ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mei 27, 2019 5:12 pm

ePredigt vom 25.05.2009 (Johannes 16, 23b - 28; 33)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag Rogate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 16. Kapitel des Johannesevangeliums, die Verse 23b-28 und 33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei. Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es kommt die Zeit, dass ich nicht mehr in Bildern zu euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An jenem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich vom Vater ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater. Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.


Liebe Gemeinde,

übersetzt heißt der Name des heutigen Sonntages "Betet". Und um das Gebet ging s auch in unserem heutigen Predigttext. Beten, das tun wir ja schließlich alle. Aber lassen Sie uns ein paar Besonderheiten des Gebetes betrachten, an welche man sicherlich nicht immer denkt, wenn man zu Gott betet.

1. In seinem Namen

"Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben." Das ist doch mal eine steile Vorlage, die uns Jesus hier mit auf den Lebensweg gibt.

Ich habe schon so oft für alles mögliche gebetet und passiert ist: Nix!!! Und das, liebe Gemeinde, kennen wir doch sicherlich alle. Und wir haben sicherlich auch schon oft zu Gott gebetet und es ist mehr passiert, als wir zu hoffen gewagt haben. Wie um alles in der Welt hängt das bloß zusammen?

Stellen wir uns doch Jesus einmal als Filter unserer Gebete vor. Alle Gebete, die einem anderen eher schaden als nutzen werden sofort an die Seite gelegt. Bei Gebeten, die uns selber betreffen, meinen wir ja immer, dass wir am besten wissen, was gut für uns ist. Und dafür beten wir dann.

So weit so gut. Das dürfen wir natürlich auch. Aber es gibt einen Vater im Himmel, der auch diese Gebete filtert und uns nur das gibt, was wirklich gut für uns ist. Nur erkennen wir dies meist nicht sofort. Überlegen Sie einfach heute Nachmittag mal, welche Gebete Gott nicht wie gewünscht beantwortet hat und ob das nicht aus der heutigen Sicht besser für Sie war, dass er das ein oder andere Gebetsanliegen nicht erfüllt hat.

Seien wir also nicht enttäuscht, wenn so etwas passiert. Gott erhört wirklich all unsere Gebete. Erfüllen wird er aber, weil er uns lieb hat, wie wir soeben gehört haben, nur die Gebetsanliegen, welche auch wirklich gut für uns und den Aufbau seines Reiches sind.

2. Frieden in Gott

"Damit ihr in mir Frieden habt." So haben wir es soeben gehört.

Das Gebet, liebe Gemeinde, schafft Vertrauen in uns, ein Vertrauen darauf, dass am anderen Ende der Leitung auch wirklich jemand ist, der uns hört. Weil wir dies als Christen auch immer wieder spüren können, entsteht aus diesem Vertrauen Geborgenheit.

Und aus der Geborgenheit heraus, wächst unser tiefer Friede mit Gott.

Was wir tun müssen, um dies auch wirklich in uns wachsen zu lassen ist, dass wir uns ganz einfach und vorbehaltlos auf den einlassen, der uns diesen Frieden verspricht.

Wenn wir das Ganze halbherzig unternehmen, kommt ein ganzer Unsinn dabei heraus. Wir können nicht auf der einen Seite eine ernsthafte Beziehung mit Gott eingehen, aber auf der andren Seite fröhlich ohne auf seinen Willen zu achten, unser Leben selbst bestimmen.

Ein halber Glaube ist eben ein ganzer Unglaube. Wer meint, so mit Gott umgehen zu können, der ist und bleibt auf dem bekannten Holzweg. Und dieser führt jedenfalls nicht zum Frieden mit Gott.

3. In der Welt habt ihr Angst

"In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden." Auch dies haben wir bei der Lesung unseres Predigttextes gehört.

Der tiefe Friede, über den wir uns soeben unterhalten haben, dieser tiefe Friede vertreibt die Angst in unserem Leben.

Machen wir uns aber mal nichts vor, liebe Gemeinde, die Welt ändert sich nicht, weil wir Frieden mit Gott gefunden haben. Die Welt bleibt die Welt.

Aber es ändert sich etwas anderes. Jesus sagt uns "Seid getrost..." Getrost sein, heißt, sich vertrauensvoll in etwas schicken, in der Gewissheit, dass dies gut für uns ausgeht.

Wenn wir uns in Jesus schicken, also uns ganz vertrauensvoll in ihn und seine Herrschaft hineinfallen lassen, dann leben wir natürlich weiterhin in der Welt und die Welt ändert sich nicht. Aber wir wohnen auch zugleich IN unserem Herrn, der uns dann mit seinem tiefen Frieden alle Ängste zu überwinden helfen wird.

Der Apostel Paulus drückt das natürlich wesentlich eleganter aus, als ich dazu jemals in der Lage sein werde, wenn er sagt:

"Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir." Galater 2, 20.

Derjenige, der die Welt überwunden hat und uns erlöst hat und uns seinen göttlichen Frieden schenkt, der lebt also direkt in uns. Wir beten also nicht zu irgendeinem Herrgott überm Sternenzelt, sondern zu dem Erlöser, der in uns lebt.

Und unseren Erlöser wollen wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes anbeten, indem wir noch einmal gemeinsam in den 2. Vers des Liedes "Ich bete an die Macht der Liebe..." (EG 661) von Gerhard Tersteegen einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart;
ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward;
ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Do Mei 30, 2019 10:20 am

ePredigt vom 30.05.2019 (1. Könige 8, 22-24; 26-28)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Himmelfahrtstag im Jahre 2019. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im 1. Buch der Könige, Kapitel 8, die Verse 22-24 und 26-28. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und Salomo trat vor den Altar des Herrn angesichts der ganzen Gemeinde Israel und breitete seine Hände aus gen Himmel und sprach: Herr, Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir wandeln von ganzem Herzen; der du gehalten hast deinem Knecht, meinem Vater David, was du ihm zugesagt hast. Mit deinem Mund hast du es geredet, und mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es offenbar ist an diesem Tage. Nun, Gott Israels, lass dein Wort wahr werden, das du deinem Knecht, meinem Vater David, zugesagt hast. Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe? Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, Herr, mein Gott, damit du hörst das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir.



Liebe Gemeinde,

wo wohnt eigentlich der liebe Gott ist eine Standardfrage, die ich immer wieder von kleinen Kindern höre. Aber ist es nicht auch so, dass wir Erwachsenen gern wissen möchten, wo Gott wohnt. Lassen Sie uns dieser Frage heute einmal gemeinsam nachgehen.

1. Gott wohnt im Himmel

Das, liebe Gemeinde beten wir jeden Sonntag in unserem Glaubensbekenntnis, wenn wir sprechen: "Aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes..."

Seit seiner Himmelfahrt ist unser Herr Jesus als unser Fürsprecher im Himmel für uns tätig.

Zu Salomos Zeiten musste ja noch der Tempel für die Entsühnung der Menschen herhalten. Doch auch Salomo wusste in seiner Weisheit, dass Gott ganz sicher nicht in einem bestimmten Tempel wohnt.

Seit Jesus in den Himmel aufgefahren ist, ist es egal, wo wir ihm begegnen. Wir haben keine zwingenden festen Plätze der Gottesbegegnung und der Vollziehung religiöser Rituale.

Machen wir uns also endlich frei von dem "Du musst unbedingt dies tun und das lassen. Und du musst unbedingt an dieser oder jener Veranstaltung teilnehmen, damit dir Gott wohlgesonnen ist." Das ist alles Quatsch. Es kommt allein auf unsere ganz persönliche Beziehung zu unserem Fürsprecher im Himmel an.

2. Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende

Diese Worte Jesus, die wir im letzten Kapitel des Matthäusevangeliums finden, sagen hingegen etwas ganz anderes. Wenn Jesus bei uns ist alle Tage, dann ist er ja nicht im Himmel, sondern mitten unter uns.

Dieser Kritikpunkt wird uns übrigens häufig von Religions- und Glaubenskritikern aller Art entgegengeschleudert. Auf den ersten Blick mögen sie ja auch Recht haben.

