ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Feb 15, 2021 12:09 pm

ePredigt vom 14.02.2021 (Jesaja 58, 1-9a)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Estomihi. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 58. Kapitel, die Verse 1-9a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Falsches und echtes Fasten

Rufe getrost, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden! Sie suchen mich täglich und begehren meine Wege zu wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte.

Sie fordern von mir Recht, sie begehren, dass Gott sich nahe. "Warum fasten wir und die siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib und du willst's nicht wissen? Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter. Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll.

Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängenlässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der Herr Wohlgefallen hat?

Das aber ist ein Fasten, an dem ich Wohlgefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du dein Joch gelegt hast ! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg ! Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus ! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.



Liebe Gemeinde,

"Gott antwortet nicht auf meine Gebete". Das ist eine Aussage, die immer wieder an mich herangetragen wird. Unser heutiger Predigttext versucht auch, auf diese Frage eine Antwort zu finden. Ersetzen wir das Wort Fasten einfach mal durch das Wort Gebet oder das Wort Gottesdienst.

Lassen Sie uns gemeinsam ergründen, wie wir in eine rechte Beziehung zu Gott treten können und vor allem, lassen Sie uns darauf aufmerksam werden, was wir besser lassen sollen.

1. Der "unrechte" Gottesdienst

Fangen wir also mal damit an, wie wir Gott nicht gegenübertreten sollen. Nämlich mit einem gespaltenen Herzen.

Gewiss, wir leben alle in Stress und Hektik. Ja, das Coronavirus trägt auch nicht gerade zur Entspannung bei. Und da passiert es leicht, dass wir anstelle zu beten, also richtig mit Gott zu reden, Gebetsübungen unternehmen, also mit unserem Herzen ganz woanders sind und nur noch rituell unsere Gebet herunterleiern. Und darauf, liebe Gemeinde, kann Gott ja auch gar nicht antworten.

Und dann kann es auch passieren, dass wir sonntags im Gottesdienst feierlich beieinander sitzen, beten und auf die Predigt lauschen und auch Fürbitte füreinander leisten. Das soll auch so sein.

Sobald uns aber am Montag der liebe Alltag wieder hat, ist dies alles, was wir uns im Gebet und im Gottesdienst vorgenommen haben, ganz schnell wieder vergessen. Da werden dann wieder die Ellenbogen ausgefahren; es gilt nämlich von montags bis samstags das Recht des Stärkeren.

So, liebe Gemeinde, brauchen wir gar nicht erst beginnen zu beten. Und mit einer derartigen Einstellung können wir sonntags auch getrost zu Hause bleiben.

Jetzt schauen wir uns aber mal gemeinsam an, was wir denn besser machen können:

2. Weg vom Unrecht und Unterdrückung

Als Christen, die in der Welt leben sind wir aufgerufen keinem Menschen Unrecht anzutun. Und wir sind aufgerufen unsere Stimme zu erheben, wenn wir sehen, dass Menschen Unrecht erleiden müssen.

Das gelingt uns aber nur dann, wenn wir mit offenen Augen durch die Welt gehen und unsere Augen von uns weg auf die Mitmenschen lenken. Weg vom ICH hin zum DU. Wenn wir dies machen, dann werden wir sensible Antennen für das Unrecht bekommen.

Theoretisch klingt das ja alles ganz gut, aber wehe es kommt der Tag, wo wir aufstehen müssen und unsere Stimme erheben müssen. Mal ganz ehrlich, mir geht es genauso. Aber ich habe jemanden an meiner Seite, der mir dann zur Seite steht und dafür sorgt, dass ich das richtige sage und auch tue.

Wenn wir in einer ständigen Gemeinschaft mit unserem Herrn leben, dann wird ER uns zur rechten Zeit die rechten Worte in den Mund legen. Worte, die nicht verletzen, sondern zum Umdenken anregen. Worte, die nicht befehlen, sondern anraten. Worte, die den Gesprächspartner nicht auf die Palme bringen, sondern die er sich zu Herzen nimmt.

