ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Do Mei 05, 2016 11:41 am

ePredigt vom 05.05.2016 (Apostelgeschichte 1, 3-4; 8-11)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Himmelfahrtstag im Jahre 2016. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im 1. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 3-4 und 8-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst einmal gemeinsam lesen:

Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach er, von mir gehört habt. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Liebe Gemeinde,

Da standen die Jünger wohl sichtlich erstaunt und schauten dem Herrn nach, wie er vor ihren Augen in den Himmel entschwand. Das würden wir doch wohl auch alle getan haben wenn wir damals als Zeugen dabei gewesen wären. Aber damit war es ja nicht getan. Und so sagten ihnen zwei Männer in weißen Gewändern: "Was steht ihr da und seht zum Himmel?", was gleichbedeutend ist mit "Steht nicht nur so rum, tut etwas!" Lassen Sie uns einmal gemeinsam überlegen, welche Aufträge die Jünger damals und auch wir heute wahrnehmen sollten bis unser Herr wiederkommt.

1. Die Rüstzeit

"Alles ist besser, als nichts zu tun." Diese Redensweise ist uns allen sicherlich schon einmal begegnet. Und welchen Auftrag gibt Jesus seinen Jüngern mit auf den Weg ? Genau das Gegenteil. Warten sollen sie und Jerusalem erst dann verlassen, wenn sie mit der dazu notwendigen Kraft ausgerüstet worden sind.

Dieser Auftrag gilt uns allen heute genauso, wie er damals den Jüngern galt. Wir sollen nicht einfach drauflos preschen und das machen, was uns als christlich und gerade deswegen notwendig erscheint. Auch wir sollen auf die Kraft des Heiligen Geistes warten bis diese uns erfüllt. Mit der Fülle des Heiligen Geistes überträgt uns Gott auch die Aufgaben, die er für uns vorgesehen hat und deren Erledigung er auch von uns erwartet.

Wenn wir dies tun, liebe Gemeinde, dann kommen wir immer in vorbereitete Verhältnisse. Der Herr geht vorweg und räumt uns die Hindernisse so aus dem Weg, dass wir unseren Aufgaben gerecht werden können. Sind wir nicht alle schon einmal bei unserem Dienst für den Herren so richtig vor die sprichwörtliche Wand gelaufen? Kann es sein, dass wir dabei eher eigenmächtig gehandelt haben und gar nicht den für uns bestimmten Auftrag abgewartet haben? Schauen wir uns jetzt einmal unsere Aufgaben an, die auf uns warten, wenn wir ausgestattet sind mit der Kraft des Heiligen Geistes.

2. Konkrete Aufgaben

Unseren Generalauftrag, den sogenannten Missionsbefehl können wir im 28. Kapitel des Matthäusevangeliums nachlesen. Dieser lautet:

"Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker; Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe."

In diesem Missionsbefehl stecken die vielfältigsten Aufgaben. Diese kann kein Mensch allein wahrnehmen. Und genau darum ist es damals wie heute sehr wichtig, dass wir erfüllt mit dem heiligen Geist genau die Aufgaben wahrnehmen, die Gott uns zuteilt. Für alle anderen Aufgaben hätten wir gar nicht die nötige Kraft und würden immer wieder vor die Wand laufen.

"Machet zu Jüngern". Hiermit ist die Verbreitung der Lehre gemeint, die uns aufzeigt, wie wir wieder Gottes Kinder werden können. Dazu gehört natürlich auch ein gerüttelt Maß an Theorie. Und dazu hat Gott Menschen ausersehen und Ihnen die Gabe der Lehre und der Rede und der Auslegung gegeben.

"Lehret sie halten." Von wem lernen wir im Leben am meisten? Meistens doch von jemandem, der uns vormacht, wie etwas geht. Die reine theoretische Erklärung ist gut für das Verständnis, was hinter einer Sache steckt, aber wie sie tatsächlich funktioniert das kann ich am besten an einem Beispiel zeigen. Denken Sie nur einmal an den Chemieunterricht. Was ist uns mehr in Erinnerung geblieben: Die Theorie oder die praktischen Experimente?

Wir sollen also die Gotteskindschaft mit praktischem Leben füllen. Wenn wir uns den Jakobusbrief anschauen, dann strotz dieser geradezu von Hinweisen hinsichtlich der praktischen Umsetzung des Evangeliums.

Wir haben allezeit einsame Menschen um uns herum. Diese brauchen unsere Gesellschaft und einen guten Zuhörer. Vielleicht hat Gott gerade Sie zu einem verständigen Zuhörer bestimmt. Wir haben Kranke um uns herum, die eine seelische Stütze in ihrer Krankheit benötigen, die ihnen die Medizin nicht geben kann. Vielleicht hat Gott gerade Sie dazu ausersehen, den Kranken in ihrem Leid eine Stütze zu sein.

Jede Menge arme und mittellose Menschen leben unter uns. Vielleicht hat Gott gerade Sie dazu erkoren, dafür zu sorgen, dass die Armut dieser Menschen ein wenig gemildert wird. Vielleicht sind gerade Sie der am besten geeignete Mitarbeiter an einer der vielen Tafeln in unserem Land. Vielleicht sind gerade Sie derjenige, der hilflosen Menschen bei Behördengängen eine wertvolle Hilfe sein darf.

Wir sehen, es gibt viel zu tun. Jetzt bleibt noch die Frage: Wie erkenne ich meine Berufung? Mein Rat wäre: Nehmen Sie sich bitte die Zeit, dies ausführlich mit Gott zu besprechen. ER wird Ihnen zur rechten Zeit die rechte Aufgabe zuteilen. Das tat er vor 2000 Jahren und das tut er auch heute noch bei allen, die ihn inbrünstig darum bitten.

3. Die Zukunft

Alles, was wir tun, tun wir zukunftsorientiert und nicht um des eigentlichen Tuns willen. Also, wie geht es weiter? Der letzte Satz des Missionsbefehls lautet: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bin an der Welt Ende.

Bei allen Aufgaben, die wir verrichten, dürfen wir immer ganz sicher sein, dass der Herr Jesus uns direkt begleitet. Egal, wo wir auch hingehen, er ist immer bei uns. Nicht als die große Moralinstanz, die nur wartet, dass wir einen Fehler machen, damit er uns mal so richtig abstrafen kann. Nein er ist bei uns Tröster, Beschützer und Helfer in allen Lebenslagen. Er möchte, dass wir unsere Aufgaben so wahrnehmen, wie er sein Reich aufbaut, nämlich mit Liebe. Diese Liebe ist es, die uns 24 Stunden am Tag unser ganzes Leben lang umgibt und uns dereinst wieder heimführen wird.

Und am Ende der Tage wird unser Herr wiederkommen. Und zwar genau so, wie ihn die Jünger haben gen Himmel fahren sehen. Das ist unsere Hoffnung und feste Gewissheit, die uns trägt, uns begleitet und uns ein Ansporn ist möglichst vielen Menschen die Möglichkeit vorzustellen, wie auch sie wieder Gottes Kinder werden können.

Also lassen Sie uns bei allem Staunen über das Himmelfahrtsgeschehen unsere ganz praktischen Konsequenzen daraus ziehen und frohen Mutes ans Werk gehen. Und dies in der ständigen Gewissheit, dass unser Herr stets nur ein Gebet weit von uns entfernt ist.

Und lassen Sie uns bei allem, was wir für den Herrn tun, immer an den 1. Vers des Liedes "In Gottes Namen fang ich an..." (EG 494) von Salomo Liscow denken, der da lautet, wie folgt:

In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.
Was man im Namen Gottes tut, ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und ich freue mich auf ein Wiedersehen, Wiederhören oder ein Wiederlesen am kommenden Sonntag.

Herzliche Grüße sendet Ihnen

Ihr

Ulrich Naber



Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Za Mei 07, 2016 10:34 am

ePredigt vom 08.05.2016 (Epheser 3, 14-21)

Liebe ePredigt-Leser,

heute erhalten Sie ausnahmsweise schon im Vorfeld die ePredigt für den Sonntag, da wir am Sonnabend heiraten (Jens Steinführer) und sicher im Anschluss andere Dinge im Kopf haben.

Wir wünschen Ihnen gesegnete Tage und freuen uns, Sie nächste Woche wieder wie gewohnt mit der ePredigt zu versorgen.

Ihr Jens Steinführer
vom ePredigt-Team


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag Exaudi. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Epheserbrief, Kapitel 3, die Verse 14-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Fürbitte des Apostels für die Gemeinde

Deshalb beuge ich mein Knie vor dem Vater, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid. So könnt ihr mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit ! Amen.


Liebe Gemeinde,

oft haben wir in den vergangenen Wochen darüber gesprochen, wie wir uns als Christ in unserem Umfeld verhalten sollen, was wir tun und auch was wir lassen sollten. Damit wir dies auch in die Tat umsetzen können bedarf es bestimmter Grundlagen, für deren Gabe der Apostel in unserem heutigen Predigttext für die Gemeinde betet. Schauen wir uns doch diese Grundlagen einmal ein wenig näher an.

1. Die Kniebeuge

Mit so einer Kniebeuge beginnt Paulus sein Gebet für die Gemeinde. Stellvertretend für uns alle bringt er damit zum Ausdruck, dass nur der Mensch wirklich aufrecht stehen kann, der vor Gott in die Knie geht.

Erst dann, wenn wir unseren eigenen Willen aufgeben, erst dann kann Gott in uns wirken. Gott zwingt sich niemandem auf. Wer meint, seinen Weg alleine und ohne Gott gehen zu können, den lässt Gott auch diesen Weg gehen. In dessen Leben greift Gott auch nicht ein. Nur leider gehen diese Wege immer fatal aus.