Das Problem dabei ist einfach, dass wir von Gott zu klein denken. Was wir als Menschen nicht können, nämlich an mehreren Orten zeitgleich zu sein, das hat auch Gott gefälligst nicht zu können. Wenn wir aber an einen allmächtigen Gott glauben, dann müssen wir ihm auch zugestehen, dass er Raum und Zeit überwinden kann.

Jetzt kommt aber noch ein Punkt hinzu, den wir bitte nicht vergessen wollen:

Der Herr Jesus spricht hier von seinen Jüngern, also seinen Nachfolgern. Alle, die zu ihm umgekehrt sind, für die ist er auch ein Fürsprecher im Himmel vor seinem Vater.

Alle, die zu ihm umgekehrt sind, und ihm ihr Leben übergeben haben, all diesen Menschen verspricht er für sie allezeit da zu sein.

Wer mit dem Glauben nichts zu tun haben will und wer mit dem Herrn Jesus Christus keine Beziehung eingehen möchte, den lässt er auch in Ruhe sein eigenes Leben ohne ihn gestalten.

3. Gott wohnt IN uns durch seinen Heiligen Geist

Ich meine hier nicht so Sachen, wie "Entdecke das Göttliche in Dir" oder anderen esoterischen Schwachsinn.

Der Herr Jesus hat es uns ja zugesagt, dass er und sein Vater Wohnung in uns nehmen werden. Und das tun sie in Form des Heiligen Geistes unser ganzes Leben lang.

Der Heilige Geist ist immer in und mit uns bei all unseren Nöten, Sorgen und Problemen, aber auch bei allen Dingen, die unser Herz und unsere Sinne erfreuen. Wir sind einfach nicht mehr allein und haben stets einen treuen Fürsorger in uns wohnen.

Ein alter Pastor wurde einmal gefragt, wie man sich den Heiligen Geist denn nun ganz konkret vorstellen könnte. Er antwortete wie folgt: "Gott ist die Sonne; Jesus ist der Sonnenstrahl, der von der Sonne ausgeht; und der Heilige Geist ist die Wärme, die wir unter seiner Gegenwart in uns verspüren.

Salomo hatte also Recht, als er erkannte, dass der Himmel und alle Himmel Gott nicht fassen oder gar einsperren können. Wir können Gott auch nicht in unseren Kirchen einsperren. Wir dürfen aber darauf vertrauen, dass er all seine Verheißungen erfüllen wird. Dies hat auch schon Salomo in rechter Weise erkannt.

Wir dürfen und können heute darauf vertrauen, dass der Herr Jesus, welcher vor nahezu 2000 Jahren in den Himmel aufgefahren ist, dort als Fürsprecher für uns tätig ist und dass dieser Jesus, der für unsre Sünden den Kreuzestod erlitten hat auch seine Verheißung erfüllt, dass er bei uns ist alle Tage. Und wir dürfen der Zusage Jesu vertrauen, dass Gott in der Form des Heiligen Geistes in uns allen, die wir ihm nachfolgen Wohnung genommen hat bzw. nehmen wird.

Wie lautet dann schlussendlich die Antwort auf die Frage: Wo wohnt Gott? Gott wohnt im Himmel und auf der Erde und in einem jeden seiner Nachfolger.

Lassen Sie uns Gott zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes loben und preisen, indem wir gemeinsam in den 3. Vers des Liedes "Jesus Christus herrscht als König..." (EG 123) von Philipp Friedrich Hiller einstimmen:

Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner,
nur der Sohn, der ist ihm gleich;
dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich,
dessen Reich ein ewig Reich.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen gesegneten Himmelfahrtstag und verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag von Ihnen.

Herzlich Grüße sendet Ihnen
Ihr
Ulrich Naber





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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jun 02, 2019 4:01 pm

ePredigt vom 02.06.2019 (Epheser 3, 14-21)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 6. Sonntag nach Ostern. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Epheserbrief, Kapitel 3, die Verse 14-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Fürbitte des Apostels für die Gemeinde

Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid. So könnt ihr mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.



Liebe Gemeinde,

was ist das eigentlich, die Fürbitte? Wir halten sie zwar Sonntag für Sonntag, aber was konkret bedeutet Fürbitte genau? Fürbitte ist das Gebet über Gottes Thron hinweg in das Leben anderer Menschen hinein. Und eine dieser Fürbitten haben wir soeben gehört.

Lassen Sie uns anschauen, wie Paulus betet, was seine innere Einstellung dabei ist und wofür er für die Epheser betet.

1. Wie betet Paulus

Deshalb beuge ich meine Knie.... Das haben wir soeben gehört. Nur wer vor Gott ijn die Knie geht, der kann vor den Menschen aufrecht stehen.

Dies ist die rechte Einstellung zu jedem Gebet. Ich mache mich klein vor Gott, das er mich so formen und gebrauchen kann, wie er es möchte und mich so in seinen Dienst stellt, wie ER es will und nicht wie ich es gern hätte.

Paulus legt das Geschick der Epheser allein in Gottes Hände. Er weiß ganz genau, dass er alles erbeten kann, aber dass letztendlich Gott es ist, der über das Gebet und dessen Erfüllung entscheidet.

Das ist nicht nur bei Gebeten für unsere Anliegen der Fall, sondern vor allem auch bei den Fürbitten. Oftmals habe ich es gehört, dass Gemeindemitglieder mir berichteten, dass ihre Fürbitten nicht erhört worden sind. Doch, liebe Gemeinde, Gott erhört alle unsere Fürbitten, aber ER entscheidet stets zu Gunsten dessen, dem die Fürbitte gilt.

Und da kann es auch sein, dass unsere Fürbitten zwar gut gemeint sind, aber eben nicht mit dem Plan Gottes für diesen Menschen übereinstimmen.

Und wenn ich auf die Knie gehe, dann signalisiere ich, dass ich mich auch dort vollkommen dem Willen Gottes unterwerfe.

2. Die innere Einstellung

Der rechte Vater ist über alle...., Auch das haben wir soeben gehört. Bodelschwingh wird das Zitat zugeschrieben: "Es geht kein Mensch über diese Erde, den Gott nicht liebt."

Und weil dies so ist, dürfen wir für alle Menschen fürbitten und fürbeten. Wir sollen keinen Menschen ausschließen oder ausgrenzen. Das macht Gott schließlich auch nicht.

Natürlich beten wir am liebsten für die Menschen, deren Wohlergehen uns ganz besonders am Herzen liegt. Aber wir sollen und dürfen auch diejenigen Menschen nicht vergessen, die nicht unbedingt auf unserer "to-do-liste" der Gebetsanliegen stehen.

Kein Mensch hindert uns daran aber Gott freut sich, wenn wir für Muslime beten und dafür, dass diese zum rechten Glauben finden. Kein Mensch hindert uns daran, aber Gott erfreut es, wenn wir dafür beten, dass Gott endlich den Kirchenoberen die Augen öffnen möge und ihnen aufzeigt, dass die Ehe für alle nicht in seinem Sinne ist. Und kein Mensch hindert uns daran und Gott erfreut es ganz besonders, wenn wir für die Politiker beten, dass sie endlich erkennen, dass Abtreibung ein Tötungsdelikt ist, für welches man keine Werbung betreiben darf.

3. Wofür betet Paulus

Dieser Punkt wird heute ein wenig länger, als Sie es gewohnt sind. Aber dafür waren die ersten beiden Punkte ja auch kürzer.

Paulus betet zu Gott, dass er den Ephesern Kraft geben möge. Kraft, liebe Gemeinde, benötigen wir doch alle. Nicht umsonst werden die Kirchen auch gern als Tankstellen für den Glauben bezeichnet. Wir leben ja mittlerweile in einer säkularisierten Welt, in welcher wir es als gläubige Menschen immer schwerer haben.

Wenn ich nur belächelt werde oder als Traumtänzer bezeichnet werde (das passiert mir übrigens jede Woche) da kann ich noch mit leben. Aber wenn ich offen angefeindet oder sogar bedroht werde, dann brauche ich einfach Gottes Stärke und die Stärke der Gelassenheit um damit fertig zu werden.

Aber nicht nur äußerlich sollen die Epheser stark werden, sondern sie sollen auch stark werden in dem inwendigen Menschen. Wer den Weg zum Glauben gefunden hat, der wird nach der ersten Welle der Begeisterung feststellen, dass er nach wie vor in seiner sozialen Struktur lebt, wie vor seiner Bekehrung. Und diese sozialen Strukturen können dem Neuling im Glauben ganz besonders zusetzen.

