ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jul 31, 2016 3:14 pm

ePredigt vom10.07.2016 (Apostelgeschichte 2, 41a, 42-47)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 7. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 42-47. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle Seelen, und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nach dem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Liebe Gemeinde,

soeben haben wir einen Einblick in eine der ersten Christengemeinden bekommen. Wenn wir die heutige Predigt unter eine Überschrift setzen wollten, dann könnte diese gut lauten: "So geht Gemeinde." Und wie Gemeinde geht und was Gemeinde ausmacht das lassen Sie uns am heutigen Morgen gemeinsam betrachten.

1. Was machten die ersten Christen?

Sie machten genau drei Dinge, die wir uns heute immer mal wieder vergegenwärtigen sollten. Als erstes blieben sie in der Lehre. Nun hatten die Gemeinden damals natürlich noch nicht das Neue Testament, aber sie hatten das Alte Testament und jede Menge Zeugen, die ihnen die Geschehnisse rund um Jesus Christus näherbrachten und erläuterten.

Überlegen wir doch einmal, wie gut wir es heute haben. Wir haben immer und überall Zugriff auf die Lehre, also auf die gesamte Heilige Schrift.
Gewiss, das gebe ich zu, manch eine Übersetzung liest sich nicht so flüssig, aber dafür haben wir ja schließlich auch neuere Übersetzungen und Übertragungen. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten ist es übrigens in Deutschland nicht verboten, die Bibel zu lesen. Das könnte man manchmal zwar annehmen, wenn man sich betrachtet, wie wenig dieses Buch noch gelesen wird.

Wenn ich die Bibel zu meinem täglichen Begleiter mache, dann werde ich bald ganz in der Lehre sein, wie es die ersten Gemeindemitglieder waren.
Natürlich ist das ein ganz dicker Wälzer. Aber, wenn wir jeden Tag drei Kapitel aus der Bibel lesen und sonntags, wenn wir etwas mehr Zeit haben sogar 6 Kapitel lesen, dann haben wir sogar diesen dicken Wälzer innerhalb von nur einem Jahr einmal komplett durchgelesen und gearbeitet.

Das hat auch einen ganz konkreten Vorteil. Wer fest in der Lehre ist, der ist auch weitgehend gefeit, irgendwelchen Irrlehren und Irrlehrern auf den Leim zu gehen. Jesus sagte ja schon während seines Wirkens auf Erden, dass viele Verführer auf die Menschen zukommen werden. Diesen können wir am besten die Heilige Schrift entgegenhalten und mit dieser immer wieder prüfen, was es denn mit den neuen Lehren auf sich hat.

Als zweites blieben die Christen in der Gemeinschaft. Haben sie schon einmal Raubtiere auf ihrem Beutezug beobachten können ? Wenn Raubtiere auf Beute stoßen, so befindet diese sich selten allein, sondern meist in einer Herde. Raubtiere sind natürlich nicht so dämlich, eine ganze Herde anzugreifen; nein Raubtiere versuchen einzelne Tiere von diesem Herdenverband zu separieren um diesen dann gezielt nachzustellen.

Genau das macht übrigens der Teufel. Er greift niemals eine ganze Gemeinde als solches an. Er versucht stets, einen Keil in eine Gemeinschaft zu treiben, damit sich einige Mitglieder von der Gemeinschaft absetzen und ihm auf den Leim gehen. Mit einer ganzen Gemeinschaft und deren festem Zusammenhalt würde das niemals klappen. Ein kleines Beispiel gefällig ? Schon Eva nahm der Teufel an die Seite und sprach nicht mit Adam und Eva zusammen.

Lassen wir uns dies doch als Beispiel dienen und lassen Sie uns der ersten Christengemeinde folgen indem auch wir immer wieder fest verwurzelt in unseren Gemeinschaften bleiben und diese immer wieder aufs Neue suchen.

Als drittes bleiben die ersten Christen beharrlich im Gebet. Wenn ich von Ihnen etwas möchte, dann muss ich ihnen dies schon kundtun indem ich mit ihnen rede. Genau so sahen es die ersten Christen. Wenn ich etwas von Gott möchte, dann muss ich auch mit ihm reden, und zwar so, wie ich mit meinem Freund oder Freundin rede. Gott ist ja bekanntermaßen ein Gott der Lebenden und nicht der Toten. Also kann man auch mit ihm reden und mit ihm rechnen. Aber bitte keine aufgeblasenen Floskeln oder heruntergeleierten wohlklingen Formulierungen. Nein, so, wie wir miteinander reden, so sollen wir auch mit unserem Herrn reden.

Lassen Sie uns diesen ersten Punkt, (keine Angst die beiden nächsten werden ganz kurz,) einmal wie folgt zusammenfassen:

Wenn ich die Bibel lese, wenn ich in einer christlichen Gemeinschaft bleibe und wenn ich den Kontakt zu meinem Herrn nicht abreißen lasse, dann mache ich genau das, was die Urchristen schon getan haben, nämlich einen Gottesdienst, der Gott wohlgefällt.

2. Was habe ich davon?

Wie schon erwähnt schützt die Lehre der Bibel uns davor, falschen Christussen auf den Leim zu gehen. Die Bibel lehrt uns aber auch, dass wir nicht allein auf Erden sind, sondern dass wir für unsere Mitmenschen genau die gleiche Verantwortung tragen, wie für uns selbst.

Wenn ich anderen helfen kann, so soll ich dies tun. Wenn ich selber Hilfe benötige, so wird mir diese von der Gemeinschaft zukommen werden.
In der Gemeinschaft kann ich auch das Grundgerüst christlichen Lebens, nämlich die 10 Gebote lernen mit Leben zu füllen.

Das Gebet mit unserem Herrn gibt mir tagtäglich die Kraft für ein Leben mit ihm, welches man mir auch ansieht und anmerkt. Natürlich mache ich auch jede Menge Fehler. Aber mit diesen Fehlern kann ich zu meinem Herrn gehen und ihn bitten, mir einen besseren Weg zu zeigen und nach Möglichkeit aus meinen Fehlern doch noch etwas Gutes zu machen.

Ein Satz ist noch ganz wichtig bei der Überlegung des "Was habe ich davon ?". Wir lesen in unserem Predigttext: "Sie hielten die Mahlzeiten mit Freude..." Und das ist genau das, was uns unser Herr als seine treuen Nachfolgern schenken will, nämlich eine tiefe innere Freude und einen tiefen inneren Frieden, aus dem heraus wir mit ihm und unseren Mitmenschen zusammen leben. Dieser tiefe Frieden und diese tiefe Freude sind übrigens unabhängig von allen äußeren Umständen.

Gott möchte nämlich nicht, dass wir ein Christenleben führen, das nur noch aus Regeln Vorschriften und irgendwelchem christlichen Gekrampfe besteht. Gott möchte, dass Du und ich ihm aus Freude dienen und fröhlich mit unseren Mitmenschen umgehen und dabei selber von einem tiefen inneren Frieden getragen werden.

3. Wie kriege ich das hin?

Gar nicht, liebe Gemeinde, das kriegen wir einfach nicht aus uns selbst hin. Sie können es gerne probieren, aber Sie werden so richtig vor die Wand laufen. Mag sein, dass es Ihnen ein oder zwei Tage gelingt, aber irgendwann platzt uns doch wieder der Kragen.

Aber wir haben jemanden an unserer Seite, der uns in die Lage versetzt, der uns mit dem notwendigen Werkzeug ausstattet, dass wir es dennoch hinbekommen. Das Ganze ist auch keine Geheimwissenschaft. Jeder, der dies möchte kann dies alles von unserem Herrn lernen.

Und zwar durch:

HÖREN
TUN
WEITERSAGEN

Das ist schon alles. Allerdings sollen wir nicht so hören, wie wir vielleicht morgens auf unser Radio hören. Wir sollen schon ganz intensiv dem zuhören, was uns Gott sagen möchte. Nehmen wir uns also genügend Zeit dazu. Dann sollen wir das, was wir gehört haben auch tun. Was nutzt Ihnen der schönste Schrank, wenn Sie nicht nach dem Studium der Aufbauanleitung anfangen, diesen auch zusammen zu bauen.

Wenn uns dies gelungen ist, nämlich das Wort unseres Herrn direkt in die Tat umzusetzen, dann sollen wir dies auch unseren Mitmenschen weitersagen. Weitersagen ist hierbei nicht unbedingt wortwörtlich gemeint. Weitergeben können wir unsere Botschaft mit Mund und Händen.
Packen wir also da tatkräftig an, wo unsere Hilfe am dringendsten benötigt wird und spenden dort mit Worten Trost, wo dieser ganz dringend benötigt wird.

Lassen Sie uns also fröhlich an's Werk gehen, vielleicht mit dem ersten Vers des Liedes von Paul Gerhardt "Du meine Seele singe..." (EG 302) auf den Lippen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet.

Das wünscht Ihnen
Ihr

Urich Naber


Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jul 31, 2016 3:20 pm

[b][size=150]ePredigt vom 24.07.2016 (Philipper 3, 7-11)[/size][/b]

Liebe ePredigt-Leser,

sicher vermissen Sie die ePredigt der letzten Woche. Leider waren wir einige Tage weit weg von jeder Internetmöglichkeit (was uns vorher nicht bewusst gemacht wurde), so dass ich die Predigt nicht abschicken konnte. Um Ihr Postfach nicht zu strapazieren, verzichten wir, die ePredigt nun nachzusenden. Wenn Sie auf diese nicht verzichten möchten, können Sie die letzte ePredigt auf unserer Website unter http://www.epredigt.de/epredigt-vom-17-07-2016-epheser-5-8b-14/ gerne nachlesen.

Nun sind wir wieder in der Zivilisation und hoffen, dass so ein Ausfall nicht sooo schnell wieder vorkommt.

Ihr Jens Steinführer
vom ePredigt-Team



[b]Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 9. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 3. Kapitel des Briefes an die Philipper, die Verse 7-11-. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

[i]Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird. Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.[/i]

Liebe Gemeinde,

was uns Paulus hier beschreibt ist seine eigene geistliche Entwicklung, angefangen von der Zeit, als er unter dem Gesetz lebte bis hin zum heutigen Tage, also dem Tage, wo er diesen Brief verfasst hat. Im Prinzip hatte Jesus sein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt und alle seine bisherigen Werte in Frage gestellt. Schauen wir doch einmal, wie das vor sich gegangen ist und ob das auch noch für uns heute im 21. Jahrhundert von Bedeutung ist.

1. Was kümmert mich mein Geschwätz von vorgestern.....

Zugegeben, dieses Zitat stammt von unserem ersten Bundekanzler, Herrn Dr. Konrad Adenauer. Er brachte damit zum Ausdruck, dass der Mensch im Leben immer lernfähig bleiben muss und sich Situationen im Leben ergeben, die eine Umkehr erforderlich machen.