Nur wenn wir vor Gott in die Knie gehen, kann er also in uns wirken und uns all das mit auf den Weg geben, was wir auf unserem Weg als Christ in der Welt auch benötigen. Erst wenn wir bereit sind, uns von unseren alten Verhaltensweisen zu trennen, erst dann kann Gott neue Verhaltensweisen in uns hineinlegen.

2. Die Wurzeln

Für unseren Dienst in der Welt benötigen wir tiefe Wurzeln. Viele von uns werden sich bestimmt noch an den Jahrhundertsturm Kyrill erinnern. Haufenweise sah man umgeknickte Tannen, die einfach so vom Sturm umgeworfen worden sind. Schauen wir auf das Wurzelwerk einer Fichte, dann sehen wir, dass dies rein oberflächlich verläuft und eben nicht in die Tiefe geht. Somit hat der Sturm ein leichtes Spiel mit einem solchen Baum.

Andere Bäume, wie zum Beispiel den Eichen schien der Sturm nicht so viel anhaben zu können. Warum nicht ? Weil ihre Wurzeln tief in das Erdreich gehen und ihnen somit eine Standfestigkeit verleihen, die denen der Fichten weit überlegen ist.

So soll auch unser Glaube tiefe Wurzeln in uns treiben, damit uns die Stürme des Lebens, denen wir alle ausgesetzt sind, nichts anhaben können. Natürlich spüren auch wir als Christen Schmerzen und Enttäuschungen. Es wäre fatal zu sagen, dass wir als Christen nur Positives erleben und vor allem Leid dieser Welt gefeit sind. Diese Stürme unseres Lebens schütteln uns zwar manchmal so richtig durch, aber sie werfen uns nicht um.

Wenn unser Glaube so fest in uns verwurzelt ist, dann merkt das natürlich auch unsere Umwelt und alle Menschen mit denen wir im Leben Umgang pflegen. Und so manch einer wird sich sicherlich neugierig geworden, danach erkundigen, was uns denn trägt und leitet in unserem Leben.

3. Die Stärke und Kraft

Wenn wir unsere vielfältigen Aufgaben als Christen wahrnehmen wollen, dann benötigen wir dafür jede Menge Kraft und ein gerüttelt Maß an Stärke. Wir können natürlich ganz von uns selbst überzeugt losmarschieren und frisch ans Werk gehen. Allerdings werden wir bald merken, dass uns die Kräfte verlassen und wir m Laufe der Zeit schwach werden.

Paulus sagte einmal: "Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht." Die Kraft, die wir für unser Christenleben benötigen, diese Kraft bekommen wir von unserem Herrn geschenkt. Allerdings bekommen wir diese Kraft nicht als eine Art vollen Tank geschenkt, sozusagen als Vorrat für schlechte Zeiten geschenkt, sondern immer genau dann, wenn wir diese Kraft benötigen.

Daher müssen wir uns auch nicht ängstigen, dass wir gewissen Aufgaben nicht gewachsen sein könnten. Das mag im Moment, wo diese Aufgaben noch nicht anstehen, durchaus der Fall sein. Aber dann, wenn wir diese Aufgabe zu bewältigen haben, dann erhalten wir von unserem Herrn auch die Kraft die dazu notwendig ist.

4. Die vierte Dimension

Alles, was wir bisher gehört haben all dies ist natürlich richtig, aber die rechte Erkenntnis, dass dies wirklich auch so ist, die haben wir bisher noch nicht. Daher lesen wir in unserem Predigttext auch noch etwas über Dimensionen des Glaubens.

Paulus schreibt dass wir mit Gottes Hilfe erkennen können, was die Höhe, die Breite, die Länge und die Tiefe des Glaubens ist.

Wir leben ja bekanntermaßen in einer dreidimensionalen Welt, in welcher für eine vierte Dimension in unserer Erkenntnis kein Platz u sein scheint. Machen wir einmal folgendes Gedankenexperiment: Stellen wir uns vor, wir würden in einer zweidimensionalen Welt leben. Wir hätten also nur die Länge und die Breite als Dimensionen zur Verfügung.

So, und jetzt kommt jemand aus der dreidimensionalen Welt zu uns und erzählt uns etwas über die wunderbare Bergwelt. Die grünen Auen und die hohen Gipfel der Alpen können wir uns natürlich gar nicht vorstellen, weil unsere Vorstellungskraft ja in der zweidimensionalen Welt gefangen gehalten wird.

Also müssen wir unserem Besucher dies ganz einfach glauben, dass es eben eine dritte Dimension gibt. Und genau vor der Aufgabe stehen wir heute als Christen auch. Unsere dreidimensionale Welt lässt keinen Raum für eine vierte Dimension die Paulus als die Tiefe beschreibt. Die Tiefe wird an einigen Stellen der Bibel auch mit den "inneren Augen" beschrieben.

Erst dann, wenn uns Gott diese inneren Augen öffnet, und das tut er bei jedem, der sich zu ihm bekennt, erst dann können wir die Tiefe des Glaubens wahrnehmen. Dann erkennen wir den Glauben nicht mehr als ein wages Hoffen sondern als eine feste Gewissheit. Und in dieser festen Gewissheit können wir an der Hand unseres Herrn gehen, die uns unser ganzes Leben lang festhält.

Und dies ist auch der Grund, warum „Weltmenschen" häufig nur ein höhnisches Lächeln für uns übrig haben. Sie können ja die vierte Dimension noch gar nicht wahrnehmen, weil sie noch gar nicht Gottes Kinder geworden sind. Also lassen Sie uns weiter unbeirrt unseren Weg mit unserem Herrn gehen, auch wenn die "Welt" sich gegen uns stellt.

Lassen Sie es uns so machen, wie es Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG 529) beschriebt, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich gehe meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Mei 18, 2016 1:51 pm

ePredigt vom 15.05.2016 (Apostelgeschichte 2, 1-18)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstsonntag im Jahre 2016. Nachdem der Sohn wieder zum Vater zurückgekehrt ist, dessen wir am Himmelfahrtstag gedacht haben, geht es heute um die dritte Person der Trinität, den Heiligen Geist. Den Predigttext für den heutigen Pfingstsonntag finden wir im 2. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 1-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Pfingstwunder

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie bei einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsren Sprachen von den großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein. Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen ! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3, 1-5): Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.


Liebe Gemeinde,

schon ein gewaltiges Geschehen, das wir soeben gehört haben. Beim ersten Lesen des heutigen Predigttextes fiel mir sofort eine Überschrift ein: "Gott lässt seine Kinder niemals allein". Das vollendete er somit am Pfingsttag. Lassen Sie uns heute Morgen einmal gemeinsam hinter die Kulissen dieses Geschehens schauen und ein paar Szenen dieses Textes etwas näher betrachten:

1. Pfingsten - Gott kommt für immer in die Welt

Über dem, was uns der Predigttext berichtet kann man leicht die Tragweite dessen vergessen, was da eigentlich geschehen ist. Mit dem Heiligen Geist, also der dritten Person Gottes kommt Gott für immer in diese vergängliche Welt.

Jesus hat uns diesen Tröster je bereits angekündigt. Und seit dem beschriebenen Pfingsttage ist Gott also immer nur ein Gebet weit entfernt. Dies ist kein frommes Wunschdenken einiger besonders streng gläubiger Christen. Nein, liebe Gemeinde, dies ist eine Tatsache die sich vor 2000 Jahren vor jeder Menge Zeugen abgespielt hat. Das Pfingstgeschehen zu verleugnen wäre ungefähr das gleiche, als wenn ich heute behaupten würde, es gäbe kein Internet.

Was bedeutet dieses konkrete Geschehen denn für uns Christen heute im 21. Jahrhundert? Es bedeutet, dass wir nicht alleine durch unser Leben gehen müssen. Es bedeutet, dass wir immer und überall einen Begleiter an unserer Seite haben. Jemand drückte dies einmal sehr schön aus, indem er sagte: "Bei wem Gott im Herzen wohnt, der trägt den Himmel immer mit sich, ganz gleich an welchem Ort."

Ist das nicht eine tolle Aussage. Mit dem Heiligen Geist an unserer Seite können wir den Himmel auf Erden erleben. Nein, ganz so rosarot ist es denn doch nicht. Aber wir dürfen uns darauf verlassen, dass immer, wenn wir unseren Herrn anrufen und ihn um Hilfe bitten, er uns diese zukommen lassen wird. Wir werden auch als Christen auf Erden in manche Nöte und Schwierigkeiten geraten. Wir werden weinen und leiden, wie Weltmenschen auch. Aber wir haben einen Tröster, der uns in dieser Zeit zur Seite steht und uns gerade durch schwierige Zeiten hindurch trägt.

2. Pfingsten - Gott spricht jeden persönlich an

Man überliest es oft, die Liste r der aufgeführten Nationen, die auf einmal jeder in seiner Muttersprache die frohe Botschaft vernehmen konnten. Das will uns zeigen, dass Gott jeden Menschen auf dieser Erde ganz persönlich anredet und zwar so, dass er es auch verstehen kann. Dazu benutzt er übrigens auch uns als seine Werkzeuge.

Jeder Mensch, der auf Erden lebt, ist unserem Herrn unendlich wichtig. Daran sollen wir immer denken, wenn wir seine frohe Botschaft verkünden. Gott möchte nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verloren geht. Gott möchte uns alle im Himmel haben.

Wir neigen auf Erden ja gern dazu, den ein oder anderen Mitmenschen oder eine ganze Gruppe davon auszugrenzen. Immer dann, wenn wir zum Beispiel missbilligend über andere Menschen reden, dann sollten wir uns bewusst sein, dass wir jemanden respektlos behandeln, den Gott über alles liebt. Ich glaube, dies gibt uns Anlass zum Umdenken, wenn wir das nächste Mal Menschen begegnen, mit denen wir lieber nichts zu tun haben wollten.

