ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Mrt 20, 2016 4:36 pm

ePredigt vom 20.03.2016 (Philipper 2, 5-11)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 6. Sonntag der Passionszeit, dem Palmsonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Philipperbrief, Kapitel 2, die Verse 5-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Jesus Christus entspricht: Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in den Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Liebe Gemeinde,

"Seid unter euch so gesinnt, wie ihr es auch Christus gegenüber seid", so könnte der erste Satz des heutigen Predigttextes auch übersetzt werden. Da stellt sich natürlich die Frage für einen jeden unter uns: Wie bin ich denn Christus gegenüber gesinnt ? Oder: Wie sollte ich Christus gegenüber gesinnt sein ? Lassen Sie uns den heutigen Palmsonntag einmal dazu benutzen um über unser Verhältnis unserem Herrn gegenüber und unser Verhältnis unseren Mitmenschen gegenüber einmal etwas intensiver nachzudenken.

1. Aufmerksamkeit - Zuhören

Die Beziehung von uns Christen unserem Herrn gegenüber ist zunächst einmal vom Hören geprägt. Wenn ich nach meiner Bekehrung wissen möchte, wie ich mich als Christ verhalten soll, dann muss ich dies, wie wir alle, zunächst einmal lernen.

Indem ich auf das Wort Gottes höre und die Worte der Bibel beachte, lerne ich im Laufe der Zeit jede Menge über meinen Herrn, und darüber, wie ich mich als Christ in der Welt verhalten soll.

Das Hören wichtiger ist als das Reden, das sehen wir auch schon an unserer genetischen Ausstattung. Gott hat uns 2 Ohren, aber nur einen Mund gegeben. Klingt natürlich ein wenig scherzhaft, aber lassen Sie uns irgendwann am heutigen Tage einmal in Ruhe darüber nachdenken.

So, und dieses Verhalten sollen wir auch auf unsere Mitmenschen übertragen. Wir sollen Ihnen ehrliche Aufmerksamkeit entgegenbringen und ihnen auch wirklich mit dem Herzen zuhören. Seien wir doch mal ehrlich, wenn wir uns mit jemandem unterhalten, dann möchte doch jeder gern am meisten sagen. Und wie schnell unterbrechen wir unseren Gesprächspartner, weil wir meinen zu wissen, was er uns sagen will.

Lernen wir doch wieder das aktive Zuhören. Sprechen wir doch erst dann, wenn der andere Gesprächspartner seine Ausführungen beendet hat. Und bringen wir unserem Gegenüber doch genau so viel Achtsamkeit entgegen, wie wir das unserem Herrn gegenüber tun. Und lassen Sie uns dies nicht nur den Großen und Mächtigen gegenüber tun, sondern vor allem den Kleinen und Machtlosen unserer Gesellschaft gegenüber.

2. Treue und Ehrlichkeit

Diese zwei Tugenden sind für uns Christen unabdingbar. Treu und ehrlich sind wir doch alle, oder etwa doch nicht?

Unser Verhältnis Jesus gegenüber ist von Treue geprägt. Aber Achtung, ER ist uns immer wieder treu, auch wenn wir doch so manches Mal auf falschen Pfaden wandeln. Seine Treue und seine feste Zusagen nimmt er deswegen nicht von uns weg.

Jetzt übertragen wir dies einmal auf unsere Mitmenschen. Wie oft haben wir uns schon von unserem Gegenüber abgewandt, weil er uns vielleicht enttäuscht hat. Wie viele Beziehungen sind dadurch schon in die Brüche gegangen, dass wir eben unserem Gegenüber nicht verzeihen konnten.

Der Herr Jesus hat es ja schon dem Petrus gesagt, wie oft man einem Menschen verzeihen muss, 7 mal 70 mal. Also immer und immer wieder. Und jetzt kommt der Knackpunkt: Ich kriege das nicht hin. Gut, wenn mich ein Bekannter betrogen hat und um Verzeihung bittet, dann bekomme ich die Verzeihung vielleicht einmal hin. Aber wenn das Ganze zum Dauerzustand wird, dann ist das Ende der Fahnenstange bei mir jedenfalls irgendwann dann doch erreicht.

Ja, liebe Gemeinde, und dann hilft nur noch eines, nämlich der Gang zum Kreuz, wo ich wieder Kraft tanken kann, um Jesu Anspruch dann doch noch gerecht werden zu können. Aber selbst das haut leider nicht so hin, wie ich dies gern hätte. Dann bleibt nur noch eines, den Herrn um seinen Beistand ganz konkret in dieser Angelegenheit zu bitten. Und dann klappt es dann doch noch.

Übrigens, wir Christen sollen nicht die Deppen der Nation sein, die jedem Menschen immer und immer wieder alles, was er uns antut nachsehen unter dem Motto: Na ja, der ist halt als Kind zu heftig geschaukelt worden, der kann ja gar nicht anders. Nein, liebe Gemeinde, dies ist hier nicht gemeint.

Vergeben und Verzeihen setzt auch bei unserem Gegenüber eine aktive Reue voraus und die ehrliche Bereitschaft, wohlgemerkt nur die ehrliche Bereitschaft, sein Verhalten uns gegenüber ändern zu wollen und mit uns neu anfangen zu wollen.

3. Barmherzigkeit

Wenn wir Jesus gegenübertreten, dann erwarten wir ja allgemeinhin seine Barmherzigkeit. Die kalte Schulter mit der er uns abweist, die kennen wir bei Jesus jedenfalls nicht. Aber wir kennen sie häufig bei uns.

"Wenn der mir noch mal begegnet, na der kann sich auf was gefasst machen..." Wenn wir ehrlich sind, dann haben wir doch alle schon einmal so gedacht. Und genau dies sollen wir eben nicht machen. Wir, die wir Barmherzigkeit empfangen haben, sollen diese Barmherzigkeit an unsere Mitmenschen weitergeben.

Barmherzigkeit unseren Mitmenschen gegenüber ist kein oberflächliches "Schwamm drüber...". Das würde sowieso nicht lange gut gehen. Echte Barmherzigkeit ist getragen von der Erkenntnis, dass von allem, was der andere getan hat auch ein Stück davon in mir vorhanden ist. Und weil mir mein Herr sogar dieses Verhalten vergeben hat, bin ich aufgerufen, dies genau so zu tun.

Barmherzigkeit ist die Erkenntnis: Ich bin ein Stück weit wie Du und wir sind beide von der Barmherzigkeit Gottes abhängig. Jeden Tag in unserem Leben. Und darum sollten wir einander beistehen.

4. Der Knecht und der Herr

Wenn wir in der Gemeinschaft mit unserem Herrn sind, dann sind wir die Knechte und er der Herr. Das ist uns allen natürlich vollkommen klar und da würde auch ernstlich niemand unter uns dran rütteln wollen.

Aber wie machen wir es denn in der Gemeinschaft mit unseren Mitmenschen. Ist diese Gemeinschaft und damit auch ein Stück weit unsere heutige Leistungsgesellschaft nicht ganz besonders von einem Machtdenken bestimmt. Je mehr Menschen ich unter mir habe, desto mächtiger bin ich und desto größer ist mein Einfluss und desto mehr Menschen müssen machen, was ich sage.

Und auch so sollen wir nicht miteinander umgehen. Einer trage des anderen Last, so werden wir das Gesetz Christi erfüllen, so lesen wir es im Galaterbrief.

Also nicht den anderen möglichst kleinhalten, sondern ihm Lasten abnehmen, damit auch er, wie wir, wachsen kann. Nicht immer nur ICH, sondern immer auch DU.

Was heißt dies ganz konkret: Ganz konkret hießt dies Nächstenliebe üben. Überall, wo ich bin soll ich Ausschau halten, wem ich in diesem Moment der Nächste sein kann, ganz praktisch ohne jedwede strategische Vorplanungen.

Übrigens: Der Nächste ist nicht der nächste nette Kollege, sondern auch derjenige, über den ich mich vielleicht schon seit Wochen über alle Maßen ärgere.

Wenn wir das jetzt einmal Revue passieren lassen: Aufmerksamkeit, Zuhören, Treue und Ehrlichkeit, Barmherzigkeit, dienender Knecht, dann sind das alles Eigenschaften, die ich nicht in der Lage bin so durchzuführen, wie Jesus sie von mir erwartet. Das kriege ich nie und nimmer hin. Mag sein, dass es mir das ein oder andere Mal gelingt, aber im Großen und Ganzen stoße ich dabei doch immer wieder an meine Grenzen.

Und wo meine Grenzen sind, da steht Jesus und will mir über diese Grenzen hinweghelfen. Ich muss ihn nur darum bitten. Wenn ich dies immer dann tue, wenn ich mit den genannten christlichen Tugenden mal wieder auf Kriegsfuß stehe, dann wird mir immer wieder auf wunderbare Art und Weise geholfen werden.

Wollen wir es gemeinsam einfach mal 1 Woche lang zusammen ausprobieren ?

Ein singendes Gebet, um Bitte, genau dahin zu gelangen finden wir im 2. Vers des Liedes "Dir, dir, o Höchster, will ich singen..." von Batholomöus Crasselius, der da lautet, wie folgt:

Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir;
dein Geist in meinem Herzrn wohne und meine Sinne und Verstand regier,
dass ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir dar ob im Herzen sing und spiel.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag. Bis zum nächsten Donnerstag, dem Gründonnerstag befehle ich Sie alle der Liebe unseres segnenden und behütenden Herrn an.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Vr Mrt 25, 2016 2:13 pm

ePredigt vom 24.03.2016 (1. Korinther 11, 23-26)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße sie alle recht herzlich am heutigen Gründonnerstag im Jahre 2016. Unseren Predigttext finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 11, die Verse 23-26. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Liebe Gemeinde,

wie immer am Gründonnerstag geht es natürlich um das Abendmahl. In unserem heutigen Predigttext finden wir dann auch die Einsetzungsworte des Abendmahles, die wir sicherlich alle kennen. Und doch sind ein paar Besonderheiten darin zu finden, die wir vielleicht, weil wir den Text nur allzu gut kennen, leicht übersehen. Lassen Sie uns diese Besonderheiten einmal etwas näher betrachten:

1. Für euch gegeben

In diesen drei Worten finden wir zwei grundlegende Ausrichtungen auf welche die Einsetzungsworte verweisen.

Wir haben zunächst die vertikale Ausrichtung. Es wird uns also von Gott selbst etwas gegeben. Wir, die Empfangenden müssen diese Gabe nur entgegennehmen, sonst nichts. Wenn Jesus seinen Leib hingibt, dann geschieht dies einzig und allein unserer Sünden wegen. Er gibt sich selber in den Tod, damit wir nicht sterben müssen, sondern ewiges Leben erlangen können.

