ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jul 22, 2019 10:31 am

ePredigt vom 21.07.2019 (Matthäus 9, 35 - 10,1 , 5-10)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis. Den Prediggtext für den heutigen Sonntag finden wir im 9. Kapitels des Matthäusevangeliums, Vers 35 bis Kapitel 10, die Verse 5-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Diese zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Geht nicht den Weg zu den Heiden, und zieht in keine Stadt der Samariter, sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt böse Geister aus. Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch. Ihr sollt weder Gold noch Silber, noch Kupfer in euren Gürteln haben, auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert.


Liebe Gemeinde,

heute geht es um die Aussendung der Jünger und damit auch um unsere Aufgaben als Christen in der Welt. Wie Jesus seine Jünger damals in die Welt sandte, so sendet er auch uns heute noch, um in seinen Dienst zu treten. Schauen wir uns diese Sendung doch einmal etwas näher an.

1. Kein Hirte

Diese Situation haben wir in unserer heutigen säkularen Welt leider immer häufiger. Kirchenkreise werden zusammengelegt, einzelne Kirchen gar für immer geschlossen und auch weitere christliche Gemeinschaftsveranstaltungen können nicht mehr im gewohnten Rahmen stattfinden, da diejenigen fehlen, die für deren Ausrichtung verantwortlich sind.

Was hat das mit mir zu tun, werden Sie fragen; ich bin doch kein Pfarrer. Die Jünger, die Jesus sandte, liebe Gemeinde, waren allesamt keine studierten Theologen. Sie setzen sich aus einem bunten Reigen diverser Berufe und verschiedenster Charaktere zusammen.

Diese waren ihrem Herrn und Meister schon seit einiger Zeit getreulich nachgefolgt und hatten alles live erlebt, was Jesus tat.

Und jetzt kommt der Punkt, wo Jesus uns auch heute noch beruft. Er erklärte seinen Jüngern damals und auch uns heute, dass jede Menge Arbeit auf uns wartet, es aber zu wenig Arbeiter gibt. Und daher beruft er uns alle in seinen Dienst.

2. Vor der Sendung

Wie die Jünger damals, so wartet auch auf uns heute jede Menge Arbeit. Also schickte Jesus seine Jünger sofort los, um ja keine Zeit zu verlieren. Zeit ist bekanntermaßen Geld, das war schon damals so. Und genau das machte Jesus nicht.

Bevor überhaupt ein Jünger das Missionsfeld mit seinen mannigfachen Aufgaben betritt wird erst einmal gebetet. Jesus fordert die Jünger auf, den Herrn zu bitten, dass er Arbeiter sende, die diese Aufgaben ausführen können.

Damit ist gemeint, dass wir uns nicht selber unsere Tätigkeiten aussuchen dürfen, uns also nicht selber berufen sollen, sondern, dass wir zunächst unseren Vater im Himmel fragen sollen, zu welchem Arbeitseinsatz er uns denn einteilen möchte.

Kein Mensch kann alles. Aber Gott weiß alles und kennt uns alle. Und darum ist es auch so wichtig, dass er einem jeden von uns seine ganz individuelle Aufgabe zuteilt. Und zwar genau die Aufgabe, zu der er uns befähigen möchte oder sogar schon befähigt hat.

Jetzt ist jeder unter uns gefragt, dies ganz persönlich mit Gott abzuklären. Fragen wir doch unseren Vater im Himmel immer wieder und immer öfter, wo er uns denn einsetzen möchte. Wenn wir dies berücksichtigen und uns nicht immer wieder selber berufen, dann werden wir die an uns gestellten Aufgaben mit Freude im Herzen ausführen.

Alles andere kann nämlich zu einem großen Desaster werden. Wir hatten einmal einen Prediger, der es einfach nicht schaffte, vor einer größeren Menschenmenge öffentlich zu reden. Er hatte aber wahnsinnige organisatorische Fähigkeiten. Heute leitet er ein sehr großes Missionsbüro, welches weltweit aufgestellt ist.

Wenn wir aufeinander achten und miteinander beten, dann können uns diese Desaster erspart bleiben und jeder ist direkt an dem Platz, wo Gott ihn gebrauchen möchte.

3. Jetzt geht's los

Ja, liebe Gemeinde, wenn wir unsere ganz spezielle Aufgabe erhalten haben, dann sollen wir das Missionsfeld betreten und unsere Aufgaben auch wahrnehmen.

Unser ganzer Dienst steht aber immer unter einem zentralen Thema. Bei allem, was für den Aufbau des Reiches Gottes tun, soll immer das Evangelium im Mittelpunkt stehen. Immer sollen wir die frohe Botschaft über jeden anderen Dienst stellen.

Bei allen Aufgaben, die uns unser Herr überträgt sollen wir den Menschen mitteilen, dass sein Reich nahe herbeigekommen ist und dass jetzt der rechte Zeitpunkt gekommen ist, sich zu bekehren, um auch in sein Reich aufgenommen zu werden.

Beispielhaft werden von Jesus Aufgaben aufgeführt, die sicherlich nicht abschließend gemeint sind. Sicherlich sind Sie auch über die Aufgabe "Weckt Tote auf" gestolpert. Damit meint Jesus natürlich geistlich tote Menschen. Durch unseren Dienst sollen wir diesen die frohe Botschaft verkündigen, damit auch sie erweckt werden können.

Und dann sind wir sicherlich alle auch darüber gestolpert, dass Jesus seine Jünger angewiesen hat, auf dieser Reise nichts mitzunehmen. Damit meint unser Herr, dass wir auf unserer Reise mit ihm keinen unnützen Ballast mitnehmen sollen. Zum anderen sollen wir aber auch keine aus unserer lebensnotwendigen Dinge mit auf unsere Reise nehmen. Warum eigentlich nicht ?

Bei allem, was wir für unseren Herrn tun, sollen wir uns allein auf Ihn und seine Fürsorge für uns verlassen. Alles, was uns davon abhält, das sollen wir getrost zu Hause lassen, denn er hat uns ja versprochen, dass er für uns sorgen wird.

Lassen Sie uns daher frohen Mutes ans Werk gehen, und zwar genau so, wie es unser Herr von uns erwaretet. Und wenn's dann doch mal schiefgeht, lassen Sie uns daran denken, dass unser Herr stets nur einen Gebetsruf weit von uns entfernt ist.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn loben, indem wir gemeinsam in den 1. Vers des Liedes "Du meine Seele singe..." (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, welcher lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jul 29, 2019 11:24 am

ePredigt vom 29.07.2019 (1. Petrus 2, 2-10)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 6. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 2, die Verse 2-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das neue Gottesvolk

So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede und seid begierig nach der der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil, da ihr ja geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist. Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Darum steht in der Schrift (Jesaja 28,16) "Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden." Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar, für die Ungläubigen aber ist " der Stein, den die Bauleute verworfen haben, und der zum Eckstein geworden ist, ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses" (Psalm 118,22), Jesaja 8,14); sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie bestimmt sind. Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; die ihr einst " nicht ein Volk" wart, nun aber "Gottes Volk" seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid (Hosea 2,25).



Liebe Gemeinde,

die Überschrift unseres heutigen Predigttextes lautet ja "Das neue Gottesvolk". Seit Jesus für unsere Sünden am Kreuz mit seinem Tode bezahlt hat, können wir alle zu diesem neuen Gottesvolk gehören. Aber was zeichnet denn dieses neue Gottesvolk aus. Lassen Sie uns dies heute Morgen einmal etwas näher betrachten.

1. Wie die neugeborenen Kindlein

Wie oft wünschen wir uns, wenn wir etwas vermasselt haben einen Neustart. Man müsste das, was man gesagt oder getan hat, einfach auswischen können. So bei einer Tafel in der Schule. Und dann könnte man von Neuem beginnen. Das wäre doch herrlich, nicht wahr?

Vor Gott, liebe Gemeinde ist das, was in der Welt nicht möglich erscheint, aber eine unumstößliche Realität. Wir können unser altes sündhaftes Leben zu Gott tragen und ihn bitten, einen Neuanfang mit uns zu wagen. Jeder, der dies mit aufrichtigem Herzen tut, den wird Gott nicht vor die Türe setzen.