Der Neubekehrte hat ja Christus die Herrschaft über sein Leben übertragen. Und dieses innere Leben muss natürlich erst einmal wachsen. Paulus betet für die Epheser, dass gerade der innere Mensch wachsen möge, damit er sich den äußeren Unbillen stellen kann, die auf ihn einprasseln können.

Dann betet Paulus noch dafür, dass der Glaube stets in den Herzen der Epheser wohnen möge. Wir alle haben doch dieses feste Fundament unseres Glauben, welches uns durch alle Nöte und Sorgen erfolgreich hindurch trägt. Schön wär's, liebe Gemeinde, schön wär's.

Auch unser festes Glaubensfundament kann durch persönliche Nöte, Sorgen und Probleme ganz ordentlich ins Wanken geraten. Gerade dann ist es wichtig, dass der Glaube eine feste Wohnung in unserem Herzen hat. Natürlich leiden auch wir Christen unter Trauer, Trennung und anderen Schmerzen und Krankheiten. Aber, wenn die Nacht am dunkelsten wird, dann leuchtet in unseren Herzen das Licht des Glaubens und führt und leitet uns durch alles hindurch, was uns bedrückt und bedrängt.

Und schlussendlich betet Paulus noch dafür, dass die Epheser in der Liebe eingewurzelt sein sollen und bleiben sollen.

Stellen wir uns einfach mal eine Pflanze vor, die Liebe heißt. Wie ernährt sich eine Pflanze ? Natürlich durch die Wurzeln. Die Wurzeln geben ihr die Kraft zu wachsen und zu gedeihen. Und bei der Pflanze, die wir Liebe genannt haben, ist es genau so. Diese ernährt sich, wenn sie tief in Gott verwurzelt ist so, dass auch sie wachsen und gedeihen kann.

Und was passiert mit einer Pflanze, wenn wir sie ausreißen? Genau, sie vertrocknet und verdörrt. Dies passiert auch mit der Pflanze Liebe, wenn sie ihre Wurzeln von Gott entfernt. Und dann ist diese Pflanze ein willkommenes Opfer für den Teufel. Sie hat ja keine Kraft mehr und kann sich demzufolge auch nicht mehr wehren.

Und darum lassen Sie uns dafür beten, dass auch unsere Wurzeln der Pflanze Liebe stets tief in Gott verwurzelt sind und bleiben.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn um seine Gnade bitten, indem wir gemeinsam in den ersten und zweiten Vers des Liedes "Ach bleib mit deiner Gnade..." (EG 347) des Liederdichters Josua Stegmann einstimmen, die da lauten, wie folgt:

Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesus Christ,
dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.
Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert,
dass uns sei hier und dorte dein Güt und Heil beschert.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche unter dem Segen unseres Herrn.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jun 09, 2019 3:52 pm

ePredigt vom 09.06.2019 (Johannes 14, 15-19; 23b-27)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Pfingstsonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Johannes im 14. Kapitel, die Verse 15-19 und 23b bis 27. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Verheißung des Heiligen Geistes

Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: Den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben. Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.



Liebe Gemeinde,

die Worte, die wir soeben gehört haben stammen nicht von Paulus, Petrus ode reinem anderen Verfasser der apostolischen Briefe. Diese Worte stammen direkt von unserem Herrn. Damit haben sie ein besonderes Gewicht. Auch wenn wir nicht die Zeit haben, uns jedes Wort im einzelnen anzuschauen, lassen Sie uns doch heute morgen drei Besonderheiten dieses Textes betrachten.

1. Der Abschied

Jesus bereitet seine Jünger auf seinen baldigen Abschied aus ihrer Mitte vor. Er lässt sie nicht im unklaren über das, was geschehen wird. Jesus appelliert an seine Jünger: "Haltet meine Gebote auch weiterhin".

Dann wird Jesus den Vater bitten, den Jüngern einen anderen Tröster zu senden, stellvertretend für ihn selber. Jeder, der schon einmal von einem geliebten Menschen Abschied nehmen musste, der weiß, wie wichtig in der Phase der Trauer und auch danach ein wertvoller Tröster ist.

Ein Tröster hört zunächst einmal einfach nur zu. Bei ihm dürfen wir all unsere Not abladen, ohne uns unserer Trauer schämen zu müssen. Ein Tröster ist immer bei mr, wenn es mir schlecht geht und weicht nicht von meiner Seite. Und ein Tröster findet zur rechten Zeit das rechte Wort, um mich wieder aufzubauen.

Das alles verspricht Jesus seinen Jüngern wird der Tröster, der ihnen gesandt wird für sie tun.

2. Heiliger Geist

Jesus sagt es ganz deutlich. Wer ihn liebt, der wird auch sein Wort halten. Der Vater liebt uns eben aus diesem Grunde. Und Jesus und der Vater werden kommen und Einzug halten in das Leben jedes Menschen, der sein Leben dem Herrn übergeben hat.

Liebe Gemeinde, deutlicher geht es doch gar nicht mehr. Das kann doch wohl wirklich jeder Mensch verstehen und begreifen.

Aber Jesus weist die Jünger, und damit auch uns auf die Problematik hin, die auf sie zukommen wird. Die Welt ohne Gott kann den Heiligen Geist weder spüren, noch fühlen oder gar dessen Wirken erleben. Nur denjenigen, denen die inneren Augen aufgetan worden sind, die können den Heiligen Geist wahrnehmen.

Und daher scheiden sich bis heute die Geister. Die einen reden vom frommen Gefasel und Altweibergefühlsduselei, wenn es um den Heiligen Gesit geht. Die anderen wissen von erstaunlichen Erlebnissen zu berichten, die sie mit dem Heiligen Geist erleben durften und auch weiterhin dürfen.

Liebe Gemeinde, wir, die wir alle einmal die Entscheidung getroffen haben, den Weg mit unserem Herrn unter seiner Führung zu gehen, wir alle haben Erfahrungen mit dem Wirken des Heiligen Geistes gemacht. Und wir haben auch erkannt, dass man dieses Phänomen nicht theoretisch erklären und mit wissenschaftlichen Formeln beweisen kann.

Und darum ist es auch so wichtig, dass wir unsere Mitmenschen einladen, eben genau die Erfahrungen zu machen, die wir tagtäglich machen dürfen. Man muss es nicht verstehen, man muss den Heiligen Geist in sich wirken lassen, ganz vorurteilsfrei.

3. Das Leben im Heilige Geist

"Ich lebe und ihr sollt auch leben", so haben wir es in unserem Predigttext gehört. Damit weist Jesus noch einmal darauf hin, dass der Heilige Geist kein "Ewigkeitsgeist" ist, den wir dereinst im Himmel erleben dürfen. Nein, schon hier auf Erden dürfen wir ein Leben mit dem lebendigen Gott an unserer Seite führen.

Stellen wir uns nur einmal vor, wir hätten hier auf Erden einen besten Freund, der alles weiß, was für uns gut ist. Und wir könnten uns Tag für Tag und Nacht für Nacht an ihn wenden und ihn bitten uns zu zeigen, was wir tun sollen. Ich wette, dass jeder von uns alles daran setzen würde, um diesen Freund nicht zu verlieren.

Liebe Gemeinde, wir haben in der Form des Heiligen Geistes genau diesen Freund an unserer Seite und zwar unser ganzes Leben lang.

Der Heilige Geist leitet und führt uns aber nicht nur, sondern er erinnert uns auch an all das, was Jesus uns gesagt und verheißen hat. Der Heilige Geist weckt in uns ein unstillbares Verlangen nach dem Worte Gottes.

Und der Heilige Geist erfüllt uns mit seinem Frieden. Wenn wir Frieden in unseren Herzen haben, dann müssen wir keine Furcht mehr IN der Welt haben. Alles, was uns passieren mag, ist vorher durch die Hände Gottes gegangen. Durch die Führung des Heiligen Geistes kommen wir immer in vorbereitete Verhältnisse.

Wir müssen also keine Furcht mehr in der Welt haben, aber auch keinen Schrecken mehr VOR der Welt haben. Machen wir uns bitte nichts vor, um uns herum arbeiten satanische Mächte, die alles daransetzen, uns von Gott wieder wegzubringen.

