ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Nov 09, 2020 11:04 am

ePredigt vom 08.11.2020 (1. Thessalonicher 5, 1-6)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen drittletzten Sonntag des Kirchenjahres. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Thessalonicher, Kapitel 5, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr-, dann wird sie das Verderben schnell überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau und sie werden nicht entfliehen. Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. Denn ihr alle seid Kinder des Lichts und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein.



Liebe Gemeinde,

in der Lutherbibel steht über unserem Predigttext die wunderschöne Überschrift: "Leben im Licht des kommenden Tages." In unseren heutigen Sprachgebrauch übertragen würden wir vielleicht sagen: "Wie sollen wir leben im Hinblick auf Jesu Wiederkunft ? Schauen wir einmal, was uns der Predigttext dazu mit auf den Weg geben möchte.

1. Nicht schlafen

Wenn wir die Anzahl der Gemeindemitglieder mal in Relation zu den Gottesdienstbesuchern setzen, dann fällt uns auf, dass wir wohl jede Menge Karteileichen in unseren Beständen haben. Natürlich wird ein Teil davon auch Gottesdiensten im Internet beiwohnen, aber ich wage zu bezweifeln, dass dies die überwiegende Anzahl der Gemeindemitglieder macht.

Ein französischer Pfarrer hatte einmal in seinem Gemeindebrief folgendes geschrieben: "Bei Ihrer Taufe wurden Sie in die Kirche hineingetragen. Bei Ihrer Bestattung werden Sie aus der Kirche herausgetragen. Es wäre schön, wenn Sie dazwischen auch mal selber in die Kirche kommen würden."

Und so ist es mittlerweile leider Realität, dass die Kirche zur Taufe, zur Konfirmation, zur Hochzeit und zur Bestattung benötigt wird. Und die übrige Zeit verbringt man damit, sein eigenes Leben zu führen.

Und somit schläft ein einst reges Glaubensleben so nach und nach ein. Ein befreundeter Kollege von mir sagte einmal, dass die meisten Menschen die Kirche so betrachten wie einen Feuerlöscher. Es ist gut, wenn man einen hat, aber es ist noch besser, wenn man ihn nicht braucht.

So lasst uns nicht schlafen, das sagt uns heutiger Predigttext. Und das bedeutet, dass wir unsere Beziehung zu unserem Herrn stets lebendig halten sollen. Am besten mit Gebet und mit Gemeinschaft. Wenn wir unsere alten Freunde nicht mehr anrufen, sie nicht mehr besuchen dann werden diese Beziehung einschlafen. Genau so ist es mit unserem Glauben.

2. Wachen

Wachen bedeutet mit Gott rechnen. Wachen heißt, dass ich anerkenne, dass mein Herr stets das letzte Wort hat und ich immer auf ihn und sein Wort horche und gehorche.

Meine Großmutter hatte einen Standardspruch, den sie immer anwandte. Der war ihr schon in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn man sie zum Beispiel fragte, was sie am morgigen Tage vorhabe, dann erhielt man natürlich eine Antwort, diese war aber immer mit dem Zusatz versehen: "So Gott, der Herr will".

Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein unterzeichneten Kaufleute Verträge nicht nur mit ihrem Namen, sondern mit dem Kürzel s.c.j. was sub conditione jacobae bedeutet. Man verstand darunter den Jakobäischen Vorbehalt. In Jakobus 4,15 steht nämlich "Wenn der Herr will, werden wir dies oder das tun."

So lebte man in früheren Jahrhunderten unter der ständigen Gewissheit, dass wir alle unter dem Schutz des Herrn stehen und dieser allein weiß, was gut oder weniger gut für uns ist. Daher lässt er das eine gelingen und das andere eben nicht. Man rechnete eben noch mit dem Herrn.

Gut, in dieser Form machen wir das heute nicht mehr. Aber auch heute sollten wir mit der Wiederkunft und dem Eingreifen Gottes rechnen. Ich habe mal ein Buch gelesen, welches den Titel trug. "Und wenn ER heute noch käme". Dort machte sich ein Ehepaar Gedanken darüber, was denn wäre, wenn Jesus heute käme und er sie in der jeweiligen Situation vorfinden würde in welcher sie sich gerade befanden.

Diese Frage dürfen wir uns ruhig einmal selber stellen. Wäre es mir recht, wenn Jesus jetzt wiederkäme und mich bei der Tätigkeit vorfinden würde, der ich gerade nachgehe?

