl den nächsten Sturm oder Regenschauer aushalten mag. Wenn wir unser Lebensfundament auf festem Boden bauen, dann dürfen wir getrost und unverzagt sein, was auch immer kommen mag.

Das hört sich jetzt so ein wenig an, wie die biblische Hängematte, frei nach dem Motto: Ich hab schließlich Gott mein Leben übergeben, soll er nun auch das Beste daraus machen. Das ist sicherlich nicht gemeint, wenn Gott uns zuspricht, wir sollen getrost und unverzagt sein.

Wenn wir ein Haus auf einem festen Fundament bauen, dann müssen wir dieses Haus auch pflegen. Ansonsten vergammelt und verfällt es im Laufe der Jahre. Auf unser Lebenshaus übertragen bedeutet dies, dass wir auch dieses Leben mit Gott pflegen müssen.

Wie macht man das am besten ? Nun, durch Bibel, Gebet und Gemeinschaft. In der Bibel finden wir alle Anleitungen, wie ein Leben mit Gott gelingen kann. Lesen Sie heute Nachmittag einmal die Bergpredigt. In Matthäus 5-7 finden wir wertvolle, ganz konkrete Anleitungen für unser Lebensfundament. Und trotzdem nutzt alles Wissen nichts, wenn wir es nicht in die Tat umsetzen. Wie wir das machen können, erfahren wir zwar auch in der Bibel, aber noch mehr im persönlichen Gespräch mit unserem Herrn. Und weil bei uns allen immer mal wieder Zweifel auftreten, ist es hilfreich, wenn uns dann eine christliche Gemeinschaft zur Seite stehen kann.

Wenn wir dies beherzigen, dann trifft dieses "Getrost und Unverzagt" auf uns zu.

3. Der Beistand

Als die Israeliten nunmehr ganz allein mit Josua ihren Weg gehen mussten, da rief ihnen Gott das dritte "Getrost und unverzagt" zu. Er rüttelt sein Volk wach und sagt ihm frei herausgesprochen: "Gewiss, Mose ist jetzt bei mir. Ihr habt nun einen neuen Füher. Aber vergesst bitte nicht: Ich bin nach wie vor da.

Und daran sollten wir auch im Jahre 2019 denken. Egal, was uns und was um uns herum geschehen mag: Gott ist nach wie vor da. Jesus hat es uns doch ganz persönlich versprochen als er gesagt hat: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Und diese eine Zusage gilt nun schon seit 2000 Jahren. Ich bin ja nun mit meinen 60 Jahren nicht mehr der Jüngste. Das hat den Vorteil, dass ich natürlich über ein gewisses Maß an Lebenserfahrung verfüge. Ich selber habe es immer wieder in meinem Leben erfahren dürfen, dass Jesus diese Zusage eingehalten hat. Ich habe in zahlreichen persönlichen Gesprächen erfahren, dass viele Menschen in den entscheidenden Stunden ihres Lebens diese Zusage Jesu gsanz konkret erfahren haben.

Und daher, liebe Gemeinde, kann ich und dürfen wir alle getrost und unverzagt in dieses neue Jahr gehen und uns mit unserem Herrn an unserer Seite freuen und neugierig sein, was denn dieses Jahr wohl so alles aus Gottes Hand für uns bereithält.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes Gottes Hilfe und Beistand für das Jahr 2019 erbitten, indem wir gemeinsam in den 5. Vers des Liedes "Hilf, Herr Jesu, lass gelingen..." (EG61) des Liederdichters Johann Rist einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Jesus richte mein Beginnen, Jesus bleibe stets bei mir,
Jesus zäume mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier,
Jesus sei mir in Gedanken, Jesus lasse nie mich wanken !


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Neujahrstag und eine gute und gesegnete erste Woche im Jahr 2019.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jan 07, 2019 7:42 pm

ePredigt vom 06.01.2019 (Psalm 34,15)



Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Epiphanias. Als Predigttext dient uns am heutigen Tage die Jahreslosung für das Jahr 2019, welche wir im Psalm 34, Vers 15 finden:

Suche Frieden und jage ihm nach !

Liebe Gemeinde,
auf den ersten Blick eine ganz einfache Geschichte. Frieden wollen wir doch schließlich alle. Und damit gehen wir nun in das neue Jahr und setzen dies um. Aber halt, ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht. Wir sollten uns mit drei Punkten etwas näher beschäftigen, die uns die Jahreslosung an die Hand gibt.

