ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jan 06, 2020 1:35 pm

ePredigt vom 05.01.2020 (Jahreslosung 2020)



Liebe Gemeinde,



ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem 2. Sonntag nach dem Christfest. Als Predigttext soll uns heute die Jahreslosung für das Jahr 2020 dienen, die da lautet, wie folgt:

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!



Liebe Gemeinde,

entweder glaube ich oder ich glaube nicht. Glaube und Unglaube in einer Person ? Wie passt das denn bitteschön zusammen? Lassen Sie uns heute Morgen einmal gemeinsam eine Zeitreise des Glaubens eines Menschen machen.

1. Der Weg zu Gott - Die Bekehrung

Die hatte der Mann aus unserer Jahreslosung ja schon hinter sich. Er hatte den Weg zu Gott gefunden oder aber besser gesagt, Gott hat sich von ihm finden lassen.

Nachdem sich ein Mensch bekehrt hat, also bewusst sein Leben Gott übergeben hat räumt Gott den Körper eines Menschen auf.

Nach der Bekehrung findet er dort noch reichlich viel Müll. Dieser wird gesammelt und dann ein für alle Male entsorgt. Das können Abhängigkeiten aller Art sein, das können vielfältige Sünden sein, kurz es kann alles sein, was nach der Bekehrung nicht mehr dort hingehört.

Dann stattet der Heilige Geist uns mit allem aus, was für ein gelingendes Christenleben notwendig ist. Der bekehrte Mensch verspürt auf einmal einen bisher nicht vorhandenen Drang Gottes Wort zu lesen, mit Gott zu reden und er fühlt sich auf einmal dort wohl, wo er vorher nie gewesen ist; nämlich in der Gemeinschaft der Gläubigen.

2. Der Weg in Gott - Jesu Einzug

Nachdem diese "alte Bude" aufgeräumt ist, kann der Herr Jesus in diesen Körper Einzug halten und diesen Körper in seinem Sinne regieren.

Ausgestattet mit dieser Regierung führen wir alle ein Leben "in" Gott. Paulus drückt dieses Leben in Gott sehr schön aus, wenn er sagt: "Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir " (Galater2, 20).

Und diese Beziehung zwischen mir und meinem Herrn ist keine punktuelle Beziehung, sondern eine Beziehung, die langsam wachsen wird. Wenn ich wissen will, was mein Herr von mir will, dann muss ich ihm zunächst einmal aufmerksam zuhören. Das machen wir, wenn wir die Bibel lesen, Gemeinschaftsstunden besuchen oder aber sonntags am Gottesdienst teilnehmen. Überall dort erfahren wir, wie ein Leben in Gott gelingen kann.

Dann können wir ihn auch jederzeit anrufen und fragen, was wir denn nun genau machen sollen. Wir nennen diese Anrufe einfach Gebete. Beten bedeutet nicht das herunterleiern auswendig gelernter Floskeln. Beten ist ein reales Gespräch mit Gott. Das beutetet, dass ich nach meinem Amen nicht einfach wieder zur Tagesordnung zurückkehren kann, nein ich darf auch auf eine Antwort hoffen. Daher sollte ich nach meinem Gebet noch eine Weile in der Stille vor Gott verweilen, um seine Antwort auch wahrnehmen zu können.

Wenn wir auf diese Art und Weise dauerhaft mit unserem Herrn in Kontakt bleiben, dann erwächst daraus eine tiefe und innige Beziehung zu unserem Herrn.

3. Der Weg mit Gott - Stolpersteine

Und jetzt kommen wir zu unserem Text in der Jahreslosung zurück. Der Mann aus unserem Predigttext war ja schon zu Gott gekommen und lebte bereits mit Gott. Was um alles in der Welt hat ihn denn da geritten, dass er sagt: "Ich glaube, hilf meinem Unglauben."

Wenn wir das Wort Unglaube lesen, dann steht dort im Urtext das Wort "apistia". Genau übersetzt bedeutet es aber nicht unbedingt Unglaube, sondern fehlendes Vertrauen.

Und jetzt erkennen wir auch, was der verzweifelte Vater von Jesus erbittet. Er bittet Jesus darum, ihm sein Vertrauen in Gott wieder zu geben.

Dieses fehlende Vertrauen nennen wir auch Zweifel. Wer unter uns hat nicht schon einmal an Gott und seinem Wirken gezweifelt? Ich glaube, diese Situation kennen wir doch alle.

Und in diesen Situationen sollen wir eben nicht unsere Zweifel in den Mittelpunkt des Geschehens rücken. In solchen Talsohlen des Glaubens sollen wir unseren Herrn bitten, unsere Zweifel wieder in Vertrauen zu verwandeln.

Denn letztendlich zweifelt Gott nicht an uns, sondern wir an Gott. Und daher kommt er immer wieder unserer Bitte nach, Zweifel in Vertrauen zu ihm zu wandeln. Lassen Sie uns daran das ganze Jahr über im Sinne unserer Jahreslosung denken. Wenden wir uns bei Zweifeln doch immer gleich an den, der alle Zweifel ausräumen kann und der über allen Zweifeln steht.

Lassen Sie uns nunmehr zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 1. Vers des Liedes "O König aller Ehren..." (EG 71) des Liederdichters Martin Behm einstimmen, der da lautet, wie folgt:

O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn,
dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron;
hilf, dass allhier auf Erden den Menschen weit und breit
dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche in und mit unserem Herrn.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jan 13, 2020 11:22 am

ePredigt vom 12.01.2020 (Matthäus 3, 13-17)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 3. Kapitel, die Verse 13-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesu Taufe

Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's geschehen. Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.



Liebe Gemeinde,

heute geht es also um die Taufe. Ich gehe einmal davon aus, dass die meisten unter uns getauft sind. Lassen Sie uns doch heute einmal in einer Tauf-Gedächtnis-Predigt über die Taufe nachdenken.

1. Was sagt die Taufe aus?

So wie Jesus getauft wurde, liebe Gemeinde, so wurden auch wir getauft. Wer getauft ist, der gehört zu Gott. Und dies bekräftige Gott bei der Taufe Jesu, indem er vom Himmel herab die Worte spricht: "Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe."

