ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Okt 15, 2018 1:22 pm

ePredigt vom 14.10.2018 (1. Korinther 7, 29-31)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 20. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 7, die Verse 29-31. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht; und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.


Liebe Gemeinde,

als ich den Predigttext zum ersten Male gelesen habe, da kam so etwas wie Endzeitstimmung auf. Sollte uns Paulus wirklich verbieten nicht mehr zu heiraten, nicht mehr zu trauern, keine Freude mehr zu haben und auch unseren Konsum auf nahezu Null zurückzufahren?
Ich glaube, wir müssen unseren heutigen Predigttext wie eine Rechenaufgabe betrachten. Eine Klammeraufgabe, wo vor der Klammer und hinter der Klammer zwei wichtige Fakten stehen, die auf das Geschehen in der Klammer ganz andere Auswirkungen haben, als wir es beim ersten Hören vermuten würden. Schauen wir uns diese Rechenaufgabe einmal gemeinsam an:

1. Vor der Klammer: Die Zeit ist kurz

Wir kennen es wahrscheinlich alle, das Phänomen des letzten Augenblicks. Wenn es diesen nicht gäbe, dann würden vermutlich rund 80 % aller Aufgaben unerledigt bleiben. Das liegt unter anderem daran, dass wir Menschen gern dazu neigen, alles auf die lange Bank zu schieben bis es dann irgendwann allerhöchste Eisenbahn ist.

Paulus erinnert uns mit diesem Satz daran, dass wir in der Endzeit leben, also täglich damit rechnen können und dürfen, dass unser Herr wiederkommt. Dass er sich dafür fast schon 2000 Jahre Zeit gelassen hat, das spielt überhaupt keine Rolle. Keiner von uns weiß, wann dieser Moment sein wird.

Die Zeit ist kurz heißt aber auch für einen jeden von uns ganz persönlich, dass wir nur eine begrenzte Lebenszeit zur Verfügung haben um unsere Sache mit Gott in Ordnung zu bringen.
Da keiner von uns auch nur annähernd weiß, wann sein Leben hier auf Erden endet, ist es für alle, die noch nicht reinen Tisch mit Gott gemacht haben, allerhöchste Eisenbahn, dies möglichst sofort zu tun.

Wie bringe ich die Sache mit Gott denn nun in Ordnung? Nun, indem ich ihm meine Sünden bekenne und diese bereue und ihm mein Leben übergebe. Mehr ist nicht notwendig. Den Rest hat nämlich der Herr Jesus schon für uns am Kreuz getan.

2. In der Klammer

Keine Frauen: Das bedeutet natürlich nicht, dass wir nicht mehr heiraten sollen. Wir sollen nur im Angesicht der Tatsache, dass die Zeit kurz ist, die Prioritäten richtig setzen.

Nicht der Ehepartner, den wir vielleicht vergöttern soll die erste Stelle in unserem Leben einnehmen, sondern unserem Vater im Himmel allein gehört diese Ehre.

Keine Trauer: Paulus schreibt uns auch nicht vor, dass wir nicht mehr um unsere Lieben trauern dürfen. Das darf und das muss auch sein. Aber es gibt Menschen, die ganz in ihrer Trauer vergehen. Diese Menschen leben nur noch in der Trauer und sind zu nichts anderem mehr fähig.

Und hier sagt Paulus klipp und klar, dass dies nicht sein darf. Paulus fordert die Trauernden auf, den Blick nach vorne zu richten und sich bewusst zu machen, dass der geliebte Mensch ja nicht irgendwo im Nirwana verschwunden ist.

All unsere Lieben sind uns doch nur vorausgegangen. Wir werden sie alle einmal wiedersehen; nämlich genau dann, wenn auch wir den Weg in den Himmel antreten.

Keine Freude: Natürlich soll auch nach wie vor die Freude unser Leben bestimmen. Aber, so meint es Paulus, die Freude an und in unserem Herrn soll die allem anderen übergelagerte Freude sein.

Die rechte, wahre und andauernde Freude kann uns nur von unserem Herrn geschenkt werden. Darauf macht uns Paulus aufmerksam und warnt uns davor, die vollkommene Freude woanders als in unserem Herrn zu suchen.

Kein Konsum mehr: Das, liebe Gemeine, meint Paulus natürlich nicht. Hier zeigt uns Paulus auf, dass wir unsere Herzen eben nicht an die vergänglichen Dinge dieser Welt hängen sollen, sondern wir sollen unsere Herzen allein an unseren Herrn hängen.

Spätestens, wenn wir unseren irdischen Körper verlassen müssen, dann werden wir auch all das, was wir uns auf Erden gekauft haben, zurücklassen müssen. Allein die Liebe zu unserem Herrn wird uns auf diesem Wege begleiten.

Gerade in unserer Zeit, die durch ein übersteigertes Konsumverhalten nach mehr und noch mehr gekennzeichnet ist, will uns Paulus zurufen: Bleibt bescheiden, richtet eure Augen auf den Herrn.

3. Nach der Klammer: Das Wesen der Welt vergeht

Wenn wir einen Blick in die letzten Kapitel der Offenbarung werfen, dann sehen wir dort, was am Ende der Zeit mit der Welt in der wir leben, passiert.

Sie wird von Gott durch einen neuen Himmel und eine neue Erde ersetzt werden, indem vollkommen andere Maßstäbe herrschen als hier auf Erden. Wirklich paradiesische Zustände werden wir erleben dürfen.

Warum schreibt Paulus diesen Satz an das Ende des heutigen Predigttextes?
Eingangs hat er uns ja darauf hingewiesen, dass die Zeit kurz ist. Und wir haben auch ganz konkrete Hinweise erhalten, wie wir uns hier auf Erden verhalten sollen.

Wenn wir nun wissen, was uns im Himmel erwartet, dann könnten wir doch schon hier auf Erden versuchen, ein Stück weit "Himmel auf Erden" zu schaffen.

Wenn wir Jesus befragen würden, wie wir das anstellen sollen, dann könnte er uns als Antwort das Doppelgebot der nennen. Dass wir Gott lieben, davon gehe ich mal aus. Aber lieben wir auch unseren Nächsten wie uns selbst? Ich glaube, daran könnten wir noch arbeiten, nicht an der Nächstenliebe, sondern an der Eigenliebe.

Von einer gesunden Eigenliebe geht nämlich der Weg hin zu einer unverkrampften und ehrlichen Nächstenliebe. Wenn wir dies konsequent umsetzen, dann haben wir in der Tat schon ein Stück weit den Himmel auf Erden geschaffen.

Einen Weg, wie wir es schaffen können, den Weg der Nächstenliebe zu beschreiten, den beschreibt der Liederdichter Gerhard Tersteegen in seinem Lied "Ich bete an die Macht der Liebe..." (EG 661), dessen zweiter Vers lautet, wie folgt:

Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart;
ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward;
ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de


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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Okt 22, 2018 12:18 pm

ePredigt vom 21.10.2018 (Jeremia 29, 1, 4-7, 10-14)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 21. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia, Kapitel 1, die Verse 1, 4-7 und 10-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Israel nach Babel weggeführt hatte.
So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels, zu den Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehret euch dort, dass ihr nicht weniger werdet.
Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl. Denn so spricht der Herr: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.
Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leidens, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der Herr, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.


Liebe Gemeinde,

Briefe sind ja heute weitestgehend aus der Mode gekommen. Heute schreiben wir ja lieber E-Mails, SMS oder Whatsapp.

Unser Predigttext handelt von einem Trostbrief, den der Prophet Jeremia an die Menschen geschrieben hat, welche von Nebukadnezar in die babylonische Gefangenschaft geführt worden sind. Ein Brief aus der Heimat an die Weggeführten.

Mein Vater, der 7 Jahre lang in russischer Kriegsgefangenschaft verweilte, sagte mir einmal, dass es gerade diese Nachrichten aus der Heimat waren, die ihm immer wieder Hoffnung und Trost gegeben haben.