1. Frieden

"Frieden schaffen ohne Waffen" so lautete eine der Parolen der Friedensbewegung. "Ein bisschen Frieden" so lautete der Text eines Liedes, welches vor ca. 40 Jahren einen europäischen Songcontest gewann. Aber was ist das überhaupt "Frieden".
Einen Anhaltspunkt finden wir im gleichen Vers, einen Satz vor unserer Tageslosung. Dort lesen wir: "Lass ab vom Bösen und tu Gutes".

Und jetzt wird es noch ein wenig komplizierter. Schon der Apostel Paulus schreibt ja von sich selber, dass er das Gute, was er tun soll eben nicht tut, sondern das Schlechte, was er eigentlich lassen soll eher vollbringt als das Gute. Weiter sagt uns Paulus, dass er stets und ständig auf die Gnade und Hilfe unseres Herrn angewiesen ist, wenn er ein gottesfürchtiges Leben führen will.
Halten wir also zunächst einmal fest, dass es einer gefestigten Beziehung zu unserem Herrn bedarf, um unsere Jahreslosung auch in die Tat umsetzen zu können.

Das erklärt unter anderem auch, warum wir in einer so friedlosen Welt leben. Kein Friede in den Familien, kaum ein friedvoller Umgang der Menschen untereinander und kein Friede auf der Welt sind untrügerische Kennzeichen eines Lebens ohne Gott.

Und das, liebe Gemeinde, ist mehr die Regel, denn die Ausnahme. Erst ein Leben mit Gott und unter Gottes Leitung macht uns überhaupt erst fähig, das Böse zu lassen und das Gute zu suchen, aber immer weder auch mit der paulinischen Einschränkung.
2. Frieden Suchen

Das Wort Suchen bezieht sich hier in unserer Jahreslosung auf einen regionalen Bereich. Und dieser beginnt, wie wir soeben gesehen haben, bei uns selbst.

Haben wir unseren Frieden mit Gott gefunden, dann können wir diesen auch versuchen in unseren Familien zu finden. Wenn ich als Ehemann meine Frau nicht als notwendiges Inventar betrachte, welches mir die Bude sauber hält und dafür verantwortlich ist, dass immer ein leckeres Essen auf dem Tisch steht, sondern als das Ebenbild Gottes betrachte, welches gemeinsam mit mir durchs Leben geht, dann habe ich schon mal eine gute Basis für den Frieden gelegt.
Wenn ich versuche, die Werte, die in meinem Leben wichtig geworden sind, an meine Kinder weiterzugeben, dann schaffe ich auch dort die Basis für den Frieden.

Ich soll meine Augen und Ohren offenhalten, egal, wo auch immer ich mich befinde und soll versuchen dort Frieden zu schaffen, wo Unfriede herrscht. Das kann in der Gemeinde, am Arbeitsplatz, im Urlaub oder eben überall dort sein, wo ich mich gerade befinde.
Also eben mal nicht wegschauen, sondern eingreifen, wenn um mich herum etwas Böses passiert.

3. Frieden Nachjagen

Suche ist, wie wir gesehen haben, ein aktiver Prozess. Umso mehr ist das Nachjagen ein noch aktiverer Prozess. Wenn ein Löwe eine Antilope jagt, dann schlägt sie ihm so manches Schnippchen. Gibt der Löwe seine Jagd dann sofort auf ? Nein beileibe nicht, er jagt seiner Beute so lange nach, bis er sie gefangen hat. Erst in aussichtslosen Situationen gibt er sich geschlagen.
Und so sollen wir auch dem Frieden nachjagen, selbst dann, wenn unsere Bemühungen immer wieder ins Leere zu laufen scheinen. Einfach nicht aufgeben.

Ein paar ganz banale konkrete Beispiel mögen uns dies deutlich machen. Unfreundlichkeit ist ja ein Zeichen unserer Zeit. Ich kann dieser Unsitte aber auch mit Freundlichkeit entgegentreten. Selbst wenn der andere darauf nicht sofort reagiert, kann ich Ihnen versprechen, dass sich sein Verhalten ändern wird.