Und genau diese Worte spricht Gott auch heute noch zu jedem Neugetauften. Jeder der getauft ist, der ist ein Gotteskind geworden, an dem er Wohlgefallen hat.

Jetzt kommen wir auf ein ganz dünnes Eis. Viele von uns sind als Kinder getauft worden. Die Taufe setzt aber die Umkehr voraus und die Bekehrung. Lassen Sie uns darüber in unserem dritten Punkt nachdenken.

2. Was folgt aus der Taufe?

Aus der Taufe heraus erfolgt der Gehorsam Gott gegenüber. Mit der Taufe bekräftige ich meine Umkehr und meine Bekehrung vor Gott.

Als sein geliebtes Kind möchte ich natürlich auch gern den Willen meines Vaters tun. Wie wir auf Erden unseren Eltern Gehorsam schulden, so schulden wir Gott noch mehr unseren Gehorsam.

Woher erkenne ich denn nun, was Gottes Wille ist? Nun, diese Frage beantwortet uns die Bibel. Sie ist quasi Gottes Erziehungsleitfaden für seine Kinder. Wenn wir also wissen wollen, was Gott von uns will, dann ist es unerlässlich, dass wir sein Wort studieren.

Nicht einmal querlesen, wie die Bild-Zeitung, sondern tagtägliches Studium des Wortes Gottes zeigt uns, was wir tun oder lassen sollen.

Natürlich werden wir nicht sofort immer alles verstehen, was in der Bibel steht. Dafür haben wir aber die Möglichkeit mit Gott direkt zu reden. Fragen wir ihn doch einfach, was er von uns erwartet. Er wird uns bestimmt eine Antwort auf unsere Fragen geben.

Dies geht auch nicht mal eben so zwischendurch. Auch für das Gespräch mit Gott sollen wir uns genügend Zeit nehmen. Wenn wir uns mit unseren Bekannten unterhalten, dann nehmen wir uns doch auch die Zeit zu reden und zum Zuhören. Genau dies erwartet Gott auch von uns.

Und noch mehr über Gott können wir in Erfahrung bringen, wenn wir uns einer christlichen Gemeinschaft anschließen. Und jetzt sind wir "alten Hasen" gefragt. Wir erleben es immer wieder, dass Neubekehrte zu uns stoßen. Lasst uns diese nicht verprellen, indem wir sie mit all unserem Bibelwissen zutexten.

Gerade wer neu bekehrt ist, ist noch unsicher und braucht unsere helfenden Hände, die ihm den rechten Weg zeigen. Nehmen wir uns also liebevoll dieser Menschen an und begleiten sie behutsam auf ihren ersten Schritten mit Gott. Denken wir daran, dass auch wir einmal so angefangen haben.

3. Gibt es eine Kehrseite der Taufe?

Ja, leider die gibt es auch.

Ja, Gott liebt alle Menschen
Ja, Gott nimmt alle Menschen ohne Vorbehalte an
Ja, auch Moslems und Hindus können in den Himmel kommen

Aber, und das ist ganz entscheidend, die Taufe als Ritual dürfen wir nicht als Eintrittskarte in den Himmel sehen.

Zuerst kommt die Umkehr und die Bekehrung und dann erst die Taufe.

Leider ist es heute oftmals so, dass die Taufe nur noch als ein gesellschaftliches Ritual angesehen wird und der tiefere Sinn gar nicht mehr zum Vorschein kommt. Und jetzt sind wir wieder bei der Erwachsenentaufe.

Aus meinem Grundverständnis macht nur diese wirklich Sinn, da sich ein Kleinstkind ja noch gar nicht bekehren kann. Aber eine stellvertretende Bekehrung durch die Eltern können wir aus der Bibel auch nicht direkt ableiten.

Ich mache es mir nicht einfach, aber es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die ewig Gottes Geheimnis bleiben werden. Vielleicht sieht Gott ja gerade in der Kindstaufe den ersten Schritt hin zu ihm, der dann von den Eltern weiter begleitet wird.

Wenn wir die Taufe so verstehen, wird der Täufling nach der Taufe von seinen Eltern im Glauben angeleitet und kann seinen Bund mit Gott dann bekräftigen, wenn er dazu in der Lage ist. So jedenfalls war es bei mir und bei vielen anderen von Ihnen sicherlich ebenfalls.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in das Tauflied "Nun schreib ins Buch des Lebens…" (EG 207) einstimmen, der das soeben gehörte noch einmal etwas schöner ausdrückt und lautet, wie folgt:


Nun schreib ins Buch des Lebens, Herr ihren Namen ein,
und lass sie nicht vergebens zu dir geführet sein.
Ach präge jedem Kinde dein Wort recht tief ins Herz,
dass es, bewahrt von Sünde, die dien in Freud und Schmerz.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden.

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr

Ulrich Naber





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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jan 20, 2020 11:42 am

ePredigt vom 19.01.2020 (Jeremia 14, 1; 3-4; 7-9)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia im 14. Kapitel, die Verse 1; 3-4 und 7-9. Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam lesen:

Dies ist das Wort, das der Herr zu Jeremia sagte über die große Dürre: Die Großen schicken ihre Leute nach Wasser; aber wenn sie zum Brunnen kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre Gefäße leer zurück. Sie sind traurig und betrübt und verhüllen ihre Häupter. Die Erde lechzt, weil es nicht regnet auf Erden. Darum sind die Ackerleute traurig und verhüllen ihre Häupter. Ach, Herr, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben. Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als wärst du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt? Warum stellst du dich wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held, der nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, Herr, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht!



Liebe Gemeinde,

überschrieben ist unser Predigttext mit dem Titel: "Vergebliche Bitte". Gibt es das überhaupt, eine vergebliche Bitte an Gott? Lassen Sie uns darüber heute einmal gemeinsam nachdenken.

1. Der fremde Gott

"Warum stellst du dich als wärest du ein Fremder", so haben wir es in unserem Predigttext gehört.

