ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mrt 16, 2020 12:03 pm

ePredigt vom 15.03.2020 (Lukas 9, 57-62)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag in der Passionszeit, dem Sonntag Okuli. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Lukasevangelium, Kapitel 9, die Verse 57-62. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Vom Ernst der Nachfolge

Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen wohin du gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! Und ein anderer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Haus sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.



Liebe Gemeinde,

überschrieben ist unser Predigttext mit dem Titel "Vom Ernst der Nachfolge". Das lässt ja schon erahnen, dass die Nachfolge kein reines Zuckerschlecken ist. Schauen wir uns doch heute einmal gemeinsam an, was der Herr Jesus uns zum Thema der Nachfolge sagen will.

1. Die Folgen des Folgens

Wenn Sie in Ihrem Bekanntenkreis erzählen, dass Sie Buddhist geworden sind, dann erregt dies meist Neugier und Sie werden wahrscheinlich mit Fragen nur so überschüttet werden.

Wenn Sie demselben Kreis aber kundtun, dass Sie ein Nachfolger Jesu geworden sind, dann passiert auch etwas, aber etwas, womit Sie wahrscheinlich nicht gerechnet hatten.

Es findet in vielen Fällen eine Ausgrenzung statt. Häufig ziehen sich sogar Familienangehörige zurück oder möchten über dieses Thema nicht sprechen. Am Arbeitsplatz geht es meist genauso. Und plötzlich haben Sie, und das will uns Jesus mit dem tierischen Vergleich sagen, einfach keine Heimatstätte mehr.

Dann kommt noch Spott und Häme dazu. Gut, das kann man noch eher aushalten, als von seinem sozialen Umfeld gemieden zu werden. Zu mir sagten etliche Menschen bezüglich meiner Bekehrung: "Das ist doch der mit dem eingebauten Heiligen Geist. Der braucht im Dunkeln beim Rad fahren gar keine Lampe mehr". Natürlich hatten sie die Lacher auf ihrer Seite.

Und dann kommt noch, und das erleben wir in unserem Lande nicht mehr, die offene Verfolgung der Christen, die nicht selten mit Gefängnis und Folter und sogar dem Tode endet.

In alldem aber dürfen wir wissen, dass wir einen Beistand haben, der uns durch all diese Unbillen hindurch trägt und uns auf unserem Wege stets ein treuer Begleiter ist.

2. Aufschieberitis Teil 1

"Ich bekehr mich, wenn ich mal in Rente bin, vorher will ich noch was vom Leben haben...". Klar, das höre ich auch nicht gerade selten.

Der Erweckungsprediger Spurgeon entgegnete einem jungen Mann, der diesen Einwand präsentierte sinngemäß wie folgt: "Das wäre mir zu wenig, ETWAS vom Leben haben zu wollen, ich will das ganze Leben haben. Und das bekomme ich nur bei unserem Herrn."

Wer sich zu Jesus bekehrt, der ist vom Tode zum Leben durchgedrungen. Auf den Punkt gebracht ist er vom Höllenkind zum Himmelsaspiranten geworden.

Nun sieht Jesus natürlich auch noch eine ganz konkrete Gefahr: Die Welt der Toten, also der Menschen, die ohne Jesus leben, ist ja nicht verschwunden, sondern sie ist noch immer um uns herum und lockt mit all ihren Verführungen und vermeintlich tollen Angeboten. Da könnte man schon mal rückfällig werden. Und deshalb warnt Jesus die Menschen, wieder zurück in diese Welt zu gehen, wo sie doch nur der Teufel erwartet.

Lass die Toten ihre Toten begraben, bei mir bist du zum Leben durchgedrungen und bei mir erwartet Dich die wahre Liebe und Geborgenheit. Das will Jesus damit sagen.

3. Aufschieberitis Teil 2

Da ist doch gar nichts dabei, wenn man Jesus nachfolgen möchte und sich von seiner Familie verabschieden will. Das gehört doch zum guten Umgangston. Man haut schließlich nicht einfach so ab. So könnte man diesen Text auch sehen. Und umso unverständlicher scheint uns Jesu Antwort zu sein.

Jesus will ja gar nicht, dass wir unsere Familien verlassen um ihm nachzufolgen. Jesus möchte uns nur gern in seiner Jüngerschule und an seinem Pflug beheimatet wissen. Wenn wir seinen Spuren nachwandeln, dann lernen wir sehr viel von ihm.

Und genau dieses Wissen sollen wir in unsere Familien hineintragen und auch denen, die die frohe Botschaft noch nicht kennen, diese weitergeben.

Wir Christen sind ja kein elitärer Verein, der am liebsten unter sich bleibt. Jesus will uns mit dem Vergleich des Pfluges sagen, dass wir immer an ihm dranbleiben sollen, aber zugleich auch sein Wort mit Herzen, Mund und Händen weitergeben sollen.

Und wie vorhin schon einmal erwähnt ist er bei uns, wenn wir dies tun. Mutig raus in die Welt mit Jesus und genau so mutig wieder hinein in die Familien mit Jesus. Das ist es, was wir tun sollen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam ermutigen, den Weg mit Jesus weiter zu gehen, indem wir in den ersten Vers des Liedes "Ich steh in meines Herren Hand..." (EG 374) von Philipp Spitta einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben;
nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben.
Und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihn und wen er hält,
wird wohlbehalten bleiben.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in diese neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Mrt 22, 2020 12:17 pm

ePredigt vom 22.03.2020 (Jesaja 66, 10-14)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag in der Passionszeit, dem Sonntag Lätare. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 66. Kapitel, die Verse 10-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an dem Reichtum ihrer Mutterbrust. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei dir den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem Arme getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet's sehen und euer Herz wird sich erfreuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des Herrn an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.



Liebe Gemeinde,

übersetzt bedeutet Lätare "Freue Dich". Worüber sollen wir uns denn freuen ? Nun, darüber dass uns Gott durch seinen Propheten Jesaja etwas von seiner Natur erkennen lässt. Lassen Sie uns das, was uns Jesaja über das Wesen Gottes berichtet heute Morgen einmal gemeinsam anschauen.

1. Gott als Mutter

Wir alle kennen natürlich das "Vater unser" und nicht das "Mutter unser". Da ist es beim ersten Lesen schon ein wenig befremdlich im Zusammenhang mit Gott das Wort Mutter zu lesen.

Kein Mensch hat Gott bisher auf dem Sofa sitzen gehabt und ihn interviewt, wie er denn nun so denkt und handelt. Aber Gott spricht durch seinen Propheten Jesaja über sich in einer Sprache, die wir Menschen auch verstehen können. Und dabei bedient er sich des Bildes einer Mutter.

Was zeichnet denn nun eine Mutter unter anderem aus? Sie liebt ihr Kind über alles. Egal, was es auch angestellt hat, steht eine Mutter steht ihr Leben lang hinter ihren Kindern. Das heißt nicht, dass sie alles gut findet. Das beileibe nicht, aber sie ist für Kind immer der Ansprechpartner, auch wenn alle anderen sich zurückgezogen haben.

Eine Mutter sorgt für ihr Kind. Als Kinder mussten wir uns keine Sorgen machen, was wir denn essen oder trinken oder wo wir wohnen konnten. Für all das sorgte natürlich die Mutter, den Vater einmal mit eingeschlossen.

Eine Mutter sieht natürlich auch nicht alles durch die rosarote Brille. Das tut sie wahrhaftig nicht. Denn es ist ja auch ihre Aufgabe, das Kind auf das Leben vorzubereiten. Darum muss sie auch manches Mal Strenge walten lassen, aber eine Strenge die unter dem Diktat der Liebe steht.

All das, liebe Gemeinde, tut Gott für uns. So will Gott für uns da sein. Das einzige was wir tun müssen, ist ganz dicht an ihm dranbleiben, so wie ein Kind bei der Mutter. Ist das nicht wunderbar?