Und so will auch Jeremia den Weggeführten ein Stück weit Hoffnung geben. Schauen wir uns diesen Trost- und Hoffnungsbrief doch einmal etwas genauer an:

1. Gott ist immer noch bei Euch

Liebe Gemeinde, wenn uns etwas Schlimmes widerfährt, dann sind wir ja immer ganz schnell mit dem Satz dabei: Wie konnte Gott das nur zulassen ? Auch wenn wir uns die Nachrichten anschauen, dann könnten wir uns manchmal diese Frage stellen. Wo war Gott denn bei dem Erdbeben in Indonesien ? Wo war Gott denn, als Christen von den Schergen des IS abgeschlachtet worden sind ? Wo war Gott denn im Dritten Reich, als Millionen von Juden ermordet worden sind ?

Diese Frage ist natürlich oberflächlich gestellt. Wir dürfen nämlich niemals vergessen, dass wir als erlöste Christen immer noch mitten in einer unerlösten Welt leben. Und wozu der unerlöste Mensch fähig ist, das haben wir ja soeben gesehen.

Und doch ist Gott da !!! Gott geht nämlich mit seinen leidenden Kindern mit. Egal, was uns auch immer widerfahren mag, Gott ist nur ein Gebet wie von uns entfernt. Genau das wollte Jeremia den Gefangenen mitteilen.

Gott will natürlich keinen Krieg und er wollte schon mal gar nicht, dass Verbrecher des Dritten Reiches sein geliebtes Volk massenweise ermordeten. Aber Gott ist bei all denen, die Leid erfahren. Gott begleitet seine geliebten Kinder durch alles Leid hindurch, welches sie durch die unerlöste Welt erleiden müssen.

Lassen Sie uns doch daran denken, wen wir einmal wieder versucht sind, uns selber die Frage zu stellen: Wie kann Gott das zulassen ?

2. Schau nach vorne

Es gibt ja sehr viele Menschen, die in ihrem Leid einfach gefangen sind, die den Blick nur nach rückwärts gerichtet haben. Diese Menschen nehmen meist gar nicht mehr war, dass das Leben eben doch weitergeht. Unter den von Nebukadnezar Weggeführten gab es sicherlich eine ganze Menge davon.

Und diesen sagte Jermia ganz pragmatisch: Macht einfach das Beste aus dieser Situation. Werft euer Vertrauen weiterhin auf Gott und baut euch dort eine Heimat auf, wo ihr gerade seid.

Denken wir doch einmal an die vielen Flüchtlinge in unserem Lande. Die meisten von ihnen würden doch am liebsten wieder in ihre Heimat zurückkehren. Hilft es ihnen, wenn sie hier Trübsal blasen ? Nein, natürlich nicht.

Aber wir können diesen Menschen helfen, indem wir sie offen aufnehmen und ihnen anbieten, sich bei uns während ihrer Hierseins heimisch zu fühlen.

Ab dem Moment, wo ich meine Lage richtig einschätze, ab dem Moment bin ich auch wieder fähig, nach vorne zu schauen und aus meiner vermeintlich misslichen Lage heraus nach vorne zu planen zu denken und zu handeln.

Das Wort geht aber nicht nur an Flüchtlinge, sondern auch an uns ganz persönlich. Auch wir sollen nicht an unserem Leid festhalten. Wir sollen wieder aktiv an der Gemeinschaft teilnehmen. Das bringt uns aus unserem Leid heraus und öffnet uns den Blick wieder nach vorne.

3. Hoffnung

Gott hat Gedanken des Friedens und nicht des Leides, so lesen wir es am Ende unseres heutigen Predigttextes.

Das hört sich ja gut an, aber jetzt, wo ich vermutlich so richtig tief im Schlamassel drin stecke, kann ich das so nicht glauben. Und doch ist es so.

Wenn jemand unter uns ist, der im Moment nicht weiterweiß, der sei an die Zusage unseres Herrn Jesus Christus erinnert, der uns am Ende des Matthäusevangeliums sagt: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Lassen Sie uns doch einfach nur dieser Zusage trauen und unser ganzes Vertrauen immer wieder darin setzen. Dann werden wir immer wieder die göttliche Kraft erhalten, auch durch das tiefste Leid an des Herren Hand hindurchzugehen.

Und wenn uns unser Herr sagt, dass ER bei uns ist, dann heißt das ja, dass ER lebt. Er ist nicht im Himmel ferne, da wo die Englein sind, nein unser Herr ist immer bei uns. Er wartet förmlich nur darauf, dass wir ihn anrufen und um seinen Beistand bitten.

Das empfiehlt schließlich auch Jeremia den Gefangenen in der babylonischen Gefangenschaft.

Und das Schöne ist, dass das, was damals galt, auch heute nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt hat.

Wenn das stimmt, und es stimmt tatsächlich, dann bleibt uns doch gar nichts anderes übrig, als mit einer heiteren Gelassenheit durch unser ganzes Leben zu gehen und immer wieder dem zu vertrauen, der bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende.

Dieses Vertrauen in unseren Herrn beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem zweiten Vers seines Liedes : "Befiehl du deine Wege..." (EG 361), der da lautet, wie folgt:

Dem Herren musst du trauen, wenn dir's soll wohlergehn;
auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein
lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.


Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebes sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie wohl behütet
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Okt 30, 2018 10:57 am

ePredigt vom 28.10.2018 (Römer 7, 14-25a)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 22. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 7. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 14-25 a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, dass das Gesetz gut ist. So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, dass tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. So finde ich nun das Gesetz, dass mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. Denn ich hab Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch ! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.


Liebe Gemeinde,

der Apostel Paulus steckt offenbar in dem Dilemma. Was er gern tun möchte das tut er nicht, und was er besser lassen sollte, genau das tut er. Das kommt uns doch sicherlich allen ein wenig bekannt vor. Wie oft sagen wir: "Eigentlich hätte ich ja..., oder "Besser wäre es gewesen, wenn...". Lassen Sie uns dieses Weltendilemma doch einmal etwas genauer anschauen:

1. Wollen und Tun

Eigentlich, so könnte man denken, sollten wir als Christen doch wissen was wir tun sollen und eigentlich sollten wie dies doch auch wollen. Denn schließlich sind wir ja nicht von irgendeiner Institution zwangsbekehrt worden, sondern haben aus eigenen Stücken genau diesen Weg eingeschlagen.

Und doch klappt das irgendwie nicht. Auch wenn wir uns noch so sehr anstrengen und bemühen. Und das ist auch ganz normal in dier Welt. Dies bedarf sicherlich einer Erklärung.

Nun, als wir uns bekehrt haben, gewann der Geist in uns die Herrschaft über uns und unser Leben. Wir wurden also vor Gott ein neuer Mensch, ein Mensch, der wieder freien Zugang zu Gott hat, weil ein anderer für unsere Sünden bezahlt hat und wir fortan vor Gott als sündlos gelten.

Nun hat bekanntermaßen jede Medaille zwei Seiten. Die andere Seite ist das Fleisch, also unser alter Mensch. In uns wohnt also sowohl der neue, von Sünden befreite Geist und zugleich auch der alte Mensch.

Dass es dort zu Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden kommt ist so sicher, wie das berühmte Amen in unserer Kirche.

Würde dieser innere Zwiespalt nicht in uns toben, dann würde auch der Heilige Geist nicht in uns wohnen. Wir würden weiterhin in unserem alten Sündentrott leben und uns auch ganz wohl dabei fühlen, da es ja eben nicht zu dem Kampf Geist gegen Fleisch kommt.

Das bedeutet aber auch auf der anderen Seite die ewige Verlorenheit. Der innere Kampf, der in uns tobt, führt uns immer wieder auf unsere Lebensspur mit Gott. Vergleichen wir dies ruhig einmal mit einem Zug. Als wir den Zug Richtung Himmel bestiegen haben, da regierte uns der Heilige Geist. Aber der Teufel bringt uns immer wieder dazu, die Weichen ein wenig anders zu stellen um falsch abzubiegen. Und dann kommt der Heilige Geist und bringt uns wieder auf das richtige Gleis, welches uns Richtung Heimat und damit in den Himmel führt.

Wichtig ist es also, dass wir erkennen, dass diese innere Zerrissenheit von Gott her kommt, und einzig und allein den Zweck hat, uns wieder auf die richtige Spur zu leiten.

2. Das Gesetz

Stellen wir uns doch einmal einen Staat vor, in welchem es keine Gesetze gibt. Alles wäre erlaubt und nichts wäre verboten. Natürlich würde dieser Staat binnen kurzer Zeit untergehen, da sich vermutlich die Menschen untereinander zerfleischen würden.