So war dies auch bei Paulus geschehen. Paulus war ja nicht irgendjemand. Von der Abstammung her gehörte er zum Stamme Benjamin, also ein waschechter Jude. Und nicht nur das, er gehörte auch zu den Pharisäern, die streng gläubig lebten und dies auch von ihren Mitmenschen einforderten. Ein richtiges Glaubensvorbild war er, dieser Saulus von Tarsus. Mit Feuereifer bekämpfte er die daher auch die neue Sekte, die immer größer zu werden drohte, sich Christen nannte und von irgendeiner ominösen Auferstehung eines hingerichteten Verbrechers berichtete, der der Welt Retter sei.

Es musste also schon ganz was Besonderes passieren, bis man so jemand von seinem Glauben abbringen konnte. Und das war dann ja auch passiert auf dem Wege nach Damaskus. Da stellte sich genau derjenige ihm in den Weg, der der Auslöser dafür war, dass Paulus seine Anhänger bis auf den Tod hin verfolgte.

Mit einem Male war ihm klar geworden, dass dieser Jesus tatsächlich der Christus, also der Messias war, auf den die Welt so lange gewartet hatte. Obwohl er ihn verfolgte, sprach er ihn ganz persönlich an und wollte ganz speziell ihn, den großen Christenverfolger in seinem Dienste haben.

Jeder von uns, der für eine bestimmte Position Partei ergreift, lässt sich so schnell doch nicht von seiner Position abbringen. Auch wenn manch ein Argument dagegen sprechen sollte, so halten wir doch für gewöhnlich an unseren festen Positionen fest bis es eben gar nicht mehr geht. Umso erstaunlicher ist dann doch die "Augenblickswirkung" die Paulus erlebte. Diese Gnade, diese Barmherzigkeit und diese Wärme, die er spürte, wandelten von einem Augenblick zum anderen seinen Sinn.

Alle religiösen Leistungen rückten total in den Hintergrund. Er wusste: Ich will nur noch diesem Christus nachfolgen. Allein darin liegt das Heil der Menschheit und nicht in irgendwelchem religiösen Zinnober. All das war für Paulus wertlos geworden, er bezeichnete es sogar als Dreck. Im Originaltext steht übersetzt sogar das Wort Sch..., welches wir unseren Kindern verbieten zu benutzen.

Paulus hatte erkannt, dass es nicht darum geht, sich auf sich selbst und seine Fähigkeiten zu verlassen, um vor Gott gut dazu stehen, sondern dass es darum geht allein dem Christus zu vertrauen und dem, was er für uns getan hat. Allein wenn wir uns darauf berufen, dann stehen wir vor Gott gut da.

Machen wir es doch dem Paulus nach. Hören wir doch endlich auf, uns auf alle möglichen Guttaten und religiösen Leistungen zu berufen. Berufen wir uns doch allein auf den, der uns in den Himmel bringen kann.

2. Christus allein

Christus allein ist das, was uns in den Himmel bringt. Alles andere ist egal. Das ist die Erkenntnis, die ihn getroffen hat, wie ein Blitzschlag. Und dann durfte er auch erkennen, dass dieser Christus nicht nur für die Juden gestorben war, sondern dass dieser Christus für alle Menschen der Weg in den Himmel sein will.

Um in den Himmel zu kommen musste man kein Jude sein, beschnitten sein und alle möglichen Ge- und Verbote achten. Nein, es gab ihn sofort wieder, den direkten Weg zu Gott ohne alle Religion. Der Weg war denkbar einfach. Jeder Mensch, der in den Himmel kommen wollte, brauchte nur die Erlösungstat dieses Christus im Glauben für sich in Anspruch zu nehmen und schon war er als Gottes Kind angenommen und angekommen in der Gemeinschaft derer, die das ewige Leben ererben sollten.

Ich glaube, dies bereitet uns auch heute noch große Schwierigkeiten. Wenn etwas als besonders simpel und einfach erscheint, dann vermuten wir ja (meist zu Recht) einen Pferdefuß hinter dieser Sache. Und so ist es für viele unsere Mitmenschen auch schwer, zu glauben, dass allein ihr "Ja" vollkommen ausreicht.

Aber es führt für uns alle kein Weg daran vorbei zu erkennen, dass ich nicht in den Himmel komme, weil ich ein Konto voller guter Taten vorzuweisen habe, sondern dass ich in den Himmel kommen kann, weil Jesus die eine aber entscheidende gute Tat für mich getan hat.

Wenn wir dies genau so anerkennen, wie es geschehen ist, dann erkennen wir auch dass wir in einer völligen, aber bitte positiven, Abhängigkeit, von dem Leben, der uns erlöst hat. Der uns erlöst hat möchte ja nicht, dass wir nach dieser Erkenntnis so weiterleben, wie bisher. Nein Jesus möchte unser ganzer Lebensinhalt werden. Daher ist unser Ja auch nur der Anfang unseres gemeinsamen Weges mit unserem Herrn.

Seien wir offen für IHN und sein Wort und lassen wir uns von IHM gebrauchen, um möglichst vielen Menschen dabei zu helfen, dass sie zu derselben Erkenntnis kommen dürfen wie wir.

3. Durch Leid und Tod hindurch

Wir Menschen fragen uns natürlich oft: Was habe ich denn hier und heute davon? Es ist ja gut, dass ich in den Himmel komme, aber hier auf Erden, was habe ich da von diesem Christus und meinem Ja tu dem, was er für mich getan hat?

Gerade hier auf Erden haben wir ab sofort einen Beistand, der immer mit uns auf Reisen ist. Jesus in der Gestalt des Heiligen Geistes ist immer mit uns. Ich habe mal ein Zitat gelesen, welches dieses sehr schön wie folgt beschreibt:

"Bei wem Christus im Herzen wohnt, der trägt den Himmel immer mit sich, ganz gleich an welchem Ort er sich befindet."

Besser kann man es nicht ausdrücken. Gerade Weltmenschen neigen ja dazu, dies als frommes Geschwafel abzutun. Aber schauen wir doch einmal in der Bibel nach. Kaum ein Apostel war dem Tode so oft so nah, wie Paulus. Feindseligkeiten, Verfolgungen, Folterungen und noch viel mehr musste er durchleiden. Aber immer war der eine bei ihm, der auch ihm versprochen hatte "Siehe, ich bin bei dir alle Tage..."

Das Schöne daran ist, dass diese Zusage des einen bis auf den heutigen Tag nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Wie sie damals für Paulus galt, so gilt sie auch heute für uns. Und darum ist es auch nicht verwunderlich, dass Paulus voller Energie, getragen von der Hoffnung und geborgen von unserem Herrn seinen Lebensweg fröhlich weitergegangen ist. Immer in der festen Gewissheit, dass er am Ende in ständiger Gemeinschaft mit dem Leben darf, der ihn erlöst hat.

Wenn wir uns tagtäglich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass Gott uns so sehr liebt, dass er seinen Sohn geopfert hat, damit wir für immer bei ihm sein können, dann können auch wir getragen von der Hoffnung in völliger Geborgenheit unseres Herrn unseren weiteren Lebensweg ganz getrost beschreiten.

Es gibt so viele Anti-Sorgen-Seminare und Lebenscoaches, die uns helfen wollen, in unserem Leben einigermaßen gut zurechtzukommen. Halten wir uns doch lieber an den EINEN, der uns hier in dieser Welt ein treuer Begleiter ist und der in der anderen Welt bereits auf uns wartet.

Wenn wir uns so in den Dienst des Herrn stellen lassen, dann tun wir dies bestimmt gern so, wie es der erste Vers des Liedes "Nun jauchzet dem Herrn alle Welt..." (EG 288) von David Denecke beschreibt, der da lautet, wie folgt:

Nun jauchzet dem Herrn, alle Welt!
Kommt her, zu seinem Dienst euch stellt,
kommt mit Frohlocken und säumet nicht,
kommt vor sein heiliges Angesicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.[/b]

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine ganz tolle Sommerwoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Aug 01, 2016 12:31 pm

ePredigt vom 31.07.2016 (Römer 9, 1-8, 14-16)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 10. Sonntag nach Trinitatis. Heute ist Israelsonntag. Beschäftigen wir uns doch heute einmal nicht mit dem politischen Verhältnissen in Israel, sondern mit Gott, der gerade dieses Volk für als sein Volk zum Eigentum für sich erwählt hat. Was ist das eigentlich für ein Gott, den wir heute noch anbeten, den wir loben und preisen? Bevor wir auf diese Frage näher eingehen, lassen Sie uns zuvor den Predigttext für den heutigen Sonntag lesen. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im Römerbrief, Kapitel 9, die Verse 1-8 und 14-16:

Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im heiligen Geist, dass ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlass in meinem Herzen habe. Ich selber wünschte, verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder, die meine Stammverwandten sind nach dem Fleisch, die Israeliten sind, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und der Bund und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören, und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen. Aber ich sage damit nicht, dass Gottes Wort hinfällig geworden sei. Denn nicht alle sind Israeliten, die von Israel stammen, auch nicht alle, die Abrahams Nachkommen sind, sind darum seine Kinder. Sondern nur "was von Isaak stammt, soll dein Geschlecht genannt werden" (1. Mose 21,12), das heißt: nicht das sind Gottes Kinder, die nach dem Fleisch Kinder sind; sondern nur die Kinder der Verheißung werden als seine Nachkommenschaft anerkannt. Was sollen wir nun hierzu sagen? Ist denn Gott ungerecht? Das sei ferne! Denn er spricht zu Mose (2.Mose 33,19): "Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich." So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.

Liebe Gemeinde,

wenn wir uns der Gottesfrage nähern, dann sollten wir immer bedenken, dass unser Predigttext für den heutigen Sonntag ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen worden ist. Wenn Sie heute ein wenig Zeit haben, dann lesen Sie doch einmal die Kapitel 9-11 (Israelkapitel) des Römerbriefes in ihrer Gesamtheit. Nun lassen Sie uns also mit der Gottesfrage beginnen:

1. Der "ich verstehe ihn nicht" Gott

Geht es Ihnen auch so, dass Sie manchmal Gottes Wirken nicht verstehen? Da beten wir für die Genesung eines lieben Menschen und dann stirbt er doch an seiner Krankheit? Da beten wir für den Frieden in unserer Welt und es scheint, als ob Terror und Krieg uns geradezu zu umzingeln scheinen.

Und dann finde ich noch eine Verstärkung einer Aussage in unserem Predigttext wo Gott sagt: "Jakob habe ich geliebt, Esau habe ich gehasst." Da ist ein Gott, der offenbar nicht auf Gebete hört und da taucht ein Gott auf, der sogar hassen kann. Wie passt das denn zusammen?