In unserer Leistungsgesellschaft kennen wir dies natürlich nicht. Wenn ich etwas haben will, dann muss ich auch etwas dafür geben. Hätte Jesus gesagt: Ich gebe meinen Leib für euch und ihr müsst jetzt aber auch dies und das und jenes tun, damit ihr auch in den Himmel kommen könnt. Und wenn ihr dies, das und jenes nicht tut, dann kommt ihr auch nicht in den Himmel, dann könnten wir das, glaube ich, viel eher annehmen und verstehen, als dieses Geschenk, was er uns geben möchte.

Dieses Geschenk ist ganz ohne Hintergedanken und ohne irgendwelche Verpflichtungen an uns gerichtet. Wir müssen es nur mit dankbaren Händen annehmen. Mehr nicht. Und da verwundert es uns sicherlich alle, dass so wenige Menschen dieses Geschenk anzunehmen bereit sind. Deshalb ist es auch unsere Aufgabe unseren Mitmenschen immer und immer wieder von diesem wunderbaren Geschenk zu berichten.

Jetzt hat dieses Geschenk aber nicht nur eine vertikale, sondern auch eine horizontale Ausrichtung. Da steht eben nicht "Für DICH gegeben", sondern da steht "Für EUCH gegeben". Gottes Gnadengeschenk gilt also allen Menschen. Alle Menschen sind Gott gleich wichtig.

Wenn Gott alle Menschen liebt und alle Menschen gleich wichtig für ihn sind, dann, liebe Gemeinde, steckt in diesen drei Worten auch eine Aufforderung an uns. Wenn Gott alle Menschen liebt, dann dürfen wir ihnen nicht mit Hass begegnen, wie es leider gerade in Deutschland passiert. Gott liebt jeden Flüchtling und wir sollen dies auch tun. Auch und gerade wenn wir uns Sorgen machen, wie es mit unserem Land weitergeht. Gott braucht keine offensichtlich geistig verwirrten AFD-Hassprediger, Gott braucht uns. Jetzt sind wir gefragt und jetzt müssen wir handeln.

Aber auch allen anderen Mitmenschen sollen wir mit Anstand und Respekt begegnen. Der Mann am Wegesrand ist kein Penner, sondern unser Mitmensch. Und es gibt auch keine "Drecksbullen". Das sind Menschen, die für unser Wohl oftmals Kopf und Kragen riskieren.

2. Tod des Herrn

Wir stecken ja alle immer mehr in unserem Tagesgeschehen fest. Bei vielen von uns ist der Tagesablauf fast schon minutiös getaktet und festgelegt. Da muss immer und überall alles sofort und reibungslos funktionieren. Da bleibt einfach keine Zeit für Beten und Nachdenken übrig.

Und gerade hier will uns dieses Wort wachrütteln. Auch wieder vertikal und horizontal. Horizontal will es uns zeigen, dass mit unserem eigenen Tod unser hektisches Leben hier auf Erden endet. Es geht eben nicht immer alles planvoll so weiter, wie wir es wollen. Eine schwere Erkrankung und schon kann unser tolles Lebensgebäude innerhalb von Sekunden in sich zusammenbrechen. Dieses Wort will uns wachrütteln und salopp sagen: Wach auf, es gibt noch etwas Wichtigeres.

Und das ist die vertikale Ausrichtung. Unser Leben auf Erden wird eines Tages enden. Bloß damit ist ja eben noch nicht alles zu Ende. Es geht nämlich dann erst richtig los. Wo wir dann hingehen, liebe Gemeinde, das haben wir hier unten auf Erden selber in der Hand. Der Tod des Herrn hat nämlich weitreichende Konsequenzen für uns.

Wenn wir ihm gehören und uns zu ihm bekennen, dann ist unser irdischer Tod nur noch eine Durchgangsstation in Richtung Himmel. Alle seine Jünger, und damit sind auch wir gemeint, nimmt er persönlich in der Sekunde ihres Ablebens in Empfang und führt sie zu ihrer ewigen Wohnung. Das hat er uns hier auf Erden versprochen. Und wenn ich einem mein vollstes Vertrauen schenken kann, dann doch wohl dem, der für mich den eigenen Tod auf sich genommen hat, den ich eigentlich verdient hätte nur damit ich das ewige Leben habe.

3. Bis er kommt

Wenn wir gleich das Heilige Abendmahl feiern, dann geschieht dies, ich möchte es einmal so ausdrücken, auf drei Zeitschienen. Wir gedenken des Todes unseres Herrn am Kreuz. Das geschah bekanntermaßen vor 2000 Jahren.

Aber jetzt, wenn wir dieses Abendmahl in unserer zeitlichen Gegenwart feiern, dann dürfen wir uns gewiss sein, dass wir dies mit all denen zusammen tun, die uns bereits vorausgegangen sind. Das Abendmahl ist also ,ein wenig überhöht ausgedrückt, der Ort, wo sich Himmel und Erde begegnen. Im hier und jetzt ist also bei der Feier des Heiligen Abendmahles das Fenster zum Himmel schon einen Spalt weit für uns geöffnet.

Als drittes zeitliches Element erinnert uns das Abendmahl stets daran, dass wir in einer Zwischenzeit leben. Unser Herr, der vor 2000 Jahren am Kreuz gestorben ist, kommt ja wieder zurück auf die Erde. Er, der den Tod überwunden hat ist jetzt schon in den Gaben des Abendmahles bei uns und in Form des Heiligen Geistes immer mit uns zusammen. Aber er wird eines Tages höchstpersönlich wiederkommen zu richten die Lebenden und die Toten, wie wir es aus unserem Glaubensbekenntnis her kennen.

Darum sollten wir ihm einfach Danke sagen. Danke Herr, das du für unsere Sünden ans Kreuz gegangen bist. Danke Herr, das Du heute in Gestalt des Heiligen Geistes unter uns weilst. Danke Herr, dass Du eines Tages wiederkommen wirst.

Lassen Sie uns diesen Dreifachdank, den viele unserer noch nicht gläubigen Mitmenschen nicht verstehen, lassen Sie uns doch versuchen auch ihnen das nahe zu bringen, was unser Herr auch für sie ganz persönlich getan hat.

Diesen Dank beschreibt Friedrich von Bodelschwingh sehr schön in dem vierten Vers seines Liedes: "Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha..." (EG 93), der da lautet, wie folgt:

Schweigen müssen nun die Feinde vor dem Sieg von Golgatha.
Die begnadigte Gemeinde sagt zu Christi Wegen: Ja!
Ja, wir danken deinen Schmerzen; ja, wir preisen deine Treu;
ja, wir dienen dir von Herzen, ja, du machst einst alles neu.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Abend am heutigen Gründonnerstag. Bis zum morgigen Karfreitag seien Sie all wohl behütet von unserem Herrn.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Vr Mrt 25, 2016 2:14 pm

ePredigt vom 25.03.2016 (2. Korither 5, 19-21)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Karfreitagsgottesdienst. In anderen europäischen Ländern wird dieser Freitag auch traditionell als guter Freitag bezeichnet. Guter Freitag aus dem Grunde, da an diesem Karfreitag unsere Erlösung vollbracht wurde. Durch den stellvertretenden Tod unseres Herrn ist für all unsere Sünden bereits bezahlt worden. Wir haben also wieder freien Zugang zu unserem Herrn, welcher uns bis dahin verwehrt war. Den Predigttext für den Karfreitag finden wir im 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 5, die Verse 19-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott ! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

Liebe Gemeinde,

in unseren Kirchengemeinden wird der Karfreitag ja immer recht "tragend" begangen. Lassen Sie uns heute doch einmal der Tradition unserer Nachbarn folgen und diesen Freitag einmal als guten Freitag begehen. Grund dazu haben wir ja, wie wir eingangs bereits gehört haben.

"So sind wir nun Botschafter an Christi statt..." so lesen wir es in unserem Predigttext. Ja, liebe Gemeinde, wir haben es richtig verstanden; wir sind alle miteinander Botschafter. Grund genug also, dass wir uns mit diesem Begriff ein wenig näher auseinandersetzen.

1. Wie werde ich Botschafter?

Nun, Botschafter von Namibia in Deutschland wird man in aller Regel nicht wenn man Franzose ist. Und Botschafter von Frankreich in Deutschland wird man auch nicht, wenn man nigerianischer Herkunft und Bürger dieses Landes ist.

Um Botschafter zu werden muss man also Bürger des Entsendestaates sein. Wenn wir also Botschafter des Himmelsreiches werden wollen, dann müssen wir zunächst einmal unser Bürgerrecht im Himmel haben.

Das Migrationsproblem ist ja gerade in Deutschland ganz aktuell. Um Bürger von Deutschland zu werden sind schon einige Hürden zu meistern. Zeitliche aber auch bestimmte andere Voraussetzungen sind zu erfüllen, will man denn die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Mit dem Bürgerrecht im Himmel sieht es ganz anders aus. Vor Karfreitag war es uns überhaupt nicht möglich, das himmlische Bürgerrecht zu erhalten. Unsere Sünden trennten uns von dem Landesvater im Himmel. Es war also gar nicht daran zu denken die himmlische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

Diese Sünden, die uns von Gott trennten, für diese Sünden hat Jesus mit seinem stellvertretenden Tod aber bezahlt. Das hat die Wirkung, dass wir vor Gott wieder als Geschöpfe erscheinen können, für deren Sünden ein anderer bereits die Strafe übernommen hat. Und da auch im Himmel das Verbot der Doppelbestrafung gilt, gelten wir vor Gott als straffrei. Aber auch wir müssen eine Voraussetzung erfüllen.

Wir müssen unsere Sünden von Herzen bereuen und den Weg zurück zu Gott antreten. Wer dies ablehnt, liebe Gemeinde, dem sind auch seine Sünden nicht vergeben. Aber alle, die sich auf Jesus Christus beziehen, die haben die Möglichkeit mit sofortiger Wirkung das himmlische Bürgerrecht zu erhalten.

Himmlisches Bürgerrecht bedeutet ja nicht, dass wir dereinst in den Himmel kommen, nein, das himmlische Bürgerrecht hat auch schon für uns auf Erden ganz gewaltige Konsequenzen, die Paulus in unserem heutigen Predigttext beschreibt. Wir werden als Himmelsbürger auch gleichzeitig zu Botschafter Gottes auf Erden berufen. Übrigens ein jeder von uns, nicht nur der Klerus.

2. Meine Aufgaben als Botschafter

Allein Botschafter zu sein und diesen Titel tragen zu dürfen das klingt schon mal ganz toll. Aber wir müssen diesen Titel auch mit Leben füllen. Paulus beschreibt auch schon ansatzweise unsere Aufgaben als Gottes Botschafter hier auf Erden.

Wir sollen allen Menschen, die es noch nicht wissen mitteilen, dass auch für sie die Möglichkeit besteht, das Bürgerrecht im Himmel zu erhalten. Kein Mensch muss in der Sünde verharren, kein Mensch muss auf ewig verloren gehen. Gott möchte nicht, dass auch nur ein einziger Mensch in der Hölle landet. Also sendet er uns als Botschafter um möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, ihren Höllenritt zu beenden und doch besser den Himmelsflug anzutreten.