2. Das Leben

Eine Mutter hat dem Kind das Leben geschenkt. Neun Monate hat sie es in ihrem Bauch getragen und dann bringt sie es mit Schmerzen zur Welt.

Gott spricht hier durch den Propheten Jesaja nicht von unserer leiblichen Geburt, sondern von unserer geistlichen Geburt.

Gott, der uns über alles liebt, kam auf diese Erde, um uns von unseren Sünden zu erlösen, bzw. ein für alle Mal für die Sünden zu bezahlen, damit wir wieder seine Kinder werden können.

Indem wir uns zu ihm bekehren, erleben wir unsere geistliche Wiedergeburt. Gott selber zieht nach unserer Bekehrung bei uns ein und regiert fortan über unser aller Leben.

Gewiss, die ist auch nicht immer einfach, aber Gott hat es sich auf seinem Erlösungsweg ja auch nicht einfach gemacht. Fakt ist und bleibt aber, dass wir ohne Gott in die ewige Verdammnis gehen, und er uns durch seine Erlösungstat wieder die Möglichkeit zur Umkehr gegeben hat.

Dies gilt allerdings nur für diejenigen Menschen, die das auch wirklich wollen. Wer Gottes Erlösungswerk ablehnt, für den gibt es keine Eintrittskarte in den Himmel. Das Prinzip Gottes beruht also voll und ganz auf Freiwilligkeit. Im Reiche Gottes gibt es keinen Zwang.

3. Trost

Wenn wir als Kinder Probleme hatten, dann gingen wir zumeist zu unserer Mutter. Dort erfuhren wir Trost. Dort gab es aber auch Ermunterung, es noch einmal zu probieren, wenn etwas danebengegangen war.

Und genau diesen Tröster hat uns Jesus nach seiner Himmelfahrt gesandt, es handelt sich, wie wir alle wissen um den Heiligen Geist, der uns auf allen Wegen unseres Lebens begleitet.

Wir werden als Christen nach wie vor Nöte und Ängste und Sorgen durchleben müssen. Wäre das Leben als Christ auf Erden wie in einem Schlaraffenland, dann würden sich wohl nanazu 99,9 % aller Menschen sofort bekehren.

Unsere äußeren Umstande als Christen sind denen der Nichtchristen durchaus vergleichbar. Nur haben wir einen ganz entscheidenden Vorteil: Wir haben jemanden neben uns, der uns tröstet, der uns begleitet, der uns leitet und führt auf unserer ganzen Lebensbahn.

Mit Ihm an unserer Seite, und darauf dürfen wir uns verlassen, gehen wir durch alle Nöte, Sorgen und Probleme hindurch. Wussten Sie, dass allein im Neuen Testament 119 mal die Worte Jesu zu lesen sind: "Fürchte Dich nicht".

Dieses Fürchte dich nicht ist, wie es der bekannte Pfarrer Olaf Latzel aus Bremen einmal sagte: Das Breitbandantubiotikum gegen alle Nöte, Sorgen und Probleme. Gegen dieses Antibiotikum gibt es auch keine Resistenzen, wir dürfen es also immer und immer wieder zu uns nehmen.

Wie gut Gott zu uns ist, das haben wir heute kurz zusammen erarbeiten können. Darum lassen Sie uns Gott zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes loben, indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes: "Du meine Seele, singe..." (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber





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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Mrt 29, 2020 12:34 pm

ePredigt vom 29.03.2020 (Hebräer 13, 12-14)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag in der Passionszeit.

Bevor wir zu unserem Predigttext kommen, lassen Sie mich einige Worte zu der derzeitigen weltlichen Situation sagen. Wir sind alle in irgendeiner Art und Weise durch dieses neue Virus betroffen. Und da verwundert es natürlich nicht, dass im Internet gerade wieder die Endzeitpropheten und Weltgerichtsbeschwörer Hochkonjunktur haben.

Ich bitte Sie: glauben sie ihnen nicht. Wenn selbst Jesus nicht weiß, wann das Ende der Welt kommt und selbst ER auf den Vater verweist, dann ist das ein konkreter Hinweis darauf, dass wir uns mit derartigen Prophetien gar nicht beschäftigen sollten.

Das brauchen wir auch gar nicht. Gottes Wort steht uns immer und überall zur Verfügung.

Lassen Sie uns einen kleinen Blick in das Wort Gottes nehmen und lassen Sie uns den 91. Psalm, Vers 1 anschauen, der da lautet, wie folgt:

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
der spricht zu dem Herrn:
Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.


Darum lassen Sie uns alle unter dem Schirm des Höchsten verweilen und allein auf ihn trauen. Wenn wir dies tun, wird die Krise nicht sofort beendet sein. Dies wäre mehr als blauäugig. Aber wir haben den Tröster stets bei uns, der uns auch durch diese Zeiten sicher führen und begleiten wird.

Und jetzt möchte ich zu dem heutigen Thema übergehen.

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 13. Kapitel des Hebräerbiefes, die Verse 12-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.


Liebe Gemeinde,

"In der Kürze liegt die Würze", das könnte man auch über unseren heutigen Predigttext schreiben. In aller Kürze wird hier das dargestellt, was und wie wir als Christen und Jesusnachfolger leben sollen. Lassen Sie uns dies einmal gemeinsam betrachten.

1. Jesus, draußen für uns

Liebe Gemeinde, wenn wir uns das Wirken Jesu anschauen, dann stellen wir fest, dass seine Zeiten in den Tempeln dieser Welt recht überschaubar war. Meist wirkte er eben draußen. Denken wir nur an die Bergpredigt oder aber analog dazu an die Feldpredigt, die wir im Lukasevangelium nachlesen können.

Auch seine praktischen Taten fanden zumeist nicht in den Tempeln dieser Welt statt, sondern an den Orten des öffentlichen Lebens. Dort heilte er die Menschen, machte Blinde wieder sehend und Taube wieder hörend. Ja sogar einen vier Tagen toten Lazarus erweckte er wieder zum Leben.

Jesus ging stets dahin, wo die verlorenen Schafe sich befanden und nicht in die gesicherten Ställe. Die Schafe die sich dort befanden, waren ja schon in Sicherheit; glaubten sie zumindest.

Und letztendlich fand auch seine Kreuzigung draußen statt, an einem Ort, wo halt Verbrecher hingerichtet wurden. Draußen vor den Toren der Stadt wurde unser Herr an das Kreuz geschlagen, damit wir in seiner heiligen Stadt dereinst unsere Wohnung einnehmen können, die er dort schon für uns bereithält.

2. Wir, draußen für Jesus

Eigentlich schon ein wenig komisch uns skurril: Da hocken wir Sonntag für Sonntag brav beieinander und gehen nach einer knappen Stunde wieder in die Welt hinaus, nur um am kommenden Sonntag wieder pünktlich hier zu erscheinen.

Das soll also das wahre Christenleben sein? Nein, liebe Gemeinde, natürlich nicht.

Bevor Jesus in den Himmel aufgenommen wurde sandte er seine Jünger in die Welt hinaus. Er sagte nicht "Bleibet drin", sondern "Gehet hin".

Erinnern wir uns kurz: Unser Herr ist während seines Wirkens an den dreckigsten Orten dieser Welt gewesen, nur um Menschen vor der ewigen Verdammnis zu bewahren. Er, der lebendige Gott, war sich nicht zu schade, auch Zöllnern und Prostituieren den Weg zu Gott zu zeigen.

Und somit heißt es auch für uns: Raus aus der Komfortzone unserer Kirchenbänke und Gemeinschaften und hinein in das pralle Leben da draußen. Klingt verlockend, ist es aber nicht immer.