Wer ehrlich seine Sünden bereut, Gott diese bekennt und bereit ist zur Umkehr, der ist vor Gott wie ein unschuldiges neugeborenes Kindlein. So einfach ist die Wiedergeburt.

Wir wir alle wissen, ernähren sich Babys zumeist von der Muttermilch. Sie sind bei dieser Nahrungsaufnahme ganz eng mit der Mutter verbunden. Und so möchte Gott uns auch mit seinem Wort geistlich ernähren. Das hingegen klappt aber nur, wenn wir ganz dicht an ihm dranbleiben.

Ganz dicht dranbleiben bedeutet: Sein Wort lesen und studieren, zu ihm beten und die Gemeinschaft der anderen Christen suchen. ER hat uns ja versprochen, wo zwei oder mehr Menschen in seinem Namen zusammen sind, da ist er mitten unter ihnen.

2. Lebendige Steine

Wir sind also lebendige Steine. Klingt schon ein wenig komisch. Ich habe jedenfalls noch keinen lebendigen Stein gesehen.

Stellen wir uns doch einmal die Gemeinde als Kirchengebäude vor. Eine Kirche wird aus verschiedenen Steinen gebaut. Diese sind unterschiedlich groß, haben ein unterschiedliches Gewicht und unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen.

Und dann gibt es in diesem Gebäude einen Stein, der ganz wichtig ist; es ist der Eckstein des Gebäudes. Wenn man diesen entfernt, dann kracht das ganze Gebäude ineinander. Alle anderen Steine sind auf diesen Stein angewiesen. Dieser Eckstein, sie haben richtig vermutet, ist natürlich unser Herr Jesus Christus.

Als seine Jünger, also als diese lebendigen Steine, sollen wir uns ganz auf ihn ausrichten und damit auch die eigene Bedeutungslosigkeit ohne ihn erkennen.

Eine Gemeinde, die sich an diesem Eckstein orientiert wird immer auf dem rechten Kurs bleiben, da dieser von dem Eckstein an die anderen Steine also an uns weitergegeben wird.

Petrus beschreibt aber auch die ungläubigen Menschen. Das sind die Menschen, die mit diesem Eckstein nichts zu tun haben wollen. Sie sind überzeugt von ihrer eigenen Kompetenz und ihrem eigenen Können und brauchen niemanden auf der Welt, nur sich selber.

Aber eines Tages werden diese Menschen merken, dass auch sie ein Dach über dem Kopf benötigen. Dieses können sie aber alleine gar nicht bewerkstelligen, da ihnen dieser Eckstein fehlt.

3. Königskinder, Gottes Eigentum

Liebe Gemeinde, hier beschreibt uns Petrus ganz konkret, was wir als neugeborene Christen wirklich sind. Wir sind Königskinder. Wir, die wir einst in der Finsternis der Sünde verweilten, wir sind von Gott in den Stand eines Königskindes erhoben worden.

Wir sind nicht Gottes Angestellte, nein wir sind reale, echte Kinder des Königs aller Könige. Das bedeutet aber auch, dass wir einen Erbanspruch besitzen, wie ihn jedes Kind besitzt. Wir haben einen Anspruch auf unserem Platz im Himmel. Das mag zwar überheblich klingen, ist aber so. Und Gott will dies ja auch.

Wie weltliche Königskinder auf ihre späteren Aufgaben vorbereitet werden, so möchte uns Gott in seiner Jüngerschule auf unsere späteren Aufgaben vorbereiten. Eine der wichtigsten Aufgaben besteht darin, dass wir denen, die seinen Eckstein verworfen haben erklären, dass dieser Eckstein so wichtig ist, dass ihr gesamtes Leben, das Leben in dieser Welt und das Leben danach, allein von diesem Eckstein abhängt.

So, und jetzt wird’s noch einmal ein wenig ernster. Wir sind nämlich als Königskinder auch Gottes Eigentum. Mit meinem Eigentum kann ich tun und lassen, was ich will, solange ich anderen Menschen damit keinen Schaden zufüge.

Und Gott kann auch mit uns machen, was er will. Als sein Eigentum leben wir in ständiger und vollkommener Abhängigkeit von unserem Herrn. ER allein bestimmt, wie lange wir auf dieser Erde leben und nicht wir oder irgendwelche Mediziner. Daher beten wir ja auch in dem bekanntesten unserer Gebete nicht "mein Wille geschehe, oder der Wille der Ärzte geschehe", sondern "Dein Wille geschehe". Auch wenn es ein wenig ernst geklungen hat, keine Angst, wir kommen ja von hier gleich in den Himmel hinein, einen Ort, der um ein vielfaches schöner sein wird als alle bekannten Orte dieser Welt.

Mir wurde auf einer Evangelisationsveranstaltung von dem Prediger einmal folgende Frage gestellt, die ich einfach mal kommentarlos an Sie alle weiterleiten möchte:

"Wie lange möchten Sie auf Erden leben? 50 Jahre lang und eine Eintrittskarte in den Himmel in der Tasche, oder 100 Jahre lang mit vollkommener Ungewissheit, was danach kommt ?"

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn, der uns zu seinem neuen Gottesvolk bestimmt hat loben und preisen, indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Großer Gott, wir loben dich..." (EG 331), des Liederdichters Ignaz Franz einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Großer Gott, wir loben dich; Herr wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst Du in Ewigkeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start als Königskind in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Aug 05, 2019 11:14 am

ePredigt vom 04.08.2019 (Johannes 6, 30-35)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 7. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Johannes im 6. Kapitel, die Verse 30-35. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da sprachen sie zu ihm: Was tust du für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? Unsre Väter haben in der Wüste das Manna gegessen, wie geschrieben steht (Psalm 78,24) "Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen." Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn Gottes Brot ist das, das vom Himmel kommt und gibt der Welt Leben. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit solches Brot. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.




Liebe Gemeinde,

viele Menschen hatten schon von Jesus gehört und vor allen Dingen sicherlich auch von seinen Wundertaten. Auch sie wollten zum Glauben kommen. Was lag da näher, als Jesus um ein Wunder zu bitten, welches sie überzeugen würde. Schauen wir uns einmal gemeinsam an, wie diese Geschichte ihren Lauf nahm.

1. Zeichen und Wunder

Liebe Gemeinde, waren Sie schon einmal bei der Show eines Zauberers? Wer schon einmal dabei war, der wird mir sicherlich zustimmen, dass die Tricks der Zauberer schon sehr, sehr beindruckend sind. Aber heute, mein Besuch bei einer Zaubershow ist schon einige Jahre her, kann ich mich kaum noch daran erinnern, wie die Show gelaufen ist.

Und das sagt Jesus auch der Menge, die ihn um ein Wunder bat. Nehmen wir einmal an, Jesus hätte ein Wunder vollbracht. Sicherlich wären einige der Anwesenden zum Glauben gekommen. Aber wenn sie längere Zeit keine Folgewunder erlebt hätten, wären sie wieder in ihren Alltagstrott zurückgekehrt.

Wunder bringen keinen Menschen zum Glauben, aber der Glaube wirkt Wunder. Also genau andersherum wird ein Schuh draus. Ein Mensch, der Jesus als Herrn seines Lebens in sein Leben treten lässt, dem öffnet der Herr die inneren Augen und Ohren.

Wenn diese geöffnet sind, dann erlebt man so manches Wunder, was man früher in dieser Form gar nicht beachtet hätte. Vermeintliche Zufälle werden auf einmal zu Gottes ganz konkreten Wegen. Krankheiten, die einen ereilen, werden nicht mehr nur als lästig empfunden, sondern geben einem jetzt endlich Zeit für Gott.

Und so hat Jesus schon so manchen Lebenslauf seiner Nachfolger komplett auf den Kopf gestellt.

2. Hunger und Durst Teil 1

Wenn Jesus seinen Jüngern etwas erklären will, so macht er es wie ein guter Pädagoge es tun soll. Vom bekannten hin erklärt er das unbekannte.