Das soll uns auf keinen Fall zu ängstlichen Menschen machen, die sich immer und immer wieder fragen, ob das, was sie tun, dem Herrn recht wäre. Das habe ich auch schon in Gemeinden gesehen. Dort wurde alles verboten, was Freude macht. Tanzen war verboten, Kino war verboten, Feierlichkeiten waren verboten. Sie können sich sicherlich vorstellen, was das für eine "fröhliche" Gemeinde war.

Wir sollen wachen, dass wir auf dem rechten Weg bleiben und nicht auf falsche Wege abbiegen. Wenn wir wirklich wachen, dann erkennen wir sehr schnell, wenn wir einmal falsch abgebogen sind. Und wenn wir dies schnell erkennen, dann können wir auch schnell mit des Herrn Hilfe den Rückwärtsgang einlegen.

3. Vorsicht Falle

Jesus warnt uns davor auf falsche Propheten zu hören. Ha, da stehen wir doch drüber, uns kann keiner ein x für ein u vormachen. Wir stehen so fest im Glauben, dass uns das nicht passieren kann.

Wissen Sie, liebe Gemeinde, wer auch ganz fest im Glauben stand? Das waren Adam und Eva. Diese Menschen unterhielten sogar noch eine direkte Beziehung, so von Angesicht zu Angesicht zu ihrem Schöpfer. Mehr geht doch gar nicht.

Und dann waren es genau diese Menschen, die auf die Schliche des Satans hereinfielen. Es bedurfte nur der einfachen Frage Satans: "Sollte Gott gesagt haben..." um diesen scheinbar festen Glauben ins wanken zu bringen.

Und glauben Sie mir eines. Satan ist heute noch so aktiv wie damals. Nicht bei den Menschen, die mit Gott nichts zu tun haben wollen. Die hat er ja eh schon in seiner Hand. Aber gerade wir, die wir unserem Herrn angehören sind ihm ein Dorn im Auge. Und daher kommt er mit den subtilsten Verführungen um uns in seine Fänge zu bringen.

Wir kennen alle das Sprichwort "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt". Und genau das sollten wir uns immer wieder vor Augen halten. Satan ist heute mindestens so gefährlich wie im Garten Eden. Und darum sollten wir unsere Antennen auf seine Verführungsversuche ausrichten. Wenn wir dies mit Jesus im Herzen und der Bibel in der Hand tun, dann wird er es verdammt schwer mit uns haben.

Lassen Sie mich kurz noch ein Letztes sagen: Ich bekomme immer wieder Zuschriften von gläubigen Menschen, die deshalb nicht mehr zur Kirche gehen, weil dort nur noch über Umwelt und Politik gepredigt wird. "Jesus kommt bei den Predigten nicht mehr vor", so sagte es mir vor kurzem ein guter alter Bekannter.

Liebe Gemeinde, in eine dieser Kirchen würde ich auch keinen Fuß mehr hineinsetzen. Wer sich als Prediger Umweltaktivist oder als politscher Berater betätigt darf dies tun, aber ohne meine Gegenwart. Dann schaue ich mir lieber einen Gottesdienst im Fernsehen an oder suche mir eine Gemeinde, wo unser Herr noch im Zentrum steht.

Lassen Sie uns das, was wir heute zusammen bedacht haben noch einmal zusammenfassen, indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Wir warten dein, o Gottes Sohn..." (EG 152) des Liederdichters Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Wir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen.
wir wissen dich auf deinem Thron und nennen uns die Deinen.
Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und siehet dir entgegen;
du kommst uns ja zum Segen.


Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet von unserem Herrn und Heiland Jesus Christus.
Ihr

Ulrich Naber



Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Nov 15, 2020 2:40 pm

ePredigt vom 15.11.2020 (Lukas 16, 1-8)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen vorletzten Sonntag des Kirchenjahres. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 16. Kapitel die Verse 1-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Vom unehrlichen Verwalter

Er sprach aber zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter, der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. Und er ließ ihn rufen und sprach zu hm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun ? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter weil er so klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter Ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.


Liebe Gemeinde,

Jesus fordert zum Betrug auf. So jedenfalls könnte es den Anschein haben. So könnte es den Anschein haben, wenn man den Predigttext zum ersten Male hört. Und ehrlich gesagt, auch beim mehrmaligen Lesen konnte ich immer noch nicht so recht glauben, was ich da gelesen hatte. Grund genug also, dass wir uns mit diesem Text etwas eingehender beschäftigen.

1. Am Gelde hängt zum Gelde drängt doch alles

Diese weise Erkenntnis stammt von unserem großen Dichter Goethe. Und da ist auch sicherlich etwas dran. Da müssen wir auch nicht lange suchen: Schauen wir nur auf den Wirecardskandal.