Ein Staat, der auf soliden Gesetzen aufgebaut ist, gibt seinen Bürgern indes eine Richtschnur an die Hand. Halten sie sich an das Gesetz, dann ist alles gut, halten sie sich nicht an das Gesetz, dann drohen ihnen staatliche Repressalien. Die Menschen sollen also durch das Gesetz in der Lage sein, gut und böse zu unterscheiden.

Ähnlich ist es mit Gottes Gesetz, welches er uns in der Bibel gegeben hat. Dies soll uns als Richtschnur für unser Leben dienen und uns zeigen was gut und was böse ist. Und wenn wir alles einhalten, ja, liebe Gemeinde, wenn wir wirklich alles einhalten, dann kommen wir auch in den Himmel.

Aber wenn wir uns Gottes Gesetz einmal etwas näher betrachten, dann erkennen wir unschwer, dass kein Mensch in der Lage ist, alle Vorschriften dieses Gesetzes einzuhalten. Und jeder Verstoß, häufig auch schon allein der Gedanke daran, ist vor Gott eine Sünde. Und auch mit nur einer Sünde im Gepäck geht es eben nicht im den Himmel, sondern in die Hölle.

Und darum können wir es jetzt vielleicht ganz gut verstehen, wenn Paulus sagt: "Ich elender Mensch!!!. Und das müssen wir alle sagen, wenn wir erkennen, dass wir Gottes Gesetz gar nicht einhalten können.

Halten wir einmal fest: Wir alle haben die Hölle, aber nicht den Himmel verdient. Ich nehme mal an, dass keiner von uns die Ewigkeit in der Hölle verbringen will. Also bleibt noch die Frage offen, wie wir denn trotzdem noch in den Himmel kommen können.

3. Der Ausweg

Paulus nennt uns den einzigen Weg und den einzigen Ausweg, der sich uns bietet, damit wir der ewigen Verdammnis entkommen können.

Indem Jesus für all unsere Sünden mit seinem Blut bezahlt hat, hat er uns auch von dem Gesetz befreit. Wir können jetzt das Gesetz als Richtschnur für unser Leben erkennen und nicht mehr als Damoklesschwert, welches drohend über unserer Zukunft schwebt.

Natürlich sollen wir nach bestem Wissen und Gewissen uns an das halten, was Gott uns geboten hat. Aber der Herr Jesus hat auch für unsere zukünftigen Sünden bereits bezahlt. Sollte also wieder einmal der Super GAU der Sünde eintreten, dann dürfen wir uns auch dann wieder auf die Gnadentat unseres Herrn berufen.

Und so dürfen wir auch in die Worte des Apostels Paulus einstimmen, wenn er gegen Ende unsers Predigttextes die Worte spricht: "Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!

Lassen Sie uns dem Herrn für seine Erlösungstat danken, indem wir gemeinsam in den 1. und 2. Vers des Liedes von Christoph Fischer "Wir danken der Herr Jesu Christ..." (EG 79) einstimmen, die da lauten wie folgt:

Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du für uns gestorben bist
und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut,
und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden rot:
Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not.


Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Okt 31, 2018 12:47 pm

ePredigt vom 31.10.2018 (Galater 5, 1-6)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Reformationstag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im Brief des Paulus an die Galater, Kapitel 5, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen. Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muss. Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.


Liebe Gemeinde,

die Galater waren schon ein besonderes Völkchen. Kaum hatten sie sich bekehrt, da fielen sie auch schon wieder scharenweise vom Glauben ab und beteten andere Götter an oder meinten, zum Glauben nicht etwas dazutun zu müssen, um ganz sicher zu sein, in den Himmel zu kommen.

Eine ähnliche Situation fand auch Dr. Martin Luther vor, als er im wahrsten Sinne des Wortes die Reformation anzettelte. Ablassbriefe waren nur die Spitze des Eisberges, was Luther anprangerte. Luther wollte ja keine Reformation, Luther wollte nur ein ganz einfaches zurück zum Glauben, den Jesus uns gelehrt hat.

Schauen wir uns doch heute einmal an, welche drei Punkte für unseren Glauben wichtig und ausschlaggebend sind.

1. Sola fide

Allen der Glaube, so Luther, ist es, der wirklich vor Gott zählt. Und dabei handelt es sich um einen ganz persönlichen Glauben, der nicht ver-oder ererbbar ist.

Gott hat viele Kinder, aber keine Enkelkinder. Wir dürfen uns im Glauben nicht auf andere Personen berufen, oder auf unseren ganz besonderen Status vor Gott, weil wir vielleicht aus einer Pfarrersfamilie abstammen.

Billy Graham drückte dies einmal ganz drastisch aus, als er sagte: "Nur weil jemand in einer Garage geboren wurde, ist er noch lange kein Auto."

Was einzig und allein vor Gott zählt, liebe Gemeinde, ist unser ganz persönliches Bekenntnis, das wir vor Gott nicht bestehen können, und unsere persönliche Umkehr und unsere Bekehrung zu dem hin, der all unsere Sünden in die Tiefe des Meeres wirft und ihrer nicht mehr gedenken wird.

Das kann kein anderer Mensch für uns tun. Das muss ein jeder Mensch ganz persönlich mit Gott ausmachen. Da kann niemand einen Stellvertreter entsenden mit dem Auftrag, dies für ihn erledigen zu lassen.

2. Sola gratia

Allein durch Gnade. Wenn wir so, wie soeben gehört, vor Gott in die Knie gehen, dann sind wir aus seiner Gnade von all unseren Sünden befreit und haben wieder direkten Zugang zu unserem Vater im Himmel.

Nichts, aber auch gar nichts kann uns diesen Weg versperren. Bitte, bitte, vergessen wir dies niemals.

Im Laufe der Kirchengeschichte hat es immer wieder Strömungen gegeben und gibt es noch, die uns eines Besseren belehren wollen. Nur wenn Du jeden Sonntag an der Messe teilnimmst, dann kommst du vielleicht in den Himmel. Nur wenn Du mehr gute als schlechte Werke aufzuweisen hast, dann kannst du in den Himmel kommen. Nur wenn der Pfarrer als Stellvertreter für Dich spricht, dann wirst Du vor Gott Gehör finden.

Das ist alles Quatsch, liebe Gemeinde. Das einzige, was uns in den Himmel bringen kann ist die Gnade unseres Herrn. Für all unsere Sünden hat er schließlich schon bezahlt. Das einzige, was er von uns verlangt, ist, dass wir dieses Geschenk im Glauben annehmen.

Ich weiß, es klingt banal: Wenn wir am Supermarkt unsere Waren auf das Band legen und die Kassiererin alles in die Kasse eingetippt hat, dann müssen wir den Betrag bezahlen, welche die Kasse anzeigt. Wenn die Kassiererin aber zu uns sagt, dass der Betrag schon von jemand anderem bezahlt worden ist, dann bringen wir die Waren doch auch nicht zurück in die Regale. Nein, wir erfreuen uns, dass ein Gönner für uns bezahlt hat.

Im Glauben hingegen herrscht eine unglaubliche Skepsis. Sollte das wirklich wahr sein ? Das gibt es doch gar nicht. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, lassen wir lieber die Finger von diesem Gnadengeschenk. Ja, liebe Gemeinde, so reagiert der überwiegende Teil unserer Bevölkerung.

Grund genug, dass wir endlich aufstehen und die gute Botschaft all denjenigen weitersagen, die sie noch nicht kennen.

3. Sola scriptura

Allein die Schrift. Damit ist natürlich die Bibel gemeint.

Die Bibel ist die Grundlage unseres Glaubens. Darin finden wir alles, was wir tun und was wir besser lassen sollen.

Alle Vorschriften, die man uns auferlegen will und die wir nicht in der Bebel finden, all diese Vorschriften sind für uns nicht bindend.

Natürlich verstehen wir Gottes Wort nicht immer auf Anhieb. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ein regelmäßiges Bibelstudium uns immer tiefer in die Materie eindringen lässt. Und wenn wir wirklich an eine Stelle gelangt sind, die wir so gar nicht begreifen können, dann fragen wir doch unseren Herrn im Gebet danach, wie wir dies denn verstehen sollen.