Natürlich können wir uns von uns selbst aus nicht ändern, aber wir können unseren Herrn bitten, diesbezüglich an und in uns zu arbeiten. Mutter Teresa wurde einmal von einem Journalisten gefragt, was sich denn zuerst auf Erden ändern müsste, damit diese Erde ein wenig besser würde. Verschmitzt antwortete sie darauf: Wir Beide, mit Gottes Hilfe!!!

3. Pfingsten - Gott beruft sein Volk

Wenn wir uns den Predigttext in unser Gedächtnis zurückrufen, dann nehmen wir als erstes zur Kenntnis, dass es die Jünger waren, die in allen Sprachen zu predigen begannen. Der Heilige Geist war also zuerst auf sie gefallen. Er war also auf diejenigen gefallen, die sich bereits bekehrt hatten und Jesus Christus als ihren Erlöser angenommen hatten.

Das ist auch die Crux, liebe Gemeinde, Gott schickt den Heiligen Geist auf die Menschen, die sich zu ihm bekehrt haben. Daher lesen wir auch etwas von der Skepsis derer, die sich wohl noch nicht bekehrt hatten. Und dies kann uns natürlich heutzutage auch widerfahren. Nicht immer, wenn wir von Jesus berichten, rennen wir offene Türen ein. Auch heute wird man uns Skepsis entgegenbringen. Das ist auch gut so. Gott möchte keinen blinden Gehorsam, sondern eine Entscheidung jedes einzelnen, getroffen aus freiem Gewissen und ohne Zwang.

Daher ist es auch unsere Aufgabe, Skeptiker zu überzeugen. Das geht mit Worten, aber noch viel besser mit Taten.

Jetzt gehen wir in Gedanken noch einmal zurück zu dem Pfingstgeschehen und schauen uns die Jünger an. Waren es alles ausgebildete Theologen oder Pharisäer oder anderweitig kirchlich vorgebildete Personen, die jetzt frank und frei über Jesus predigten? Nein, es waren ganz normale Menschen, so wie Du und ich. Ich will damit nicht zum Ausdruck bringen, Theologen wären nicht normal. Also bitte nicht missverstehen.

Gott schaut sich nicht zuerst den Beruf von einem Menschen an, in dessen Leben er tritt. Nein, Gott schaut sich das Herz an. Und das ist viel wichtiger. Und so waren es Fischer, Handwerker und sogar ein, wir würden heute sagen, Terrorist, welche die erste Jüngerschar bildeten. Also allesamt Männer (damals noch keine Frauen), die alles andere bestimmt besser konnten, als zu predigen und damit das Wort Gottes zu verkündigen.

Gott beruft also nicht die vermutlich besonders fähigen Menschen. Nein, liebe Gemeinde, Gott macht es genau umgekehrt. Er befähigt die Menschen, die er beruft. Und genau deshalb brauchen wir uns auch keine Sorgen machen, ob wir die Aufgaben, die Gott uns aufträgt, auch zu seiner Zufriedenheit ausüben können. In dem Moment, wo wir einen göttlichen Auftrag erhalten in dem gleichen Moment erhalten wir auch die Fähigkeiten zugeteilt, die dafür notwendig sind.

Ich höre z.B. immer wieder: "Ich kann nicht vor Menschen reden und diesen Gott bezeugen." Häufig werden diese Menschen dann leider auch von Minderwertigkeitskomplexen und von Zweifeln geplagt. Dann muss man immer sagen: "Dann hat Gott Dir diese Aufgabe auch nicht aufgetragen." Welche Aufgabe gibt Gott mir denn dann? So geht das Gespräch in den meisten Fällen weiter. Ich pflege zu antworten: Was machst Du denn am liebsten und was kannst Du denn am besten? Und jetzt überleg Dir mal, wie Du das zu Gottes Ehre einsetzen kannst.

Bisher ist immer wieder etwas ganz wunderbares dabei herausgekommen, wenn Menschen Ihre Fähigkeiten, getragen vom Heiligen Geist, in den Dienst des Herrn gestellt haben. Lassen Sie uns alle daran arbeiten, dass dies auch weiterhin geschehen kann.

Ein Leben unter der Führung des Heiligens Geistes beschreibt der Liederdichter Manfred Siebals sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes "Es geht ohne Gott...", der da lautet, wie folgt:

Es geht ohne Gott in die Dunkelheit
aber mit ihm gehen wir ins Licht.
Sind wir ohne Gott macht die Angst sich breit
aber mit ihm fürchten wir uns nicht.

Der segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesich über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstsonntag und wenn Sie Lust und Zeit haben, dann schauen Sie doch auch am morgigen Tage wieder in Ihr Postfach.

Gottes reichen Segen wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Mei 18, 2016 1:52 pm

ePredigt vom 16.05.2016 (1. Korinther 12, 4-11)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Pfingstmontag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 12, die Verse 4-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Viele Gaben - Ein Geist

Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem andern wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist; einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist; einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen. Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will.


Liebe Gemeinde,

gestern haben wir uns ausführlich mit dem Heiligen Geist beschäftigt. Eine seiner Tätigkeit wollen wir heute in den Mittelpunkt unserer Betrachtungen stellen; nämlich die Verteilung der Gaben. Der Heilige Geist verteilt Gaben an uns alle und damit sind natürlich, wie das Wort schon sagt auch Aufgaben an uns alle verbunden, diese Begabungen mit Leben zu füllen. Lassen Sie uns darüber heute Morgen ein wenig intensiver nachdenken.

1. Die Gaben

Jeder von uns wird mit bestimmten Gaben ausgestattet. Es geht auch eine Nummer kleiner als Wundertaten zu vollbringen oder prophetisch reden zu können. Wichtig ist, dass mir diese Gaben als Aufgaben zugeteilt werden. Für welche Aufgaben ich in Gottes Reich geeignet bin, das wird mich der Heilige Geist schon wissen lassen. Im Allgemeinen immer für solche Aufgaben, die ich besonders gern verrichte.

Wichtig ist, dass ich mich meiner Gabe widme und diese zum Bau des Reiches Gottes einsetze. Ich soll meine Energie ganz dieser Aufgabe widmen die Gott für mich vorgesehen hat. Natürlich scheint es manchmal, dass andere mit viel tolleren Gaben gesegnet sind, als wir das zu sein scheinen. Dabei kann dann auch schon mal eine Prise Neid aufkommen. Aber, liebe Gemeinde, das Gras auf der anderen Seite des Ufers ist auch nicht grüner als das Gras auf meiner Seite.

Auf keinen Fall sollten wir zwanghaft versuchen, eine andere Aufgabe als die auszuführen, die der Herr für uns vorgesehen hat. Das endet im Allgemeinen nur in einem Haufen Frustration.

Und dann ist es bei allen Gaben wichtig, dass wir sie zur rechten Zeit am rechten Ort einsetzen. Zum Beispiel dürfte die Zungenrede bei einem gemütlichen Grillabend mit Freunden nicht unbedingt die geeignetste aller Formen sein, um diesen die frohe Botschaft näher zu bringen, zumal, wenn diese in Glaubensdingen noch recht unerfahren sind. Ich glaube, Gott zeigt uns schon den rechten Ort und den rechten Zeitpunkt für den Einsatz unserer Gaben, wenn wir ihn denn inständig darum bitten.

Im Übrigen sollen wir auch selber unsere Augen und Ohren offenhalten und nach Gelegenheiten Ausschau halten, wo unsere speziellen Begabungen gerade am meisten benötigt werden.

2. Das Zentrum

Liebe Gemeinde, wir bekommen von unserem Herrn ja keine Gaben und Ämter zugewiesen, welche für uns selbst bestimmt sind. Alle Gaben und Ämter dienen nur dem einen Zwecke, nämlich den Aufbau des Reiches Gottes voranzutreiben.

Das war vor tausenden von Jahren so und hat bis heute nichts an seiner Gültigkeit verloren. Bei allem, was wir tun, sollen wir uns immer auch fragen, ob das, was wir gerade tun auch geeignet ist, den Namen des Herrn zu verherrlichen.

Es kann nämlich auch ganz schnell passieren, dass wir etwas nur unternehmen, um unseren eigenen Namen in den Vordergrund zu stellen. Wenn wir uns dabei ertappen, sollten wir ganz schnell umkehren und einen Neustart wagen.

Wenn ich mich selber frage: Hilft das, was ich jetzt gerade zu tun beabsichtige dabei, das Reich Gottes voranzubringen und ich diese Frage mit einem deutlichen Ja beantworten kann, dann bin ich auf dem richtigen Wege.

Jemand sagte einmal: Nimm Dich nicht so wichtig, nimm Dir Zeit für Gott. Ich glaube, dies ist der Schlüssel für den Einsatz aller unserer Gaben. Fragen wir zunächst in aller Stille unseren Herrn, was er davon hält.

3. Ämter

Wir alle kennen die Rathäuser in unseren Städten. Dort werden von Beamten diverse Ämter bekleidet. Angefangen von dem Bürgermeister geht diese Hierarchie weiter nach unten bis zu dem Boten, der für den Transport der Akten und der Post zuständig ist. Alles hat seine Ordnung alles hat seine Hierarchie und alles hat eine bestimmte Wichtigkeit.

Bei unseren christlichen Ämtern soll genau dies nicht gelten. Vor Gott sind alle Ämter das gleiche wert. Der Papst in Rom, der der gesamten katholischen Kirche vorsteht, ist in der Rangordnung bei Gott nicht höher angesiedelt, als wir es sind, die wir heute Morgen beisammen sitzen.