Ganz ohne Zweifel, liebe Gemeinde, Geld ist wichtig. Wer etwas anderes behauptet ist entweder ein Schwärmer oder ein Spinner. Wenn wir unsere Familien ernähren wollen, wenn wir ihnen ein Dach über dem Kopf geben wollen, dann brauchen wir dazu Geld.

Nur ist dabei eines wichtig; nämlich der verantwortungsvolle Umgang mit dem Geld.

Geld ist gefährlich. Ja, das stimmt auch. Mit Geld werden Kriege finanziert und wir sind kräftig dabei, wenn es um Rüstungsexporte geht. Mit Geld wird auch der gesamte weltweite Drogenhandel finanziert. Und mit Geld kann man sich sogar einen Auftragskiller kaufen.

Geld entzweit die Menschen. Nein, das stimmt nicht. Diese Macht besitzt Geld dann doch nicht. Aber wenn wir an die tausenden von Erbstreitigkeiten in unserem Lande denken, wo es letztendlich doch nur um Geld geht, werden wir eines besseren belehrt.

Und in diese Tatsachen hinein sagt Jesus, dass Geld eben nicht alles ist, sondern dass wir es benutzen sollen, um uns Freunde zu schaffen. Wir sollen es nicht horten, wir sollen damit nicht eigensüchtig umgehen. Und wir sollen es nicht nutzlos verprassen.

Der böse Verwalter hatte nämlich das Geld zu seinem Gott gemacht. Und das, liebe Gemeinde, geht nie gut aus.

2. Das Karriereende

Dem Verwalter schwante Böses. Er war mit seinen Finanztransaktionen aufgeflogen. Sicherlich war jahrelang alles gutgegangen und er hatte sich so richtig was abgezwackt. Doch jetzt saß er so richtig im Schlammassel. Das war nun das Ergebnis aus seinem sündhaften Verhalten.

Wenn wir ein Kapitel im Lukasevangelium zurückschauen, da lesen wir das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Auch dieser saß richtig tief im Dreck. Erst da kam ihm die Erkenntnis, dass es so nicht weitergeht.

Und wie der verlorene Sohn, so erkannte auch der böse Verwalter, dass jetzt ein Plan B hermusste. Also zog er kluge Konsequenzen aus seinem Handeln und machte sich Freunde mit dem Geld.

Und diese Erkenntnis, liebe Gemeinde, brachte ihn einen ersten Schritt in die richtige Richtung, nämlich zurück zu Gott. Hatte er früher nur in die eigene Tasche gewirtschaftet, so musste er jetzt feststellen, dass dies alles zeitlich begrenzt war und früher oder später das Ende kommen würde.

3. Die Lebenswende

Der Verwalter hatte also erkannt, dass sein Fehlverhalten ihn nicht weiterbrachte. Übertragen wir das einmal auf unser Christentum. Er hatte erkannt, dass er ein Sünder war. Er bereute von ganzem Herzen, was er getan hatte und beschloss den umgekehrten Weg zu gehen. Dieses nennen wir Buße und Umkehr.

Wenn wir es so wollen, und das wollen uns Gleichnisse ja aufzeigen, so ging er mit seinen Sorgen, Nöten und Problemen hin zu Gott. Der einzige, der ihm hier noch helfen konnte war der Gott, den er vermutlich in seinem Leben immer links hat liegenlassen.

Wir haben ja heute Volkstrauertag. An diesem Tage gedenken wir der Toten der Weltkriege. Und wir müssen anerkennen, dass auch wir einmal sterben werden.

Und somit beschäftigt sich der dritte Punkt, die Lebenswende, auch mit unserem ganz persönlichen Lebensende.

Jeder Mensch hat zwei Möglichkeiten sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Entweder wir verschließen die Augen davor, es ist ja noch eine Zeit hin, bis dieses Ereignis eintritt. Oder aber wir anerkennen diese Tatsache und setzen uns mit ihr auseinander.

Wie Gott sich hat von dem verlorenen Sohn wiederfinden lassen und ihm sogar noch entgegengegangen ist, so hat sich Gott auch von dem bösen Verwalter finden lassen und ist nicht entsetzt über sein bisherigen Tun.

Nein, ganz im Gegenteil, Gott freut sich über jeden Sünder, der reumütig wieder zu ihm zurückkehrt. Jedem, der dies tut, verspricht Gott zwar nicht den Himmel auf Erden, aber er verspricht ihm seinen Beistand in allen Lebenslagen.

Und jedem, der auf diesem Wege zu Gott zurückkehrt verspricht er eine ewige Gemeinschaft mit ihm in seinem Reich.

