ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Sep 26, 2016 5:00 pm

ePredigt vom 24.09.2016 (Markus 12, 28-34)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 18. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 12. Kapitel des Markusevangeliums, die Verse 28-34. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Frage nach dem höchsten Gebot

Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, dass er ihnen geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen ? Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: " Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften" (5. Mose 6, 4.5). Das andre ist dies: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet ! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.


Liebe Gemeinde,

auch wenn die Überschrift unseres heutigen Predigttextes die Frage nach dem höchsten Gebot aufwirft, handelt es sich doch im Detail betrachtet um 3 Gebote. Lassen Sie uns diese drei höchsten Gebote heute morgen einmal gemeinsam etwas näher betrachten:

1. Gebot: Gott lieben

Natürlich lieben wir Gott, das ist doch klar. Ansonsten säßen wir nicht hier beieinander oder würden diese Predigt lesen. Aber das Gebot, Gott zu lieben geht ja noch weiter. Es beschreibt ganz genau, wie wir Gott lieben sollen.

Dort lesen wir, wir sollen Gott von ganzem Herzen lieben. In der Bibel wird das Herz den Menschen auch als das Zentrum der Person dargestellt. Das Herz ist unter anderem der Ort, an dem die lebenswichtigen Entscheidungen getroffen werden. Wenn wir Gott also von ganzem Herzen lieben sollen, dann handelt es sich dabei nicht um eine schwärmerische Liebe, sondern um eine Liebe, der eine verstandesmäßige Entscheidung vorausgegangen ist.

Das mag vielleicht ein wenig nüchtern und abgeklärt klingen, aber Gottes Reich ist kein Reich für Schwärmer und Phantasten. Gottes Reich ist ein ganz reales Reich, welches von verstandesmäßig orientierten und liebenden Menchen aufgebaut werden muss. Unser Land wird ja auch nicht von einer Horde Clowns und Komikern regiert, sondern von Vollblutpolitikern, die ihr Geschäft verstehen.

Von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Hier kommt es dann doch noch ins Spiel, das Gefühl. Natürlich sollen wir Gottes Reich nicht wie eiskalte Analytiker, eventuell noch nach Kosten und Nutzenabwägungen aufrichten. Wir sollen von ganzer Seele und von ganzem Gemüt dabei sein. Nach unserem verstandesmäßigen Ja zu unserem Herrn sollen wir seine Liebe, die in uns Einzug gehalten hat auch 1:1 in den Aufbau seines Reiches umsetzen.

Und das in allen Lebenslagen und Stimmungen. Wenn es uns so richtig gut geht, haben wir alle gar keine Probleme unserem Herrn zu danken. Wenn hingegen das Gegenteil der Fall ist, kommen die Menschen doch häufig ins Zweifeln und Wanken. Und genau hier besagt dieses höchste Gebot, genau in diesen Lagen sollen wir Gott auch lieben. Ich soll ihm also danken, wenn es mir so richtig mies geht? Ganz genau. Gott macht nämlich keine Fehler. Er ist auch gerade dann bei uns, wenn einmal die trüben Tage kommen. Er ist dann bei uns, um uns zu trösten und zu leiten gerade in den schweren Tagen unseres Lebens.

Mit allen Kräften. Wenn ich jemanden mit allen meinen Kräften liebe, dann bin ich ganz allein auf ihn fokussiert. Und genau dies ist hier gemeint. Gott erwartet unsere ganze ungeteilte Liebe. Wir sollen eben nicht Gott zum Teil lieben das Geld anbeten oder unsere Karriere oder irgendeine Person Gott gleich stellen oder über Gott stellen. Gott ist es, dem unsere ganze Kraft und Liebe gebührt.

2. Den Nächsten lieben

Nun geht es darum, unseren Nächsten zu lieben. Wer ist denn eigentlich unser Nächster ? Ist es mein Nachbar, dem es zur Zeit nicht so gut geht? Ist es der Bettler an der Ecke, der tagein tagaus dort sitzt und von dem Wohlwollen der vorübergehenden Passanten abhängig ist?

Ich glaube, die Fragestellung als solche hakt schon ein wenig. Wie wäre es, wenn ein wenig anders fragen, nämlich so: Wem kann ich der Nächste sein? Dann ist die Passivität aus der Fragestellung aufgehoben. Dann sind wir aktiv gefragt, Augen und Ohren offen zu halten, wo denn jemand sein könnte, dem wir gerade in diesem Moment der Nächste sein können.

Und Gott wird uns schon Menschen zeigen, die dringend unserer Hilfe bedürfen. Wie bei Gott kein Ansehen der Person stattfindet, so sollte dies bei uns natürlich auch nicht sein. Egal, wer uns auch als Nächster an die Seite gestellt wird, genau demjenigen müssen wir der Nächste sein.

3. Wie Dich selbst

Wer ausgepowert, ausgelaugt und miesepetrig durchs Leben geht, dem fällt es natürlich schwer, anderen Menschen zu helfen. Ich erlebe dies immer wieder in Ehrenämtern. Da setzen sich Menschen bis an das Ende ihrer Kräfte ein und werden irgendwann missmutig, wenn es nicht so läuft, wie sie es sich wünschen oder wenn die vermeintlich zustehende Anerkennung einfach ausbleibt.

So kann ich keinem Menschen wirklich der Nächste sein. Ich kann meinem Nächsten nur der Nächste sein, wenn ich auch mir der Nächste bin. Wir können zum Beispiel nur von der Kraft etwas abgeben, die uns Gott zur Verfügung stellt. Wer keine Kraft mehr hat, der kann logischerweise auch keine mehr abgeben.

Bleiben wir doch ruhig einmal beim Thema Geld. Wenn ich mich selbst liebe, also mir selbst auch mal etwas gönne, dann ist dies vollkommen in Ordnung. Gott möchte dies ausdrücklich. Erst wenn ich alles für mich und meine Bedürfnisse verprasse oder sogar noch Schulden mache, dann ist dies eben nicht mehr in Ordnung.

Wenn ich mir selber etwas gönne, dann geht es mir auch mental gut und ich kann mich an dem neuen Gegenstand erfreuen. Nun bin ich in der Lage von dem Rest des Geldes auch noch fröhlichen Herzens etwas abzugeben. Denn auch darauf kommt es an. Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Und das geht weit über das Geld hinaus. Da ist dann auch die Freizeit, die ich für mich genießen und Kräfte sammeln kann, um an anderer Stelle etwas von der restlichen Freizeit anderen abzugeben, indem ich Ihnen zum Beispiel bei der Hausaufgabenbetreuung ehrenamtlich zur Verfügung stehe.

Aber niemals, aber auch wirklich niemals darf die Eigenliebe zu kurz kommen. Ich glaube, wir als Christen müssen uns schon immer mal wieder daran erinnern, dass auch die Eigenliebe von Gott gewollt ist. Christen neigen im allgemeinen nämlich dazu, eigene Bedürfnisse immer hintenan zu stellen.

Um nur ein kleines Beispiel zu nennen: Sie kennen alle die WWJD-Armbänder (What would Jesus do ). Wenn ich so lebe, also immer den Anspruch an mich selbst stelle, alles so machen zu wollen, wie Jesus dies getan hat, werde ich automatisch scheitern. Ich bin eben nicht Jesus und soll auch nicht so tun als ob. Denn dann bleibt mir keine Zeit mehr für Eigenliebe und ich lege einen hundertprozentigen christlichen Burnout hin. Und das ist es, was Gott überhaupt nicht will.

Mit dieser euen Einstellung können wir auch unsere Alltagstätigkeit in dem Sinne aufnehmen, wie sie der erste Vers des Liedes "In Gottes Namen fang ich an..." (EG 494) von Salomo Liscow beschreibt, der da lautet, wie folgt:

In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.
Was man im Namen Gottes tut, ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. Und vergessen Sie die Eigenliebe nicht !!!

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Okt 02, 2016 4:05 pm

ePredigt vom 02.10.206 (2. Korinter 9, 6-15)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Erntedanktag des Jahres 2016. Wie es der Namen schon sagt, geht es heute um das Danken. Wenn wir uns die Altargaben anschauen, dann hat Danken auch etwas mit abgeben zu tun. Und um das Abgeben und die damit verbundenen Probleme geht es auch in unserem heutigen Predigttext, welcher auch als "Paulinische Kollektenrede" bekannt ist. Wir finden den Predigttext im 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 9, die Verse 9-15. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ich meine aber dies: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeder, wie er's sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder mit Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk; wie geschrieben steht (Psalm 112,9): " Er hat ausgestreut und den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit." Der aber Samen gibt dem Sämann und Brot und Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte der Gerechtigkeit. So werdet ihr reich sein in allen Dingen, zugeben in aller Einfalt, die durch uns wirkt Danksagung an Gott. Denn der Dienst dieser Sammlung hilft nicht allein dem Mangel der Heiligen ab, sondern wirkt auch überschwänglich darin, dass Viele Gott danken. Denn für diesen treuen Dienst preisen sie Gott über eurem Gehorsam im Bekenntnis zum Evangelium Christi und über der Einfalt eurer Gemeinschaft mit ihnen und allen. Und in ihrem Gebet für euch sehnen sie sich nach euch wegen der überschwänglichen Gnade Gottes bei euch. Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!

Liebe Gemeinde,

Beim Danken bzw. bei der Kollekte stoßen wir im allgemeinen auf drei Bereiche, die wir heute Morgen einmal gemeinsam betrachten wollen:

1. Nehmen und Geben

Viele Gemeinden der ersten Zeit lebten ja in der Hoffnung und der Gewissheit, dass unser Herr recht bald wiederkommt. Demzufolge teilten Sie ihr Vermögen, kümmerten sich auch nicht mehr darum, ihren Lebensunterhalt zu sichern und brauchten ihre Vermögenswerte auf bis schließlich nichts mehr vorhanden war.

Die Korinther hingegen waren besser gestellt. Sie besaßen ein größeres Vermögen, verließen sich vielleicht auch nicht unbedingt auf das schnelle Wiederkehren des Herrn und taten auch etwas, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Diesen Menschen sagt Paulus nun, dass sie etwas abgeben müssen und zwar denen, die auf Grund falscher Annahmen ihr Vermögen aufgebraucht hatten.