Eine der vielen Warum-Fragen, die sich viele Menschen immer wieder stellen. Gerade im Bereich der Seelsorge hört man immer wieder die ein oder andere Warum-Frage, oder aber die Bemerkung: "Ich spüre Gott nicht".

Die Antwort ist eigentlich in der Umkehrstellung der Frage zu finden. Warum haben wir uns denn von Gott entfremdet? Ja, dies ist tatsächlich in weiten Bereichen unserer Gesellschaft der Fall.

Solange alles gut und glatt läuft, da denkt natürlich kaum ein Mensch an Gott. Wir haben es ja schließlich selbst in der Hand. Wir sind die Regenten unseres Lebens. Aber wenn es in unserem Lebenskreislauf mal kracht und donnert, dann wird der "liebe Herrgott" bemüht. Und der hat dann auch gefälligst sofort zu helfen. Das ist ja schließlich sein Job.

Wenn Sie einen guten Freund immer nur dann anrufen würden, wenn Sie in Not sind und dann auch noch von ihm erwarten, dass er sofort helfen soll, dann wird diese Freundschaft wohl sehr bald beendet sein. Gott hingegen ist anders. Seine Hand bleibt ausgestreckt. Aber viele wollen diese ausgestreckte Hand nicht ergreifen. Und somit entfremden wir uns von Gott.

2. Unsere Sünden

Worin liegt der tiefe Grund, der uns von Gott trennt. Jeremia kennt die Antwort und wir haben Sie auch soeben gehört. Es sind unsere Sünden, die uns von Gott trennen.

Was ist überhaupt Sünde? Sünde ist die Übertretung eines göttlichen Gebotes. Und wenn wir nur einmal an die 10 Gebote denken, werden wir unschwer feststellen, dass wir alle immer und immer wieder sündigen. Natürlich sind wir alle keine Mörder oder Totschläger.

Aber wie sieht es denn mit der Wahrheit aus? Auch die allseits beliebte Notlüge ist eine Sünde. Also stellen wir einmal fest: Wir sind alle mit Sünden beladene Menschen. Und als solche haben wir keinerlei Chance mit unserem Vater im Himmel Gemeinschaft zu haben.

Er, der ohne alle Sünde ist, duldet in seiner Gegenwart keine mit Sünden beladenen Menschen.

Und daher gab es auch die Sündopfer im Alten Testament. Einmal im Jahr trat der Hohepriester vor Gott und entsündigte das ganze Volk für die Sünden des vergangenen Jahres. Aber, Sie ahnen es, eine Minute später war das schon wieder vorbei; man hatte schon wieder gesündigt.

3. Er ist doch unter uns

Liebe Gemeinde, die Propheten des Alten Testamentes weisen schon auf Jesus und sein Erlösungswerk hin. Dies können wir auch dem Ausspruch Jeremias entnehmen, wenn er sagt: "Du bist doch unter uns, Herr, verlass uns nicht".

Und jetzt kommt die gute Nachricht. Gott, den wir vor einigen Wochen noch in der Krippe liegen sahen, dieser Gott hat für all unsere Sünden mit seinem Leben am Kreuz das Lösegeld bezahlt.

Wir müssen uns dies ganz brutal vorstellen. Eigentlich gehört jeder von uns ans Kreuz geschlagen. Damit wir für unsere Sünden bezahlen. Gott liebte seine Menschen aber so sehr, dass er als Mensch auf die Welt kam und unsere Sünden auf sich nahm.

Auch wenn wir die ausgestreckte Hand nicht ergriffen haben, so bleibt sie dennoch ausgestreckt und wartet, von uns ergriffen zu werden.

Denn allen, die die Erlösungstat unseres Herrn für sich in Anspruch nehmen, denen verspricht unser Herr: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Aber Achtung: Das gilt nur für diejenigen, die die ausgestreckte Hand ergreifen und sich retten lassen wollen. Eine Allversöhnung gibt es nämlich nicht.

Wenn uns der Herr verspricht bei uns zu sein bis an der Welt Ende, dann gilt diese Zusage weit über unser Ende, also unser Lebensende hinaus. Alle, die IHM angehören, gehören ihm auch nach ihrem leiblichen Tode an und gelangen in seine ewige Gemeinschaft hinein.

Gehen wir doch mit der Verheißung von Jeremia "Du bist doch unter uns" und der Erfüllung dieser Verheißung durch Jesus Christus "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende" ganz gelassen durch dieses noch relativ neue Jahr. Und somit als Beantwortung unserer Eingangsfrage gibt es für Gottes Kinder auch keine vergeblichen Bitten.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Herz und Herz vereint zusammen... (EG 251) von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh.
Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu.
Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein,
er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sien Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber





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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jan 27, 2020 12:09 pm

ePredigt vom 26.01.2020 (Apostelgeschichte 10, 21-35)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Epiphanias. Den Pedigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 10. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 21-35. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da stieg Petrus hinab zu den Männern und sprach: Siehe, ich bin's, den ihr sucht; warum seid ihr hier? Sie aber sprachen: Der Hauptmann Kornelius, ein frommer und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden, hat Befehl empfangen von einem heiligen Engel, dass er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören, was du zu sagen hast.

Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am nächsten Tag machte er sich auf und zog mit ihnen, und einige Brüder aus Joppe gingen mit ihm. Und am folgenden Tag kam er nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen. Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an.

Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, ich bin auch nur ein Mensch. Und während er mit ihm redete, ging er hinein und fand viele, die zusammengekommen waren. Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen meiden oder unrein nennen soll. Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt wurde. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen. Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Haus. Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem leuchtenden Gewand und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. So sende nun nach Joppe und lass herrufen Simon mit dem Beinamen Petrus, der zu Gast ist im Hause des Gerbers Simon am Meer. Da sandte ich sofort zu dir; und du hast recht getan, dass du gekommen bist. Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn befohlen ist. Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht anseht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.