Wenn wir uns den hebräischen Text einmal ganz genau anschauen, dann steht anstelle des Wortes Hasses das Wort Entscheidung. So, Gott hasst also niemanden, aber er hat sich für Jakob und nicht für Esau entschieden. Eigentlich doch recht merkwürdig, wenn wir einmal bedenken, was Jakob nicht alles für "Dreck am Stecken hatte". Aber dieser "ich verstehe ihn nicht" Gott scheint wohl eine Vorliebe für das zu haben, was wir Erdenmenschen häufig als nicht besonders liebenswert ansehen.

Vielleicht sollte uns das einmal zu denken geben. Immer dann, wenn wir schnelle Urteile über Menschen fällen sollten wir daran denken, dass Gott auch oder vielleicht gerade diesen Menschen besonders liebt. Und wer sind wir denn bitteschön, dass wir hassen dürfen, wo Gott liebt?

Und bezüglich der nicht erhörten Gebete, über die wir uns so gern beklagen sollten wir uns immer wieder in unser Gedächtnis rufen, dass Gott nicht ein Wunscherfüllungsautomat ist, der auf Knopfdruck das herbeizaubert, was ich mir wünsche.

2. Gott, der Brückenbauer

Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde lässt sich also von mir nicht sagen, was er zu tun hat. Das ist manchmal etwas schmerzlich, aber es steckt vielleicht doch etwas viel größeres dahinter.

Gott möchte in eine ganz enge Beziehung zu einem jeden von uns treten. Er möchte unser innigster Vertrauter unser wahrer Freund, Helfer und Retter sein. Durch den Sündenfall war diese Beziehung, welche davor bestanden hatte, von uns Menschenseite her gekappt worden. Trotz allem, also auch wenn wir Gott vor den Kopf gestoßen hatten, ließ seine Liebe zu uns nicht nach.

Nur lebten wir in zwei verschiedenen Welten, die von uns aus nicht überbrückt werden konnten. Gott fand dennoch eine Möglichkeit, wieder eine Brücke zu bauen über die wir Menschen wieder den Zugang zu ihm finden können. Diese Brückenbaugeschichte können wir in aller Kürze mit Kreuz, Auferstehung, Himmelfahrt, Pfingsten beschreiben. Alles gerade erst gewesen.

Durch den Kreuzestod war die Strafe für unsere Sünden bezahlt. Durch die Auferstehung zeigte uns Jesus, dass er dem Tod seine endgültige Macht genommen hatte. Nach seiner Himmelfahrt sandte er uns den Heiligen Geist, der uns seitdem auf Schritt und Tritt begleitet, so wir dies denn auch aufrichtig wollen.

Dieses große Geschehen lässt uns vieleicht verstehen, dass Gott weit mehr als ein "Wünsch-Dir-Was" Gott ist. Dieser Gott hat uns erlöst und einen jeden von uns bei seinem Namen gerufen, damit wir wieder in eine lebendige Beziehung zu ihm treten. Und gerade weil Gott immer nur das wirklich Allerbeste für uns will, gerade deshalb antwortet er auch manchmal nicht auf unsere Gebete.

Wenn wir um etwas bitten, was nicht gut für uns wäre, dann erfüllt uns Gott diese Bitte eben nicht. Das würden wir bei unseren Kindern auf Erden schließlich auch nicht tun. Gott möchte in eine Liebesbeziehung zu uns treten. Und dazu gehört auch, dass man auf den anderen achthat und auf ihn aufpasst, dass ihm ja nichts Böses geschieht. Und das ist das, worauf wir uns voll und ganz verlassen können.

Wenn wir "Ja" zu diesem Gott sagen hat dies weitreichende Konsequenzen. Hier auf Erden brauchen wir vor nichts und niemandem mehr Angst zu haben. In allem, was uns widerfährt ist Gott an unserer Seite. Wir dürfen ihm allein unser vollstes Vertrauen schenken. Dadurch dass dieser große Brückenbauer die Brücke zu uns Menschen gebaut hat, dürfen wir diese Brücke am Ende unseres irdischen Lebens an seiner Hand überqueren und dort ankommen, wo wir unsere ewige Heimat haben, nämlich bei Gott im Himmel.

3. Der große Lobpreis

Die Israelkapitel des Römerbriefes schließen mit einem großen Lobpreis. Vielleicht können wir jetzt auch erahnen, warum. Trotz aller Fragen hat Paulus diesen Hintergrund erkannt. Paulus sah eben nicht nur das, was gerade um ihn herum passierte, Paulus sah das große Ganze, was sich hinter dem augenblicklichen Weltgeschehen verbirgt. Lassen Sie uns dennoch auch immer wieder einmal in diesen Perspektivwechsel eintreten.

Sicherlich ist es schlimm, was gerade auf dieser Welt passiert. Terroranschläge, Terrorregime und Kriege scheinen unser ganzes Leben zu bestimmen. Jedenfalls ist dies so, wenn wir unseren Tageszeitungen allein Glauben schenken. Lesen wir aber doch auch mal wieder neben der Tageszeitung unsere tägliche Lebenszeitung, die Bibel. Dann sehen wir auf einmal die Welt tatsächlich mit anderen Augen.

Dann erkennen wir auch, dass Gott zwar den Jakob geliebt hat, dass er aber auch den Esau nicht hat "im Regen stehenlassen". Viele andere Geschichten der Bibel berichten uns von der Treue Gottes in dem Leben einzelner Menschen auch in denkbar merkwürdigen Umständen. Vertrauen wir doch wieder allein diesem Gott, dass er es auch mit uns gut meint und dass er nur das Beste für uns will.

Wenn wir dies tun, dann wird ER auch unsere inneren Augen auftun. Und dann können wir auf einmal viele Spuren Gottes in unserem Leben und in dem Leben vieler anderer Menschen auf Erden entdecken. Also nicht Augen zu und durch, sondern Augen auf und durch. Oder besser ausgedrückt Augen auf IHN gerichtet und durch.

Mut dazu macht uns auch der erste Vers des Liedes "Von Gott will ich nicht lassen..." (EG 365) von Ludwig Helmbold, der da lautet, wie folgt:

Von Gott will ich nicht lassen,
denn er lässt nicht von mir,
führt mich durch alle Straßen,
da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand,
den Abend und den Morgen
tut er mich wohl versorgen,
wo ich auch sei im Land.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine ganz tolle Sommerwoche in der Gemeinschaft mit unserem Herrn, der einem jeden von uns versprochen hat: "Und siehe ich bin bei Dir alle Tage bis an der Welt Ende."

Bleiben Sie alle wohlbehütet. Das wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Aug 08, 2016 12:08 pm

ePredigt vom 07.08.2016 (Epheser 2, 4-10)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 11. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Kapitel des Epheserbriefes, die Verse 4-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht - aus Gnade seid ihr selig geworden - ; und er hat uns auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Liebe Gemeinde,

ganz schön viel Theologie auf einmal in unserem heutigen Predigttext. Wenn wir den Predigttext aufmerksam verfolgen, dann steckt in diesem die gesamte paulinische Theologie, die man wie folgt auf den Punkt bringen kann:

Sünde, Christus, Liebe, Gnade, Glaube, Werke, Tod und Leben.

Gehen wir diese paulinische Theologie heute Morgen einmal gemeinsam durch. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen ergeht, wenn Sie auf Ihren christlichen Glauben angesprochen werden; von mir erwartet man immer kurze, knappe und knackige Antworten und keine endlosen theologischen Erklärungen der Liebe Gottes. Nehmen wir doch die paulinische Kurztheologie als Handwerkszeug für den Fall, dass auch wir einmal in aller Kürze Rede und Antwort stehen müssen.

1. Sünde

Wir sind alle in unseren Sünden tot. Wir sind keine Sünder, weil wir sündigen, sondern wir sündigen, weil wir Sünder sind. Egal, wo und wann wir das Licht der Welt erblicken, wir sind allesamt Sünder. Und Sünder haben im Himmel nichts verloren. Wir können uns das Ganze immer wieder schönreden und betonen, was wir doch für gute Menschen sind, weil wir doch schließlich dies und das und jenes getan haben. Aber auch das ändert nichts an unserem Sünderstatus.

2. Liebe

Obwohl wir vor Gott als Sünder dastehen, mit denen er nichts anfangen kann, liebt er uns trotzdem über alles. Ich glaube, uns ist manchmal so gar nicht recht bewusst, was dies bedeutet. Nehmen wir einmal unseren Nachbarn. Gehen wir mal davon aus, Sie leihen sich von ihm ein Pfund Kaffee. Natürlich geben Sie das Pfund Kaffee nicht zurück, wäre auch noch schöner. Der Nachbar klingelt an ihrer Türe und Sie beleidigen ihn erst einmal nach Strich und Faden, wie er es wagen kann, Sie zu stören und was ihm einfiele, sein Eigentum zurückhaben zu wollen. Und darüber sind Sie anschließend noch so erbost, dass sie diesem ungehobelten Kerl alle vier Reifen seines Wagens zerstechen.

Stellen Sie sich einmal vor, dieser Nachbar wäre nach wie vor die Freundlichkeit in Person, und er erklärt Ihnen, dass es für ihn nichts Wichtigeres gäbe, als Ihr Freund zu sein. Diesem Nachbarn würden wir doch alle unterstellen, dass er als Kind wohl ein wenig zu heftig geschaukelt worden ist.

Aber so ist Gott, liebe Gemeinde. Obwohl wir ihn pausenlos beleidigen, ihn immer und immer wieder verletzen, ist seine Liebe zu uns von unendlicher Natur. Vielleicht verstehen wir ja jetzt, wie sehr uns Gott liebt.

3. Christus

Gott liebt uns über alles und er wünscht sich nichts sehnlicher, als seine Gemeinschaft mit uns. Das geht aber nicht, weil der Weg zwischen uns und Gott durch unsere Sünden versperrt worden ist. Also muss Gott zunächst einmal den Weg wieder frei machen, dass wir zu ihm kommen können.

Das bedeutet de facto: Die Sünde muss weg. Irgendjemand muss dafür sorgen, dass die Sünde von uns genommen wird ohne dass wir selber dafür die Strafe ertragen müssen. Dies tat Jesus für uns indem er für alle unsere Sünden mit seinem Tod bezahlte. Den Tod, den wir eigentlich verdient haben diesen Tod nahm er auf sich.

Nunmehr war der und ist der Weg von uns zu Gott hin wieder frei, weil Jesus nicht für uns, sondern an unserer Stelle gestorben ist.

4. Glaube

Es ist zwar richtig, dass Jesus den Weg zu Gott für uns Menschen wieder freigemacht hat. Aber eine Hürde ist immer noch da. Gott möchte keinen Menschen zwingen zu ihm in den Himmel zu kommen. Und daher ist zwar der Weg bereitet, aber gehen müssen wir ihn schon selber. Glaube, liebe Gemeinde, bedeutet nichts anderes als dass ich das, was Jesus für mich getan hat annehme.