Mir wird oftmals gesagt, dass die Sache mit dem Teufel doch mittelalterliche Fabelei sei. Gut, aber warum spricht der Herr Jesus so oft von dem Teufel und warnt uns an sehr vielen Stellen immer wieder vor seinen Machenschaften ? Jesus lebte ja bekanntermaßen weit vor dem Mittelalter.

Das alles können und dürfen wir zusammen mit unserem Herrn erleben, wenn wir ihn denn so in uns wirken lassen, wie er es gern möchte. Das hingegen können wir nur, wenn wir unseren eigenen Willen stets hinten anstellen und unseren Herrn stets nach seinem Willen fragen.

Lassen Sie uns nunmehr zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes den Heiligen Geist bitten, bei uns Einzug zu halten indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "O komm, du Geist der Wahrheit..." (EG 136) des Liederdichters Philipp Spitta einstimmen, der da lautet, wie folgt:

O komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an,
dass jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstsonntag und verabschiede mich bis zum morgigen Tag von Ihnen allen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jun 10, 2019 4:51 pm

ePredigt vom 10.06.2019 (Matthäus 16, 13-19)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Pfingstmontag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im 16. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 13-19. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da kam Jesus in die Gegend Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei ? Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten. Er fragte sie: Wer sagt denn ihr, dass ich sei ? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn ! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.



Liebe Gemeinde,

gestern haben wir uns gemeinsam Gedanken gemacht über das Wesen und Wirken des Heiligen Geistes. Lassen Sie uns heute noch ein wenig tiefer gehen, nämlich in die Basics des Glaubens.

1. Die Hauptfrage

Jesus befragte ja seine Jünger, was die Menschen denken, wer er sei. Und da kamen verschiedene Antworten, die allesamt nicht ganz falsch, aber im Umkehrschluss auch nicht richtig waren.

Wenn wir uns heute einmal in eine Einkaufsstraße stelle würden und würden die Menschen befragen, wer denn Jesus ist, dann bekämen wir sicherlich eine Menge Antworten zu hören.

Jesus ist ein guter Mensch gewesen. Kann man unterschreiben. Ich kenne jedenfalls keinen besseren Menschen, der jemals auf dieser Erde gelebt hat.

Jesus war ein bekannter Religionsstifter. Auch ganz nett, kann ich aber so nicht unterschreiben. Jesus hat niemals eine Religion gegründet. Unter Religion versteht man gemeinhin, einen durch Lehre und Satzungen festgelegten Glauben. Das jedenfalls wollte Jesus als letztes.

Jesus war ein Wunderheiler. Ja, das war er auch. Aber das war ja noch nicht alles.

Jesus war einer der größten Philosophen. Nun, das ist sicherlich auch ein wenig richtig, aber im Ergebnis falsch.

Und dann stellt Jesus seinen Jüngern und damit auch Dir und mir heute morgen die Frage: Wer bin ich denn für Dich?

Liebe Gemeinde, wir können noch so viele Gottesdienste besuchen und an noch so vielen Gebetsgemeinschaften teilnehmen und noch so viel die Bibel lesen. An einem bestimmten Punkt muss ich die Entscheidung treffen: Wer ist Jesus für mich?

Ist er für mich eine Randfigur in meinem Leben, der als Gutmensch, Philosoph und Wunderheiler meine Bewunderung verdient oder aber ist er doch mehr für mich.

2. Die Hauptfigur

So, und jetzt kommt Petrus ins Spiel. Er bekennt es ganz offen, wenn er sagt: "Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn."

Und somit erklärt Petrus ihn als Hauptfigur unser aller Leben. Das hat sich Petrus aber nicht mal einfach eben so ausgedacht. Dafür ist dieses Bekenntnis zu tief. Diese tiefe Erkenntnis muss ihm jemand offenbart haben, da konnte er nicht selber drauf kommen. Dies wird ihm auch sogleich von Jesus bestätigt.

Liebe Gemeinde, so ist es auch in unserem Leben. Nicht wir finden Gott, sondern Gott findet uns. Nicht wir rufen zu Gott, sondern Gott ruft uns zu sich.

Denken wir nur einmal an Paulus und an die Geschehnisse in Damaskus. Ihm, dem Gelehrten und Christenverfolger stellt sich der auferstandene Herr direkt in den Weg und bringt ihn auf den rechten Weg zum Glauben. Daher ja auch die Redewendung vom Saulus zum Paulus.

Und diese Damaskusstunde oder aber Damaskusperiode machen alle Menschen durch, die den Satz "Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn" wirklich aufrecht und ehrlichen Herzens sagen.

Eigentlich wäre ja jetzt alles gut. Aber, wie wir an Paulus gesehen haben, verlebte er sein weiteres Leben nicht gerade in paradiesischen Zuständen. Er wurde gefoltert, gesteinigt, in Haft genommen und etliche Male schlicht und ergreifend verprügelt und dessentwillen, was er verkündigte. Da hätte er ja die Sache mit Jesus auch an den Nagel hängen können. Er wäre einfach zurückgegangen in seinen ehrbaren theologischen Beruf und alles wäre vermutlich weitergelaufen, wie bisher.

Ist es aber nicht. Und warum nicht? Weil Paulus sich ganz dicht an diesen Jesus hielt, an den Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Mit diesem Jesus an seiner Seite konnte er all das über- und durchstehen, was ihm widerfahren sollte. Paulus fand in Jesus den einzigen Halt in seinem Leben. Alles gab er dafür auf, um sein Jünger zu sein.

Tun wir dies auch?

3. Der Hauptsatz

Abschließend sagte Jesus noch zu Petrus " Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen..."

Jetzt wird's ein wenig katholisch und auch evangelisch. Diese Verheißung an Petrus bezieht die katholische Kirche auf sich und begründet damit das Amt des Papstes als jeweils direkten Nachfolger von Petrus. Die evangelische Kirche hingegen bezieht sich auf einen nahezu gleichlautenden Auftrag, der zwei Kapitel später an alle Jünger gerichtet ist.

Als erstes müssen wir einmal feststellen, dass Jesus nicht gesagt hat: "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine KIRCHE bauen..." Jesus spricht von seiner Gemeinde. Jesus hatte also nur eine einzige Gemeinde im Sinn. Eine Gemeinde, die ihm allein nachfolgen soll.

Petrus wird von Jesus zwar als Fels bezeichnet, auf dem er seine Gemeinde bauen will, aber nur deshalb, weil er felsenfest sein Bekenntnis Jesus gegenüber abgegeben hat. Richtig ausgelegt bedeutet diese Bibelstelle, dass wir alle, die wir mit felsenfester Überzeugung unserem Herrn folgen, seine Felsen sind, auf dem er seine Gemeinde bauen will.

Und darum ist es auch ganz wichtig, dass wir uns immer wieder das Bekenntnis des Petrus in unser Gedächtnis rufen und es zu unserem eigenen tiefsten Glaubensbekenntnis machen.

Nur mal so ganz nebenbei bemerkt: Die Sache mit den Konfessionen haben wir selber verbockt. Jesus hat zu uns nicht gesagt: "Studiert mich", sondern "Folgt mir nach". Die Jünger in den ersten drei Jahrhunderten haben sich an diese strikte Nachfolge gehalten und es gab nur eine große, stetig wachsende Gemeinde, die Jesus einfach nachfolgte ohne ihn zu hinterfragen. Erst als man begann, die Nachfolge zu vernachlässigen und sich lieber unwichtigeren Fragen widmete, entstand allmählich der Streit der Konfessionen.

Lassen Sie uns also ausgerüstet mit dem Heiligen Geist diesem einen Herrn nachfolgen, egal, wohin die Reise gehen mag. Sie wird nicht immer ein reines Zuckerschlecken sein, uns aber am Ende in den Himmel befördern, wo wir die Ewigkeit in der Gemeinschaft mit unserem Herrn verbringen dürfen.

Zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes lassen Sie uns gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "O Heiliger Geist, o heiliger Gott..." (EG 131) des Liederdichters Johannes Niedling einstimmen, der da lautet, wie folgt:

O Heiliger Geist, o heiliger Gott,
du Tröster wert in aller Not,
du bist gesandt vom Himmels Thron
von Gott dem Vater und dem Sohn.
O Heiliger Geist, o heiliger Gott !