Wenn wir an den Schächer am Kreuz denken, dann war dies gewiss ein Verbrecher durch und durch. Doch auch diesen nahm Jesus in sein Paradies auf, nachdem er sich bekehrt hatte. Für Jesus gibt es keine hoffnungslosen Fälle.

Daran sollten wir bitte denken, wenn wir wieder einmal so leichtfertig über Menschen urteilen und vielleicht sagen: Bei dem sind doch Hopfen und Malz verloren. Nein, sind sie nicht. Gerade dieser Menschen sollten wir uns ganz besonders annehmen. Wenn Gott selbst dem unehrlichen Verwalter eine zweite Chance einräumt, wie können wir dann Menschen eine zweite Chance verweigern ?

Oberflächlich ging es also "nur" um Geld, aber hintergründig ging es darum, wie wir auf ewig errettet werden können und wie wir die richtigen Prioritäten auf Erden setzen. Und das geht nur, wenn wir umkehren und uns von Gott ein reines Herz schenken lassen.

Darum lassen Sie uns unseren Herrn bitten, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes: "Ein reines Herz, Herr, schaff in mir..." (EG 389) des Liederdichters Heinrich Georg Neuß einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Ein reines Herz, Herr, Schaff in mir,
schließ der Sünde Tor und Tür;
vertreibe sie und lass nicht zu,
dass sie in meinem Herzen ruh.


Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Dir und sei dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Nov 18, 2020 12:00 pm

ePredigt vom 18.11.2020 (Jesaja 1, 10-18)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Buß- und Bettag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 1. Kapitel, die Verse 10-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Höret des Herrn Wort, ihr Herren von Sodom ! Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra ! Was soll mir die Menge eurer Opfer ?, spricht der Herr. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir- wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet ? Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer ! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel !
Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht ! Meine Seele ist Feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin's müde, sie zu tragen. Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen ! Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache ! So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden.



Liebe Gemeinde,

ein ganz schön hartes Wort, was wir soeben gehört haben. Und dabei sind es nicht die Worte Jesajas, die er zu dem Volk Israel spricht, sondern die Worte des lebendigen Gottes, die dieser durch seinen Propheten direkt zu dem Volk spricht. Schauen wir uns dies doch einmal etwas genauer an.

1. Der Status Quo

Gott hat allen Grund diese Worte in dieser ungewohnten Härte an sein Volk zu richten.

Der Grund ist schlicht und einfach derjenige, dass alle Menschen gottlos geworden waren. Es gab keine religiösen Lehrer und Führer mehr. Jeder machte, was er wollte und niemand, was er eigentlich tun sollte.

Und wenn man das monate- und jahrelang gemacht hat, dann wird man allmählich taub für das Wort Gottes. Und deshalb wählt Gott auch zu Beginn seiner Botschaft die Ortschaften Sodom und Gomorra.

Wenn wir uns erinnern an Lot, der ja ein Einwohner von Sodom war, wie er und die seinen von den Engeln Gottes gerettet wurden, bevor der Herr Feuer vom Himmel fallen ließ und Sodom und Gomorra vernichtete. Nicht nur die Stadt, sondern auch alle Einwohner darin wurden getötet.

Das gleiche Schicksal droht Gott nunmehr den Israeliten durch den Propheten Jesaja an. Vermutlich werden sie gesagt haben: Aber wir opfern dir doch ! Aber wir gehen doch regelmäßig in die Versammlungen ! Aber wir beten doch auch !
Das alles, liebe Gemeinde zählt nicht vor Gott.

Mit rituellen Handlungen können wir bei Gott keinen Blumentopf gewinnen. Gott will unser Herz und nicht unsere frommen Rituale.

Es sah also ziemlich düster aus für die Israeliten. Das Schicksal von Sodom und Gomorra vor Augen und dann auch noch die Botschaft, dass religiöse Rituale, auf deren Einhaltung sie sich viel eingebildet hatten, auch nicht vor dem Untergang retten können. Schlimmer geht's kaum noch.

2. Bitte wenden

Gott wäre nicht Gott, wenn er nicht auch eine Botschaft senden würde, welche die Möglichkeit der Errettung aufzeigt.

Lasst ab vom Bösen und lernt Gutes zu tun. So haben wir es in unserem Predigttext gehört. In der Praxis bedeutet dies, dass ich mich abkehren soll von allem, was Gott nicht gefällt. Und ich soll mich hin kehren zu allem, was Gott gefällt.

Dass dies nicht einfach sein würde, das sagt Gott schon mit dem kleinen Wort "lernen". Wer jahrelang nur in Sünden gelebt hat, der wird immer mal wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Daher spricht Gott hier auch von einem Lernprozess, den die Israeliten zu durchlaufen hatten.