Was Jesus getan hat, ist ein Geschenk Gottes an die verlorene Menschheit. Alles, was wir machen müssen ist dieses Geschenk, welches Gott uns hinhält auch tatsächlich anzunehmen. Mehr ist wirklich nicht notwendig.

5. Gnade - Werke

Wir kennen ja alle die Redewendung Gnade vor Recht ergehen lassen. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Angeklagte eigentlich eine Strafe verdient hätte, besondere Umstände es aber ermöglichen, von der Bestrafung des Angeklagten abzusehen, als Gnade walten zu lassen.

Die besonderen Umstände, die unsere Gnade vor Gott rechtfertigen bestehen aus nichts anderem als seiner unendliche Liebe zu uns. Wir haben dazu überhaupt nichts beigetragen. Alles, aber auch wirklich alles kommt von Gott her.

Das sind wir Menschen natürlich nicht gewohnt. Man muss für alles im Leben bezahlen, das wird uns ja schließlich schon von Kindheit an beigebracht. Nichts ist im Leben umsonst lautet ein ähnlicher Glaubenssatz. Und dann fällt es uns natürlich schwer, so ein gewaltiges Geschenk von Gott einfach so anzunehmen. Man muss doch irgendetwas als Gegenleistung anbieten können. Das dachten sich schon die Menschen vor 2000 Jahren.

Und damit fing der ganze, verzeihen Sie mir diesen Ausdruck, religiöse Zirkus an und hat bis heute mächtig Fahrt aufgenommen. Man muss man mindestens einmal pro Woche in die Kirche gehen, dann muss man regelmäßig beichten gehen. Natürlich darf man sich nichts zuschulden kommen lassen. Und das ein oder andere Ehrenamt ist natürlich ein absolutes Muss. Und wehe, man macht das alles nicht, dann ist Ende mit Himmel!!!

Wenn ich nur an das religiöse Gekrampfe der Zeugen Jehovas denke, dann ist dort von der frohen Botschaft nichts mehr zu spüren. Lassen wir uns alle also nicht von Menschen ins Bockshorn jagen, die uns weismachen wollen, dass wir schließlich doch noch für unsere Erlösung den Preis bezahlen müssen.

Wenn wir einen der o.g. Preise bezahlen möchten, dann tun wir das ausschließlich aus Dankbarkeit für das, was Gott bereits für uns getan hat und nicht als Preis, den wir gefälligst zu bezahlen haben. Ich sage dies so deutlich, weil ich sehr viele Christen in meinem Leben kennengelernt habe, die ständig mit einem schlechten Gewissen unterwegs waren, weil sie mal wieder dies oder das an religiösen Handlungen vergessen hatten.

6. Tod und Leben

Das ist brutal, aber auch ganz simpel. Wer den Weg des Glaubens geht, also die Erlösungstat unseres Herrn im Glauben annimmt, der hat das ewige Leben. Er kommt nach seinem irdischen Tode in den Himmel. Wer sich demgegenüber verschließt und den Tod unseres Herrn nicht als Bezahlung für seine Sünden in Anspruch nimmt, der landet in der Hölle.

Die Entscheidung treffen wir übrigen hier auf Erden. Solange wir leben haben wir die Zeit, Ja zu Gott zu sagen. Aber bitte bedenken Sie: Keiner von uns weiß, wann denn sein letztes Stündlein auf diesem Planeten schlägt. Deshalb lieber heute als morgen den Weg himmelwärts antreten.

Von Skeptikern höre ich immer wieder folgendes: "Was soll denn das für ein Gott sein, der Menschen in die Hölle wirft ?" Liebe Gemeinde, Gott wirft keinen Menschen in die Hölle; diesen Weg gehen wir alle selber. Jeder Mensch auf Erden hat die Möglichkeit, den Himmel zu wählen; wer ihn indes nicht will, der landet halt in der Hölle. Und dies ganz und gar freiwillig.

Unser Leben auf Erden Richtung himmelwärts beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes: "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG 529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen tollen Start in die neue Woche.

Bleiben Sie wohl behütet
wünscht Ihnen Ihr

Ulrich Naber




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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Aug 15, 2016 9:19 pm

ePredigt vom 14.08.2016 (Apostelgeschichte 9, 1-9)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 12. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 9. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Bekehrung des Saulus

Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe. Als er aber auf dem Weg war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du ? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, aber sahen niemanden. Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht.


Liebe Gemeinde,

diesen biblischen Bericht kennen wir sicherlich alle. Auch wenn wir ihn schon unzählige Male gehört und gelesen haben, dann stecken doch hinter der Bekehrung des Saulus einige Fakten, die wir uns heute einmal genauer anschauen wollen.

1. Jesus, der Beschützer

Bei der Bekehrung des Saulus vergessen wir oft, dass diese Geschichte ja damit beginnt, dass Saulus eigentlich die Anhänger der neuen Lehre zu verfolgen beabsichtigte. Mit stattlichem Erfolg hatte er dies auch bereits getan. So war er auch bei der Steinigung des Stephanus zugegen gewesen und sicherlich hat er sich auch bei anderen Christenverfolgungen besonders hervorgetan.

Und dann hat er einen ganz großen Coup vor; er möchte gerne ganz rigoros gegen diese neue Sekte vorgehen und erbittet sich vom Hohenpriester eine Art Generalvollmacht, die ihn dazu ermächtigt, mit dieser neuen Sekte ein für alle Male aufzuräumen.

Doch da hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Auch wenn wir es manchmal nicht spüren und fühlen können; unser Herr ist stets in unserer Nähe. Das war er auch damals, als Saulus sich aufmachte, die Christen zu verfolgen. Genau in diesem Moment greift Jesus ein. In erster Linie geht es hier nicht um die Bekehrung des Saulus, in erster Linie geht es hier um den Schutz seiner Nachfolger.

Und da diesbezüglich eine konkrete Gefährdungslage vorlag, musste Jesus eingreifen, indem er Saulus vom Pferd holte und ihn mit Blindheit schlug. Saulus war als Feind der Christen also zunächst einmal kampfunfähig durch das Eingreifen unseres Herrn.

Liebe Gemeinde, wir mögen ja wirklich in wirren Zeiten leben, wo es um uns herum auf einmal gar nicht mehr so sicher zu sein scheint, wie wir es immer angenommen haben. Aber einer Sache dürfen wir ganz gewiss sein: Jesus beschützt die Seinen immer und überall. Egal, welcher Situation wir auch ausgesetzt zu sein scheinen, oder es tatsächlich auch sind, unser Herr ist immer eine Handbreit neben uns.

Das bedeutet, dass wir uns auch zu Zeiten, wo die Kanonen donnern, keine Sorgen machen müssen. Tiefer als in die Hände unseres Herrn können wir niemals fallen.

2. Der ganz persönliche Jesus

Wissen Sie, ich halte überhaupt nichts von Massenbekehrungen wie sie vielfach auch von namhaften Evangelisten durchgeführt werden. Wenn ich Berichte von Evangelisten höre, dass sich an einem Abend wieder einmal über 500 Menschen bekehrt haben, dann melde ich schon einmal meine fast immer berechtigten Zweifel an.

Wenn wir uns die Bekehrung des Saulus anschauen, dann hatte Jesus zunächst einmal seine Pläne durchkreuzt. Aber dann, dann sprach er ihn ganz persönlich an. Diese ganz persönliche Ansprache ist es, was meines Erachtens der Beginn der Bekehrung ist. Wenn wir als noch unentschlossene Zweifler den Herrn ganz einfach darum bitten, sich uns zuzuwenden, dann wird er dies auch 2000 Jahre nach der Bekehrung des Saulus auch bei uns tun.

Das muss ja nicht so dramatisch sein, wie bei Saulus. Aber die ganz persönliche Ansprache unseres Herrn kann ganz konkret auch einmal damit beginnen, das er all unsere Pläne durchkreuzt. Wie oft haben wir einfach keine Zeit für die Bibel, für das Gebet und ganz allgemein keine Zeit für Gott. Und dann kann es schon einmal so kommen, dass uns unser Herr auf ziemlich brutale Art und Weise diese Zeit schenkt.

Ein ziemlich karriereorientierter und überaus gottloser Cousin von mir erfuhr dies kurz vor dem Höhepunkt seiner Karriere. Ausgestattet mit einem 1A-Diplom war er bei einer großen Unternehmensberatungsgesellschaft für die Kostenoptimierung im Personalbereich der zu beratenden Unternehmen zuständig. Er war also, um es ganz einfach auszudrücken, dafür verantwortlich, dass Leute entlassen wurden, damit Unternehmen noch mehr Gewinne machen können.

Eines Tages ging es ihm nicht gut und er ging, da die Arztpraxen bereits geschlossen hatten, direkt in die Klinik. Dort stelle man ein Aortenaneurysma fest, welches, wenn er nicht innerhalb von einer halben Stunde operiert worden wäre, unweigerlich zu seinem Tode geführt hätte. Wochenlang musste er in der Klinik verweilen, weil sich auch noch die ein und andere Infektion dazugesellte. Aber er hatte auf einmal Zeit um über sich und das Leben nachzudenken. Initialisiert durch einen ganz tollen Krankenhausseelsorger kam er auf diesem Umweg zum Glauben.

Er ist heute immer noch Unternehmensberater aber mit umgekehrten Vorzeichen. Heute versucht er, Firmen und Arbeitsplätze zu retten. Natürlich ist er auch heute noch kein Heiliger, aber die Vorzeichen in seinem Leben haben sich geändert. Wo vorher die Dollarzeichen standen steht heute das Kreuz.

3. Der Auftrag von Jesus

Mit der Bekehrung, wie wir es bei Saulus gesehen haben, war es ja nicht getan. Jesus hätte ja auch sagen können: "Lass die Verfolgerei und bekehr Dich und dann halt Dich ein wenig zurück mit der Christenverfolgung". Das hat er aber nicht getan.

Zunächst hat er Saulus bereit gemacht für das, was er mit ihm vorhatte. Wie bei meinem Cousin, wurde Saulus außer Gefecht gesetzt. Und dann kam der Neubeginn.

Und so ist auch unsere Bekehrung nicht das Ende unseres Christenweges, sondern erst der Beginn. Es ist vollkommen richtig, dass wir mit unserer Bekehrung quasi die Eintrittskarte für den Himmel ganz fest in Händen halten. Diese kann uns niemand mehr abnehmen. Wir müssen auch gar nichts mehr dafür leisten, dass wir in den Himmel kommen.

Aber unser Herr möchte, dass wir an dem Aufbau seines Reiches mit all unseren Kräften mitwirken. Und wie soll das gehen? Liebe Gemeinde, dem Saulus wurde ein erfahrener Christ an die Seite gestellt, der ihm ganz genau sagte, was denn unser Herr für einen Auftrag für ihn hat. Das zeigt uns, dass auch wir nicht getragen von blindem Eifer, einfach losrennen sollen um das Reich Gottes zu bauen. Auch wir sollen darauf hören, was denn genau unser Herr von uns ganz persönlich erwartet.