3. Mein Fleisch und Blut

Gut, wir sollen uns unserem Fleisch und Blut nicht entziehen. Aber was bedeutet denn dies ganz konkret für einen jeden unter uns ?

Die wahre Gemeinschaft besteht im Teilen und nicht im egoistischen raffen. Wir sollen natürlich nicht unser Vermögen sinnlos unters Volk werfen und einfach planlos spenden.

Gott sagt uns ganz konkret, um wen wir uns ganz speziell kümmern sollen.

Da wären zunächst einmal die Hungrigen. Man sollte ja meinen, dass es in einem Sozialstaat wie dem unsrigen keinen Hunger mehr gibt. Wer dieser Annahme ist, dem sei angeraten, sich einmal die Schlangen vor den Tafeln anzuschauen. Diese werden nämlich immer länger und manch einer Tafel droht das Geld auszugehen.

Gerade dort können wir mit dem, was wir zu viel haben, denjenigen etwas abgeben, die noch nicht einmal das Geld für eine Lebensmittel, also Mittel zum Leben haben.

Dann hätten wir da noch die Obdachlosen, die neben Hunger noch das Problem haben, dass sie über keinen festen Wohnsitz verfügen. Gerade in Coronazeiten finden sie auch kaum noch Pfandflaschen, welche sie irgendwie zu Geld machen können.

Einige caritative Stationen bauen zur Zeit warme Notunterkünfte in Form von Wohncontainern, damit diese bedürftigen Menschen wenigstens einen warmen Schlafplatz haben. Auch dort dürfen wir von unserem zu viel etwas abgeben.

Dann wäre da noch die Sache mit der Kleidung. Wir haben ja alle zwei Schränke voll nichts anzuziehen. Und dann gibt es Menschen, die sich noch nicht einmal Winterstiefel erlauben können und mit Sommerschuhen durch den Schnee laufen müssen.

Diese erkennt man sehr schnell in unseren Fußgängerzonen. Gehen wir doch einmal auf einen solchen Menschen zu und spendieren ihm ein paar Winterstiefel.

Wenn wir un so verhalten, dann haben wir das, was Gott von uns möchte so umgesetzt, dass er seine helle Freude daran haben wird. Dann werden wir mit seiner Herrlichkeit erleuchtet werden, wie wir es vorhin gehört haben.

Dann werden wir den Herrn anrufen und er wird uns auch antworten. Wenn wir zu ihm schreien, wird er sofort bei uns sein, um uns zur Seite zu stehen.

Wir sehen, die Aussage, dass Gott keine Gebete beantwortet ist so sicherlich nicht richtig. Auch wir sind gefordert, das rechte zu tun, wenn wir von Gott auch recht behandelt werden wollen.

Lassen Sie uns den Herrn bitten, uns dabei stets zur Seite zu stehen, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Lass mich, o Herr, in allen Dingen... (EG 414) von Georg Joachim Zollikofer einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Lass mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn und dir mich weihn;
gib selbst das Wollen und Vollbringen und lass mein Herz dir ganz geheiligt sein.
Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Feb 22, 2021 11:24 am

ePredigt vom 21.02.2021 (Johannes 13, 21-30)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag in der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Johannes im 13. Kapitel, die Verse 21-30. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.


Jesus und der Verräter

Als Jesus das gesagt hatte, wurde er betrübt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete. Es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus lieb hatte, der lag bei Tisch an der Brust Jesu. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete. Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist's ? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Und als er den Bissen nahm, fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald ! Aber niemand am Tisch wusste, wozu er ihm das sagte. Einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben ! oder dass er den Armen etwas geben sollte. Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.



Liebe Gemeinde,

die Überschrift über unserem heutigen Predigttext lautet "Jesus und der Verräter". Zugegeben kein angenehmes Thema, aber auch damit musste sich Jesus uns müssen wir uns alle beschäftigen. Schauen wir uns den Text also einmal etwas intensiver an:

1. Herr, wer ist's ?

Ich bin ja ein phantasievoller Mensch und da stelle ich mir vor, wir alle wären heute mit Jesus zusammen in dieser Szene. Es läuft gerade alles so richtig gut und dann haut Jesus auf einmal so richtig einen raus, wenn er zu seinen engsten Vertrauten, als auch zu uns sagt: "Einer unter euch wird mich verraten". Rums, das hat gesessen.

