ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Mrt 31, 2019 8:17 pm

ePredigt vom 31.03.2019 (Johannes 6, 47-51)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 6. Kapitel des Johannesevangeliums, die Verse 47-51. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.


Liebe Gemeinde,

wir kennen Sie alle, die "Ich bin Worte" unseres Herrn. Heute geht es um das Brot des Lebens. Lassen Sie uns gemeinsam einmal dieses Ich bin Wort bedenken.

1. Vor der Klammer

Bevor wir zu dem Ich bin Wort kommen steht quasi vor der Klammer noch etwas ganz entscheidendes. Dort lesen wir: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.

Die "Ich bin Worte" Jesu ziehen ja meist auch eine Aktivität nach sich. Klipp und klar sagt unser Herr an dieser Stelle, dass dies nichts mit Errettung oder ewiger Verdammnis zu tun hat.

Wer an den Herrn glaubt, der hat das ewige Leben und landet ohne Gerichtsverhandlung direkt im Himmel. Die ich bin Worte haben vielmehr etwas mit unserem geistlichen Wachstum und unserem Auftrag als Jünger Jesu Christi zu tun.

2. Wachstum

Wenn wir klein sind, dann benötigen wir für unser Wachstum natürlich eines; nämlich Nahrung. Das beginnt zunächst mit der Muttermilch und geht dann so nach und nach auf feste Kost über.

Als Jünger Jesu müssen wir nach unserer Bekehrung ebenfalls wachsen. Das Brot des Lebens ist unabdingbar für unser geistliches Wachstum. Was wir für unser Leben als Christ benötigen das lernen wir in der Jüngerschule direkt von unserem Herrn.

Während des Wachstums ist natürlich die Lernphase am wichtigsten. Das meiste über unsere Aufgabe als Jünger lernen wir aus der Bibel. Nun ist die Bibel natürlich für manch einen Neubekehrten schon eine schwer verdauliche Kost. Daher empfehle ich immer, das Bibelstudium zunächst mit einer modernen Übersetzung zu beginnen.

Wenn ich das alles umsetzen will, was in der Bibel steht, dann benötige ich auch die Hilfe meiner Brüder und Schwestern. Als Neubekehrter weiß ich längst noch nicht alles. Daher ist es auch so wichtig, dass wir uns mit allen Fragen an die Gemeinschaft wenden können.

Für uns "alte Hasen" ein kleiner Ratschlag: Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten. Ich habe es leider oftmals erlebt, dass Glaubensneulinge auch in unseren christlichen Gemeinschaften so von oben herab behandelt wurden, nur weil sie die "falschen" Fragen stellten. Das ist für deren geistliches Wachstum natürlich wenig förderlich.

3. Bleiben

Irgendwann sind wir aus dem Kindheitsalter heraus und sind erwachsene Menschen und Christen geworden. Natürlich benötigen wir weiterhin unsere Nahrung, damit unser Körper funktionstüchtig bleibt.

Im geistlichen Bereich ist das nicht anders. Wenn wir aufhören unsere geistliche Nahrung zu uns zu nehmen, dann beginnt unsere Seele zu verkümmern und alsbald wird der Teufel ein leichtes Spiel mit uns haben.

Geistliche Nahrung im Erwachsenenalter ist natürlich auch das Gebet, welches uns eine ständige Verbindung zu unserem auferstandenen Herrn ermöglicht. Im Gebet besprechen wir uns mt unserem Herrn. Wir bringen all unsere Nöte und Sorgen und Fürbitten vor ihn. Aber im Gebet erhalten wir auch unseren ganz konkreten Auftrag als Christ in dieser Welt.

So, wie wir tagtäglich mit unseren Vorgensetzen reden und neue Anweisungen erhalten, so sollen wir auch tagtäglich mit unserem ewigen Vater im Himmel in Verbindung bleiben.

Kein Mensch auf dieser Welt kann alle Aufgaben alleine stemmen. In den meisten Fällen sind wir dabei auf die Mithilfe anderer Menschen angewiesen. Und daher ist es auch ganz wichtig, dass wir den Kontakt zu einer wie auch immer gearteten christlichen Gemeinschaft aufrechterhalten.

3. Weitersagen

Und jetzt kommt noch die Königsdisziplin unserer Aufgabe als Christen; nämlich die Verbreitung der frohen Botschaft mit Worten und mit Händen.

Jeder Radrennsportler nimmt vor jeder Etappe mehr Kalorien auf, als ansonsten im Alltag üblich. Wenn wir unsere christliche Botschaft verkündigen wollen, dann benötigen wir dafür noch mehr Brot des Lebens als für das Wachsen und das Bleiben.

Ich kann Ihnen eines versprechen: Sobald Sie außerhalb der geschützten Kirchenmauern die frohe Botschaft verkündigen, dann wird Ihnen heftigster Gegenwind entgegenwehen. Sie werden blächelt werden. Es wird Ihnen Spott entgegengebracht. Und manchmal werden Sie auch einfach als Vollidiot bezeichnet.

Ganz ohne Frage, das tut mächtig weh. Aber unser Herr hat immer wieder tröstliche Worte für uns parat. Gut, wenn wir uns diese schon vorher an die Seite legen und im Bedarfsfalle darauf zurückgreifen können.

Und dann werden wir auch mit allen möglichen Argumenten angegriffen, die stellenweise schon derart abgegriffen sind, dass wir darüber gar nicht mehr reden müssen. Aber es gibt auch ernstzunehmende Kritik und Zweifel, die häufig einem Menschen entfährt, der sich ernsthaft mit dem Christentum beschäftigt.

Und gerade hier gilt es, das zarte Pflänzchen des sich heran bahnenden Glaubens nicht zu zertreten, sondern aufzuklären und den Fragesteller zu ermuntern, den Weg doch einmal zu probieren, damit dieses Pflänzchen wachsen kann.

Und für diese Aufgaben, liebe Gemeinde, sind eben nicht nur die professionellen Theologen zuständig. Hier ist ein jeder für uns beauftragt. Grund genug also, auch für diese Fälle genug Brot des Lebens zu konsumieren.

Das klang jetzt wahrscheinlich ein wenig arbeitsintensiv und nach viel Mühe und Plage. Gewiss, ohne Bibel, Gebet und Gemeinschaft geht es nicht. Aber wir haben ja einen lebendigen Herrn an unserer Seite, der uns gerade auf diesen Wegen eine ganz besondere Hilfe und Unterstützung sein will.

Dass wir bei all unseren Bemühungen immer auf die Hilfe unseres Herrn angewiesen sind, dass wusste natürlich auch schon Martin Luther. Dies drückt er in dem zweiten Vers seines wohl bekanntesten Liedes "Ein feste Burg ist unser Gott...." (EG 362) sehr schön aus wie folgt:

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren;
es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist ? Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott,
das Feld muss er behalten.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Apr 08, 2019 9:56 am

ePredigt vom 07.04.2019 (Johannes 18, 28 - 19,5)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag der Passionszeit, dem Sonntag Judika. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Johannes im 18. Kapitel, die Verse 28 bis 19. Kapitel Vers 5. Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam lesen:

Da führten Sie Jesus von Kaiphas zum Prätorium; es war früh am Morgen. Und sie gingen nicht hinein, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passahmahl essen könnten.
Da kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: Was für eine Klage bringt ihr gegen diesen Menschen vor? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten.
So sollte das Wort Jesu erfüllt werden, das er gesagt hatte, um anzuzeigen, welchen Todes er sterben würde. Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König de Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus oder haben's dir andere über mich gesagt?
Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt.
Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.
Es besteht aber die Gewohnheit bei euch, dass ich euch einen zum Passafest losgebe; wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden losgebe? Da schrien sie wiederum: Nicht diesen, sondern Barrabas! Barrabas aber war ein Räuber. Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzen sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an und traten zu ihm und sprachen: Sie gegrüßt, König der Juden!, und schlugen ihm ins Gesicht.
Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde. Und Jesus kam heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch!



Liebe Gemeinde,

eigentlich ein Text, der für Karfreitag eher passend wäre als für den Sonntag Judika. "Gott schaffe mir Recht", so lautet die Übersetzung des Namens für diesen Sonntag. Recht und Gerechtigkeit gehören ja immer auch mit der Wahrheit zusammen. Wahres Recht und wahre Gerechtigkeit ohne Wahrheit sind daher schlichtweg undenkbar.

So lassen Sie uns heute morgen einmal über die Wahrheit zusammen nachdenken.