Was würden wir denn heute sagen, wenn ein derartiges Anliegen an uns herangetragen würde ? Die haben einfach schlecht gewirtschaftet, immer aus dem Vollen gelebt und eine gewisse Realitätsferne stellen wir auch fest. Warum sollten wir denen, die alles aus eigener Schuld verprasst haben jetzt auch noch etwas von dem abgeben, was wir uns sauer erarbeitet bzw. erspart haben ? Das wäre doch eine nachvollziehbare Reaktion.

Paulus hingegen fragt nicht danach, ob die in Not geratenen Menschen die Hilfe auch wirklich verdient haben. Paulus geht es um das Abgeben als christlichem Lebensgrundsatz.

Alles, was ich habe, sei es eine gute Ernte, einen tollen Job, ein Supereinkommen, das alles habe ich mir nur vordergründig selber geschaffen. In Wahrheit ist es Gott, der uns dies alles gegeben hat. Wie schnell ist es vorbei mit unserer Arbeitskraft und dann auch mit dem Superjob und dem tollen Einkommen.

Gott gibt uns, damit wir weitergeben können. Das, was ich nicht brauche, soll ich nicht alles an die Seite legen. Nein, liebe Gemeinde, mein Überfluss dient dazu, dem Mangel der anderen abzuhelfen.

Wir müssen es, glaube ich, uns immer wieder in unser Bewusstsein rufen, dass unser Überfluss eben nicht zur Anhäufung unseres eigenen Reichtums bestimmt ist, sondern dass dieser Überfluss zur Minderung der Nöte unserer Mitmenschen bestimmt ist.

2. Das Mehr-Gen

Wir kennen es vielleicht alle: Wir haben ein gut funktionierendes Auto und sind auch ganz zufrieden damit. Dann kauft sich unser Nachbar die neueste Version eines Luxusschlittens. Und schon ist es vorbei mit unserer Zufriedenheit. Wir möchten am liebsten auch so einen Luxusschlitten unser eigen nennen. Und so geht es locker weiter und weiter und weiter.

Letztendlich bestimmen Neid und Gier immer mehr unser gesamtes Leben. Wir drehen uns vor noch um uns selbst und verlieren dabei den Blick für alles andere aus unseren Augen. Wozu hat es denn geführt, dass jeder nur noch an sich und sein Geld dachte, unter anderem doch zu der letzten Finanzkrise. Und im allgemeinen führt dies immer mehr zu ganz massiven Lebenskrisen, nämlich genau dann, wenn die Spirale mal eben nicht mehr weiter nach oben geht. Dann ist sie oftmals erreicht, die Sinnkrise des Lebens.

Jesus zeigt uns diese Gefahr auf und fordert uns auf, umzudenken. Wir sollen uns eben nicht zum Slaven des Besitzes machen. Sollen wir also wie die ersten Gemeinden sorglos in den Tag hineinleben und uns auf unsere Mitmenschen verlassen, die schon für uns sorgen werden? Nein, natürlich nicht.

Aber wir können uns folgende Fragen stellen: Anstelle von "Was fehlt mir noch?" können wir uns fragen "Was habe ich nicht alles?". Anstelle von "Wie viel kann ich noch an die Seite legen?" können wir uns auch die Frage stellen "Wie viel kann ich abgeben?"

Wenn ich mit diesem Betrag anderen Menschen helfen kann, kommt dies immer als Segen zu mir zurück. Dies sagt nicht Ulli Naber, sondern Gott höchstpersönlich unter anderem in Maleachi 3, Vers 10: "Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herab schütten die Fülle."

Um es etwas salopper auszudrücken: Wenn ich dafür sorge trage, dass es meinen Mitmenschen gut geht, wird es mir niemals schlecht ergehen. Ich stehe unter dem direkten Schutz dessen, der Himmel und Erde gemacht hat.

3. Geben ist Mission

Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Was ist das eigentlich, ein fröhlicher Geber ? Nun, das ist zunächst einmal jemand, der Gott dafür dankt, dass er von dem, was er im Überfluss hat auch tatsächlich ohne Not etwas abgeben darf.

Wir sollen dem anderen mit Liebe etwas zukommen lassen und nicht so, dass er sich schämen muss, notleidend und auf unser Hilfe angewiesen zu sein. Wir müssen auch nicht für alles eine Spendenquittung haben.

Ein Bekannter von mir, dem es wirtschaftlich recht gut geht, verteilt regelmäßig anonym 50 € in einem Briefumschlag an Familien, wo er weiß oder gehört hat, dass diese das Geld dringend gebrauchen können. Immer ist ein Zettel dabei "Von Gott für Euch".

Das geht natürlich auch mit geringeren Beträgen. Wenn ich so gebe, also ohne ein Dankeschön zu erzwingen dann mache ich mein Geben und meine Gaben zu das, was sie sein sollten nämlich zu einem rechten Gottesdienst. Und das sollen wir nicht nur heute am Erntedanktag tun, sondern an 365 Tagen im Jahr.

Nach der Höhe des Spendenbetrages gefragt antwortete einmal Pfarrer Paul Deitenbeck wie folgt: "Wenn Du jetzt das Doppelte von dem gibst, was Du dir gerade vorgenommen hast, gibst Du genau die Hälfte von dem, was Gott von Dir erwartet."

Darum lassen Sie uns Gott zum Abschluss danken mit dem 1. Vers des Erntedankliedes "Die Ernte ist nun zu Ende.." von Gottfried Tollmann, der da lautet, wie folgt:

Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht,
womit Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht.
Der treue Gott lebt noch,
man kann es deutlich merken
an soviel Liebeswerken,
drum preisen wir ihn hoch.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Erntedanktag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Okt 09, 2016 6:10 pm

ePredigt vom 09.10.2016 (1. Thessalonicher 4, 1-8)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem 20. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief von Paulus an die Thessalonicher, Kapitel 4, die Verse 1-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ermahnung zur Heiligung

Weiter, liebe Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus, da ihr von uns empfangen habt, wie ihr leben sollt, um Gott zu gefallen, was ihr ja auch tut, dass ihr immer vollkommener werdet. Denn ihr wisst, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht und ein jeder von euch seine eigene Frau zu gewinnen suche in Heiligkeit und Ehrerbietung, nicht in gieriger Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist ein Richter über alles, was wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinheit, sondern zur Heiligung. Wer das nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist in euch gibt.


Liebe Gemeinde,

Ermahnung zur Heiligung, so lautet die Überschrift über unserem heutigen Predigttext. aber was ist denn damit gemeint, wenn wir von Heiligung sprechen? Ich denke, dass Heiligung ein Denken und Handeln beschreibt, welches von Christus, seinem Wort und Geist geprägt ist. Wie sieht ein derartiges Handeln denn heute im 21. Jahrhundert ganz konkret aus? Ich glaube, es sieht genau so aus, wie vor 2000 Jahren. Drei Punkte lassen Sie uns dazu heute Morgen überdenken

1. Sex

Zugegeben, etwas über Sex zu erfahren ist nicht gerade die primäre Aufgabe einer Predigt. Aber, was Paulus dazu zu sagen hat, sollte für uns heute auch immer noch eine Leitlinie sein.

In vielen Glaubensgemeinschaften wird der Sex ja nur als notwendiges Übel der Fortpflanzung gesehen. Das sagt Paulus indes nicht. Sex kann und darf auch Freude bereiten, aber bitteschön in der Ehe und mit der eigenen Frau.

Paulus fordert ja in seinem Brief geradezu die Männer auf, die eigene Frau zu erobern. Aber stets unter Vermeidung der Unzucht. Unzucht ist immer dann gegeben, wenn der eine Partner nur an die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse denkt und dabei die Frau oder der Mann zum austauschbaren Objekt wird.

Der eigene Partner soll dabei in Heiligung und Ehrerbietung gewonnen werden. Auch wenn wir diesen Begriff unter dem Generalthema der Sexualität in unserem Predigttext finden, gilt er doch für die gesamte Partnerschaft, die ja bekanntermaßen auch noch aus anderen Bereichen besteht.

Um es mal ganz konkret auszudrücken: Die eigene Frau ist nicht meine Putze und Köchin, die gefälligst dafür zu sorgen hat, dass ich abends ein leckeres Essen auf dem Teller habe und das auch noch in einem gemütlichen Ambiente. Und der eigene Mann ist nicht der, der dafür zuständig ist, das ja genügend Geld nach Hause kommt, damit ich als Frau ordentlich shoppen gehen kann.

Heiligung und Ehrerbietung bedeutet, dass beide Partner einander achten und wertschätzen. Das beinhaltet unter anderem, dass der eine Partner dem anderen bei der Verrichtung aller Aufgaben hilfreich zur Seite steht. Das bedeutet aber auch, die jeweilige Tätigkeit des anderen stets anzuerkennen als das, was es ist, nämlich ein Liebesdienst an dem anderen Partner.

Wenn wir die Hausarbeit der Frau mal wieder so betrachten, nämlich als ein Liebesdienst an uns Männern, dann sehen wir dies ganz bestimmt mit anderen Augen, als wenn wir dies alles nur als selbstverständlich hinnehmen.

Wenn beide Partner mit der gebotenen Werteschätzung einander begegnen, dann kommen beide Partner zu Ehren. Wir sehen, Gott kannte schon die Gleichberechtigung.

2. Geld

Auch nicht unbedingt ein Kanzelthema, wenn wir einmal von der letzten Woche, der Kollektenpredigt absehen. Auf das Thema Geld angesprochen, bekomme ich häufig zu hören, dass dies doch wohl reine Privatsache sei.

Machen wir doch mal einen kurzen Statusbericht, wie es um das Thema Geld bei uns bestellt ist. Wenn ich mir die Werbebotschaften von Investmentgesellschafen anschaue, ist es toll, zweistellige Renditen zu erwirtschaften. Menschen, die dies geschafft haben, finden wir häufig auf den Titelseiten diverser Wirtschaftsmagazine. Dass dabei häufig auf der anderen Seite Menschen zu Schaden kommen, wird einfach so hingenommen.

Ein siebenstelliges Einkommen zu verdienen weckt unseren Respekt vor der Person, die dies erreicht hat. Dass dies häufig auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen worden ist, die gerade mal den gesetzlich vorgeschriebenen Hungerlohn dafür erhalten, wird natürlich nirgendwo erwähnt. Eine bessere Definition für "asozial" kann es eigentlich gar nicht geben.