Hunger und Durst kannten sicherlich auch schon die Menschen, die zu Jesu Lebzeiten auf der Erde verweilten. Wenn wir eine Mahlzeit zu uns genommen haben, dann haben wir für einen bestimmten Zeitraum die Bedürfnisse unseres Körpers gestillt. Aber schon nach einiger Zeit meldet er sich wieder und verlangt nach neuem Essen.

Genau so ist es mit unserem Durst. Wenn die Informationen stimmen, die ich im Internet herausgefunden habe, dann kann ein Mensch 3 Wochen maximal ohne Nahrung überleben aber nur maximal eine Woche ohne Flüssigkeitszufuhr.

Wir sind also stets und ständig darauf angewiesen, dass wir unserem Körper ausreichend Flüssigkeit und feste Nahrung zuführen.

3. Hunger und Durst Teil 2

Liebe Gemeinde, es gibt nicht nur einen Hunger und einen Durst des Körpers. Es gibt auch einen Hunger und Durst unserer Seele.

Wir alle tragen eine Sehnsucht in unserem Herzen. Diese hat Gott auch ganz bewusst dort hineingelegt. Bevor wir mit unserem Herrn in Berührung kommen, versuchen wir diese Sehnsucht auf mannigfache Art und Weise zu befriedigen.

Der eine kauft sich ein tolles Auto nach dem anderen. Der andere hingegen modelliert seinen Körper mittels Schönheitsoperationen bis er seinem Ideal scheinbar entspricht. Und wieder ein anderer versucht diese Sehnsucht zu befriedigen, indem er arbeitet, wie ein Verrückter und die Karriereleiter immer weiter nach oben erklimmt.

Nur leider ist es so, dass diese scheinbaren Bedürfnisbefriedigungen schon nach kurzer Zeit wieder den Hunger und Durst der Seele nach noch mehr auslösen. Egal, was der Mensch auch von sich aus unternimmt, er wird niemals in der Lage sein, diesen Hunger zu befriedigen.

Und dann sagt uns der Herr Jesus etwas ganz entscheidendes: "Ich bin das Brot des Lebens." Und Jesus ist ein ganz besonderes Brot des Lebens. Wer zu ihm kommt, dessen Hunger und Durst seiner Seele werden ein für alle Male gestillt sein.

Und das, liebe Gemeinde, ist das schönste was es auf Erden geben kann. Ruhe und Frieden seiner Seele gefunden zu haben in unserem Herrn. Allen denen, die sich an unseren Herrn wenden verspricht er diese Ruhe und diesen Frieden, den die Welt nicht bieten kann.

Natürlich geht unser Leben in dieser Welt weiter. Gar keine Frage. Aber in allen Stürmen und Unbillen unseres Lebens dürfen wir immer häufiger und immer stärker diese Momente des Friedens unserer Seele verspüren.

Jetzt gibt es ja religiöse Abenteurer, die uns weismachen wollen, dass es einer ständigen Erneuerung unseres Bundes mit Jesus bedarf. Glauben wir ihnen nicht. Bekehrt ist bekehrt. Und von Gott angenommen bleibt auf ewig angenommen.

Erzählen wir doch unseren Mitmenschen, die noch nichts von diesem Frieden der Seele spüren können, dass auch sie nur ein Gebet weit von diesem Frieden entfernt sind.

Und wer diesen Frieden gefunden hat, der kann mit frohem Sinne in den 4. Vers des Liedes "Ich bete an die Macht der Liebe.." (EG 661) von Gerhard Tersteegen einstimmen, der da lautet, wie folgt:

O Jesu, dass dein Name bliebe, im Grunde tief gedrücket ein;
möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein.
Im Wort, im Werk und allem Wesen, sei Jesus und sonst nichts zu lesen.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche mit dem Frieden im Herzen, den unser Herr uns allen geschenkt hat.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Aug 12, 2019 11:11 am

ePredigt vom 11.08.2019 (Jesaja 2, 1-5)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 8. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 2. Kapitel, die Verse 1-5. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Dies ist's, was Jesaja, der Sohn des Amoz geschaut hat über Juda und Jerusalem: Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen!
Denn von Zion wird Weisung ausgehen, und des Herrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des Herrn!



Liebe Gemeinde,

wenn wir ein bestimmtes Ziel erreichen wollen, dann ist es durchaus von Vorteil, wenn wir in die richtige Richtung marschieren. Machen wir dies nicht, dann kommen wir da an, wo wir überhaupt nicht hinwollten. So ist es auch bei uns Christen. Und da ist es als bekehrter Christ schon von Vorteil, wenn man in der Bibel nachlesen kann, wie denn die letzte Zeit ausschaut.

Und wenn wir unser Ziel, also den Himmel kennen, dann ist es weiterhin von Vorteil, wenn uns unser Herr Verhaltensweisen und Fakten an die Hand gibt, die auch im Himmel von Bedeutung sind. Wir können diese nämlich schon auf Erden trainieren. Schauen wir uns doch heute Morgen einmal einige davon an.

1. Viele Völker

Ja, liebe Gemeinde, viele Völker werden dereinst im Himmel sein. Wenn der Prophet Jesaja von vielen Völkern schreibt, dann meint er natürlich auch einen jeden, der zu dieser Volksgruppe hinzugehört. Gott möchte nämlich nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verloren geht.

Und genau da kommen wir ins Spiel. Das traurige ist, dass wir dafür nicht einmal mehr so weit reisen müssen. Unsere Missionsfelder liegen ja mittlerweile wieder direkt vor unserer Haustüre. Schauen wir und solch einmal an unserem Arbeitsplatz und in unserem Freundeskreis um und zählen mal die Christen zusammen. Wenn nur noch rund 1 % der Bundesbürger an christlichen Veranstaltungen teilnimmt, dann können wir ermessen, welch großes Missionsfeld eben direkt vor unserer Haustüre vorzufinden ist.

Unsere Aufgabe ist, es mit Herzen, Mund und Händen unseren Mitmenschen zu zeigen, warum wir Christen sind.

2. Frieden

Vollkommenen Frieden den werden wir natürlich erst im Himmel erfahren. Aber auf dem Weg in den Himmel können wir auf Erden auch schon als Friedensstifter tätig werden.

Unser Vorrecht als Christen ist es, unseren Mitmenschen das Leben hier auf Erden ein wenig einfacher gestalten zu dürfen. Das können wir, indem wir uns nicht an jedem Geschwätz beteiligen. Das können wit auch, indem wir uns zum Beispiel vom Mobbing fernhalten.

Aber auch, wenn wir versuchen, Streit nicht eskalieren zu lassen. Einfach einmal nachgeben, wo ich vielleicht im Recht bin. Einfach mal auf den anderen zugehen, der mich geärgert hat. Oder einfach mal die berühmten Fünfe gerade sein lassen. Das heißt nicht zu allem und jedem immer das vielzitierte Ja und Amen zu sagen, das bedeutet nur, nicht immer meinen Dickkopf durchsetzen zu wollen.

Wenn der Prophet hier schreibt: Schwerter zu Pflugscharen zu machen, dann ist es unsere Aufgabe auch für den Weltfrieden einzustehen. Unsere Mittel dabei sind gewaltig. Wir haben nämlich das Gebet und damit den direkten Draht zu unserem Herrn. Bitten wir ihn doch immer wieder, er möge den Politikern die Einsicht geben, dass Aufrüstung der falsche Weg ist.

3. Wandeln im Licht des Herrn

Das klingt so schön pathetisch. Da konnte ich zunächst so rein gar nichts und alles mit anfangen. Bis ich bei einem katholischen Pfarrer einige Impulse entdeckt habe, die dieses Wandeln im Licht ganz konkret werden lassen.

Wandeln im Licht bedeutet, dass ich Jesus einfach nur anblicke. Ich muss nicht den kompletten Durchblick bekommen, ich muss nur auf ihn schauen und ihm nachfolgen.

Ich soll mich auch nicht damit abrackern alles verstehen zu wollen, was in der Bibel steht. Nein, liebe Gemeinde, ich muss nicht alles verstehen, aber ich muss ZU IHM stehen. Dann wandele ich im Lichte seiner Herrlichkeit.