Unsere Zeit ist auch von Misstrauen geprägt. Egal, ob ich einen neuen Partner kennenlerne, oder aber einem neuen Geschäftskontakt begegne. Erst einmal ist bei den meisten Menschen Skepsis angesagt. Wie wäre es denn eigentlich, wenn wir zunächst einmal vertrauensvoll in eine solche Situation hineingehen würden. Natürlich besteht die Gefahr der Enttäuschung. Aber glauben Sie mir, ich werde lieber in 2 von 100 Fällen enttäuscht, als ständig allem und jedem jederzeit mit Misstrauen zu begegnen.

Und Vertrauen schafft auch eine Basis für den Frieden. Würden die Weltmächte einander vertrauensvoller begegnen, so könnte bestimmt die ein oder andere kriegerische Auseinandersetzung vermieden werden und so mancher Krieg auf Erden beendet werden.
Und damit haben wir auch schon das dritte Stichwort genannt: Die Gewalt. Wie wäre es denn eigentlich, wenn wir Gewalt nicht immer sofort mit einem Gegenschlag beantworten würden. Schon Jesus sagt uns ja, dass wir demjenigen die linke Backe darbieten sollen, der uns auf die rechte geschlagen hat. Der andere wird einfach nicht mehr zuschlagen, jedenfalls in den allermeisten Fällen nicht. Und dann wir auch hier eine gesunde Basis für den Frieden geschaffen.

Wenn Sie jetzt denken: Der Naber lebt ja wohl im Wolkenkuckucksheim. Das funktioniert doch nie und nimmer, dann haben Sie auch teilweise recht. Wir werden natürlich niemals den Endzustand des vollkommenen Friedens hier auf Erden erreichen, den gibt es erst im Himmel. Aber wenn unser

Herr uns den Auftrag gibt, den Frieden zu suchen und ihm nachzujagen, dann sollten wir es nicht unterlassen, den ersten Schritt in die richtige Richtung zu unternehmen.
Den Rest, liebe Gemeinde, dürfen wir getrost unserem Herrn überlassen.
Und welch große Macht er hat, dies beschreibt der zweite Vers des Liedes "Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude... (EG 66), der da lautet, wie folgt:

Jesus ist kommen, nun springen die Bande,
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmher vorhanden,
er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehre aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse ein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine tolle Woche unter dem Schutz unseres Herrn.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jan 14, 2019 4:57 pm

ePredigt vom 13.01.2019 (Josua 3, 5-11, 17)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Josua im 3. Kapitel, de Verse 5-11 und 17. Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam lesen:


Und Josua sprach zum Volk: Heiligt euch, denn morgen wird der Herr Wunder unter euch tun. Und zu den Priestern sprach er: Hebt die Bundeslade auf und geht vor dem Volk her ! Da hoben sie die Bundeslade auf und gingen vor dem Volk her. Und der Herr sprach zu Josua: Heute will ich anfangen, dich groß zu machen vor ganz Israel, damit sie wissen: Wie ich mit Mose gewesen bin, so werde ich auch mit dir sein. Und du gebiete den Priestern, die die Bundeslade tragen, und sprich: Wenn ihr an das Wasser des Jordans herankommt, so bleibt am Jordan stehen. Und Josua sprach zu den Israeliten: Herzu ! Hört die Worte des Herrn, unseres Gottes ! Daran sollt ihr merken, dass ein lebendiger Gott unter euch ist und dass er vor euch hertreiben wird die Kanaaniter, Hetiter, Hiwiter, Perisiter, Girgaschiter, Amoriter und Jebusiter: Siehe, die Lade des Bundes des Herrschers über alle Welt wird vor euch hergehen in den Jordan. Und die Priester, die die Lade des Bundes des Herrn trugen, standen still im Trockenen mitten im Jordan. Und ganz Israel ging auf trockenem Boden hindurch, bis das ganze Volk über den Jordan gekommen war.


Liebe Gemeinde,

Da war nun Josua der neue Führer der Israeliten und hatte schon eine gewaltige Aufgabe zu stemmen. Schließlich war er dazu erkoren worden, die Israeliten in das gelobte Land zu bringen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Josua schon ein wenig mulmig in der Magengegend war, als er sich der Verantwortung bewusst geworden ist, die denn nun auf ihm lasten sollte.

Liebe Gemeinde, auch in diesem Jahr wird Gott uns vor mannigfache Aufgaben stellen, die es gilt zu bewältigen. So manches Mal werden wir sicherlich auch wie Josua ein wenig Angst vor diesen neuen Aufgaben haben. Schauen wir uns doch einmal an, wie Josua damit umgegangen ist.