Jeder Botschafter muss in gewissen Abständen seinem Heimatstaat und damit dem Bericht erstatten, der ihn gesandt hat. Das müssen und dürfen wir natürlich auch. Unser Bericht wird gemeinhin als Gebet bezeichnet. Und da Gott weiß, wie schwer manchmal unsere Aufgaben auf Erden sind, nimmt er sich nicht nur ab und wann Zeit für unsere Berichte und Nöte und Sorgen, sondern er hat 24 Stunden am Tag Zeit für uns.

Alles, was uns gut gelungen ist dürfen wir ihm mitteilen und Dank sagen, dass er uns so wunderbar geführt hat auf diesen Wegen. Menschen, die unsere Botschaft vielleicht noch nicht hören wollten, dürfen wir ihm ganz besonders ans Herz legen. In unserem himmlischen Botschaftsbericht nennen wir dies auch Fürbitte. Alles, was uns so ganz und gar nicht gelungen ist, wo wir auch nicht besonders klug und umsichtig gehandelt haben auch das dürfen wir ihm beichten.

Er reißt uns nicht den Kopf ab, er möchte uns nur unterstützen, damit wir es das nächste Mal besser machen. Nur derjenige kann nicht aus Fehlern lernen, der diese nicht zugibt. Das gilt auch für uns als Himmelsbotschafter.

Wir sollen aber als Botschafter nicht nur die frohe Botschaft Gottes verbreiten, sondern wir sollen dieser auch ganz persönlich Taten folgen lassen. Ein Botschafter, der nur fromm daherredet wird auf Dauer nämlich nicht ernst genommen. Ein Botschafter, der seinen Reden hingegen auch Taten folgen lässt, genießt alsbald den Respekt des Landes in welches er entsandt worden ist.

Wenn wir jetzt anfangen aufzuzählen, was wir alles tun sollten und was wir gefälligst besser lassen sollten, dann säßen wir bis weit über den Ostermontag zusammen. Als Botschafter hat uns Gott natürlich auch eine Dienstanweisung an die Hand gegeben, in welcher wir stets nachschlagen sollen, wie wir uns in diversen Situationen verhalten sollen. Es schadet übrigens gar nicht, dieses Regelwerk regelmäßig von vorn bis hinten zu lesen.

Wenn es aber trotzdem mal schnell gehen soll, dann sollten wir die 10 Gebiete, die Bergpredigt und den Jakobusbrief zu Rate ziehen. Dort finden wir eine Schnellanleitung für viele Probleme, die uns als Botschafter ereilen können und die uns zum sofortigen Handeln zwingen.

Die Osterfeiertage liegen ja nun vor uns. Die meisten von uns haben ein bisschen mehr Zeit als gewöhnlich. Dann schlage ich vor, das wir uns wieder einmal den 10 Geboten, der Bergpredigt und dem Jakobusbrief widmen und diese Verhaltensregeln aufmerksam lesen.

3. Diplomatische Immunität

Alle Botschafter genießen diplomatische Immunität. Das bedeutet, dass ein Botschafter eines fremden Landes in Deutschland zb. als strafrechtlich unangreifbar gilt. Als Botschafter Gottes hier auf Erden stehen wir alle auch unter seinem persönlichen Schutz.

Natürlich werden wir angegriffen, ausgelacht und verhöhnt werden. Das ist ganz natürlich so. Aber lassen Sie uns dies alles vor unseren Herrn tragen, er wird uns trösten und uns wieder aufbauen, wenn wir einmal niedergeschlagen sind.

Und es wäre nicht das erste Mal, liebe Gemeinde, dass der lebendige Gott ganz konkret bei Gefahr für Leib und Leben seiner Botschafter höchstpersönlich eingreift. Darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen.

Wenn eine Botschafterlaufbahn endet, dann wird der Botschafter in sein Heimatland zurückberufen und darf dort seinen Ruhestand genießen.

Und dies wird auch uns so ergehen. Wenn unsere Botschafterlaufbahn hier auf Erden endet, und sie endet immer mit unserem Tode hier auf Erden, dann werden wir nicht in irgendein Nirwana geschickt oder in die unendlichen Weiten des Weltraumes. Wenn unser Botschafterlaufbahn endet, dann werden wir heimgerufen in den Himmel. Dort dürfen wir die Ewigkeit in Gottes Gemeinschaft verbringen.

Lassen wir uns als ein auf unsere große Berufung und Ernennung als Gottes Botschafter hier auf Erden. Übrigens auch wenn noch nicht Ostersonntag ist: Es kann nichts schiefgehen; der für uns den Weg zu Gott wieder freigemacht hat, ist ja auch vom Tode wieder auferstanden uns ist ganz persönlich bei einem jeden von uns alle Tage bis an der Welt Ende.

Wo unsere Reise nach unserer Heimberufung hingeht, das beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes: "Ich bin ein Gast auf Erden..." (EG529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen geruhsamen Karfreitag. Bis zum nächsten Sonntag, dem Ostersonntag wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen und seinen tiefen Frieden.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mrt 28, 2016 10:51 am

ePredigt vom 27.03.2016 (Korinther 15, 1-11)

Liebe Gemeinde,

Der Herr ist auferstanden, er ist tatsächlich auferstanden ! Mit dieser Osterbotschaft begrüße ich Sie alle ganz herzlich am heutigen Ostersonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 15, die Verse 1-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Das Zeugnis von der Auferstehung Christi

Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr's festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt. Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Jesus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Es sei nun ich oder jene; so predigen wir und so habt ihr geglaubt.


Liebe Gemeinde,

ein Zeugnis der Auferstehung, welches bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat haben wir soeben gehört. Und doch fragen wir uns immer wieder, ob denn das auch wirklich so gewesen ist. Und daraus resultieren natürlich auch Zweifel. Lassen Sie uns heute Morgen einmal genauer auf die Wahrheitsspurensuche gehen, die wir in unserem heutigen Text finden.

1. Nach der Schrift

Jesus ist für unsere Sünden gestorben, Jesus wurde begraben und Jesus ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift. Was bedeutet das denn, "Nach der Schrift" ? Dies bedeutet nichts anderes, als dass sich all das erfüllt hat, was bereits im Alten Testament (also der Schrift) über Jesus geschrieben worden ist. Den Propheten vergangener Jahre ist bereits das ganze Leben Jesu, sein Tod und die Auferstehung von Gott geoffenbart worden.

Sie schrieben es nieder, aber wie es nun mal im Leben so ist, kaum einer wollte den Propheten glauben schenken. Es war auch auch zu phantastisch, was diese über Gott und das Weltgeschehen zu berichten wussten. Also hielten es die Menschen damals, wie unsere heutigen Zeitgenossen, die frei nach dem Motto leben: Also schloss er messerscharf, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Schauen wir uns nur einmal ein paar ganz konkrete Prophetien im Alten Testament und deren Erfüllung im Neuen Testament an:

Geburtsort Bethlehem: Micha 5,1 : Matthäus 2,1
Kindertötungen: Jeremia 31,15 : Matthäus 2, 16
Flucht nach Ägypten: Hosea 11, 1 : Matthäus 2, 14
Einzug in Jerusalem auf einem Esel: Sacharja 9, 9 : Johannes 12, 13-14
Kreuzigung zusammen mit Sündern: Jesaja 53, 12 : Matthäus 27, 38
Begraben im Grab eines Reichen: Jesaja 53, 9 : Matthäus 27, 57-60
Auferweckung vom Tod: Psalm 16, 10 : Matthäus 28, 9

Liebe Gemeinde, dies sind nur einige wenige ganz konkrete Prophezeiungen und ganz konkrete Erfüllungen, die wir alle jederzeit nachlesen können. Alles nur Zufall ?

Nehmen wir mal ein ganz simples Beispiel: Jemand sagt uns ein Geschehen für das Jahr 2016 voraus und zwar ganz konkret, also nicht den Untergang des Weltfriedens, sondern dass am 28.08.2016 in der Stadt X genau das Geschehen Y passieren wird. Natürlich werden wir diesen jemanden wohl alle belächeln. So, und nun geschieht genau am 28.08.2016 in der Stadt X das Geschehen Y.

Zufall, alles nur Zufall würden wir sagen. Jetzt sagt dieser jemand ein weiteres konkretes Geschehen voraus, welche auch wieder genau so eintritt, wie er es vorhergesehen hat. Einige von uns würden sicherlich ins Grübeln kommen. Und wenn dieser jemand dann mehrere hundert Male etwas voraussagt und alles trifft genau so ein, dann würde kaum noch einer von uns an den hellseherischen Fähigkeiten dieses Menschen zweifeln.

Warum wenden die Menschen dies nicht auch auf die Bibel an. Viele Prophezeiungen des Alten Testamentes sind mittlerweile erfüllt worden, wie wir bereits gesehen haben. Und dies sind weit mehr als 7. Warum schenken wir den anderen Prophezeiungen dann eigentlich so wenig Glauben?

Dass das Auferstehungsgeschehen der Wahrheit entspricht haben wir ja anhand der o.g. Beispiele gesehen.

Rein logisch müssten sich die anderen Prophezeiungen doch alle bewahrheiten, wenn die übrigen bereits erfüllt worden sind. Vertrauen wir doch einfach wieder voll und ganz darauf. Lassen Sie uns doch dem vertrauen, der den Tod überwunden hat und der uns allen versprochen hat: Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

2. Mehr als 500 Augenzeugen

Na, immer noch ein wenig am zweifeln? Für alle, dies es ganz genau wissen möchten, berichtet Paulus, dass das Auferstehungsgeschehen ja nicht in der vollkommenen Abgeschiedenheit stattgefunden hat. Dann könnten etwaige Zweifel ja auch berechtigt sein.

Nein, Jesus zeigte sich zunächst seinen Jüngern und dann ist er von mehr als 500 Menschen auf einmal gesehen worden. Gut, wenn ein Mensch etwas gesehen haben will, dann könnte er sich vielleicht irren. Wenn zwei Menschen gemeinsam das gleiche gesehen haben, und auch identisch darüber berichten, dann spricht dies für die Tatsache, dessen, was sie gesehen haben. Wenn hingegen 500 Menschen auf einmal alle zusammen ein Geschehen beobachtet haben, dann lässt dies keinen Zweifel mehr zu.

Im Rückschau der Geschichte kann man ja viel schreiben. Diejenigen, die es betrifft sind ja nicht mehr unter uns. Aus heutiger Sicht ist dies natürlich vollkommen richtig. Aber als Paulus den Brief an die Korinther verfasste, lebten die meisten dieser 500 Menschen noch. Wenn das, was Paulus berichtet, nicht der Wahrheit entspräche, dann wären zumindest einige dieser noch lebenden Zeitgenossen aufgestanden und hätten Paulus einhellig der Lüge bezichtigt. Aber genau das taten sie nicht.