Aber es kommt noch besser. Asozial ist nicht der Unternehmer, der seine Mitarbeiter nach Strich und Faden ausbeutet, nein asozial ist der der bei der ganzen Geschichte rund um das Thema Geld hinten runtergefallen ist. Das ist z.B. der Arbeitnehmer, der auf Grund eines Arbeitsunfalles berufsunfähig geworden ist und nun mit einer Minirente zurechtkommen muss, die noch nicht einmal das Hartz 4 Niveau erreicht.

Und in diese Situation hinein sagt Paulus, was Gott darüber denkt: "Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel." An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass Gott nichts, aber auch gar nichts gegen Reichtum hat. Aber er hat was dagegen, wenn ich ihn auf Kosten anderer erwirtschafte. Und er hat auch was dagegen, wenn ich mit meinem Reichtum nur so umgehe, dass nur ich etwas für mich davon habe und ansonsten nur dafür sorge, dass sich mein Reichtum prächtig vermehrt.

Jetzt steht da noch das Wort der Übervorteilung. Das trifft es doch genau, die da oben ziehen uns kleine Leute so richtig über den Tisch. Endlich mal liest denen mal einer so richtig die Leviten. Liebe Gemeinde, die da oben, damit sind auch wir gemeint.

Denken wir doch einmal darüber nach, wenn wir die nächste Jeans für 10,00 € kaufen, was davon für einen Fabrikarbeiter in Asien übrig bleibt. Denken wir doch einmal bei unserem nächsten Besuch eines 1 € Ladens darüber nach, wer dabei so alles auf der Strecke bleibt.

Es wird immer wieder Situationen geben, die ein derartiges Handeln erforderlich machen, ganz ohne Frage, aber ohne Not dort einzukaufen halte ich zumindest für ein passives Übervorteilen.

3. Was machen wir da eigentlich?

Egal ab bei Sex oder Geld, immer wenn wir jemand betrügen, übervorteilen oder anderweitig Schaden zufügen, dann verachten wir diesen Menschen, den Gott über alles liebt. Und wenn wir dem Menschen einen Schaden zufügen, den Gott über alles liebt, dann verachten wir auch Gott.

Und das, liebe Gemeinde, ist nun wirlich fernab von aller Heiligung.

Und wenn das Ganze einmal unbewusst geschieht, werde ich häufig gefragt. In der Juristerei gibt es die sogenannte Fahrlässigkeit, welche bei kleineren Delikten nicht unter Strafe steht. Sünde hingegen verlangt immer einen Vorsatz. Aber trotzdem bleibt irgendwie ein mulmiges Gefühl zurück. Ich möchte doch auch gern die fahrlässig begangenen Sünden vermeiden. Geht das überhaupt?

Ich sage eindeutig ja. Der Heilige Geist, der in uns wohnt, möchte uns unser ganzes Leben lang leiten, führen und begleiten. Wir müssen ihm nur den Raum dafür geben. In dem Rahmen, wie wir Gott bitten uns durch seinen Geist zu führen, da werden wir feinsinnig werden, wenn es um die heute beschriebenen Sünden geht.

Wir werden sie besser erkennen und entlarven können und Gott wird uns bestimmt Vermeidungsstrategien zur Verfügung stellen. Lassen Sie uns daher immer wieder unseren Herrn bitten, dass er uns dahin führen möge, dass wir alle ein geheiligtes Leben miteinander führen können.

Und wenn es doch wieder einmal danebengeht, dann ist unser Herr nur ein Gebet weit entfernt um dem reuigen Sünder zu vergeben.

Letztendlich dürfen wir alle auf die Gnade unseres Gottes vertrauen, der jedem reumütigen Sünder vergibt und ihn wieder in die Arme nimmt. Daher dürfen wir frohen Herzens in den ersten Vers des Liedes "Jesus nimmt die Sünder an..." (EG 353) von Erdmann Neumeister einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Jesus nimmt die Sünder an.
Saget doch dies Trostwort allen,
welche von der rechten Bahn
auf verkehrten Weg verfallen.
Hier ist, was sie retten kann:
Jesus nimmt die Sünder an.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche unter der Führung unseres Herrn.

Bleibe Sie alle wohl behütet
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Okt 16, 2016 3:24 pm

ePredigt vom 16.10.2016 (Epheser 6, 10-17)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 21. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 6. Kapitel des Epheserbriefs, die Verse 10-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die geistliche Waffenrüstung

Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt. So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, und an den Beinen gestiefelt, bereit, einzutreten für das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.


Liebe Gemeinde,

heute geht es darum, wie wir dem Teufel und seinen Versuchungen widerstehen können. Ein Thema, das nach wie vor nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Wir müssen dabei gar nicht in die Ferne schweifen, sondern um uns herum können wir die Machenschaften des Satans an allen Ecken und Enden sehen.

Wenn unser Predigttext eine militärische Herangehensweise an den Teufel empfiehlt, dann können wir schon ein wenig die Gefährlichkeit Satans erahnen. Wer nur unter Einsatz des Militärs besiegt werden kann, der muss ja schon ganz schön gefährlich sein. Schauen wir uns doch heute Morgen einmal zusammen an, wie wir am besten den satanischen Machenschaften widerstehen können.

1. Schild des Wortes

So kann man den ersten Teil der Waffenrüstung Gottes auch übersetzen. Was ist damit gemeint?

Stellen wir uns einen Kriegsführer vor, der vor einer Schlacht steht und diese auch gewinnen möchte. Wird er sich für all das, was der Gegner als Waffen in Händen hält interessieren oder ist ihm dies egal, weil er sowieso schon gewonnen hat? Der kluge Taktierer wird doch wohl versuchen, seinen Widersacher so gut es geht, auszuspähen.

Genau so sollen wir es auch machen. Die Existenz des Teufels zu verleugnen, wie es heute ja sehr häufig der Fall ist, nutzt nur einem, nämlich dem Teufel höchstpersönlich. Wer ihn nicht ernst nimmt, also die von ihm ausgehende Gefahr gar nicht kennt, für den ist er ein leichtes Opfer.

Nun hat uns Gott mit seinem Wort eine Art Betriebsanleitung für unser Leben gegeben. In dieser Betriebsanleitung finden wir sehr viele Stellen, die sich mit dem Teufel und seiner Vor- und Herangehensweise beschäftigen. Wenn wir wissen, wie der Teufel taktiert, dann können wir fast sagen: "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt".

Und erst wenn ich meinen Gegner genau kenne, erst dann kann ich auch gegen ihn erfolgreich in die Schlacht ziehen. Wenn ich das Wort Gottes als Betriebsanleitung wirklich ausführlich studiere, dann dürfte es mir gelingen, den Teufel in vielen Gelegenheiten als den zu erkennen, der er in Wirklichkeit ist, nämlich der Vater der Lüge.

2. Helm des Heils

Ein Soldat, der in den Krieg zieht, ist mit einem Helm stets gut behütet. Dieser Helm kann verhindern, dass ihn Kugeln am Kopf treffen und ihn sofort töten. Unser Helm des Heils ist unsere Beziehung zu unserem Herrn.

Diesen Helm zu tragen bedeutet nichts anders, als dass wir uns zu dem Herrn Jesus und seiner Erlösungstat bekennen, diese für uns in Anspruch nehmen und dem Herrn Jesus die Türe unseres Herzens ganz weit auftun, damit er bei uns Einzug halten kann. Wenn wir dies tun, dann wird ER in uns Wohnung nehmen und unser Helm des Heils sein.

Und als Helm des Heils behütet er uns vor den Angriffen des Teufels und stellt sich ihnen entgegen. Luther sagte dies einmal auf folgende Art und Weise: Wenn der Teufel an meines Herzens Türe klopft und um Einlass bittet, dann öffne ich geschwinde diese Türe und der Teufel kann erkennen, dass in meinem Herzen bereits der Herr Jesus wohnt. Und dann zieht er beleidigt wieder ab.

Einen Helm trägt man ja immer nur bei Gefahr. Ich glaube, wir sind in der heutigen Zeit auf dem besten Wege, die Gefahr des Teufels kleinzureden oder gar auszublenden. Wir müssen uns wieder bewusst werden, dass der Teufel den ältesten Christen überleben, den Fleißigsten übertreffen, den Stärksten schlagen und den Weisesten austricksen kann.

Die Visitenkarte des Teufels ist nämlich die Täuschung und die ist manchmal so geschickt, dass sie uns direkt überfordert. Gott sei Dank haben wir ja unseren Herrn bei uns.

3. Schwerte des Geistes

Während der Helm durchaus als passiver Schutz vor Angriffen gedacht ist, sieht das bei dem Schwert schon ein wenig anders aus. Es wird zur aktiven Verteidigung eingesetzt, um das eigene Leben und Überleben zu sichern.

Mit dem Schwert des Geistes, welches wir in unserem Predigttext vorfinden, ist zweierlei gemeint:

Zunächst ist damit der Heilige Geist gemeint. Jesus selbst wies ja schon bei seiner Himmelfahrt daraufhin, dass Gott uns einen Tröster senden wird, der fortan bei uns sein wird. Das Pfingstgeschehen beschreibt dies sehr ausführlich. Seit Pfingsten, steht, sorry, wenn ich das so salopp ausdrücke, der Heilige Geist für uns parat.

Und jetzt kommt auch schon die Problematik. Gegen unseren Willen wird er niemals bei uns Einzug halten. Bei Gott gibt es keine Zwangsbekehrungen. Wer nichts mit Gott zu tun haben möchte, den lässt er auch in seinem (Un)frieden.

Solche Menschen sind natürlich willfährige Opfer für die Machenschaften des Teufels. Das Schlimme daran ist, dass sie dies meist gar nicht bemerken. Oftmals merken sie es erst dann, wenn bereits alles zu spät zu sein scheint. In der Suchtkrankenhilfe höre ich immer wieder derart schlimme Schicksale. Da wird aus Frust auf den Chef abends der ein oder andere Schnaps getrunken und scheinbar geht es einem danach richtig gut.

Irgendwann reichen dann die 1-2 Schnäpse nicht mehr aus und es werden immer mehr. Und dann auf einmal kommt man morgens nicht mehr aus dem Bett, weil man noch zu betrunken ist um aufzustehen. Und irgendwann muss man sich dann gar nicht mehr über den Chef ärgern, weil man den Arbeitsplatz los ist. Was anfangs als Heilmittel diente wurde also zu einer ganz großen Gefahr für Leib und Leben. Aber auch in diesen Situationen ist noch eine Umkehr und eine Hinkehr zu Jesus möglich, wie ich es an vielen Beispielen erleben durfte. Sobald der Heilige Geist Einzug gehalten hatte, hatte der Satan seine Macht verloren.