1. Was ist Wahrheit?

Diese Frage stellte sich Pilatus, als er zwischen zwei Stühlen, oder aber besser gesagt zwischen zwei Wahrheiten stand. Die Wahrheit des Sohnes Gottes und die Wahrheit der Ankläger und Leugner widersprechen sich total.

Kommt uns dies nicht bekannt vor ? Da treffen engagierte Jesusjünger auf Ungläubige und es entwickelt sich dann schnell ein Streitgespräch über den Glauben. Außenstehenden fällt es dann sehr schwer, sich ein Urteil über das zu bilden, was sie gerade so mitbekommen haben.

Die Wahrheit in der Religion zu suchen ist da sicherlich keine so gute Idee. Aber die Wahrheit in Jesus zu suchen, das könnte schon eher klappen. Aber wie komme ich zur Wahrheit ?

Wir finden die Wahrheit allein in Gottes Wort, der Bibel. Wenn die Bibel Gottes Wort ist und wenn Gott immer die Wahrheit spricht, dann ist alles, was in der Bibel steht auch tatsächlich wahr.

Und wenn wir uns jetzt das Neue Testament vornehmen und dort alles über Jesus nachlesen, dann kommen wir automatisch auch zu den "Ich bin Worten" von Jesus im Johannesevangelium. Dort sagt Jesus einmal selbst: "Ich bin die Wahrheit und das Leben..."

Wenn wir die Bibel lesen, sie intensiv studieren und auch darüber beten, dann kommen wir zu dem Schluss, dass Jesus die Wahrheit ist. Einen anderen Schluss lässt die Bibel nämlich gar nicht zu.

Und dann ist es auch einfacher über die Wahrheit zu diskutieren. Sie macht sich nicht an irgendeiner Religion fest, sondern an der Person Jesu Christi. Und diese Wahrheit braucht keine Diskussionen über Glauben und Religion. Diese Wahrheit kann jeder persönlich erleben, der Jesus Christus in sein Leben einlädt.

2. Wie stehe ich zur Wahrheit ?

Jetzt kommt natürlich die spannende Frage: Wie gehe ich mit der Wahrheit um ? Gehe ich so damit um, dass ich es akzeptiere, dass Jesus die Wahrheit und der einzige Weg zu Gott ist.

Oder aber bastel ich mir meine eigene Wahrheit ? Und diese eigene Wahrheit kann ganz schön gefährlich werden. Wenn Jesus in dieser Wahrheit nicht mehr vorkommt, dann ist der Weg klar und ersichtlich, den ich gehe. Dies ist zum Beispiel beim Buddhismus der Fall.

Gefährlich wird meine Wahrheit, wenn Jesus immer noch irgendwie darin vorkommt, aber nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wenn Jesus der Weg und die Wahrheit ist, dann kann ich ihn nicht zum Propheten degradieren, wie es der Islam macht.

Wenn ich zur Wahrheit stehe, dann ist alles andere als Jesus für mich nebensächlich. Alle Menschen, dies diesen Weg zu Jesus gefunden haben, berichten unisono, wie der Herr nach und nach ihr Leben umgekrempelt hat. Konsequente Anerkennung der Wahrheit führt also unter Jesu Führung in die konsequente Nachfolge hinein.

Wo zum Beispiel früher die Hobbys an erster Stelle standen, ist es jetzt die Bibel, das Gebet und die Gemeinschaft der Brüder und Schwestern, die an erster Stelle stehen.

3. Die Wahrheit im Alltag

So, und jetzt kommt noch der große Prüfstein des Alltages. Wenn wir sonntags in der Kirche Gottesdienst feiern, dann ist dies eine ganz besondere, heilige Stunde. Wenn wir an den Gemeinschaftsstunden teilnehmen, dann sind wir als Jünger und Jüngerinnen unseres Herrn unter uns. Und auch in der täglichen Gebetszeit sind wir mit dem Herrn allein auf Du und Du.

Und dann sind wir aber auch noch Menschen, die am Alltagsleben teilnehmen, also auch von ungläubigen Menschen umgeben sind.

Ist dann immer noch "Jesus First" für uns, oder hängen wir dann unser Mäntelchen in den Wind. Wenn wir auf der Karriereleiter nach oben streben, dann kann es schon mal vonnöten sein, dass wird mit der Wahrheit ein wenig großzügig umgehen. Machen ja alle so.

Wenn es um den Verkauf meines Autos geht, dann kann man ja schon mal den einen oder anderen Mangel verschweigen. Fällt eh nicht auf und das machen doch alle so.

Und wenn es darum geht, einen Termin nicht wahrnehmen zu wollen, dann muss sie schon mal herhalten, die gute alte Notlüge.

Liebe Gemeinde, wer so mit der Wahrheit im Alltag umgeht, der geht sicherlich nicht so mit ihr um, wie der Herr es von uns erwartet. Wie ER selber stets in der Wahrheit blieb, so sollen auch wir als seine Jünger stets in der Wahrheit bleiben.

Natürlich tut dies manchmal weh. Wir verpassen vielleicht die ein oder andere Karriereposition oder aber verdienen eben nicht so viel Geld wie andere Menschen. Auch, um bei unserem Auto zu bleiben, erhalten wir einen geringeren Preis, wenn wir alle Mängel angeben. Aber, und das sagte ein guter Freund von mir, der schon in der Ewigkeit ist: "Abgerechnet wird zum Schluss."

Also lassen Sie uns stets nach der Wahrheit streben und in ihr leben und uns von ihr leiten. Dann sind und bleiben wir auf dem Weg, den der Herr von uns erwartet.

Und wenn wir doch mal fallen sollten, und wir werden immer wieder fallen, dann gilt immer wieder das Wort unseres Herrn für uns, dass er bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende. Wir dürfen als gefallene Sünder nämlich immer wieder in die rettenden Arme unsreres Vaters im Himmel zurückkehren.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn um seine immerwährende Gnade bitten, indem wir in den 1. und 4. Vers des Liedes "Ach bleib mit deiner Gnade..." (EG 347) von Josua Stegman einstimmen, die da lauten, wie folgt:

Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ,
dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.
Ach bleib mit deinem Segen, bei uns, du reicher Herr;
dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag nd eine ebensolche Woche unter der ständigen Gnade unseres Herr.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Apr 15, 2019 11:56 am

ePredigt vom 14.04.2019 (Jesaja 50, 4-9)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Palmsonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 50. Kapitel, die Verse 4-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Knecht Gottes im Leiden

Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie die Jünger hören. Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Ich bot meinen Rücken dar, denen, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der Herr hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten ? Der komme her zu mir! Siehe, Gott der Herr hilft mir, wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie Kleider zerfallen, die die Motten fressen.



Liebe Gemeinde,

von wem spricht der Prophet eigentlich? Auf den ersten Blick scheint es sonnenklar, dass er von dem Herrn Jesus spricht. Aber wenn wir genauer hinhören, dann erkennen wir, dass der Prophet von drei Personen spricht: Von sich selbst, von Jesus und auch von uns. Schauen wir uns doch seine Botschaft einmal zusammen an.

1. Hören

Gleich zu Beginn sagt uns der Prophet, dass Gott ihm alle Morgen das Ohr auftut, das er wie ein Jünger hören kann. Er erkennt, dass sein gesamtes Lebenswerk davon abhängt, dass er zunächst einmal auf Gott hört und ihm zuhört. Nur so ist er in der Lage, sein schwieriges Prophetenamt auszuüben.

Wir dürfen nämlich nicht vergessen, dass er zu einem Volk sprechen sollte, dass bereits seit langer Zeit in babylonischer Gefangenschaft war und die meisten schon alle Hoffnung auf Rückkehr aufgegeben hatten.

Und dann finden wir auch, was das Hören anbelangt die Parallele zu unserem Herrn Jesus Christus. In vielen Stellen des Neuen Testaments erkärt uns Jesus, dass er nur wiedergeben kann und nur das ausüben kann, was ihm von seinem himmlischen Vater aufgetragen worden ist. An zahlreichen Stellen finden wir auch den Hinweis, dass sich Jesus stets zurückzog, um mit seinem Vater im Himmel zu sprechen.

Und hier finden wir auch die Parallele zu uns heute im 21. Jahrhundert. Erst hören, dann reden und machen. Können Sie sich vorstellen, dass unser Leben für einen jeden von uns wesentlich geordneter verlaufen würden, wenn auch wir immer zunächst nach Gottes Willen für unser Leben fragen würden anstatt unseren Willen in die Tat umzusetzen ?