Dies erfahren wir zum Beispiel im Gebet. Es kann auch sein, dass uns Jesus Menschen an die Seite stellt, die uns sagen und zeigen, was wir machen sollen. Oder aber wir werden ganz unvermittelt in eine Situation hineingestellt, die unser christliches Handeln sofort auf der Stelle erforderlich macht.

Sprechen wir doch mit unserem Herrn und bitten ihn, dass er uns so leiten möge, wie seinen Jünger Saulus geleitet hat und er uns zur rechten Zeit die rechte Aufgabe aufträgt. Und nur so nebenbei bemerkt: Wir müssen keine Angst haben, dass wir diesen Aufträgen nicht gewachsen sein könnten. Wenn uns Jesus beauftragt, dann bekommen wir auch die Befähigung dazu, diese Aufgabe in seinem Sinne zu erledigen. Fangen wir also gleich an.

Möge uns dabei der erste Vers des Liedes von Salomo Liscow "In Gottes Namen fang ich an..." (EG 494) ein täglicher Begleiter sein. Dieser Vers lautet, wie folgt:

In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.
Was man im Namen Gottes tut, ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen guten Start in die neue Woche und dass die Hand des Herrn Sie stets behüten möge.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Aug 21, 2016 6:10 pm

ePredigt vom 21.08.2016 (1. Johannes 4, 7-12)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 13. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Johannesbrief, Kapitel 4, die Verse 7-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Liebe Gottes und die Liebe zum Bruder

Ihr Lieben, lasst uns einander liebhaben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe: Nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.


Liebe Gemeinde,

vom "Lieben Gott" wird ja landauf und landab immer wieder gerne geredet. Hauptsächlich geht es dann darum, dass die Menschen ihn einen guten Mann sein lassen wollen. Das ist natürlich weitab von dem, was Gott wirklich auszeichnet. Aber was zeichnet Gott eigentlich ganz besonders aus ? Es ist seine einzigartige Liebe. Lassen Sie uns heute Morgen einmal gemeinsam darüber nachdenken was denn so besonders an der Liebe Gottes ist.

1. Die VOR Liebe Gottes

Bevor wir überhaupt in der Lage sind, Liebe in was für einer Form auch immer auszudrücken, hat Gott uns bereits geliebt. Wir können seine Liebe immer nur demutsvoll erwidern. Als wir auf diese Welt kamen, hat er uns schon geliebt.

Das bedeutet, dass wir gar nichts, aber auch rein gar nichts dafür tun können, dass dieser große Gott uns liebt. Denken wir nur einmal an unsere Familien. Wir alle wurden ja in Familien hineingeboren. Als wir geboren wurden, wurden wir schon geliebt, obwohl wir gar nichts dazu beigetragen hatten. Selbst die Geburtswehen, deren Schmerzintensität es mir als Mann natürlich nicht zusteht zu beurteilen, selbst die Geburtswehen konnten unsere Mütter nicht davon abhalten, uns zu lieben.

Uns, die wir diese Liebe erfahren haben, ist es natürlich ein Bedürfnis, diese Liebe in unseren eigenen Familien weiter zu geben. Aber, wir müssen diese Liebe erst lernen, von uns aus sind wir nämlich gar nicht zu dieser Liebe fähig.

Erst durch die Liebe Gottes zu uns können wir lernen, diese Liebe zu erwidern. Erst wenn wir uns dieser Liebe vollkommen hingeben und sie an uns bewusst geschehen lassen, können wir diese unermessliche Tiefe dieser Liebe spüren, fühlen und sie auch erleben. Für die Skeptiker, die es nicht somit Gefühlen haben, ein kleiner Tipp: Gott hat uns allen einen Liebesbrief geschrieben. Diesen Liebesbrief sollten wir immer wieder zur Hand nahmen und darin studieren, wie Gott seine Menschen geliebt hat und immer noch liebt. Dieser Liebesbrief hat anstelle einer Anrede eine Überschrift und diese heißt: Die Bibel.

Wenn wir uns diesen Liebensbrief zur Hand nehmen, werden wir erfahren, was diese Liebe Gottes in vielen Menschen, die vor uns gelebt haben nicht alles bewirkt hat. Diese Liebe gab Ihnen erst die Kraft für ihren von Liebe getragenen Dienst. Nutzen wir doch auch diese immer noch sprudelnde Kraftquelle der Liebe und lassen wir uns immer wieder für unseren Dienst auftanken mit der Liebe Gottes.

2. Gott ist die Liebe

Das klingt nun zugegebenermaßen ein wenig abgedroschen. Dieses Zitat wurde so häufig verwendet, dass man es einfach weitersagt und so gar nicht mehr hinterfragt, was es denn eigentlich bedeutet. Heißt das, dass Gott alles gut und richtig heißt, was wir auf Erden unternehmen. Oder wie ein bekannter Evangelist einmal sagte, wir würden uns so benehmen, als stünden die vier Buchstaben G.O.T.T. für die Worte "Guter Opa Total Taub".

Das trifft es sicherlich nicht, wenn wir sagen, dass Gott die Liebe ist. Wenn wir jemanden von ganzem Herzen lieben, dann ist dies eine Eigenschaft von uns. Aber eben nur EINE Eigenschaft von uns unter vielen anderen.

Gott kennt und hat nur eine Eigenschaft, nämlich die Eigenschaft der Liebe. Und darum ist Gott auch die Liebe und nichts als die Liebe. Die alten Ausleger gehen sogar so weit, dass sie sagen: Gott hat den Menschen nur deswegen erschaffen, weil er ein Gegenüber braucht, dem er seine Liebe schenken kann.

Denken Sie einmal darüber nach, was dass ganz genau für Sie hier und heute bedeutet. Der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, der hat auch ganz persönlich dafür gesorgt, dass Sie heute hier sitzen. Er hat das gemacht, weil er genau Sie braucht, um Sie mit seiner überströmenden Liebe zu überschütten.

Das können wir uns nicht ver- oder gar erdienen. Das können wir nur an uns geschehen lassen und Gott immer wieder ein Danke zurufen.

Selbst wenn wir uns von Gott entfernen, hört er nicht auf, uns zu lieben. Denken wir nur an das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Selbst in der Gottesferne hatte Gott ihn nicht aufgegeben. Sobald er den Wege zurück antreten wollte, lief ihm Gott entgegen, nahmen ihn in seine Arme und hieß ihn herzlich willkommen zurück zu Hause.

Wenn Gott so unendlich liebt, wie können wir es dann noch wagen über einen Menschen den Stab zu brechen. Denken wir einmal in aller Ruhe darüber nach.

3. Die sichtbare Liebe Gottes

Zugegeben, bisher war alles ein wenig theoretisch. Es war viel Gefühl dabei. Es gibt auch einen Liebesbrief Gottes. Aber das alles könnte doch auch gefälscht sein. Um diesem Argument den Boden zu entziehen, lassen Sie uns noch kurz über die sichtbare Liebe Gottes sprechen.

Vor rund 2000 Jahren kam Gott höchstpersönlich in Jesus auf diese Welt. Und zwar so real, wie wir heute beieinandersitzen und uns in die Augen schauen können. Zweifeln Sie eigentlich daran, dass Julius Cäsar gelebt hat ? Natürlich nicht. Es gibt ja genügend historische Beweise, die dies belegen.

Wussten Sie, dass es hundertfach mehr Beweise für das Leben und Sterben Jesu gibt ? In der Tat, es gibt sie. Lesen Sie diese solch einmal in der Bibel nach. Selbst außerbiblische Historiker der damaligen Zeit bestätigen ausdrücklich, dass es einen Jesus gab, der auf die Welt kam und gekreuzigt und begraben wurde und wieder auferstanden ist. Seit Gott selber auf die Welt gekommen ist, ist die Gottesleugnung eigentlich nur noch Dummheit oder böser Wille. Eine andere Erklärung gibt es schlicht und ergreifend dafür nicht.

Über die Erlösungstat Gottes haben wir uns schon oftmals unterhalten. Gehen wir doch noch kurz dem Sinn seines Lebens auf Erden nach. In all dem, was er tat und sagte, zeigt uns Jesus, wie Gott in das Leben der Menschen eingreifen kann.

In zahlreichen Gleichnissen wird uns dieses wundersame Wirken Gottes vor Augen geführt. In allem, was wir von Jesus erfahren, geht es letztendlich immer darum, wie auch die Gemeinschaft unter uns Menschen gelingen kann. Wenn wir noch einmal das Gleichnis vom verlorenen Sohn bemühen, dann zeigt uns dies auch, dass auch wir selbst dann noch lieben sollen, wenn sich jemand von uns und unserer Liebe und Fürsorge entfernt. Auch bei uns soll und darf der Hass deswegen keinen Raum gewinnen.

Wenn wir Jesus in unser Leben einladen, dann wird er derart in uns wirken, dass die vergebende Liebe Gottes zu unserem täglichen Handwerkszeug wird. Und diese Liebe weiterzugeben, dies ist auch unsere Bestimmung hier auf Erden. Wenn wir diese Liebe so weitergeben, wie Jesus sie uns vorgelebt hat, dann machen wir insbesondere die Menschen auf Jesus neugierig, die ihn in dieser Form noch nicht kennen.

Und wer erst einmal sein Herz für Jesus einen Spalt breit geöffnet hat, in dem kann Gott Wohnung nehmen. Und so breitet sich die Liebe Gottes immer weiter aus. Gott möchte nämlich, das alle Menschen errettet werden und dass kein Mensch verlorengeht. Gott möchte, dass alle Menschen mit ihm zusammen die Ewigkeit verbringen also auf immer und ewig an einer Seite sind. Lassen wir uns doch von diesem liebenden Gott zu diesem Liebesdienst gebrauchen.

Diese unendliche Liebe Gottes zu uns beschreibt der Liederdichter Johann Scheffler sehr schön in dem Lied "Liebe, die du mich zum Bilde..." (EG 401), dessen erster Vers lautet, wie folgt:

Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht,
Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht:
Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine ganz tolle Sommerwoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Aug 28, 2016 7:04 pm

ePredigt vom 27.08.2016 (Römer 8, 14-17)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 14. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 8. Kapitel des Briefes von Paulus an die Römer, die Verse 14-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtische Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater ! Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.

Liebe Gemeinde,

viele Menschen sind ja der Überzeugung, dass sie möglichst viel für unseren Herrn tun müssen, um auch ja von ihm anerkannt zu werden. Als Gottesknechte sind sie permanent in Amt und Würden unterwegs um auch ja nichts falsch zu machen. Und irgendwann werden sie dann zu dem, was Gott überhaupt nicht möchte, nämlich zu total frustrierten Heiligen. Das ist übrigens keine neuzeitliche Entwicklung der Postmoderne, das gab es schon zu Paulus Zeiten. Daher hat Paulus diese Menschen auch darauf hingewiesen, dass sie eben nicht den Geist der Knechtschaft sondern den kindlichen Geist empfangen haben.