Natürlich finden wir auch ganz konkrete, für uns alle sofort verständliche Regeln. Dies sind z.B. die Zehn Gebote, die Regierungserklärung Gottes, besser unter dem Namen Bergpredigt bekannt und nicht zu vergessen, den Jakobusbrief.

Dort finden wir Anweisungen für ein befreites Christenleben. Manche Dinge sind schon recht heftig. Ich denke einmal nur an die Feindesliebe. Mir jedenfalls gelingt dies nicht auf Anhieb. Aber wenn ich meinen Herrn im Gebet um seinen Beistand bitte, dann ist die ganze Sache schon wesentlich einfacher.

Allein der Glaube, allen durch Gnade und allein die Schrift. Das ganze unter der großen Klammer des Gebetes gesehen sind die Dinge, die für ein Galubensleben notwendig sind. Jedem, der mehr von uns verlangt, dem dürfen wir ganz getrost "Luther um die Ohren hauen".

So lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Reformationsliedes von Martin Luther einstimmen "Ein feste Burg ist unser Gott..." (EG 362), der da lautet, wie folgt:


Eine feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind mit Ernst er's jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Abend und freue mich, Sie am kommenden Sonntag wieder begrüßen zu dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Nov 05, 2018 1:43 pm

ePredigt vom 04.11.2018 (Römer 13, 1-7)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 23. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 13. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 1-7. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Stellung zur staatlichen Gewalt

Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Anordnung Gottes; die ihr aber widerstreben, ziehen sich selbst das Urteil zu. Denn vor denen, die Gewalt haben, muss man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten. Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: Sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut. Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen. Deshalb zahlt ihr ja auch Steuer; denn sie sind Gottes Diener, auf diesen Dienst beständig bedacht. So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt.


Liebe Gemeinde,

als Christen leben wir ja auf der einen Seite schon mit dem Kopf im Himmel, aber auf der anderen Seite eben noch mit dem Körper in der Welt. Das kann und wird immer wieder Probleme aufwerfen. Gerade deshalb zeichnet der Apsotel Paulus mit dem heutigen Predigttext ein Deeskalationsprogramm für Christen in der Welt auf.

Und dieses Deeskalationsprogramm ist denkbar einfach, wie genial. Paulus sagt: Lebt in der Welt genau so wie ihr es in der Gemeinde also vor Gott macht. Dann habt ihr nichts zu befürchten. Das klingt spannend, sodass wir es nicht versäumen sollten, uns dieses Leben einmal etwas genauer anzuschauen.

1. Seid Untertanen

Als wir uns bekehrt haben, also unser Leben dem Herrn Jesus Christus übergeben hatten, ab da wurden wir seine Untertanen. Haben wir bis dato ein frei und selbstbestimmtes Leben geführt, in welchem wir der König unseres Lebens waren, so hat sich dies mit unserer Bekehrung geändert.

Mit der Bekehrung haben wir unseren Königsthron verlassen und diesen unserem Herrn übergeben. Dieser bestimmt und regiert fortan über unser Leben. Weil wir genau wissen, dass er stets nur das Beste für uns will, lassen wir ihn auch getrost von ihm regieren.

Mit der weltlichen Regierung schaut es ähnlich aus. Alle Obrigkeit ist von Gott angeordnet. Und dieser sollen wir uns in weltlichen Dingen genau so beugen, wie wir vor unserem Herrn in die Knie gehen.

Jetzt werden Sie zurecht sagen: Was war denn mit Hitler, Stalin oder heutzutage mit Herrn Assad aus Syrien. Waren und sind diese Obrigkeiten auch von Gott gegeben ? Nein, natürlich nicht. Nur die Obrigkeit, die sich an Gottes Wort ausrichtet, nur diese Obrigkeit ist eine von Gott eingesetzte Obrigkeit. Nur der sollen wir uns beugen und nicht einer Obrigkeit, welche sich selbst ernannt hat.

Aller Obrigkeit,die das Wort Gottes ganz bewusst mit Füßen tritt, all dieser Obrigkeit dürfen wir uns natürlich unter Berufung auf das Wort Gottes getrost widersetzen.

2. Tut gute Werke

Aus der Bekehrung heraus ist etwas entstanden, was wir getrost als Liebe zu Gott bezeichnen dürfen. Wenn wir einen Menschen lieben, dann wollen wir doch immer nur das Beste für ihn. Kein Mensch würde doch einem anderen Menschen, welchen er über alles liebt, etwas Böses antun. Und so erwächst aus der Liebe zu Gott der Wunsch, ihm gerecht zu werden und etwas zu tun, was ihn erfreut.

Wohlgemerkt nicht, um errettet zu werden, sondern weil wir errettet worden sind.

Und ähnlich sollen wir uns auch gegenüber der Obrigkeit verhalten, die uns weltlich regiert. Wir sollen sie nach unseren Möglichkeiten unterstützen und ihre Arbeit dadurch erleichtern.

Die Obrigkeit der Welt, die wie bereits erwähnt von Gott eingesetzt worden ist, ist ja auch bestrebt, für uns und unser Wohlergehen zu sorgen. Und so sollen wir im Gegenzuge es dieser weltlichen Obrigkeit ein wenig einfacher gestalten, damit sie ihrem Auftrag auch vollumfänglich nachkommen kann.

Stellen wir uns doch einmal vor, wir würden weniger über unsere Politiker meckern und mehr daran setzen, dass unser aller Wohlergehen gefördert wird. Stellen wir uns doch einmal vor, wir würden selber mal dort anpacken, wo Hilfe gebraucht wird und nicht immer alles auf den Staat abwälzen.

Wäre es dann nicht so, dass ein Miteinander wesentlich erfolgreicher wäre, als ein ständiges Gemeckere und ein opportunistisch gesinntes Gegeneinander ?

Natürlich läuft nicht imner alles glatt, nicht in unssrem Glaubensleben und nicht in unserem weltlichen Leben. Aber wir haben jemanden an unserer Seite, den wir stets um seinen Rat bitten können. Machen wir dies doch wieder mal öfters.

3. Geben statt nehmen

Geben ist seliger denn Nehmen ist sicherlich eine steile christliche Behauptung. Das wird aber nur derjenige erfahren, der dies auch wirklich in die Tat umsetzt.

Wie wir dies in unseren Gemeinde tun, so sollen wir es auch in der Welt tun. Das fängt zum Beispiel schon mal damit an, das man vollumfänglich seine Steuern bezahlt und nicht mittels Ausnutzung diverser Grauzonen versucht, möglichst viel für sich zu behalten.

Wie wir in den Gemeinden Bedürftige unterstützen, so sollen wir dies auch in unserem Leben in der Welt machen.

So, und jetzt kommt noch etwas ganz spezielles. Als Christen verehren wir einzig und allen Gott. Natürlich sollen wir in der Welt nicht unsere Politiker verehren, aber wir dürfen ihnen Ehre zukommen lassen.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Obrigkeit von Gott angeordnet worden ist, dann trifft dies auf jedes einzelne Organ der Obrigkeit und somit auch auf jede Person zu, die als Obrigkeit ihren Dienst versieht.

Wie wäre es denn mal, wenn wir diesen Menschen unsere Anerkennung zukommen lassen würden. Was meinen Sie, wie sich Ihr Bundestagsabgeordneter freut, wenn Sie sich einmal bei ihm dafür bedanken, dass er Tag für Tag und so manche Nacht für Ihr Wohlergehen kämpft und streitet und sein Bestes gibt. Gerade dann, wenn es uns vergönnt ist, den Feierabend zu genießen.

Machen wir doch gemeinsam das, was uns Paulus rät; nämlich Gottes Willen nicht nur in der Kirche und in der Gemeinde tun, sondern überall in der Welt, wo auch immer wir uns gerade befinden.

Mal ganz nebenbei bemerkt: Wir machen alle Menschen ganz schön neugierig auf unser Christenleben, wenn wir uns einmal ganz anders verhalten, als dieses von uns erwartet wird.