Seit alters her wird der Augenzeugenbeweis ganz besonders bei Gericht gewürdigt. Wenn heutzutage in einem Gerichtsprozess mehr als 300 Zeugen auftreten, und alle unabhängig voneinander das gleiche Geschehen identisch beschreiben, dann würde kein Richter der Welt an diesen Aussagen zweifeln. Und mal so ganz unter uns: Zwei bis drei Zeugen könnten sich unter der Hand noch abstimmen, aber glauben Sie allen Ernstes, dieses wäre mit über 300 Zeugen möglich?

3. Immer noch Zweifel ?

Liebe Gemeinde, der Herr ist auferstanden, er ist tatsächlich auferstanden!!! Dieses ist eine unumstößliche Wahrheit, wie wir sie soeben noch einmal beweisen konnten. Warum zweifeln so viele Menschen noch daran?

Ich glaube gar nicht einmal, dass es sich um Zweifel handelt. Es handelt sich dabei zumeist um einen willentlichen Unglauben. Wenn ich wirklich dem glaube, was die Bibel über diesen auferstandenen Jesus von Nazareth berichtet, wenn das wirklich wahr ist, ja, dann muss ich mein Leben komplett ändern. Ich glaube es ist diese Tatsache, die viele Menschen daran hindert, dem Auferstehungsgeschehen nicht zu glauben.

Aber ist dies wirklich so schlimm, wenn ich mein Leben ändern muss? Ändere ich nicht mein Leben zum besseren hin? Und schon wieder ein Trugschluss. Nicht ICH ändere mein Leben sondern ER ändert mein Leben, wenn ich ihn denn lasse.

Deshalb zum Abschluss nur etwas in aller Kürze: Jesus steht bei jedem Menschen vor der Türe und bittet um Einlass. Wenn wir die Türe aus welchen Gründen auch immer nicht öffnen, dann bleibt er draußen. Kein Mensch wird zwangsmissioniert. Öffnen wir Jesus die Türe und bitten ihn in unser Leben hinein, dann wird er Einzug halten und unser komplettes Leben neu ordnen und fortan zu unserem Besten in uns regieren.

Kein Mensch muss vor diesem König der Herzen Angst haben. Jesus regiert nicht wie ein Despot, Jesus regiert uns mit lauter Liebe. Mit so einer allmächtigen und allumfassenden Liebe, dass alle, die ihm angehören gar nicht mehr anders können, als diese Liebe einfach weiter zu reichen.

Wenn ER bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende, dann sollen wir dies auch all denen sagen, die ihre Herzen ihm gegenüber noch nicht geöffnet haben. Lassen Sie uns doch alle zu einem lebendigen Zeugnis und Nachfolger dessen werden, der dem Tod die Macht genommen hat und nunmehr regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Die Auswirkungen der Auferstehung unseres Herrn in unser persönliches Leben hinein beschreibt der Liederdichter Christian Fürchtegott Gellert sehr schön in seinem Lied: "Jesus lebt, mit ihm auch ich..." (EG 115), dessen 5. Vers lautet, wie folgt:

Jesus lebt ! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Ostersonntag. Bis zum morgigen Ostermontag behüte Sie der auferstandene Herr und sei mit Ihnen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


Auch wir vom ePredigt-Team wünschen Ihnen ein gesegnetes Osterfest und möchten uns für die treue Leserschaft seit nun mehr als 17 Jahren bedanken.

Waltraud und Jens Steinführer


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mrt 28, 2016 10:52 am

ePredigt vom 28.03.2016 (1. Korinther 15, 12 - 20)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Ostermontag. Den Predigttext für den heutigen Ostermontag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 12, die Verse 12-20. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Gegen die Leugnung der Auferstehung der Toten

Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung von den Toten ? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendsten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.


Liebe Gemeinde,

Nun aber ist Chrsitus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Was wäre aber, fragt sich der Apostel Paulus, wenn dies nicht geschehen wäre ? Was wäre, wenn wir einer frommen Legende aufgesessen sind ? Was dann wäre, das haben wir soeben gehört. Lassen Sie uns noch ein wenig dabei verweilen.

1. Vergebliche Predigt

Wäre Christus nicht auferstanden, dann wäre diese Predigt mehr als überflüssig. Wäre Jesus im Tode geblieben, dann würden wir heute gar nicht mehr beieinander sitzen. Kein Mensch würde sich noch an diesen Mann aus Nazareth erinnern. Und niemand hätte all das Geschehene rund um seinen Tod für würdig befunden, dass es aufgeschrieben wird.

Denken wir doch einmal an unsere eigenen Vorfahren. Viele von uns können sich noch an den eigenen Großvater erinnern. Wie aber ist es mit dem Urgroßvater ? Das dürften nur noch einige wenige sein, die sich an den Urgroßvater erinnern können. Wenn wir jetzt den UrUrUr Großvater hernehmen, dann kann sich wohl keiner mehr an diesen Menschen erinnern und wir kennen auch meist keinen mehr, der sich an diese Person noch erinnern könnte.

Aus den Augen aus dem Sinn greift also auch in diesem Falle. Also hätten wir diesen Nazarener doch auch schon längst alle ad acta gelegt.

Aber mit dem Tode von Jesus hat Gott eben keinen Schlusspunkt in die Geschichte gesetzt, sondern ein Ausrufezeichen. Alles, was wie das Ende eines Religionsstifters aussah, wurde nach drei Tagen komplett über Haufen geworden, als dieser vemeintliche Religionsstifter von den Toten auferstand und unter den Menschen einher wandelte bis zum Himmelfahrtstage.

Und daher ist auch unsere Predigt nicht vergeblich. Immer dann, wenn wir anderen Menschen von dem lebendigen Jesus erzählen, und das ist nichts anderes als eine Predigt, bringen wir diese Menschen ein Stück weit näher in die Gemeinschaft mit diesem Jesus, der eben nicht im Tode geblieben ist, sondern von den Toten auferstanden ist.

2. Der vergebliche Glaube

Der Unglaube sagt: Du kommst auf die Welt, bist weitestgehend auf dich allein gestellt, lebst eine Weile in dieser Welt in deinen engen Grenzen und stirbst dann. Ende aus, das war's. Ein durch und durch langweiliges und ödes Leben, oder finden Sie etwa nicht ?

Das stimmt auch, wäre Jesus nicht wieder auferstanden. Unserem Glauben wäre die gesamte Basis entzogen worden. Aber wie schaut denn das Leben mit dem auferstandenen Jesus aus ?

Wir kommen auf die Welt zusammen mit den Ungläubigen. Bis wir den Weg zum Glauben finden laufen unsere Wege häufig parallel zueinander. Aber dann, wenn jemand den Weg zu Jesus gefunden hat, dann scheiden sich diese beiden Lebenswege.

Der Gläubige hat nicht nur den Weg zu Jesus gefunden, er übergibt ihm auch logischerweise die Herrschaft über sein Leben und lässt sich fortan von Jesus auf seiner gesamten Lebensbahn führen und leiten. Und auf einmal sind sie nicht mehr da, die absoluten Grenzen in unserem Leben, die der Ungläubige zu kennen glaubt.

Da sind die Grenzen der Gesundheit, die jemandem arg zu schaffen machen können, der seinen Weg ohne Jesus geht. Der Jesusjünger, liebe Gemeinde leidet aber genauso unter einer Krankheit, wie der Ungläubige. Nur hat der Jesusjünger seinen Herrn an der Seite, der ihn tröstet, der ihn kennt und ihn bei seinem Namen nennt. Wenn er nicht mehr weiter weiß oder kann, ist einer da, der mit ihm die Grenzen der Krankheit überwinden kann. Sei es, dass er gesundet, oder aber die Kraft erhält, sein Leiden mit Jesus zusammen durchzustehen.

Da sind die Grenzen der Arbeitswelt. Jahrelang waren beide, der Jesusjünger und der Ungläubige erfolgreich in ihrem Job tätig. Und dann kam sie auf einmal ganz unvermittelt und ohne Vorwarnung: Die Entlassung mit der keiner gerechnet hatte.

Wie gut, dass der Jesusjünger nun jemanden an seiner Seite hat, der ihn auch jetzt oder gerade jetzt trägt und leitet und ihm den rechten Blick für die rechte Entscheidung zeigt. Das bedeutet natürlich nicht, dass alle Nachfolger unseres Herrn sofort wieder einen neuen Job finden, nein, das ganz bestimmt nicht. Aber es bedeutet, dass alle, die IHM nachfolgen nicht am Leben und dessen Unwägbarkeiten und Grenzen scheitern und verzweifeln, weil sie ganz genau wissen, dass da einer gegenwärtig ist, der immer auf sie aufpasst und nur ihr Bestes will. Und da sie dies wissen, lassen sie IHN auch in Ruhe seine Arbeit für sie tun.

3. Die alten Sünden

Jesus ist gestorben, ok. Aber was habe ich damit zu tun ? Diese Frage höre ich sehr häufig und Sie werden sie sicherlich auch schon oftmals gehört haben.

Menschen, die diese Frage stellen, sind recht pragmatische Naturen und lassen sich nicht mit feinsinnigen theologischen Floskeln abspeisen. Also, was sagen wir diesen Menschen ?

Probieren wir es einmal gemeinsam: Nimm einmal an, es gibt einen Gott. Ganz ohne Frage ist der "liebe Gott" ganz ohne Sünde. Er lügt nicht und betrügt nicht und hintergeht auch keinen Menschen. Dieser "liebe Gott" möchte gern mit uns Menschen zusammen sein. Allerdings prallen dort zwei Welten aufeinander. Unsere sündige Natur und Gottes absolute Sündenfreiheit.

Gott möchte gern mit uns zusammen sein, aber das geht nicht, weil wir die Sünde mit uns herumschleppen. Ach so, du sündigst ja nicht und hast dies auch noch nie getan. Du hast also noch niemals in deinem ganzen Leben gelogen, natürlich hast du auch noch nie eine Notlüge gebraucht. Du hattest niemals in deinem ganzen Leben einen schlechten Gedanken, auch nicht als Dein Kollege und nicht Du befördert worden ist. Du warst also immer ehrlich, auch damals, als sich die Kassiererin im Supermarkt verrechnet hat und du auf einmal 5 Euro mehr Wechselgeld zurückbekommen hast, als dir zustanden. Ach so, auf einmal erinnerst du dich also doch daran.

Vor Gott sind genau diese Sünden so gegenwärtig, als hättest du sie gerade eben begangen. Also kann er nicht mit dir zusammen sein, es sei denn, dass einer für Deine Sünden bezahlt. Und dieser eine war der Herr Jesus. Er hat mit seinem Blut für alle unsere Sünden bezahlt. Dann ist ja alles klar, dann trennt mich ja nichts mehr von Gott. Von wegen, so einfach ist das auch nicht. Du musst schon deine Sünden bereuen und den Herrn Jesus inständig bitten, dass du dich auch auf seinen Rechnungsausgleich beziehen darfst. Wenn du das machst, dann bist du vor Gott vollkommen sündlos und er wird ab sofort eine innige Gemeinschaft mit Dir haben.