Wir wollten doch sicherlich alle wissen, wer denn dieser gemeine Verräter ist. So auch die Jünger Jesu. Aber wenn ich diese Frage stelle, dann kommt bei mir die bange Frage auf: Bin etwa ich es, der den Herrn verrät?

Nein, natürlich nicht. Ich führe doch ein rechtschaffendes Leben, gehe jede Woche in die Kirche und zur Bibelstunde. Ich spende auch bereitwillig. Nein, nein bei mir ist alles ok. Und dann fällt mir ein, dass ich doch schon etliche Male in meinem Leben nicht richtig gehandelt habe. Ich habe geschwiegen, wo ich besser hätte reden sollen und ich habe geredet, wo ich besser geschwiegen hätte.

Und wenn ich dann noch weiter in mich gehe, fallen mir doch noch etliche Verstöße gegen die Gebote ein, die ich in meinem Leben begangen habe. Irgendwie kommt es mir so vor, dass auch ich das Zeug zu einem Verräter habe, wenn die Situation dies erfordern sollte.

Und wenn wir uns alle auf uns selber besinnen, dann dürften wir, wenn wir ehrlich zu uns sind, zu dem gleichen Ergebnis kommen.

Grund genug, unserem Herrn dafür zu danken, dass er uns alle unsere Missetaten immer wieder auf's Neue vergibt und Grund genug, unseren Herrn zu bitten, er möge uns von Lüge und Verrat doch bitte fernhalten.

2. Alles ist vorherbestimmt?!

Hinter diesem Satz setzen wir mal ein Ausrufezeichen und ein Fragezeichen.

Wenn wirklich alles vorherbestimmt ist, was in meinem Leben abläuft, dann muss ich ja gar nicht mehr aktiv werden. Dann kann ich das Leben ja so an mir vorbeirauschen lassen. Entweder komme ich in den Himmel oder aber in die Hölle. Egal, ich kann es ja nicht ändern.

So wird unser Bibeltext auch von einigen Auslegern dahingehend interpretiert, dass für Judas alles vorherbestimmt war.

Und das, liebe Gemeinde, glaube ich indes nicht. Wenn es so wäre, dann wäre eine Bekehrung ja gar nicht möglich und nötig. Und dies kann ich so nicht annehmen. Und wir alle wissen, dass Gott uns die Möglichkeit zur Umkehr hin zu ihm mit Jesu Tod geschenkt hat.

Aber was hat es denn auf sich mit dem Bissen, den Jesus dem Judas angeboten hatte? Ich gehe davon aus, dass Jesus dem Judas ein Angebot macht indem er ihm den Bissen gibt. Eine Aufforderung, ein letztes Angebot, diesen Bissen nicht zu nehmen.

Denn Judas hatte sehr wohl die Worte Jesu gehört: "Der ist's dem ich den Bissen eintauche und gebe." Also hätte Judas die Annahme auch verweigern können.

Dies tat er indes nicht und hat sich so aus seinem eigenen Willen heraus zum Verräter gemacht.

Da fehlt noch das Ausrufezeichen in der Angelegenheit "alles vorherbestimmt". Dieses Ausrufezeichen ist Gott selber. Alles, was er uns absolut verspricht, so zum Beispiel einen neuen Himmel, das wird er auch so eintreten lassen, wie er es versprochen hat. Das persönliche Geschick von uns Menschen hingegen das hat Gott sicherlich nicht vorherbestimmt bis uns kleinste Detail hinein.

3. Satan

Wenn wir vom Teufel reden, dann werden wir ja häufig ein wenig belächelt oder sogar als religiöse Spinner hingestellt. Selbst moderne Theologen lehnen die Existenz des Teufels glatt weg ab.

Das heißt aber nicht, dass es ihn nicht wirklich gibt. An vielen Stellen warnt uns der Herr Jesus vor den hinterlistigen Attacken Satans ganz konkret. Also muss es den Teufel doch wohl geben.