Lassen wir uns dabei von Gott so lenken wie es der erste Vers des Liedes "Herz und Herz vereint zusammen..." (EG 251) von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf sehr schön beschreibt, der da lautet, wie folgt:

Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh.
Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu.
Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein,
er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Nov 11, 2018 4:31 pm

ePredigt vom 11.11.2018 (Matthäus 9, 18-26)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 24. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 9. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 18-26. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Als er dies mit ihnen redete, siehe, da kam einer von den Vorstehern der Gemeinde, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben gestorben, aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern. Und siehe, eine Frau, die seit zwölf Jahren den Blutfluss hatte, trat von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes. Denn sie sprach bei sich selbst: Könnte ich nur sein Gewand berühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sie getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und die Frau wurde gesund zu derselben Stunde. Und als er in das Haus des Vorstehers kam und sah die Flötenspieler und das Getümmel des Volkes, sprach er: Geht hinaus ! Denn das Mädchen ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk hinausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand. Da stand das Mädchen auf. Und diese Kunde erscholl durch dieses ganze Land.


Liebe Gemeinde,

da möchte man doch gerne dabei gewesen sein als die blutflüssige Frau geheilt und die tote Tochter des Gemeindevorstehers wieder zum Leben erweckt wurde. Und doch verbirgt sich hinter diesen spektakulären Heilungen noch etwas ganz anderes, was man vielleicht beim ersten Lesen übersieht. Lassen Sie uns darüber heute morgen wein wenig intensiver nachdenken.

1. Jesus kommt sofort

Da kommt der Gemeindevorsteher in seiner Not zu Jesus und bittet ihn um Hilfe. Der Gemeindevorsteher bittet Jesus aber nicht ganz allgemein, sondern er bittet Jesus ganz konkret, dass er seine Hand auf seine Tochter legen möge, damit diese wieder gesund wird.

Was für ein Glaube, liebe Gemeinde, der Gemeindevorsteher weiß ganz genau, dass diesem Jesus nichts unmöglich ist. Und er weiß auch, dass eine Geste, ein Wort oder ein Zeichen ausreicht, damit seine Tochter wieder gesund wird.

Jesus lässt sich nicht lange bitten, sondern macht sich sofort auf den Weg. Und so ist es auch heute noch. Jesus erhört alle unsere Gebete. Auch wenn wir meinen, dass er sie nicht hören würde, in Wahrheit ist er schon auf dem Wege zu uns, um uns zu helfen.

Aber, und daran müssen wir auch immer wieder denken, Jesus hilft uns so, wie es am besten für uns ist und nicht so, wie wir es uns wünschen. Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass unser Herr schon längst auf dem Wege ist, wenn wir ihm unsere Nöte sagen.

In unserer schnelllebigen Zeit ist dies für viele für uns mal wieder eine ganz neuer Herausforderung. Die Herausforderung der Geduld und des Abwartens, wie Jesus uns denn nun helfen wird. Aber keine Angst, liebe Gemeinde, Gott hilft spätestens rechtzeitig.

2. Jesus kommt zu allen

Ja klar, wenn so ein wichtiger Gemeindevorsteher kommt, dem kann man ja keinen Wunsch abschlagen, da muss selbst Jesus sofort los und die Tochter heilen. Was soll denn wohl sonst die Kirche dazu sagen, wenn er jetzt nicht eingreift.

Ja, liebe Gemeinde, Jesus ist auch für die Kirchenvorstände da. Auch wenn sie sich nicht immer so verhalten, wie wir es uns vielleicht wünschen. Auch wenn sie vielleicht mehr Dreck am Stecken haben, als wir ganz normalen Durchschnittsbürger.

Bei Jesus jedoch gibt es kein Ansehen der Person. Wir alle sind ihm gleich wichtig. Und das sehen wir auch in unserem Predigttext. Da kommt eine blutflüssige Frau zu Jesus und berührt sein Gewand. Das ist umso erstaunlicher, als dass diese Frau eigentlich gar nicht hätte dort sein dürfen. Das war schon ein Skandal, was sich diese Frau traute.

Unreine Menschen, und als das galt die blutflüssige Frau hatten sich von der Gesellschaft gefälligst fernzuhalten. Sollte sich aber dennoch jemand einer solchen Person nähern, dann hatte sie unverzüglich "Unrein, unrein" zu rufen, um den sich ihr nahenden Menschen noch rechtzeitig Menschen warnen zu können.

Und doch, liebe Gemeinde, lässt es Jesus zu, dass diese Frau ihm so nahe kommt, dass sie sogar sein Gewand fassen kann. Was muss das für ein Glaube gewesen sein. Die Frau begibt sich in Todesgefahr, nur um das Gewand von Jesus anzurühren. Das wäre in de Tat ein wenig oberflächlich. Diese Frau wusste ganz genau, was passiert, wenn sie mit Jesus eine Verbindung eingeht. Sie wusste, dass nur er ihr helfen kann und nur dann, wenn sie sich ihm unter welchen Umständen auch immer ganz und gar ausliefert.

Und das tat sie dann auch. Darum sagte Jesus ihr auch, dass es ihr Glaube war, der ihr geholfen hat. Und das schöne ist, dass dieser Jesus sich auch heute noch den vom Glauben getriebenen Menschen annimmt.

3. Der rätselhafte Jesus

Wir Menschen begehren ja auch immer ein Stück weit Anerkennung für das, was wir getan haben. Gern werden wir in Gesellschaft anderer gelobt oder genießen es, wenn unsere Verdienste der Öffentlichkeit bekanntgemacht werden.

Und da frage ich mich, wieso Jesus das nicht möchte. Als er das Haus des Jairus erreichte, hätte er ja alle anwesenden Menschen bitten können zu bleiben, um sogleich Zeugen einer Wunderheilung zu werden. Diese Wunderheilung vor Zeugen hätte sich doch in Windeseile herumgesprochen. Es wären bestimmt noch tausende andere Kranke zu Jesus gekommen.

So weit, so logisch. Aber Jesus reagiert anders. Er wirft die ganze Gesellschaft erst einmal hinaus, bevor er ans Werk geht. Und dann ergriff er das tote Mädchen bei der Hand und es stand auf.

Jesus wollte nicht als der größte Wunderheiler in die Annalen der Weltgeschichte eingehen. Jesus wollte sich nicht auf den Heilungsbühnen dieser Welt sehen, wo ihm die Menschen zu Füßen fallen. Nein, dieser Jesus wollte nur eines, nämlich das Vertrauen der Menschen in ihn und dass sie ihm ihr Leben übergeben.

Und daran hat sich in den letzten 2000 Jahren nichts geändert. Wir sehen Jesus auch nicht mehr, aber wir sehen seine Spuren in unserem Leben und auch in dem Leben unserer Mitmenschen. Wir sehen ihn nicht, aber wir spüren und fühlen, dass da jemand am Werk ist.

Und diesem Jesus, der auch heute noch wirkt, diesem Jesus sollen wir unser ganzes Vertrauen schenken. Egal, was uns auch in unserem Leben widerfahren mag. Egel wie tief wir auch manchmal fallen mögen. Wenn wir diesem Jesus vertrauen, dann wird er auch unsere Hand ergreifen und wir werden mit seiner Hilfe wieder aufstehen.

Und auch bei unserem letzten Gang in dieser vergänglichen Welt ist Jesus bei uns und nimmt uns an seine Hand, wenn wir unseren letzten irdischen Atemzug getan haben und führt uns heim in sein Reich, wo er bereits unsere Wohnungen für die Ewigkeit bereitet hat.

Darum lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unserem Herrn für all das danken, was er auch heute immer wieder für uns tut, indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Nun danket alle Gott..." (EG 321) von Martin Rinckardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an
unzählig viel zugut bis hierher hat getan.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Nov 18, 2018 3:33 pm

ePredigt vom xxx



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen vorletzten Sonntag des Kirchenjahres. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir in der Offenbarung des Johannes, Kapitel 2, die Verse 8-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden und sind's nicht, sondern sind die Synagoge des Satans. Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst ! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sie getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt ! Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode.


Liebe Gemeinde,

wir nähern uns, wie der Name des heutigen Sonntag schon sagt wieder einmal dem Ende des Kirchenjahres. Und daher hat unser heutiger Text auch ein Stück weit Ewigkeitscharakter. Sind es doch die Worte unseres Herrn, die Johannes hier direkt von einem gesandten Engel erhalten hat. Die Sendschreiben, liebe Gemeinde, die an die sieben Gemeinden gerichtet waren, halten auch heute noch für uns alle wichtige Hinweise, Ratschläge und tröstende Worte unseres Herrn für uns bereit. Heute sind es drei Hinweise unseres Herrn, die uns unser Leben lang begleiten sollten.