Machen wir es doch wieder wie der Prophet und Jesus und hören zunächst auf das, was Gott von uns will. Und lassen Sie uns dann das auch genau so in die Tat umsetzen, wie Gott es von uns erwartet.

2. Gehorsam

Ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. So lesen wir es ebenfalls in unserem Predigttext. Gewiss, es war keine angenehme Aufgabe den Menschen, die sich in babylonischer Gefangenschaft befanden, die Freiheit und Hoffnung und die Liebe Gottes zu predigen.

Und doch, liebe Gemeinde hat sich der Prophet voll und ganz auf Gott eingelassen und das gepredigt, was Gott ihm aufgetragen hatte. Auch dann oder besonders gerade dann, wenn die äußeren Umstände ganz anders waren, als es der Prophet vorhersagte. Im schlimmsten Schlamassel fällt es einem schwer die Lösung zu sehen.

Wer ebenfalls gehorsam war bin in den Tod, das war unser Herr Jesus Christus. Ich bot meinen Rücken dar, denen die mich schlugen, so haben wir es soeben gehört, was der Herr Jesus für uns getan hat.

Nur sein absoluter Gehorsam Gott gegenüber machte es überhaupt erst möglich, dass wir wieder freien Zugang zum Himmel haben. Nur weil ER für uns durch seinen stellvertretenden Tod für all unsere Sünden das Lösegeld bezahlt hat, dürfen wir wieder zu Gott "Lieber Vater" sagen.

Daher gilt dieser Gehorsam auch für uns. Auch wenn von Gott manchmal Botschaften und Aufgaben kommen, die mir nicht so recht gefallen, auch dann müssen wir auf ihn hören. Einen "Schönwetterglauben" kann man leicht leben, aber wenn die Gewitter kommen, dann zeigt sich die Ernsthaftigkeit unserer Beziehung zu unserem Herrn.

Das Leiden Jesu Christi hat für uns eine erlösende und sühnende Wirkung. Leid und Erlösung gehören also zusammen. Wenn wir dies erkannt haben, dann können wir auch mit dem Leiden, dass Gott uns zumutet, ein wenig anders umgehen, führt doch alles menschliche Leid uns wieder hin zu IHM. Wir dürfen also gerade im Leiden gewiss sein, dass da einer ist, der uns durch dieses Leiden hindurchführt.

3. Und dennoch

Bei so vielem Leid könnte man ja glatt verzweifeln. Da predigt man Hoffnung und wird auch noch dafür verdroschen. Das erging übrigens vielen Propheten so, wenn sie nicht dem Volk nach dem Munde predigten. Man sperrte sie ein, mit etwas Glück bei Wasser und Brot, oder man verstieß sie. im ungünstigsten Falle wurden sie einfach umgebracht, damit man ihre Botschaft nicht mehr hören musste.

Aber Gott der Herr hilft mir ist die Antwort des Propheten auf das, was man ihm antut. Er weiß genau, dass er sich nicht von dem ablenken lassen darf, was das Volk von ihm erwartet. Seine Aufgabe besteht in der Verkündigung des Wortes Gotts, koste es, was es wolle.

Und genau so vertraute auch der Herr Jesus Christus seinem Vater im Himmel. Dieses bedingungslose Vertrauen hielt sogar da noch an, als man ihn zum Tode verurteilte und ihn an das Kreuz geschlagen hat.

Und an diesem bedingungslosen Vertrauen sollen auch wir uns ein Beispiel nehmen. Wie bei Jesus letztendlich alles gut ausgegangen ist (Tod-Auferstehung-Himmelfahrt), so wird auch bei uns am Ende alles gut ausgehen.

Alle, die wir ihm unser bedingungsloses Vertrauen schenken, alle diejenigen werden nicht zuschanden werden, sondern das ewige Leben haben. Wer Christus vertraut, für den ist der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang eines Lebens in ewiger Gemeinschaft mit unserem Herrn im Himmel.

Wir werden oft in Situationen kommen, in denen wir innerlich verzweifeln und manchmal nicht mehr ein noch aus wissen; gerade dann ist unser "Dennoch" gefragt. Wenn wir dieses "Dennoch" in solchen Situationen zu unserem Herrn sagen, dann werden wir seine Kraft und Stärke schon auf Erden ganz konkret zu spüren bekommen.

Hören führt zu Gehorsam und Gehorsam führt zu Rechtsprechung. Und diese Rechtsprechung führt uns in den Himmel hinein. Lassen Sie uns dies für heute mit nach Hause nehmen.

Lassen Sie uns zum Abschluss gemeinsam um Gottes Segen auf all unseren Wegen bitten, indem wir gemeinsam in den sechsten Vers des Liedes "Der du die Zeit in Händen hältst..." (EG 64) von Jochen Klepper einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Der du allein der Ewge heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Vr Apr 19, 2019 8:15 pm

ePredigt vom 18.04.2019 (1. Korinther 11, 23-26)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Gründonnerstag. Den Predigtext für den heutigen Tag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 11, die Verse 23-26. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's, und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.




Liebe Gemeinde,

den Text, den wir soeben gehört haben, den kennen wir sicherlich alle. Es handelt sich um die Einsetzungsworte des Heiligen Abendmahles. Immer dann, wenn wir zum Tisch des Herrn eingeladen werden, haben wir diese Worte zuvor gehört.

Wenn wir gefragt werden: Was ist das eigentlich, das Abendmahl, das ihr da feiert, können wir dies jemandem, der mit dem Glauben nicht viel zu tun hat, ganz einfach erklären ? Lassen Sie uns dies doch heute einmal gemeinsam probieren.

1. Das Liebesmahl

Wenige Stunden später geht Jesus seinen Leidensweg, der schlussendlich an einem Kreuz endet. Kaum vorzustellen, dass er am Abend zuvor seine Jünger stärken möchte.

Er tut dies aus Liebe zu seinen Jüngern heraus. Wir müssen uns dies so vorstellen, dass Jesus in zwei Welten lebt. Er, der bald wieder bei seinem Vater im Himmel sein wird, lässt seine geliebten Brüdern und Schwestern allein zurück auf der Erde.

Wenn wir nun das Abendmahl einnehmen, dann ist unser Herr gegenwärtig mit am Tisch. Er, der in zwei Welten lebt, ist in Form des Heiligen Geistes auch bei jedem Abendmahl präsent und repräsentiert in Brot und Wein sein Blut und seinen Leib.

Die Jünger sollen erkennen, dass er, obwohl er am Kreuz gestorben ist, nach wie vor für die Seinen präsent ist. Bei jedem Abendmahl nehmen wir also den Herrn in uns auf und dürfen uns über seine Gegenwart freuen und dankbar sein, dass er auch heute am Gründonnerstag mitten unter uns weilt.

Er, der bald den Weg zum Kreuz antreten wird, will uns im Abendmahl aufzeigen, dass er immer wiederkommt, wenn wir das Abendmahl gemeinsam feiern. ER ist also quasi der unsichtbare Gastgeber eines jeden Abendmahles.

2. Das Gemeinschaftsmahl

Gemeinschaft ist eine tolle Sache. In der Gemeinschaft fühlen wir uns wohl und die Gemeinschaft macht uns stark. Eine gut funktionierende Gemeinschaft stärkt die Schwachen und hilft den Bedürftigen.

Dieser Gemeinschaftsgedanke steht auch hinter dem Abendmahl. Jesus weiß, dass nach seinem Tode der Kampf erst richtig losgehen wird. Und das erleben wir auch heute noch. In vielen Ländern werden auch heute noch Christen ob ihres Glaubens wegen verfolgt und eingesperrt oder gar hingerichtet.

Jesus schenkt den Jüngern dieses Abendmahl als Gemeinschaftsmahl, damit sie immer daran erinnert werden, zu teilen. Das Abendmahl ist also niemals eine "face to face" Angelegenheit, sondern immer ein Gemeinschaftsmahl. Es zeigt uns in beeindruckender Weise auf, dass wir alle gleich sind.

Am Tisch des Herrn gibt es keine Rangordnungen. Alle nehmen das gleiche Brot und den gleichen Wein auf. Also sind wir alle vor Gott gleich. Diese Gemeinschaft soll uns auch nach dem Abendmahl erhalten bleiben und uns daran erinnern, dass wir als innere Gemeinschaft nicht nur auf den Beistand unseres Herrn angewiesen sind, sondern auch einander verpflichtet sind uns gegenseitig zu unterstützen und beizustehen.