Aber mit dem Schwert des Geistes ist noch etwas anderes gemeint, nämlich unser gesunder Menschenverstand, den uns Gott mit auf unseren Lebensweg gegeben hat. Wir sind nämlich durchaus in der Lage, einige Fallen und Tricks des Teufels zu erkennen, wollen dies aber häufig nicht wahrhaben. Das glauben Sie nicht ? Kleine Kostprobe gefällig ? Vor einigen Jahren warb ein Unternehmen mit Traumrenditen für schon auf den ersten Blick erkennbare dubiose Kapitalanlagen. Jeder, aber auch jeder hätte erkennen können, dass dieses Geschäftsmodell nicht funktionieren kann.

Aber was haben viele Menschen getan? Genau, sie haben Ihre Ersparnisse genau diesem Unternehmen überwiesen, um auch in den Genuss der Traumrenditen zu kommen. Und bei diesem Traum ist es dann leider auch geblieben.

Also ein ganz pragmatischer Rat, den uns die Bibel mit auf den Lebensweg gibt. Einfach mal Augen und Ohen offenhalten und wichtige Entscheidungen einmal kritisch prüfen.

Wir haben SEIN Wort, wir haben den Herrn Jesus, der uns behütet und wir haben alle einen gesunden Menschenverstand mit auf den Weg bekommen. Mit dieser Kombination an Waffen sollte es uns gelingen, den Angriffen des Teufels zu widerstehen. Und lassen Sie uns eines nicht vergessen: Auch wenn wir einmal wieder in des Teufels Falle getrappt sind, unser Herr ist nur ein Gebet weit entfernt.

Dies beschreibt auch Martin Luther sehr schön in dem 3. Vers seines Liedes "Ein feste Burg ist unser Gott..." (EG 362), der da lautet, wie folgt:

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wie uns nicht so sehr, es sollt uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht,er ist gericht':
Ein Wörtlein kann ihn fällen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Okt 24, 2016 11:24 am

ePredigt vom 23.10.2016 (Philipper 1, 3-11)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 22. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 1, die Verse 3-11. Lassen Sie uns diesen Brief zunächst gemeinsam lesen.

Dank und Fürbitte für die Gemeinde

Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke- was ich allezeit tue in allen meinen Gebeten für euch alle, und ich tue das Gebet mit Freuden-, für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis heute; und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. Wie es denn recht und billig ist, dass ich so von euch allen denke, weil ich euch in meinem Herzen habe, die ihr alle mit mir an der Gnade teilhabt in meiner Gefangenschaft und wenn ich das Evangelium verteidige und bekräftige. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzensgrund in Christus Jesus. Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, so dass ihr prüfen könnt, was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi, erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit durch Jesus Christus zur Ehre und zum Lobe Gottes.


Liebe Gemeinde,

die Gemeinde in Philippi war schon eine ganz besondere Gemeinde. Daher wird Sie auch von Paulus derart gelobt, dass man sie ganz getrost als Mustergemeinde bezeichnen kann. Lassen Sie uns doch heute Morgen einmal gemeinsam betrachten, was denn diese Gemeinde so besonders machte. Ich glaube, es sind drei Punkte, die wir uns auch heute noch auf unsere Fahnen schreiben könnten.

1. Voller Einsatz

Ich denke gerade an einen Fußballfan, an so einen richtigen Fußballfan. Wochenende für Wochenende steht er im Stadion und fiebert für seine Mannschaft mit. Alle zwei Wochen nimmt er eine bundesweite Reise in kauf nur um am Auswärtsspiel seiner Mannschaft teilhaben zu können. Zu Hause in seinem Zimmer hängt alles voll mit Emblemen und Fotos der Spieler zieren die Wände. Dem Menschen sieht man an, wofür er steht.

Vergleichbar unserem Fußballfan standen die Philipper genau so hinter Jesus als "Jesusfans" wie unser Fußballfan hinter seiner Mannschaft. Erst kam die frohe Botschaft und dann kam die frohe Botschaft und dann kam lange gar nichts und dann kamen wieder die Worte und Anweisungen unseres Herrn. Man lebte ein Leben voll im Glauben an den wiederkehrenden Herrn. Diese frohe Botschaft trugen sie weit über ihre Heimatgemeinde hinaus in die für sie damals weite Welt.

Aber bei der Verkündigung der Botschaft ließen sie es nicht bewenden. Nein, sie lebten das, was sie anderen als Botschaft verkündigten, auch tatsächlich so vor, dass man ihnen das auch abnahm, was sie mit dem Wort verkündeten.

Die Philipper ließen ihr gesamtes Handeln von der Liebe Gottes bestimmen. Dort, wo andere nur hassten, übten sie Liebe. Wo andere wegschauten zeigten Sie Verständnis für die Nöte der Menschen. Und wo Streit herrschte waren sie als Friedensboten unterwegs.

2. Gott vertrauen

Wir kennen ja alle den Spruch: "Am Ende ist alles gut, und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht am Ende." So lächerlich wie dieser Spruch uns erscheinen mag, es steckt doch etwas dahinter.

Liebe Gemeinde, Gott hat uns berufen. Nicht wir haben uns Gott ausgesucht, sondern Gott hat sich Dich und mich ausgesucht und uns in die Jüngerschule berufen. Wir sind nur bereitwillig gefolgt, weil er unsere Herzen für seine Berufung an uns ganz weit aufgetan hat.

Gott hat uns aber nicht in die Jüngerschaft berufen und das war's dann. Nein, Gott ist jeden Tag bei uns. Er möchte mit uns all unsere Freuden, aber auch all unser Leid teilen. Er möchte stets bei uns sein, wenn wir ihn dringend brauchen. Um es auf den Punkt zu bringen: Gott steuert unser Leben.

Das hören viele Menschen natürlich gar nicht gern, sind sie doch die großen Macher, die niemanden brauchen, die alles allein zuwege bringen. Echte Kerle, oder echte Frauen halt. Solange ich mein Leben ohne Gott lebe, mag das ja alles auch noch so halbwegs hinhauen, aber in dem Moment, wo ich auf Gottes Ruf hin mein Ja sage, da kehrt sich dies alles um.

Es liegt fortan nicht mehr an mir, wie mein Leben weitergeht, es liegt alles ganz allein in Gottes Hand. Dann kann ich mich ja ganz beruhigt zurücklehnen und den alten Herrn mal machen lassen. Diese oder ähnliche Sprüche höre ich immer wieder mal, wenn wir auf dieses Thema zu sprechen kommen.

Das ist aber hierbei gar nicht gemeint. Wir sollen mit unseren Kräften tun, was er uns geboten hat zu tun. Den Rest, den tut er hinzu. Daher müssen wir uns auch keine Sorgen mehr machen, wie es denn z.B. in unserem Alter mit uns weitergeht. Wenn wir ihm allein unser Vertrauen schenken, dann wird er uns unser ganzes Leben lang treu zur Seite stehen und uns führen und leiten wo immer unsere Lebensreise auch hingehen soll.

Eines darf ich mir dabei immer wieder in mein Gedächtnis rufen. Ich bin und bleibe sein geliebtes Kind bis in alle Ewigkeit. Und mein himmlischer Vater lässt seine geliebten Kinder niemals im Stich.

Ein überzeugter Christ sagte einmal recht niedergeschlagen zu mir: "Alles, was ich anfange, das gelingt immer nur zur Hälfte. Nie kriege ich etwas so zu 100 % hin." Braucht er auch gar nicht. Die fehlenden 50 % Gott hinzu. Am Ende wird eben alles gut.

3. Leben, wandeln und handeln mit Gott

Alles Gute kommt von oben. Liebe Gemeinde, da können wir alle voll und ganz zustimmen. Aber wie erkenne ich denn, was wirklich gut und richtig ist ?

Ich erfahre es von Gott direkt. Ich muss nur ganz eng an ihm dranbleiben. Je mehr Zeit ich im Gebet verbringe und je mehr Zeit ich mir nehme, sein Wort für mein Leben, also die Bibel, zu studieren, desto enger wird meine Verbindung zu Gott werden.

Je enger meine Verbindung zu Gott ist, desto genauer verstehe und erkenne ich, was wirklich gut und richtig ist. Wir werden zu Lebzeiten niemals alles richtig machen, das sollten wir auch gar nicht erst als Lebensziel formulieren. Aber wenn wir ganz dicht an Gott dranbleiben, dann werden wir immer mehr richtig und immer weniger falsch machen.

Und wenn wir mal wieder so richtigen Bockmist gemacht haben, dann müssen wir auch nicht den Verlust unserer Gotteskindschaft befürchten. Wir müssen unserem himmlischen Vater reumütig bekennen, was danebengegangen ist, und er wird uns auch dies verzeihen.

Gehen wir doch mit diesem Ansporn in die neue Woche. Lassen Sie es uns so machen, wie die von Paulus so gelobten Philipper. Geben wir unseren vollen Einsatz für unseren Herrn, vertrauen wir darauf, dass er daraus das Beste macht und bleiben wir stets ganz dicht an ihm dran. Dann, liebe Gemeinde, sind wir auf dem rechten Wege, wo ER uns haben will.

Dann können wir in den 6. Vers des Liedes "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG 529) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt;
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Okt 30, 2016 3:46 pm

ePredigt vom 30.10.2016

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 23. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Philipperbrief, Kapitel 3, die Verse 20-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.

Liebe Gemeinde,

wo ist Ihre Heimat ? Wenn ich jeden von Ihnen danach fragen würde, dann kämen ziemlich viele Orte, vielleicht auch Länder zusammen. Das ist auch schön und gut so, dass wir uns als Christen aus aller Herren Länder zusammenfinden, um gemeinsam den Gottesdienst zu feiern.

Was ist Ihre Hoffnung? Jeder würde mit Sicherheit sagen, dass ich in den Himmel komme. Das ist auch richtig und begründet. Lassen Sie uns doch heute Morgen einmal gemeinsam überlegen, was denn hinter dieser Hoffnung steht und inwiefern sie auch wirklich begründet ist. Hoffen kann man ja bekanntermaßen viel. Ich kann auch hoffen, dass Schalke 04 Deutscher Meister wird und werde dann von Jahr zu Jahr vermutlich immer wieder auf's Neue enttäuscht.