Wenn ich dies mache, dann habe ich auch einen direkten Draht zu unserem Herrn. Dann kann er auch direkt mit mir reden. Dann verstecke ich mich nicht mehr hinter teils fragwürdigen Auslegungen des Wortes Gottes, dann bewege ich mich in seinem Licht, welches mir den Weg weist, den ich gehen soll.

Und das, liebe Gemeinde, ist auch Evangelisation. Wenn wir unseren Weg an Jesu Hand gehen, dann werden wir von ihm verändert werden. Und diese Veränderung wird auch von unserer Umwelt wahrgenommen werden. Zunächst in unseren Familien, dann von unseren Freunden und auch von unseren Arbeitskollegen.

Wenn wir diesen Weg ehrlichen Herzens gehen, dann werden unsere Mitmenschen neugierig werden auf den Weg, den wir gehen. Und dann können wit Ihnen von dem erzählen, was auch sie eines Tages erwarten könnte, wenn auch sie diesen Weg einschlagen.

Diesen Wandel im Licht beschreibt der Liederdichter Philipp Spiita sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes "Ich steh in meines Herren Hand..." (EG 74). Lassen Sie uns nunmehr gemeinsam in diesen Vers einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben;
nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben.
Und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihn und wen er hält,
wird wohlbehalten bleiben.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine schöne neue Woche im Licht unseres Herren.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Aug 19, 2019 11:00 am

ePredigt vom 18.08.2019 (Philipper 3, 7-14)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem 9. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für unseren heutigen Sonntag finden wir im Philipperbrief, Kapitel 3, die Verse 7-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird. Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.
Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's schon ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich's ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.



Liebe Gemeinde,

wir befinden uns ja immer noch in der Hauptreisezeit. Wenn wir in den Urlaub fahren, dann müssen wir schon ganz genau darüber nachdenken, was wir mitnehmen und was wir getrost zuhause lassen können. Ebenso erging es Paulus nach seiner Bekehrung. Nur ging es bei Paulus nicht um eine Urlaubsreise, sondern um seine eigene Lebensreise.

Was nehme ich mit auf meine Lebensreise? Das ist die Frage, der wir heute Morgen einmal gemeinsam auf den Grund gehen wollen.

1. Entrümpeln

Nach seiner Bekehrung wurde Paulus klar, dass alles, und so steht es im Urtext Sch... war, was er bisher auf seiner Lebensreise mitgenommen hatte. Also musste er seinen Lebensrucksack zunächst einmal von unnötigem Ballast befreien.

Wie sieht es denn bei uns aus, liebe Gemeinde? Ist mein Rucksack auch noch immer gefüllt mit Dingen, die ich auf meiner Reise mit Jesus gar nicht wirklich brauche?

Bildung, Leistung, Geld und ein tadelloseses Aussehen sind ja heute Werte, die bei den meisten Menschen im Mittelpunkt stehen. Schon die kleinsten der Kleinen werden auf Leistung getrimmt.

Schönheitschirurgen verdienen sich im wahrsten Sinne eine goldene Nase, indem sie die Nasen und andere Körperteile der Patienten so sanieren, wie sie sie haben wollen. Schon unsere Kleinen werden immer häufiger auf Privatschulen geschickt, damit sie gegenüber den anderen Kindern einen Bildungsvorsprung haben. Und dann tragen viele Menschen in ihrem Lebensrucksack den Wert "Geld" mit sich herum.

Aber irgendwann ist es mal vorbei mit dem tollen Aussehen. Wenn die ersten Falten und Gebrechen kommen, dann ist dieser Wert kein Wert, auf dem ich meine Zukunft aufbauen kann. Was ist, wenn der Arbeitsplatz wegrationalisiert worden ist. Dann ist mein Wert Geld auch bald futsch. Und was nützt mir die beste Eliteschule, wenn es nichts mehr gibt, was ich mit diesem Abschluss anfangen kann.

Diese Werte, die Paulus auch heute noch als Sch... bezeichnen würde, sollten wir als erstes mal aus unserem Rucksack hinauswerfen. Jedenfalls als Werte, die den Mittelpunkt unseres Lebens bestimmen und um die sich herum unser ganzes Leben dreht.

2. Der leere Rucksack

So, jetzt ist er leer, unser Rucksack. Aber ohne Gepäck zu reisen ist auch nicht der wahre Jakob. Also, und das sagt uns der Apostel Paulus, muss der Rucksack wieder befüllt werden. Aber jetzt mit den Werten, die auf unserer Lebensreise mit Jesus wirklich wichtig sind.

Alle Werte, die wir soeben betrachtet haben, führen ja nicht dazu, dass wir gerecht vor Gott sind und dass uns dadurch die Himmelstüre wieder aufgetan wird. Das macht allein der Glaube. Derjenige, der für uns am Kreuze starb, der hat die Türe zu Gott für uns wieder sperrangelweit aufgemacht. Und unser Vertrauen auf den Herrn Jesus zu setzen ist das einzige, was uns dauerhaft in die Gemeinschaft mit Gott führt.

Allsonntäglich bekenen wir ja unseren Glauben gemeinsam, in dem wir diesen in unserem Glabensbekenntnis zum Ausdruck bringen.

Zusammen mit dem Glauben legen wir aber noch etwas weiteres in unseren Lebensrucksack hinein. Wenn wir es denn sa sagen wollen, dann packen wir auch Jesus in den Rucksack hinein. Als gläubige Christen sind wir ja nicht mehr allein unterwegs auf den Weg in den Himmel. Wir haben unseren Herrn stets an unserer Seite. Egal, durch welche Nöte, Sorgen und Probleme wir geplagt werden, es ist immer einer da, der uns durch alles hindurch trägt, was uns Schwierigkeiten bereitet.

3. Der Weg

Wenn wir mit Jesus unterwegs ist, dann gehen wir ja den Weg direkt zum Himmel hin. Was wird uns denn dort erwarten? Das war auch eine zentrale Frage, die Paulus sich stellte.

Wenn Paulus sagt, dass er sich ausstreckt, nach dem, was da vorne ist und vergessen will, was dahinten ist, dann kann man dies am besten mit dem Begriff Himmelsperspektive beschreiben.

Paulus schaut nicht reumütig zurück, wenn die ersten Unbillen des neuen Lebens ihn ereilen. Er schaut hoffnungsvoll nach vorne, ganz im Vertrauen auf den Herrn, der ihm persönlich begegnet ist.

Gewiss, liebe Gemeinde, wir leben weiterhin in dieser Welt. Und diese Welt ist alles andere als vollkommen. Das hören wir tagtäglich in den Nachrichten oder lesen es in allen Zeitungen. Aber es erwartet und als Christen eine Heimat im Himmel, wo wir auf ewig mit unserem Herrn zusammenleben werden.

Wenn wir uns diese Tatsache immer wieder vor Augen halten, dann gewinnen Kriege, Klimakatastrophen und unsere ganz persönlichen Unbillen, so schwer sie auch sein mögen, eine ganz andere Bedeutung. Wir können sie an der Hand unseres Herrn aushalten und solange durchschreiten bis wir in seiner Herrlichkeit angekommen sind.

Lassen Sie mich kurz noch ein Letztes sagen. Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass alle gerade genannten schlimmen Dinge auch über den Schreibtisch Gottes müssen. Und er, der regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit, wird uns auch dafür eine Lösung an die Hand geben.

Lassen Sie uns dieses Vertrauen in Gottes Handeln dadurch zum Ausdruck bringen, indem wir nochmals wie zu Beginn gemeinsam in den 2. Vers des Liedes "Allein Gott in der Höh...2 (EG 179) des Liederdichters Nikolaus Decius einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Wir loben, peisn, anbeten dich; für deine Ehr wir danken,
dass du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken.
Ganz ungemessn ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht.
Wohl uns solch eines Herren !


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. Wohl uns, dass wir einen solchen Herrn haben !

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Aug 26, 2019 12:03 pm

ePredigt vom 25.08.2019 (Markus 12, 28-34)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 10. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Markus im 12, Kapitel, die Verse 28-34. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Frage nach dem höchsten Gebot
Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: "Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften." (5.Mose 6, 4-5). Das andre ist dies: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (3. Mose 19; 18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.