Für Gott sind alle Menschen gleich wichtig, die die ihnen zugewiesenen Ämter mit den ihnen zugewiesenen Begabungen in seinem Sinne verwalten. Ich höre es immer wieder von Außenstehenden, dass sie mit der kirchlichen Hierarchie nicht klarkommen und daran zweifeln. "Warum ist ein Pfarrer mehr wert, als ein normaler Gottesdienstbesucher "? Solche und ähnliche Fragen höre ich immer wieder. Wenn dies so wäre, dann hätte ich absolut keine zufriedenstellende Antwort auf diese Fragen.

Aber so ist es eben nicht in unseren Gemeinschaften, wenn sie denn ihre Aufgaben recht verstehen. Gewiss, es kann nicht einer immer alles machen und für alles zuständig sein. Daher muss es notgedrungen eine irdische Aufgabenverteilung geben. Aber dies hat überhaupt nichts mit der Wertigkeit des jeweiligen Amtes vor Gott zu tun.

Wir dürfen nämlich nicht den Fehler begehen, unsere irdischen Auffassungen von Ämtern und Rängen auf das Himmelreich zu übertragen. Wenn wir es ganz pragmatisch wollen, dann haben wir alle nur einen Chef, nämlich Gott. Wir sind alle ohne jedwede Ausnahme seine geliebten Kinder, welche er alle gleich lieb hat.

Wenn wir unsere Ämter und Gaben wieder so verstehen, wie sie von Gott gewollt sind, dann werden der eigenen Kreativität auch keine rangbedingten Grenzen mehr gesetzt. Dann sind wir wieder frei, alle unsere Gaben und Fähigkeiten voll und ganz in den Dienst unseres Herrn zu stellen.

Dass wir alle nur einem Herrn untertänig dienen sollen, daran erinnert uns auch der Liederdichter Philipp Friedrich Hiller in dem ersten Vers seines Liedes "Jesus Christus herrscht als König..." (EG 123), der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus herrscht als König, alles ist ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muss.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstmontag und morgen einen guten Start in die kurze Woche.

Bis zum nächsten Sonntag grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr

Ulrich Naber


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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mei 23, 2016 11:08 am

ePredigt vom 21.05.2016 (Römer 11, 33-36)


Liebe Gemeinde,

Ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Trinitatis. Heute gedenken wir des dreieinigen Gottes, dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geist. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 11. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 33 bis 36. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

O welche eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn "wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?" (Jesaja 40,13) Oder "wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm vergelten müsste?" (Hiob 41,3) Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

Liebe Gemeinde,

Trinitatis beschäftigt sich also mit der Dreieinigkeit Gottes. Oftmals müssen wir uns ja von anderen Religionen Den Vorwurf anhören, dass wir in Wirklichkeit an drei Götter glauben. In Wahrheit handelt es sich aber um drei Erscheinungsformen dieses einen Gottes. Lassen Sie uns darüber heute Morgen ein wenig intensiver nachdenken. Wir können mehr und noch mehr über Gott nachdenken und philosophieren, aber eines bleibt Er immer für uns:

1. Der unbegreifliche Gott

Liebe Gemeinde, wir können Gott nicht mit aller Weisheit dieser Welt erklären. Wäre es so, dann bliebe er ja den Professoren und anderen Gelehrten dieser Welt vorbehalten und wir als einfaches Volk stünden wieder einmal außen vor. So ist ER aber nicht.

Die Wege Gottes sind ebenfalls unerforschlich für uns. Warum muss ein Mensch z.B. erst einmal in die Kriminalität abrutschen bis er Gott erkennen darf darauf Theologie studiert und heute ein treuer Diener Gottes voller Leidenschaft ist. Oder bleiben wir doch einfach bei uns selber. Ist es nicht ein Wunder, welche Wege Gott mit uns gegangen ist, ob schon wir ihn vielleicht ablehnten und nicht an ihn glauben wollten? Ist es nicht ein Wunder, dass dieser Gott, den wir so gar nicht haben wollten, sich uns trotzdem zu erkennen gegeben hat?

Und wir können Gottes Eingreifen in diese Welt nicht nachvollziehen. Hier könnten wir hunderte von Beispielen anführen, warum wir sein Eingreifen im kleinen Familiengeschehen aber auch im großen Weltgeschehen nicht begreifen.

Wenn wir Gott schon nicht erklären können, seine Wege für uns unbegreiflich sind und sein Eingreifen in diese Welt uns oftmals mehr als rätselhaft erscheint, dann können wir nur eines; nämlich ihm allein Glauben und ihm unser ganzes Vertrauen schenken. Lassen Sie uns nunmehr diesen dreieinigen Gott ein wenig näher betrachten

2. Wir vertrauen Gott dem Schöpfer

Gott hat Himmel und Erde gemacht. Es werden ja immer mal wieder abstruser Theorien auf den Markt geworfen, wie denn die Erde entstanden sein könnte. Aber bei genauerem Hinsehen brechen alle diese nett gemeinten Erklärungsversuche doch wieder in sich zusammen. Wir können es versuchen wegzudiskutieren, aber es bleibt trotzdem dabei: Gott, der Herr hat Himmel und Erde gemacht.

Alles, was er gemacht hat, ist gut und macht auch in sich Sinn. Denken wir nur einmal an die perfekt abgestimmten vier Jahreszeiten mit dem jeweils eigenen Klima, welches unter anderem Wachsen und Gedeihen lässt. Die einzigen, die dies durcheinanderbringen können, sind leider wir Menschen. Und dann dürfen wir natürlich nicht Gott, den Schöpfer dafür verantwortlich machen, dass wir mal wieder alles durcheinandergebracht haben.

Gott hat aber nicht nur Himmel und Erde geschaffen, sondern auch Dich und mich. Er hat uns nach seinem Bilde geschaffen. Also hat er uns gut gemacht.

3. Wir vertrauen Gott dem Erlöser

Es ist richtig, wir sind alle nach seinem Bilde geschaffen. Nur haben wir es prächtig verstanden, uns von Gott abzuwenden. Das können wir ganz zu Beginn der Bibel nachlesen. Und dadurch wurde die Verbindung des Menschen zu Gott unterbrochen.

Bildlich können wir uns dies so vorstellen, dass auf der linken Seite Gott steht, in der Mitte eine große unüberwindbare Barriere namens Sünde und auf der rechten Seite wir Menschen. Die Verbindung Gott zu Mensch kann nur dann wieder funktionieren, wenn die große Barriere der Sünde weggenommen wird. Wir können dies übrigens nicht tun.

Aber Gott war es möglich, uns von dieser Sünde zu erlösen. Indem er als Jesus auf die Welt kam und für alle unsere Sünden die Strafe bezahlte, war die Sündenbarriere ein für alle Male weggenommen. Gott erlöste uns also in der Person Jesu durch seinen Tod von all unseren Sünden. Damit sind alle alten, alle gegenwärtigen und alle zukünftigen Sünden gemeint. Allein konnten wir diese Barriere nicht niederreißen. Aber ein Automatismus der Erlösung ist dadurch auch nicht eingetreten.

Die Barrfierefreiheit in der Beziehung zu Gott gilt nämlich nur dem reuigen Sünder, der Gott seine Sünden bekennt, ihm sein Leben anvertraut und sich dann auf diese Erlösungstat beruft.

4. Wir vertrauen Gott dem Tröster

Jesus stand nach drei Tagen vom Tode auf. Er zeigte sich vielen seiner Jünger und vielen anderen Menschen. Aber an Christi Himmelfahrt fuhr er wieder gen Himmel. Also waren wir wieder auf uns ganz allein angewiesen; denn ein Gott der wieder im Himmel ist kann uns ja keine dauerhafte Hilfe sein.

Gott kennt unsere Schwachheiten und all unsere Verletzlichkeiten. Gott weiß ganz genau, dass wir jeden Tag unseres Lebens seinen Beistand benötigen, um überhaupt leben zu können. Daher sandte er zu Pfingsten seinen Heiligen Geist, die dritte Erscheinungsform Gottes auf Erden, zu uns Menschen. Der Heilige Geist ist genau der Tröster, den uns Jesus versprochen hat zu senden.

Dieser Tröster ist der, von dem Jesus am Ende des Matthäusevangeliums gesprochen hat, als er sagte: "Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Weil kein anderer als Gott dies in seiner zweiten Erscheinungsform versprochen hat, darum dürfen wir uns auch voll und ganz darauf verlassen, dass er auch wirklich bei uns ist und uns immer umgibt, egal, was wir auch gerade machen oder wo wir uns auch gerade befinden.

Und darum, liebe Gemeinde können wir auch nur eines tun; nämlich demutsvoll vor IHM in die Knie gehen und beten:

Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen !

Darum lassen Sie uns gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Gelobet sei der Herr..." (EG 139) des Liederdichters Johann Olearius einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben,
mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben,
mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an,
der alle Augenblick viel Guts an mir getan.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jun 06, 2016 12:12 pm

ePredigt vom 05.06.2016 (Epheser 2, 17-22)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem 2. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Kapitel des Epheserbriefes, die Verse 17-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Liebe Gemeinde,

wer auf Facebook schon einmal unterwegs war, hat sicherlich bemerkt, dass man dort seinen Beziehungsstatus ändern kann. Vor 2000 Jahren lebte jemand auch unserer Erde, der durch seinen Opfertod unser aller Beziehungsstatus gegenüber Gott geändert hat.