1. Unser Bürgerrecht

Wenn unsere Hoffnung der Himmel ist, dann müssen wir schon hier auf Erden die "himmlische Greencard" in Händen halten. Nur derjenige, der eine greencard in Händen hat darf zum Beispiel dauerhaft in den USA verweilen. Alle anderen kommen entweder gar nicht erst rein oder müssen die USA nach einer gewissen Zeit wieder verlassen.

Wie komme ich denn nun an diese himmlische greencard? Ganz einfach, indem ich dem Herrn Jesus nachfolge. Nur wenn ich mein Ja zu Jesus gesagt habe, zu ihm umgekehrt bin von ganzem Herzen an ihn glaube und ihm nachfolge, dann habe ich die Eintrittskarte für den Himmel in Händen. Es ist derart einfach, dass wirklich jeder in den Himmel kommen kann, der es wirklich möchte.

Und gleichzeitig ist es derart schwer, dass viele Intellektuelle den Weg einfach nicht finden wollen. Den Himmel können wir uns nicht verdienen. Den Himmel, liebe Gemeinde bekommen wir geschenkt. Doch das ist auch trügerisch. Die Älteren unter uns kennen bestimmt noch den alten Karnevalsschlager: "Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind..." Doch dies ist bestimmt nicht der Fall.

All diejenigen, die mit Gott nichts zu tun haben wollen oder ihre Entscheidung lieber auf die lange Bank schieben sollten sich darüber im klaren sein, dass allein hier auf Erden die Weichen gestellt werden, wie es weitergeht. Entweder Sie stehen im Buch des Lebens, dann kommen Sie in den Himmel oder aber Sie stehen nicht drin, dann landen sie in der Hölle. Oftmals wird mir erwidert, ich würde den Menschen mit der Hölle drohen. Wenn ich das nur täte!!! Dann könnte jeder so weiterleben wie er es denn gerne will. Aber es ist der Herr Jesus, der dies sagt. Und wenn ER dies sagt, dann sollten wir besser nicht an seinen Worten zweifeln.

Und dann ist da noch die Gruppe der Unentschlossenen. Auch die, liebe Gemeinde werden dereinst in der Hölle landen. Es gibt zwischen Himmel und Hölle keine neutrale Zone, wo man sich die ganze Sache noch einmal überlegen kann. Also nehmen wir doch die uns entgegengestreckte Eintrittskarte für den Himmel dankbar aus der Hand unseres Herren an und machen hier auf Erden schon den Ort fest, wo wir die Ewigkeit verbringen werden.

2. Unser Herr kommt wieder

Hoffen und harren hält manchen zum Narren, so lautet ein altes Sprichwort. Dies wird mir auch oft entgegengehalten, wenn ich über das Kommen unseres Herrn rede. Wenn das alles nur meine Hirngespinste wären, dann könnte ich derartige Kommentare ja auch noch irgendwie verstehen. Aber das sind ja keine Phantastereien von mir, sondern das steht klipp und klar in der Bibel.

Unser Herr kommt dann nicht mehr als niedliches Kind in der Krippe, sondern als Herrscher aller Herrscher. Was mich da so sicher macht ist folgende Tatsache: Von dem ersten Kommen Jesu erfahren wir viel in der Bibel, vor allem bei den Propheten des Alten Testamentes. Alles, was Jahrhuderte vorher dort bereits beschrieben worden ist, das ist auch genau so eingetreten.

Ein schlauer Kopf hat einmal nachgerechnet, dass das zweite Kommen unseres Herrn als Herrscher aller Herrscher ungefähr 10 mal so häufig in der Bibel beschrieben wird, wie das erste Kommen. Warum sollte ich angesichts dieser Quellen also noch zweifeln?

Jetzt noch ein Wort zu den Endzeitmathematikern. Wann dies geschehen wird, das weiß allein unser Vater im Himmel. Selbst Jesus konnte kein genaues Datum dazu angeben. Also sollten wir dies auch besser gar nicht erst versuchen, es sei denn wir mögen es , uns alle paar Jahre zum Deppen zu machen, wie dies die ernsthaften Bibelforscher so gut können.

Wenn Jesus auch kein präzises Datum nennt, dann sagt er uns doch einige Ereignisse, die das Kommen des Herrn ankündigen. Da ist in Matthäus 24 zum Beispiel von vielen Kriegen auf dieser Welt die Rede. Oder aber von religiösen Verführungen. Verfall von Sitte und Moral sind ebenfalls Anzeichen für ein baldiges Kommen unseres Herrn. Aber Jesus sagt noch etwas ganz entscheidendes: Wir sollen stets und jederzeit mit dem Kommen unseres Herrn rechnen.

Leben wir doch jeden Tag so, als wenn er morgen schon käme. Mit jeder Minute unseres Lebens sind wir eine Minute näher dran an dem Wiederkommen unseres Herrn. Lässt das nicht viele Dinge in einem ganz anderen Licht erscheinen ?

3. Alles wird gut

Unsere Hoffnung auf den Himmel ist auch die begründete Hoffnung und die Gewissheit, dass Gott am Ende alles perfekt machen wird.

Was wir hier auf Erden erleben ist eben noch nicht das Ende. Und mit unserem Tode auf Erden ist eben nicht das berühmte Ende der Fahnenstange erreicht. Wenn wir hier auf Erden sterben, dann müssen wir die letzte liebende Hand, die uns bis dahin begleitet hat, loslassen. Aber auf der anderen Seite nimmt uns unser Herr im gleichen Moment liebevoll in seine Arme und heißt uns herzlich willkommen in unserem Vaterhaus.

Er, der versprochen hat, Wohnungen für uns zu bereiten, damit wir in Ewigkeit bei ihm bleiben können, wird uns dann unsere himmlische Wohnung zuweisen.

In der Offenbarung finden wir wunderbare Bilder über Gottes neue Stadt, das himmlische Jerusalem. Diese Stadt wird einfach perfekt sein und wir werden perfekt sein. All unsere Gebrechen, die uns im Laufe unseres Lebens quälen, wird es nicht mehr geben. Wir werden dort, wie man so schön sagt "pumperlgesund" sein. Aber auch all das seelische Leid, welches uns auf Erden quält, gibt es im himmlischen Jerusalem nicht mehr.

Wenn wir es so benennen wollen, dann ist das himmlische Jerusalem nichts anderes als das Paradies vor dem Sündenfall. Und daher darf auch kein Sünder diese Stadt betreten. Wie Gott Adam und Eva wegen begangener Sünden aus dem Paradies vertrieben hat, so dürfen auch nur Menschen in das neue Paradies, die vollkommen sündlos sind.

Liebe Gemeinde, vollkommen sündlos, das sind wir alle. Als ich dies das erste Mal erwähnte, da sagte mir ein Kollege: "Jetzt ist er vollkommen durch geknallt." Wenn ich nur diesen Satz so stehen lasse, dann hätte er vielleicht sogar recht. Wir sind vollkommen sündlos, weil der Herr Jesus für all unsere Sünden, also an unserer Stelle am Kreuz gestorben ist. Somit sind wir unsere Sünden in der Tat los.

Wenn wir den Herrn jetzt am Kreuz sehen, dann müssten eigentlich wir dort hängen und für unsere Sünden bezahlen. Aber dies hat Jesus an unserer Stelle getan. Und wenn der Sünder tot ist, dann ist auch die Sünde tot. Und was bleibt dann noch übrig ? Ganz einfach der neue Mensch, der befreit von der Last seiner Sünde, wieder in die Gemeinschaft mit Gott treten kann.

Und als solche von der Last der Sünde befreiten Menschen dürfen wir uns schon heute auf den Himmel freuen. Wenn wir vielleicht in diesem Jahr liebe Menschen verloren haben, dann dürfen wir mit Fug und Recht um sie trauern. Aber in aller Trauer dürfen wir auch gewiss sein, dass sie in der Gegenwart unseres Herrn sind und wir sie dort recht bald wiedersehen werden. Es sind also alles Abschiede auf Zeit.

Wenn uns andere Schicksalsschläge ereilen, dann dürfen wir immer gewiss sein, dass am Gott es am Ende immer gut mit uns meint und dass am Ende das Paradies auf uns wartet.

Lassen Sie uns doch diese Himmelsgewissheit, wo wir unser Bürgerrecht bereits verbrieft in unseren Herzen tragen auch in die Welt hinaustragen. Seien wir uns immer wieder bewusst, dass uns als Gottes geliebte Kinder ein ewiges Leben in seiner Gemeinschaft erwartet.

Wenn wir doch einmal niedergeschlagen sein sollen, dann lassen Sie und doch einfach den zweiten Vers des Liedes "Nun danket alle Gott..." (EG 321) von Martin Rinckart singen, der da lautet, wie folgt:

Der ewigreiche Gott, woll uns bei unserm Leben
ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben
und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort
und uns aus aller Not erlösen hier und dort.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen tollen Start in die neue Woche. Lassen Sie uns diese Woche einfach mal als himmlische Woche begehen, indem wir uns jeden Tag darauf besinnen, wo denn unsere ewige Heimat ist.

Bleiben Sie alle wohlbehütet
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Okt 31, 2016 3:14 pm

ePredigt vom 31.10.2016 (Reformationstag - Römer 3, 21-28)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserem heutigen Gottesdienst am Reformationstag des Jahres 2016. Den Predigttext finden wir im Römerbrief, Kapitel 3, die Verse 21-28. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Rechtfertigung allein durch Glauben
Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Jesus Christus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus. Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz ? Durch das Gesetz der Werke ? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.



Liebe Gemeinde,

der Reformator Luther wollte alles andere, als eine neue Kirche gründen. Luther wollte die Kirche wieder zurück zu den Wurzeln des Glaubens führen, wie wir sie soeben gehört haben. Was war aber vorher geschehen? Die ursprüngliche Kirche war im Laufe der Jahrhunderte von ihren inneren Werten stark abgewichen. Irgendwann gipfelte das alles darin, dass gegen bestimmte Geldzahlungen die Seelen der bereits Verstorbenen in den Himmel erkauft werden konnten.

Genau in diesem Moment sah Luther, dass das Fass Kirche übergelaufen war und er alles daran setzen musste, Kirche und Gläubige wieder zur Umkehr zu bewegen. Luther gründete sein reformatorisches Denken auf drei Säulen. Lassen Sie uns diese heute Abend einmal zusammen betrachten.