Liebe Gemeinde,


nahezu jedes Unternehmen hat heutzutage in Leitbild. Dort wird kurz zusammengefasst, was dem Unternehmen wichtig ist und wonach sich alle Mitarbeiter zu richten haben. Wir Christen haben von unserem Herrn ebenfalls ein Leitbild erhalten, welches für uns alle gleich gültig ist. Schauen wir uns dieses Leitbild doch heute Morgen einmal zusammen an.

1. Gott lieben

Das ist der zentrale Punkt unsere Christenlebens. Wir sollen Gott von ganzem Herzen lieben. Wie eine Frau ihren Mann von ganzem Herzen liebt oder der Mann natürlich auch seine Frau, so sollen wir Gott von ganzem Herzen lieben.

Geht das überhaupt ? Menschen und Gott gleichzeitig und gleichwertig lieben ? Nein, natürlich nicht. Unsere Liebe zu Gott soll stets an erster Stelle stehen; erst danach kommt z.B. die Liebe zu unseren Ehegatten.

Dann sollen wir Gott von ganzer Seele lieben. Die Seele wird beschrieben als die Gesamtheit dessen, was wir fühlen, empfinden und denken. Also sollen wir Gott all unser fühlen, empfinden und denken unterstellen. Das ist eine ganz besondere Richtschnur in unserem Leben.

Alles, was ich fühle, empfinde und denke soll ich zunächst auf Gottes Wort hin überprüfen. Ist das, was ich fühle, denke und empfinde mit Gottes Wort vereinbar, oder aber entferne ich mich von ihm.
Neid und Hass sind Gefühle, die in uns allen immer wieder hochkommen können. Sollte dies einmal wieder geschehen, dann sollen wir diese Gefühle sofort unter Kontrolle bringen, indem wir hören und lesen, was Gott dazu sagt. Natürlich gelingt uns das nicht immer. Aber wir haben ja unseren Herrn an unserer Seite, den wir um seinen Beistand bitten dürfen.

Gott mit allen Kräften zu lieben heißt nichts anderes, als dass ich meiner Liebe zu Gott auch Taten folgen lassen soll. Nicht, damit ich in den Himmel komme, sondern weil Gott mich derart lieb hat, dass er mir schon die Eintrittskarte in den Himmel geschenkt hat.

2. Den Nächsten Lieben wir mich selbst

Liebe Gemeinde, im Christentum spielt die Nächstenliebe ja eine ganz besonders große Rolle. Christentum und Nächstenliebe werden meist in einem Atemzug genannt.

Das ist auch richtig so, doch das höchste Gebot geht noch einen Schritt weiter, den viele Menschen übersehen. Mit dem "wie dich selbst" ist gemeint, dass ich zunächst auch einmal mich selbst lieben muss, kann und darf. Erst dann kann ich meine Liebe auch dem Nächsten schenken.
Vieles, was unter dem Deckmantel der Nächstenliebe getan wird, ist leider oftmals nur ein Gekrampfe mit christlichem Deckmäntelchen.

Den Nächsten lieben wir mich selbst heißt, dass ich dem Nächsten genau die Liebe entgegenbringe, die ich mir selber entgegenbringe. Eine gesunde Selbstliebe ist also geradezu die Voraussetzung dafür, dass ich meinen Nächsten auch wirklich von ganzem Herzen lieben kann.
Und genau diese Liebe zu uns selbst, genau diese Liebe erfahren wir, wenn unser Herr in unsere Herzen einzieht. Er lehrt uns die Selbstliebe und wie wir diese Liebe auf unsere Mitmenschen in Form der Nächstenliebe übertragen können.

Wenn wir das Neue Testament lesen, dann können wir diese Form der Liebe auch daran ablesen, wie Jesus seine Jünger behandelt hat. Er hat sie nicht ausgequetscht wie eine Zitrone und von einer Evangelisation zur nächsten geprügelt. Nein, er ist sorgsam mit Ihnen umgegangen und hat ihnen dadurch ein Vorbild in ihre Herzen gelegt, wie auch sie mit ihnen Nächsten umgehen sollen.

3. Nicht ferne

In christlichen Kreisen begegnen wir immer wieder der Allversöhnungstheorie. Sie besagt, kurz gesagt, dass wir alle in den Himmel kommen. Und dann haben wir noch das Gegenteil, was zwar richtig ist, von uns aber manchmal sehr brutal verkündet wird. Dies heißt: Entweder bekehrst du dich und kommst in den Himmel, oder aber du landest in der Hölle. Also am besten bekehrst du dich jetzt sofort.

Jesus ging auch hier mit den Menschen ein wenig anders um. Er hätte ja auch einen Riesenstreit mit dem Schriftgelehrten vom Zaun brechen können. Vermutlich wäre dieser dann vor Wut schnaubend nach Hause gegangen. Das kriegen wir in unseren Evangelisationen übrigens heute auch noch gut hin.

Jesus sagt dem Schriftgelehrten, dass er nicht ferne ist vom Reiche Gottes. Das bedeutet vom Ergebnis her das gleiche, wie die strikte Trennung von drinnen und draußen. Aber Jesus sieht, dass der Schriftgelehrte schon auf dem rechten Wege ist und ermuntert ihn, diesen Weg weiter zu gehen, anstatt ihn vor den Kopf zu stoßen.

Liebe Gemeinde, und genau dies ist auch eine Form der christlichen Nächstenliebe. Dem anderen den rechten Weg zu weisen und ihn ermuntern, diesen Weg weiterzugehen. Und den Nächsten auf diesem Wege liebevoll zu begleiten ist auch ein Weg, den wir einschlagen können

Mit unserer Gottesliebe und unserer Nächstenliebe preisen wir den Herrn stets vor aller Welt. Daher lassen Sie uns nunmehr gemeinsam in den 8. Vers des Liedes "Du meine Seele singe..." (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ach ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm;
der Herr allein ist König, ich eine welke Blum.
Jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt,
ist's billig, dass ich mehre sein Lob vor aller Welt.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche der Gottes- und der Nächstenliebe.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Sep 02, 2019 11:59 am

ePredigt vom 01.09.2019 (Hiob 23)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 11. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 23. Kapitel des Buches Hiob. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Hiob antwortete und sprach: Auch heute lehnt sich meine Klage auf; seine Hand drückt schwer, dass ich seufzen muss. Ach, dass ich wüsste, wie ich ihn finden und zu seinem Thron kommen könnte ! So würde ich ihm das Recht darlegen und meinen Mund mit Beweisen füllen und erfahren die Reden, die er mir antworten, und vernehmen, was er mir sagen würde. Würde er mit großer Macht mit mir rechten?
Nein, er selbst würde achthaben auf mich. Dann würde ein Redlicher mit ihm rechten, und für immer würde ich entrinnen meinem Richter! Aber gehe ich nun vorwärts, so ist er nicht da; gehe ich zurück, so spüre ich ihn nicht. Ist er zur Linken, so schaue ich ihn nicht; verbirgt er sich zur Rechten, so sehe ich ihn nicht.
Er aber kennt meinen Weg gut. Er prüfe mich, so will ich erfunden werden wie das Gold! Denn ich hielt meinen Fuß auf seiner Bahn und bewahrte seinen Weg und wich nicht ab und übertrat nicht das Gebot seiner Lippen und bewahrte die Reden seines Mundes bei mir. Doch er ist der Eine - wer will ihm wehren?
Und er macht's, wie er will. Ja, er wird vollenden, was mir bestimmt ist, und hat noch mehr derart im Sinn. Darum erschrecke ich vor seinem Angesicht, und wenn ich darüber nachdenke, so fürchte ich mich vor ihm. Gott ist's, der mein Herz mutlos gemacht, und der Allmächtige, der mich erschreckt hat; denn nicht der Finsternis wegen muss ich schweigen, und nicht, weil Dunkel mein Angesicht deckt.