Helft den Unterdrückten, passt auf die Waisen auf und achtet auf die Witwen. Dies waren in der damaligen Zeit die schwächsten Glieder der Gesellschaft. Sie hatten keinen Fürsprecher und einen Sozialstaat wie wir ihn heute kennen den gab es damals noch nicht.

Schaut nicht nach den Oberen, die euch sagen wollen, was ihr zu tun habt, sondern schaut nach denen ganz unten, die ganz dringend eurer Hilfe bedürfen. Das ist die Ansage Gottes an sein Volk.

So, und jetzt wird es noch ein wenig juristisch. Wir haben in unserem Text das Wort "rechten" gehört. Dies ist ein veraltetes Wort für einen juristischen Vergleich.

Wenn Kläger und Beklagter vor Gericht stehen und sich doch noch einig werden, dann wird ein Vergleich geschlossen. Die Klage wird fallengelassen und es kommt auch zu keinem Urteil.

Dies verspricht der allmächtige Gott seinem Volk, wenn es sich von seinem bisherigen Weg abkehrt und zu ihm zurückkehrt.

3. Heute 2020

Heute ist ja Buß- und Bettag. Was dies im Alten Testament bedeutete, das haben wir soeben gehört. Wie schaut es denn heute bei uns aus ?

Es werden ja schon Stimmen laut, die uns mit Sodom und Gomorra auf die gleiche Stufe stellen. In Deutschland, so habe ich es gelesen, gehören nur noch rund 50 % der Bevölkerung einer Kirche an. Der Rest ist entweder ausgetreten oder bezeichnet sich als Atheisten.

Wenn ich dann auf die sexuelle Unmoral schaue, die an allen Ecken und Enden ausgeübt wird, wenn ich an die Ehe für alle denke oder aber an die vielen Schwangerschaftsabbrüche, dann möchte ich fast zustimmen.

Aber, liebe Gemeinde, darum geht es ja gar nicht. Egal, wie oft wir beten, egal, wie oft wir in den Gottesdienst gehen und egal, wie viele gute Taten wir ausüben, eines bleibt bestehen: Wir sind alle Sünder und bedürfen der Erlösung von unseren Sünden.

Jede kleine Sünde, auch die allseits so beliebte Notlüge reicht für den Gang in die Hölle aus, wenn nicht vorher für diese Sünde bezahlt wurde.

Seit Jesu Erlösungstat am Kreuz ist für all unsere Sünden bereits bezahlt worden. Und wer dies im Glauben annimmt und dem Herrn Jesus sein Leben übergibt, der darf sich auf diese Bezahlung berufen.

Unsere Bekehrung ist also nichts anderes als das, was Gott von den Israeliten verlangte: Eine Abkehr von allem Bösen und eine Hinkehr zu allem, was Gott gefällt. Denn dies ist die logische Konsequenz davon, wenn ich Jesus mein Leben übergebe. Dann kann und will ich nicht so bleiben, wie ich bin, dann will ich nach seinen Regeln leben.

Jetzt haben wir den Bußtag also "erledigt". Aber was ist mit dem Bettag gemeint ? Nun, Beten ist ja nichts anderes als reden mit Gott. Wenn ich so leben möchte, wie es ihm gefällt, dann muss ich ja auch eine Beziehung zu ihm aufbauen. Wenn ich dies nicht mache, dann trete ich irgendwie auf der Stelle.

Also gehören Umkehr, Buße und Beten zusammen. Natürlich werden wir auf Eden niemals perfekt werden. Das sind wir erst im Himmel. Nur unser Herz und unsere Gesinnung sollen allein dem gehören, der bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende. Und somit ist Buß- und Bettag keine statische Größe sondern ein dynamischer Prozess, der wenn wir es so wollen, jeden Tag praktiziert werden sollte.

Bringen wir doch jeden Abend all das vor Gott, was aus unserer Sicht falsch gelaufen ist und bitten ihn, uns diese Taten, Worte und Gedanken zu vergeben und uns weiterhin auf rechtem Wege zu führen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Nun gehören unsre Herzen..." von Friedrich von Bodelschwingh einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Buß- und Bettag. Vielleicht fangen wir ja gleich heute Abend mit unseren ganz persönlichen Buß- und Betttagen an ?

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Nov 23, 2020 12:31 pm

ePredigt vom 22.11.2020 (Offenbatung 21, 1-7)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Buch der Offenbarung, Kapitel 21, die Verse 1-7. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das neue Jerusalem

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit Ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir:
Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein. Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.