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstmontag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jul 07, 2019 8:51 pm

ePredigt vom 16.06.2019 (2. Korinther 13, 11-13)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Trinitatis, an welchem wir der Dreifaltigkeit unseres Herrn gedenken. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 13, die Verse 11-13. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Zuletzt, liebe Brüder, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch mahnen, habt einerlei Sinn, haltet Frieden ! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßt euch einander mit dem heiligen Kuss. Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen !



Liebe Gemeinde,

am Pfingstfest ging es ja um die Ausgießung des Heiligen Geistes auf uns alle, die wir dem Herrn angehören. Am heutigen Dreifaltigkeitsfest wollen wir uns Gott in seiner Gesamtheit einmal etwas näher betrachten.

1. Gott, der Vater

Wie wir alle in der Welt einen leiblichen Vater haben, so haben wir alle auch einen geistlichen Vater; nämlich Gott, den Vater.

Aber schon die ersten Menschen, die Gott gezeugt hatte, wandten sich von ihm ab. Es dauerte gar nicht lange, da machten sie, wie man heute so schön sagt, ihr eigenes Ding. Natürlich ohne Gott, was dann auch prompt in die Hose ging.

Die ersten Menschen versündigten sich also gegen Gott. Da Gott und Sünde in keiner Weise zusammenpassen, bedeutete dies auch die Trennung von Gott. Gott und Mensch, so schien es, waren also auf ewig entzweit.

In unserem Predigttext spricht der Apostel Paulus aber von dem Gott der Liebe. Gottes Liebe, liebe Gemeinde, ist omnipräsent. Sie war schon da, bevor der erste Mensch erschaffen wurde und sie ist bis zum heutigen Tage allgegenwärtig um uns herum. Gottes Liebe zu uns war also auch nach dem Sündenfall vorhanden, es bestand nur eine nicht zu überwindende Mauer zwischen uns und Gott.

Doch auch dafür fand Gott eine Lösung.

2. Jesus, der Erlöser

Um die Mauer der Sünde einzureißen, musste Gott einen ganz besonderen Weg finden. Es musste ein vollkommen sündloser Mensch für die Sünden aller Menschen bezahlen. Und zwar für die Sünden der Vergangenheit, für die Sünden der Gegenwart und für alle zukünftigen Sünden.

Mit den Sündopfern des Alten Testamentes klappte dies nicht. Also was machte Gott ? Er kam selber als Mensch auf diese Welt.

Er, der vollkommen sündlos ist, kam als Baby auf die Welt. Er kam nicht als Herrscher, sondern als Diener. Lesen wir ruhig einmal wieder die Evangelien und nehmen Teil an dem Leben Jesu hier auf Erden. Wir werden dort alles finden, aber eines werden wir dort nicht finden, nämlich dass Jesus jemals in seinem Leben auch nur eine Sünde begangen hat.

So war Jesus die einzige Person, die für alle Sünden anderer Menschen bezahlen konnte. Paulus schreibt an anderer Stelle, dass der Sünde Sold der Tod ist. Damit ist der geistliche Tod, also die ewige Trennung von Gott gemeint.

Diese ewige Trennung von Gott hat Jesus aufgehoben, indem er für uns das erlitt, was wir eigentlich erleiden müssten.

Mit dem Weg, den Jesus, der Erlöser für uns bereitet hat, war unser Weg zu Gott wieder frei. Das bedeutet aber nicht, dass wir automatisch alle in den Himmel kommen. Jesus hat den Weg frei gemacht, gehen müssen wir ihn schon selber.

Das bedeutet, dass wir zu Gott kommen, ihm unsere Sünden bekennen, diese bereuen und ihn um Vergebung bitten. Und das ganze nicht halbherzig, sondern inbrünstig. Denn der Mensch sieht was vor Augen ist, aber Gott sieht die Herzen an.

3. Der Heilige Geist

Nun kommen wir zur dritten Person Gottes.

Nachdem Jesus wieder in den Himmel aufgefahren ist, sandte Gott uns den Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist Gottes ständige Gegenwart auf Erden.

Gott wohnt nämlich nicht in dem Himmel ferne, da wo die Englein sind. Gott wohnt direkt in uns und mit uns. Gott ist immer nur ein Gebet weit von einem jeden von uns entfernt.

Und hier stoßen wir auch immer wieder auf den heftigen Widerstand unserer Mitmenschen, die den Weg zu Gott noch nicht gefunden haben. Der Tröster, wie der Heilige Geist auch bezeichnet wird, steht natürlich nur den Menschen zur Verfügung, die Jesu Erlösungswerk auch tatsächlich angenommen haben.

Jeder, der dies getan hat, wird immer wieder die Gegenwart des Heiligen Geistes spüren, fühlen und erleben dürfen. Aber was genau macht denn der Heilige Geist ganz konkret ?

Er trägt uns durch unser ganzes Leben hindurch. Er führt und begleitet uns auf allen unseren Wegen und berät und unterstützt uns, wann immer wir ihn auch anrufen.

Er ist ein unsichtbares Band, dass seine Gemeinde ganz fest zusammenhält. Der volksnahe Pater Johannes Leppich wurde einmal gefragt, warum er denn an die Gegenwart des Heiligen Geistes glaube. Als Kölner antwortete er damit, dass er daran glaube, weil dieser ganze Klüngel wohl kaum 2000 Jahre gehalten hätte, wenn nicht einer da wäre, der ihn zusammenhält.

Und dann trägt uns der Heilige Geist ganz sicher wieder zu Hause nach Gott, wenn wir dereinst diese Erde verlassen werden.

Was lernen wir denn als Gemeinschaft von der Dreifaltigkeit Gottes. Kurz zusammengefasst möchte ich sagen:

Vom Vater die Liebe
Vom Sohn den Weg
Vom Heiligen Geist unseren Christenweg auf Erden

Lassen Sie uns diesen großen Gott loben, indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Gelobet sei der Herr..." (EG 139) des Liederdichters Johann Olearius einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben,
mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben,
mein Vater, der mich schützt, von Mutterleibe an,
der alle Augenblick viel Guts an mir getan.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr

Ulrich Naber




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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jul 07, 2019 8:52 pm

ePredigt vom 23.06.2019 (Johannes 5, 39-47)



Liebe ePredigt-Leser,

heute erhalten Sie - verspätet - die ePredigt vom Sonntag. Leider gab es am Wochenende an anderer Stelle eine große Herausforderung, die den Versand der ePredigt beeinträchtigt hat.

Mit freundlichen Grüßen
Jens Steinführer





Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Johannesevangelium, Kapitel 5, die Verse 29-47. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeugt; aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet. Ich nehme nicht Ehre von Menschen; aber ich kenne euch, dass ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin gekommen in meines Vaters Namen und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommen wird in seinem eigenen Namen, den werdet ihr annehmen. Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht? Ihr sollt nicht meinen, dass ich euch vor dem Vater verklagen werde; es ist einer, der euch verklagt: Mose, auf den ihr hofft. Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?


Liebe Gemeinde,

wenn man ein Haus bauen möchte, dann benötigt man zunächst einen Grund, dann ein festes Fundament und danach kann das Haus in die Höhe wachsen.

Mit dem originären Christenleben ist es ähnlich. Auch dort benötigen wir einen Grund auf dem das Fundament gelegt wird, damit das Christenleben wachsen kann. Schauen wir uns dieses gedankliche Gebäude heute Morgen einmal ein wenig näher an.

1. Der Grund

Der Grund alles Christenlebens ist das Wort Gottes. Dies sagt uns der Herr Jesus auch klipp und klar in unserem heutigen Predigttext.

In letzter Zeit ist es leider ein wenig zur Modeerscheinung geworden, Bibelhopping zu betreiben. Was einem in der Bibel passt, das lässt man gelten, was unangenehm oder gar unbequem ist, das wird einfach herausgestrichen. So sagt Jesus, werden wir Gott nicht erkennen können.