Liebe Gemeinde,

ich glaube, es ist zum ersten Male, dass ich nicht nur über den vorliegenden Text predigen muss, sondern diesen Text in den Gesamtkontext des Buches Hiob setzen muss. Ansonsten wäre die Predigt sehr einseitig und das Ziel des Buches Hiob wäre verfehlt ausgelegt.

1. Hiob klagt an

Hiob klagt auch vor unserem Predigttext schon einige Male Gott an. Er hat doch alles richtig gemacht. Wenn seine Söhne gefeiert hatten, dann hat er schon mal vorsorglich ein Brandopfer für sie in Rauch aufgehen lassen, falls sie bei aller Feierei vielleicht doch gesündigt haben sollten.

Er war doch immer allen Mitmenschen in allen Lebenslagen ein guter Ratgeber. Niemals hat er den Armen vor seiner Türe stehen gelassen. Niemals hat er der Witwe seinen Beistand verweigert. Wenn wir es so wollen, dann war Hiob wohl ein Paradebeispiel für einen Christen.

Und dann nimmt ihm Gott, dem er stets und ständig gedient hat, nicht nur seine Kinder, nein er lässt es auch noch zu, dass Satan Hiob seine Gesundheit wegnimmt. Hauptsache gesund, das kennen wir ja !!!

Liebe Gemeinde, so denken wir vielleicht alle einmal in unserem Leben. Wir haben gebetet und gebetet und dann ist es doch passiert, dass Gott uns einen lieben Menschen genommen hat.

Wir sollen und müssen uns immer wieder einer Tatsache bewusst werden: Wir dürfen von Gott zwar alles erbitten; aber wir haben auf nichts einen Anspruch. Wir haben keinen Anspruch auf eine tollen Job. Wir haben keinen Anspruch auf eine Traumfamilie mit Traumhaus und Traumkindern. Und wir haben auch keinen Anspruch auf vollkommene Gesundheit bis wir 100 Jahre alt sind.

Gewiss, wir dürfen Gott um all dies bitten. Aber wenn er uns etwas verweigert, oder uns etwas wegnimmt, dann ist dies ein absolutes Recht von ihm. Natürlich lässt er uns in unserer Trauer, unserem Leid und unserer Unzufriedenheit nicht alleine. Er geht mit uns, salopp gesagt, durch dick und dünn.

2. Gott auf der Anklagebank

Wenn wir Hiob so hören, dann könnte man glatt den Eindruck gewinnen, dass Gott auf der Anklagebank sitzt und Hiob ihm all seine Verfehlungen vorhält. Eigentlich müsste Gott wie ein Häuflein Elend zusammengekauert auf der Anklagebank sitzen, nachdem, was er Hiob alles angetan hat.

Aber, liebe Gemeinde, das Gegenteil ist der Fall. Wenn wir dereinst Gott gegenübertreten, dann werden wir nicht in der Lage sein, ihm mal so richtig die Meinung zu sagen und ihm vorzuhalten, wo er denn überall in unserem Leben versagt hat.

Nein, liebe Gemeinde, wenn wir vor Gott stehen, dann sitzen wir auf der Anklagebank und dann hält uns Gott vor, wo wir in unserem Leben versagt haben, wo wir uns gegen ihn versündigt haben und wo wir unsere Mitmenschen im Stich gelassen haben. Und dann sitzen wir wie ein Häuflein Elend auf der Anklagebank.

Und das ist eine Situation, die keinem von uns gefallen wird.

3. Gott redet

Am Ende des Buches Hiob wird dann doch noch alles gut. Gott spricht mit Hiob und Hiob sieht ein, dass Gott recht hat. Seine Freunde, die ihn mit klugen Ratschlägen zugetextet haben, bekommen ihre symbolische Strafe und alles endet für alle Beteiligten gut.

Das Bich Hiob, liebe Gemeinde weist im Kern ja schon auf Jesus hin.

Alle Menschen auf dieser Welt klagen Gott ihr Leid. Das ist auch gut und richtig so. Aber Gott für das Leid zur Verantwortung ziehen zu wollen, das ist sicherlich der falsche Weg. Wenn Gott mit Hiob redet, dann öffnet er ihm die Augen für seine Herrlichkeit und Allmacht aber auch zugleich für Hiobs Ohnmacht.

Und so ist es auch bei uns. Wir nörgeln, jammern und klagen solange, bis unser Herr auf einmal höchstpersönlich mit uns redet. Nicht wir finden Gott, sondern Gott findet uns. Und dann hält er uns unseren Spiegel vors Gesicht und wir dürfen erkennen, dass wir nichts anderes sind als arme Sünder, die den ewigen Tod verdient haben.

Aber wir haben eine Chance. Wir dürfen all unser sündiges Leben bereuen und all unsere Sünden und Missetaten zu Jesu Füße vor das Kreuz von Golgatha legen. Wenn wir dies tun und wie Hiob unsere Ohnmacht anerkennen und erkennen, dass allein ER uns unsere Sünden vergeben kann, dann sind wir auf dem Wege, der uns in Gottes Herrlichkeit führen wird.

Und wenn wir dann dereinst vor unserem Richter stehen werden, dann wird plötzlich einer neben uns stehen und Gott seine Wundmale zeigen und ihn höflich darauf hinweisen, dass ER, der am Kreuz gestorben ist bereits für all unsere Vertretungen bezahlt hat und Gott uns nichts mehr vorwerfen kann.

Und somit weist uns Gott schon im Alten Testament auf seinen ewigen Erlösungsplan hin, den ER in Jesus erfüllt hat.

Wie Hiob vor diesem allmächtigen Gott in die Knie gegangen ist und sich ganz ihm übergeben hat, und wie auch wir Gott gegenübertreten sollen, das beschreibt auch der erste Vers des Liedes "Gott ist gegenwärtig..." (EG 165) des Liederdichters Gerhard Tersteegen, in welchen wir nunmehr zusammen einstimmen wollen:

Gott ist gegenwärtig. Lasset uns anbeten und in Ehrfucht vor ihn treten.
Gott ist in der Mitte. Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge.
Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; kommt, ergebt euch wieder.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Sep 09, 2019 11:27 am

ePredigt vom 08.09.2019 (Apostelgeschichte 3, 1-10)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 12. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 3. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 1-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Heilung des Gelähmten

Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, zur Gebetszeit. Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzte man täglich vor die Tür des Tempels, die da heißt die Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach:

Sieh uns an ! Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher ! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott.
Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben. Sie erkannten ihn auch, dass er es war, der vor der Schönen Tür des Tempels gesessen hatte; und Verwunderung und Entsetzen erfüllte sie über das, was ihm widerfahren war.



Liebe Gemeinde,

gerade sind wir Zeugen geworden, wie der Glaube in die Welt getragen wird und was er bewirken kann. Jesus hat ja nicht gesagt: Bleibt drin, sondern gehet hin. Wir neigen ja gern dazu, in unseren Gemeinden den Glauben untereinander zu leben und zu bekennen. Diesen Glauben nach außen tragen, ja, das wird schon ein wenig schwieriger. Und das lassen wir dann doch besser bleiben. Aber genau dies sollen wir eben nicht tun. Wie der Glaube sich auf dem Schlachtfeld der Welt schlägt, darüber wollen wir heute einmal gemeinsam nachdenken.

1. Der Glaube sieht hin

Ein behinderter Bettler sitzt in der Fußgängerzone und wartet darauf, dass ihm die vorbeiströmenden Passanten ein wenig Geld in das dafür bereitgestellte Behältnis geben. Ich habe mir dieses Szenario ungefähr 10 Minuten aus der Ferne angeschaut und immer wieder festgestellt, dass die vorbeiströmende Menge den Bettler gar nicht wahrgenommen hat, oder aber gar nicht wahrnehmen wollte. Man selber ist gesund und wohlhabend, was geht mich da der Bettler auf der Straße an. Wer weiß, was der verbockt hat. Selber schuld !!!

So ging es sicherlich auch dem Gelähmten aus unserem heutigen Predigttext. Und dann sind da auf einmal zwei Männer, die eben nicht vorbeigehen, sondern bei dem Gelähmten stehenbleiben und sich mit ihm unterhalten. Wer den Glauben in die Welt trägt, der wird von Jesus mit Herzensaugen ausgerüstet. Herzensaugen sehen nicht weg, sondern sehen hin.