Wir dürfen uns einmal vergegenwärtigen, dass wir in Deutschland eine vom Aussterben bedrohte Spezies sind. Heutzutage ist es doch schick, anderen Religionen nachzulaufen. Das Christentum hat uns doch gar nichts mehr zu bieten. Die mit ihren alten Geschichten. Da ist die Sache mit Reinkarnation und Nirwana doch viel spannender, als das Christentum mit Himmel und Hölle. Ja, liebe Gemeinde, so geht es vielfach draußen zu.

Und dennoch beauftragt uns unser Herr mit den Worten "Gehet hin..". Ja, weiß der denn nicht, was da draußen abgeht ? Doch, das weiß er nur zu genau. Und gerade deshalb sendet er uns hier und heute nach draußen in sein Missionsfeld.

Aber keine Angst, wir werden nicht untergehen. Wir haben nämlich immer jemand bei uns, der uns gerade in den schwierigsten Situationen mit seinem Rat und Tat zur Seite steht. Natürlich sollten wir auch stets Rücksprache mit ihm halten. Wenn wir ihn nicht fragen, dann kann er und auch nicht antworten.

3. Die Heimreise

Liebe Gemeinde, wenn wir uns die Menschen da draußen so betrachten, dann könnte man glatt meinen, dass sie ewig auf diesem Planeten Erde verweilen. Sie bauen Häuser, sie sichern sich nach allen Seiten ab. Sie richten sich auf diesem Planeten also so richtig häuslich ein. Alles dreht sich nur noch um sie selbst.

Es ist natürlich gar nichts dagegen einzuwenden, sich hier auf Erden ein Häuschen zu bauen, dieses und seine Familie vernünftig abzusichern und Vorsorge für z.B. das Alter zu treffen.

Das meint der Hebräerbrief auch gar nicht, wenn er sagt: Wir haben hier keine bleibende Stadt. Wir sollen, bei allem, was wir auf der Erde veranstalten, die Himmelsperspektive nicht aus den Augen verlieren. Wir sollen uns immer wieder daran erinnern, dass wir nach unserer Bekehrung ja schon Himmelsbürger geworden sind, die nur noch darauf warten, von ihrem Herrn abberufen zu werden.

Und wenn wir dies tun, dann können wir alle mit leichtem Gepäck unsere Lebensreise beschreiten. Da wir auf dem Weg zu der zukünftigen Stadt sind, sollen wir dies auch all denen sagen, dies sich hier auf Erden für die Ewigkeit eingerichtet haben.

Eine hehre Aufgabe, liebe Gemeinde, die da vor uns liegt. Aber mit unserem Herrn zusammen ist sie machbar. Darum lassen Sie uns niemals den Kontakt zu unserem himmlischen Vater verlieren. Er ist der Einzige, der uns auch auf dem Weg in die zukünftige Stadt sicher auf Kurs halten kann.

Lassen Sie uns unsere Lebensreise hier auf Erden zum Schluss gemeinsam singend betrachten, indem wir zusammen in den 6. Vers des Liedes von Paul Gerhardt "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG529) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße, mein Vater trösten wird.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sontag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Apr 05, 2020 12:22 pm

ePredigt vom 05.04.2020 (Markus 14, 3-9)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 6. Sonntag in der Passionszeit, dem Palmsonntag.

Bevor wir uns den Predigttext für den heutigen Sonntag anschauen, lassen Sie mich noch ein paar Sätze zu unserer derzeitigen Situation sagen:

Ja, die derzeitige Situation ist alles andere als rosig. Wir sind mittlerweile schon eine geraume Zeit ohne das öffentliche Leben unterwegs. Nutzen wir die Zeit doch einmal mehr, um uns wieder in Ruhe dem Worte Gottes zu widmen.

Dies tat besonders in Krisenzeiten auch der allseits bekannte Theologe Dietrich Bonhoeffer. Von ihm stammt auch das folgende Zitat:

"Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will."

Denken wir einmal an die Zeit nach diesem Zitat zurück. Der Krieg war beendet. Es ging wieder aufwärts. Das Wirtschaftswunder nahm seinen Lauf.

Darum wollen wir auch in der derzeitigen Zeit nicht den Mut sinken lassen. Vertrauen wir doch wieder dem, der Himmel und Erde gemacht hat. Und DER wird auch mit einem Coronavirus fertig. Und nunmehr lassen Sie uns unserem Predigttext zuwenden.



Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 14. Kapitel des Markusevangeliums, die Verse 3-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Die Salbung in Betanien

Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls ? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden ! Was betrübt ihr sie ? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.




Liebe Gemeinde,

von einer Frau, die in unserem Predigttext nicht einmal namentlich genannt wird, erfahren wir alles über die Liebe. Lassen Sie uns einmal gemeinsam darüber nachdenken, was diese Frau getan hat, was Jesus für uns getan hat und was wir für Jesus aus Liebe zu ihm tun können.

1. Wahre Liebe

Auf Autos prangt oftmals ein Sticker auf welchem das Logo eines Sportvereins zu sehen ist und darunter stehen dann die Worte "Wahre Liebe".

Was Fans auch sonst noch alles für ihren Verein unternehmen ist sehr werthaltig. Für ihre wahre Liebe geben sie eine ganze Menge Geld aus und verbringen sehr viel Zeit mit dieser Liebe.

Und mit der Frau aus unserem Predigttext haben wir es mit einem Superfan von Jesus zu tun. Wenn wir uns an die Arbeiter im Weinberg erinnern, dann bekam jeder der Arbeiter für seine Arbeit einen Silbergroschen, was zu damaliger Zeit ein durchaus üblicher Tageslohn war.

Und diese Frau salbt Jesus mit einem Öl, welches so viel wert war, wie ein ganzer Jahresverdienst. Sie liebt Jesus so sehr, dass Geld überhaupt keine Rolle mehr spielt. Das ist wohl wahre Liebe, die sich mit allem, was man hat auf den geliebten Menschen konzentriert und für ihn alles hergibt, was einem selber wichtig ist.

Wahre Liebe zeigt sich aber immer auch in ganz konkreten Handlungen an dem geliebten Menschen. Geld und gute Werke gehören in der Liebe offensichtlich unzertrennbar zusammen.

2. Jesu Liebe zu uns

Die Frau aus unserem Predigttext hat Jesus für seinen Tod gesalbt. Vermutlich hatte sie eine Ahnung davon, was dieser Jesus für uns alle durchleiden würde.

Schauen wir uns dies noch einmal zusammen an.

Jesus bekam folgenden Auftrag von Gott:

Geh in diese sündige Welt hinaus
Bezeuge den Menschen wer du bist und offenbare dich ihnen
Bezahle für die Sünden aller Menschen mit deinem Blut

Nur durch diesen Gang Jesu in seinen eigenen Tod als Bezahlung für die Sünden aller Menschen zu allen Zeiten haben wir wieder den direkten Zugang zu Gott. Übertragen gesprochen hat Jesus mit seiner Erlösungstat die Türe zum Vaterhaus wieder sperrangelweit aufgerissen.

Jeder, der dies im Glauben annimmt kann wieder durch diese Tür hindurch zum Vater gelangen.

3. Unsere Liebe zu Jesus

Diese Liebe, die Jesus zu uns hat, die können wir gar nicht adäquat erwidern. Müssten wir dieser Liebe etwas Gleichartiges entgegensetzen, wären wir ganz arm dran. Das könnten wir nämlich nicht. Aber wie zeigen wir denn unserem Herrn unsere Liebe zu ihm?

Nun zunächst einmal indem wir demjenigen, der uns erlöst hat, unser gesamtes Leben anvertrauen. Wer dies alles für uns getan hat, also sein Leben für uns gelassen hat, der kann es doch nur gut mit uns meinen. Wer für mich sein Leben hergegeben hat, dem kann ich mich bedenkenlos in seine liebenden Arme werfen und alles andere über Bord werfen.

Wenn ich mich in seine Arme werfe, dann werde ich nicht nur von ihm getragen, sondern er nimmt mich an seine Hand und führt mich durch seine Jüngerschule hindurch mein ganzes Leben lang.