Wir, die wir in der Gottesferne lebten, haben seit dem Kreuzestod Jesu, wenn wir es denn auch wirklich wollen, einen geänderten Beziehungsstatus Gott gegenüber. Vom gottesfernen Sünder hat uns Jesus den Weg zum Familienmitglied Gottes geebnet. Was sich dadurch geändert hat, das wollen wir uns heute Morgen anhand unseres Predigttextes einmal etwas näher anschauen.

1. Der alte Status: Fremdling

Unseren alten Status beschreibt unser Predigttext als Fremdling. Ein Fremdling war jemand, der eben nicht mit dazugehörte. Genau, wie wir nicht dazugehören, zur Familie Gottes, bis zu unserer Bekehrung. Gewiss, auch dem Fremdling gegenüber war man freundlich gesinnt und man hat ihm kein Hausverbot erteilt. Auch der Fremdling durfte am Tisch des Hauses Platz nehmen und seine Mahlzeit einnehmen.

Doch irgendwann war es dann soweit, der Fremdling musste wieder das Haus verlassen. Der Fremdling ist also kein Familienmitglied. Er hat keinerlei Bleiberechte und muss also irgendwann wieder weiterziehen.

Fremdlinge das waren wir alle irgendwann einmal. Und es tut gut, dass wir uns daran immer wieder einmal erinnern. Fremdlingen gegenüber, also Menschen, die im Glauben eben noch nicht den entscheidenden Schritt getan haben, sollen wir uns immer wieder freundlich und zuvorkommend verhalten. Es ist eben nicht unsere Aufgabe, diese außen vor zu lassen. Es ist unsere Christenpflicht, gerade diese Fremdlinge davon zu überzeugen, dass auch Sie Kinder Gottes werden.

Ich weiß, viele Gemeinden schotten sich Fremdlingen gegenüber lieber ab, als dass sie sie aufzunehmen versuchen. Das hat man ganz besonders deutlich im letzten Jahr sehen müssen, als Flüchtlinge in großer Zahl als Fremdlinge zu uns gekommen sind. Geben wir doch gerade diesen Fremdlingen das Gefühl, dass auch sie zuhause ankommen dürfen.

2. Der neue Status: Geliebtes Kind

Wie wir gesehen haben, sind wir von Natur aus eben vor Gott Fremdlinge. Durch unsere Bekehrung erhalten wir aber eine entscheidende Veränderung in unserem Beziehungsstatus. Aus Fremdlingen werden wir zu Gottes geliebten Kindern.

Mit dieser Änderung unseres Beziehungsstatus sind mancherlei Rechte verbunden, die der Fremdling eben nicht hat. Als Kinder haben wir ein Bleiberecht in des Vaters Hause. Und unser Vater im Himmel hat natürlich eine Fürsorgepflicht für seine Kinder. Genau, wie wir für unsere irdischen Kinder eintreten und alles tun, damit es ihnen wohl ergeht, genau so hat unser himmlischer Vater nur das Wohl seiner Kinder im Auge.

Das heißt nicht, dass wir ab sofort in Schlaraffia wohnen und wir alles bekommen, was wir uns wünschen oder alles erreichen, was uns persönlich lieb und teuer ist. Der himmlische Vater gibt uns nämlich genau das, was uns aus seiner Sicht heraus zu unserem Wohle dient. Wie unsere irdischen Kinder auch so manchen Verzicht erst viel später im Leben begreifen, so verstehen wir auch manches Mal Gottes Handeln an uns auch nicht sofort, sondern erst viel später.

Als Kinder des himmlischen Vaters dürfen wir aber gewiss sein, dass ER nur das tut, was gut für uns ist.

Mit den Rechten sind aber auch Pflichten verbunden. Mit einem Male haben wir Millionen von Geschwistern, die wie wir von Fremdlingen zu Kindern geworden sind. Wie wir vielleicht früher auf unsere jüngeren Geschwister achten mussten, wenn die Eltern mal kurz weg waren, so haben wir hier auf Erden auch die Pflicht auf unsere Glaubensgeschwister acht zu geben. Droht einer zu fallen, so sollen wir ihm rechtzeitig zu Hilfe eilen. Genau so haben wir mit einem Male natürlich auch viele ältere Geschwister bekommen, die auf uns achten. In Gottes Familie geht es genauso zu, wie in einer irdischen Großfamilie.

3. Unsere Ansprüche

Mit unserer Gotteskindschaft ist natürlich auch ein Erbe verbunden. Als Gottes Kinder haben wir den Anspruch in den Himmel zu kommen. Ja, Sie haben richtig gelesen, wir sind keine Bittsteller mehr, mit unserem Ja zu unserem Herrn treten wir unser Erbe an und somit auch den Erbanspruch. Häufig wird uns ja beigebracht, dass wir uns den Himmel immer wieder verdienen oder erdienen müssen. Das stimmt überhaupt nicht. Mit meiner Bekehrung bin ich Gottes geliebtes Kind, welches einen unabdingbaren Erbanspruch besitzt. Diesen Erbanspruch kann mir niemand mehr streitig machen. Noch nicht einmal Gott könnte dies tun, würde er doch dann seine Glaubwürdigkeit verlieren.

Ich bin natürlich auch weiterhin in meiner Entscheidung frei. Wenn ich das Erbe ausschlage, dann nimmt Gott auch dies zur Kenntnis. Ändere ich meine Gesinnung indes wieder, so nimmt er mich mit seinen leibenden Armen wieder als sein Kind an.

Daher sollen wir als Christen auch nicht duckmäuserisch durch die Welt gehen und ständig Angst davor haben, "unseren Himmel" verlieren zu können. Nein, wir dürfen aufrecht und selbstbewusst durch unser Leben schreiten immer in der festen Gewissheit, dass wir den himmlischen Erbschein jeden Tag unseres Lebens bei uns tragen. Eingelöst wird dieser Erbschein natürlich erst nach unserem irdischen Ende.

Da wir wissen, dass mit diesem Leben eben nicht alles vorbei ist, dürfen wir es auf Erden auch etwas gelassener angehen lassen. Da wir wissen, dass wir im Himmel landen, ändern sich natürlich auch unsere irdischen Prioritäten. Es ist eben nicht mehr wichtigstes Ziel meines Lebens, dass ich hier auf Erden möglichst viel erlebe. Ich muss eben nicht mehr alles in dieses kleine Leben hineinpressen, was eben noch so geht. Ich habe ja die ganze Ewigkeit vor mir und kann mich daher ganz entspannt den wirklich wichtigen Dingen auf Erden widmen, zum Beispiel der Frage, wie es mir gelingen kann, möglichst vielen Menschen dabei zu helfen, dass diese ebenfalls von Fremdlingen zu Gottes Kindern werden.

Wie ich mich anbetend den wirklich wichtigen Dingen in meinem Leben widmen kann, das beschreibt der Liederdichter Gerhard Tersteegen sehr schön in dem 2. Vers seines Liedes "Ich bete an die Macht der Liebe..." (EG 661), der da lautet, wie folgt:

Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart;
ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward;
ich will, anstatt an mich zu denken,
ins Meer der Liebe mich versenken.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jun 13, 2016 11:59 am

ePredigt vom 12.06.2016 (1. Timotheus 1, 12-17)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Timotheusbrief, Kapitel 1, die Verse 12-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lobpreis der göttlichen Barmherzigkeit

Ich danke unserem Herrn Jesus Christus, der mich stark gemacht hat und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, mich, der früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben. Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Das ist gewisslich war und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.


Liebe Gemeinde,

ein zentrales Thema unseres heutigen Predigttextes ist das der göttlichen Barmherzigkeit. Was verstehen wir eigentlich unter der göttlichen Barmherzigkeit? Ich glaube, was wir als göttliche Barmherzigkeit bezeichnen, besteht aus drei Elementen, welche wir uns heute Morgen einmal näher anschauen wollen. Göttliche Barmherzigkeit können wir auch als ein dreifaches Geschenk betrachten, welches aus folgenden Gaben Gottes besteht:

1. Die Gnade

Wenn wir das bekommen würden, was wir eigentlich verdient hätten, dann würde wohl kaum einer von uns in den Himmel kommen. Wir würden uns allesamt nach unserem Tode direkt in der Hölle wiedersehen. Das wäre auch keine göttliche Strafe. Nein, es wäre göttliche Gerechtigkeit, die dem Sünder das gibt, was er verdient hat.

Gnade hingegen ist genau das Gegenteil der Gerechtigkeit. Gnade ist ein Teil der göttlichen Barmherzigkeit. Wir bekommen von Gott die Möglichkeit geschenkt, der Hölle und der ewigen Qual zu entfliehen. Aber nicht nur das; Gott schenkt uns in seiner göttlichen Barmherzigkeit die Möglichkeit, für immer und ewig mit ihm zusammen leben zu dürfen.

Gott schenkt uns, wenn wir es so wollen, ein ganz neues Leben. Nehmen wir einmal an, jemand hat ihr Auto gestohlen. Als er erwischt worden ist, ist das Auto ramponiert und auch keinen Pfifferling mehr wert. Der Dieb gesteht Ihnen gegenüber seine Reue ein und entschuldigt sich auch für das Ungemach, welches er Ihnen bereitet hat. Und was machen Sie ? Sie schenken dem Dieb gleich ein neues Auto. Ich glaube, das würde wohl keiner von uns tun. Wir sind ja nicht vollkommen verrückt.

Aber wie verrückt muss Gott wohl sein, wenn er dies genau so macht? Unser altes, reichlich ramponiertes Leben tauscht er gegen eine neues Leben ein. Wir müssen es nur bereuen, dieses alte sündenreiche Leben. Ist Gott total verrückt? Ja, das ist er, verrückt nach Liebe und Sehnsucht zu seinen Geschöpfen, die er wieder zu seinen Kindern machen will. Und so kann er gar nicht anders, als gegenüber dem reuigen Sünder Gnade walten zu lassen.