Liebe Gemeinde,

wenn wir unser Leben betrachten, dann geschieht dies immer von der Geburt an. Also vom Anfang bis zum Ende. Heute am Ewigkeitssonntag haben wir mit dem Ende begonnen, also mit dem, was uns alle im Himmel erwarten kann. Schauen wir uns dies doch einmal etwas genauer an:

1. Wo sind sie denn jetzt?

Liebe Gemeinde, viele von uns haben im vergangenen Jahr liebe Menschen zu Grabe tragen müssen. Bei all der Trauer fragen wir uns natürlich auch: Wo sind sie denn jetzt?

Unser Predigttext sagt dazu nichts. Dort geht es um das neue Jerusalem, also unsere endgültige Heimat. Aber wenn wir uns das Lukasevangelium anschauen, dann sagt Jesus zu dem Verbrecher am Kreuz, der in buchstäblich letzter Minute sein Leben Jesus übergeben hat die Worte: "Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein."

Jesus zeigt uns damit definitiv auf, dass wir direkt nach unserem körperlichen Tod bei ihm sein werden. Wohlgemerkt, nur diejenigen die in der Zeit Ihres Lebens auf Erden IHN zum Herrscher ihres Lebens erkoren haben.

Das haben sicherlich die meisten unter uns schon lange getan, sodass wir unsere Lieben getrost wieder in Gottes Hand zurückgeben dürfen.

Was mit den anderen Menschen direkt nach ihrem Tod geschieht, davon steht nichts in der Bibel.

Aber mit dem Verweilen bei Jesus ist ja noch nicht alles vorbei. Ein kleiner Tipp. Lesen Sie das Buch der Offenbarung doch einmal im Zusammenhang durch. Bevor das neue Jerusalem, also unser Wohnsitz in der Ewigkeit vom Himmel herabkommt geschieht noch so einiges auf Erden.

Eines Tages werden Himmel und Erde vergehen. Derjenige, der sie erschaffen hat, hat natürlich auch das Recht sie wieder vergehen zu lassen. Aber dann kommt etwas viel schöneres: Nämlich das neue Jerusalem, in welchem wir mit Gott zusammen unsere Ewigkeit verbringen werden.

Wenn Gott mit uns zusammenlebt, dann wird er abwischen alle Tränen, es wird kein Leid, keinen Schmerz und keinen Tod mehr geben.

2. Wie kommen wir dahin?

Um zu unserem Herrn zu gelangen, also unmittelbar nach unserem Tode wieder mit unseren Lieben vereint zu sein müssen wir von der Quelle des lebendigen Wassers trinken.

Das bedeutet nichts anderes, als das, was Jesus der Frau am Jakobsbrunnen gesagt hat. Der Welt Wasser stillt zwar für einen Augenblick unseren Durst. Aber sein Wasser stillt unseren Durst in alle Ewigkeit.

Jesus spricht natürlich davon, dass wir ihm allein unser ganzes Leben anvertrauen sollen und nicht der Welt und ihren angeblichen Versprechen auf Glückseligkeit. Wer sein Leben voll und ganz auf Jesus fokussiert, der wird auch kaum mehr Durst nach der Welt mehr verspüren.

Wenn wir dies tun, dann werden auch wir bald wieder mit unseren Lieben und all den Menschen vereint sein, die in ihrem Leben alles auf den Herrn gesetzt haben.

Das sind übrigens keine frommen Wünsche oder Fabeln, die ich mir selber ausgedacht habe. Gott selbst sagt, dass wir Erben sind, wie wir es in unserem Predigttext gehört haben.

Wenn ein Familienmitglied verstirbt, dann hinterlässt es meist Vermögenswerte. Die Erben, also meist der Ehegatte oder die Kinder erhalten dann dieses Vermögen. So, und darauf haben sie einen Rechtsanspruch.

Wenn wir von unserem Schöpfer als Erben bezeichnet werden, dann haben wir einen Rechtsanspruch, in den Himmel aufgenommen zu werden.

Jeder Mensch, der in der Zeit seines irdischen Lebens durch seine Bekehrung wieder zu Gottes Kind geworden ist, der ist somit auch gleichzeitig sein Erbe. Dieses Erbe kann uns niemand streitig machen. Aber wir können es natürlich ausschlagen.

Und als Erben haben wir auch gleichzeitig unsere Wohnberechtigung für das neue Jerusalem in der Tasche. Wir sind also bis zum neuen Jerusalem bei unserem Herrn geborgen und ziehen dann mit ihm zusammen in das neue Jerusalem ein.