1. Ich kenne Deine Bedrängnis

Unser Herr kennt uns ganz genau. Ihm ist nichts verborgen. Er weiß immer, wie es uns geht und wie es um uns steht.

Er ist der Erste und der Letzte. Er war tot und ist wieder lebendig geworden. Und daher leben wir alle, die wir uns zu ihm bekehrt haben, in einer ständigen lebendigen Gemeinschaft mit ihm.

Das, liebe Gemeinde, unterscheidet uns von allen anderen Religionen. Wir beten keine toten Götzen an oder gar uns selber oder selbsternannte Götter. Nein, wir beten den lebendigen Herrn an, der uns so kennt, dass wir ihm nichts vormachen können und ihm auch nichts vorenthalten können.

Er kennt uns in all unserer Freude, aber er kennt uns auch in unserer Bedrängnissen, die wir in dieser Welt erleiden. Er, der selber mehr Bedrängnisse und Nöte durchgestanden hat, als wir es jemals wohl werden erleiden müssen, ER sagt uns, dass er uns in all unserer Bedrängnis liebt, uns zur Seite steht und immer für uns da sein wird.

Und darum, liebe Gemeinde, konnte auch ein Dietrich Bonhoeffer gelassen seinen letzten Gang in dieser vergänglichen Welt antreten, da er sich von Christus ganz und gar geborgen wusste. Und darum liebe Gemeinde, können wir auch wir uns in allen Bedrängnisse diese Tatsache wieder ins Bewusstsein rufen, dass ER da ist uns liebt und uns niemals im Stich lassen wird.

2. Fürchte Dich nicht

Diese Worte finden wir an vielen Stellen in der Bibel. Meist dann, wenn es um Grenzsituationen im Leben der in der Bibel aufgeführten Personen geht.

Diese "Fürchte Dich nicht" gilt aber auch uns heute im 21. Jahrhundert genau so, wie es damals der Gemeinde in Smyrna galt.

Als Kinder haben wir sicherlich alle schon einmal Angst z.B. vor etwas Unbekanntem gehabt. Wie wohltuend war da die Stimme der Eltern, wenn sie zu uns gesagt haben: Hab keine Angst. "Fürchte dich nicht" das kann man sich nicht selber sagen, das muss einem von außen gesagt werden. Und dies tut unser Herr bis zum heutigen Tage, wenn er diese Worte zu uns spricht.

Diese Wort sagen aber noch etwas mehr. Bei unseren Eltern wussten wir, dass wenn sie diese Worte sagten, sie bei uns waren. Und wenn der Herr Jesus Christus diese Worte zu uns sagt, dann dürfen wir uns getrost darauf verlassen, dass er genau in diesem Moment bei uns ist und uns diese Furcht nehmen möchte.

Fürchte Dich nicht hat aber auch noch einen positiven Effekt. Es heißt auch, "Hab keine Angst, geh mutig an die Sache heran und führe durch, was ER dir vorgibt."

Natürlich haben wir alle in dieser Welt irgendwann einmal Angst. Doch diese Angst soll nicht unser Leben bestimmen. Wenn sie es doch tut, dann kann sie nicht nur unser Leben bestimmen, sondern auch unser Leben zerstören.

Wie wohltuend ist es dann doch, jemanden an seiner Seite zu haben, der uns diese Angst nehmen kann und uns Mut zuspricht.

3. Sei getreu bis in den Tod

Liebe Gemeinde, mein Vater hat noch einen Eid auf den "Größten Führer aller Zeiten" geschworen und ihm gelobt, ihm getreu bis in den Tod hinein zu folgen.

Das meint Jesus indes hier nicht. Jesus meint mit diesen Worten eine Treue die analog dem Doppelgebot der Liebe zu verstehen ist.

Zum einen sollen wir unserem Herrn im Himmel getreu sein, indem wir sein Wort halten und unser Leben an seinen Anweisungen ausrichten. Das hört sich zwar ganz spannend an, aber ich kann nur von mir sagen, dass mir dies einfach nicht gelingt. Irgendwie trete ich immer wieder in die Fettnäpfe der Sünde. Dann ist es wohl aus mit der Treue und mit der Krone des Lebens, oder ?

Nein, natürlich nicht. In dem Moment meiner Bekehrung bin ich wieder Gottes geliebtes Kind geworden. Nichts, auch keine Sünde, kann mich mehr von ihm trennen. Natürlich muss ich diese Sünden auch ehrlichen Herzens bereuen.

Das zweite ist die Treue gegenüber meinen Mitmenschen. Gott und sein Wort halten und es auch gegenüber den Mitmenschen anwenden, genau das meint unser Herr hier. Und auch das ist nicht immer ganz einfach.

Adenauer sagte in seiner Abschiedsrede im deutschen Bundestag: "Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich möchte mich bei Ihnen allen bedanken, bei dem einen etwas mehr und bei dem anderen etwas weniger."

Genau das meint der Herr Jesus eben nicht. Auch diejenigen, die manchmal als ausgesprochene Stinkstiefel daherkommen ist sollen wir mit Liebe und Respekt behandeln. Da ist die Sache mit der Treue schon nicht mehr ganz so einfach. Und trotzdem auch hier gilt: "Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben".

Und da ist es dann ganz wichtig zu wissen, dass der Herr diese Bedrängnisse in uns kennt, uns mit seinem "Fürchte dich nicht" Mut zuspricht und uns an seine Zusage der Krone des Lebens erinnert. Dann wird uns auch der Umgang mit etwas schwierigeren Menschen immer leichter fallen, je öfter wir ihnen begegnen.

Und mal so zum Schluss und nebenbei bemerkt: Ich kenne einen ganz besonders schwierigen Menschen. Ich begegne ihm jeden Tag auf's Neue. Es ist gewiss nicht einfach mit ihm. Und wenn ich in den Spiegel schaue, dann schaut mich dieser Kerl auch noch jeden morgen an. Und wenn mein Umfeld mit diesem Menschen zurechtkommt, dann werde auch ich mit den anderen Mitmenschen zurechtkommen.

So lassen Sie uns nunmehr zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den sechsten Vers des Liedes "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG529) von Paul Gerhardt einstimmen, welcher lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden.

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche ihnen allen noch einen besinnlichen und gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Do Nov 22, 2018 11:58 am

ePredigt vom 21.11.2018 (Offenbarung des Johannes 3, 14-22)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Buß- und Bettag im Jahre 2018. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im dritten Kapitel der Offenbarung des Johannes, die Verse 14-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang er Schöpfung Gottes: Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest ! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts ! und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest. Und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. Welche ich liebhabe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße ! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt !


Liebe Gemeinde,

wenn wir Worte aud der Offenbarung hören, dann sollten wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, wer denn hier zu uns spricht. Es ist der lebendige Herr, der gekreuzigt, begraben und wiederauferstanden ist. Was ER uns zu sagen hat ist für uns alle von großer Bedeutung. Heute legt er die Finger auch ganz schön tief in unsere Wunden hinein. Schauen wir einmal gemeinsam, was er uns heute zu sagen hat:

1. Das laue Christentum

Liebe Gemeinde, nichts ist doch schwieriger, als mit unentschlossenen Menschen umzugehen. Ich mag lieber die gradlinigen, die wissen was sie wollen und die mir dies auch unmissverständlich zu erkennen geben. Da weiß ich wenigstens woran ich bin. Die Menschen, die heute dies und morgen das wollen, die sind es, die mir Probleme im Umgang bereiten.

Und das sagt Jesus auch der Gemeinde in Laodizea direkt ins Gesicht. Heute würde er vielleicht sagen: Passt auf, Leute, ihr könnt nicht auf zwei Hochzeiten tanzen. Ihr könnt nicht in der Welt leben, als gäbe es mich gar nicht und alles tun, was ihr wollt.

Und wenn es euch dann mal gelegentlich passt, zu Weihnachten zum Beispiel, da holt ihr mich wieder hervor, setzt mich in meine Krippe, aus welcher ich dann Anfang Januar wieder verbannt werde. Denn dann geht ja das Leben in der Welt weiter.

Wir müssen uns einmal vergegenwärtigen, dass rund 90 % der Menschen in Deutschland so leben. Und so war es vermutlich auch in Laodizea. Kein Wunder also, dass der auferstandene Herr ein Machtwort spricht, und zwar eines, das sich gewaschen hat.