Wenn wir das Abendmahl feiern, dann feiern wir dies auch immer zusammen in der Gemeinschaft derer, die uns im Glauben vorausgegangen sind. Das Abendmahl ist also der zentrale Punkt, wo sich Himmel und Erde berühren, wo wir auf geheimnisvolle Weise schon ein Stück weit den Himmel spüren dürfen.

3. Das Bundesmahl

Das Abendmahl ist auch ein Bundesmahl. Wenn wir Menschen untereinander einen Bund eingehen, oder einen Vertrag schließen, dann meist unter gleichwertigen Partnern. Jeder hat seine Vorteile und seine Verpflichtungen aus dem Bund oder aus dem Vertrag heraus.

Der Bund, den Gott mit uns armen Sündern eingeht, sieht allerdings gänzlich anders aus. Da verpflichtet sich der heilige und lebendige Gott einen Bund mit uns einzugehen, der besagt, dass uns alle Sünden vergeben werden, wenn wir zu dem, was Jesus für uns getan hat, einfach nur "Ja" sagen.

Wir als bußfertige Sünder müssen nur unsere Sünden bereuen und sie unserem Herrn übertragen und schon haben wir die Eintrittskarte für den Himmel in unseren Händen.

In einer Leistungsgesellschaft wie der unsrigen ist dies natürlich nur sehr schwer zu verstehen. Wir sind es ja gewohnt, für alles, was wir erhalten, eine Gegenleistung zu erbringen. Und da verwundert es sicherlich keinen Menschen, dass zahlreiche Religionen über dieses einfach "Ja" weitere Verpflichtungen erfunden haben, um in den Himmel zu gelangen.

Tun wir uns alle einen Gefallen und hören bitte nicht auf die Religionen, sondern auf unseren Herrn Jesus Christus allein, der uns nur einen ein einfaches "Ja" für seine Erlösungstat abverlangt.

Das alles steckt also in dem Abendmahl wenn wir zum Tisch des Herrn treten. Es will uns Jesu Gegenwart und Liebe aufzeigen, es will uns an unsere Gemeinschaftsverpflichtung erinnern und es will uns daran erinnern, dass unser einfaches und klares "Ja" zu ihm ausreicht, um wieder Zutritt zum Vaterhaus zu erhalten.

Nehmen wir doch einfach das, was auf Golgatha geschah im Glauben an und lassen Sie uns dies auch dadurch tun, dass gemeinsam in den ersten Vers des Liedes von Friedrich von Bodelschwingh "Nun gehören unsre Herzen..." (EG 93) einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Abend und verabschiede mich von Ihnen allen bis zum morgigen Karfreitag.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich und in Christus verbunden
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Vr Apr 19, 2019 8:15 pm

ePredigt vom 19.04.2019 (Johannes 19, 16-30)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Karfreitag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im Johannesevangelium, Kapitel 19, die Verse 16-30. Lasen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da überantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden.
Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinscher und griechischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden.
Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll.
So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19) " Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen." Das taten die Soldaten. Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutte ! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und stecken ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Munde. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht ! , und neigte sein Haupt und verschied.



Liebe Gemeinde,

wenn wir uns das Keuzigungsgeschehen bei den anderen Evangelisten anschauen, dann wird der Tathergang dort überall sehr ausführlich beschrieben. Johannes hingegen konzentriert sich nicht auf das Geschehen, sondern auf die Person, die dort gekreuzigt wird.

Jesus hatte ja Pilatus gegenüber bereits bestätigt, dass er ein König ist. Nur eben, dass sein Königreich nicht von dieser Welt ist. Dies veranlasste vermutlich auch Pilatus zu der allerseits bekannten Kreuzsinschrift "Jesus Nazarenus Rex Judeorum".

Schauen wir doch heute am Karfreitag einmal auf das, was diesen König gegenüber den uns bekannten Herrschern auszeichnet.

1. Der leidende König

Könige kennen wir meist aus Zeitungen und Zeitschriften und aus dem Fernsehen.Dort treten sie meist machtvoll und prunkvoll auf. Von Leid ist da nichts zu sehen oder aber zu spüren.

Wir wir unserem Predigttext entnehmen können, tritt Jesus eben nicht so auf, wie die Herrscher dieser Welt, sondern geht ganz bewusst seinen Leidensweg dem Tode entgegen. Sogar direkt vor der eigenen Kreuzigung kümmert er sich noch um seine Lieben und nicht um sich selbst.

Selbst das eigene Ende erlebt er ganz bewusst mit den Worten "Es ist vollbracht."

Dies konnte er nur tun, weil er ganz tief und fest in seinem Vater verwurzelt und mit seinem Vater im Himmel eins war.

Ich behaupte einmal, dass alle Menschen, die derart tief mit Jesus verwurzelt sind, auch ihren Leidensweg gehen können ohne daran zu verzweifeln. Ich denke an die Märtyrer der ersten Christenjahre.

Ich denke aber auch an Dietrich Bonhoeffer, der erhobenen Hauptes den Weg zu seiner Hinrichtung ging. Nicht stolz, sondern sich ganz dem Geschehen fügend ließ er das geschehen, was über ihn beschlossen worden war.

Der leidende König ist somit auch ein Zeichen für uns alle, wie uns unser Herr, der selber durch den Tod hindurchgegangen ist, auch durch die Täler unserer Leiden führen kann und möchte, wenn wir denn stets fest mit ihm verbunden bleiben.

2. Der dienende König

Wenn wir schon einmal etwas von den Königshöfen mitbekommen, dann doch meist dies, dass ein Haufen Diener und Lakaien um die königliche Familie versammelt sind und diesen stets jeden Wunsch von den Augen ablesen.

Königen ist es sogar verboten, selber Hand anzulegen. Das konnte man kürzlich im Fernsehen sehen, wie sich die Frau von Prinz Harry "erdreistete" die offene Wagentüre, aus der sie soeben ausgestiegen war,selber zuzuwerfen.

Unser König Jesus war hier ganz anders. Nicht Regieren war sein Lebensmotto, sondern Dienen. Dies finden wir an vielen Stellen des Neuen Testamentes. Im Johannesevangelium wird dann auch beschrieben, wie Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, eine Arbeit, die ansonsten den Sklaven vorbehalten war.

Jesus erniedrigt sich, wenn wir es so wollen, zu unserem Sklaven, nur um unsere Herzen zu gewinnen.

Und hier finden wir auch einen Anhaltspunkt für unser Leben in seinem Dienst. Es geht nicht darum, das Wort zu verkündigen und den Menschen die frohe Botschaft um die Ohren zu hauen. Nein, liebe Gemeinde, es geht darum, dass wir mit unserem ganzen Einsatz die Herzen der Menschen gewinnen.

Dies tun wir am besten, wie Jesus es getan hat, indem wir den Menschen beistehen. Indem wir den Bedürftigen helfen und die am Boden liegenden wieder aufrichten, verkündigen wir mehr Gottes Botschaft als mit Worten.

Wir sind alle berufen, Gottes Botschaft zu verkündigen, notfalls sogar mit Worten, so sagte es einmal Papst Franziskus.

3. Der liebende Jesus

Was würde wohl ein gekrönter Herrscher dieser Welt tun, wenn ihm Gewalt, Hass und Streit entgegenschlägt ? Er würde zumindest seinen Dienern die Anweisung geben, diese Unruhestifter vor seinem Angesicht zu entfernen.

Was machte Jesus, als ihm als König Gewalt und Hass und Missgunst entgegengebracht wurde ? Er liebte seine Feinde. Er liebte sie solange, bis sich die meisten Menschen seiner Liebe nicht mehr entziehen konnten. Ja sogar Judas, der ihn verraten hatte, auch dieser Judas nahm noch als geliebter Jünger Jesus am Abendmahl teil.

Die größte Liebe, die uns Jesus erwiesen hat ist aber die, dass er sein Leben für uns dahingegeben hat. Er, der niemals auch nur in der Nähe einer Sünde war, hat all unsere Sünden mit seinem Blut bezahlt, damit wir wieder freien Zugang zu unserem Vater im Himmel haben.

Und diese Liebe, liebe Gemeinde, hat seither Millionen von Menschen ergriffen und in den Dienst Jesu geführt. Diese Liebe zieht uns quasi wie ein Magnet zu Jesus hin. So jemandem, der soviel für mich getan hat, so jemanden möchte man doch zum besten Freund haben. Und für so jemanden würde man doch selber durchs Feuer gehen.