Liebe Gemeinde,

heute geht es um Grenzen. Ein Thema, welches uns in Deutschland ja schon seit Jahren als Dauerbrenner beschäftigt. Lassen Sie uns doch heute einmal gemeinsam darüber nachdenken, wie Gott mit unseren Grenzen, den Grenzen im Kopf und allen anderen Grenzen umgeht.

1. Leben in eigenen Grenzen

Petrus war auch so ein Mann, der in seinen eigenen Grenzen lebte. Zum Beispiel war es den Juden verboten, Kontakt mit Samaritern zu unterhalten. Und ein Kontakt mit Heiden, das ging schon mal überhaupt nicht.

Sind wir nicht auch ein wenig so, wie Petrus es war? Stecken wir nicht auch unsere eigenen Grenzen sorgfältig ab und leben in diesen. Natürlich ist es bequem unter Gleichgesinnten zu leben. Alle haben fast immer die gleiche Meinung. Aber was ist, wenn jemand in unsere Komfortzone eindringt? Das geht natürlich gar nicht.

Mit so jemandem, der anderer Meinung ist, da wollen wir erst einmal gar nichts zu schaffen haben. Da bleiben wir doch lieber unter uns.

Und genau dieses Denken führt nicht nur zu Engstirnigkeit, sondern auch dazu, dass wir mit Vorurteilen beladen auf die anderen Menschen zugehen und diese gar keine Chance mehr haben, sich in unseren Kreisen zu integrieren.

Und genau dies, liebe Gemeinde will Gott nicht.

2. Grenzen niederreißen

Im Vorfeld unseres heutigen Predigttextes hatte Gott dem Petrus eine Lektion erteilt. Gott zeigte ihm, dass die von Petrus eingehaltenen Regeln vor Gott überhaupt keine Gültigkeit besitzen. Im Traum machte Gott Petrus deutlich, dass es vor Gott keine unreinen Speisen gibt.

Natürlich hatte Petrus so seine Schwierigkeiten damit. Das hätten wir auch. Wenn Gott auf einmal Jahrhunderte alte Traditionen für null und nichtig erklärt, die wir schließlich von unseren Vorvätern übernommen haben und damit auch ganz gut gelebt haben, dann würden wir auch in Abwehrstellung gehen, wenn Gott dies alles mit einem Federstrich aufhebt.

Bei Petrus brauchte er daher auch ganze drei Anläufe, um ihn davon zu überzeugen, dass seine Traditionen vor ihm, dem heiligen Gott nutz- und wertlos sind.

Wie Gott den Petrus wachgerüttelt hat, so möchte er auch uns heute im 21. Jahrhundert wachrütteln. Auch wir sind mit Traditionen und Vorurteilen behaftet, die Gott nicht gefallen.

Ich denke nur an die große Flüchtlingswelle. Wir schwer haben wir uns getan, diese Menschen bei uns zu integrieren. Wie oft schlug diesen Menschen blanker Hass entgegen anstelle liebevoller Aufnahme. Und als sie dann in unsere Gemeinden kamen, wie schwer haben wir uns getan diese Menschen aufzunehmen.

Und dann haben wir uns doch wachrütteln lassen. Ich kenne einige Gemeinde, die kurz vor einer Fusion standen, heute an den Sonntagen schon jeweils drei Gottesdienste durchführen müssen, weil die Kirchen aus allen Nähten platzen.

3. Gott baut die Gemeinden

Liebe Gemeinde, manchmal könnte man meinen dass wir uns viel zu wichtig nehmen bei dem Aufbau unserer Gemeinde. Wir sind auch gern versucht, uns über den zu stellen, der in Wahrheit der Erbauer seiner Gemeinde ist.

Und dabei ist es allein Gott, der seine Gemeinde baut. Benötigen dafür einen Beweis? Bitte sehr, er steht ein wenig versteckt in unserem heutigen Predigttext.

Gott sprach zu gleicher Zeit, also zur gleichen Stunde und Minute eines Tages sowohl mit Petrus, als auch mit dem Hauptmann Kornelius. Genau zu gleicher Zeit brachte er diese beiden Menschen im Traum zusammen.

Wohlgemerkt, Petrus hatte immer noch die Wahl. Er konnte sich dem Auftrag Gottes widersetzen, oder er konnte ihn annehmen, auch wenn er nicht seinem Gefühl der Nachfolge entsprach.

Und genau dies gilt für uns heute noch so, wie es für Petrus galt. Gott spielt nicht nach unseren Regeln. Er wird uns immer wieder vor Herausforderungen stellen, die uns so einiges abverlangen. Aber wir sind niemals allein.

Mit dem Flüchtling, den er in unsere Gemeinde schickt, mit dem hat er genau so gesprochen wie mit uns. Wenn uns Gott jemanden sendet, dann haben wir den Auftrag diesen Jemand auch aufzunehmen und uns um ihn zu kümmern. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn wir dies tun, dann können wir in der Tat wie Petrus Vorurteile überwinden.
Wenn wir uns Gottes Auftrag nicht verweigern, dann können wir wie Petrus unbefangen auf für uns Fremde zugehen.
Wenn wir dies tun, dann können wir wie Petrus miteinander Gemeinde aufbauen.

Lassen Sie uns eines niemals vergessen: Wir sind alle Gottes geliebte Kinder und somit untereinander Schwester und Brüder. Lassen Sie uns also auch geschwisterlich miteinander umgehen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 7. Vers des Liedes "Wer nur den lieben Gott lässt walten..." (EG 369) einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu.
Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen frohen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Feb 03, 2020 12:20 pm

ePredigt vom 02.02.2020 (Offenbarung 1, 9-18)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Kapitel der Offenbarung, die Verse 9-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus. Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.

Und ich wandte mich un, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel.
Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mr:
Fürchte dich nicht ! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.


Liebe Gemeinde,

Johannes war auf die Insel Patmos verbannt worden, weil er sich ein wenig zu intensiv für seinen Herrn ins Zeug gelegt hatte. Das hatten die Kirchenoberen der damaligen Zeit nämlich gar nicht gern, wenn man ihre Autorität versuchte zu untergraben. Das mögen sie auch heute noch nicht, aber keiner von uns wird deswegen mehr in die Verbannung geschickt.