Er macht dies aber nicht, um uns zu ärgern, sondern um uns aus unserem geistlichen Tiefschlaf aufzuwecken. Er will uns doch nur sagen, dass es bereits fünf vor zwölf ist und damit allerhöchste Zeit für unsere Errettung.

2. Wie geht das ?

Wenn jemand aus dem geistlichen Tiefschlaf erwacht ist, dann wird er sich genau diese Frage stellen. Und auch hierfür hat Jesus die Antwort bereit: Tut Buße !

Buße kennen wir heute in erster Linie von dem Bußgeldkatalog der Straßenverkehrsordnung. Mit einer Geldbuße wird in aller Regel bestraft, wer sich nicht an die Straßenverkehrsordnung gehalten hat. Hat er diese Buße bezahlt, ist alles wieder gut. Ganz so einfach können wir das natürlich mit der christlichen Buße nicht vergleichen.

Unter Buße in christlichem Sinn versteht man die Wiederherstellung eines durch menschliche Vergehen gestörten Verhältnisses zwischen Gott und den Menschen. Das klingt gut, hochtrabend und keiner weiß letztendlich, was er machen soll, zumal ja Jesus schon für unsere Sünden bezahlt hat.

Also einmal ganz konkret am heutigen Buß- und Bettag: Buße heißt Umkehr zu Gott. Als erstes muss ich das, was mich von Gott trennt ehrlichen Herzens bereuen. Dann muss ich mein ganzes Vertrauen auf Gott als den alleinigen Retter setzen.

Und dann kommt aber auch noch der praktische Teil: Ich muss mich von allem abkehren, was mich von Gott trennt. Das bedeutet in der Praxis eine Verhaltensänderung um meist 180 Grad. Kriegen wir das hin ? Wohl kaum, aber wir haben einen, der in unserem Predigttext zu uns gesprochen hat und der hilft uns dabei.

3. Die Tür

Stellen wir uns doch einfach einmal vor, dass der Her Jesus unser ganzes Leben lang an die Türe unseres Herzens anklopft und um Einlass bittet. Wir hören diese Stimme nur nicht, weil wir eben noch in der Welt gefangen sind und unsere geistlichen Augen und Ohren noch verschlossen sind.

Nachdem wir unseren Teil, also Buße und Reue getan haben und unser Vertrauen ganz auf den Herrn gesetzt haben, können wir auf einmal, dadurch, dass unsere geistlichen Ohren geöffnet worden sind, das Anklopfen unseres Herrn hören.

Wenn wir dann die Türe unseres Herzens öffnen, dann wird der Herr Jesus bei uns Einzug halten. Und jetzt kommen wir zu den oben bereits angesprochen Verhaltensänderungen.

Nach und nach wird der Herr Jesus unser Leben aufräumen. Er wirft alles aus unserem Leben heraus, was da nicht mehr hingehört und füllt unser Herz und unsere Seele mit allem, was vor Gott wohlgefällig ist. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Aber im Laufe der Zeit werden unsere Mitmenschen erstaunliche Veränderungen bei uns feststellen, die uns meist gar nicht bewusst sind.

Wenn wir es so wollen, dann legt jeder von uns an seinem ganz persönlichen Buß- und Bettag den Grundstein für seine Wohnung im Himmel, indem er sein JA zu dem sagt, was der Herr Jesus für uns getan hat. Denn das ist die letzte Konsequenz unseres Lebens mit unserem Herrn, dass wir nach unserem irdischen Tode mit ihm zusammen in der Ewigkeit weiterleben.

Dies beschreibt der Liederdichter Martin Moller sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes "Nimm von uns Herr, du treuer Gott..." (EG 146), der da lautet, wie folgt:

Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unser Stadt und Land;
gib uns allzeit dein heilig Wort, behüt vors Teufels List und Mord;
ein selig End wollst uns verleihn, auf dass wir ewig bei dir sein.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Abend und freue mich, wenn sie am nächsten Sonntag, dem Ewigkeitssonntag, wieder dabei sind.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Nov 26, 2018 3:11 pm

ePredigt vom 25.11.2018 (Jesaja 65, 17-19, 23-25)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja, Kapitel 65, die Verse 17-19 und 23-25. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde

Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht des Gesegneten des Herrn, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. Wolf und Schaf sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Sie werden weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.


Liebe Gemeinde,

am heutigen Ewigkeitssonntag werden viele von uns die Friedhöfe aufsuchen und ihrer verstorbenen Angehörigen, Freunde und Bekannten gedenken. In genau diese Trauersituation hinein spricht der Prophet Jesaja. Lassen Sie uns doch einmal den Ist-Zustand und die Vision Jesajas gegeneinanderhalten und etwas genauer betrachten:

1. Heute ist Ewigkeitssonntag

Ich glaube, es ist keiner unter uns, der nicht am heutigen Tage einiger Verstorbener aus seinem direkten Umkreis gedenkt.

Natürlich tut Trauer weh. Natürlich rollen oftmals die Tränen, wenn wir an die Zeit denken, die wir mit unseren Lieben verbringen durften.

Und dies ist auch gut so. An anderer Stelle in der Bibel (Prediger) steht ja schließlich auch geschrieben, dass es eine Zeit des Lachens, aber auch eine Zeit des Weinens gibt. Alles im Leben hat also seine Zeit.

Und gerade bei der Trauer sollten wir uns diese Zeit nehmen und uns nicht durch so unqualifizierte Kommentare, wie "Kopf hoch, wird schon wieder" oder gar "Stell dich nicht so an, schau nach vorne" verunsichern lassen. Jede Trauer will verarbeitet werden. Und das macht jeder auf seine Art und Weise. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem sei ein kleines Büchlein mit dem Titel: "Trauer kennt 1000 Wege" empfohlen.

2. Die Zukunft

Häufig stehen wir ja an den Gräbern unserer Lieben und die ganze Welt scheint über uns zusammenzubrechen. In diese Situation ruft der Prophet Jesaja hinein: Halt, Stopp! Hört, was Gott mir offenbart hat. Hebt nur ein wenig den Kopf und gebt Gott die Chance und schaut, was er über die Zukunft, unsere, und die der ganzen Welt sagt.

Gott wird einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. Das bedeutet zunächst einmal, dass diese Erde, auf der wir leben, nur einen vorläufigen Charakter hat und dass wir alle, die wir hier leben, diese Erde einmal verlassen müssen.

Alle, die dem Herrn angehören, alle diese Menschen werden wir dann wiedersehen. Ein Abschied auf Erden ist also niemals ein Abschied auf Ewigkeit sondern ein Abschied bis zur Ewigkeit. Daher befindet sich in unserer Familie auf jeder Beerdigung auf dem Familienkranz die Schleife mit der Aufschrift "Bis wir uns wiedersehen".

Es wird in dieser neuen Welt kein Weinen und kein Klagen mehr geben. Denken wir doch einmal daran, wie oft wir in dieser Welt geweint und über unser Schicksal geklagt haben. All dies wird vorbei sein.

Während wir auf Erden vielleicht noch verzweifelt auf Gebetserhörungen warten, wird der Herr unsere Gebete dort erhören, bevor wir sie ausgesprochen haben. Er wird auf unsere Fragen antworten, bevor wir diese überhaupt gestellt haben. Ist das nicht wunderbar.

Und letztendlich werden alle Bosheit und aller Schaden nicht mehr vorhanden sein. Stellen wir uns dies doch einmal vor: Es gibt keine boshaften Menschen mehr, die Schaden anrichten können.

3. Wir sind schon Himmelsbürger

Und trotzdem, liebe Gemeinde, stehen wir heuten an den Gräbern und sind traurig über den Verlust unserer Lieben.

Aber, wir dürfen auch ein ganz klein wenig den Kopf heben und uns von DEM die Tränen auf Erden trocknen lassen, der uns zusagt, dass wir im Himmel gar nicht mehr weinen müssen.

"Freut euch und seid fröhlich über das, was ich schaffe" das sagt uns unser Herr im Himmel. Denken wir doch einmal einen ganz kleinen Moment an die Vorfreude der Kinder zu Weihnachten, wenn sie voller Spannung warten, ob denn ihre Wünsche auch erfüllt worden sind.