1. Sola Scriptura - Allein die Bibel

Liebe Gemeinde, das ist der zentrale Reformationsbegriff, den wir uns auch heute noch auf unsere Fahnen schreiben können und vor allen Dingen sollten. Das einzige für uns gültige Glaubensbuch ist unsere Bibel.

Weil sie das von Gott den Menschen eingegeben Wort Gottes ist, sollte sie unsere Richtschnur in unserem Leben sein.

In großen Unternehmen werden bestimmte Arbeitsprozesse schriftlich fixiert, sodass einem neuen Mitarbeiter nach einer gewissen Einarbeitungszeit diese Prozesse in Fleisch und Blut übergegangen sind. Ohne groß nachzudenken, arbeitet er bald seine Prozesse so ab, wie sie ihm vorgeschrieben sind.

Das Prozessbuch unseres Lebens ist die Bibel. In ihr finden wir Richtlinien wie wir unser Leben gestalten können. Diese Richtlinien sind mal allgemein gehalten, aber auch, wenn wir die 10 Gebote betrachten sehr konkret beschrieben.

Wären die genannten Arbeitsprozesse in einem Unternehmen lediglich unverbindliche Ratschläge, die man nach Lust und Laune beherzigen aber auch ablehnen kann, dann stimmen Sie mir sicherlich zu, würde in dem Unternehmen wohl alsbald alles drunter und drüber gehen.

Liebe Gemeinde, so ist es auch mit der Handhabung der Bibel. Wenn ich das alles als unverbindliche Verhaltensvorschläge für mein Leben ansehe, dann geht es auch in meinem und nicht nur in meinem Leben bald drunter und drüber. Die Verhaltensrichtlinien in der Bibel sollen daher unser ganzes Leben bestimmen.

Wie kriegen wir das denn hin, werden wir uns sicherlich jetzt alle fragen ? Nun, zunächst mal sollten wir dieses Buch auch regelmäßig lesen. Wenn wir jeden Tag 3 Kapitel aus der Bibel lesen und sonntags, weil wir da ja mehr Zeit haben, 6 Kapitel des Buches lesen, dann haben wir in einem Jahr die Bibel genau einmal durchgelesen. Und dann geht es daran, dass wird das, was wir gelesen haben auch in die Tat umsetzen.

Um es gleich vorwegzunehmen, das kriegen wir alleine nicht hin. Ohne die Hilfe des Heiligen Geistes geht da so gut wie gar nichts, jedenfalls wenn wir es realistisch betrachten. Aber es kommen ja noch weitere Punkte hinzu.

2. Sola Fide - Allein durch Glauben

Ich kann alles, das, was in der Bibel steht mit meinem Verstand annehmen und versuchen, möglichst viel davon in meinem Leben umzusetzen. Aber wenn ich nicht den Weg des Glaubens gehe, wird mir das am Ende wenig nutzen.

Irgendwann muss ich das Gelesene, also auch die Kreuzestat meines Herrn als das annehmen, was sie für mich ganz persönlich war; nämlich mein Preisgeld für alle meine Sünden. Meine bereits begangenen Sünden meine derzeitigen Sünden und meine zukünftigen Sünden.

Wenn ich wirklich erkannt habe, dass ich auf dem verkehrten Weg bin, diesen Weg verlasse und mich umwende, hin dem Vaterhaus zu, dann darf ich dieses Geschenk im Glauben annehmen.

Wir sehen also, der Glaube ist eine ganz persönliche Beziehung zwischen mir und meinem Herrn. Dazu bedarf es auch keiner Kirche oder sonstigen Institution. Diese können mir zwar die Bibel näherbringen, aber sie können mir den Glauben nicht schenken. Dieses Geschenk darf und muss ich ganz persönlich aus der Hand meines Herrn entgegennehmen.

3. Sola Gratia - Allein durch Gnade

Mache Dinge lassen sich ja am besten durch das Gegenteil erklären. Ein Muslim, der in den Himmel, bzw. in das Paradies kommen möchte, muss seine muslimischen Gebete akribisch einhalten. Er hat täglich fünf Gebetszeiten mit 17 Ritualen peinlich genau einzuhalten. Nur das rituell einwandfreie Gebet wird von Allah erhört. Da reicht es schon, dass der Schatten eines Esels auf den Muslim fällt (Kein Witz!!!) und schwuppdiwupp ist dieses Gebet ungültig.

Das hat natürlich alles nichts mit Gnade zu tun. Das ist Gebetsschinderei hoch 3.

Aber was bedeutet das denn "allein durch Gnade". Es bedeutet, dass wir von uns aus gar nichts tun können, um in den Himmel zu kommen. Alles ist bereits für uns getan worden. Das einzige, was wir tun können, ist dies auch so anzunehmen.

Bonhoeffer hat einmal davon gesprochen, dass es keine billige Gnade gibt. Also doch keine Gnade, oder was ? Gnade, liebe Gemeinde, widerfährt immer dem, der es eigentlich gar nicht verdient hat. Gnade ist stets und immer unverdient. Wir müssen alle erst einmal erkennen und einsehen, dass wir allesamt sündige Menschen sind und bleiben, die eigentlich die Hölle und nicht den Himmel verdient hätten.

Wenn wir dies erkennen, dann nehmen wir die unverdiente Gnade auch mit einem demutsvollen Herzen an. Uns ist der Ernst dieser Gnade voll und ganz bewusst. Wenn uns dies bewusst ist, dann werden wir versuchen in Zukunft alles zu unterlassen, was uns von dieser Gnade entfernen könnte. Billige Gnade hingegen nimmt die Gnade zwar als Geschenk an, aber auch als Freibrief umso weiterzuleben wie bisher. Gott vergibt ja jedem immer und überall, es ist ja auch sein Job. Dieser Umgang mit Gnade bringt uns überall hin, nur vermutlich nicht in den Himmel.

Was können wir also auch heute im 21. Jahrhundert tun, um auf Luthers Fußspuren zu bleiben? Lesen wir doch wieder regelmäßig unsere Bibel, bekräftigen wir wieder unsere innere Umkehr hin zu Gott, unserem Vater und erinnern wir uns doch immer wieder ob dieser wertvollen Gnade, die uns widerfahren ist. Und dann machen wir das, was auch Luther getan hat. Nein wir nageln keine Thesen an unsere Gotteshäuser, das kann richtig Ärger geben, wir bringen diese Botschaft einfach unter die Leute. Luther machte dies unter anderem bei seinen Tischreden. Klappt auch heute noch, sogar bei Stammtischreden.

Lassen Sie uns zum Abschluss noch gemeinsam in den ersten Vers des Reformationsliedes "Ein feste Burg ist unser Gott..." (EG 362), natürlich von Martin Luther einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind mit Ernst er's jetzt meint,
groß Macht und viel List, sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nichts seins gleichen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allein noch einen gesegneten Reformationsabend und eine schöne Woche, welche gekennzeichnet sein möge von sola scriptura, sola fide und sola gratia.

Bleiben Sie alle wohlbehütet
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Nov 07, 2016 1:20 pm

ePredigt vom 06.11.2016 ( Römer 14, 7-9)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem drittletzten Sonntag des Kirchenjahres. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Römerbrief, Kapitel 14, die Verse 7-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.

Liebe Gemeinde,

die drei letzten Sonntage des Kirchenjahres beschäftigen sich ja immer auch mit dem Thema Tod. Paulus bringt dieses Thema in zwei Sätzen auf den Punkt. Lassen Sie uns doch heute morgen einmal gemeinsam über diese Worte des Apostel Paulus nachdenken.

1. Jesus, der Herr über das Leben

Unser Herr ist der Herr über unser gesamtes Leben. Nichts ist in unserem Leben so klein, als dass es ihn nicht interessieren könnte. Und nichts ist in unserem Leben so groß, als dass er es nicht bewältigen könnte. Und nichts ist unserem Herrn in unserem Leben zu unwichtig, als dass er sich nicht darum kümmern möchte.

Und das alles nicht als oberste moralische Kontrollinstanz, wie ja viele Menschen immer wieder vermuten, sondern als wahrer Freund und Helfer.

Das muss man sich einmal ganz konkret vorstellen. Wir haben immer und jederzeit unseren treuesten Feund an unserer Seite mit dem wir über alles reden können, der sich für alles, was uns passiert interessiert und der sich all unserer Nöte und Sorgen gerne annimmt.

Wir müssen ihn nur kontaktieren. Und hier beginnt häufig das Problem. Viele Menschen meinen ja, sie müssten zunächst einma alles, was an Nöten, Sorgen und Problemen ist, an die Seite stellen, bevor sie überhaupt mit unserem Herrn reden können. Wenn ich das tue, dann nehme ich nach meinem Gebet all meine Sorgen und Nöte wieder mit mir mit. Und das ist nicht der Sinn des Redens mit unserem Herrn.

Wir sollen so vor ihn treten, wie wir im Moment sind. ER möchte uns in diesem Moment zur Seite stehen und die Probleme dieses Momentes mit uns lösen. Jetzt kommt das zweite Problem des Gebetes, welches viele Menschen haben. Sie hören nicht zu. Es ist ja nicht damit getan, dass ich meine Litanei herunter bete, Amen sage, und dann sofort wieder in meinen Alltag zurückkehre. Nein, liebe Gemeinde, ER, dem wir uns offenbart haben, möchte sich auch uns offenbaren. Daher sollten wir ganz aufmerksam zuhören, was er uns denn zu sagen hat.

Wie wäre es, wenn wir nach unseren Gebeten einfach mal noch 5 Minuten im Gebet in der Stille verharren und auf die Antwort unseres Herrn warten? Probieren wir es doch in der nächsten Woche einmal aus.

Wenn ich in Gänze abhängig bin von meinem Herrn, dann bedeutet das auch, dass ich nicht mehr von Menschen abhängig bin. Und das ist die wahre Christenfreiheit, die wir alle haben. Das heißt auf der anderen Seite aber auch, dass es in meinem Leben keinen Platz für Egoismus mehr gibt. Der Satz "Mein Leben gehört mir", den man ja immer häufiger hört, der gilt nicht für uns als Christen.

Unser aller Leben gehört dem Herrn. Und der weiß ganz genau, was wirklich gut und richtig für uns ist. Und dem, der dies wirklich weiß, dem übergebe ich doch gern mein Leben, oder etwa nicht ?

2. Der Rechtsanspruch

Das ist ja schon eine Hausnummer, was wir soeben gehört haben. ER ist der alleinige Herrscher über unser Leben. Da müssen wir uns doch wohl auch mal fragen: Wie begründet er denn diesen Rechtsanspruch ?