Und in unserem Predigttext erleben wir ihn, wie er von Judas Besitz ergreift. Judas lehnt den Bissen nicht ab, sondern nimmt ihn aus der Hand Jesu, obschon er wissen konnte, dass er dadurch zum Verräter wird.

Judas hat im wahrsten Sinne des Wortes der Teufel geritten, als er den Bissen nahm. Er war gar nicht mehr Herr seiner Sinne, sondern der Teufel hatte das Regiment über ihn übernommen.

Der Mensch wird entweder von Jesus geritten oder aber vom Teufel. Dies, liebe Gemeinde hat uns schon vor mehreren hundert Jahren Dr. Martin Luther mit auf den Weg gegeben.

Jetzt lassen Sie uns noch kurz den letzten Satz unseres Predigttextes betrachten. Er lautet: "Und es war Nacht."

Ja, liebe Gemeinde, so ist es, wenn Satan zuschlägt. Er verlockt uns zur Sünde, wenn wir uns noch in dem hellen Lichte Gottes bewegen. Wenn er uns dann überlistet hat, dann nimmt er uns mit in sein Reich der Finsternis.

Aber, und das ist auch eine Tatsache: Wenn wir erkannt haben, dass wir dem Teufel wieder einmal auf den Leim gegangen sind und wenn wir den Herrn dann um Vergebung bitten, dann wird er uns sofort aus der Finsternis herausholen zurück in sein helles Licht.

Natürlich, und das ist auch eine Tatsache und das sehen wir an Judas, wenn wir uns nicht mit einem Hilferuf an Jesus wenden, dann kommen wir auch nicht aus der Finsternis heraus. Und welche Folgen dies haben kann, das sehen wir an dem weiteren Lebensweg des Verräters Judas.

Wohin es ohne Gott geht, liebe Gemeinde, das beschreibt der Liederdichter Manfred Siebald sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes " Es geht ohne Gott in die Dunkelheit...." Lassen Sie uns nunmehr zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in diesen Vers einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Es geht ohne Gott in die Dunkelheit
aber mit ihm gehen wir ins Licht.
Sind wor ohne Gott, macht die Angst sich breit,
aber mit ihm fürchten wir uns nicht.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche im hellen Lichte unseres Herrn.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber






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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Feb 28, 2021 2:26 pm

ePredigt vom 28.02.2021 (Jesja 5, 1-7)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag der Passionszeit, dem Sonntag Reminiszere, was übersetzt werden kann mit den Worten "Gedenke Herr, an deine Barmherzigkeit". Und um diese Barmherzigkeit geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Diesen finden wir bei dem Propheten Jesaja, im 5. Kapitel, die Verse 1-7. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg

Wohlan, ich will meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte. Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg!
Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm ? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte ? Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er verwüstet werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde.
Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und ich will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen. Des Herrn Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.



Liebe Gemeinde,

in diesem Weinberglied hält uns Gott einen Spiegel vors Gesicht, der uns nachdenklich machen sollte. Schauen wir uns doch einmal ein paar Details etwas intensiver an.

1. Wahre Liebe

Der Weinbauer besitzt also einen Weinberg. Allein mit dem Besitz eines Weiberges ist es aber nicht getan. Dieser musste zunächst einmal urbar gemacht werden, damit die Pflanzen darauf wachsen konnten. Dann musste dafür Sorge getragen werden, dass nicht jemand kommt und das alles wieder zunichtemacht.

Daher baute Gott einen Turm in den Weinberg, um diesen zu beaufsichtigen. Und schließlich versorgte er die Pflanzen mit dem, was sie zum Überleben und wachsen dringend benötigen, nämlich mit Wasser.

Jetzt machen wir mal eine kleine Pause und übertragen das auf uns.

Ein jeder von uns ist nämlich auch ein Teil von Gottes Weinberg.

Und so, wie sich Gott um den Weinberg sorgte, so sorgt er für einen jeden unter uns. Alles, was wir haben ist nämlich nicht selbstverständlich.