3. Wo kommen die anderen hin?

Wir finden in der Bibel keine Anhaltspunkte dafür wo all diejenigen hingelangen, die ohne sich zu Gott bekehrt zu haben unmittelbar nach ihrem Tode hinkommen.

Aber was später geschieht, wenn Gott das neue Jerusalem auf die Erde sendet, das finden wir am Ende unseres Predigttextes beschrieben.

Alle diese Menschen werden den hier beschriebenen zweiten Tod sterben. Dieser Tod ist ein Synonym für die Hölle. Exemplarisch werden hier einige Personengruppen aufgezählt. Das sollten wir uns kurz anschauen.

Über die Ungläubigen müssen wir uns nicht weiter unterhalten. Mit den Feigen sind die Menschen gemeint, die lieber den breiten Weg gehen, der ins Verderben führt, als den schmalen Weg der in den Himmel führt. Das sind Menschen, die aus eigener Bequemlichkeit und vielleicht auch aus Vergnügungssucht lieber ihren eigenen als den Weg mit Gott gehen.

Mörder, Unzüchtige, Götzendiener und Lügner werden hier auch noch aufgeführt. Hier müssen wir natürlich darauf achten, dass damit nicht diejenigen Menschen gemeint sind, die sich nach diesen Sünden zu Gott bekehrt haben. Hiermit sind all die Menschen gemeint, die ganz bewusst in ihren Sünden bleiben wollen.

Was nehmen wir heute mit nach Hause? Die Gewissheit, dass unsere Lieben bei unserem Herrn geborgen sind, die Gewissheit, dass auch wir eines Tages dorthin gelangen und unsere Lieben wiedersehen werden und die feste Zuversicht, dass wir als Gottes Erben die Ewigkeit mit ihm zusammen verbringen werden.

Das tröstet natürlich nicht sofort über den Tod eines lieben Menschen hinweg, es eröffnet aber Aussichten, die über die unmittelbare Trauer hinausgehen und uns unser weiteres Leben begleiten können.

Lassen Sie uns diese Himmelsperspektive zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes noch einmal gemeinsam besingen, indem wir in den 4. Vers des Liedes " 'Wir warten dein, o Gottes Sohn..." EG 152) des Liederdichters Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Wir warten dein, du kommst gewiss, die Zeit ist bald vergangen;
wir freuen uns schon überdies mit kindlichem Verlangen.
Was wird geschehn, wenn wir dich sehn,
wenn du uns heim wirst bringen, wenn wir dir ewig singen!


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten und besinnlichen Ewigkeitssonntag und ich freue mich, wenn wir uns in der nächsten Woche zum Beginn des neuen Kirchenjahres wiedersehen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Nov 30, 2020 10:55 am

ePredigt vom 29.11.2020 (Sacharja 9, 9-10)





Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem ersten Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Sacharja im 9. Kapitel, die Verse 9-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze ! Siehe, dein König kommt zu dir. Ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.



Liebe Gemeinde,

der Prophet Sacharja gehört ja zu den kleinen Propheten; dies bedeutet indes nicht, dass er uns nur weniger Wichtiges zu sagen hätte. Gerade im Propheten Sacharja finden wir detaillierte Schilderungen über das, was Jahrhunderte später geschehen sollte und dessen wir uns in der Adventszeit jedes Jahr aufs neue erinnern. Lassen Sie uns einige Punkte unseres heutigen Predigttextes ein wenig näher betrachten:

1. Der König kommt

Viele von uns sind ja bereits jetzt im Weihnachtstrubel angelangt. Jetzt geht es darum rechtzeitig die Geschenke zu besorgen. Die Wohnung noch adventlich hergerichtet werden und aus logistischer Sicht ist es sicherlich nicht verkehrt, sich bereits jetzt Gedanken über das Festtagsmenu zu machen. Man steht also unter ständiger Anspannung.

Und da vergisst man schon mal sehr schnell, um was es denn eigentlich in der Adventszeit geht. Es geht eben nicht um Tannenbaum, Lichterketten und holdseliges Weihnachtsgedudel.

Es geht einzig und allein daraum: Der König aller Könige kommt zu uns.

Ich war einmal vor vielen Jahren in den Niederlanden und nahm am Königinnentag teil. Ganz Holland war auf den Beinen, die Häuser bunt geschmückt und alle waren fröhlicher Stimmung. Wir waren in Den Haag, wo die königliche Familie einen Rummelplatz besuchte. Und so konnte ich Königin Beatrix und ihren Gemahl ganz aus der Nähe sehen.