So, da saß Johannes nun einsam und allein auf der Insel Patmos, obwohl er nur für die rechte Sache gestritten hatte. Da kann man schon mal ins Grübeln kommen. Doch genau zu diesem Zeitpunkt zeigte sich der Herr Jesus dem Johannes und erklärte ihm das zukünftige Geschehen. Die Bilder, in denen er Johannes die Zukunft zeigte, werden immer wieder anders ausgelegt. Daher wollen wir auch heute Morgen nicht auch noch eine neue Deutung ins Feuer der Prophetie werfen.

Lassen Sie uns heute Morgen kurz über drei Eckpunkte dieses Predigttextes nachdenken:

1. Fürchte Dich nicht !

Ich tät mich schon auch erschrecken, wenn der Herr Jesus plötzlich seine Hand auf meine Schulter legen würde und ich ihm Aug in Auf gegenüberstände. So muss es wohl auch Johannes gegangen sein.

Doch dieses "Fürchte dich nicht" an Johannes hat eine tiefere Bedeutung. Jesus will Johannes nicht nur den momentanen Schrecken nehmen, sondern er will ihm Mut für die Zukunft machen.

Dieses " Fürchte Dich nicht" will Johannes getrost machen, dass sein Herr immer bei ihm ist. Egal, was auch alles noch passieren mag, ER ist immer mit im Boot.

Klar, Johannes saß einsam und verloren auf einer fremden Insel, vollkommen perspektivlos, was die Zukunft anging. Da kann man schon mal ins Fürchten geraten. Aber unser Herr tröstete ihn ja, wie wir soeben gehört haben.

Dieses "Fürchte dich nicht" lesen wir übrigens 119 mal im Neuen Testament und ist an verschiedenste Personen in allen nur erdenkbaren Lebenslagen gerichtet. Und dieses "Fürchte dich nicht" gilt auch uns heute, die wir heute Morgen hier versammelt sind.

Egal, was uns in unserem Leben auch alles noch widerfahren mag, wir brauchen keine Angst vor der Zukunft zu haben. Wir haben ja immer den Herrn an unserer Seite.

Lassen Sie uns immer an dieses "Fürchte dich nicht" denken, wenn es bei uns mal wieder drunter und drüber geht. Getragen von seinen starken Armen dürfen wir uns immer sicher geborgen wissen.

2. Ich war tot und bin lebendig in Ewigkeit

Gut, die Jünger hatten Jesus nach seiner Auferstehung eine Zeit lang sehen und fühlen können. Sie hatten auch mit ihm reden können. Doch nach seiner Himmelfahrt war er auf einmal eben nicht mehr gegenwärtig unter den Jüngern.

Und mit dieser Aussage macht Jesus Johannes deutlich, dass er nach wie vor lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Er ist nicht in dem Himmel ferne, da wo die Englein sind, wie es in einem alten Kinderlied heißt.

Er, der für unsere Sünden gestorben ist, ist genau so lebendig, wie wir es sind; nur eben in einer anderen Dimension, die wir nur erahnen können.

Daher forderte Jesus auch den Johannes auf, der in diese Dimension blicken konnte, dies alles in ein Buch zu schreiben, was er gesehen hatte und noch sehen wird. Und dieses Buch steht uns auch heute noch zur Verfügung. Hier können wir stets nachlesen, wie es denn mit unserer Welt und uns selber weitergehen wird.

Viele Menschen geben ja für jeden Unsinn Geld aus. So auch für Horoskope und Besuche bei Wahrsagern und Kartenlegern. Mal ganz abgesehen davon, dass uns dies verboten ist, haben wir mit dem Buch der Offenbarung einen Einblick in unsere Zukunft vor uns, wie sie wirklich sein wird.

Lesen wir doch einfach mal wieder dieses Buch. Auch wenn die dort verwendeten Bilder uns ein wenig verunsichern mögen, aber den Grundtenor werden wir sicherlich alle verstehen, nämlich, dass alle seine geliebten Kinder in den Himmel kommen werden und ewige Gemeinschaft mit dem Herrn haben werden.

3. Schlüssel des Todes und der Hölle

Als Jesu Nachfolger kommen wir sicher in den Himmel. Errettet ist errettet, da rüttelt auch Gott nicht mehr dran. Aber, und darüber lässt Jesus Johannes auch nicht im unklaren: Es gibt auch Menschen, die nicht in den Himmel kommen, sondern die Ewigkeit in der Hölle verbringen werden.

Das sind all die Menschen, die den Herrn Jesus und seine Erlösungstat ablehnen, also nichts mit ihm zu tun haben wollen. Nun ist es aber so, dass Gott in seiner Liebe eben nicht möchte, dass auch nur ein einziger Mensch in der Hölle landet.

Und daher haben wir als Christen hier auf Erden die Aufgabe als Lebensretter übertragen bekommen. Ja, wir sollen Leben retten; nämlich das ewige Leben unserer Mitmenschen.

Gott möchte, dass wir mit genau den Fähigkeiten, die er uns mit auf unseren Lebensweg gegeben hat, ihn unseren Mitmenschen gegenüber bezeugen.

Dies kann auf vielfältigste Art und Weise geschehen. Wie der Herr einen jeden von uns benutzen will, das weiß ich natürlich nicht. Aber jeder von uns kann den Herrn doch danach fragen.

Machen wir dies doch und dann lassen Sie uns auch im Jahre 2020 frisch ans Werk der Mission gehen.

Lassen sie uns dafür Mut "ansingen", indem wir nunmehr gemeinsam in den 1. Vers des Liedes von Paul Gerhardt "Ist Gott für mich, so trete..." (EG 351) einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Ist Gott für mich so trete gleich alles wider mich;
sooft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich.
Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott,
was kann mir tun der Feinde und Widersacher Gott?