Zu Zeiten Jesu gab es logischerweise das Neue Testament noch nicht, aber Jesus verweist in dem heutigen Predigttext auf das gesamte Schriftwerk, welches damals zur Verfügung stand. In diesem sollte man forschen und sich auf die Suche nach Gott begeben.

Heute haben wir es erheblich einfacher, wenn wir uns in der Bibel auf die Suche nach Gott begeben, und damit auf der Suche nach dem Grund unseres Glaubens. Im Alten Testament finden wir zahlreiche Verheißungen, deren Erfüllung wir im Neuen Testament nachlesen können.

Schauen wir uns nur vier dieser Verheißungen an. Der Prophet Micha weist auf Bethlehem hin als Geburtsort unseres Herrn. Und tatsächlich wird unser Herr, wie wir es im Neuen Testament nachlesen können, eben genau in dieser Stadt geboren.

In Jesaja 7, 14 beschreibt der Prophet die Jungfrauengeburt, deren Erfüllung wir im 1. Kapitels des Matthäusevangeliums nachlesen können.

Der Prophet Sacharja wies schon darauf hin, dass der Herr für 30 Silberstücke verraten werden wird. Im Matthäusevangelium finden wir genau die Erfüllung dieser Prophetie.

Psalm 16,10 berichtet schon von der Auferstehung unseres Herrn. Wir alle wissen, wird diese in allen Evangelien ausführlich beschrieben.

Jetzt aber mal wieder ab in die Gegenwart. Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, dann finden wir in allen großen Zeitungen und Illustrierten die Vorhersagen für die Geschehnisse des nächsten Jahres. Am Ende des folgenden Jahres finden wir dann die Erklärungen der gleichen Wahrsager, warum alles ganz anders gelaufen ist.

Stellen wir uns nur einmal vor, ein Wahrsager hätte mit 5 Prophezeiungen recht und läge mit allen anderen daneben. Er würde die Aufmerksamkeit der Massen erhalten. Wenn er im nächsten Jahr seine Leistung auf 10 steigert, würde ihm die Welt zu Füßen liegen.

Wenn aber die Bibel hunderte Prophezeiungen aufführt, die erwiesenermaßen erfüllt worden sind, dann haben die meisten Menschen dafür nur ein Achselzucken übrig oder suchen krampfhaft nach Argumenten, dass dies nicht der Fall gewesen sein kann.

2. Das Fundament

Wenn wir uns ernsthaft mit den erfüllten Verheißungen der Bibel beschäftigen, dann werden wir irgendwann eine Entscheidung treffen müssen. Entweder glaube ich das, was uns die Bibel berichtet oder ich lehne die Wahrheiten der Bibel ab.

Liebe Gemeinde, wer der Bibel sein Vertrauen schenkt und ausgehend von den Verheißungen dem Wort Gottes vertraut, der kann auch getrost dem Wort unseres Herrn vertrauen, wenn er sagt, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

Diesen Herrn im Glauben zu vertrauen, also mein "Ja" zu dem was bei Gott wahr ist, das ist unser Fundament. Das ist das, was man als Glauben bezeichnet.

Nun ist ja der Glaube keine einseitige starre Haltung von uns Gott gegenüber, sondern der Glaube ist eine lebendige Beziehung zu unserem Herrn. Wenn Jesus in unserem Predigttext sagt: "Und ihr nehmt mich nicht an.." meint er auch die Tatsache, dass wir eine starre Glaubensentscheidung getroffen haben, aber die lebendige Beziehung zu ihm eben nicht eingehen wollen.

Jetzt klingt lebendige Beziehung ein wenig hochtrabend. Wie unterhalte ich denn eine lebendige Beziehung? Indem mich mit meinem Gegenüber unterhalte; wir Christen nennen dies Gebet. Und indem ich möglichst viel von meinem Gegenüber erfahren möchte, wir nennen dies Bibelstudium.

3. Das Haus

Wir haben den Grund kennengelernt und das Fundament. Das Haus steht sinnbildlich für die Nachfolge. Wie ein Haus nach und nach in die Höhe wächst, wenn es erbaut wird, so wächst auch unser Glaube in der Nachfolge.

Wenn wir Jesus im Glauben annehmen, dann treten wir auch sogleich in seine Jüngerschule ein. In dieser Jüngerschule lernen wir von unserem Herrn, wie wir als seine Nachfolger leben sollen.

Und wenn wir uns exakt an das halten, was zum Beispiel in der Bergpredigt oder aber im Jakobusbrief steht, dann sind wir die perfekten Nachfolger. Also Jesus 2.0. Klappt leider nicht. Wär zwar schön, aber ich habe noch keinen Jünger gesehen, dem dies gelungen ist. Selbst Petrus hat das nicht hinbekommen.

Und die Nachfolge soll uns ja auch nicht dazu befähigen zu sein, wie Jesus ist, sondern auf seinen Wegen zu wandeln und den rechten Pfad vor Augen zu haben. Natürlich werden wir als seine Jünger immer wieder versagen. Aber wir haben einen Herrn an unserer Seite, der uns stets wieder auf die Beine hilft und uns auf dem rechten Weg begleitet, der in dem ewigen Leben endet.

Es kommt also nicht darauf an, perfekt zu sein, sondern das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Und dabei helfen uns unter anderem Gebet und die Gemeinschaft mit anderen Nachfolgern in seiner großen Gemeinde.

Natürlich werden wir manchmal auch auf diesem Wege zweifeln und ein wenig ängstlich werden. Lassen Sie uns dann und auch jetzt gleich in den ersten Vers des Liedes von Paul Gerhardt " Befiehl du deine Wege..." (EG 361) einstimmen, welcher uns immer wieder neuen Mut zuspricht und der da lautet, wie folgt:

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege des, den den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jul 07, 2019 8:53 pm

ePredigt vom 30.06.2019 (Jesaja 55, 1-5)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 55. Kapitel, die Verse 1-5. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Einladung zum Gnadenbunde Gottes

Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! Warum zählt ihr Geld für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben. Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben! Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen, euch die beständigen Gnaden Davids zu geben. Siehe, ich habe ihn den Völkern zum Zeugen bestellt, zum Fürsten für sie und zum Gebieter. Siehe, du wirst Heiden rufen, die du nicht kennst, und Heiden, die dich nicht kennen, werden zu dir laufen um des Herrn willen, deines Gottes, und des Heiligen Israels, der dich herrlich gemacht hat.



Liebe Gemeinde,

was wir soeben gehört haben, ist eine Prophetie, welche wir zwar im Alten Testament finden, die aber auf Gottes Gnadenbund durch das stellvertretende Opfer unseres Herrn hinweist. Lassen Sie uns diesen Gnadenbund einmal etwas näher betrachten.

1. Warum

Warum brauchen wir überhaupt einen Gnadenbund? Gott hat uns doch nach seinem Bilde geschaffen und ausdrücklich betont, dass alles, was er gemacht hat gut war.

Das stimmt auch für viele Teile der Schöpfung. Nur hat er einem jeden Menschen einen eigenen Willen gegeben. Und daran sollte die Angelegenheit scheitern. Schon im Paradies entschied sich der Mensch, seinen eigenen Weg zu gehen und nicht dem Weg zu folgen, den Gott für ihn vorgesehen hatte.

Die Folge war der Rauswurf aus dem Paradies und dessen Annehmlichkeiten. Der Mensch war also von Gott getrennt. Alsbald merkte er, dass die Zustände eben nicht mehr paradiesisch waren, sondern er einen unbändigen Durst verspürte, einen Durst nach Leben, nach Liebe und nach Geborgenheit.

Ich wage einmal die Behauptung, dass wir alle diesen Durst genau kennen und dass uns genau dieser Durst in Jesu Arme getrieben hat. Kein Leben ist so unendlich, wie das Leben in unserem Herrn. Keine Liebe ist größer als die Liebe Gottes zu uns. Und kein Mensch kann uns die Geborgenheit schenken, die uns unser Herr schenkt.

Wir müssen nur zu diesem Wasser kommen, welches unseren Durst auf ewig zu löschen in der Lage ist.

2. Ohne Geld

Kauft ohne Geld, und zwar alles, was ihr zum Leben braucht. Das kann man sich doch gar nicht so recht vorstellen. Ich gehe in den Supermarkt, packe meine Karre randvoll und gehe an der Kasse vorbei ohne zu bezahlen. Und die Damen an der Kasse grüßt auch noch freundlich.