Das alles wäre nicht möglich, wenn der Herr Jesus nicht auferstanden wäre. Du hättest ja gar keine Möglichkeit, dich direkt an ihn zu wenden und ihm dein Leben zu übergeben. Im Ruhrgebiet, wo ich herkomme sage ich das dann meist noch etwas drastischer: "Mit deinen toten Oppa kannse nich mehr reden, aber dem lebendigen Jesus kannse deinen ganzen Murks und alles wasse im Leben verbockt hass vor die Füße knallen."

Und weil dies so ist, liebe Gemeinde, sind auch die Gebetsstunden eines Tages die schönsten Stunden für mich. Ich laufe nicht 12 Stunden am Tag mit gefalteten Händen und einem heiligen Gesichtsausdruck durch die Gegend, aber ich rede mit Jesus den ganzen Tag hindurch, wie ich dies mit jedem guten Freund tue, der gerade bei mir ist. Übrigens: Jesus ist nicht nur bei mir, sondern bei einem jeden von uns. Er wartet nur darauf, dass wir ihn anreden.

All das, was wir heute gemeinsam bedacht haben, das drückt der Liederdichter Nikolaus Hermann kurz und knapp in dem ersten Vers seines Liedes: "Wir danken dir, Herr Jesu Christ..." (EG 107) aus, der da lautet, wie folgt:

Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du vom Tod erstanden bist
und hast dem Tod zerstört sein Macht
und uns zum Leben wiederbracht.
Halleluja.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Ostersonntag und einen guten Start in den Alltag nach Ostern.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Apr 03, 2016 7:37 pm

ePredigt vom 03.04.2016 (Petrus 1; 3-9)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Ostern. Wie die neugeborenen Kindlein, so lautet die Übersetzung des heutigen Sonntages. Und über die neue lebendige Hoffnung, die wir seit Ostern haben, berichtet uns Petrus in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 1 Petrusbrief, Kapitel 1, die Verse 3-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lebendige Hoffnung

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwirklichten Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, dass durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.


Liebe Gemeinde,

wir haben eine lebendige Hoffnung. Schön und gut, erst einmal aber ist dies doch nur eine leere Worthülse. Was steckt denn eigentlich dahinter und was zeichnet denn diese lebendige Hoffnung aus ? Lassen Sie uns darüber heute morgen einmal gemeinsam nachdenken.

1. Der lebendige Hoffnungsträger

Hoffen und Harren hält machen zum Narren, so lautet ein uraltes Sprichwort. Das ist auch immer dann richtig, weil mancher Hoffnung einfach der Grund fehlt. Wer ohne jedwede Grundlage auf etwas hofft, der wird von dieser Hoffnung oftmals enttäuscht werden.

Wir hingegen haben eine lebendige Hoffnung. Wir dürfen gewiss sein, dass unser irdisches Leben nicht mit dem irdischen Tode vorbei sein wird, sondern weitergeht. Wir hoffen ja auch nicht blindlings und grundlos. Nein, liebe Gemeinde, Jesus Christus hat mit seiner Auferstehung den Tod ein für alle Male besiegt.

Das sind keine Hirngespinste, wie wir es an Ostern bereits gehört haben, das sind knallharte Fakten. Wenn dieser auferstandene Jesus bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende, dann ist unsere Hoffnung auf den lebendigen Heiland begründet, der den Tod ein für alle Male überwunden hat und uns alle ebenfalls an dieser Überwindung teilhaben lassen möchte.

2. Die Kindschaft

Wenn wir uns an den lebendigen Herrn und Heiland wenden, und ihm unser Leben übergeben, dann sind wir von den Geschöpfen Gottes mit einem Male wieder zu Gottes geliebten Kindern geworden.

Lassen Sie uns den Unterschied vom Geschöpf zum Kind einmal ein wenig näher betrachten.

Als Kind Gottes leben wir in der direkten Abhängigkeit zu unserem Vater. Wie unsere irdischen Väter auch, so übernimmt unser Himmlischer Vater damit auch die Verantwortung für uns. Wie wir versuchen unseren Kindern eine gute und liebevolle Erziehung angedeihen zu lassen, so wird uns auch unser himmlischer Vater liebevoll erziehen.

Wann immer wir seinen Beistand benötigen ist er für uns da, so wie wir auch für unsere Kinder immer ansprechbar sind, wenn sie Hilfe benötigen. Aber auch wenn uns etwas total misslingt ist unser himmlischer Vater für uns als seine Kinder da. Er will uns trösten und uns wieder aufbauen, damit wir danach getrost wieder den Weg der Nachfolge antreten können.

All dies, liebe Gemeinde, genießen wir als Kinder. Als Geschöpfe genießen wir dies nicht.

Ein Geschöpf oder ein Fremder wird auch niemals ein Erbe als Verwandter antreten können. Dies steht ihm ja auch gar nicht zu. Erben kann nur, wen der Erblasser dazu bestimmt hat oder wer mit dem Erblasser verwandt ist.

Als Kinder Gottes sind wir sogar Erben der ersten Ordnung. All das, was unserem Vater gehört, das gehört auch uns. Wir müssen ihn nur darum bitten. Streng genommen müssten wir noch nicht einmal darum bitten, das Erbe steht uns ja zu. Aber was dabei herauskommt, wenn wir auf eigene Faust unser Erbe antreten, das lehrt uns ja schon die Geschichte vom verlorenen Sohn.

3. Ziel der lebendigen Hoffnung

Das Ziel der lebendigen Hoffnung ist der Seelen Seligkeit. Seele wird im Urtext auch übersetzt mit Psyche. Damit können wir schon etwas mehr anfangen. Die lebendige Hoffnung führt genau dazu, dass unsere Errettung sich insbesondere auf unsere Psyche auswirkt. Unabhängig von unserem Körper haben wir eine lebendige Hoffnung des ewigen Lebens in uns.

Trotz mancher körperlicher Gebrechen behalten wir diese Hoffnung stets quicklebendig in uns. Wir können uns dies auch als einen Schlüssel vorstellen, den wir verliehen bekommen haben. Diesen Schlüssel tragen wir unser ganzes Leben lang mit uns einher.

Bei unserem irdischen Tode eröffnet er uns den Eintritt in den Himmel. Schon hier auf Erden dürfen wir uns jederzeit an diesem Schlüssel erfreuen. Immer wenn wir diesen Schlüssel zur Hand nehmen, erzeugen wir ein Stück Ewigkeit in unseren Herzen. Diese Freude ist vollkommen unabhängig von allen äußeren Gegebenheiten. Jeder, der diesen Schlüssel in Händen hält, kennt seinen unermesslichen Wert. Deshalb sind auch viele Menschen auf Erden glücklich und zufrieden, auch wenn sie aus Weltmenschensicht betrachtet, eigentlich "nichts zu lachen haben".

Jetzt haben wir noch das Wort Seligkeit, welches wir ja auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch kaum noch verwenden. Im Urtext finden wir daher auch das Wort Rettung.

Retten kann ich jemanden nur, der in Gefahr schwebt. Bis zu unserer Bekehrung schwebten wir alle in der Gefahr, in der Hölle zu landen und damit auf Ewigkeit abgeschieden zu sein von der väterlichen Liebe Gottes. Jesus hat durch seine Erösungstat den Grundstein für unsere Rettung gelegt.

Wenn wir diese Errettung annehmen, dann bedeutet dies dies für einen jeden, der zu seiner Rettung "Ja" sagt, eine endgültige Befreiung von Sünde, Tod, Teufel und Vergänglichkeit. All das, was uns also als Nichtchristen erwartet hätte ist mit einem Male weggewischt und seine Stelle ist der Seelen Seligkeit getreten.

Lassen Sie uns doch diese frohe Botschaft unseren Mitmenschen weitersagen. Ich weiß, viele wollen sie gar nicht hören, diese rettende Botschaft die wir vermitteln wollen. Ich sage das immer ganz pragmatisch mit folgendem Beispiel: Gesetzt der Fall Sie machen eine Kreuzfahrt und Ihr Schiff gerät in Seenot. Alle Passagiere müssen um zu überleben mittels der Rettungsboote ausgeschifft werden. Sagen Sie dann auch: Davon will ich nichts hören, das betrifft mich doch nicht, ich steige da nicht ein ?

Eines Tages, liebe Gemeinde, wird dieses Schiff genannt Welt untergehen. Zeigen wir doch bis dahin möglichst vielen Menschen den Weg zu den seit über 2000 Jahren bereitstehenden Rettungsbooten auf.

Mut und Vertrauen dazu kann uns sicherlich auch der erste Vers des Liedes von Christian Keimann "Meinen Jesus lass ich nicht" (EG 402) geben, der da lautet, wie folgt:

Meinen Jesus lass ich nicht, weil er sich für mich gegeben,
so erfordert meine Pflicht, unverrückt für ihn zu leben.
Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesus lass ich nicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Herzliche Segensgrüße sendet Ihnen
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Apr 10, 2016 8:14 pm

ePredigt vom 10.04.2016 (Petrus 2; 21b - 25)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Miserikordias Domini. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 2, die Verse 21b - 25. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Liebe Gemeinde,

im heutigen Predigttext geht es also um die Nachfolge und darum, welche Hindernisse und Stolpersteine uns auf diesem Wege erwarten können. Lassen Sie uns über diese wichtigen Punkte heute Morgen ein wenig näher und intensiver nachdenken.

1. Die Nachfolge

Als Kinder sind wir mit unseren Eltern oft im Winter gemeinsam spazieren gegangen. Wanderungen durch den tiefverschneiten Wald haben riesig viel Spaß gemacht. Doch merkten wir als Kinder sehr bald, wie schwierig und kräftezehrend so ein Marsch durch den Tiefschnee sein konnte. Also was machten wir? Wir folgten den Fußstapfen, die unser Eltern vor uns hergehend hinterlassen haben. Und dann wurde der Spaziergang um etliches einfacher und weit weniger kräftezehrend als vorher.

Genau so sollten wir es auch bei der Nachfolge als Christen machen. Jesus ist uns in allem schon vorausgegangen. Das einzige, was wir tun müssen, ist seinen Fußspuren, die er hinterlassen hat, zu folgen. Jesus hat uns also unseren Weg auf Erden schon bereitet.

Allerdings müssen wir gleich sagen, dass ein Leben in der Nachfolge kein einfacher Spaziergang mit unserem Herrn ist. Aber er hat auch schon für die schwersten Zeiten in unserem Leben seine Fußstapfen so hinterlassen, dass auch diese Wege, obwohl sie schwer sind, für uns dennoch gangbar sind.