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch enen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber







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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Feb 10, 2020 11:25 am

ePredigt vom 09.02.2020 (Matthäus 20, 1-16)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem 3. Sonntag vor der Passionszeit mit dem Namen Septuagesimae. Wie es der Name schon verrät, gehen wir auf Ostern zu. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 20. Kapitel, die Verse 1-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tageslohn, sandte er sie in den Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe.
Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis hin zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. Als aber der Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen:
Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch hast du sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh ! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist ? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin? So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.


Liebe Gemeinde,

auf den ersten Blick geht es in unserem heutigen Predigttext um das Thema Arbeit. Wenn wir etwas tiefer in den Text hineinhorchen, geht es aber auch um das Thema der Berufung. Lassen Sie uns darüber heute einmal gemeinsam nachdenken.

1. Die Berufung

Wenn ich ein wenig Rückschau halte in meinem Leben, dann war es nicht so, dass die kleinen Kinder nach dem Kindergottesdienst und der Konfirmation der Kirche und dem Glauben auf ewig verbunden waren.

Ja, es gab einige, die schon sehr früh den Weg zu Gott gefunden hatten. Aber die meisten unter ihnen kamen im Laufe der Jahre zu Gott.

Und einige hörten erst ganz spät auf Gottes Ruf, der an sie erging.

Und wenn Sie mich jetzt fragen: Warum ist das so, dann weiß ich die Lösung auch nicht.

Aber viele Menschen versuchen, erst einmal auf eigene Faust den Weg durch ihr Leben zu gehen. Ich kann alles selber. Ich brauche keinen Gott. Ich bin treu und rechtschaffen, was soll ich mit einem Gott an meiner Seite sind so die üblichen Redewendungen der Menschen, die ohne Gott durchs Leben rennen.

Aber irgendwann merken viele von Ihnen, dass es mit ihrer eigenen Kraft nicht weit her ist und irgendwann rüttelt das Gewissen dann doch an ihnen und sie müssen anerkennen, dass sie eben nicht so redlich sind, wie sie es sich immer eingebildet haben. Ja, Gott spricht auch durch das Gewissen zu den Menschen. Und dann kommen auch viele dieser Menschen zu Gott.

2. Die Belohnung

Wir haben es in unserem Predigttext gelesen, der Lohn für einen Tagelöhner war ein Silbergroschen. Das war in damaliger Zeit nicht viel, aber man kam über die Runden. Aber man musste auch den ganzen Tag dafür schuften.

So weit so gut. Aber diejenigen, die nur eine Stunde in Gottes Weinberg gearbeitet hatten, auch diese Menschen bekamen den gleichen Lohn, wie diejenigen, die den ganzen Tag geackert und geschuftet hatten. Rein materiell betrachtet ist dies eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit.

Aber es geht nicht um die Menge der Arbeit, es geht um den Entschluss, überhaupt in Gottes Weinberg zu gehen, also sich von ihm rufen zu lassen und ihm nachzufolgen.

Und der Lohn, der uns erwartet ist für alle gleich. Dieser eine Silbergroschen steht für unsere Eintrittskarte in den Himmel. Mehr Lohn geht bei Gott nicht. Es gibt keine erste und zweite Klasse im Himmel.

Anstatt sich zu freuen, murrten natürlich die Arbeiter, die den ganzen Tag geackert hatten. Dabei hätten sie doch vielmehr einen Grund zur Freude. Nein, liebe Gemeinde, ich spinne nicht. Die Arbeiter, die schon sehr früh die Eintrittskarte in den Himmel gelöst hatten, die sind doch schon das ganze Leben lang mit Gott an ihrer Seite auf ihrer Lebensreise gewesen.

Wenn ich mich mit alten Geschwistern unterhalte, dann kommt immer wieder der Satz: Seit ich mit Jesus durch mein Leben gehe, seitdem erst geht es mir richtig gut. Wilhelm Busch berichtete auch einmal von einem Spätberufenen, der kurz vo seinem Tode zu ihm sagte: Seit Jesus mein Leben bestimmt ist jeder Tag für mich so, wie ein Tag vor Heiligabend.

3. Gott ist nicht Mensch

Das ist eigentlich selbstverständlich. Aber wie oft erwarten wir von Gott menschliche Züge. Wenn wir einmal von einem Mitmenschen hinters Licht geführt worden sind, dann erwarten wir oftmals, dass Gott es diesem Menschen gehörig heimzahlen möge. Das ist menschlich verständlich, aber hat nichts mit dem göttlichen Wesen zu tun.

Denken wir nur einmal an den Schächer am Kreuz, der nach unserem Ermessen alles andere verdient hätte, aber gewiss nicht dass er heute noch mit Jesus im Paradiese sein würde.

Ich glaube, dieses Gleichnis will uns unterschwellig noch zwei Tatsachen mit auf unsere Lebensreise geben:

1. Gott handelt vollkommen souverän. Er lässt sich nicht vor unseren Karren spannen. Was er will, das geschieht. ER macht das, was ER will und nicht das, was wir gerne hätten. So, damit müssen wir uns ein für alle Male abfinden.

Die Kehrseite ist aber die, dass Gott immer nur zu unserem Besten handelt. Wenn er uns etwas nimmt, dann bekommen wir etwas zurück, was viel besser für uns ist. Auch wenn wir dies nicht immer sogleich verstehen und erkennen.

2. Für Gott gibt es keine aussichtslosen Fälle. So wie Gott um die elfte Stunde noch einen Versuch unternimmt, Arbeiter für seinen Weinberg zu rekrutieren, so geht er jedem Menschen in seinem Leben bis zu seinem irdischen Tode nach.

Wir sind ja schnell versucht Menschen aufzugeben. Denken wir nur an Schwerstkriminelle, die ihre Strafe abgesessen haben und wieder zurück in die Gesellschaft möchten. Die können sich meist noch so anstrengen, aber bei den meisten Menschen sind und bleiben sie untendurch.

Aber nicht bei Gott. Ein ehrliches, suchendes Herz, welches sein eigenes Unvermögen eingesteht ist ihm lieber als jeder rechtschaffene Bürger, der sich mit seiner Redlichkeit bereits im Himmel sieht, da aber so nicht hinkommt.