Über ein ähnliches Ereignis berichtet ja unser Predigttext. Und doch ist es ganz anders. Ich habe zwar Königin Beatrix gesehen, diese wird aber von meiner Gegenwart wohl kaum Notiz genommen haben.

Ganz anders sieht es bei dem König aus, der uns besucht. Sacharja beschreibt dies ganz deutlich, wenn er sagt: "Dein König kommt zu DIR". Der König, den wir erwarten, der kommt nicht anonym um seinem Volk auf Erden einen Besuch abzustatten, und sich von ihm huldigen zu lassen.

Dieser König kommt ganz persönlich zu einem jeden von uns. Vor eines jeden Herzenstüre macht er halt und klopft an, um dort eingelassen zu werden. Nur, liebe Gemeinde, in unseren stressigen Zeiten bemerken wir dies kaum noch.

Klar, das Kind in der Krippe wird noch wahrgenommen, aber von den meisten Menschen nur noch als Weihnachtsdekoration und aus alter Tradition heraus, weil es eben so dazugehört.

Lassen Sie uns diesem König alle Ehre geben, die ihm allein gebührt. Machen wir unsere Herzen ganz weit auf, damit er dort einziehen kann.

2. Arm und gerecht

Wenn wir uns das Kind in der Krippe so betrachten, dann ist es niedlich anzuschauen. Was für eine heimelige Atmosphäre, die wir dort im Stall betrachten können.

Und doch kommt dieses Kind in der Krippe als Gerechter, in der heutigen Sprache würden wir sagen als Richter. Nicht als Richter über irgendwelche Streitigkeiten, sondern als Weltenrichter. Als Richter über einen jeden von uns.

Jeder von uns steht mit seiner ganz persönlichen Schuld einmal vor diesem Richter und muss sich eines Tages dort selber rechtfertigen. Und zwar für alles, was er getan und gelassen hat. Und da kommt einiges zusammen. Um ehrlich zu sein, wird mir bei dem Gedanken ganz schön mulmig und ich spüre auf einmal so gar nichts mehr von Weihnachtsfreude.

Aber, liebe Gemeinde, dieser Richter kommt auch als Helfer in Armut. In Armut, damit wir reich beschenkt werden können.

Das Kind in der Krippe kommt zwar als Richter, aber als Richter, der die Strafe die wir verdient hätten auf sich nimmt und uns frei von aller Schuld macht.

Und wenn ich daran denke, dann kommt wieder die echte Weihnachtsfreude in mein Herz hinein. Dann kann ich jubeln und frohlocken und mich von ganzem Herzen freuen, dass unser Heiland geboren wird.

Dann betrachte ich das Kind in der Krippe auch mit ganz anderen Augen, dann ist es nicht mehr nur heimelig, sondern dann schaue ich voller Dankbarkeit auf IHN und danke ihm für das, was er für mich getan hat. Dann sehe ich in ihm nicht mehr das kleine Kind, sondern denjenigen, der unser Heil und Segen mit sich bringt. Davon werden wir später noch singen.

3. Was sollen wir machen

Wir sollen zunächst einmal von unserem hohen Ross herunterkommen und bekennen und anerkennen, dass wir nicht die Herrscher unseres Lebens sind.

Wir sollen einfach nicht mehr tun, als zu ihm kommen und das annehmen, was er uns schenken möchte; nämlich die Bezahlung für all unsere Sünden.

Wir sollen uns ganz in seine Arme werfen und uns von ihm leiten und begleiten lassen unser ganzes Leben lang.

Die Bezahlung für all unsere Sünden, seine ständige Gegenwart und seine Liebe zu uns das möchte uns das Kind in der Krippe zu Weihnachten schenken.

Und darum gibt es auch die Adventszeit, in welcher wir uns auf sein Kommen jedes Jahr wieder freuen dürfen. Und da dieses Kind in der Krippe möchte, dass allen Menschen, also nicht nur uns, geholfen wird, daher dürfen wir das, was uns dieses Kind schenken möchte auch den Menschen weitersagen, die noch nichts von diesem großartigen Geschenk erfahren haben.

Erinnern wir doch unsere Mitmenschen einmal wieder daran, was im Zentrum von Advent und Weihnachten steht. Sagen wir ihnen doch, dass Weihnachten mehr ist als Weihnachtsbaum und Gänsebraten. Gerade in dieser Zeit, wo alles ein wenig näher zusammenrückt als sonst im Jahr, ergibt sich diese Möglichkeit bestimmt immer wieder einmal.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Weihnachtsliedes "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit..." (EG 1), des Liederdichters Georg Weisel einstimmen, welche da lautet, wie folgt:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen ersten Advent und eine schöne erste Adventswoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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