Natürlich soll ich mich darüber freuen, dass ich erlöst wurde. Aber ich darf auch Jesu Liebe, die er mir entgegengebracht hat ganz konkret an meine Mitmenschen weitergeben.

Jesus wird auch ganz konkret, was die Weitergabe dieser Liebe angeht, wenn er sagt: "Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun..."

So, dann setzen wir diesmal in die Tat um:

Arme Menschen umgeben uns mehr denn je. Wenn wir offenen Auges durch die Welt gehen, dann werden wir immer wieder auf Menschen treffen, denen es an allem mangelt, von dem wir zu viel haben.

Fremde haben wir rings um uns her. Geben wir ihnen doch in unserem Land eine Heimat, die sie die Schrecken des Krieges und der Flucht vergessen lässt.

Alte und einsame Menschen haben wir mehr als je zuvor unter uns. Opfern wir doch einmal nicht nur Geld, sondern auch unsere Zeit um uns dieser Menschen anzunehmen.

Wenn wir dies tun, dann zeigen wir mit Rat und Tat, dass wir auf dem Weg sind, seine Jünger zu werden. Dass da auch mal so einiges nicht so ganz rund läuft, das weiß auch unser Herr. Daher ist er ja bei uns alle Tage bis an der Welt Ende um uns in allen Dingen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Dies drückt der Liederdichter Jochen Klepper sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes "Gott wohnt in einem Lichte..." (EG 379) aus, der da lautet, wie folgt:

Nun darfst du in ihm leben und bist nie mehr allein,
darfst in ihm atmen, weben und immer bei ihm sein.
Den keiner je gesehen noch künftig sehen kann,
will dir zur Seite gehen und führt dich himmelan.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und ich freue mich auf ein Wiedersehen am nächsten Donnerstag, dem Gründonnerstag.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Vr Apr 10, 2020 11:20 am

ePredigt vom 09.04.2020 (2. Mose 12, 1-4; 6-8; 10-14)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Gründonnerstag. Den Predigttext für den heutigen Abend finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 12, die Verse 1-4; 6-8 und 10-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Einsetzung des Passafestes

Der Herr aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen. Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tag dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. Wenn aber in einem Haus für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er's mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können, und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, in denen sie's essen, und sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot dazu und sollen es mit bitteren Kräutern essen. Und ihr sollt nichts davon übrig lassen bis zum Morgen; wenn aber etwas übrig bleibt bis zum Morgen, sollt ihr's mit Feuer verbrennen. So sollt ihr's aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an euren Füßen haben und den Stab in der Hand und sollt es essen als die, die hinwegeilen; es ist des Herrn Passa. Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland unter Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle Götter der Ägypter, ich, der Herr. Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage. Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und ihr sollt ihn feiern als ein Fest für den Herrn, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung.



Liebe Gemeinde,

das Passafest weist Parallelen zu dem Abendmahl auf, welches wir gemeinsam feiern und dessen Einsetzung wir heute gedenken. Lassen Sie uns dieses Passafest in Bezug auf unser Abendmahl einmal gemeinsam anschauen:

1. Was wird gefeiert

Die Israeliten saßen in Ägypten fest. Der regierende Pharao wollte sie einfach nicht ziehen lassen. Etliche Plagen hatte er durch Mose schon gesandt. Aber der Pharao blieb stur und hart in seiner Entscheidung.

Nunmehr sollte das Strafgericht Gottes über das Land ergehen, indem alle Erstgeburt getötet werden sollte. Die Israeliten konnten aber geschont werden, wenn sie die Türen ihrer Häuser mit dem Blut eines fehlerlosen Opfertieres bestreichen.

Wir erinnern uns: Sünde musste immer mit Blut bezahlt werden und zwar mit dem Blut eines fehlerlosen Opfertieres. Dieses Wort "fehlerlos" gilt als Synonym für sündlos.

Jetzt übertragen wir diese Situation einmal auf unser Abendmahl. Ein vollkommen sündloser Mensch hat mit seinem Blut für unsere aller Sünden bezahlt, indem er für uns den Kreuzestod gestorben ist.

Eigentlich müssten wir dort hängen. Daran sollten wir immer denken, wenn wir ein Kreuz betrachten. Durch das Blut dieses fehlerlosen Menschen Jesus Christus haben wir die Möglichkeit erhalten, wieder Gottes Kinder werden zu dürfen.

Und das ist es, was wir heute feiern und das ist es, woran wir bei jedem Abendmahl denken.

2. Wie wird gefeiert?

Das Passafest wurde gemeinsam gefeiert. Damals galt die Familie nicht nur als Lebensgemeinschaft, sondern zugleich auch als Glaubensgemeinschaft. In der Familie wurden die Kinder im Glauben unterrichtet und wuchsen im Glauben heran.

Jesus feiert das Abendmahl auch mit seiner Familie zusammen. Seine Familie sind alle, die ihm im Glauben angehören und ihm nachfolgen.

Wir feiern alle gemeinsam unsere Rettung durch unseren Herrn. Gemeinsam haben wir Anteil an seinem Leib und werden dadurch zu einem Leib mit ihm. In seiner großen Familie sind wir also alle Geschwister. Daher reden wir uns auch mit Bruder und Schwester an um dies zu bezeugen.

Und das wirklich tolle ist, dass kein Mensch von dieser Familie ausgeschlossen wird. Unser Herr lädt alle Menschen ein, zu ihm zu kommen. Egal ob schwarz ob weiß egal welcher Herkunft, alle sind eingeladen, zum Tisch des Herrn zu kommen.

Und daher dürfen wir uns über und mit unseren Geschwistern freuen, die mit uns zusammen am Abendmahl teilnehmen, dass der Herr auch sie in seiner Familie haben will. Daran dürfen wir ruhig einmal wieder denken, wenn rechtsnationales Gedankengut andere Menschen als mindere Rassen bezeichnet.

3. Warum wird gefeiert?

Das Passafest sollte als ewige Ordnung gefeiert werden, also als Gedenktag der Errettung aus der Hand der Ägypter. Gerade dieses Gedenken sollte vor dem Vergessen bewahren.

Wir wissen ja alle, wie schnell wir wieder in den Alltag zurückkehren, wenn die Osterfeiertage vorbei sind. Gerade das Abendmahl will und soll uns immer wieder daran erinnern, was unser Herr für uns getan hat und soll und will uns immer wieder an den Tisch des Herrn zurückbringen.

Jesus sagte dies auch mit den Worten. "Solches tut zu meinem Gedächtnis.."

Etwas fällt aber dennoch auf. Wann dankten die Israeliten dem Herrn? Sie dankten dem Herrn nämlich vor ihrer Errettung. Die Israeliten rechneten fest damit, dass der Herr seine Zusagen auch einhalten werde, auch wenn gerade alles nicht danach aussah.

Und mit dieser Zusage in ihrem Reisegepäck waren sie auch bereit zum Aufbruch, zum Aufbruch, dem Herrn auf dem Wege zu folgen, den er für sie bereiten wird.

Natürlich können wir dies nicht 1:1 auf unser Abendmahl übertragen, da der Herr ja schon alles für unsere Errettung getan hat. Wir haben es da wesentlich einfacher. Wir müssen nur noch einfach Ja und Danke sagen.

Im Abendmahl, liebe Gemeinde, ist unser Herr stets gegenwärtig unter uns. Er erhört und stärkt uns durch seine Gegenwart.

Und ausgerüstet mit dieser Stärkung können wir getrost mit ihm zusammen aufbrechen und seine frohe Botschaft unter die Menschen bringen.

Im Abendmahl feiern wir unsere Errettung und freuen uns mit allen Geschwistern, dass diese Errettung für alle Menschen gilt. Das Abendmahl bewahrt uns zugleich auch vor dem Vergessen. Und im Abendmahl erfahren wir persönlich unsere Stärkung für unseren weiteren Lebensweg an der Hand unseres Herren.