Ein interessanter Aspekt auch für uns heute Morgen. Vielleicht sollten wir einmal Augen und Ohren für die Menschen offenhalten, die von der Gesellschaft ins Abseits gestellt worden sind. Vielleicht ist es ja gerade Deine und meine Aufgabe, diesen Menschen hinterher zu gehen, so wie auch Gott hinter uns hergegangen ist, bis wir den Weg zu ihm gefunden haben.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 13. Vers des Liedes "Ist Gott für mich so trete...." (EG 351) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein,
ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein.
Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ;
das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie wohl behütet.
Ihr

Ulrich Naber



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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Feb 17, 2020 11:36 am

ePredigt vom 16.02.2020 (Hesekiel 2, 1-5; 8-10; 3, 1-3)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag vor der Passionszeit, dem Sonntag Sexagesimae. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Hesekiel, Kapitel 2, die Verse 1-5 und 8-10 und Hesekiel 3, die Verse 1-3. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, tritt auf deine Füße, so will ich mit dir reden. Und als er so mit mir redete, kam Leben in mich und stellte mich auf meine Füße, und ich hörte dem zu, der mit mir redete. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, ich sende dich zu den Israeliten, zu dem abtrünnigen Volk, das von mir abtrünnig geworden ist. Sie und ihre Väter haben bis auf diesen heutigen Tag wider mich gesündigt. Und die Söhne, zu denen ich dich sende, haben harte Köpfe und verstockte Herzen. Zu denen sollst du sagen: "So spricht Gott der Herr! "
Sie gehorchen oder lassen es - denn sie sind ein Haus des Widerspruchs -, dennoch sollen sie wissen, dass ein Prophet unter ihnen ist. Aber du, Menschenkind, höre, was ich dir sage, und widersprich nicht wie das Haus des Widerspruchs. Tu deinen Mund auf und iss, was ich dir geben werde. Und ich sah, und siehe, da war eine Hand gegen mich ausgestreckt, die hielt eine Schriftrolle.
Die breitete sie aus vor mir, und sie war außen und innen beschrieben und darin stand geschrieben Klage, Ach und Weh. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, iss, was du vor dir hast ! Iss diese Schriftrolle und geh hin und rede zum Hause Israel ! Da tat ich meinen Mund auf und er gab mir die Rolle zu essen und sprach zu mir: Du Menschenkind, du musst diese Schriftrolle, die ich dir gebe, in dich hinein essen und deinen Leib damit füllen. Da aß ich sie und sie war in meinem Munde so süß wie Honig.



Liebe Gemeinde,

heute geht es darum, um es ganz salopp zu sagen, wie Gott seine Botschaft unter die Leute bringt. Lasen Sie uns exemplarisch einmal anschauen, wie er es bei dem Propheten Hesekiel gemacht hat.

1. Die Botschaft

Neulich bei einer Gesprächsrunde, an welcher etliche Religionsvertreter teilnahmen war ich der Vertreter des Christentums.

Ich konnte einfach sagen, was ich wollte, mir schlug nur Skepsis entgegen. Also halten wir einmal fest: Gottes Wort traf niemals und wird auch niemals auf eine breite Zustimmung treffen. Das ist schon ein wenig komisch, da wir doch die frohe Botschaft verkündigen.

Aber bevor die Botschaft froh wird, trifft das Wort Gottes auf das Gewissen der Menschen und sagt ihm: Du bist ein Sünder, der verloren ist und in der Hölle landet. Das rüttelt auf, das macht wach und vor allem nervös.

Die natürliche Reaktion der Menschen besteht in der Regel aus Abwehr und Protest. "Mein Nachbar sündigt noch mehr als ich". Gut, aber es geht bei der Botschaft, die Gott an mich richtet, mal eben nicht um meinen Nachbarn, sondern um mich höchstpersönlich.

"So schlimm sind die kleinen Sünden doch gar nicht." Auch so ein gern gehörter Einwand. Aber es ist so schlimm. Auch mit kleinen Sünden kommt man in die Hölle und nicht in den Himmel.

Jetzt könnte man ja versucht sein, so etwas wie ein Christentum-Light anzubieten, wo man die problematischen Stellen ein wenig entschärft.

Und genau das sollen wir nicht tun, liebe Gemeinde. Unsere Aufgabe besteht darin, die wahre Botschaft weiter zu sagen, nichts wegzulassen und auch gar nichts schön zu reden, was dem Herrn missfällt.

2. Die Kraft

Ganz schön harter Tobak, was wir gerade gehört haben. Aber so ist es nun einmal: Gottes Boten werden gern in die Enge getrieben. Auch vor Beleidigungen sind wir nicht geschützt, auch vor solchen nicht, die heftig unter die Gürtellinie gehen.

Und wenn das alles nichts hilft, dann werden wir auch gern mal als etwas unterbelichtete Sonderlinge an die Seite gestellt. Das kann wehtun und macht unter Umständen auch einsam.

Und dennoch lesen wir bei nahezu allen Propheten, die in den Dienst gestellt werden ein "Fürchte Dich nicht" unseres Herrn.

Dieses "Fürchte Dich nicht" zeigt uns an, dass es der Herr ist, der uns bei allen schwierigen Missionen unterstützt, der uns trägt und der uns hält, gerade dann, wenn uns alle anderen verbal niederknüppeln.

Unter diesem "Fürchte Dich nicht" sind wir als Christen geborgen, wo auch immer wir die Botschaft unseres Herrn unters Volk bringen. Und darauf dürfen wir uns unser ganzes Leben lang felsenfest verlassen.

Denken wir einmal an die Missionare in China und in Nordkorea, um nur zwei problematische Länder zu nehmen. Auch dort wirkt Gott mit seinem "Fürchte Dich nicht" derart in das Leben der Missionare hinein, dass diese unerschrocken die Botschaft des Herrn verkündigen.