Lassen Sie uns heute Morgen einmal ein wenig näher betrachten, wo denn der Unterschied liegt zwischen einem Gottesknecht und einem Gotteskind.

1. Das Arbeitsverhältnis

Jeder Knecht ist ein ganz normaler Arbeitnehmer. Nur wenn er seiner Arbeitsleistung auch nachkommt, erhält er auch allmonatlich seinen gerechten Lohn. Er MUSS also seinem Herrn dienen, um auch von ihm entlohnt zu werden.

Ganz anders sieht dies bei einem Kind des Hauses aus. Ein Kind darf allezeit im Vaterhaus leben und all das benutzen, was auch dem Vater gehört. Ein Kind wird natürlich nicht zur Arbeit gezwungen wie ein Knecht. Natürlich freut sich der Vater, wenn sich das Kind im Hause nützlich macht, aber eine bestimmte Pflicht hat das Kind dabei nicht zu erfüllen.

Ein Kind des Hauses soll als erstes einmal in seiner Eigenschaft als Kind voll und ganz aufgehen. So ist dies auch bei uns Christen. In erster Linie sind wir einmal Kinder unseres himmlischen Vaters. In dieser Eigenschaft sollen wir vollkommen aufgehen. Täglich sollen wir uns bewusst werden, dass wir eben keine Vertragsknechte Gottes sind, sondern seine geliebten Kinder.

2. Das Familienverhältnis

Wir hatten es ja gerade schon angedeutet. Ein Knecht gehört meist nicht zur Familie. Meist wohnt er auch in einem separaten Gesindehaus und hat bis auf seine Dienstverrichtung herzlich wenig mit dem Hausherren zu tun.

Wie anders geht es uns da doch da als Kinder Gottes. Wir sind ein selbstverständlicher Teil der Familie. Während der Knecht demutsvoll von seinem Herrn in die Knie gehen muss, dürfen wir unseren himmlischen Vater sogar mit dem Kosewort Abba anreden. Heute würde man sagen "Papa" oder "Paps".

Ja, liebe Gemeinde, wir haben richtig gehört, so dürfen und sollen wir unseren himmlischen Vater anreden. Ganz vertraut, so wie unsere Kinder uns anreden. Alles, was unserem Vater im Himmel gehört, das gehört uns schon hier und heute ein Stück weit mit.

Natürlich hat der Hausherr gegenüber seinen Dienstbefohlenen auch eine gewisse Fürsorgepflicht, wie sie jeder Arbeitgeber auch heutzutage noch hat. Wir als Kinder unseres himmlischen Vaters stehen auch in dieser Beziehung ganz anders da, als die Knechte. Für seine geliebten Kinder hat unser Vater nämlich eine permanente Liebespflicht übernommen. Wir dürfen sicher sein, dass egal, was andere Menschen auch über uns denken, er uns indes immer der liebende Vater bleibt.

Wenn wir Sorgen haben, traurig sind oder manchmal gar nicht mehr weiterwissen, dann möchte er uns stets eine Hilfe auf allen unseren Wegen sein. Mit allem, was uns bedrückt dürfen wir jederzeit vor ihn treten und ihn um seine Hilfe bitten.

Jetzt kommt noch ein entscheidender Unterschied zum Knecht. Wenn der Knecht seine Arbeit nicht ordentlich versieht, dann wird er in aller Regel abgemahnt. Kommt er weiterhin seiner Tätigkeit nicht in der Art und Weise nach, die sein Herr von ihm erwartet, dann kann es ihm passieren, dass er hinausgeworfen wird.

Das kann uns als Kindern Gottes niemals widerfahren. Egal, was wir auch verbocken, egal wie oft wir mal wieder der Sünde nachgeben; die Liebe des himmlischen Vaters zu uns ist und bleibt grenzenlos. Er wird uns niemals hinauswerfen; er hindert uns aber auch nicht, wenn wir gehen wollen. Bei allem Bockmist, den wir verzapfen reicht eine ehrliche Entschuldigung aus und alles ist vergeben und vergessen.

3. Die Zeit

Knechte altern nun einmal. Und irgendwann können sie den ihnen gestellten Aufgaben nicht mehr gerecht werden. In aller Regel verlassen sie dann das Herrenhaus und ziehen sich auf ihren Ruhesitz zurück. Meist endet dann auch der Kontakt zum Hausherrn. Es war eben nur ein Dienstverhältnis auf Zeit.

Als Kinder Gottes sieht unsere Situation da weitaus komfortabler aus. Anstelle eines Dienstverhältnisses auf Zeit haben wir zu unserem himmlischen Vater eine Liebesverhältnis auf Ewigkeit. Ein Liebesverhältnis das niemals aufhört.

Unser Vater liebt uns in der Blüte unseres Lebens, wenn wir getrieben von seiner Liebe zu uns in unseren Diensten voll und ganz aufgehen. Aber er liebt uns ganz besonders auch im Alter, wenn wir vielleicht so rein gar nichts mehr vorzuweisen haben, was wir für ihn tun können. Er liebt uns stets und immer gleich. Nicht mal weniger und mal mehr. Wir sind und bleiben seine geliebten Kinder.

Irgendwann einmal müssen wir uns auch nicht auf unseren bescheidenen Ruhesitz zurückziehen. Irgendwann einmal, wenn unser irdisches Leben endet, holt uns der Vater, der uns schon zu Lebzeiten über alles liebte heim in sein Reich.

Das hat auch rein gar nichts damit zu tun, dass wir vielleicht besser sind als ein Knecht. Die angenommene Kindschaft ist das, was uns von einem Knecht unterscheidet. Als Kinder Gottes sind wir nicht besser, aber besser dran.

Wenn wir aus dieser Bestimmung heraus leben, dann wirkt sich das auch schon auf unser Leben auf Erden aus. Wir müssen nicht krampfhaft versuchen, wertvoll vor Gott zu erscheinen indem wir mehr und noch mehr und noch mehr für ihn leisten. Als Kinder haben wir unseren Lohn schon erhalten, nämlich das ewige Leben welches Gott für all seine geliebten Kinder bereithält. Wir müssen uns auch keine Sorgen machen, dass Gott uns seine Liebe entzieht. Seine Liebe bleibt ewiglich. Und da uns unser Vater derart liebt dürfen wir auch schon hier auf Erden darauf vertrauen, dass ER uns immer führen leiten und begleiten wird, egal wohin die Reise auch gehen mag.

Und getragen von dieser göttlichen Liebe können wir auch den nicht ganz so schönen Stunden unseres Lebens ganz getrost entgegensehen.

Möge uns dabei der Kehrvers des Liedes von Dietrich Bonhoeffer "Von guten Mächten ....." (EG 652) stets ein kraftspendender Begleiter sein. Dieser lautet kurz und prägnant, wie folgt:

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Sep 04, 2016 4:45 pm

ePredigt vom 03.09.2016 (1. Petrus 5, 5-11)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem 15. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 5, die Verse 5-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Desgleichen, ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch. Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. Ihm sei die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit ! Amen.

Liebe Gemeinde,

nachdem Jesus für unsere Sünden an unserer Stelle gestorben war, also der Weg für uns zu Gott wieder frei geworden war, gründeten sich rasch die ersten Gemeinden. Damals war alles noch nicht so strukturiert, wie wir es heute kennen. Es gab noch keinen Pfarrgemeinderat, Presbyterien und Älteste, die maßgeblich an der Gemeindeordnung beteiligt waren. Und so ging es schon ein wenig ungeordnet her in diesen ersten Gemeinden. Das ist ja auch nicht weiter schlimm, aber ein paar Essentials duften einfach nicht aus den Augen verloren werden. Schauen wir uns doch heute Morgen einmal diese Basics gemeinsam an.

1. Hochmut und Demut

Hochmut ist ein Begriff, der in unserem Sprachgebrauch kaum noch Verwendung findet. Im Urtext setzt sich dieser Begriff aus zwei Wörtern zusammen, nämlich dem Begriff "Hyper", welcher mit "Über" übersetzt werden kann und dem Begriff "phaino", welcher mit "erscheinen" übersetzt werden kann.

Hochmütig ist also ein Mensch, der sich von sich aus über andere stellt und dadurch mehr erscheinen und darstellen will als die unter ihm befindlichen Menschen. In der damaligen Zeit waren einige Menschen schon ein wenig vertrauter mit der frohen Botschaft, andere hingegen noch jung im Glauben besaßen daher eher wenige Kenntnisse über die frohe Botschaft. Und so passierte es, dass die Glaubensprofis sich schnell als etwas Besseres fühlten als die Glaubensneulinge. Was liegt also näher, als dass sie sich über die Neuchristen stellten.

Dieses Problem, liebe Gemeinde, ist keineswegs auf das Urchristentum beschränkt. Wir finden es immer wieder auch in unseren Gemeinden. Wie oft geschieht es, dass ein christliches Amt oder Ehrenamt auch dazu benutzt wird, sich über die anderen Gemeindemitglieder zu stellen. Und das ist genau der Punkt, wo Petrus eingreift und erklärt: Gott widersteht den Hochmütigen. Das heißt natürlich nicht, dass Gott kein Ehrenamt und keine wie auch immer geordnete Ordnung der Gemeinden will. Das besagt nur, dass wir, die wir ein Amt oder Ehrenamt ausüben uns nicht damit vor den Menschen brüsten oder gar hervortun sollen. Wenn wir ein Amt oder Ehrenamt bekleiden, dann sollen wir es zu Gottes Ehre mit Leben füllen und nicht zu unserer Ehre.

Und wie macht man das ? Mit Demut. Auch wieder ein Begriff, den wir heute so gar nicht mehr kennen. Demut heißt, dass wir uns selber richtig einschätzen. Wenn wir uns selber richtig vor Gott einschätzen, dann sind wir genau so klein und nichtig und sündig und böse, genau wie der Christ, der gerade erst zum Glauben gekommen ist. Nichts, aber auch rein gar nichts berechtigt uns also, uns über jemanden anders zu stellen.

Demut heißt aber auch, dass es mir daran gelegen sein muss, dass allen Menschen geholfen wird. Wenn selbst mir als sündiger, böser Mensch Gnade geschenkt wird, um wie viel mehr möchte Gott diese Gnade auch allen meinen Mitmenschen schenken. Das allein gilt es weiterzugeben.

2. Alle Sorgen werft auf ihn

Es ist schon erstaunlich, liebe Gemeinde, viele Menschen glauben felsenfest daran, dass Gott die Welt erschaffen hat, aber sie haben enorme Schwierigkeiten zu glauben, dass Gott sich auch um einen jeden einzelnen, den er schließlich geschaffen hat, persönlich kümmert.