Lassen Sie uns zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 2. Vers des Liedes "Kommt her, ihr seid geladen...2 (EG 213) des Liederdichters Ernst Moritz Arndt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Ängste weg,
kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Lebensweg.
Empfangt die Himmelslust, die heilge Gottesspeise,
die auf verborgne Weise erquicket jede Brust.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Abend und grüße Sie alle ganz herzlich.
Ihr

Ulrich Naber




Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Vr Apr 10, 2020 11:22 am

ePredigt vom 10.04.2020 (2. korinther 5, 19-21)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Karfreitag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 5, die Verse 19-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott ! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.



Liebe Gemeinde,

in diesem kurzen Text finden wir alles, was für uns als Christen wichtig und von Bedeutung ist. Lassen Sie uns diese Eckpunkte heute morgen einmal gemeinsam betrachten:

1. Das Angebot

Ja, der Karfreitag wird in vielen Ländern auch als guter Freitag bezeichnet. Und so sah in auch Martin Luther, der das, was Jesus für uns getan hat als fröhlichen Tausch bezeichnet hat.

Schauen wir uns diesen fröhlichen Tausch einmal etwas näher an: Mit seinem Kreuzestod bezahlt unser Herr für unser aller Sünden mit seinem Blut, so als hätte er all diese Sünden selber begangen. Denken wir einmal ein wenig zurück in unserem Leben. Wo waren wir mal nicht so ganz ehrlich zu unseren Mitmenschen ? Wo waren wir neidisch auf das, was andere angeblich mehr haben ? Wo haben wir im Streit dem anderen gegenüber verletzende Worte in den Mund genommen ?

Diese kleinen Beispiele sollen uns vor Augen führen, dass wir als Christen immer wieder in die Sündenfalle hineintappen. Manches mal etwas zögerlich aber auch manches mal so richtg mit "Schmackes" wie man in meiner Heimat zu sagen pflegt.

Für alle diese Sünden und auch noch für die, die wir noch begehen werden, hat unser Herr also bereits bezahlt.

Und worin liegrt nun der fröhliche Tausch ? Nun, ich gebe dem Herrn meine Sünden zur Bezahlung und er gibt mir dafür seine Gerechtigkeit, die vor Gott Bestand hat. Das müssen wir uns mal auf der Zunge zergehen lassen: Ich armer Sünder kann aufrecht vor Gott stehen und dieser findet keine Sünde mehr an mir und lädt mich dann ein, wieder sein Kind zu sein.

Das alles tat unser Herr für uns am Karfreitag.

2. Der Appell

Lasst euch versöhnen mit Gott ! So haben wir es gerade im Predigttext gehört. Jetzt kommt nämlich noch etwas zu dem fröhlichen Tausch hinzu, was sehr wichtig ist.

Der fröhliche Tausch funktioniert nämlich nicht automatisch. Wir haben dabei auch ein gewaltiges Wörtchen mitzureden. Wir müssen nämlich diesen Tausch auch annehmen und unser "Ja" dazu sagen.

Jeder vernünftig denkende Mensch wird doch wohl kaum ein derartiges Angebot ablehnen. Das habe ich auch mal gedacht. Doch die Wahrheit ist eine andere.

Alles andere scheint heute wichtiger zu sein, als sich auf den Verbleib in der Ewigkeit vorzubereiten. Kaum ein Mensch denkt noch über den Himmel und die Hölle nach. Das sind doch alles Geschichten aus dem Mittelalter. So jedenfalls wird es mir immer wieder um die Ohren gehauen.

Diese Strömung war auch schon bei den Korinthern zu beobachten. Kaum lief mal etwas nicht so nach Plan, wie sie sich das Christentum vorgestellt hatten, schon wandten sie sich anderen Dingen zu. Und hopplahopp war man wieder bei den Götzen gelandet.

Sie sehen, diese Problematik seit seit Jahrtausenden die gleiche. Und darum ruft Paulus schon die Korinther auf: Lasst euch versöhnen mit Gott !!!

Und dieser Appell gilt uns allen auch heute noch.

3. Botschafter

Gewiss, Jesus lebt auch heute unter uns in der Form des Heiligen Geistes. Wir wissen aber, dass die Menschen den Heiligen Geist erhalten, wenn sie sich zum Glauben bekehrt haben.

Wie sollen sie sich aber bekehren, wenn sie niemals etwas von Gott und Jesus und dessen Erlösungstat gehört haben ? Und da komen wir als Botschafter an Christi statt ins Spiel.

Was macht nun ein Botschafter ? Er nimmt die Vertretung der Interessen seines Heimatlandes gegenüber dem Gastland wahr, in welches er gesandt worden ist.

Als Christen sind wir Staatsbürger des Himmelreiches. Dort sind wir auf ewig beheimatet. Jetzt hat uns unser Herr aber auf den Planeten Erde kommen lassen. Und hier sollen wir die Interessen unseres Heimatlandes gegenüber dem Gastland wahrnehmen.

Wir sind also an Christi statt berufen, die gute Botschaft an alle Menschen weiterzugeben. Jeder Botschafter erfährt natürlich bei der Ausübung seiner Aufgaben die Unterstützung seines Heimatlandes. Und so ist es auch bei uns. Egal in welch schwierigen diplomatischen Aufgaben wir manchmal gefangen zu sein scheinen, ER ist immer bei uns und steht uns mit Rat und Tat zur Seite.

Einen großen Unterschied zu weltlichen Botschaftern haben wir allerdings. Wir sollen die Bürger des Gastlandes nämlich zu Himmelsbürgern machen. Wir sollen nicht einfach nur die frohe Botschaft unters Volk bringen, sondern wir sollen sie so verbreiten, dass die Menschen neugierig auf das werden, was auch sie als Himmelsbürger erwartet.

Lassen Sie uns noch einmal zusammfassen, um was es heute ging:

1. Jesus bietet uns den fröhlichen Tausch an
2. Wir müssen dem aber auch zustimmen
3. Wir sind seine Gesandten auf Erden bis auch wir in unser Heimatland abberufen werden

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Nun gehören unsre Herzen..." (EG 93) von Friedrich von Bodelschwingh einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschenschuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Karfreitag und freue mich Sie am kommenden Sonntag, dem Ostersonntag, wieder begrüßen zu dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Apr 12, 2020 12:02 pm

ePredigt vom 12.04.2020 (1. Korinther 15, 19-28)


Liebe Gemeinde,

Der Herr ist auferstanden. Er ist tatsächlich auferstanden. Mit diesem Ostergruß begrüße ich Sie am heutigen Ostersonntag alle ganz herzlich. Den Predigttext für den heutigen Ostersonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 15, die Verse 19-28. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm "alle Feinde unter seine Füße legt" (Psalm 110,1). Denn "alles hat er unter sein Füße getan" (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untetan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.



Liebe Gemeinde,

den Korinthern war es so ziemlich egal, ob es eine Auferstehung gibt oder nicht. Die meisten unter ihnen lebten im hier und heute und verschwendeten keinen Gedanken an die Zeit nach ihrem Tode. Warum auch ? Im hier und jetzt gab es schließlich genug zu tun und zu erleben. Kommt uns irgendwie bekannt vor, oder?

Da sah sich Paulus gezwungen, einmal kräftig aufzuräumen und wieder gerade zu rücken, was in eine Schieflage geraten war. Und daher begann er auch mit dem Anfang allen Übels:

1. Adam und Jesus

Der alte Adam war der erste Mensch, der auf dem Planeten Erde wohnte. Es kam, worüber wir schon oftmals gesprochen haben, zum Sündenfall und damit zum Rausschmiss aus dem Paradies.