Ja, liebe Gemeinde, so ist das bei uns Menschen. Wir sind alle das Leistungsprinzip gewohnt. Wenn wir uns etwas kaufen wollen, dann müssen wir davor etwas leisten. Ohne Leistung keine Gegenleistung.

Und dann kommt dieses großartige Geschenk unserer Herrn, der uns alles verspricht was wir wirklich zum Leben benötigen und dies auch noch umsonst.

Luther nannte es "Sola gratia". Allein durch Gnade werden wir errettet ohne, dass wir auch nur einen Cent dazutun müssen. Wir könnten es ja noch nicht einmal. Wir sind allein auf diese Gnade angewiesen.

Alle Selbsterlösungsversuche, und von denen hat es in den letzten 2 Jahrtausenden etliche gegeben, all diese Versuche sind jämmerlich gescheitert. Alle Menschen müssen erkennen, dass allein die Gnade Gottes uns alles gewährt, was wir zum Leben benötigen.

Nur mal so nebenbei bemerkt: In unserem Predigttext finden wir beispielhaft einige Grundnahrungsmittel erwähnt. Nicht hingegen den Porsche und die Traumvilla in Malibu. Gott ist kein Wunscherfüllungsautomat. Aber er versorgt seine Kinder mit allem, was sie benötigen. Und was sie nicht bekommen, das brauchen sie auch nicht.

3. Voraussetzungen

Klar, den Gnadenbund gibt es gratis, aber nicht umsonst. So lesen wir in unserem Predigttext auch etwas über das, was von uns erwartet wird, um Bestandteil des Gnadenbundes zu werden. "Höret, so werdet ihr leben!" Luther nannte dies "Sola scriptura". Wenn wir auf ewig errettet werden wollen, dann sollen wir auch auf den hören, der uns diese Errettung schenken möchte.

Und diese Voraussetzungen lesen wir in der Bibel. Wir müssen unsere Sünden ehrlich und von ganzem Herzen bekennen und bereuen und uns von diesen nach Kräften abkehren. Alle Sünden dürfen wir dann auf unseren Herrn werfen, der auf dem Hügel Golgatha für all unsere Sünden mit seinem Leben bezahlt hat.

Auch wenn es brutal klingt; wer das nicht macht, kommt nicht in den Himmel. Auch wenn in vielen Kirchen etwas anderes gelehrt wird, so ist es doch die unabdingbare Voraussetzung für das ewige Leben.

Luther kannte auch noch das "Sola fide", was wir hier natürlich nicht vernachlässigen dürfen. Das bedeutet, dass wir unsere Erlösung auch im festen Glauben auf deren Gewissheit annehmen müssen. Ein heruntergeleiertes Sündenbekenntnis und eine halbherzige Übergabe meines Lebens ans unseren Herrn reicht da nicht aus.

Mit jeder Faser meines Herzens muss ich DEM gehören wollen, der mich erlöst hat. Wenn ich dies mache, dann bin ich fester Bestandteil des Gnadenbundes, den Jesaja im Alten Testament verheißen hat und den Jesus Christus mit seinem Opfertot ein für allemal besiegelt hat.

Damit wir uns alle Tage daran erinnern, dass dieser Gnadenbund weit über unser irdisches Leben hinausgeht, wollen wir gemeinsam in den 6. Vers des Liedes von Paul Gerhardt "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG 529) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jul 07, 2019 8:53 pm

ePredigt vom 07.07.2019 (1. Timotheus 1, 12-17)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an Timotheus, Kapitel 1, die Verse 12-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lobpreis der göttlichen Barmherzigkeit

Ich danke unserem Herrn Jesus Christus, der mich stark gemacht hat und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben. Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist.
Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als Erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit ! Amen.



Liebe Gemeinde,

der dritte Sonntag nach Trinitatis wird auch als Sonntag der offenen Arme bezeichnet. Die offenen Arme Gottes sind allezeit ausgestreckt, um uns Sünder in die Arme zu schließen. Darüber lassen Sie uns am heutigen Sonntag einmal gemeinsam nachdenken.

1. Was ist das überhaupt: Sünde?

Wir haben soeben gehört, dass Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen. Da stellt sich doch die Frage, was ist es denn ganz konkret, wenn wir von Sünde sprechen.

Das Wort Sünde hat sich leider in unseren Sprachgebrauch in allen Ebenen eingeschlichen, wo es eigentlich nichts zu suchen hat. Da kauft man sich das sündhaft teure Parfum, oder man hat beim Essen gesündigt, weil man mal wieder über die Stränge geschlagen hat.

Das ist natürlich nicht mit der Sünde gemeint, wie sie in unserem heutigen Predigttext benannt wird. Mit der Sünde in der Bibel ist das ganz persönliche Fehlverhalten gegenüber Gott gemeint.

Lassen Sie mich ein Beispiel aus unserer Vergangenheit wählen. Nach dem Ende des Naziregimes will ja keiner von den Grauentaten der Nazischergen etwas gewusst haben. Und die, welche direkt darin involviert waren, haben natürlich nur auf Befehl gehandelt. Keiner war sich einer Schuld bewusst. Schuld hatten allenfalls die anderen, aber man selber nicht.

Gott hingegen erkennt nur das ganz persönliche Schuldanerkenntnis des einzelnen Menschen an. Das ganz persönliche Schuldanerkenntnis, um bei unserem Beispiel zu bleiben eines KZ-Aufsehers, der ehrlich seine Sünden bereut gilt vor Gott und schafft die Grundlage für

2. Die Barmherzigkeit

Wer ehrlich seine Sünden bereut und sich von diesen abkehrt, dem verspricht unser Herr Barmherzigkeit.

Um noch einmal bei unserem Beispiel zu bleiben ist es ja in der Welt so, dass die Straftäter des Naziregimes in vielen Fällen verurteilt wurden und ihre weltlich gerechte Strafe abgesessen haben. In allen Fällen blieb aber auch nach deren Entlassung der Makel des Verbrechers an ihnen haften.

Bei Gottes Barmherzigkeit sieht das komplett anders aus. Ich habe einmal den Begriff Barmherzigkeit gegoogelt und folgende Definition gefunden:

"Der Barmherzige öffnet das eigene Herz für fremde Not und nimmt sich dieser an oder gar diese von der anderen Person weg."

Barmherzigkeit ist also genau das Gegenteil von Strafe. Der Herr Jesus hat genau dies für uns getan. Er hat sein Herz aufgetan für unsere Sünden, hat diese als seine Sünden übernommen und hat für all unsere Sünden am Kreuz mit seinem Leben bezahlt.

Damit sind all unsere Sünden ein für alle Male vor Gott getilgt. Wenn wir uns dies einmal bildlich vorstellen, dann stehen wir vor Gott und Gott kennt keine einzige Sünde von uns mehr. Wir kommen geradewegs in den Himmel.

Nun sind wir Menschen ja ein ganz besonderes Völkchen. Häufig übertragen wir unsere Sünden unserem Herrn, bitten ihn um Vergebung und erhalten diese auch. Ein wenig später drückt uns die gleiche Sünde, die uns bereits vergeben worden ist, und wir tragen sie wieder vor unseren Herrn.

Das, liebe Gemeinde, ist nicht notwendig. Gottes Barmherzigkeit und Jesu Gnadentat lassen alle unsere Sünden in der Tiefe des Meeres verschwinden. Wenn Gott dies tut, dann sollten wir auch nicht mit der Angel am Ufer sitzen um diese Sünden wieder herauszufischen.

3. Das Vorbild

In unserem Predigttext spricht der Apostel Paulus ja auch davon, dass Gottes Barmherzigkeit an ihm ein Vorbild für viele Menschen nachwachsender Generationen gewesen ist.

Paulus sagt ja nicht: "Mir ist Barmherzigkeit widerfahren, wie ihr das hinkriegt, da müsst ihr euch schon selber drum kümmern." Das wäre ja ein Verhalten, wie wir es von der Welt her gewohnt sind.