2. Der Glaube

Liebe Gemeinde, der Glaube ist nicht etwas, was wir uns selber ausgedacht haben oder etwas, was wir irgendwann einmal verstandesmäßig begriffen haben. Der Glaube ist ein Geschenk Gottes an uns, welches uns ermöglicht, Die Erlösungstat des Herrn Jesus und als wahr zu erkennen und diese dann auch im Glauben anzunehmen.

Von Geburt an sind unsere Augen gegenüber dem Glauben nämlich total blind. Ein Blinder kann sich noch so sehr anstrengen, er wird nicht von sich aus sehen können. Ein Blinder kann noch so viele Hörbücher über das Sehen gehört haben, aber er wird dadurch nicht sehend.

Das Wunder des Glaubens ist ähnlich gelagert. Alle unsere Anstrengungen und hochintellektuellen Bemühungen führen niemals dazu, dass wir zum Glauben finden. Dazu bedarf es wieder der göttlichen Barmherzigkeit.

Wenn wir ehrlich auf der Suche nach Gott sind, dann öffnet uns Gott irgendwann unsere inneren Augen des Glaubens. Dann können unsere inneren Augen sehen, was wir vielleicht schon lange irgendwie vermutet haben.

Das ist auch die Krux gegenüber noch Ungläubigen. Wem die inneren Augen noch nicht aufgetan worden sind, der wird all unsere Glaubensgewissheit schnell als religiöse Spinnerei abtun. Allerdings sollten wir bitte immer daran denken, dass auch wir vor der Öffnung unserer inneren Augen alle ein wenig so gedacht haben. Wie der Herr unsere inneren Augen aufgetan hat, sollen wir unsere Mitmenschen ermutigen, den Herrn ebenfalls darum zu bitten, doch auch ihre Augen des Glaubens zu öffnen.

3. Die Liebe

Echte wahrhaftige von Gott her stammende Liebe konnten wir alle am Beispiel der Mutter Teresa bewundern. Mit welcher Hingabe sie geradezu nimmermüde ihren Dienst versehen hat, das war schon bewundernswert.

Doch bei aller Bewunderung dürfen wir eines niemals vergessen: Die Kraft dieser göttlichen Liebe stammte nicht von ihr, sondern von Gott. Uns ist Gnade widerfahren und unsere inneren Augen dürfen den Herrn begreifen. Wenn wir den Herrn erkennen können, dann erkennen wir auch seine göttliche Liebe, die er in sich trägt und die er auf uns überträgt. Genau mit dieser göttlichen Liebe mit der ER uns liebt, sollen wir auch unsere Mitmenschen lieben.

Diese göttliche Liebe ist wie eine Fackel, die uns an die Hand gegeben wird, um das Dunkel der Welt ein wenig heller zu machen. Und wie geht das am besten? Indem wir das Licht dieser Fackel auf andere übertragen. Aber nicht mit der berühmten Brechstange, sondern mit der Liebe, die uns unser Herr in unsere Herzen gelegt hat.

Liebe Gemeinde, wir werden es immer wieder erleben, dass man uns ablehnt oder spöttisch über uns lächelt. Gerade in diesen Momenten dürfen wir aber auf die Liebe zurückgreifen, die uns unser Herr in unsere Herzen gesandt hat. Wenn wir in solchen Momenten mit Liebe reagieren, dann hören Spott und Häme sehr schnell auf.

Wir leben natürlich weiterhin in der Welt. Mannigfache Schwierigkeiten werden uns auch wie vor begegnen. Aber die göttliche Liebe hilft uns fortan, besser damit umzugehen. Wo früher Neid, Missgunst und auch Rache unser Leben bestimmten, können wir jetzt mit der Liebe reagieren.

Wenn wir einmal nicht sofort, wenn auch nur verbal gesehen, zurückschlagen, sondern mit Liebe das ertragen, was man uns an den Kopf wirft, dann wird unser Gegenüber gar nicht mehr anders können als die Auseinandersetzung zu beenden. Zu einem Streit gehören immer zwei. Wo einer nicht streiten möchte gibt es keinen Streit.

Und jetzt werden Sie mich bestimmt fragen: Klappt das denn auch ? Nein, das klappt so nicht. Jedenfalls nicht von jetzt auf gleich und immer und überall. Als Christen sind wir Jünger unseres Herrn die bei ihm in die Schule gehen. Und in seiner Schule lernen wir alles über die Barmherzigkeit, den Glauben und die Nächstenliebe.

So wie wir alle in der Schule nicht immer alles gleich richtig gemacht haben, so werden uns in der Jüngerschule natürlich auch Fehler unterlaufen. Wenn das passiert, dann steht der Herr an unserer Seite und tröstet uns und zeigt uns immer sogleich auch den noch etwas besseren Weg. Und im Laufe der Zeit werden wir ganz langsam im Glauben und in der Liebe wachsen. Also nicht den Mut verlieren, wenn das mal nicht so richtig hinhaut mit der Nächstenliebe. Hauptsache wir bleiben dran.

Und zu diesem Dranbleiben verleiht uns unser Herr jeden Tag aufs Neue die Kraft, die wir dazu benötigen.

Um seine Gnade dazu dürfen wir immer wieder bitten mit dem 1+5 Vers des von dem Liederdichter Josua Stegmann stammenden Liedes "Ach bleib mit deiner Gnade..." (EG 347), die da lauten, wie folgt:

Ab bleib mit deiner Gnade bei uns Herr Jesu Christ,
dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.
Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held,
dass uns der Feind nicht trutze noch fäll die böse Welt.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen wunderschönen Sonntag und am morgigen Tage einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet
Ihr

Ulrich Naber


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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jun 20, 2016 12:28 pm

ePredigt vom 19.06.2016 (Lukas 6, 36-42)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag nach Trinitatis. Eine zentrale Fragestellung sollte unter uns Christen auch diejenige sein, wie wir mit unserem Nächsten umgehen. Auf diese Frage hat unser heutiger Predigttext dann denn auch die richtige Antwort. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei dem Evangelisten Lukas im 6. Kapitel, die Verse 36-42. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Von der Stellung zum Nächsten

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr auch nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen. Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du sieht selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!


Liebe Gemeinde,

unser Predigttext liefert uns dann auch gleich mehrere Hinweise, wie wir mit unserem Nächsten umgehen sollten. Lassen Sie uns ein paar dieser Ratschläge heute Morgen einmal gemeinsam bedenken.

1. Richtet nicht

Dann sollen wir also alles ganz stoisch und gelassen mit uns machen lassen. Das, liebe Gemeinde, ist nicht mit der Aussage des "Richtet nicht" gemeint. Auch sollen wir nicht zu allem das vielzitierte "Ja und Amen" sagen. Wenn wir sehen, dass ganz offensichtlich gegenüber christlichen Werten verstoßen wird, dann haben wir die Aufgabe, aufzustehen und unseren Widerstand dagegen kundzutun.

Wenn immer mehr Kinder abgetrieben werden, dann haben wir aufzustehen und zu sagen, dass dies ganz einfach Mord und ganz bestimmt nicht Gottes Wille ist. Wenn Sitte und Moral immer mehr verkommen, dann müssen wir der Fels in der Brandung sein, der eben nicht alles mitmacht, was der mainstream ebenso für richtig und moralisch und ethisch hält.

Was ist aber dann gemeint mit diesem "Richtet nicht"? Bei dem Wort richten denken wir auch gleich an das Wort Urteil. Und vor dem Urteil gibt es die Vorurteile. Und genau diese sind hier gemeint mit dem "Richtet nicht".

Wie schnell sind wir doch mit Vorurteilen bei der Hand. Da werden Zeitungsmeldungen ganz gezielt gegen Flüchtlinge lanciert und wir stimmen gleich lauthals mit ein. Da wird ein bekannter Wettermoderator durch eine noch bekanntere Tageszeitung öffentlich demontiert. Und wir, wir stoßen schnell in das gleiche Horn.

Als Christen sollen wir uns gegenüber dem Nächsten, dem etwas vorgeworfen wird, unvoreingenommen verhalten. Wir sollen prüfen und nicht nachplappern. Wir sollen dem Nächsten die Chance geben, sich gegen erhobene Vorwürfe zur Wehr zu setzen und nicht gleich, wenn auch nur verbal, auf diesen losschlagen.

Wir sollten immer an den Balken in unserem Auge sehen und uns zuerst diesem zuwenden, bevor wir den Nächsten verurteilen.

2. Verdammt nicht

Verdammung bedeutet in seinem Wortsinn: Auf ewig ausschließen. Hat das ein Mensch verdient? Ja, aber natürlich hat das ein Mensch verdient. Wir beide Du und Ich, die wir gerade diese Worte hören, wir Beide haben eigentlich die ewige Verdammnis verdient.

Warum? Weil wir im Grunde unseres Herzens Sünder sind und eines vor Gott nicht gegenwärtig sein darf, nämlich die Sünde. Gott sei Dank haben wir es mit Gott höchstpersönlich zu tun. Und dieser Gott hasst zwar die Sünde in jedweder Form auch immer. Aber gleichzeitig liebt dieser Gott den Sünder ohne Ende. Damit wir Beide der ewigen Verdammnis entkommen, musste Gott also einen Weg schaffen, welcher die Sünde von dem Sünder trennt, der Sünder also vollkommen makellos vor Gott treten kann.

Indem er seinen Sohn auf Golgatha für all unsere Sünden bezahlen ließ, war diese Trennung von Mensch und Sünde ein für alle Male überwunden. Das ist zunächst einmal ein Angebot Gottes an uns. Gott möchte nämlich, dass alle Menschen errettet werden. Um der Verdammnis zu entgehen müssen wir dies nämlich im Glauben annehmen. Wer mit der ganzen Sache nichts zu tun haben will, den lässt Gott auch in Ruhe. Der muss dann allerdings nach seinem Tode den Weg in die ewige Verdammnis antreten, aber die hat er ja schließlich selber erwählt.

Zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens können wir dieses Gnadengeschenk annehmen. Und wenn wir dann doch wieder einmal rückfällig werden, dann dürfen wir auch wieder zurückkommen. Errettet ist errettet. Wir sind durch den Glauben wieder zu Gottes Kindern geworden. Und dies bleibt auch so. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Sohn. Käme der auch nach jeder Verfehlung und fragte: Papa, darf ich trotzdem dein Kind sein ? Natürlich nicht. Er ist und bleibt das geliebte Kind des Vaters. Dass er sich die in oder andere Standpauke anhören muss, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Aber das ändert nichts an der Sohnschaft.

Wenn uns Gott nicht verdammt, wer glauben denn wir zu sein, dass wir jemanden verdammen könnten? Unsere Aufgabe als Christen ist es, unserem Nächsten die Türe zurück immer wieder ganz weit aufzuhalten und ihm diese nicht vor der Nase zuzuschlagen, egal, was dieser getan hat.

3. Vergebt

Mit Vergebung, liebe Gemeinde, ist kein einfaches "Schwamm drüber" meinerseits gemeint. Dieses wäre ohnedies in den meisten Fällen nicht ehrlich.

Vergebung heißt, dass ich die bekundete Reue des Täters annehme. Vergebung ist also zunächst einmal ein aktiver Akt dessen, der eine Verfehlung begangen hat. Wer sein Fehlverhalten gar nicht bereut und dies auch offen zugibt, dem können wir als Christen ja auch gar nicht die Vergebung zusprechen.

Jetzt muss ich ein wenig persönlich werden. In jeder zu vergebenden Fehltat steckt auch ein bisschen was von mir drin. Wie oft ertappe ich mich insgeheim bei dem einen oder anderen, wenn auch nur geplanten oder beabsichtigen Fehlverhalten. Wenn wir jemandem aufrichtig vergeben, dann sagen wir im Stillen gleichzeitig: Ich vergebe Dir, weil ich weiß, dass etwas von dem, was Du mir angetan hast, auch in mir steckt. Aber Du hast Dein Fehlverhalten eingesehen und darum vergebe ich Dir.

Vergebung ist also alles andere als ein großzüger und gnädiger Akt unsererseits. Übrigens: Das Gegenteil von Vergebung ist die Rache. Und diese ist ganz bestimmt kein göttliches Instrument.

Die juristische Form der Vergebung ist übrigens die Gnade. Und wie mir Gnade widerfahren ist, so liegt es auch an mir, diese Gnade an denjenigen weiter zu reichen, der mich verletzt hat. Die Gnade habe ich übrigens nicht verdient, sondern sie ist mir gewährt worden.

Aus dieser Gnade leben wir übrigens allesamt jeden Tag unseres Lebens. Wir haben diese Gnade auch alle bitter nötig, da wir alle jeden Tag sündigen und daher auf diese lebensrettende Gnade jeden Tag angewiesen sind. Sprechen wir diese Vergebung doch auch immer wieder unserem Nächsten zu.

Stimmen wir in diesem Zusammenhang doch ein in den ersten Vers des Liedes: "Mir ist Erbarmung widerfahren..." (EG 355) von Philipp Friedrich Hiller, der da lautet, wie folgt:

Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat's nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine ganz tolle Woche unter der immerwährenden Gnade unseres Herrn.

Bleiben Sie von diesem Herrn alle wohl behütet.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Jun 26, 2016 9:40 pm

ePredigt vom 26.06.2016 (1. Korinther 1, 18-25)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1.
Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 1, die Verse 18-25. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott

Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft. Denn es steht geschrieben (Jesaja 29,14): "Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen." Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben.
Denn die Juden fordern Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.
Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind.

Liebe Gemeinde,

Zwei Welten prallen aufeinander, unsere "Menschenwelt" und die "Gotteswelt". Lassen Sie uns diese beiden Welten heute morgen einmal gemeinsam betrachten.

1. Die Menschenwelt

Die Welt um uns herum wird mit Klugheit und Verstand regiert und bewältigt. Das ist auch gut so. Würden wir ohne Klugheit und Verstand in den Tag hineinleben, dann würden wir heute womöglich immer noch in Höhlen unser Dasein fristen.

Wir können immer besser und immer präziser alles Geschehen auf dieser Welt erklären. Und wenn eine Erkenntnis die hohen Hürden der Wissenschaft überwunden hat, dann gilt diese Erkenntnis als wahr.

Bloß so einfach ist es nun auch wieder nicht. Absolute Wahrheiten gibt es nämlich in keiner unserer Wissenschaften. Ich spitze dies mal etwas
zu: Die Tatsache, dass an jedem Morgen unseres bisherigen Lebens die Sonne aufgegangen ist ist streng wissenschaftlich gesehen noch kein Beweis dafür, dass sie morgen früh wieder aufgehen wird. Was wir als unumstößliche wissenschaftliche Erkenntnisse bezeichnen, sind in Wahrheit nur relative Wahrscheinlichkeiten.

Man war schließlich auch jahrhundertelang davon überzeugt, dass die Erde eine Scheibe sei.

Und irgendwann stoßen wir mit all unserer Erkenntnis an eine Grenze. In jedem theologischen Studiengang gibt es immer wieder Kandidaten, die die Existenz Gottes meinen mit unserem Verstand, unserer Weisheit und unserer Klugheit beweisen zu können. Was dabei herauskommt ist meist irgendein Unsinn. Die Gegenseite ist aber auch nicht besser dran. Ihre vermeintlichen Beweise dass Gott nicht existiert basieren auf Annahmen und Mutmaßungen, die schon von sich aus nicht stimmig sind.

Wie kann ich als ganz normaler Erdenbürger aber dann den Zugang zu Gott finden, wenn schon die Fachleute sich nicht einig sind ?

2. Der Glaube

Irgendwann stoßen wir immer wieder an die Grenzen unserer Erkenntnis. Wir laufen quasi immer wieder vor eine imaginäre Wand, die wir mit all unserer Klugheit und Weisheit nicht überwinden können.

Jetzt kommt das Element des Glaubens ins Spiel. Hinter der imaginären Wand befindet sich nämlich Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde.
Mit Weisheit und Klugheit kann ich ihn also nicht erreichen. Das wäre auch fatal, wäre er dann doch nur für die Gelehrten zugänglich. Kritiker sagen mir an dieser Stelle oft: Dann muss ich also ausgesprochen dämlich sein, um den Weg zum Glauben zu finden. Das ist natürlich nicht der Fall. Gott ist aber für alle Menschen da. Nicht nur für eine elitäre hochintellektuelle Minderheit.

Wie komme ich also durch diese Mauer hindurch. Allein durch den Glauben können wir den Zugang zu Gott finden. Es gibt keinen anderen Weg als den des kindlichen Vertrauens und des Glaubens, wenn wir Gott erkennen wollen.

Ich kann aber nicht glauben, das höre ich in diesem Zusammenhang immer wieder. Meist wird dann die Wissenschaft oder das Leid dieser Welt herangezogen. Beides kann ich nicht ändern. Aber ich kann ja mal so tun, als ob es Gott gäbe. Ich lebe einmal eine Woche so, als ob Gott wirklich auf der anderen Seite der Mauer lebt. Wenn ich dies tue, liebe Gemeinde, dann werde ich es erleben, dass der allmächtige Gott hinter der Mauer diese Mauer für mich einreißt und sich mir zu erkennen gibt.

Als dieser allmächtige Gott in Jesus Christus auf die Welt gekommen ist, da hat er die Mauer einfach durchschritten und ist zu uns gekommen. Was er alles auf Erden getan hat, das können wir alle in den Evangelien zur Genüge nachlesen. Wenn ich dies mache, dann kann ich nicht mehr sagen:
Es gibt keinen Gott. Seit Jesus Christus auf der Welt war, ist die Gottesleugnung entweder böser Wille oder grenzenlose Dummheit.

3. Gotteswelt

Die Gotteswelt unterscheidet sich ganz erheblich von unserer Welt. Das hat schon der auferstandene Jesus seinen Jüngern gezeigt, indem er Ihnen präsentierte, dass all unsere menschlichen Beschränkungen in der Gotteswelt keine Gültigkeit mehr besitzen.

Wieso glauben wir eigentlich, dass Gott nicht jedes Gebet erhört ? Er kann sich ja nicht um jeden Menschen gleichzeitig kümmern. Das geht zeitlich und räumlich schon gar nicht. Mal ganz abgesehen davon, dass derjenige, der Himmel und Erde gemacht hat auch den Masterplan in Händen hält, gibt es bei Gott keine zeitlichen und räumlichen Beschränkungen.

Wenn ich durch das Kreuz Jesu hindurchgehe und seine Erlösungstat auch für mich in Anspruch nehme, dann bin ich automatisch ein Bürger dieser Gotteswelt. Die Höhe, die Breite und die Länge kennen wir ja aus unserer dreidimensionalen Welt. Dann lernen wir auch noch die vierte Dimension die Tiefe, die Tiefe des Glaubens kennen.

Wenn wir wieder zu Gottes Kindern geworden sind, dann werden uns auch unsere inneren Augen aufgetan und wir dürfen schon jetzt fühlen und spüren, was uns dereinst erwarten wird. Dem menschlichen Verstand und der menschlichen Weisheit sind all diese Dinge verborgen, wie wir gehört haben. Warum eigentlich ? Die Frage drängt sich einem doch förmlich auf.
Ganz einfach, weil Gott möchte, dass alle Menschen errettet werden und nicht nur diejenigen, die sich hochwissenschaftlich mit ihm befassen.