Der Rechtsanspruch kommt aus dem heraus, was er für uns getan hat. ER ist in eine ganz gewaltige Vorleistung getreten, bevor er diesen Anspruch geltend gemacht hat.

Jesus ist an meiner Stelle für all meine Sünden, die vergangenen, die gegenwärtigen und die zukünftigen Sünden gestorben. Er hat quasi die Strafe auf sich genommen, die eigentlich ich verdient hätte.

Jesus ist als erster von den Toten wieder auferstanden und ist dann in den Himmel gefahren, wo er für uns alle unsere himmlische Heimat herrichtet. Jesus spricht sogar ganz konkret von unseren Wohnungen, die für uns bestimmt sind, wenn wir in den Himmel kommen.

Jesus hat uns den Heiligen Geist gesandt, der uns hier auf Erden ein kompetenter Führer, Leiter und Begleiter ist.

Aus all diesen Vorleistungen leitet sich sein totalitärer Anspruch ab. Und es ist ein Rechtsanspruch, der mit Liebe unser Leben regieren will.

Um das noch besser einordnen zu können, denken wir doch nur einmal kurz an all die Diktaturen auf dieser Welt, die ebenfalls den Rechtsanspruch erheben, Herrscher über unser Leben zu sein. Im Gegensatz zu unserem Herrn können irdische Herrscher diesen Anspruch aber nur mit Gewalt, Zwang und Unterdrückung in die Tat umsetzen.

Da bleiben wir doch lieber dem Herrn treu, der unser Leben mit Liebe und Freiheit regieren möchte.

3. Jesus, der Herr über den Tod

Jesus hat mit seiner Auferstehung den tatsächlichen Beweis erbracht, dass er den Tod überwunden hat. Und das gilt für uns alle, die wir ihm angehören. Auch wir, die wir ihm angehören, haben den Tod überwunden.

Gewiss, wenn wir dereinst sterben, also unsere irdische Hülle verlassen und in den Himmel ziehen, dann werden wir natürlich aus unserer gewohnten Umgebung herausgerissen. Aber wir bleiben alle in Gottes Hand. Aus seiner Hand kann uns niemand mehr herausreißen.

Ich bin und bleibe sein Eigentum, auch und gerade über den Tod hinaus. Wir alle leben schließlich nur einmal und das ewig. Diese frohe Botschaft sollten wir unseren Mitmenschen immer wieder zurufen.

Das hat natürlich auch ganz konkrete Auswirkungen auf meinen Alltag. Mit der Ewigkeitsperspektive in meinem Herzen verändert sich so manche Priorität in meinem Leben. Ich kann alles in meinem Leben etwas gelassener und entspannter angehen lassen. Wenn ich ewig lebe, dann muss ich doch nicht hier auf Erden alles in diese kleine Zeit hineinquetschen, was gerade noch so geht. Dann kann ich schon hier auf Erden jede Menge Ballast abwerfen und wirklich frei leben. Denken wir einmal heute Nachmittag darüber nach.

Uns allen wünsche ich, dass wir mit Paulus gemeinsam sagen können: (Römer 8, 38-39) '"Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn."

Dann können wir auch gemeinsam in den 2. Vers des Liedes "Der Tag hat sich geneiget..." (EG 472) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nicht ist auf dieser Erden, das da beständig bleibt,
allein die Güt des Herren, die währt in Ewigkeit,
steht allen Menschen offen; Gott lässt die Seinen nicht.
Drauf setz ich all mein Hoffen, mein Trost, mein Zuversicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesdicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle an seiner liebenden Hand wohl behütet.
Das wünscht Ihnen Ihr

Ulrich Naber


Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Nov 14, 2016 11:24 am

ePredigt vom 13.11.2016 (Römer 8, 18-23)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen vorletzten Sonntag des Kirchenjahres. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 8. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 18-23. Lassen Sie uns diesen zuvor gemeinsam lesen:

Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbart werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist der Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung des Leibes.

Liebe Gemeinde,

unser heutiger Predigttext beschreibt eine Zeitachse. Und zwar eine Zeitachse, die sich von heute bis in die Ewigkeit erstreckt. Lassen Sie uns diese Zeitachse heute morgen einmal etwas genauer betrachten.

1. Hier und Heute

Die Zeit, liebe Gemeinde lesen wir im allgemeinen gern an unseren Uhren ab. Jede Stunde geht der Zeiger einmal herum, um dann von neuem seine Kreise zu ziehen. Dies erweckt ganz einfach den Eindruck, dass nach jeder Stunde alles von vorne beginnt.

Und dies ist der größte Trugschluss unseres Lebens. In Wahrheit leben wir nämlich auf einer Zeitachse, die mit unserer Geburt beginnt und für uns gläubige Christen bei Gott in der Ewigkeit endet. Jede Stunde, die so verstreicht, ist unwiederbringlich verloren. Wir können die Zeit nicht zurückholen. Alles, was hinter uns liegt ist unwiderruflich vorbei.

So schreibt es auch Paulus über das Leiden. Viele Menschen drehen sich ja in ihrem Leiden gerne immer wieder im Kreise. Genau das, sagt Paulus muss nicht so sein. Schon ein einfacher Perspektivwechsel reicht aus, um das Leiden zumindest ein wenig erträglicher zu machen.

Nehmen wir einmal an, wir haben in diesem Jahre einen lieben Menschen zu Grabe getragen. Natürlich kreisen all unsere Gedanken in der Zeit der Trauer um diesen Menschen, um die gemeinsame Zeit, die wir mit ihm verbringen durften und darum warum dieser Mensch von uns gehen musste.

Jetzt machen wir mal den Perspektivwechsel und überlegen uns, dass wir mit jeder Minute, die jetzt verstreicht uns dem Wiedersehen mit diesem Menschen ein Stück weit nähern. Jeder Tag der Trauer ist ein Tag näher an dem Wiedersehen mit den geliebten Menschen dran. Wir können das Leiden natürlich nicht einfach so wegwischen, wir können es aber in Anbetracht der Ewigkeitsperspektive ein wenig erträglicher gestalten.

Auch wir sind auf dem Wege in die Ewigkeit. Daran dürfen wir uns ruhig öfter mal wieder erinnern. In 100 Jahren dürfte keiner von uns mehr in der Lage sein, diese Zeilen zu lesen. Warum sollten wir uns denn daran erinnern ? Nun da lassen wir Punkt 2 mal zu Worte kommen.

2. Die Gefahren im Hier und Jetzt

Wenn wir die Ewigkeitsperspektive aus den Augen verlieren, dann laufen wir sehr schnell Gefahr, uns in unserem Hier und Jetzt so einzurichten, als ob es von Dauer wäre. Schnell verliert man so den Schöpfer aus den Augen, der ja über allem steht.

Wer im Hier und Jetzt verwurzelt ist, der sieht nur das, was vor Augen ist. Das sind häufig die Menschen, die meinen, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen. Gerade, wer mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht, dem mangelt es häufig auch an geistiger und körperlicher Beweglichkeit.

Wer sein Heil allein im Hier und Jetzt sucht, der muss jeden Tag seines Lebens wahre Höchstleistungen erbringen. Man hat ja schließlich nicht ewig Zeit all das zu erleben und zu besitzen, was man gerne möchte. Der Traumurlaub in der Karibik, das tolle Auto mit dem springenden Pferd oder dem hüpfenden Jaguar auf der Haube müssen ja schließlich irgendwoher kommen. Also wird geackert, was das Zeug hält, damit man dies alles bewerkstelligen kann.

Das trügerische ist nur, dass, wenn man dies erreicht hat, der Teufel neue Wünsche und Bedürfnisse parat hat, die man natürlich auch noch erfüllen möchte. Und irgendwann klappt man dann mut-und kraftlos zusammen. Ja, liebe Gemeinde, so ist das Leben in der Welt, wenn man Gott außen vor lässt.

Wenn wir hingegen unsere Zeitachse in Gedanken um die Ewigkeit erweitern, sieht die Angelegenheit schon ein wenig anders aus. Ich weiß, dass mit meinem Leben auf Erden eben nicht alles vorbei ist. Wenn das so ist, dann muss ich nicht wie ein gehetztes Reh meine Zeit auf Erden verbringen und möglichst viel in dieses kurze Erdenleben hineinquetschen. Wenn das so ist, dass es eine Ewigkeit für mich in Gottes Nähe gibt, dann kann ich doch alles ein wenig entspannter angehen lassen.

Dann bin ich auch nicht nur auf mich allein und auf die Befriedigung meiner Bedürfnisse fixiert. Nein, dann ist es mir ein Bedürfnis, dass es allen Menschen gut geht. Als Christen haben wir ein gewaltiges Vorrecht. Wir dürfen allen unseren Mitmenschen das Leben auf dieser Erde etwas erträglicher und angenehmer gestalten.

3. Die Ewigkeit

Wie sieht sie denn aus die Ewigkeit, der Himmel oder wie auch immer wir unseren zukünftigen Aufenthaltsort beschreiben mögen ? Es wäre doch schön, wenn wir jetzt schon einen Blick über diese Grenze tun könnten, um mal zu schauen, was uns denn dort so alles erwartet.

Nun, dies ist uns natürlich verwehrt. Endgültig bei Jesus werden wir dann sein, wenn wir unseren irdischen Körper verlassen und unsere himmlische Wohnung beziehen. Aber, liebe Gemeinde, auf Erden können wir mit unseren inneren Augen schon ein Stück weit diese Herrlichkeit spüren, fühlen und erleben.

In dem Moment, wo wir uns bekehrt haben, in diesem Moment zieht der Heilige Geist in unsere Herzen ein und bleibt fortan in uns wohnen. Nicht als stiller Hausgenosse, sondern als Gottes Gegenwart, die uns führt uns leitet und uns begleitet auf unserem weiteren irdischen Lebensweg. Wenn wir uns die Zeit nehmen, Gott in und an uns wirken zu lassen, dann können wir hier auf Erden schon ein Stück weit diese Herrlichkeit spüren, die uns dereinst erwarten wird.

Wenn ich jetzt fragen würde, wer denn von uns allen schon einmal die Nähe Gottes instinktiv gespürt hat, dann würden vermutlich alle aufzeigen. Jeder von uns hat bestimmt schon einmal die Leitung und Führung durch den Heiligen Geist spüren dürfen. Wir alle nehmen uns ja auch die Zeit, um regelmäßig mit Gott zu reden und pflegen so den Kontakt zu ihm.