Nein, liebe Gemeinde, Paulus sieht die Barmherzigkeit Gottes an ihm als ein Vorbild an, welches er fortan in die Welt heraustragen muss. Alle Menschen sollen erkennen wie barmherzig unser Herr ist, und wie auch sie in den Genuss der Barmherzigkeit gelangen können. Wenn wir die Paulusbriefe studieren, können wir anerkennend feststellen, dass er seine Aufgabe sehr, sehr ernst genommen hat.

Auch wenn wir in den allermeisten Fällen keine großen Missionsreisen unternehmen werden, so ist es aber auch unsre Aufgabe, den Menschen um uns herum von dieser göttlichen Barmherzigkeit zu berichten. Wir sollen ja gar nicht in fernen Ländern damit beginnen, sondern in unsren Familien, bei unseren Freunden, am Arbeitsplatz und an sonstigen Orten unsere sozialen Umfeldes.

Das sollen wir auch nicht mit großen wissenschaftlichen Auslegungen der Bibel bewerkstelligen, sondern mit der einfachen Botschaft, die der Liederdichter Erdmann Neumeister im 1. Vers seines Liedes "Jesus nimmt die Sünder an..." (EG 353) sehr schön mit folgenden Worten beschreibt:

Jesus nimmt die Sünder an.
Saget doch dies Trostwort allen,
welche von der echten Bahn
auf verkehrten Weg verfallen
Hier ist, was sie retten kann:
Jesus nimmt die Sünder an.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
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Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr

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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jul 14, 2019 5:58 pm

ePredigt vom 14.07.2019 (Lukas 6, 36-42)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle am heutigen 4. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 6. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 36-42. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Von der Stellung zum Nächsten

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen. Er sagte Ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen ? Werden sie nicht alle Beide in die Grube fallen ? Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister. Was siehts du aber den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr ? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge ? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst !



Liebe Gemeinde,

das Thema des vierten Sonntages ist unsere Stellung zu unserem Nächsten und wie ein Zusammenleben, ein christliches Zusammenleben gelingen kann. Viele Menschen sehen die Bibel ja als ein theoretisches Konstrukt an, welches schwer zu verstehen ist. Heute erfahren wir, dass die Bibel uns ganz konkrete Vorschläge für unser Verhalten an die Hand gibt.

1. Der Nächste

"Von der Stellung zum Nächsten", so lautete die Überschrift unseres heutigen Predigttextes. Da stellt sich doch gleich die Frage: Wer ist denn mein Nächster ? Und schon kommen wir in eine Schieflage hinein. Jeder wird sich den als seinen Nächsten aussuchen, der ihm am angenehmsten ist.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so lesen wir es an anderer Stelle der Bibel. Also nimmt man doch den als Nächsten, wo dies nicht besonders schwer fällt.

Und so ist diese Fragestellung wohl nicht die richtige. Wir müssten uns vielmehr fragen: Wem kann ich der Nächste sein ? Dann, und nur dann halten wir nämlich Augen und Ohren offen für alle Menschen, die unserer Hilfe bedürfen. Und so meint es auch unser Vater im Himmel. Ohne Ansehen der Person sollen wir stets danach Ausschau halten, wo denn ein Mensch in Not ist und diesem dann unseren Beistand anbieten.

2. Die Lebensregeln

Wie eingangs bereits erwähnt, hält die Bibel ganz konkrete Lebensregeln für uns bereit, damit unser Leben auch gelingen kann. Schauen wir uns heute einmal vier dieser Lebensregeln gemeinsam an:
"Richtet nicht" Wie schnell sind wir doch bereit, das Verhalten anderer Menschen zu be- und dann zu verurteilen. Das sieht man im Straßenverkehr besonders deutlich. Die Idioten sind schließlich immer die anderen. Man selber ist natürlich der gentleman of the road.
Und wie schnell verurteilen wir das Verhalten anderer Menschen, nur weil es unserer Denk- und Handelsweise nicht entspricht.

Nun ist es aber so, dass wir in den Augen der Mitmenschen genau anders herum betrachtet werden. Bevor wir wieder in das alte Muster zurückfallen, könnten wir uns ja auch einmal fragen: Hat der andere vielleicht doch recht mit seinen Äußerungen ? Liege ich vielleicht doch falsch? Muss ich den anderen verurteilen, weil er nicht mit mir auf einer Wellenlänge liegt ?

"Verdammt nicht" Verdammung geht noch einen Schritt weiter als die Verurteilung eines Menschen. Wie bei einem Strafprozess nach der Verurteilung die Strafe zu verbüßen ist, so gehen wir häufig nach unserer Verurteilung eines Menschen noch einen Schritt weiter, indem wir ihn verdammen.
Verdammen bedeutet ächten oder ausschließen aus meinem Lebenskreis. Der so ausgeschlossene Mensch hat niemals mehr eine Chance auf eine Resozialisierung. Er ist und bleibt einfach Luft für uns. Fragen wir uns doch mal ganz einfach: Wie würden wir uns fühlen, wenn andere Menschen dies mit uns machen ?

Richtig, ein ganz mieses Gefühl. Man ist vollkommen ohnmächtig und chancenlos. Und genau das will unser Herr Jesus eben nicht. Er selber hat uns ja die größte Chance der Rehabilitierung geschenkt, die es überhaupt gibt. Wir dürfen wieder Gottes geliebte Kinder werden, wir haben wieder freien Zugang zum Vaterhaus.

Und genau so, wie Jesus uns behandelt, so sollen wir auch unsere Mitmenschen behandeln. Wenn Jesus keinen Menschen auf ewig verdammt, dann dürfen wir dies erst recht nicht.

"Vergebt" Anstelle der Verdammnis sollen wir Vergebung üben. Liebe Gemeinde, vergeben bedeutet nicht einfach "Schwamm drüber". Wenn jemand an mir sündigt und ich ihm vergebe, dann erkenne ich an, dass ein Stück weit dieses Verhaltens auch in meinem Verhalten steckt. Kein Charakter ist immer edel und gut. Wenn wir anerkennen, das auch wir Sünder sind, die immer wieder der Vergebung bedürfen, dann können auch wir ehrlichen Herzens anderen vergeben.

"Gebt" Die letzte Lebensregel wird leider in unserer Gesellschaft immer wieder auf das Geld reduziert. Geben kann man aber auch Achtung, Respekt, Zeit und Liebe. Mit Geld kann man sich ja so herrlich von anderen Arten des Gebens freikaufen.

Der arme Bettler an der Straßenecke freut sich natürlich über das Geld. Wenn Sie wieder einmal einem bedürftigen Menschen an der Straßenecke begegnen, dann laden Sie ihn doch mal zum Kaffee und einem Brötchen ein. An jeder Ecke gibt es heute eine Bäckerei. Schenken Sie ihm ein wenig von ihrer Zeit und hören ihm einfach mal zu. Das ist richtig spannend. Und mal Hand aufs Herz, auf die Viertelstunde kommt es auch nicht an.

3. Der Weg ist das Ziel

Jetzt aber ran ans Werk. Gleich noch ein Liedchen zusammen singen und dann raus aus der Kirche und die 4 Lebensregeln in die Tat umsetzen. Das wär's doch, oder ?

Hört sich gut an, klappt aber nicht. Wir sind nicht der Herr Jesus, dem dies natürlich gelungen ist. Wir sind seine Jünger. Und der Jünger wandelt stets auf den Pfaden des Meisters. Wir werden niemals Jesus gleich sein, aber wir werden auf unserem Lebensweg mit ihm und gerade von ihm immer mehr darüber lernen, wie unser Leben und unser Verhalten sein sollte.

"Das is doch alles Kokolores", so wurde es mir in meiner Heimat dem Ruhrgebiet schon öfters entgegengeschleudert. So lange, wie man nicht mit Jesus unterwegs ist, mag das auch so sein. Aber jeder, der mit Jesus unterwegs ist, also in seine Jüngerschule geht, wird diese und viele andere Lebensregeln bald automatisch und immer öfter in die Tat umsetzen. Nicht aus Zwang, sondern aus Liebe heraus.

Um uns auf unsere Aufgaben einzustimmen, lassen Sie uns gemeinsam den ersten Vers des Liedes "Jesu, geh voran..." (EG 391) von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf singen, der da lautet, wie folgt:


Jesu, geh voran auf der Lebensbahn !
Und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen;
führ uns an der Hand bis ins Vaterland.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.
Es grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr
Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19


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