Solche kleinen Kinder dürfen auch wir wieder werden, nur dass wir schon wissen, dass dies alles in Erfüllung gehen wird.

Wir müssen und sollen uns in unserer Trauer auch nicht dauerhaft hineinsteigern. Wir sollen Gott auch gestatten, uns ein ganz klein wenig der Ewigkeitshoffnung in unsere trauenden Herzen zu legen. Wenn wir dies zulassen, dann werden wir erleben, und das ist kein frommes Geschwafel, wie der Herr diesen kleinen Funken der Hoffnung zu einem brennenden Feuer machen wird.

Und dann können wir diese Botschaft auch an unsere Mitmenschen weitergeben, die vielleicht noch mehr als wir unter ihrer Trauer leiden. Bereiten wir doch auch diese Menschen auf den göttlichen Funken der Ewigkeitshoffnung vor. Den Rest, den macht unser Herr schon ganz alleine.

Diesen Funken der Ewigkeitshoffnung in unseren Herzen den beschreibt der Liederdichter Philipp Friedrich Hiller sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes: " Wir warten dein, o Gottes Sohn..." (EG 152), der da lautet, wie folgt:

Wir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen.
Wir wissen dich auf deinem Thron und nennen uns die Deinen.
Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und sieht dir entgegen;
du kommst uns ja zum Segen.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lassen sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Ewigkeitssonntag und freue mich, wenn wir am nächsten Sonntag gemeinsam den Beginn des neuen Kirchenjahres feiern dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Dec 03, 2018 3:20 pm

ePredigt vom 02.12.2018 (Matthäus 21, 1-11)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag im Advent und gleichzeitig zum Beginn eines neuen Kirchenjahres. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Matthäusevangelium, Kapitel 21, die Verse 1-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesu Einzug in Jerusalem

Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir ! Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen. Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9): "Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen des Lasttiers." Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe ! Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und fragte: Wer ist der? Die Menge aber sprach: Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in Galiläa.


Liebe Gemeinde,

wenn ein neuer Papst gewählt wird, dann geht das mit einer ordentlichen "Inthronisation" einher. Aus aller Welt reisen geladene Gäste ein, um dieser Zeremonie beiwohnen zu dürfen. Und unser aller Herr reitet ganz gemächlich auf einem Esel in Jerusalem ein. Was für Welten liegen doch dazwischen! Es liegen aber nicht nur äußere Welten, sondern auch innere Welten zwischen diesen beiden Zeremonien. Lassen Sie uns darüber heute Morgen ein wenig näher nachdenken.

1. Sanftmütig, Demütig, Dienend

Das sind die Attribute, die Jesus im Alten Testament an verschiedenen Stellen zugeordnet werden. Eine Stelle aus dem Propheten Sacharja haben wir ja soeben gehört.

So stellt man sich doch keine Herrscher vor. Ein Herrscher muss durch durchsetzungsfähig sein. Da hat Sanftmut wenig verloren. Ein Herrscher muss doch schneidig auftreten und da hat Demut doch nichts verloren. Und ein Herrscher will sich schließlich dienen lassen und nicht selber dienen.

Ja, liebe Gemeinde, da ist alles richtig und trifft auch auf die Herrscher dieser Welt zu. Sie wollen allesamt Geld und Macht ihr eigen nennen.

Jesus hingegen als Herrscher möchte nur eines; nämlich die Herzen der Menschen für Gott gewinnen. Und Menschen für Gottes Reich zu gewinnen, wo es eben nicht um Geld und Macht geht, geht eben nur über einen anderen Weg.

Jesus machte seinen Jüngern und seinem Gefolge sehr schnell klar, dass derjenige im Reiche Gottes der größte ist, der allen anderen dient. Selig sind die Sanftmütigen..., so lesen wir es in der Bergpredigt. Und schon der Prophet Micha sagt es dem Volk voraus, dass es Gottes Wille ist, dass wir ihm demütig gegenübertreten.

Und doch macht Jesus seinen Herrschaftsanspruch auch weltlich geltend, indem er auf einem Esel in Jerusalem einreitet. Der Esel war damals das Reittier der Könige. Pferde wurden meist zur Ackerarbeit eingesetzt, oder aber als Schlachtrösser, wenn ein Regent den Krieg befohlen hatte.

Daher huldigte das Volk Jesus auch als den neuen Messias, den Retter, der ihrer Not ein Ende bereiten sollte.

2. Bereit zum Empfang ?

Nun beginnt sie ja wieder, die heimelige Adventszeit. Überall sehen wir Weihnachtsbeleuchtungen. Tausende von Tannenbäumen funkeln in den Städten und auf den Weihnachtsmärkten. Und überall in den Innenstädten und auch in unseren Wohnungen duftet es so verführerisch nach Weihnachten.

Am liebstem möchte man doch zu Hause sitzen, ein Weihnachtsmärchen anschauen und einfach sich dieser heimeligen Zeit hingeben. Das ist ja auch verständlich, schließlich wollen wir unseren Herrn ja nicht mal eben so im Vorbeigehen empfangen, ihm kurz die Hand drücken und dann aber möglichst schnell wieder ans Werk gehen.

Aber, liebe Gemeinde, wollen wir IHN wirklich empfangen, oder wollen wir einfach nur unsere heimelige Ruhe genießen mit ihm als schmückendes Beiwerk, weil es nun mal zu Weihnachten dazugehört?

Wenn wir ihn wirklich empfangen wollen, dann müssen wir unsere leeren Hände öffnen, unsere Augen und Ohren aufsperren und diese nur auf Ihn, der da kommt im Namen des Herrn, ausrichten.

Erst wenn wir erkennen, dass wir immer mit leeren Händen vor Jesus stehen und ihm nichts aber auch gar nichts außer unserem bußfertigen Herzen bringen können, dann sind wir empfangsbereit. Erst wenn wir die inneren Augen auf Jesus gerichtet haben und sie auch dort lassen, dann sind wir empfangsbereit. Und erst dann, wenn wir auf das Hören, was uns dieser König zu sagen hat, und es eben nicht als fromme Legende an uns vorbeiziehen lassen, erst dann sind wir empfangsbereit.

3. Der Sender

Der Sender, liebe Gemeinde, der diese Botschaften aussendet, den können wir als Kind in der Krippe bewundern.

Die Botschaft, die er uns sagen möchte, können wir heute in der Bibel nachlesen. Die Menschen damals waren ja auf das hörende Wort angewiesen, welches sie direkt von Jesus hörten oder welches ihnen als Nachricht überliefert wurde.

Wir haben heute das gewaltige Privileg, dass wir diese Botschaft jeder für sich in dem stillen Kämmerlein nachlesen können.

Nun wäre die Geschichte ja ziemlich unvollendet, wenn sie wirklich mit unserem Bibelstudium enden würde. Wir sollen ganz genau das, was Jesus uns lehrt und auch vorlebt auch 1:1 in die Tat umsetzen und in die Welt hinaustragen.

Allerdings nicht wie die Herrscher dieser Welt mit Macht und Gewalt. Nein, Jesus möchte, dass wir selber zu sanftmütigen, demütigen und dienenden Jüngern in seinem Reich werden. So wie er es uns vorgelebt hat, so sollen wir ihn auch in der Welt repräsentieren.

Liebe Gemeinde, in Zeiten einer zunehmenden Säkularisierung der Welt, wo z.B. Kreuze in Schulen und öffentlichen Gebäuden abgehängt werden, gerade in diesen Zeiten kommt es ganz besonders darauf an, dass wir die Fahne der frohen Botschaft hochhalten und eben nicht der Welt hinterherlaufen.

Und das wirklich spannende daran ist, dass uns dieses kleine Kind in der Krippe immer zur Seite steht und uns helfen wird, wenn wir in seinem Auftrag unterwegs sind.

Nutzen wir doch gerade diese heimelige Zeit, in der die Herzen der Welt vielleicht ein Stück weit weiter geöffnet sind, als im Rest des Jahres, um sanftmütig, demütig und dienend seine Botschaft in die Welt hinauszutragen.

Preisen wir doch zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes dieses kleine Kind in der Krippe mit dem ersten Vers des Liedes "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit..." (EG 1) von dem Liederdichter Georg Weissel, welcher sehr schön lautet, wie folgt:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sein mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen fröhlichen 1. Advent und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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