Daher werden wir als Christen auch gern mal als religiöse Spinner bezeichnet. Es ist nur so, dass jemand, der mit Gott nichts zu tun haben möchte, diese Führung auch gar nicht spüren kann, da sich Gott niemandem gewaltsam aufdrängt. Diese Liebe Gottes, diesen göttlichen Frieden aber kann jeder spüren, der Gott um die Führung seines Lebens bittet.

Wenn wir also alle ganz nahe an Gott dranbleiben, dann dürfen wir gewiss sein, dass ER immer um uns herum ist. Dann werden wir diesen göttlichen Frieden, der höher ist als all unsere Vernunft, unser Leben lang spüren und fühlen bis wir in der Ewigkeit angelangt sind und ihm Auge in Auge gegenüberstehen.

Darum lassen sie uns diese Ewigkeitsperspektive niemals aus den Augen verlieren. Beschäftigen wir uns doch nicht mehr so viel mit dem Leid, was wir auf Erden ertragen müssen, sondern vielmehr mit der Herrlichkeit, die uns dereinst erwartet.

Dann lassen Sie uns jetzt gemeinsam in den 6. Vers des Liedes "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG 529) von Paul Gerhardt einstimmen, der diesen unseren Lebensweg sehr schön wie folgt beschreibt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angsicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Nov 16, 2016 12:14 pm

ePredigt vom 16.11.2016 (Römer 2, 1-11)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Abend, dem Buß- und Bettag des Jahres 2016. Den Predigttext für den heutigen Abend finden wir im 2. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 1-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Maßstab des göttliche Gerichts

Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den andern richtest, verdammst du dich selbst, weil du ebendasselbe tust, was du richtest. Wir wissen aber, dass Gottes Urteil recht ist über die, die solches tun. Denkst du aber, o Mensch, der du richtest, die solches tun, und tust auch dasselbe, dass du dem Urteil Gottes entrinnen wirst? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber mit deinem verstockten und unbußfertigem Herzen häufst dir selbst Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der einem jeden geben wird nach seinen Werken: Ewiges Leben denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben; Ungnade und Zorn aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit; Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die Böses tun, zuerst der Juden und ebenso der Griechen; Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden allen denen, die Gutes tun, zuerst den Juden und ebenso den Griechen. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.


Liebe Gemeinde,

Buße tun und Gebet, warum das eigentlich ? Es geht mir doch sowieso ganz gut hier auf diesem Planeten. Lassen Sie uns einmal zusammen versuchen zu ergründen, was denn Buße und Gebet in uns bewirken. Dazu ist es erforderlich, dass wir unseren geistlichen Zustand einmal im Zeitablauf näher betrachten.

1. Der Ursprungszustand

Wir werden alle als Sünder geboren. Beobachten Sie mal ein kleines Kind. Ganz ohne, dass es ihm jemand beigebracht hat, kann es nein sagen und alles äußern, was es nicht will. Und wenn es später älter wird, dann muss man ihm das Lügen gar nicht beibringen, das kann es von ganz alleine. Wir Menschen werden also als durch und durch sündige Wesen geboren. Es ist fast schon so, dass die Sünde unsere zweite Haut wäre.

Wir selber, wir sitzen natürlich als mächtige Herrscher auf dem Thron unseres Lebens und bestimmen von dort, was gut und richtig oder aber böse und falsch ist. Das dabei die Sünde Regie führt, das fällt es uns erst dann auf, wenn unser gesamtes "Kingdom of life" den Bach runtergeht. Erst dann merken wir für gewöhnlich, dass so ziemlich alles schiefgelaufen ist in unserem Leben.

Unsere sündige Natur hat natürlich auch noch eine weitere Konsequenz. Und das ist die Trennung von Gott. Wir erinnern uns an die paradiesischen Zustände im Garten Eden und daran, dass wir Menschen schon dort alles verbockt haben. Das hatte zur Konsequenz dass Adam und Eva stellvertretend für uns alle aus dem Paradies hinausgeworfen wurden.

Im Ursprungszustand gab es also keinen Weg zurück ins Paradies und damit in Gottes Nähe. Da Gott zwar die Sünde hasst, aber den Sünder liebt, hat er uns durch den stellvertretenden Tod seines Sohnes Jesus Christus wieder die Möglichkeit eröffnet, in seine Gottesnähe treten zu können. Das setzt aber auch ein Umdenken bei uns Voraus.

2. Der Weg zurück

Wenn wir wieder zurück zu unserem Herrn wollen, dann müssen wir zunächst einmal erkennen, dass wir ganz arme Sünder sind, die eigentlich die Hölle und nicht den Himmel verdient hätten. Wenn wir dies erkannt haben, dann können wir Buße tun, also unsere Sünden ehrlich bereuen und Gott bitten, er möge doch auch unsere Sünden als bezahlt durch das teure Blut Christi ansehen.

Wenn wir dies ehrlichen Herzens tun, dann sind uns unsere Sünden vergeben und wir haben einen sofortigen Zugang zu unserem Herrn. Dieser Herr Jesus tritt in unser Leben und setzt sich auf den Thron, den wir ihm gern und freiwillig geräumt haben. Fortan leben nicht mehr wir, sondern unser Herr lebt in uns.

Doch bevor er bei uns Wohnung nehmen kann räumt er erst einmal kräftig in unseren Herzen auf. Alles das, was nicht zu einem geheiligten Leben passt, wird hinausgeworfen und entsorgt.

3. Das Gebet

Nehmen wir einmal an, Sie haben eine neue Position in einem neuen Unternehmen erhalten. Am Tage des Arbeitsantritts kommen Sie wortlos in das Unternehmen, packen sich irgendein Arbeitsgerät und legen munter drauflos. Ich könnte mir vorstellen, dass dies recht bald zu Unstimmigkeiten führen könnte. Ich denke, Sie pflichten mir da sicherlich bei. Was machen Sie also anstelle dessen, was wir gerade gehört haben?

Sie gehen natürlich zu Ihrem neuen Chef und warten seine Weisungen ab, die er Ihnen erteilt. Wenn Sie diese erhalten haben, dann erst legen Sie wirklich los. Und dann machen Sie auch zur rechten Zeit das Richtige. Und das nur, weil Ihr neuer Chef den ganzen Laden im Griff hat.

So ähnlich ist es auch, wenn unser neuer Chef, der Herr Jesus bei uns eingezogen ist. Nachdem sein neuer Arbeitsplatz (unser Herz) gereinigt worden ist, geht es daran, neue Aufgaben zu erfüllen. Und da legen wir auch nicht einfach so los, wie es uns vielleicht gerade in den Sinn kommt. Nein, wir machen es genau so, wie im weltlichen Leben. Wir gehen zunächst einmal zu unserm neuen Chef und befragen ihn, was wir denn tun sollen.

Und da er seinen Laden (Verzeihung !!!) genauso im Griff hat, wie ein weltlicher Unternehmer sein Geschäft, hat er auch den großen Überblick und wird uns genau das auftragen, was am nützlichsten für das Unternehmen ist und wofür wir am ehesten geeignet sind. Das Ganze, Sie ahnen es bereits, nennen wir Gebet.

Am Buß- und Bettag sei mir gestattet, noch einmal explizit darauf hinzuweisen, dass Gebet nichts anderes ist, als das Gespräch mit Gott. Kein wohlformuliertes, auswendig gelerntes Gebet kann je an die Stelle des einfachen Gespräches mit Gott treten. Natürlich bete ich auch das Vaterunser. Aber immer erst am Ende meines Gespräches mit meinem Herrn oder eingebettet in das persönliche Gespräch aber nicht anstelle meiner Kommunikation mit Gott.

Natürlich hilft auch das kurze Stoßgebet zum Himmel, es ist ja auch eine direkte Hinwendung zu dem, der nunmehr mein Leben regiert.

Nun bleibt abschließend noch die klitzekleine, aber dennoch nicht unwichtige Frage: Was habe ich denn davon ? Nun, nachdem ich meine Sünden bereut habe und der Herr Jesus bei mir eingezogen ist, halte ich die Eintrittskarte für den Himmels in Händen in Form der direkten Zusage des ewigen Lebens.

Und meine Gebete sorgen dafür, dass die Kommunikation zu meinem Herrn nicht abreißt. Er hat nämlich noch auf Erden so einiges vor mit seinen Kindern. Er möchte, dass wir ein Leben führen, welches unter anderem durch ein Trachten nach guten Werken gekennzeichnet ist. Dann möchte er, dass wir nur ihm allein gehorsam sind und ein Leben in der Wahrheit führen. Probieren Sie das mal ohne den Herrn!!!

Ich kann Ihnen eines versprechen, das geht zu 100 % in die sprichwörtliche Hose. Wir trachten nicht immer nach guten Werken und sind auch nicht immer gehorsam und mit der Wahrheit nehmen wir es doch auch nicht immer so genau, wie es der Herr erwartet. Aber durch das Gebet und die ständige Verbindung zu ihm arbeitet er in und an uns, sodass wir unter seiner Führung von Tag zu Tag besser werden.

Und wenn wir doch wieder einmal in das Fettnäpfchen treten. Was passiert aber wenn die guten Werke doch eher uns als den anderen nützlich gewesen sind, wenn wir mal nicht gehorsam waren und trotz besseren Wissens das getan haben, was uns Spaß gemacht hat oder aber die Wahrheit recht großzügig ausgelegt haben ? Schmeißt er und dann raus, wie es vielleicht ein weltlicher Chef tun würde?

Keine Bange, das tut er ganz gewiss nicht. Einmal Gottes Kind, immer Gottes Kind. Wir dürfen unsere Missetaten bereuen und er wird uns auch weiterhin an seinen liebenden Händen durch die Jüngerschule führen. Bleiben wir doch diesem Chef auch weiterhin treu, bis wir ihm einmal ganz persönlich gegenüberstehen werden.

Das Leben eines bußfertigen Herzens unter der Leitung des Herrn beschreibt der Liederdichter Martin Moller sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes "Nimm von uns, Herr, du treuer Gott..." (EG 146) der da lautet, wie folgt:

Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unser Stadt und Land;
gib uns allzeit dein heilig Wort, behüt vors Teufels List und Mord;
ein selig End wollst uns verleihn, auf dass wir ewig bei dir sein.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Abend und ich verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag von Ihnen.

Ich grüße Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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