Bis heute sind wir alle Nachfahren des ersten Adams und daher unter der Herrschaft der Sünde. Die größte Sünde gegenüber Gott ist es, dass wir keine Gemeinschaft mehr mit ihm haben wollen. Wir meinen, alles selbst in der Hand zu haben, alles viel besser ohne Gott in den Griff zu bekommen und somit auch befreiter leben zu können.

Und dabei hat Gott immer wieder alles versucht, damit sein Volk zu ihm umkehrt. Denken wir nur an Mose, David oder die Propheten, die immer wieder das Volk zur Rechenschaft gerufen haben. Aber es nutzte alles nichts. Das Volk blieb verbohrt.

Gott liebte seine Geschöpfe dennoch weiterhin und wünschte sich nichts sehnlicher, dass seine Geschöpfe wieder Gemeinschaft mit ihm haben sollten. Und da kam Plan B ins Spiel.

Gott selber musste auf die Erde kommen und für alle Sünden seiner Geschöpfe mit seinem Blut bezahlen. Und genau dies tat unser Herr am Karfreitag für uns. Der alte Adam brachte die Sünde in die Welt und mit dem neuen Adam wurde die Welt wieder versöhnt mit Gott.

2. Erlösung ist möglich

So pauschal, wie ich es gerade gesagt habe, geht es denn nun doch wieder nicht. Von unserer Natur aus sind und bleiben wir nämlich zunächst der alte Adam.

"So werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden", so haben wir es in unserem Predigttext gehört.

Paulus sagt damit: Ihr seid alle tot. Aber ER gibt das Leben. Er gibt das wahre Leben. ER gibt das ewige Leben. Dafür müsst ihr das, was ER für euch getan hat, aber auch im Glauben annehmen.

Jeder Mensch, und das gilt bis heute unvermindert fort, jeder Mensch, der das, was Jesus für uns getan hat, im Glauben annimmt, der ist von diesem Moment an von Gottes Geschöpf wieder zu seinem geliebten Kind geworden.

Und das gilt weltweit. Egal ob weiß oder schwarz, egal ob arm oder reich, alle sind wir aufgefordert, diesen Schritt zu tun. Diesen Schritt, liebe Gemeinde, muss jeder ganz für sich persönlich tun. Da gibt es auch keine Stellvertretung, wie es von anderen Religionen her gelehrt wird.

Aber für jeden, der diesen Schritt tut, gilt die Aussage aus unserem heutigen Predigttext "So werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden".

3. Herr der Herren

"Alles hat er unter seine Füße getan" so haben wir es auch soeben gehört.

Darüber müssen wir einmal einen kleinen Moment nachdenken. Jesus ist der Herrscher über alle Menschen, über alles, was auf Erden geschieht im Großen wie im Kleinen.

Kein Ungemach ist so groß, dass Jesus nicht darüber herrschen könnte und keines unserer Probleme ist so klein, dass Jesus dies nicht interessieren würde.

Wir leben ja gerade in etwas unruhigen Zeiten und wissen nicht, wo diese Reise hingeht und ob sie gut ausgeht. So höre ich es Tag für Tag. Aber stimmt das wirklich?

Nein, liebe Gemeinde, dies stimmt so pauschal jedenfalls nicht. An der Hand unseres Herren wissen wir in der Tat nicht immer, wo wir gerade durch müssen, aber wir wissen, dass wir heil in unserem Heimathafen ankommen werden.

Jesus hat uns einen sicheren Hafen versprochen, aber er hat uns nicht versprochen, dass die Überfahrt ohne Turbulenzen verlaufen wird.

Vertrauen wir also dem auferstandenen Herrn, der lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit, dass wir an seiner Hand beruhigt durch unser Leben gehen dürfen und dies auch tun sollen. Immer wenn Ängste, Nöte und Sorgen in uns aufsteigen, dann lassen Sie uns allein auf IHN schauen und ihm dies alles übertragen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes Osterfest in der Gemeinschaft des auferstandenen Herrn.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 5. Vers des Osterliedes "Auf, auf mein Herz, mit Freuden..." (EG 112) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn,
sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn.
Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht,
das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

lassen Sie uns in dieser Osterfreude auch weit über dieses Osterfest weiterleben und all unser Geschick dem Herren anvertrauen, der uns versprochen hat: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende".

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Apr 13, 2020 11:37 am

ePredigt vom 13.04.2020 (Lukas 24, 36-45)



Liebe Gemeinde,


ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Ostermontag. Nun sitzen wir ja schon einige Zeit in der Isolation und die christlichen "Verschwörungstheorien" gehen leider auch immer weiter. "Das ist alles Gottes Strafe für unsere Sünden..." höre ich immer häufiger.

Damit müssen wir wohl mal aufräumen. Jesus Christus ist für unser aller Sünden am Kreuz gestorben. Wenn ich mich zu ihm bekehre, dann stehe ich ab sofort unter seinem Rettungsschirm. Also kann Gott mich doch für meine Sünden gar nicht mehr bestrafen. Wir haben einen gerechten Gott. Das können wir im Alten und Neuen Testament an vielen Stellen nachlesen.

Es wäre doch ungerecht, wenn unsere Sünden mehrmals bestraft werden würden. Und dann sagt uns der auferstandene Herr auch noch: "Siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende." Egal, wie lange unsere derzeitige Situation andauern wird, egal, was auch hinterher mit der Wirtschaft passieren mag, auf diese Zusage dürfen wir hoffen und ihr zu 100 % vertrauen.



Und in diesem Vertrauen lassen Sie uns auch den heutigen Gottesdienst feiern. Den Predigttext für den heutigen Ostermontag finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 24. Kapitel, die Verse 36-45. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Jesu Erscheinung vor den Jüngern

Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu Ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße. Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. Und er nahm's und aß vor ihnen. Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, sodass sie die Schrift verstanden.



Liebe Gemeinde,

es war noch nicht lange her, da mussten sie mit ansehen, wie ihr Herr und Meister den Kreuzestod starb. Die Jünger waren natürlich schockiert, hatten sie sich den Ausgang doch irgendwie ganz anders vorgestellt. War's das jetzt gewesen? Wie sollten sie weitermachen, ihr Herr war ja nicht mehr unter ihnen. Und in diesem Augenblick betritt Jesus das Gemach, wo die Jünger sich befanden. Das erste, was er zu den Jüngern sagte waren die Worte: Friede sei mit euch!

War nach diesen Worten alles gut? Nein, denn die Jünger wollten Gewissheit haben und Vertrauen in diese Worte setzen. Und dann präsentiert unser Herr den Jüngern und auch uns heute am Ostermontag drei Punkte, die Vertrauen schaffen in seine Auferstehung.

1. Die Wunden

Jesus präsentiert den Jüngern seine Wunden. Ja, sie dürfen sie sogar anfassen. Die Jünger sehen genau die Wunden, die Jesus bei seiner Kreuzigung zugefügt worden waren. Sie sollten sich auch nicht nur auf ihre Augen verlassen; nein der Herr Jesus forderte sie ganz direkt auf, in diese Wunden zu fassen.

Es konnte also gar keine Einbildung, eine Fata Morgana oder gar ein frommes Wunschdenken sein. Die so präsentierten Wunden sind die besten Zeugen für die wahrhaftige Auferstehung Jesu von den Toten.

Wenn das so ist, dann ist ja eben nicht mit Jesu Tod alles vorbei. Genau genommen fängt es ja jetzt erst richtig an.

2. Das Essen

Da mag es ja immer noch Skeptiker unter den Jüngern gegeben haben. Und jetzt war Jesus gefordert, auch diese zu überzeugen, dass er tatsächlich auferstanden ist.

Und so bat er die Jünger, dass sie ihm doch bitteschön etwas zu essen geben sollten. Ein Geist kann nämlich keine Mahlzeiten genüsslich verspeisen. Und Hirngespinste können dies schon gleich dreimal nicht.