Gott möchte, dass wir all das, auf was wir uns etwas einbilden an die Seite stellen und ganz einfach ihm allein vertrauen und nicht mehr unseren ganzen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Daher hat er auch schon die Sehnsucht nach seiner Ewigkeit in unsere Herzen gelegt. Wir müssen nur noch eines tun, nämlich dem Ruf unseres Herzens folgen.

Wie heißt es doch so schön in dem kleinen Prinzen: Nur mit dem Herzen sieht man wirklich gut. Darum lassen Sie uns immer wieder unsere Herzen ganz weit auftun, damit der Herr mit seiner ganzen Herrlichkeit bei uns einziehen und in uns Wohnung nehmen kann.

Was dann passiert, das beschreibt der Liederdichter Nikolaus Ludwig von Zinzendorf sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes "Herz und Herz vereint zusammen..." (EG 251), welcher lautet, wie folgt:

Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh.
Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu.
Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein; er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber
Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jul 04, 2016 11:13 am

ePredigt vom 03.07.2016 (Römer 6, 3-8)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 6. Sonntag nach Trinitatis. Der heutige Sonntag wird auch als Taufgedächtnissonntag bezeichnet. Daher beschäftigt sich unser heutiger Predigttext auch mit der Taufe. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 6.
Kapitel des Römerbriefes, die Verse 3-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.


Liebe Gemeinde,

die Taufe ist ein zentrales Thema in unserem Leben als Christen. Was passiert eigentlich bei der Taufe? Warum lassen wir uns taufen? Welche Wirkung hat die Taufe? Alles Fragen, denen wir uns heute Morgen einmal widmen wollen. Wir könnten jetzt ja auch ganz genüsslich darüber streiten, ob die Kindestaufe oder aber die Erwachsenentaufe "die" richtige Taufe sind. Über diesen Streitpunkt würden wir aber ganz vergessen, was denn wirklich hinter der Taufe steckt. Und darum sollte es uns doch eigentlich gehen.

Wenn ich mir die Taufe näher betrachte, dann fallen mir drei Bedeutungen und Sichtweisen der Taufe ein:

1. Das äußere Zeichen

Wenn ein Mensch sich zu Gott bekehrt und ihn in sein Leben einlädt, dann wird er es erleben, dass er geistlich wiedergeboren ist. Das ist nun kein theatralischer Akt, sondern einfach ein Faktum. Um dies auch rein äußerlich sichtbar zu machen, lässt sich dieser Mensch taufen.

Man könnte ja durchaus die Meinung vertreten, dass es der Taufe doch eigentlich gar nicht bedarf und dass dahinter mehr ein frommes Ritual vergangener Tage denn eine heute noch real wichtige Handlung steht. Ich glaube, dem ist nicht so. Wenn unser Herr uns in seinem Taufbefehl ausdrücklich auferlegt, dass wir hinausgehen sollen und zu Jüngern machen sollen alle Völker, dann hat dieser Satz auch noch einen Folgeauftrag, welcher lautet: "Taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Wenn uns unser Herr diesen Taufauftrag erteilt, dann sollten wir diesen auch nicht hinterfragen, sondern ihn befolgen. Wenn uns unser Chef in unserer Firma einen Auftrag erteilt, dann zweifeln wir vermutlich auch nicht immer wieder den Sinn und Zweck dieses Auftrages an. Wir führen ihn einfach aus, weil wir dem Chef vertrauen. Das sollten wir mit dem Taufbefehl ebenso machen. Die Bedeutung der Taufe unterstreicht Jesus übrigens auch schon dadurch dass er selber, der es doch gar nicht nötig hätte, sich hat taufen lassen.

2. Das Wasserbad

Wenn wir im Garten gearbeitet haben und so richtig schmutzig sind, dann macht es Sinn dass wir uns unsere Hände waschen, bevor wir zum Beispiel das Abendessen einnehmen. Die Taufe ist ein Sinnbild welches dieser Reinigung sehr ähnlich ist.

Von Natur aus sind wir alle Sünder. Als Sünder haftet der Schmutz der Sünde uns derart an, dass wir diesen überall, wo wir gehen und stehen verteilen. Um von dem Schmutz unserer alten Sünden gereinigt zu werden, dient das Wasser der Taufe als Sinnbild.

Mit dem Wasser der Taufe werden alle unsere Sünden und alles, was uns von Gott trennt in einem Ritual abgewaschen, sodass wir vor Gott wieder rein und unbefleckt von der Sünde erscheinen können.

Wenn wir uns den Epheserbrief anschauen, dann geht mit der Taufe auch noch ein weiterer Akt einher, nämlich der Akt des Bundes mit Jesus Christus. Wie wir es an vielen Stellen der Bibel nachlesen können, wird Christus als der Bräutigam und wir als seine Braut beschrieben. Mit der Taufe gehen wir quasi eine Eheschließung mit Gott ein.

Während unsere irdischen Ehen nur bis zum Tode eines Ehepartners gelten, gilt diese himmlische Eheschließung von dem Zeitpunkt der Taufe an bis in alle Ewigkeit. Der Täufling sagt also zu seinem Herrn sinngemäß: Ich will dich lieben und Ehren bis an mein Lebensende und weit darüber hinaus in alle Ewigkeiten.

Somit zeigt der Täufling ganz banal ausgedrückt: Ab heute bin ich zusammen mit meinem Herrn unterwegs. Nichts kann uns mehr trennen, wir machen fortan alles gemeinsam.

3. Sterben und Auferstehen

Nicht zuletzt ist die Taufe auch ein Symbol für das Sterben und die Auferstehung.

Wenn zum Beispiel Baptisten die Tauffeier begehen, dann wird zumeist der Täufling, der in einem Taufgewand erscheint, mit dem ganzen Körper untergetaucht. Danach taucht er natürlich wieder auf.

Für die Menschen zu Zeiten Jesu war der Atem das einzige und sichere Zeichen des Lebens. Wenn jemand nun unter Wasser gedrückt wird, dann atmet er naturgemäß nicht mehr. Dieser Zustand soll den Tod symbolisieren. Was tot ist, dass existiert fortan nicht mehr. Und somit sind auch mit dem Untertauchen all unsere Sünden für Gott nicht mehr existent.

Nach dem Auftauchen atmet der Getaufte natürlich wieder ein. Jetzt aber einen freien und neuen Atem, einen Atem, der frei von aller Sünde und aller Last der Vergangenheit ist. Der Getaufte beginnt nunmehr ein neues Leben mit Jesus Christus an seiner Seite.

Wer es ernst meint mir der Taufe, und nur der sollte sich natürlich auch taufen lassen, der wird alsbald merken, dass sich sein Leben so nach und nach verändert. Mit der Taufe ist er nicht nur ein neuer Mensch geworden, sondern steht nunmehr auch unter dem direkten Einfluss des Heiligen Geistes. Wenn wir es so wollen, dann holen wir mit der Taufe Gott in unser Leben hinein.

Wohlgemerkt, nicht nur in unser Sonntagsleben, nein, wenn wir es wirklich ernst meinen und auf die Führung des Heiligen Geistes vertrauen, dann werden wir sehr schnell sein Wirken in unserem Leben spüren können. Viele Neugetaufte berichten darüber, dass in ihrem Leben ein radikaler Sinneswandel stattgefunden hat. Sünden, denen sie früher gern nachgegangen sind, bereiteten ihnen auf einmal "Bauchschmerzen".

Viele Täuflinge berichten auch von einem Zug des Heiligen Geistes, der sie förmlich in die Gemeinschaft mit anderen Christen hineinzieht. Ich glaube, jeder von uns erlebt dies ein wenig anders, aber der Grundtenor ist sicherlich immer der, dass wir mit Christus ein anderes neues Leben führen als dies bisher der Fall war.

Sie erinnern sich noch an den eingangs erwähnten Taufbefehl? Dieser hat auch noch eine weitreichende Konsequenz, welche uns Jesus ebenfalls kundtut, wenn er sagt: "Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Das heißt für uns alle ganz praktisch, dass Jesus in unser aller Leben stets neben uns ist. Egal, was auch immer geschehen mag, wir sind niemals mehr allein. Kein Leid dieser Welt, welches uns trifft, müssen wir mehr allein durchstehen, wir haben immer einen Leidensgenossen an unserer Seite, der uns trägt und der uns hält.

Aber auch alle Freude im Leben dürfen wir mit ihm teilen und dann werden wir merken, dass wirklich geteiltes Leid halbes Leid und geteilte Freude doppelte Freude ist.

Und wenn wir uns diese Zusage Jesu ganz genau betrachten, dann steht da ja nicht "Ich bin bei euch alle Tage bis an euer selig Ende, nein, da steht "Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Das heißt, dass auch nach unserer vielleicht größten irdischen Leidensstunde, der Stunde unsers Todes, der Weg mit ihm an unserer Seite eben nicht zu Ende ist, sondern dass dieser Weg einfach weitergeht. Und zwar solange bis wir alle einmal gemeinsam mit unserem Herrn in dem neuen Jerusalem zusammenleben werden.

Taufe ist also schon ein wenig mehr, als ein paar Wasserspritzer auf dem Kopf und einer Taufkerze in der Hand.

Die Wirkung der Taufe beschreibt auch der Liederdichter Johann Jakob Rambach sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes: "Ich bin getauft auf deinen Namen..." (EG 200), der da lautet, wie folgt:

Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist; ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt.
Ich bin in Christus eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Sommerwoche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet, das wünscht Ihnen Ihr

Ulrich Naber


Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de


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