Dies tun nun schon seit 2000 Jahren immer mehr Menschen, wohlerkennend, dass diese Liebe die einzige wahre und lebendige Liebe in ihrem Leben ist. Daher habe ich auch noch keinen Jesusjünger getroffen, der seine Entscheidung, diesem Herrn nachzufolgen, auch nur im Ansatz jemals bereut hätte.

Und daher sind wir heute berufen, diese Liebe allen Menschen zu verkündigen, die sie noch nicht kennengelernt haben, notfalls auch mit Worten.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 4. Vers des Liedes "O Haupt voll Blut und Wunden..." (EG 85) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun, was du, Herr erduldet, ist alles meine Last;
ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat.
Gib mir, o mein Erbamer, den Anblick deiner Gnad.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und freue mich auf ein Wiedersehen am Ostersonntag.

Herzliche Grüße sendet Ihnen
Ihr

Ulrich Naber




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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Apr 22, 2019 11:34 am

ePredigt vom 21.04.2019 (Johannes 20, 11-18)



Liebe Gemeinde,

Der Herr ist auferstanden, er ist tatsächlich auferstanden !


Mit diesem Ostergruß begrüße ich Sie alle am heutigen Ostersonntag des Jahres 2019. Den zu diesem Ostergeschehen zugehörigen Predigttext finden wir im 20. Kapitel des Johannesevangeliums, die Verse 11-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst lesen:

Maria von Magdala

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du ? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht,wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du ? Wen suchst du ? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria ! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister ! Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt!



Liebe Gemeinde,

soeben haben wir ein Zeugnis wahrer Jesusliebe gehört. Lassen Sie uns dieses einmal ein wenig detaillierter betrachten:

1. Maria weint

Es ist doch nur allzu natürlich, dass Maria am Grab Jesu weinte. Aber, es war ja nicht der Tag der Beerdigung, sondern, es war bereits der Sonntag.

Wie viel Liebe trägt Maria in ihrem Herzen, dass sie auch nach der Beerdigung immer wieder zum Grab Jesu geht, um dort von ihm Abschied zu nehmen.

Liebe Gemeinde, so geht es doch in der Tat vielen Menschen, die einen lieben Angehörigen verloren haben. Gräber werden zu Pilgerstätten, die man tagtäglich aufsucht in der Hoffnung, die Nähe zu dem Verstorbenen noch einmal fühlen zu dürfen. Was würde man nicht alles dafür geben, könnte man noch einmal mit dem geliebten Menschen reden.

Und in ihrer Trauer entdeckt Maria, dass das Grab, welches zuvor verschlossen war, wohl geöffnet wurde. Neugierig schaut sie hinein und entdeckt dort zwei Gestalten.

2. Das Gespräch mit den Engeln

Wenn wir einem Engel begegnen würden, wir würden wir dies nicht so selbstverständlich hinnehmen, wie Maria dies tat. Sie beginnt sofort ein Gespräch mit den Engeln, weil sie klären möchte, was mit dem Leichnam Jesu geschehen ist.

In ihrer Trauer will sie nur eines, sie will Jesus sehen, bzw. wissen, was mit seinem Leichnam geschehen ist. Engel beeindrucken sie also eher weniger. Sie spricht mit ihnen wie mit ganz normalen Menschen. Da ihr Herz für Jesus brennt, ist ihr alles andere egal.

Maria war also nicht die abgeklärte Frau, die mit detektivischem Spürsinn dem Verbleib von Jesus auf der Spur ist. Sie war eine Jesusjüngerin, die nur eines wollte, nämlich in der Nähe von Jesus sein.

Und das ist es auch, was sich unser Herr auch heute von uns wünscht. Er wünscht sich, dass auch wir das brennende Verlangen nach Jesus in unserem Herzen haben. Dies können wir aber nur, wenn wir wissen und erkennen, wer er ist und was er für uns getan hat.

Daher ist es auch heute wichtiger als jemals zuvor, dass wir die Menschheit wieder mit diesem Jesus konfrontieren, der vor 2000 Jahren für unsere Sünden bezahlt hat und der uns den Himmel wieder aufgeschlossen hat. Nur wer ihn kennt, der kann ihn auch lieben.

3. Die Begegnung mit dem Auferstandenen

Als Maria dem auferstandenen Herrn begegnet, erkennt sie ihn nicht. Sie hatte ja auch nicht erwartet, dass es so etwas wie eine Auferstehung geben könnte. Sie wollte schließlich nur eines wissen; nämlich was mit seinem Leichnam geschehen war.

Und in dieser Situation spricht Jesus sie einfach nur mit ihrem Namen an. Und dann fällt es ihr wie Schuppen von den Augen und sie erkennt in dem Mann, den sie für den Gärtner hielt, ihren geliebten Jesus.

Liebe Gemeinde, hier sehen wir ein Problem dass auch für uns heute noch aktuell ist. Wir machen uns häufig feste Vorstellungen, was Jesus kann und was er nicht kann. Wir haben unser eigenes Bild von Jesus. Je nachdem wie wir erzogen worden sind, haben wir auch ein Bild davon, was der Herr von uns erwartet und was wir tun können, um ihn möglichst gnädig zu stimmen.

All diese Bilder sind leider falsch. Und das merken wir auch heute erst dann, wenn auch uns Jesus bei unserem Namen ruft und uns ganz persönlich anspricht.

Wir können unseren Mitmenschen zwar von Jesus erzählen und ihre Ohren damit erreichen; aber das Herz, liebe Gemeinde, das Herz eines Menschen kann nur Jesus erreichen. Aber die Geschichte geht ja noch weiter, und zwar höchst rätselhaft.

Wenn ich einen totgeglaubten geliebten Menschen wiedersehe, dann will ich doch nur Einens, nämlich ihn in meine Arme schließen. So auch Maria. Und was macht Jesus? "Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater." Das sagt ihr geliebter Jesus zu Maria.

Seltsam, nicht wahr ? Ein wenig Licht in die Dunkelheit bringt uns vielleicht eine andere Übersetzung der Worte "Rühre mich nicht an !" Diese Worte können auch mit "Halte mich nicht fest!" übersetzt werden.

Der auferstandene Jesus ist nicht mehr der Mensch, der unter seinen Jüngern weilte. Es wartet ja noch die Himmelfahrt auf ihn. Und darum gestattet er auch Maria nicht, ihn festzuhalten, wie man einen geliebten Menschen festhält.

Wenn Jesus dieses Festhalten gestatten würde, dann würde Maria nicht die bevorstehende Himmelfahrt verstehen. Nur von dort kann er uns mehr geben als eine einfache Umarmung, die sie Maria sich so sehnlich wünscht.

Wenn sie den auferstandenen Herrn nicht festhält, dann kann er ihr und damit auch uns allen den Heiligen Geist senden. Und dieser nimmt uns nicht nur ab und wann mal in den Arm. In der dritten Gestalt der Dreieinigkeit will der Herr Wohnung in uns nehmen und uns mit seinem Geist erfüllen und uns führen, leiten und begleiten unser ganzes Leben lang.

Wir können Jesus nicht festhalten, aber er kann uns festhalten, das wollte Jesus Maria zu verstehen geben.

4. Der Auftrag

"Geh aber hin zu meinen Brüdern..." so lautet der abschließende Auftrag von Jesus an Maria. Und dieser Auftrag, liebe Gemeinde, der damals an Maria gerichtet war, der gilt uns allen. Ganz konkret finden wir ihn am Ende des 28. Kapitels des Matthäusevangeliums, wo Jesus uns ganz konkret beauftragt mit den Worten: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und macht zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Lassen Sie uns gemeinsam diesem auferstandenen Herrn dienen, indem wir uns untereinander dienen, aber indem wir auch denen dienen, die noch nichts von ihm gehört haben. Lassen Sie uns in die Welt gehen und der Welt von ihrem Retter berichten.

Dies können wir aber nur, wenn wir immer ganz nah mit ihm verbunden bleiben. Dies beschreibt der Liederdichter Christian Fürchtegott Gellert sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes "Jesus lebt, mit ihm auch ich !... (EG 115), der da lautet, wie folgt:

Jesus lebt ! ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen gesegneten Ostersonntag in der Gegenwart unseres Herrn. Bis zum morgigen Ostermontag grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr

Ulrich Naber



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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Apr 22, 2019 11:35 am

ePredigt vom 22.04.2019 (Jesaja 25, 6-9)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Ostermontag. Den Predigttext für den heutigen Osterfeiertag finden wir bei dem Propheten Jesaja, Kapitel 25, die Verse 6-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das große Freudenmahl

Und der Herr Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, darin keine Hefe ist. Und er wird auf diesem Berge die Hülle wegnehmen, mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind. Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volkes in allen Landen; denn der Herr hat's gesagt. Zu dieser Zeit wird man sagen: "Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der Herr, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil".