Das ist manchmal ja auch ganz schön praktisch. Gott kümmert sich um das große Ganze und ich kann mich schön vor ihm verstecken. So ist es aber nicht. Gott sieht nämlich alles. Das soll auch nicht als Drohung verstanden werden, wie es leider oftmals gemacht wird. Das soll ein Trost sein.

Gott, der auch mich und dich geschaffen hat, der lässt uns doch nicht allein im Regen stehen. Egal, was auch gerade passiert, dieser allmächtige Gott möchte alles mit uns teilen. Er möchte an all unseren Freuden teilnehmen, indem er sich mit uns freut. Aber er möchte auch nicht, dass wir von Sorgen geplagt depressiv durch die Welt laufen.

Sie kennen wahrscheinlich alle diese ominösen Erfolgsratgeber, die Regal für Regal die Buchhandlungen füllen und manchmal weggehen, wie die berühmten warmen Semmeln. Sie alle versprechen uns den Königsweg zum glücklichen und erfüllten Leben. Und dabei braucht man nur ein Neues Testament in die Hand zu nehmen und hätte das Erfolgsgeheimnis für ein gelingendes Leben direkt in den Händen.

Erfolgreich und zufrieden leben kann nämlich jeder, der seine Sorgen und Nöte Gott überträgt. Er darf gewiss sein, dass Gott sich auch direkt darum kümmert. Viele Menschen machen dies und haben, weil Gott vielleicht doch nicht so viel Zeit hat, gleich den Königsweg einer Lösung mit parat. Man weiß ja selbst, was am besten für einen ist. Das, liebe Gemeinde, funktioniert natürlich nicht.

Ich darf Gott all meine Probleme und Sorgen übertragen und ihn im Gebet bitten sich dieser auch anzunehmen. Wie er das dann macht, das muss und darf ich getrost meinem Herrn im Himmel überlassen. Egal, was er macht, er macht genau das, was genau richtig für mich ist.

Ich glaube, wir alle müssen uns immer mal wieder an die Aufforderung "Alle Sorgen werft auf ihn" erinnern. Und dann müssen wir auch noch etwas mitbringen, nämlich Zeit. Gott kümmert sich um all unsere Sorgen, den rechten Zeitpunkt hingegen den bestimmt nur ER allein. In der heutigen Zeit muss ja immer alles schon vorgestern erledigt worden sein. Bei Gott müssen wir uns hingegen darauf einstellen, dass es auch mal übermorgen sein kann.

3. Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe

Das klingt auf den ersten Blick viel dramatischer, als es in Wirklichkeit ist. Natürlich läuft der Teufel noch umher. Aber das Brüllen zeigt, dass er verletzt ist. Petrus will uns also keine Angst machen, er will uns beruhigen. Der Teufel ist angezählt wie ein Boxer kurz vor dem endgültigen KO. So ein Boxer schlägt meist unkontrolliert um sich und versucht irgendwas oder irgendjemanden zu treffen. Wer sich ihm ausliefert, der hat natürlich verloren. Aber ein taktisch kluger Gegner wird ihm einfach aus dem Weg gehen und warten bis er mit seinen Kräften am Ende ist.

Auch wenn des Teufels Macht besiegt ist, so sollen wir trotzdem Obacht haben, dass wir uns ihm nicht entgegenstellen. Nur dann kann er uns nämlich noch gefährlich werden. Wenn wir uns von ihm und seinen Versuchungen fernhalten, dann sind wir immer auf der sicheren Seite.

Und selbst wenn wir aus eigenem Verschulden dem Teufel und seiner Macht zu nahe gekommen sind, finden wir die Hilfe bei unserem Herrn. Aber so weit müssen wir es ja gar nicht erst kommen lassen. Auch hier gilt: Gefahr erkannt Gefahr gebannt.

Üben wir uns doch alle wieder in der Demut, lassen Sie uns all unsere Sorgen aif IHN werfen und treten wir dem Teufel nicht ungeschützt entgegen, sondern halten ihm unseren Glauben entgegen. Dann sind wir von der Herrlichkeit die uns in Christus erwartet, wahrlich nicht mehr weit entfernt.

Dann können wir auch fröhlich in den dritten Vers des Liedes "Vertraut den neuen Wegen" (EG 395) von Klaus Peter Hertzsch einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt !
Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Sep 11, 2016 4:26 pm

ePredigt vom 11.09.2016 (2. Timotheus 1, 7-10)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 16. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Timotheus, Kapitel 1, die Verse 7-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserem Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes. Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.

Liebe Gemeinde,

einige unter uns können sich sicherlich an die Starwars-Filme erinnern und den Abschiedsgruß der Jedi: "Möge die Macht mit dir sein." Einen ähnlichen Gruß sehen wir in unserem heutigen Predigttext, welcher in einer anderen Übersetzung lautet: "Möge die Kraft Gottes mit dir sein."

Wer mich ein wenig näher kennt, der weiß, dass ich derartige Allgemeinplätze nicht besonders mag, sondern eher das Konkrete vorziehe. Wenn also die Kraft Gottes mit mir sein möge, dann möchte ich schon gern wissen, woraus denn genau diese Kraft besteht und woraus nicht. Unser heutiger Predigttext beantwortet uns auch genau diese Frage. Gehen wir der Antwort doch einmal etwas näher auf den Grund.

1. Die Kraft der Liebe

Das Wort Liebe kann sowohl mit "eros" aber auch mit "agape" übersetzt werden. Über eros und dessen Bedeutung müssen wir uns sicherlich nicht lange unterhalten. Bei agape sieht dies schon etwas anders aus.

Wenn Gott uns die Kraft der Agape geschenkt hat, dann handelt es sich eben nicht um menschliche Liebe, sondern um die von Gott inspirierte uneigennützige Liebe. Diese Kraft der uneigennützigen Liebe weist gegenüber der menschlichen Liebe einige Besonderheiten auf.

Agape ist voll schenkender Güte. Wenn ich etwas verschenke, dann gebe ich dies gern und erwarte auch keine Gegenleistung. Wenn ich also meinen Mitmenschen Güte zuteil werden lasse, dann erwarte ich nicht, dass ich genau diese Güte wieder zurückerhalte. Agape schenkt bedingungslos und erwartet nichts vom anderen als Gegenleistung. Die Kraft der Agape äußert sich auch in der gegenseitgen Treue.

Gegenseitige Treue bedeutet zum einen meine Treue gegenüber Gott. Dass wir Gott treu sind, das ist doch selbstverständlich. Oder etwa nicht ? Schauen wir doch nur einmal auf all die kleinen und großen Verführungen, welche uns von dieser Treue abhalten möchten. Wie schnell sind wir geneigt, diesen Versuchungen nachzugeben. Da ist es dann schon gut zu wissen, das Gott uns mit Agape genau diese Kraft der Treue zu ihm geschenkt hat, die wir benötigen, um nicht gleich jeder Versuchung nachzugeben.

Die Kraft der Agape ist aber auch die Kraft der Treue gegenüber meinen Mitmenschen. Genau diese Agape gibt mir die Kraft nicht nur Gott, sondern auch meinen Mitmenschen gegenüber treu zu sein. Und zwar auch dann, wenn diese es nach menschlichem Ermessen eben gerade nicht verdient haben. Wenn diese Menschen vielleicht genau das Gegenteil von Agape verdient hätten, dann gibt mir Gott gerade die Kraft, dieses Reaktionsmuster zu unterbrechen.

Die Kraft der Agape ist auch die Kraft der Barmherzigkeit und der Gnade. Wir leben ja in einer Zeit die nach dem Motto "Wie du mir so ich dir" geprägt ist. Agape hilft uns auch hier, dort barmherzig zu reagieren, wo eigentlich Rache angesagt wäre. Barmherzigkeit und Gnade sind ja Begriffe, die uns Christen immer mal wieder um die Ohren gehauen werden im Zusammenhang mit dem Begriff "Weicheier".

Genau das sind wir Christen allerdings nicht. Barmherzigkeit und Gnade heißt eben nicht das berühmte "Schwamm drüber". Barmherzigkeit heißt im Prinzip nur: "Das, was du mir angetan hast, von dem steckt auch ein Teil in mir. Und weil mir verziehen wurden ist, verzeihe ich dir auch." Wenn ich mein vermeintliches Recht durchsetzen würde, dann müsste ich mich selber auch richten. Weil mir Barmherzigkeit wiederfahren ist, kann ich dies in Form der Gnade auch an meine Mitmenschen weitergeben. Gnade heißt nicht alles und jedes zu tolerieren oder zu akzeptieren, was uns unsere Mitmenschen antun. Gnade vor Recht ergehen lassen bedeutet, dass der andere genau weiß, was er getan hat, und dies zutiefst bereut. Die Kraft der Agape bedeckt meine Wut, wenn wir so wollen, mit der göttlichen Liebe.

2. Die Kraft der Besonnenheit

Liebe Gemeinde, hiermit ist die Kraft des Heiligen Geistes gemeint. Mit dem heiligen Geist ist Gott bei uns eingezogen. Dieser Heilige Geist führt und leitet uns unser ganzes Leben lang. Er zeigt uns genau, was wir tun oder aber besser lassen sollten.

Das setzt natürlich voraus, dass wir auch auf ihn hören. Jeder von uns kann die Stimme des Heiligen Geistes mit dem Lärm des Alltages übertönen. Gott zwängt sich bekanntermaßen keinem auf. Nehmen wir einmal an, wir hätten einen guten Freund, von dem wir wüssten, dass er uns in allen unseren Lebenslagen stets und immer richtig berät. Ich glaube, jeder von uns wäre gut beraten, diese Freundschaft auch entsprechend zu pflegen.

Das schöne ist, dass wir diesen besten Freund in Form des Heiligen Geistes bereits besitzen. Wir sollten nun auch dies Freundschaft pflegen. Und wie pflegt man eine Freundschaft? Nun, zum Beispiel indem man mit dem Freund regelmäßig redet. Nicht nur mal so eben zwischen Tür und Angel. Nein, jeden Tag ganz ausführlich. Und dann wäre es natürlich auch dienlich, wenn man die guten Ratschläge des Freundes auch beherzigt. Niemand würde dauerhaft unser Freund sein wollen, wenn wir seine Ratschläge immer in den Wind schlagen würden.

Die Kraft des Heiligen Geistes versetzt uns also in die Lage, das jeweils beste Verhalten zu erkennen. Das ist das eine. Der Heilige Geist versetzt uns auch in die Lage, dies unseren Mitmenschen weiter zu geben. Notfalls auch mit Worten, aber viel besser geht dies mit Taten.

3. Keine Furcht

Von den soeben beschriebenen Kräften dürfen wir unser Leben lang zehren. Wissen Sie, was das schönste daran ist? Feigheit, Ängstlichkeit und Furchtsamkeit gehören in dem Moment der Vergangenheit an, wo wir uns auf diese Kräfte berufen mit denen uns unser Herr ausgestattet hat.