Wenn wir dies machen, liebe Gemeinde, dann können wir auch von Jesus lernen. Dieser "Jesusweg", den er uns vorangegangen ist so angelegt, dass wir ihn nicht nur begehen können, sondern dass wir auf diesem Wege auch viel von unserem Herrn lernen können.

Aber was machen wir häufig? Wir meinen, uns unseren eigenen Weg suchen zu müssen. Und so laufen wir wie bei unserem Winterspaziergang ganz alleine durch den Tiefschnee unseres Lebens. Der Weg wird immer mühseliger und immer schwieriger bis wir uns irgendwann einmal total verrannt und verausgabt haben. Diesen Stolperstein können wir vermeiden, indem wir von Anfang an mit unserem Herrn unterwegs sind.

Aber, und das wird passieren, immer wieder lockt uns natürlich der eigene Weg, da wir ja bekanntlich ganz genau wissen, was denn am besten für uns ist. Und dann passiert es eben, dass wir uns hin und wieder einmal wieder total verrannt haben. Gerade in solchen Momenten ist unser Herr nur einen Gebetsanruf von uns entfernt und wartet nur darauf, uns zur Hilfe eilen zu dürfen.

2. Das Schmähen ertragen

Eigentlich auch wieder so ein Wort mit dem wir, wenn wir ehrlich sind, ganz, ganz wenig anfangen können. Ich kenne keinen Konfirmanden, der mir dieses Wort erklären kann. Also schauen wir einmal wieder im Urtext und nach alternativen Übersetzungsmöglichkeiten nach.

Wenn wir im Urtext das Wort "Loidoreo" lesen, so kann dies auch mit "Beschimpfen" und "Vorwürfe machen" übersetzt werden. Und schon sind wir dem Verständnis ein wenig näher gerückt.

Natürlich werden uns auf unserem Lebensweg in der Nachfolge Menschen begegnen, die uns beschimpfen. Für jemanden, der mit dem Christentum so rein gar nichts "am Hut" hat, ist unser Leben ja auch nicht zu verstehen. Wir sprechen mit jemandem, den wir nicht sehen. Wir gehen sonntags in Räumlichkeiten wo wir Geschichten über jemanden hören, der es möglich machen kann, dass wir in den Himmel kommen. Und dann behaupten wir auch noch, dass dieser unsichtbare, wenn wir Brot und Wein zu uns nehmen, mitten unter uns ist.

Wenn uns jemand so gegenübertritt, dann kann es schon einmal sein, dass wir die Faust in der Tasche ballen. Am liebsten möchten man doch dann gleich so richtig "losevangelisieren" freilich nach dem Motto: "Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein."

Und genau das sollten wir als Christen natürlich nicht tun. Wir sollen eben nicht gleiches mit gleichem vergelten. Nur so ist übrigens eine Deeskalation der Gewalt überhaupt möglich. Liebe Gemeinde, wir können sicherlich alle ein Streitgespräch für uns gewinnen, wenn wir mit noch Ungläubigen über das Christentum diskutieren. Es ist nur die Frage, ob dieses im Sinne unseres Herrn ist, wenn wir einen Streit gewinnen, aber einen potentiellen Nachfolger verlieren.

Probieren Sie es einfach einmal selber aus. Wenn Sie das nächste Mal in eine Situation kommen, wo Sie am liebsten sofort so richtig lospoltern möchten, dann bleiben Sie ganz einfach still. Provoziert der andere weiter, bleiben Sie weiter still. Ich garantiere Ihnen, dass der andere spätestens beim dritten Versuch seine Provokation einstellen wird.

3. Das Erleiden

Kein Mensch von uns leidet gern. Vielleicht haben das im Mittelalter einige Mönche getan, indem sie sich selber geißelten, um so dem Himmel ein Stück weit näher zu kommen. Aber diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei.

Aber auch heute leiden wir auf dem Weg der Nachfolge. Da geben wir uns so viel Mühe mit unseren Mitmenschen, sind immer für sie da und dann kommt noch nicht einmal ein kleines Dankeschön.

Da gehen wir konsequent unseren Glaubensweg und müssen feststellen, dass es denjenigen Menschen, die gar nicht an Gott glauben, in nahezu jeder Hinsicht wesentlich besser geht als uns. Sie haben Reichtum, Wohlstand und Erfolg, währenddessen wir uns so gerade mal durch unser Leben hindurch schlagen können.

Und dann gibt es noch die Spezies, die ganz offen unseren Weg mit Jesus verhöhnt. All das prallt nicht so einfach an uns ab. All das nagt tief in uns, wenn wir keinen Ausweg wissen.

Und diesen Ausweg hat uns unser Herr an die Hand gegeben. Immer dann, wenn wir um seinetwillen leiden, dann sollen wir das eben nicht immer und immer wieder in uns hineinfressen, sondern wir sollen all dies ihm als dem gerechten Richter übertragen.

Gottes Mühlen mahlen langsam aber vortrefflich fein, so lautet ein altes Sprichwort. Vertrauen wir doch einfach darauf. Fressen wir doch nicht mehr all das Leid, was man uns anfügt, so einfach in uns hinein. Übertragen wir doch alles Leid, alle Demütigungen und sonstige Unbillen, die man uns zufügt einfach im Gespräch unserem Herrn. Wenn einer weiß, was zu tun ist, dann jedenfalls nur ER.

Mal so ganz nebenbei bemerkt, wenn wir dies tun, ersparen wir uns auch jede Menge negativer Gedanken. Wie viele Familien sind zerstritten, weil in der Vergangenheit irgendjemand einem anderen irgendetwas getan hat. In der Erinnerung wird dieses "etwas" immer größer und mächtiger werden, als es tatsächlich gewesen ist. Wenn wir den Vorfall gleich unserem Herrn übertragen, dann sind wir ihn sofort los und müssen uns auch nicht weiter darüber ärgern und können somit unseren Weg fröhlich weitergehen. Gelebtes Christentum kann also auch ganz einfach praktisch und pragmatisch für den Alltag sein.

Gehen wir ihn also an, den Weg in die Nachfolge. Gehen wir doch den Weg in die Nachfolge, wie ihn der 1. Vers des Liedes "Lass mich, o Herr, in allen Dingen...." (EG 414) des Liederdichters Georg Joachim Zollikofer beschreibt:

Lass mich, o Herr, in allen Dingen
auf deinen Willen sehn und dich mir weihn;
gib selbst das Wollen und Vollbringen
und lass mein Herz dir ganz geheiligt sein.
Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin;
dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Apr 18, 2016 12:17 pm

ePredigt vom 17.04.2016 (Johannes 5; 1-4)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Jubilate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Johannesbrief, Kapitel 5, die Verse 1-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Kraft des Glaubens

Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist von Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist es aber, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist ?


Liebe Gemeinde,

die Überschrift über unserem heutigen Predigttext lautet "Die Kraft des Glaubens". Bevor wir uns dieser Kraft des Glaubens widmen, lassen Sie uns doch einmal gemeinsam ergründen, was der Glaube eigentlich ist und woran man ihn definitiv erkennen kann.

1. Der Glaube

Gleich zu Beginn lesen wir, dass derjenige von Gott geboren ist, der glaubt, dass Jesus der Christus ist. Christus kann auch mit dem Wort Messias übersetzt werden, was bedeutet: Der Bevollmächtigte Gottes.

Aber wie komme ich dazu, dies zu glauben ? Glauben in diesem Zusammenhang heißt nicht, eine ungewisse Ahnung zu haben, sondern felsenfest davon überzeugt zu sein, ja es eigentlich ganz genau zu wissen, dass Jesus mein Erlöser ist.

Daher müssen wir uns kurz damit beschäftigen, wie denn ein Mensch zum Glauben kommt. Ich mag Schemata nicht besonders, aber manches lässt sich anhand fester Schemata einfach besser erklären. Also lassen Sie uns beginnen.

Der Weg zum Glauben geschieht häufig in drei Schritten. Der erste Schritt ist, dass Gott mich erweckt. Wir glauben ja häufig, dass es unsere eigene intellektuelle oder spitritistische Glanzleistung war, die uns zum Glauben geführt hat. Mitnichten, liebe Gemeinde. Irgendwann hat Gott uns erweckt. Erweckt heißt, er hat unsere Sinne auf sich fokussiert. Wir waren auf einmal an Gott und allem, was mit ihm zusammenhängt irgendwie interessiert.

Und wenn mich eine Sache interessiert, beschäftige ich mich gern intensiver mit dieser Angelegenheit. Und so war es sicherlich bei den meisten von uns. Wir haben uns alle auf die ein oder andere Art und Weise intensiver mit Gott beschäftigt.

Und dann kommt der zweite Schritt, unsere Bekehrung. Bekehrung ist ja ein ziemlich hochtrabendes Wort. Dabei bedeutet es nichts anderes als mein "Ja" zu dem, was bei Gott wahr ist. Wenn ich dieses "Ja" aus vollstem Herzen sage, dann kommt der dritte Schritt des Glaubens, nämlich das von Gott geboren werden, auch Wiedergeburt genannt.

Wie kann ich mir dies vorstellen? Gott zieht mit seinem Geist in meinen Geist ein. Er verdrängt alles, was nicht zu ihm passt und verstärkt alles, was den rechten Glauben ausmacht. Daher ändert sich bei einem gläubigen Menschen auch sein Verhalten.

2. Kennzeichen des Glaubens

Wie wir soeben gesehen haben, ändern sich unsere Verhaltensweisen weil Gott sie ändert. Machen wir uns nichts vor, liebe Gemeinde, kein Mensch kann sich selber ändern. Ich muss immer ein wenig schmunzeln, wenn ich von Erziehungsberechtigen die Worte höre: "Der oder die muss sich ändern". Das klappt vielleicht kurzfristig, aber eine langfristige und dauerhafte Verhaltensänderung kann nur Gott in uns bewirken.

Johannes beschreibt uns auch ganz konkret wie diese Verhaltensänderungen ausschauen, die wir an den Tag legen als "echte" Christen. Einen Christen erkennt man unter anderem daran, dass er Gott liebt.

Denken wir dabei ruhig einmal an die Verhaltensweisen eines jungen Liebespaares. Beide möchten am liebsten immer unzertrennlich bleiben und auf jeden Fall soviel Zeit wie nur irgend möglich zusammen verbringen. Die Stunden der Unterhaltung fliegen nur so dahin. Man hat sich halt so viel zu erzählen. Und die Stunden der Trennung sind kaum auszuhalten.

Genau so lieben wir Christen unseren Herrn. Wir reden mit ihm über alles, was uns auf dem Herzen liegt. Wir danken ihm für alles, was er uns gibt. Wir gehen mit allem, was uns bedrückt zuerst zu ihm und fragen ihn um seinen Rat. Aber auch in alltägliche Entscheidungsfindungen beziehen wir Gott mit ein. Jemand, der dies tut, und dies tun wir sicherlich alle, der wird von Gott verändert werden.