Liebe Gemeinde,

die Bergpredigt Jesu kennen wir sicherlich alle. Aber auch im Alten Testament gibt es eine Bergpredigt, wie wir sie soeben gehört haben. Lassen Sie uns drei Eckpunkte dieser Bergpredigt einmal etwas näher betrachten.

1. Er wird verschlingen den Tod auf Ewig

Gott verspricht seinem Volk im Alten Testament schon das, was für uns heute allgegenwärtig ist. Was damals noch auf Hoffnung basierte, das ist heute glasklare Realität.

Seit Ostern und der Auferstehung unseres Herrn ist eine bedeutsame Grenze unseres Lebens beseitigt worden. Es ist die Grenze des Todes. Ab Ostern gibt es diese Grenze für uns als Christen nicht mehr.

Als Christen existiert für uns der leibliche Tod nur noch als eine Übergangsstation in den Himmel. So schön, wie dies auch klingt, so müssen wir doch darauf hinweisen, dass dies nur für die Menschen gilt, die dem Herrn Jesus Christus ihr Leben übergeben haben und IHN als Herrscher ihres Lebens bestimmt haben.

Die Allversöhnung gibt es schlicht und ergreifend nicht. Wir kommen also nicht alle automatisch in den Himmel.

Daher, liebe Gemeinde, ist es auch so wichtig, dass wir aus unserem inneren Zirkel heraustreten und der Welt von diesem Gnadenangebot unseres Herrn erzählen. Denn Gott will ja nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verlorengeht. Gott möchte, dass wir alle mt ihm zusammen die Ewigkeit im Himmel verbringen.

2. Gott wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen

Liebe Gemeinde, was für eine Aussage.

Nun leben wir aber auf Erden und noch nicht im Himmel. Es gibt für uns viele Anlässe, wo wir Tränen vergießen. Der Verlust eines geliebten Menschen lässt uns die Tränen in die Augen steigen. Vielleicht sind wir auch von Mitmenschen enttäuscht worden. Oder aber wir müssen herbe Niederlagen in unserem Leben einstecken. Oder denken wir nur an die Opfer von Gewalt.

Wenn Gott uns alle Tränen abwischen wird, dann bedeutet dies ja auch, dass es diese eben genannten Anlässe im Himmel nicht mehr geben wird.

Aber diese Aussage Gottes hat auch schon Auswirkungen für seine Kinder hier auf Erden. Schauen wir uns unsere Tränenauslöser noch einmal an:

Derjenige, der einen geliebten Menschen verloren hat, darf auch darauf vertrauen, dass dieser nicht für ewig von ihm getrennt ist, sondern dass er ihm nur im Glauben vorausgegangen ist.

Wer von anderen Menschen enttäuscht wurde, der darf auch darauf vertrauen, dass dies nicht auf ewig so bleiben wird. Ebenso geht es bei dem Einstecken von Niederlagen und dem Ertragen von Gewalt. Über allem, was wir erleiden müssen auf Erden wacht nämlich unser Herr im Himmel.

Wir dürfen mit all unserem Leid und all unseren Tränen schon hier auf Erden zu ihm gehen und uns von ihm trösten lassen.

Wir sind als Christen nämlich schon hier auf Erden zu einem neuen Leben mit Gott berufen und sind quasi schon mit dem Kopf im Himmel und mit dem Körper noch in der Welt.

3. Alle Völker

Obwohl die Israeliten Gottes geliebtes Volk waren, sagt Gott bereits im Alten Testament diese Verheißungen allen Völkern zu.

Gottes erklärtes Ziel ist die große Völkergemeinschaft, mit der er zusammen die Ewigkeit verbringen möchte. Und dazu gehören alle Menschen, egal ob arm oder reich. Egal ob schwarz oder weiß. Egal welcher Nation diese Menschen angehören.

Wir haben ja leider in Deutschland mit einer Partei zu kämpfen, die dies ein wenig anders sieht. Lassen Sie es mich so ausdrücken, liebe Gemeinde: Wer gegen das verstößt, was in der Bibel steht, also gegen Gottes Wort verstößt, oder gar noch aktiv dagegen ankämpft, der sagt auch Gott den Kampf an. Und diesen wird er niemals gewinnen können.

Hören wir also nicht auf Populisten jedweder Art. Lassen Sie uns allein auf den Herrn hören und ihm vertrauen und das tun, was er von uns erwartet.

Ganz konkret heißt dies, dass wir insbesondere den Migranten in unserem Lande die frohe Botschaft mitteilen sollen, damit auch sie eines Tages zu der großen Völkerschar gehören, die die Ewigkeit im Himmel verbringen dürfen.

Für Ausgrenzungen jedweder Art ist kein Platz. Wenn schon Jesus keinen Menchen ausgegrenzt hat, wer sind wir denn eigentlich, wenn wir genau das tun, was uns unser Herr eben nicht vorgelebt hat.

Lassen Sie uns also auf Jesu Spuren bleiben und ihm gemeinsam getreulich nachfolgen, ganz egal, welche äußeren Umstände uns umgeben.

Lassen Sie uns dem Herrn für seine Erlösungstat Dank sagen, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 1. Vers des Liedes " Wir danken dir, Herr Jesu Christ... (EG 107) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Wird danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du vom Tod erstanden bist
und hast dem Tod zerstreut sein Macht
und uns zum Leben wiederbracht.
Halleluja.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Ostermontag und einen guten Start in die nachösterliche Woche mit jeder Menge Osterlachen im Herzen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Do Mei 09, 2019 1:22 pm

ePredigt vom 05.05.2019 (Johannes 10, 11-16)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Ostern. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Johannes im 10. Kapitel, die Verse 11-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht - und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie - , denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.


Liebe Gemeinde,

gerade haben wir wieder eines der „Ich bin Worte unseres Herrn“ gehört. Heute geht es um den guten Hirten. Aber es geht auch um den Mietling, also, wenn wir so wollen, den Wolf im Schafspelz. Unser Aufgabe ist es, Augen und Ohren aufzuhalten, damit wir den falschen Hirten nicht auf den Leim gehen und dem wahren guten Hirten folgen können. Lassen Sie uns heute morgen einmal gemeinsam darüber nachdenken, wir wir dies schaffen können.

1. Gottes Wort
Täglich Gottes Wort zu lesen, das ist heute eher die Ausnahme denn die Regel. Ich komme aus einem Elternhaus, das in unserer heutigen Gesellschaft als Mehrgenerationenhaus bezeichnet wird. Der Großvater hielt die Morgenandacht und wir Kinder waren dazu "verdonnert" ruhig zu sein und den Worten des Großvaters andächtig zuzuhören. Oder zumindest so zu tun, als ob.

Auch wenn dies vielleicht blöd klingt, aber so bin ich an das Wort Gottes herangeführt worden. Was anfangs eher eine lästige Pflicht war, das wurde nach und nach eine liebe Gewohnheit, die ich nicht mehr missen wollte.

Wenn wir dem guten Hirten folgen wollen, dann ist es sehr wichtig, dass wir uns auch mit dem beschäftigen, was uns der gute Hirte zu sagen hat. Und was wir tun sollen, das erfahren wir unter anderem im Neuen Testament. Wenn wir auf die Schnelle ganz konkrete Handlungsanweisungen lesen wollen, dann empfehle ich uns die Bergpredigt und den Jakobusbrief.

Wenn man dies alleine macht, dann kommen irgendwann Verständnisprobleme auf einen zu. Oder aber man beginnt zu zweifeln. Das sind Sperrfeuer der falschen Hirten, die wir meist nicht so ohne weiteres erkennen können.

Dann ist es wichtig, dass wir uns in die Gemeinschaft der Christen begeben. Schon zwei oder drei reichen aus. Denn der Herr Jesus Christus hat uns zugesagt, dass er mitten unter uns ist, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind.

In der Gemeinschaft lassen sich Zweifel und Verständnisprobleme leichter lösen, als wenn man mit diesen alleine gelassen wird. Zudem ist die Gemeinschaft ein Bollwerk gegen den Teufel. Der einzelne Christ ist häufig ein leichtes Opfer des Teufels, ein Christ in einer Gemeinschaft hingegen eher nicht.