Da mussten auch die Skeptiker unter den Jüngern zugeben: Dieser Jesus, der am Karfreitag den Kreuzestod gestorben war, dieser Jesus war jetzt quicklebendig unter ihnen. Er unterhielt sich mit ihnen und aß sogar noch einen Bratfisch vor ihren Augen.

Da dieser Jesus lebt, hat das auch ganz konkrete Auswirkungen auf das Leben der Jünger. Was jetzt geschehen war, das musste unter die Leute gebracht werden, das durfte kein geheimes Insiderwissen mehr bleiben.

Und daher sind wir auch heute Morgen zusammen. Weil diese jünger unerschrocken die frohe Botschaft verkündigt haben, haben auch wir Kenntnis von dem Geschehen auf Golgatha erhalten. Und dieses Geschehen hat auch ganz konkrete Auswirkungen auf unser aller tägliches Leben.

Mit diesem auferstandenen Jesus an meiner Seite muss nicht alles so bleiben wie es ist. Mit diesem auferstandenen Jesus an meiner Seite haben auch wir heute die feste Gewissheit des ewigen Lebens.

Aber nicht nur das. Schon im hier und jetzt will uns unser Herr auf unserem weiteren Lebensweg begleiten. Er möchte Freud und Leid mit uns teilen und uns ein treuer Begleiter auf all unseren Wegen sein.

Auch heute, wo wir in ungewissen Zeiten unterwegs sind und nicht wissen, wie alles weitergeht, dürfen wir uns ganz fest an diesen Jesus krallen, der immer bei uns ist, alle Tage bis an der Welt Ende.

3. Die Bibel

Die Jünger hatte Jesus ja nun überzeugt. Aber Jesus geht es ja nicht nur um die Jünger. Alle Menschen sollen erkennen können, dass ER den Weg zu unserem himmlischen Vater wieder freigemacht hat.

Die Jünger können ja viel erzählen. Aber was, wenn die Kirchenoberen der damaligen Zeit Beweise haben wollten? Die ließen sich sicherlich nicht so leicht mit einigen Berichten in ihren Dogmen erschüttern.

Und daher legte ihnen Jesus die Schrift aus. Nur mal so nebenbei bemerkt: Das Neue Testament gab es damals natürlich noch nicht. Jesus legte den Jüngern also das Alte Testament aus. In diesem steht nämlich schon alles beschrieben, was geschehen würde.

Von Geburt an bis zu seiner Kreuzigung berichten die Propheten sehr konkret über den Lebens- und Leidensweg Jesu. Und sie berichten auch, dass wir durch seine Wunden geheilt sind, wenn wir denn dies im Glauben annehmen.

Liebe Gemeinde, heute haben wir es natürlich noch ein Stück weit besser. Heute können wir das Alte Testament nehmen und Punkt für Punkt im Neuen Testament die Erfüllung der Prophezeiungen der Propheten beweisen.

Und warum um alles in der Welt sollten wir jetzt noch daran zweifeln, dass sich einige Geschehnisse eben noch nicht ereignet haben. Vertrauen wir doch darauf, dass dies alles auch noch geschehen wird.

Heute lassen Sie uns ganz konkret dem lebendigen Herrn nachfolgen, ihm unser Leben übergeben und mit der festen Gewissheit leben, dass auch wir ihm eines Tages persönlich Auge in Auge gegenüberstehen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 5. Vers des Liedes "Jesus lebt, mit ihm auch ich !" (EG 115) des Liederdichters Christian Fürchtegott Gellert einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Feiertag und einen guten Start in die neue Woche, getragen, behütet und begleitet von unserem lebendigen Herrn.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Apr 19, 2020 1:00 pm

ePredigt vom 19.04.2020 (Jesaja 40, 26-31)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Quasimodogeniti, was übersetzt bedeutet "Wie die neugeborenen Kindlein". Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 40. Kapitel, die Verse 26-31. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Hebt eure Augen in die Höhe und seht ! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel sagst:" Mein Weg ist dem Herrn verborgen und mein Recht geht vor meinem Herrn vorüber?" Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.



Liebe Gemeinde,

ja, wie die neugeborenen Kindlein dürfen wir uns seit Ostern bezeichnen. Was bedeutet dies aber ganz konkret für einen jeden Einzelnen unter uns ? Lassen Sie uns dafür versuchen anhand unseres Predigttextes konkrete Antworten zu finden.

1. Er ruft sie alle mit Namen

Wir sind keine anonyme Masse namens Mensch, die Gott gegenübersteht. Nein, ER kennt uns alle bei unserem Namen. So sagt es unser Predigttext.

Unser Herr möchte mit einem jeden von uns Gemeinschaft haben. Die Grundlage dafür hat er uns zu Ostern geschenkt. Aber eben nur die Basis.

Seit Ostern kommt es nämlich auf einen jeden Einzelnen an, ob auch er Gemeinschaft mit Gott haben möchte. Gott wird keinem Menschen, der aufrichtig zu ihm kommt, seine Sünden bekennt und bereut die Türe vor der Nase zuschlagen.

Seit Ostern steht der Himmel für uns wieder weit offen. Oftmals höre ich bei vielen Menschen auch ein wenig Angst, wenn sie hören, dass Gott einen jeden bei seinem Namen kennt. Die Angst ist aber vollkommen unbegründet. Wir haben keinen Kontroll-Gott, der nur darauf wartet, dass jemand von uns einen Fehler macht, damit er ihn dann auch entsprechend bestrafen kann.

Der Gott, der durch die Bibel zu uns spricht ist ein liebender Gott, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschonte, sondern ihn dem Tode preisgab, nur damit wir wieder mit IHM Gemeinschaft haben können.

2. Müde erhalten Kraft und Unvermögende erhalten Stärke

Wenn ich mir die heutige Gesellschaft anschaue, dann reicht oftmals ein Job nicht mehr, um den Lebensunterhalt davon zu finanzieren. Sehr viele Menschen haben einen, manche auch zwei und manche auch drei Nebenjobs, um so gerade eben über die Runden zu kommen. Häufig geht dies aber nicht lange gut und man fällt in einen Burnout hinein.

Diesen müden Menschen verspricht Gott Kraft. Aber nicht die Kraft um noch mehr und noch mehr zu ackern, sondern die Kraft die aus seinem Beistand herrührt. Gott will doch nicht, dass seine Kinder sich zu Tode schuften. Wir sind doch alle Königskinder. Gott gibt seinen Königskindern z.B. den Beistand, einmal in Ruhe nachzudenken, wie es denn weitergehen soll.

Dies ist nicht auf den Beruf beschränkt. Es trifft auf alle Situationen unseres Lebens zu. Gott gibt auch den Trauernden die Kraft, nicht in ihrer Trauer zu verweilen, sondern mit seinem Beistand wieder aufzustehen.

Unvermögende erhalten Stärke. So haben wir es soeben gehört. In der Elberfelder Bibelübersetzung steht hier für das Wort Unvermögende das Wort Ohnmächtige.

Wie oft stehen wir, gerade auch in diesen Zeiten ohnmächtig vor einer Situation da. Wir können zurzeit nur ohnmächtig zuschauen, was gerade mit unserer Gesundheit und der Wirtschaft passiert. Das ist zugegebenermaßen ein bedrückendes Gefühl.

Aber gerade uns Ohnmächtigen verspricht unser Vater im Himmel Stärke. Stärke, die Situation mit seiner Hilfe auszusitzen. Stärke, um nach dieser Zeit wieder aufzustehen. Und vor allem gibt er uns Stärke, die uns in die Lage versetzt, nicht nur auf uns, sondern auch auf unsere Mitmenschen zu achten.

3. Auf den Herrn harren

Liebe Gemeinde, dieses Wort ist uns in unserer Alltagssprache wohl kaum mehr geläufig. Mit Harren ist mehr gemeint als untätiges Warten. Harren bedeutet, dass ich mit bestimmter innerer Erwartung einer Sache entgegensehe.