Und diese Veränderungen werden nach außen hin sichtbar sein. Wer Gott und nicht sich selber als Nabel der Welt betrachtet, der wird ruhiger, gelassener und nicht mehr von Selbstsucht bestimmt sein, als jemand für den Gott noch keine Rolle spielt. Nur so nebenbei bemerkt: Vor kurzem las ich einen tollen Satz: "Gott spielt in meinem Leben keine Rolle, er ist der Regisseur." Fand ich klasse.

Ein Kennzeichen der Liebe zu Gott ist auch die Liebe zu unseren Mitmenschen. Wer Gott von ganzem Herzen liebt, der kann für seine Mitmenschen keinen Hass empfinden. Ich habe natürlich nicht die Weisheit gepachtet, aber ich habe festgestellt, dass man sehr gut die Liebe zu Gott daran erkennen kann, wie ein Mitmensch mit den Schwächsten der Gesellschaft umzugehen pflegt.

Den Reichen und Mächtigen ehrfurchtsvoll zu begegnen das ist in der Tat nichts Besonderes. Aber einem Obdachlosen den gleichen Respekt entgegenzubringen, das zeugt schon eher von der Liebe, die man zu Gott hat.

Wer dumpfbackenmäßig "Deutschland den Deutschen" brüllt und sonntags artig in die Kirche geht, der sollte sich mal darüber Gedanken machen, ob das echter Glaube oder nur religiöse Spielereien für ihn sind. Entschuldigung, aber das musste einfach mal raus.

3. Die Kraft des Glaubens

Ein weiteres sicheres Glaubenskennzeichen ist dies, dass wir die Gebote halten. Gut, wir sind alle keine Massenmörder und wir verdienen unseren Lebensunterhalt auch nicht durch gewerbsmäßigen Diebstahl.

Aber es gibt ja auch noch andere Gebote. Wenn wir ehrlich zu uns sind, dann haben wir doch alle schon einmal gelogen und wenn es auch nur die kleine Notlüge gewesen ist. Also haben wir sie doch nicht gehalten, die Gebote dies uns Gott gegeben hat.

Und dann lesen wir noch, dass uns das Einhalten der Gebote einem Christen nicht schwer fällt. Wie passt denn dies zusammen? Sind wir am Ende doch keine Christen? Ich selber kann nicht garantieren, dass ich die Gebote Gottes immer einhalten werde. Diese Kraft habe ich nicht. Ich kann nur vor Gott kapitulieren und ihm eingestehen, dass ich diesbezüglich ein Versager bin. Aber ich erhalte von Gott die Kraft dazu mich so zu verhalten, wie ich es sollte.

Immer? Nein nicht immer, aber immer öfter. Christsein ist ein lebenslanger Lernprozess. Am Anfang werden wir immer wieder in unsere alten Verhaltensweisen zurückfallen. Aber wenn die Kraft des Glaubens in uns wirkt werden wir ganz unbewusst und vollkommen natürlich unsere Handelsmarine umstellen. Von Mal zu mal fällt es uns z.B. leichter, der Versuchung einer Notlüge nachzugeben. Immer häufiger beteiligen wir uns dann auch nicht mehr an dem ganzen Klatsch und Tratsch um uns herum.

Wir werden auf Erden niemals die perfekten Christen werden, aber unser Leben wird Dank der Kraft des Glaubens in die richtige Richtung laufen. Bleiben wir also auf diesem Weg und danken wir dem Herrn, dass er uns durch seine Kraft auf diesem Weg hält. Halten wir also den ständigen Kontakt zu unserem Herrn und lassen wir uns allein von ihm in unserem Leben leiten.

Diesen Weg beschreibt der Liederdichter Ludwig Helmbold sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes "Von Gott will ich nicht lassen..." (EG 365), der da lautet, wie folgt:

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir
führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand,
den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen,
wo ich auch sei im Land.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Herzliche Grüße sendet Ihnen allen
Ihr

Ulrich Naber



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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Apr 25, 2016 12:32 pm

ePredigt vom 24.04.2016 (Kolosser 3, 12-17)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Kantate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 3. Kapitel des Kolosserbriefes, die Verse 12-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr ! Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Liebe Gemeinde,

wenn wir eine Überschrift über das heutige Predigtthema wählen müssten, dann fiele mir spontan ein: "Das Verhalten des Christen in der Welt." Genau darüber weiß der heutige Predigttext einiges zu berichten. Schauen wir uns also heute Morgen einmal gemeinsam an, wie wir uns in der Welt und vor allem unseren Mitmenschen gegenüber als Christen verhalten sollen. Es sind drei Punkte, die wir gemeinsam betrachten können:

1. So zieht nun an

Wenn ich etwas anziehe, dann verbinde ich mich mit dem Kleidungsstück, es gehört quasi zu mir. Je nach Anlass trage ich zwar immer wieder andere Kleidung, aber alle Kleidungsstücke passen mir und passen vor allem auch zu mir.

Das ist auch mit dem "So zieht nun an..." in unserem Predigttext gemeint. Alle Eigenschaften mit denen wir als Christen der Welt begegnen sollen so richtig zu uns passen. Wir sollen also nicht zwangsweise ein Verhalten an den Tag legen, welches denn so gar nicht zu uns passt.

Sie kennen es bestimmt alle, da lacht jemand, dem eigentlich gar nicht danach zumute ist. Das schlimme daran ist, dass dies allen anderen auffällt, auch wenn er sich noch so sehr bemüht authentisch zu sein. So sollen wir eben als Christen nicht sein.

Den perfekten Christen gibt es nicht, aber es gibt den authentischen Christen, dem man die Ehrlichkeit seines Verhaltens abnimmt. Wir können gar nicht alle Eigenschaften, die wir gleich besprechen werden, nach außen tragen. Die ein oder andere passt vielleicht gar nicht zu uns. Aber wir können uns bemühen, uns nach diesen Eigenschaften auszustrecken und im Rahmen unserer Möglichkeiten diese Eigenschaften mit Leben füllen

2. Christliche Eigenschaften ganz konkret

Schauen wir uns einmal die christlichen Verhaltensweisen an, die uns der Apostel Paulus ganz besonders anempfiehlt:

Herzliches Erbarmen: Wenn wir Erbarmen zeigen, dann soll dies auch von Herzen kommen. Erbarmen, welches nur aufgesetzt ist, wirkt meist kalt und abstoßend. Vor allem ist es nicht ehrlich gemeint.

Freundlichkeit: Auch hier ist nicht der oberflächliche Gebrauch von freundlichen Floskeln gemeint, sondern dass wir etwas ganz selbstlos tun, was dem anderen nutzt bzw. hilfreich für ihn ist. Paulus zeigt uns hier den Weg weg vom ICH und den Weg hin zum DU. Gehen wir doch einmal bei allen möglichen auch tagtäglich wiederkehrenden Begegnungen mit anderen Menschen einmal nicht davon aus, welchen Nutzen diese mir bringen, sondern wie ich ihnen ganz ohne Hintergedanken von Nutzen sein kann.

Demut: Demut bedeutet nicht, sich anderen Menschen ständig und immer wieder bedingungslos unterzuordnen oder immer den untersten Weg zu gehen. Die Demut, die Paulus hier meint, ist unsere Demut vor Gott. Wenn ich erkenne, wie sündhaft mein Verhalten immer wieder ist und dass gerade ich der täglichen Vergebung durch meinen Herrn bedarf, dann kann ich aus dieser Haltung heraus dies auch meinen Mitmenschen zugestehen.

Ich erkenne, dass der andere genau so sündhaft ist wie ich und dass auch er der täglichen Vergebung bedarf. Wenn also jemand sich an mir versündigt, dann darf ich ruhig einmal davon ausgehen, dass ein Stück weit dieses schlechten Verhaltens auch in mir latent vorhanden ist. Somit verhindert diese Form der Demut, dass wir anderen Menschen hochmütig gegenübertreten.

Sanftmut: Im Urtext finden wir hier die Worte Milde und Wohlwollen. Auch das, liebe Gemeinde hat rein gar nichts mit Schwäche zu tun. Milde und Wohlwollen sollen unsere Grundhaltungen gegenüber unseren Mitmenschen sein. Jesus war ebenfalls von Milde und Wohlwollen geprägt, konnte aber ganz konsequent ein "Nein" über die Lippen bringen. So soll es auch bei uns sein. Wohlwollen in seiner wortwörtlichen Bedeutung heißt ja schließlich nichts anderes, als dass wir das Wohl des anderen wollen. Und wenn sich dieser auf dem falschen Wege befindet, bedarf es auch einmal einer konsequenten Härte, um diesen Menschen wieder auf den rechten Weg zu bringen.

Denken wir nur einmal an unsere Kinder. Wir wollen doch alle nur das Beste für sie. Lassen wir ihnen daher alles durchgehen? Natürlich nicht. Alles, was ihnen schaden könnte, verbieten wir ihnen oder versuchen zumindest, sie davon abzuhalten etwas Falsches zu tun. Und trotzdem oder gerade deswegen sind wir wohlwollende Eltern.

Geduld: In der heutigen Zeit ist Geduld ja nicht mehr besonders gefragt. Alles muss sofort und immer schneller und immer noch schneller gehen. Geduld ist eine Tugend, die dem anderen die Freiheit der Fehler zugesteht und ihm Zeit des Lernens gewährt. So sollen wir dies auch als Christen tun. Jemand, der gerade eben den Weg zu Jesus gefunden hat, der kann ja noch gar nicht so weit sein, wie wir es vielleicht schon sind. Natürlich wird er immer wieder Fehler begehen. Und gerade diese sollen wir geduldig ertragen ohne gleich aus der Haut zu fahren.

Wir können keine Meister aller dieser Verhaltensweisen sein. Das erwartet niemand von uns. Ich zum Beispiel bin nicht gerade ein Musterbeispiel an Geduld. Aber weil ich dieses weiß und mich meine Geschwister auch immer wieder daran erinnern, gerade deshalb kann ich daran arbeiten, geduldiger zu werden. Und wenn Sie eine Eigenschaft haben, in der Sie besonders stark sind, dann können Sie anderen helfen, davon zu profitieren um auch ein Stück weit mehr von dieser Eigenschaft anzunehmen.

3. Über alles zieht an die Liebe

Ich denke, wir können uns alle noch an unsere Schulzeit und an das von vielen ungeliebte Fach Mathematik erinnern. Wenn ich an die Klammerrechnung denke, dann war etwas ganz besonders wichtig, nämlich das, was vor der Klammer stand. Das, was vor der Klammer stand war, bestimmte im Wesentlichen das Rechenergebnis.

Übertragen wir dies mal auf unseren Predigttext. Alle Verhaltensweisen, die wir soeben besprochen haben sind zweifelsohne ganz, ganz wichtig. Und wir sollen auch nicht einfach das herausstreichen, was uns nicht in den Kram passt.