In der Gemeinschaft finden wir auch die Kraft der weiteren Nachfolge, nennen wir sie doch einfach die Tankstelle des Glaubens. Und in der Gemeinschaft werden falsche "gute" Hirten schneller aufgedeckt, als dies der einzelne Christ erkennen könnte.

2. Das Gebet

Was ist das Geheimnis einer guten Ehe oder Lebenspartnerschaft? Ich glaube, es liegt darin, dass die Partner immer wieder miteinander reden.

Und so ist es auch hinsichtlich unserer Beziehung zu unserem Herrn. Das Gebet ist ja nichts anderes als unser Reden mit Gott. Und da kommt es schnell zu Missverständnissen.
Stellen wir uns einmal vor, wir reden mit unserem Partner, texten diesen zu und beenden dieses Gespräch mit einem Dank für die gute und fruchtbare Unterhaltung. Es wird sicherlich nicht lange dauern bis der Partner an dieser Art der Konversation kein Interesse mehr hat.

Machen wir das mit Gott nicht genau so ? Wir beten unsere Litanei herunter und beschließen unser Gebet mit einem Amen und wundern uns vielleicht auch noch darüber, dass unser Gebetsleben so fruchtlos verläuft.

Liebe Gemeinde, unser Reden mit Gott ist ja nicht mit unserem Amen beendet. Nach allem, was wir Gott im Gebet überantwortet haben, müssen wir ihm auch die Gelegenheit geben, uns zu antworten. Deshalb ist es ja auch so wichtig, nach dem Gebet nicht sofort wieder zur Tagesordnung überzugehen, sondern in der Stille zu verweilen um auf Gottes Antwort zu warten.
Natürlich kommt die Antwort nicht immer sofort. Aber wir sollten auch nach unserem Gebet die Antenne auf Empfang gestellt sein lassen. Wenn wir dies 24 Stunden am Tag tun, dann werden wir auch die Antworten Gottes verstehen können.
Unser ganzes Leben soll ja eine ständige Verbindung zu dem guten Hirten sein.

3. Nachfolge

Wenn wir dies tun, liebe Gemeinde,wenn wir also ständig an dem guten Hirten dranbleiben, dann werden wir das erleben, was auch schon der König David erfahren durfte. Diese Erfahrungen hat er in dem wohl bekanntesten Psalm niedergeschrieben. Es handelt sich um Psalm 23.
Lassen Sie uns diesen Psalm gemeinsam betrachten:

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zu frischem Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal,
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen ein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Das alles dürfen wir erfahren und erleben, wenn wir ganz dicht dranbleiben an diesem guten Hirten.
Mehr kann, möchte und will ich an dieser Stelle auch nicht sagen. Lassen wir doch diesen Psalm jeden Tag lesen, ihn auswendig lernen und ihn einen guten Begleiter in unserem Leben sein.
So lassen Sie uns mit diesen Erfahrungen Davids in die neue Woche gehen. Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinam in den ersten Vers des Liedes "Großer Gott, wir loben dich.... (EG 331) von Ignaz Franz einstimmen, der da lautet, wie folgt:
Großer Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine schöne Woche unter der Führung des guten Hirten.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mei 13, 2019 11:25 am

ePredigt vom 12.05.2019 (Sprüche 8, 22-36)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Ostern. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Buch der Sprüche, Kapitel 8, die Verse 22-36. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Weisheit als Gottes Liebling
Der Herr hat mich schon gemacht im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Meere noch nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde noch nicht gemacht hatte, noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens.

Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenzen setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern.

So hört nun auf mich, meine Söhne! Wohl denen, die meine Wege einhalten ! Hört die Mahnung und werdet weise und schlagt sie nicht in den Wind! Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, dass er wache an meiner Tür täglich, dass er hüte die Pfosten meiner Tore ! Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen vom Herrn. Wer aber mich verfehlt, zerstört sein Leben; alle, die mich hassen, lieben den Tod.



Liebe Gemeinde,

schon der König Salomo, also der Verfasser unseres heutigen Predigttextes, bat Gott ja nicht um Reichtum, Ansehen oder Erfolg für sein Leben. Nein, Salomo bat Gott ganz bescheiden darum, er möge ihm Weisheit schenken. Somit können wir die Weisheit als eine Art Basis für ein gelingendes Leben betrachten.

Was ist aber eigentlich Weisheit? Und wie drückt sie sich ganz konkret in verschiedenen Lebenssituationen aus? Lassen Sie uns darauf heute Morgen versuchen, die eine oder andere Antwort zu finden.

1. Was ist Weisheit

Eine Definition liefert uns der bekannte Kirchenlehrer Augustinus, indem er die Weisheit ganz allgemein wie folgt definiert:

"Weisheit ist ein Maß unseres Geistes, welches diesen im Gleichgewicht hält."

Wenn wir einmal davon ausgehen, dass Gott direkt in unseren Geist hinwirken kann und dies auch tut, dann sind wir, was Weisheit anbelangt auch immer auf sein Einwirken in unseren Geist angewiesen.

Wie schnell bringen wir selber dieses Maß unseres Geistes aus dem Gleichgewicht und wie schwer sind dann später die Versuche, alles wieder geradezubiegen. Um auch ja nicht in diese Gefahr zu kommen, erbat sich der König Salomo von Gott nichts anderes, als Weisheit.

Und ich glaube auch wir tun gut daran, unseren Herrn immer und immer wieder um seine göttliche Weisheit zu bitten, um ein gelingendes Christenleben zu führen.

Wir haben uns im Jugendkreis vorab mit diesem Thema beschäftigt und wir haben uns einmal die Frage gestellt: Was sind konkrete Situationen der Weisheit in unserem Leben? Lassen Sie uns diese Ergebnisse einmal zusammen betrachten.

2. Weisheit 2.0 - Weisheit ganz konkret

Geduld und Gelassenheit

Diese Antwort kam als erstes. Gerade die Jugendlichen, die in ihrer Forschheit schnell mal zu schnell nach vorne preschen, machen mit dieser Vorgehensweise natürlich nicht immer die besten Erfahrungen. Und daher wünschen sie sich mehr Geduld und Gelassenheit.

Leichter gesagt, als getan. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir Gott darum bitten möchten, uns in diesen Momenten die Ruhe zu geben, zumindest eine Stunde, wenn nicht besser noch einen Tag die Situation, die uns aus der Haut fahren lassen möchte, auf uns einwirken zu lassen.

Dann haben wir auch die Zeit, die jeweilige Gegenposition zu betrachten, um uns sein besseres Urteil bilden zu können. Nur mal so nebenbei bemerkt: Über 90 % aller Streitereien könnten so gelöst werden.

3. Kein Alleinherrscher sein

Gerade Jugendliche brauchen keine Unterstützung. Sie können alles, wissen alles und machen alles besser als wir Alten. Wir wissen natürlich alle, was dann meist passiert. Die Angelegenheiten werden ganz fulminant an die Wand gefahren.

Weisheit ist auch die Einsicht, dass ich eben nicht alles selber kann. Gott hat mir eine ganze Anzahl von Talenten mit auf den Weg gegeben. Diese soll ich zu seiner Ehre einsetzen. Alles, was ich nicht kann, da soll ich und darf ich ruhig meine Freunde um Rat bitten.

Mache ich dies nicht und versuche trotzdem alles irgendwie selber zu regeln, dann kommt irgendwann einmal gewaltiger Frust auf. Darum wollen wir Gott bitten, dass er uns auch die Grenzen unserer Talente aufzeigen möge und uns Menschen an die Seite stellen möge, die das können, was uns fehlt.

4. Leiden zulassen

Zugegeben, Gott sei Dank müssen die meisten Jugendlichen noch kein großes Leid in ihrem Leben erdulden. Aber in unserem Kreis kam ein typisches Problem des jugendlichen Leides auf: Der Liebeskummer. Das tut natürlich höllisch weh und man weiß nicht mehr, was man machen soll. Es ist irgendwie das Gefühl, als würde man von innen aufgefressen.

Wir Alten haben dieses Gefühl bestimmt auch schon erlebt und sind alle vermutlich nicht von innen aufgefressen worden. Aber schon dieses "kleine" Leid können wir in Weisheit aushalten. In der Weisheit und Gewissheit, dass immer einer bei uns ist, der uns niemals mehr zumutet, als wir tragen können.

Wir sind uns sicherlich alle darüber einig, dass Gott stets nur das Beste für uns will. Das Problem ist nur, dass wir dies nicht immer auf den ersten Blick erkennen können oder wollen. Wenn wir aber, ausgestattet mit Weisheit, unseren Dickkopf beiseitelassen, dann werden auch wir in all unserem Leiden das Wirken dessen erkennen können, der bei uns ist, alle Tage bis an der Welt Ende.