Gerade da, wo alle wegsehen, genau da sieht der Glaube hin. Und der Glaube sieht nicht nur hin, nein er geht auch hin. Wer den Glauben in die Welt trägt, dem gibt unser Herr die Kraft hinzusehen und auch hinzugehen, um denen beizustehen, die unserer Hilfe in besonderem Maße bedürfen.

Das hat alles nichts mit Gutmensch und dergleichen zu tun. Der gläubige Mensch hört nur ganz genau auf das, was ihm derjenige sagt, dem ihr sein ganzes Leben übergeben hat.

Und so passierte es auch dem Bettler, den ich beobachtet hatte. Irgenwann ging ein Mensch zielstrebing auf ihn zu, gab ihm Geld, beugte sich nieder und unterhielt sich mit ihm.

2. Der Glaube hat einen Namen

Wir begehen ja jeden Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohens und des Heiligen Geistes. Diese Floskel wird häufig einfach nur noch so heruntergeleiert, ohne sich dem tieferen Sinn bewusst zu werden.

Alles, was wir als Christen tun sollen, dass sollen wir im Namen unsers Herrn tun. Denn er wohnt ja in uns. Und wenn wir etwas in seinem Namen tun, dann schauen die Augen Jesu auf denjenigen, dem wir helfen wollen.

So war es auch bei Petrus und Johannes. "Im Namen Jesu Christi von Nazareth..." befahlen sie dem Gelähmten aufzustehen und umherzugehen. Sie machten es nicht in ihrem eigenen Namen.

Und das sollen wir uns auch heute immer wieder in unser Gedächtnis rufen. Nicht wir sind es, die da handeln, sondern es ist der lebendige Herr, der da handelt.

Und wenn derjeninge handelt, der uns gesagt hat, dass ihm alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden, wenn DER handelt, dann sind auch heute noch Wunder möglich.

3. Der Glaube braucht Hände

Liebe Gemeinde, Petrus und Johannes hätten es ja mit dem o.g. Wort bewenden lassen können. Das taten sie indes nicht. Es folgt etwas, dass wir schnell überlesen. "Und er ergriff ihn bei der rechten Hand..." so steht es in unserem Predigttext.

Der Glaube lässt Worten auch Taten folgen. Petrus war so fest davon überzeugt, dass Jesus durch ihn gehandelt hat, das er dem Gelähmten nicht aufhilft, wie man es bei einem Gelähmten erwartet hätte. Er reicht ihm lediglich die Hand und indem der Gelähmte diese ergreift, kann er aufstehen.

Im Namen Jesu Christi von Nazareth können auch wir alle, die wir heute morgen beisammen sitzen tätig werden. Im Namen Jesu Christi von Nazareth können wir zum Beispiel unseren Brüdern und sShwestern die Vergebung ihrer Sünden zusprechen. Aber, und da ist ganz wichtig, diese muss auch angenommen werden.

Der Gelähmte konnte erst dann aufstehen, nachdem er Jesu Wirken an sich zugelassen hat. Und ich denke, daran hapert es immer wieder in unserer heutigen Welt. Wir glauben ja noch so irgendwie an Gott. Aber dass er heute noch in dieser Welt genau so wirkt, wie damals durch Petrus und Johannes, nein das geht dann doch zu weit.

Vielleicht ist das ja auch der Grund, dass so wenig Wunder um uns herum passieren. Wir wollen sie ja gar nicht mehr zulassen. Lassen wir doch wieder das Handeln Gottes in unserem Leben zu und ermuntern wir doch auch unsere Mitmenschen immer wieder, dass auch sie Jesu Handeln in ihrem Leben einfach geschehen lassen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn zusammen loben, indem wir in den ersten Vers des Liedes "Du meine Seele singe..." (EG 302) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber





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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Sep 25, 2019 10:47 am

ePredigt vom 15.09.2019 (Markus 3, 31-35)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 13. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im dritten Kapitel des Markusevangeliums, die Verse 31-35. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesu wahre Verwandte

Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.



Liebe Gemeinde,

auf den ersten Blick schon eine komische Situation, der wir soeben als Zeugen beigewohnt haben. Und doch hat Jesu Verhalten einen tieferen Sinn. Lassen Sie uns darüber ein wenig intensiver nachdenken.


1. Zoff inne Bude

So bezeichnet man bei uns im Ruhrgebiet einen Familienstreit. Und auf diesen scheint ja alles hinauszulaufen. Die gesamte Familie von Jesus war angereist, um ihn zu besuchen.

Sie klopfen höflich an und teilen dem Türsteher ihr Ansinnen mit. In der damaligen Zeit war es schon ein Affront, den Jesus sich leistete, indem er nicht gleich freudestrahlend zu seiner Familie ging, sondern selbige draußen sitzen ließ.

So kennen wir Jesus doch gar nicht!!! Und, liebe Gemeinde, so hat Jesus dies auch nicht gemeint. Er benutzt dieses Bild der außenstehenden Familie um seiner erweiterten Jüngerschar verständlich zu machen, dass es zwei Arten der Familie gibt. Neben der leiblichen Familie gibt es auch eine geistliche Familie.

Nicht jeder, der zu der leiblichen Familie gehört, der gehört auch automatisch zur geistlichen Familie. Es kann sein, und leider ist es dies auch sehr oft so, dass Mitglieder der leiblichen Familie Außenstehende sind, was die große geistliche Familie anbelangt. Insofern nutzt Jesus diese Situation dazu, um seine Jünger darauf hinzuweisen, dass es keinen Automatismus gibt, um in Gottes Reich als Gottes Kind aufgenommen zu werden.

Wer christliche Eltern oder Großeltern hat, der gehört damit nicht automatisch auch zu dieser geistlichen Familie. Oder, wie es Billy Graham einmal sehr drastisch ausgedrückt hat: Nur weil jemand in der Garage geboren wurde, ist er noch lange kein Auto.

2. Wer gehört denn zur geistlichen Familie?

Jesus sagt dies klipp und klar: Wer Gottes Willen tut, der gehört auch zu seiner geistlichen Familie. Dazu gehört zunächst einmal die Bekehrung und Umkehr. Ohne Bekehrung und Umkehr können wir nicht Gottes Kinder werden.

Und dann geht es erst richtig los. Christsein ist ja kein Status, den wir einmal erlangt haben und dann geht es lustig weiter so, wie bisher.

Gottes Willen tun, heißt auch das zu tun, was Gott uns in der Bibel an die Hand gibt. Und dann gehört auch dazu, das zu lassen, wovon wir gefälligst die Finger lassen sollen.

Wie sieht das aber ganz konkret im Alltag aus? Nun, auch im Alltag in der Welt sollen wir Gottes Willen über alles andere stellen. Das ist gewiss kein Zuckerschlecken, sondern kann manchmal ganz schön nerven, wenn man gegen Mainstream ankämpfen muss.

Gott will nicht die Ehe für alle. Das kann jeder in der Bibel nachlesen. Wenn wir uns heutzutage öffentlich dazu bekennen, dann stehen wir leider oftmals auf verlorenem Posten dar. Ich denke an Ulrich Parzany, der in etlichen Kirchen ein Kanzelverbot erhalten hat, nur weil er sich strikt an das Wort unseres Herrn hält.

Dann wäre da noch die Abtreibung. Du sollst nicht töten, ja, liebe Gemeinde, dieses Gebot betrifft auch Abtreibungen. Ich diskutiere in den sozialen Medien sehr gern mit, wenn es um dieses Thema geht. Wer auf seiner Homepage die Abtreibung bewirbt, den sollte man als Auftragskiller bezeichnen dürfen. Denn nichts anderes ist es, was derjenige anbietet.

Genau dieses habe ich auch gepostet. Die Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten. Interessanterweise war keine einzige Zustimmung dabei.

Jeder von uns muss irgendwann einmal für sich entscheiden, ob er zu der Familie dazugehören will oder nicht. Wer dazugehören will, der muss sich dann auch den Schwierigkeiten stellen. Aber, und das ist das Schöne daran, in allen Schwierigkeiten haben wir einen Beistand, der uns hilft, uns begleitet und durch alle misslichen Situationen hindurchführt.