Wer so auf den Herrn harrt dem verspricht er, dass er laufen und nicht matt werden wird und dass er wandeln und nicht müde werden wird.

Wir haben gerade die Worte laufen und wandeln gehört. Dies bezieht sich auf unsere konkreten Lebenssituationen. Es gibt in jedem Leben Zeiten der hektischen Betriebsamkeit. Das ist mit dem Wort laufen gemeint. Und gerade in dieser Zeit sorgt des Herren Beistand dafür, dass wird nicht matt werden, also diese Zeiten gut durch- und mit seiner Hilfe überstehen.

Und dann gibt es als Gegenpol Zeiten der Ruhe, die wir auch wirklich in Ruhe begehen sollten. Und auch in diesen Zeiten steht uns unser Herr bei. Liebe Gemeinde auch die Ruhe will gelernt sein. Viele unserer Mitmenschen kennen die rechte Ruhe ja gar nicht mehr. Nach 5 Tagen der Arbeit erwartet uns ein Wochenende, welches von Freitag bis Sonntag vollgepackt ist mit jeder Menge Events.

Zeit für Ruhe ist da nicht mehr. Aber unser Herr weiß, dass wir diese Ruhe dringend benötigen, nicht zuletzt um auch Zeit für IHN zu haben. Daher verspricht er uns, dass er uns auch die Ruhe lehren möchte, und wir auf dem Weg zur Ruhe nicht müde werden, diese zu erlernen und auch beizubehalten.

Wir sehen also, als die neugeborenen Kindlein stehen wir ab sofort unter dem Schutz und der Fürsorge unseres Herrn. Lassen wir uns doch von ihm führen und geleiten unser ganzes weiteres Leben lang.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 1. Vers des Liedes "Alles ist an Gottes Segen..." (EG 352) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen
über alles Geld und Gut.
Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet
einen freien Heldenmut.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Apr 26, 2020 1:38 pm

ePredigt vom 26.04.2020 (1. Petrus 2, 21b-25)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Miserikordias Domini, dem zweiten Sonntag nach Ostern. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 2, die Verse 21b-25. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.



Liebe Gemeinde,

vor zwei Wochen haben wir das Osterfest gefeiert. Vielleicht ein wenig besinnlicher als in den Jahren zuvor, aber das Entscheidende ist und bleibt doch, dass unser Herr von den Toten auferstanden ist und wahrhaftig lebt. Schauen wir uns doch heute noch einmal an, was Gott für uns getan hat und was er von uns erwartet.

1. Jesus hat gelitten

Unser Herr starb einen grausamen Tod, den grausamsten den es in der damaligen Zeit gab. Wir müssen uns immer wieder vergegenwärtigen, dass ER dies für uns auf sich nahm.

Die beiden Worte "für euch" zu Beginn unseres heutigen Predigttextes machen dies noch einmal besonders deutlich.

Wir sehen ja meist lieber die positive Seite. Alles Negative blenden wir dann lieber ein wenig aus. Lassen Sie uns immer der Tatsache bewusst sein; da wo Jesus grausam starb, genau an diesem Kreuz müsste jeder von uns hängen, wenn es zum Weltgericht kommt.

Vielleicht ist dieser Aspekt ja doch auch die Grundlage dafür, dass wir unserem Herrn immer wieder dafür danken, dass er uns diesen Weg erspart hat.

Natürlich, liebe Gemeinde, nach dem Leid am Karfreitag kam die Auferstehung. Und von dieser Erlösungstat profitieren wir alle bis zum heutigen Tage.

2. Nachfolge

Wir sollen seinen Fußstapfen nachfolgen, wenn wir den Weg in die Jüngerschaft antreten wollen. Das ist ja schon einmal eine ganz große Herausforderung.

Denken wir einmal an eine Schneewanderung. Wenn wir alleine losmarschieren, dann müssen wir uns den Weg durch den Tiefschnee mühsam selber bahnen. Das ist beschwerlich und anstrengend. Wenn uns aber schon jemand vorausgegangen ist, dann fällt es uns schon erheblich leichter, diesem zu folgen.

Und noch etwas ist ganz wichtig. Stellen wir uns vor, wir müssten diesen Weg in der Dunkelheit alleine gehen. Wie schnell würden wir uns verlaufen. Da der Herr vor uns hergeht, können wir aber auch in der Dunkelheit seinen Fußstapfen folgen. Somit stellt unser Herr sicher, dass wir immer auf dem rechten Weg bleiben.

Als Wegzehrung finden wir dann auch einige ganz konkrete Hinweise, was wir auf dem Weg bitteschön unterlassen sollen. Wir sollen nicht betrügen. Nun gut, ich gehe mal davon aus dass unter uns heute Morgen kein Spitzbube sitzt, der sich den Betrug zum Beruf gemacht hat. Aber der Betrug fängt ja schon im Kleinen an.

Ich komme jetzt mal auf ein Thema, das uns in den vergangenen Wochen stark beschäftigt hat: Das Toilettenpapier. Schon die einfache Mitnahme der Rolle Toilettenpapier am Arbeitsplatz ist ein Vergehen gegen meinen Arbeitgeber und somit eine Sünde.

Ferner sollen wir nicht widerschmähen. Schmähen ist die verstärkte Form von beleidigen und beschimpfen. Das ist auch nicht immer so einfach. Wenn ich persönlich beschimpft werde, dann schwillt mir schon mal der Kamm und ich kann nicht immer garantieren, dass ich nicht auch zurückpoltere.

Dann sollen wir auch das Leiden ertragen und zwar still und mit unserm Herrn zusammen. Wir sollen also nicht immer und überall Schuldige für unsere Nöte und Probleme suchen, sondern diese mit der Hilfe unseres Herrn durchleben und durchleiden.

Das klingt alles so schön einfach, ist es aber nicht. Aber wir haben ja unseren Herrn an unserer Seite, der uns durch alle Leiden hindurchführt und begleitet.

3. Hirte und Bischof unserer Seelen

Liebe Gemeinde, eine Schafherde ohne ihren Hirten ist vollkommen ungeschützt. Jeder Wolf hat ganz einfachen Zugang zu seiner Beute. In unserem Falle schützt uns unser guter Hirte vor den Machenschaften Satans, der nach wie vor nur eines im Sinne hat, nämlich uns von unserem Heiland wegzulocken.

Daneben führt der Herr seine Herde auch auf sicheren Bahnen durch das Leben. Daran dürfen wir uns gerade in diesen recht turbulenten Zeiten gerne erinnern.

Gleichzeitig ist unser Herr aber auch der Bischof unserer Seelen. Was heißt dies nun schon wieder? Im Griechischen Text steht dort das Wort "Episcopus", was übersetzt "Überschauer" bedeutet. Dies bringt uns nun auch nicht wirklich weiter. Übersetzen wir diesen Begriff nun in die lateinische Sprache, dann steht dort "Supervisor".

Da können wir schon mehr mit anfangen. Der Supervisor schaut sich Dinge von außen an, also aus einem anderen Blickwinkel als wir das selber tun können und weiß auch so, wo die Tücken sind und wo und warum es manchmal "hakt" in unserem Leben. Zudem ist der Supervisor jemand, der uns stets kompetent beraten kann.

Nutzen wir doch dieses Angebot unseres Herrn und bitten ihn immer wieder um eine Supervision unseres Lebens. Er ist ja stets nur ein Gebet weit weg von uns und wartet nur darauf, dass wir ihn anrufen.

Wenn wir dies tun und den Kontakt zu ihm nie abreißen lassen, dann wird er uns sicher durch alle Stürme des Lebens führen und uns wohlbehalten in der Ewigkeit ankommen lassen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den zweiten Vers des Liedes "Dir, dir, o Höchster, will ich singen..." (EG 328) des Liederdichters Bartholomäus Crasselius einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir;
dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier,
dass ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel.


Der Herr segne Dich und behüte Dich Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich Ihr

Ulrich Naber




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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19


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