1. Vertrauen

Egal, was uns auch immer im Jahre 2019 erwarten mag, wenn wir unser ganzes Vertrauen auf unseren Herrn setzen, dann haben wir schon einmal eine gute Basis für das, gelegt, was Gott uns an Prüfungen und Aufgaben auferlegt.

Gott hatte ja, wie wir schon erfahren haben, seinen Knecht Mose zu sich geholt. Er hatte dem Volk Israel seinen Führer genommen. Auch uns, liebe Gemeinde, wird im Laufe des Lebens so einiges weggenommen werden. Und dann dürfen wir trotzdem erkennen, dass unser Leben weitergeht.
Gewiss, so manch eingetretene Pfade müssen wir verlassen, aber Gott bereitet stets neue Wege für uns, die für uns auch gangbar sind. Auch wenn wir manchmal ins kalte Wasser springen müssen, wir werden erkennen und spüren, dass wir auch dort nicht untergehen, sondern das immer einer da ist, der uns über Wasser hält.

Nehmen wir uns doch heute Nachmittag ein wenig Zeit und überlegen einmal, wie oft wir in unserem Leben schon in kalte und unbekannte Gewässer springen mussten und wie wir auch dort immer wieder Gottes helfende und bewahrende Hand spüren durften.

2. Gott geht voran

Darauf haben sich schließlich auch die Israeliten unter der Führung von Josua verlassen. Aber was heißt das denn eigentlich "Gott geht voran" ?

Das heißt zunächst einmal, dass alle Wege, die wir gehen, schon von Gott gegangen worden sind, er uns also immer einen Schritt vorausgeht.
Das bedeutet aber auch, dass wir ihm immer auf den Fersen folgen sollen. Wir sollen nicht trödeln und aus Trägheit uns zurückfallen lassen, aber wir sollen auch nicht versuchen, Gott überholen zu wollen.

Auf unser Leben bezogen sind die Trödler diejenigen, de die Sache mit Gott immer wieder auf die lange Bank schieben. Man hat ja noch soviel Zeit, um die Sache mit Gott in Ordnung zu bringen. Erst einmal stehen andere, viel wichtigere, Punkte auf der Agenda. Aber haben wir wirklich soviel Zeit. Kann es nicht sein, dass unsere Zeit schneller abläuft, als wir unsere Sache mit Gott in Ordnung bringen können ?

Die Menschen auf der Überholspur sind diejenigen, die meinen, wie der verlorene Sohn, ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können. Diese Menschen schalten dann den Turbogang des Lebens ein und brausen los, um wenig später feststellen zu müssen, das sie ihren Lebenswagen brutal gegen die Wand gefahren haben.

Wie bleibe ich aber wirklich dran an Gott ? Indem ich wie die Israeliten auf Gott höre, mit ihm spreche und ihm dann nachfolge.

Ohne die ständige Kommunikation mit unserem Herrn werden wir zwangsläufig in die Irre gehen.

3. Ungewohnte Wege

Das war schon eine gewaltige Sache, wie das Volk Israel trockenen Fußes über den Jordan gelangte. Das setzte jede Menge Vertrauen in Gott voraus und die feste Gewissheit, dass Gott wirklich vorneweg geht.

Und doch war es ein ungewöhnlicher Weg. Ich hätte mir vorstellen können, nach einer seichten Stelle Ausschau zu halten, um dann einigermaßen trockenen Fußes an das andere Ufer zu gelangen.

Und genau das will Gott eben nicht. Er möchte nicht, dass wir so mit "Ach und Krach" gerade mal eben unser Leben meistern, sondern wir sollen unser Leben an seiner Hand mit Bravour meistern.
Das, liebe Gemeinde, setzt aber voraus, dass wir auch bereit sind, ungewohnte Wege zu gehen, auch wenn wir persönlich meinen, einen besseren Weg entdeckt zu haben.

Wir sollten uns immer wieder vor Augen führen, dass Gott stets das Beste für uns will. Und wenn das Beste denn eben ein ungewöhnlicher Weg ist, dann gehen wir eben an des Herren Hand diesen ungewöhnlichen Weg unserem Ziel entgegen.

Darum lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdiensts gemeinsam in den zweiten Vers des Wegeliedes "Vertraut den neuen Wegen..." von Peter Hartzsch einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit !
Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.
Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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