Wir sind gesund, das ist nicht selbstverständlich. Wir haben genug Nahrungsmittel. Auch das ist nicht selbstverständlich. Schauen wir einmal nach Afrika. Wir sind in unseren Familien geborgen und geschützt. Auch das ist ein Geschenk unseres Herrn. Wir leben in einem sicheren Land, wo es seit über 70 Jahren keinen Krieg mehr gab. Auch da hat Gott seine Hand im Spiel.

Wir könnten jetzt noch endlos so weitermachen. Zusammengefasst können wir sagen, dass uns unser Herr viele, viele Geschenke bereitet, damit wir uns in seinem Weinberg wohlfühlen.

2. Die Enttäuschung

Wenn ein Handwerksmeister einen Lehrling ausbildet, so ist dies eine harte Arbeit für ihn. Am Anfang der Lehrzeit muss er dem Lehrling jeden Handgriff mehrmals erklären. Das braucht er schon ein wenig Geduld. Aber warum tut er sich dies alles denn an?

Nun, er möchte, dass dieser Lehrling nach seiner Ausbildung in seinem Betrieb eigenständig mitarbeiten kann, er also, um bei unserem Predigttext zu bleiben, Frucht bringt.

So möchte auch Gott, der Herr, dass wir, die er in seinem Weinberg behütet, beschützt und bewahrt hat, Früchte bringen.

Dies ist, wie wir es gehört haben, bei seinem Volk mal so richtig schief gegangen. Rechtsbruch und Schlechtigkeit waren die Antworten auf Gottes liebevolle Sorge um sein Volk.

Jeder machte, was er wollte, jeder war nur auf sich bedacht und kein Mensch kümmerte sich um den Nächsten. Von Dankbarkeit keine Spur, und von Frucht schon erst recht nicht.

Da müssen wir doch glatt mal fragen: Wie sieht das denn bei uns aus?

Gebrauchen wir die Gaben, die uns Gott mit auf unseren Lebensweg gegeben hat nur für uns selbst und unser persönliches Glück, unser berufliches Fortkommen und unsere eigene Familie? Oder denken wir auch einmal daran, dass wir alle eine große Familie sind, in der stärkere stets für den schwächeren Teil der Familie sorgt.

Das hat übrigens nicht ausschließlich mit Geld zu tun. Nutzen wir unsere Zeit, unsere Erfahrungen und unser Wissen, um es in den Dienst oder großen Familie Gottes zu stellen?

Also lautet die Frage: Findet Gott bei uns die Früchte, die er bei seinem Volk so vergeblich suchte?

3. Die Konsequenz

Wir haben es alle noch im Ohr: Gott trennt sich von seinem Weinberg. Ganz schön grausam für einen liebenden Gott.

Aber die Geschichte geht ja bekanntermaßen noch weiter. Die Weinstöcke verbleiben ja noch im Weinberg. Und aus einem dieser verbleibenden Weinstöcke hat Gott den wahren Weinstock wachsen lassen.

Und in diesen Weinstock können wir als Reben eingepflanzt werden und uns von diesem Weinstock ernähren, führen und begleiten lassen. Und das unser ganzes Leben lang. Wir müssen nur den Heimweg zu diesem Weinstock antreten.

Wenn wir unsere Sünden bereuen und SEIN JA zu uns im Glauben annehmen, dann wird er uns in diesem Moment in den Weinstock fest einpflanzen. Unsere Aufgabe ist es fortan, an dem Weinstock fest dranzubleiben.

Das geschieht durch Gebet und Gemeinschaft mit diesem Weinstock. Wenn wir dies nicht vernachlässigen, liebe Gemeinde, dann werden auch wir reichlich Frucht bringen.

Lassen Sie uns also dranbleiben an dem wahren Weinstock. Lassen Sie uns dies auch dadurch festmachen, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Liebe, die du mich zum Bilde..." (EG 401) des Liederdichters Johann Scheffler einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht,
Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht:
Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche unter dem Schutz und mit dem Beistand unseres lebendigen Herrn.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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