5. Liebe

Liebe Gemeinde, Weisheit und Liebe gehören zusammen. Nur mit Liebe in unseren Herzen können wir auch vergeben. Nur mit Liebe in unseren Herzen können wir über die vermeintlichen Fehler unserer Mitmenschen hinwegsehen. Nur mit der Liebe in unseren Herzen können wir auch anderen etwas gönnen, was uns selber verwehrt geblieben ist.

Wie viele brenzlige Situationen in unserem Leben ließen sich lösen, wenn wir sie mit den Augen der Liebe betrachten würden.

Darum wollen wir Gott bitten, dass er uns neben der Weisheit auch mit der Liebe ausstatten möge, deren Eigenschaften der Apostel Paulus im 1. Korinther 13, 4-7 wie folgt beschreibt:

"Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles."


Liebe Gemeinde, bei allem was wir über die Weisheit und die Liebe gehört haben, dürfen wir eines bitte nicht vergessen: In ihrer Vollendung werden wir sie niemals erlangen und durchsetzen können. Wir sind alle nur Wanderer auf dem Pfade der Weisheit und der Liebe, und somit Wanderer auf Jesu Spuren.

Oftmals werden wir anders handeln und denken, als wir es heute gehört haben. Wichtig ist nur, dass wir immer wieder auf den rechten Pfad der Weisheit und der Liebe zurückkehren. Und das geht nur mit Gottes Hilfe, seiner Liebe und seiner Barmherzigkeit.

Lassen Sie uns unseren Herrn bitten, dass er diese Liebe tief in uns verwurzelt, indem wir gemeinsam in den 4. Vers des Liedes "Ich bete an die Macht der Liebe..." (EG 661) von Gerhard Tersteegen einstimmen, der da lautet, wie folgt:

O Jesu, dass dein Name biebe im Grunde tief gedrücket ein;
möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein.
Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Mei 19, 2019 10:10 pm

ePredigt vom 19.05.2019 (Apostelgeschichte 16, 23-34)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag nach Ostern. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 6. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 23-34. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Paulus und Silas im Gefängnis

Nachdem man sie hart geschlagen hatte, warf man sie ins Gefängnis und befahl dem Aufseher, sie gut zu bewachen. Als er diesen Befehl empfangen hatte, warf er sie in das innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Block. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und die Gefangenen hörten sie. Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, sodass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Und sogleich öffneten sich alle Türen und von allen fielen die Fesseln ab. Als aber der Aufseher aus dem Schlaf auffuhr und sah die Türen des Gefängnisses offen stehen, zog er das Schwert und wollte sich selbst töten; denn er meinte, die Gefangenen wären entflohen. Paulus aber rief laut: Tu dir nichts an; denn wir sind alle hier ! Da forderte der Aufseher ein Licht und stürzte hinein und fiel zitternd Paulus und Silas zu Füßen. Und er führte sie heraus und sprach: Liebe Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde ? Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig ! Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause waren. Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen. Und er ließ sich und all die Seinen sogleich taufen und führte sie in sein Haus und deckte ihnen den Tisch und freute sich mit seinem ganzen Hause, dass er zum Glauben an Gott gekommen war.


Liebe Gemeinde,

diese Geschichte, die wir soeben gehört haben, hat auf den ersten Blick so gar nichts mehr mit Ostern zu tun, oder etwa doch? Lassen Sie uns dieser Frage heute morgen einmal gemeinsam nachgehen.

1. Die Nacht

Wenn wir uns die Lebensgeschichte von Paulus anschauen, dann können wir mit Fug und Recht behaupten, dass dieser Mensch nach seiner Bekehrung schon so einiges mitgemacht hat. Und ich meine hiermit keine schönen Erlebnisse.

Und das hier, die Verhaftung und die Verbringung in einen, wie wir heute sagen würden Hochsicherheitstrakt, setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf. Kein Wunder, dass erst einmal Funkstille herrschte und sich die beiden auf die neue Situation einstellen mussten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie auch ein wenig an dem zweifelten, was Jesus ihnen zugesagt hatte; nämlich immer bei ihnen zu sein.

Wie vielen Menschen geht es heute genau so. Sie sind zwar nicht unschuldig inhaftiert, befinden sich aber in anderen Nächten des Lebens.

Da hat jemand seinen geliebten Partner verloren und steht nun ganz und gar allein da. Da erhält jemand die Nachricht einer Erkrankung, die alles andere als harmlos verlaufen kann, und da ist der verlassene Partner, der von heute auf morgen einfach damit fertig werden muss, dass sein Lebenspartner sein Glück woanders sucht.

Liebe Gemeinde, da hilft dann nicht mehr das berühmte "Schwamm drüber, wird schon wieder..." Aber trotzdem kommt es dann doch so nach und nach, das

2. Gotteslob

Ganz langsam erscheint dann am Ende des Tunnels der Verzweiflung das Licht des Lebens. Anfangs sieht man vielleicht nur ein kleines Aufblitzen, aber dann wird es immer stärker und heller bis es alle Verzweiflung zu überdecken scheint.

Dieses Licht des auferstandenen Herrn war niemals weg. Es war nur aufgrund unserer Umstände für uns passagär nicht wahrnehmbar, da uns andere Umstände gefangen genommen hatten.
Dieses Licht, liebe Gemeinde, scheint in die Herzen der Menschen hinein, egal unter welchen Umständen diese leben. Es ändert nicht die Umstände, aber die Herzen der Menschen.
Denken wir nur an die Christen in China, die trotz ihrer Inhaftierung nicht an dem Glauben verzweifeln. Gottes Liebe bleibt in ihren Herzen. Sie können gar nicht anders, als diesen Herrn, dem sie gehören immer wieder zu loben und zu preisen.

Keine Macht der Welt kann dieses Licht in den Herzen dieser Menschen auslöschen. Das konnten selbst die Nazis nicht mit dem Licht, dass in Dietrich Bonhoeffer brannte. Selbst auf dem Gang zu seiner eigenen Hinrichtung trug es ihn durch diesen letzten Weg hindurch.

3. Es kommt noch besser

Wenn ich Gott lobe, dann trete ich in die zweite Reihe zurück und gebe allein dem die Ehre, dem mein Leben gehört. Und dies hat ganz praktische Konsequenzen.
Mein Gotteslob wirkt ansteckend. Die Mitgefangenen hörten ja auch das Gotteslob von Paulus und Silas. Und meuterten sie dagegen Nein, keinesfalls.

Gottes Macht wirkt direkt. Wie wir gehört haben, ist die Macht Gottes stärker als alle Fesseln und Mauern. Gott macht frei von allen Fesseln, die auch uns scheinbar unwiederbringlich angelegt sind. Gott kann auch Mauern, die uns unüberwindlich erscheinen, ins Wanken und zum Einstürzen bringen.

Die Mitgefangenen von Paulus und Silas haben dies ja am eigenen Leibe erlebt, wie Gott auch ihre Fesseln abstreifte und auch ihre Zellenwände einstürzten. Sind sie dann abgehauen? Nein, sie machten an der Stelle, wo Gott sie hineinversetzt hat das Beste aus ihrem Leben zu seiner Ehre.
Gott hatte ihnen allen, und will auch uns allen, durch seine Macht und Kraft seinen göttlichen Frieden in unsere Herzen hineinlegen. Egal, wie auch immer unsere äußeren Umstände sein mögen, dieser tiefe innere Frieden wird niemals von uns weichen.

Und damit ist auch ersichtlich, dass unsere Geschichte sehr wohl etwas mit Ostern zu tun hat. Denn diese Tür zu Gott, diese Türe hat unser Herr durch seinen stellvertretenden Kreuzestod für uns wieder aufgetan.

Und wir, die wir heute beisammen sind, sind alle eingeladen, diese frohe Botschaft allen Menschen zu sagen, die sie noch nicht kennen.

Wie nahe uns Gott jeden Tag ist beschreibt auch schon der Liederdichter Jochen Klepper in seinem Lied " Er weckt mich alle Morgen..." (EG 452), dessen 4. Vers lautet wie folgt:

Er ist mir täglich nahe und spricht mich selbst gerecht.
Was ich von ihm empfahe, gibt sonst kein Herr dem Knecht.
Wie wohl hat's hier der Sklave, der Herr hält sich bereit,
dass er ihn aus dem Schlafe zu seinem Dienst geleit.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angsicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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