Natürlich kommen wir alle immer wieder in Situationen die uns Sorgen bereiten oder gar Angst machen. Genau in diesen Situationen sollen wir uns aber immer wieder daran erinnern, dass uns Gott nicht den Geist der Furcht, sondern die Kraft der Liebe und der Besonnenheit gegeben hat.

Darum trage ich diesen ersten Satz unseres Predigttextes nicht nur im Herzen, sondern er befindet sich überall als Memo, wo ich mich für gewöhnlich aufzuhalten pflege. Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung nur sagen, dass dies sehr hilfreich ist.

Probieren Sie es doch einfach einmal selber aus.

Wenn wir uns dies immer wieder in unser Gedächtnis rufen, dann können wir frohen Mutes in den 5. Vers des Liedes "Jesus lebt, mit ihm auch ich!" (EG 115) von Chrsitian Fürchtegott Gellert einstimmen, der da lautet, we folgt:

Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche unter der festen Gewissheit dass die Kraft der Liebe und der Besonnenheit immer in uns wohnt.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Sep 18, 2016 5:36 pm

ePredigt vom 18.09.2016 (Römer 10, 9-17)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 17. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 10. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 9-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Denn wenn du mit dem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekannt, so wird man gerettet. Denn die Schrift spricht (Jesaja28,16): "Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden." Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Denn "Wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden" (Joel 3,5). Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht (Jesaja 52,7): "Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen." Aber nicht alle sind dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht (Jesaja 53,1): " Herr, wer glaubt unserm Predigen?" So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.

Liebe Gemeinde,

nehmen wir einmal an, Sie machen eine Kreuzfahrt. Auf einmal gerät Ihr Schiff in Seenot. Wohlgeordnet gilt es nun, das Schiff zu verlassen und in die bereitstehenden Rettungsboote zu steigen. Können Sie sich jemanden vorstellen, der genau jetzt sagt: "Nein, jetzt noch nicht, ich möchte erst noch das Galadinner genießen. Später vielleicht." So jemanden würden wir doch wohl alle als "vollkommen neben der Spur" bezeichnen.

Aber verfahren nicht viele Menschen in Glaubensdingen genauso ? Hier auf Erden legen wir unsere Weichen in Richtung Himmel oder Hölle. Und was sagen viele Menschen? Jetzt noch nicht, später einmal, wenn eine gelegenere Zeit kommt. Das dumme ist nur, dass wir ja gar nicht wissen, wann Gott uns in die Ewigkeit abberuft. Es kann gut sein, dass in der nächsten Woche schon einige von uns im Himmel sind, ohne dass wir dies heute erahnen können.

Also stellt sich doch jedem die drängende Frage: Wie komme ich ganz sicher in den Himmel? Und genau darauf gibt unser heutiger Predigttext uns die passende Antwort. Lassen Sie uns diese Antwort heute Morgen einmal gemeinsam betrachten.

1. Glaube aus Predigt, Predigt aus Bibel

So kommt der Glaube aus der Predigt, so lesen wir es in unserem Predigttext. Das lateinische Wort "praedication" heißt neutral übersetzt eigentlich nur Aussage. So kommt also der Glaube aus der Aussage. Die Aussage kommt aus dem Wort Gottes.

Erst kommt die Bibel, dann kommt die Aussage der Bibel und dann kommt der Glaube. Wenn wir also zum rechten Glauben finden wollen, dann geht dies nur über den Weg der Bibel. Andere Heilsaussagen außerhalb der Bibel sind schlichtweg falsch.

Die Grundlage um gerettet zu werden finden wir also in der Bibel. In ihr finden wir alles, was wir wissen müssen, um zum Glauben zu kommen. Wenn wir die Bibel einmal als ein Navigationssystem für unser Leben ansehen, dann tun wir gut daran, jeden Tag darin zu lesen. Wenn wir dies tun, dann werden wir nach und nach auch die Aussagen der Bibel immer besser verstehen und immer mehr von dem in die Tat umsetzen können, was uns dort tagtäglich begegnet.

Es geht also nicht darum, dass ich nur durch eine Predigt im Gottesdienst den rechten Glauben finden kann. Manche kirchlichen Gemeinschaften hätten dies ja gern und benutzen diesen Vers immer wieder um Menschen zwingend zum Besuch der Gottesdienste zu bewegen. Natürlich ist es gut, einen Gottesdienst zu besuchen. Nur anzunehmen, dass ich nur dann den Weg zum Glauben finden kann, wenn ich den Predigten eifrig lausche, ist katastrophaler Blödsinn.

Natürlich ist die Gemeinschaft der Gläubigen wichtig. Einer allein fällt bekanntermaßen schneller, als wenn er von zwei anderen Menschen gestützt und gehalten wird. Das bedeutet, dass wir auf uns allein gestellt sehr schnell den Versuchungen und Anfechtungen anheimfallen können. Dann ist es gut, Menschen an unserer Seite zu haben, die ein wenig auf einen aufpassen.

Und in der Gemeinschaft lässt sich das Wort Gottes auch noch besser verstehen und auslegen als allein im stillen Kämmerlein. Fragen können dort besser beantwortet und Irrtümer schneller ausgeräumt werden als in der eremitischen Einsamkeit.

2. Mit Mund bekennen

Wir haben soeben die Basics aufgezeigt, die uns zum Weg des Glaubens führen können. Bis jetzt war ja alles rein theoretisch. Der größte Agnostiker kann jeden Tag die Bibel lesen, sie verstehen und trotzdem nicht den Weg zum Herrn finden und ihn gehen. Nach der Theorie kommt nämlich nun die Praxis des "Gerettet-Werdens".

Wenn ich die Heilslehre der Bibel verstanden habe, dann muss ich dies auch bekunden. Ich muss das, was ich aus der Bibel heraus wahrgenommen habe, auch ganz persönlich für mich in Anspruch nehmen. Ich muss also mit meinem Munde bekennen, dass Jesus mein Herr ist. Das heißt nicht, dass ich fortan auf allen öffentlichen Plätzen dieser Welt die frohe Botschaft verkündigen muss, um gerettet zu werden.

Mit dem Munde bekennen heißt, dass ich dies meinem Herrn ganz persönlich sage, ihm also meine Entscheidung definitiv mitteile. Wir sagen auch gern Bekehrung zu diesem Vorgang. Oftmals wird die Bekehrung ja auch nach dem paulinischen Erlebnis als Damaskusstunde bezeichnet. Um mit dem Irrtum aufzuräumen, dass nur, wer eine Damaskusstunde erlebt hat, den wahren Glauben gefunden, hat möchte ich sagen, dass es bei mir eine sehr lange Damaskusperiode war bis es endlich "Klick" gemacht hat und ich mein Ja, Herr, ehrlichen Herzens sagen konnte.

Bekehrung ist also keinesfalls ein so dramatisches Geschehen, wie es Paulus widerfahren ist. In den meisten Fällen wächst der Glaube nämlich ganz langsam. Also keine Angst und Zweifel, wenn der Glaube erst einmal wächst. Daher halte ich auch nicht viel von Massenevangelisationen wo hunderte von Menschen von jetzt auf gleich bekehrt werden.

Ich glaube nämlich, dass Gott eine wohlüberlegte, abgewogene Entscheidung lieber ist, als eine vorschnelle Bekehrung.

3. Mit dem Herzen glauben

Glaube, liebe Gemeinde ist immer eine Herzenssache. In dem Moment, wo ich Jesus als meinen Herrn annehme, also mein endgültiges Ja zu ihm und seiner Erlösungstat sage, ab diesem Moment zieht der Herr bei mir ein.

Stellen wir uns einmal vor, wir ziehen um. Erst einmal besichtigen wir die neue Wohnung, zeigen also unser Interesse an der Wohnung. Dann unterschreiben wir den Mietvertrag, also unser Ja, dass wir die Wohnung haben wollen. Das können wir auf die vorhergehenden Punkte der Predigt doch gut übertragen.

Aber wie geht es dann weiter? Nun, nach der Schlüsselübergabe reinigen wir die neue Wohnung, renovieren sie, bestücken sie mit Möbeln und ziehen dann ein.

Und genau so macht es unser Herr. Nach der Schlüsselübergabe, also nach unserem Ja zu ihm reinigt er erst einmal unser altes Herz. Alles, was dort ausgemistet werden muss, fliegt raus. Das kann manchmal ganz schön schmerzhaft sein, wie ich es selber erfahren habe. So manche Gewohnheit gibt man halt doch nicht so gern auf. Aber der Herr fühlt sich eben nur in einer sauberen Wohnung wohl.

Dann geht es an das Renovieren. Mein altes Leben hat so manche Schrammen und Macken hinterlassen; wir nennen sie auch gern Traumata. Diese dürfen wir ganz getrost unserem Herrn übergeben. Er möchte all unsere Nöte, Sorgen und Probleme übernehmen, damit wir ein Leben in Ihm führen können frei von Nöten Sorgen und Problemen. Natürlich wird es auch weiterhin Sorgen und Probleme geben. Aber wir haben ja den Herrn an unserer Seite, der uns dabei hilft, diese zu bewältigen. Eine Wohnung renoviert man ja schließlich auch nicht nur 1 mal in seinem Leben.

Bevor wir einziehen in unsere neue Wohnung muss diese dann noch möbliert werden. Der Herr möchte auch unser Herz ganz neu möblieren. Die alten Möbelstücke unter anderem Neid, Missgunst, und Sünden jeder Art werden entsorgt. Neue Möbel müssen also her. Und diese sind unter anderem Liebe, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl, um nur einige davon zu erwähnen.

Was ganz wichtig ist, ist die Erkenntnis, dass nicht wir uns ändern nach unserer Bekehrung, sondern dass es der Herr allein ist, der uns ändert. Wir selber können dies nämlich überhaupt nicht. Wir sind dabei immer auf die Hilfe unseres Herrn angewiesen.

So, und wenn wir all diese Wunder an uns selber erlebt haben, die der Herr an und in uns verrichtet hat, dann können wir gar nicht mehr anders, als mit dem Mund zu bekennen, dass Jesus der Herr ist und im Herzen glauben, dass Gott diesen Jesus von den Toten auferweckt hat. Hätte er dies nämlich nicht getan, würde er heute nicht in uns leben können und all diese Wunder vollbringen können.

Wenn wir dies mit unserem Mund und Herzen bekennen, dann können wir auch in den zweiten Vers des Liedes "Die Sonn hoch an dem Himmel steht..." (EG 459) von Ambrosius Lobwasser voll Inbrunst einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Die rechte Sonn ist Jesus Christ,
das Licht er zu dem Leben ist,
das er uns heute durch sein Wort
hell leuchten lässt an allem Ort.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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