Aber bei allen Eigenschaften ist eines ganz wichtig; nämlich die Liebe. Wenn wir auch nur eine der o.g. Verhaltensweisen ohne die Liebe ausführen, dann handeln wir nicht so, wie es unser Herr von uns erwartet. So, wie Jesus uns geliebt hat, so sollen wir auch unsere Mitmenschen lieben. Das geht natürlich gar nicht, da gebe ich Ihnen recht. Aber als großes Vorbild, an dem wir unser Verhalten ausrichten, ist Jesus eine guter Wegweiser, dem wir getrost folgen dürfen.

Mehr über die Liebe schreibt Paulus übrigen im 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes. Schauen Sie einfach mal heute Nachmittag nach.

Diese Liebe, die wir immer wieder von unserem Herrn erbeten können, dass er sie in unser Herz legen möge, diese Liebe beschreibt der Liederdichter Nikolaus Ludwig von Zinzendorf sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes: "Herz und Herz vereint zusammen..." (EG 252), der da lautet, wie folgt:

Liebe, hast du es geboten, dass man Liebe üben soll,
o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll.
Zünde an die Liebesflamme, dass ein jeder sehen kann:
wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mei 02, 2016 1:07 pm

ePredigt vom 01.05.2016 (1. Timotheus 2, 1-6a)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Rogate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Timotheusbrief, Kapitel 2, die Verse 1-6a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Was nun das Kommen unseres Herrn Jesus Christus angeht und unsre Vereinigung mit ihm, so bitten wir euch, liebe Brüder, dass ihr euch in eurem Sinn nicht so schnell wankend machen noch erschrecken lasst - weder durch eine Weissagung noch durch ein Wort oder einen Brief, die von uns sein sollen -, als sei der Tag des Herrn schon da. Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. Erinnert ihr euch nicht daran, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war ? Und ihr wisst, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit.

Liebe Gemeinde,

heute geht es also um den Teufel. Ein Thema, welches in zunehmendem Maße von den beiden großen Kirchen tunlichst vermieden wird, obwohl der Teufel an sehr vielen Stellen der Bibel immer wieder erwähnt wird. Das Nichterwähnen wird häufig mit dem sich ändernden Zeitgeist begründet. Aber ich möchte dem einmal entgegenstellen, dass es wohl nicht sein darf, dass wir die Bibel dem Zeitgeist anpassen, sondern dass sich der Zeitgeist gefälligst der Bibel anzupassen hat. Und das lassen Sie uns heute Morgen auch tun. Gehen wir einmal den satanischen Machenschaften auf den Grund und suchen gleichzeitig nach Auswegen, wie wir den Versuchungen Satans gegenübertreten können.

1. Das Wort Gottes

Das Wort Gottes ist für ans alle eine verbindliche Richtschnur für unser Leben. Das Schlimme ist nur, dass auch der Teufel das Wort Gottes für seine Zwecke missbraucht. Und er macht das weitaus geschickter als die Zeugen Jehovas.

Den ersten Angriff Satans lesen wir schon ganz zu Beginn des Alten Testamentes im 3. Kapitel des 1. Buches Mose. Nachdem Gott den Menschen ganz konkrete Handlungsanweisungen an die Hand gegeben hatte, die eigentlich klipp und klar waren, kam die Schlange und eröffnete ihr Plädoyer mit den Worten: "Sollte Gott gesagt haben?..."

Satan kommt also auf leisen Pfoten einher und sagt nicht: Hallo Eva, ich bin der Teufel und werde dich jetzt einmal verführen. Nein, liebe Gemeinde, der Verführer stellt es viel geschickter an. Er sagt zu Eva: Du Eva, ich möchte mit der einmal über den Glauben reden. Das klingt zunächst einmal vollkommen harmlos. Keiner unter uns würde Verdacht schöpfen wenn er von jemandem auf den Glauben hin angesprochen würde.

Und dann geht es ganz geschickt weiter. Der Teufel zieht das Wort selber ja auch gar nicht in Zweifel. Aber er weist darauf hin, dass die Deutung, die wir dem Worte beimessen auch ganz anders gesehen werden kann.

Nehmen wir doch einmal ein ganz praktisches Beispiel anhand eines der zehn Gebote, welches da lautet: "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden". Ich komme zur spät zur Arbeit, weil ich ganz einfach verschlafen habe. Das möchte ich aber so nicht sagen, also bediene ich mich z.B. eines technischen Defektes an meinem Fahrzeug, wo man sicherlich eher Verständnis für hat. Bevor ich diese Ausrede verwende, war ich aber schon vom Teufel heimgesucht worden. Dieser hat nämlich nicht gesagt, dass ich ruhig die Wahrheit sagen soll, sondern, dass es ganz bestimmt mächtig Ärger gibt, wenn ich die Wahrheit sage. Und er hatte auch sogleich eine "Lösung" zur Hand.

Anhand dieses kleinen Beispiels können wir erkennen, wie allgegenwärtig der Teufel auch heute noch ist und wie einfach es manchmal für ihn ist, uns auf's Glatteis zu führen. Erinnern wir uns auch immer wieder daran, dass der Teufel ja auch vor dem Herrn Jesus nicht Halt machte und ihn in der Wüste mehrmals versuchte.

Darum seien wir ständig auf der Hut, wenn man uns etwas anderes lehren will, als was in der Bibel steht. Dazu, und das ist natürlich die Grundvoraussetzung, sollten wir die Bibel auch regelmäßig lesen. Wenn man vor der Bibel sitzt und sieht die Menge des Lesestoffes, den es gilt zu bewältigen, mag man schon versucht sein, das Lesen der Bibel lieber bleiben zu lassen. Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn wir jeden Tag 3 Kapitel der Bibel lesen und sonntags, weil wir da ja mehr Zeit haben, 6 Kapitel lesen, dann haben wir innerhalb eines Jahres die komplette Bibel durchgearbeitet.

2. Das Schleichen

Der Teufel ist ja nicht das gehörnte Wesen, welches wir von mittelalterlichen Bildern her kennen. Er will uns auch nicht sofort total umkrempeln. Seine Arbeit nimmt er taktisch klug wahr. Er benutzt dabei nämlich so etwas wie die Salamitaktik.

Er lockt uns mittels dieser Technik immer ein Stück weiter von Gott weg. Ohne das wir dies merken, gehen so nach und nach in die Falle des Teufels bis er uns vollends in seinen Fängen hat. Da ist anfangs vielleicht das so harmlose "Pendeln", um etwas von der Zukunft zu erfahren. Da ist doch nichts dabei, das machen doch viele so. Und es erscheint ja auch spannend, etwas von der bevorstehenden Zukunft zu erfahren. Also macht man es mal. Und tatsächlich, das Vorhergesagte tritt ein.

Also bleibt man wacker dran mit dem Pendeln. Und dann gibt es noch das Kartenlesen oder aber die Hexenbeschwörung. Man möchte ja immer mehr von der Zukunft wissen, also lässt man sich auf immer mehr satanische Werkzeuge ein. Das geht solange bis man auf einmal merkt, dass man total in der Esoterikfalle gefangen ist. Egal, wie man sich auch bemüht, man kommt alleine gar nicht mehr davon los.

Das geht sogar so weit, dass man des Betens einfach nicht mehr mächtig ist, dass man den Herrn Jesus gar nicht mehr anrufen kann, weil unsichtbare Kräfte einen daran zu hindern scheinen.

Aber der Herr Jesus ist trotzdem da. Und er greift auch sofort ein, wenn ein ehrliches Herz den Weg zurückfinden möchte.

3. Die Lösung des Problems

Wenn wir uns die Versuchungsgeschichte unseres Herrn in der Wüste einmal näher betrachten, dann stellen wir fest, dass der Herr Jesus eine gewaltige Waffe benutzte, die er den Versuchungen des Teufels entgegenhielt, nämlich das Wort Gottes.

Jede Versuchung wurde mit dem Wort Gotte gekontert bis der Teufel schließlich seine Arbeit aufgegeben hatte. Und hier könnte bei uns eine Gefahr lauern, gerade bei den Menschen, die eben erst den Weg zu Jesus gefunden haben.

Wer den Weg zum Glauben noch nicht gefunden hat, der ist für den Teufel relativ uninteressant, den hat er ja sowieso schon. Aber mit der Bekehrung sieht die Welt ganz anders aus. Dann ist ein Mensch von den dunklen Mächten Satans in das helle Licht Gottes versetzt worden. Dem Teufel droht also der empfindliche Verlust einer Seele. Kein Wunder, dass er jetzt besonders aktiv werden muss, um diese womöglich verlorene Seele wieder zurück zu gewinnen.

Der einzelne, noch relativ bibelunerfahrene "Neuchrist" ist also diesen Angriffen Satans relativ wehrlos ausgesetzt. Gerade in dieser Zeit spielt die Gemeinschaft eine große Rolle. Nehmen wir ein praktische Beispiel aus dem Tierreich. Wenn ein Wolf seine Beute jagt, dann sprengt er das einzelne Tier zuerst einmal von der Herde weg. Kein Wolf wäre so dämlich und würde einfach so in eine Herde Schafe hineinspazieren. Er muss das einzelne Schaf von der Herde trennen.

Solange wir als Christen in der Gemeinschaft zusammenhalten und der eine auf den anderen achtgibt, solange hat der Teufel kaum eine Chance, ein Mitglied der Herde in seinen Bann zu ziehen. Erst wenn wir ihm alleine gegenüberstehen, erst dann könnte er uns überlegen werden.

Übrigens: Der Teufel gibt niemals auf, um eine mögliche verlorengegangene Seele zu kämpfen. Er führt diesen Kampf bis zu unserem Tode weiter fort. Also seien wir uns niemals zu sicher und glauben wir bitte nicht, uns könnte der Teufel niemals in seinen Bann ziehen. Neben der Gemeinschaft haben wir ja auch noch die Bibel als Waffe in der Hand.

Martin Luther sagt einmal: "Wenn der Teufel an meines Herzens Türe klopft, dann mache ich das Herz weit auf und er kann sehen, dass der Herr Jesus dar innen wohnt." Und dann, liebe Gemeinde bleibt dem Teufel nichts anderes mehr übrig, als wieder zu verschwinden bis zur nächsten Versuchung.

Also lassen Sie unsere Herzen von dem Herrn Jesus füllen. Lesen und hören wir auf sein Wort und lassen wir sein Wort unseres Lebens Leuchte sein. Dann können wir satanischen Angriffen wohl gewappnet gegenübertreten.

Den Kampf mit dem Teufel beschreibt Martin Luther sehr schön in dem 3. Vers seines Liedes "Ein feste Burg ist unser Gott...." (EG 362), der da lautet, wie folgt:

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht:
ein Wörtlein kann ihn fällen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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