3. Das Familienleben

Wie jede Familie, so hat auch die geistliche Familie ein Oberhaupt. Nein, das ist nicht der Papst, auch nicht ein Kardinal und erst recht nicht ein Bischof. Das einzige Oberhaupt, das uns übergeordnet ist ist unser Vater im Himmel.

Unter diesem Oberhaupt gibt es keinerlei weitere Rangstufen mehr. Alle, die zu der Familie Gottes gehören, alle diejenigen sind untereinander Schwestern und Brüder.

Das bedeutet aber auch, dass alle den gleichen Wert haben und dass wir niemanden aus der Familie ausgrenzen dürfen. Jeder, der zu der Familie Gottes gehören möchte, der ist ganz herzlich eingeladen.

Unsere Aufgabe besteht darin, gerade den neuen Familienmitgliedern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Sie können ja die Hausordnung Gottes noch gar nicht kennen. Wir kannten Sie ja auch noch nicht, als wir in diese Familie aufgenommen worden sind.

Zu einer Familie gehört es aber auch, dass verschiedene Meinungen schnell in Streitereien führen können. Davor ist auch die geistliche Familie nicht gefeit. Unser Vater im Himmel gestattet uns natürlich verschiedene Meinungen und wir dürfen diese auch in gegenseitiger Toleranz ausleben. Die Grenzen indes hat Gott durch sein Wort gesteckt.

Toleranz unter uns, die von der Außenwelt ja immer so gerne eingefordert wird, bedeutet, dass wir innerhalb des Wortes Gottes anderen gegenüber tolerant sein sollen. Werden indes die Grenzen überschritten, wie es bei der Ehe für alle der Fall ist, dann sollen wir als Christen klare Kante zeigen.

Der Liederdichter Paul Gerhardt wusste auch schon um die Nöte, die einen ereilen können, wenn man als Verfechter des Wortes Gottes auftritt. Er gibt uns mit dem 11. Vers seines Liedes "Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun..." (EG497) ein Rezept gegen dies Nöte an die Hand. Lassen Sie uns nunmehr gemeinsam in dieses "Rezept" einstimmen, welches da lautet, wie folgt:

Wer fleißig betet und dir traut,
wird alles, davor sonst ihm graut,
mit tapferm Mut bezwingen;
sein Sorgenstein wird in der Eil
in tausend Stücke springen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Sep 25, 2019 10:48 am

ePredigt vom 22.09.2019 (1. Mose 28, 10-19a)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 14. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Buch Mose, Kapitel 28, die Verse 10-10a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Jakob schaut die Himmelsleiter

Aber Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach Haran und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häuptern und legte sich an die Stätte schlafen. Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.
Und der Herr stand oben darauf und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Gechlechter auf Erden gesegnet werden.

Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe. Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht! Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.
Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häuptern gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf und nannte die Stätte Bethel, vorher aber hieß die Stadt Lus.




Liebe Gemeinde,

diesen Predigttext kennen wir sicherlich alle. Allein für sich betrachtet geht es nur um die Himmelsleiter. Doch es steckt, wenn wir das vorherige Geschehen mit einbeziehen, noch ein wenig mehr dahinter. Lassen Sie uns darüber heute ein wenig intensiver nachdenken:

1. Die Flucht

Jakob zog ja nicht aus Beerscheba aus, weil er mal was anderes sehen wollte, oder weil er mal eine Auszeit brauchte. Nein, Jakob hatte so richtig Mist gebaut. Er hatte seinem Bruder das Erstgeburtsrecht geklaut und ihn auch noch um den väterlichen Segen betrogen.

Kein Wunder also, dass sein Bruder nicht gerade hocherfreut darüber war. Obwohl Jakob sicherlich seine Taten längst bereut haben dürfte, sah er eine einzige Chance zu überleben darin, aus seiner Heimat zu fliehen.

Und so kam er auf dem Weg nach Haran, wo er zu nächtigen beabsichtigte. Liebe Gemeinde, ein wenig Jakob steckt doch auch in mir. Wie oft in meinem Leben bin ich nicht den direkten Weg nach vorn gegangen, wenn ich etwas verbockt hatte. Wie oft habe ich die sichere Deckung gesucht, um erst einmal Gras über die Sache wachsen zu lassen.

Und irgendwann wird man auf der Flucht und in der Deckung auch mal müde. Und so legte sich Jakob schlafen.

2. Gott auf der Überholspur

Liebe Gemeinde, wir können zwar vor Gott fliehen oder vor ihm in die Deckung gehen, aber Gott holt uns immer wieder ein. Lesen Sie mal den Psalm 139!!

Und so holte Gott auch Jakob ein und nahm Kontakt zu ihm auf. Gott ist übrigens diesbezüglich sehr kreativ. Er ist nicht auf eine Kommunikationsform festgelegt. Und so benutzte er bei Jakob eben die Himmelsleiter.

Auch wenn man eine Sache bereut hat, das schlechte Gewissen bleibt eben immer noch aktiv. So könnte es auch bei Jakob gewesen sein. Sicherlich hat er ein himmlisches Donnerwetter erwartet, als Gott zu ihm sprach. Ihm war gewiss ein wenig mulmig in seiner Haut, als er den Herrn oben auf der Himmelsleiter gesehen hatte.

Und es geschah genau das Gegenteil von dem, was Jakob erwartet hatte. Anstatt des Donnerwetters und einer gerechten Strafe, gab es jede Menge Segen von oben. Gott zeigte Jakob, was er noch alles für ihn tun würde. Und dann sagt ihm Gott auch noch seinen ganz persönlichen Beistand zu auf allen Wegen, die Jakob nun begehen sollte.

Liebe Gemeinde, auch wenn wir Menschen das manchmal nicht können, aber Gott gibt jedem reuigen Sünder eine neue Chance. Egal, was er getan hat, Gott gibt ihn nicht auf. Gott gibt mich niemals auf, obwohl ich weiterhin in meinem Leben versage. Und Gott gibt auch Sie nicht auf, auch wenn Sie weiterhin Fehler in Ihrem Leben machen.

3. Der Neuanfang

Liebe Gemeinde, Jakob stand morgens ja nicht einfach auf und zog weiter seines Weges in der Gewissheit, dass Gott fortan bei ihm sein würde. Nein, Jakob tat erst einmal etwas ganz anderes. Er ehrte den Gott, der ihm eine zweite Chance in seinem Leben eingeräumt hatte.

Er dankte Gott ausdrücklich dafür, dass er ihn nicht hatte fallenlassen, indem er ein Zweifaches tat:

Jakob baute Gott ein äußeres Mal an der Stätte, wo er ihm erschienen war. Und er baute ihm ein inneres Mal in seinem Herzen.

Das ist übrigens ein erster Hinweis auf unsere heutigen Gottesdienste. Wir bauen Kirchen, wo wir einen äußeren Rahmen finden, um Gott zu ehren und zu preisen. Wir bauen ja keine Kirchen, weil sie so schön aussehen, oder weil es im Sommer so angenehm kühl da drinnen ist.

Mit Jesus in unserem Herzen tragen wir, wie Jakob auch dieses innere Mal in unserem Herzen. Und wie Gott damals dem Jakob verheißen hatte, dass er mit ihm gehe auf allen seinen Wegen, so dürfen wir der Zusage Jesu vertrauen, wenn er zu uns sagt: "Siehe ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende".

Und wie die Sache mit Jakob gut ausging, wir erinnern uns, er versöhnte sich mit Esau, so wird auch unsere Sache mit Gott gut ausgehen, da wir ja mit unserem Herrn an unserer Seite durch unser Leben gehen.

Mit dem ersten Vers seines Liedes "Herz und Herz vereint zusammen..." beschreibt Nikolaus Ludwig von Zinzendorf unser Leben mit Gott an unserer Seite sehr schön. Darum lassen Sie uns nun gemeinsam in diesen Liedvers einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh.
Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu.
Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein,
er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr Ulrich Naber



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