3. Der Auftrag

Da schickt Gott Hesekiel zu den Abtrünnigen und zu dem, wie er es nennt Haus des Widerspruchs. Gott sieht doch, was da passiert. Warum schickt er denn da noch seinen Propheten hin? Das hat doch sowieso keinen Sinn.

Und jetzt kommen wir zu einer Besonderheit großen Ausmaßes: Gottes Wort, also nicht wir, Gottes Wort kann Wunder bewirken.

Gottes Wort, gepredigt an den sündigsten Orten und Stellen dieser Welt, kann auch da noch versteinerte Herzen aufbrechen, wo wir niemals mit gerechnet hätten. Ich sage es an dieser Stelle noch einmal: Das ist die Wirkung des Wortes und hat nichts mit unserer Ausstrahlung oder besonderen rhetorischen Fähigkeiten zu tun.

Und gerade deshalb sind wir gerufen, dieses lebendig machende Wort dort zu verkündigen, wo dies am notwendigsten ist. Ich hab es schon öfters gesagt: Jeder soll dies tun mit den Fähigkeiten, die Gott ihm mit auf den Weg gegeben hat.

Und gerade an diesen übelsten Orten dürfen wir Seinem "Fürchte Dich nicht" ganz besonderes Vertrauen schenken. Und nicht zuletzt rüstet uns Gott immer mit den Fähigkeiten aus, die wir für unseren Auftrag benötigen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 1. Vers des Liedes von Paul Gerhardt "Ist Gott für mich, so trete..." (EG 351) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich;
sooft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich.
Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott,
was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Feb 24, 2020 11:32 am

ePredigt vom 23.02.2020 (Lukas 18, 31-34)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen letzten Sonntag vor der Passionszeit, dem Sonntag Estomihi. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Lukasevanglium, Kapitel 18, die Verse 31-34. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Er nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespien werden, und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er auferstehen. Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war.



Liebe Gemeinde,

eine Einstimmung auf die nun vorliegende Passionszeit haben wir soeben gehört. Es war bereits die dritte Ankündigung von Jesus an seine Jünger, womit er sie über das weitere Geschehen informierte. Lassen Sie uns diesen Text einmal gemeinsam betrachten:

1. Die wahre Botschaft

In gerade mal zwei Sätzen spricht Jesus über das, was geschehen wird. Und die Adressaten dieser Rede sollen sich eben nicht nur auf sein Wort verlassen. Nein, selbst Jesus weist die Jünger darauf hin, dass all dies, was geschehen wird schon bei den Propheten des Alten Testamentes nachzulesen ist.

Schauen wir uns doch kurz an, was mit Jesus geschehen wird:

Er wird den Heiden überantwortet. Die konnten ja mit seiner Botschaft so rein gar nichts anfangen.

Er wird verspottet und misshandelt werden. Er, der niemals eine Sünde begangen hatte, genau dieser Jesus wird für seine guten Taten auch noch verspottet und misshandelt. In einer fadenscheinigen Gerichtsverhandlung wird er verurteilt. Ohne rechtliches Gehör, ohne Beschwerdemöglichkeit, ohne Anwalt.

Er wird gegeißelt und getötet werden. Gut, Verbrecher schlug man damals ans Kreuz. Aber dieser Jesus hatte doch gar nichts verbrochen, was den Kreuzestod verdient hätte.

Er wird am dritten Tage auferstehen. Tot ist tot. Ende aus, Basta. Das kann doch gar nicht sein, dass jemand von den Toten aufersteht. Und wenn die Propheten so etwas gesagt haben sollten, dann haben sie dies doch ganz anders gemeint.

Das ist schon mehr als brutal, wenn man sich die einzelnen Abläufe mal ganz bewusst vor Augen führt. Das möchte man am liebsten nicht wahrhaben.

2. Das Wunschbild der Jünger

"Sie aber begriffen nichts davon...", so haben wir es vorhin gehört. Es war nun schon die dritte Ankündigung von Jesu Sterben, die er an seine Jünger richtete. Wenn man mir dreimal etwas erklärt und ich begeife es immer noch nicht, dann liegt ja wohl der Verdacht nahe, dass ich geistig ein wenig eingeschränkt bin.

Aber genau das waren die Jünger ja eben nicht. Der Knackpunkt war, sie wollten das nicht begreifen, was geschehen würde. Sie, die nun schon einen geraume Weile mit Jesus unterwegs waren, waren Zeugen all seiner Wundertaten gewesen.

Jesus machte Kranke gesund, er heilte Menschen sogar aus der Ferne. Und er erweckte einen Mann namens Lazarus nach vier Tagen aus dem Grabe.

Wer selbst über den Tod herrscht, der muss ja der Retter der Welt sein. Wer selbst über den Tod herrscht, dem kann der Tod doch wohl gar nichts anhaben.

Und so machten sich die Jünger ihr eigenes Jesusbild. Jesus macht alle Menschen gesund. Jesus sorgt dafür, dass alle Menschen genug zu essen haben. Jesus kann sogar dem Sturm Einhalt gebieten. Und somit glorifizieren sie einen Jesus, der aber nur in ihren Köpfen existierte.

Und damit hatte die Wahrheit keine Chance mehr zu ihnen vorzudringen.

3. 2020

Ja, liebe Gemeinde, wie ist es denn heute im Jahre 2020 ?

Sind wir nicht auch ein Stück weit dabei, uns unseren eigenen Jesus zusammen zu basteln. Alles, was uns nicht passt, das stellen wit an den Rand. Und was uns gefällt, das rücken wir ins Zentrum des Geschehens.

Die gelehrten Theologen diverser Hochschulen unterstützen dabei auch noch kräftig unser Denken. Nein, Wunder hat es niemals gegeben, wir müssen daher die Bibel entmythologisieren.

Natürlich muss man die Bibel dem Zeitgeist anpassen. Jesus hätte doch nichts gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. Hauptsache zwei Menschen leben in Frieden zusammen. Nein, Jesus hätte auch bestimmt nichts gegen Abreibungen. Manchmal geht es eben nicht anders.

Und so basteln wir uns auch heute gern unser eigenes Jesusbild. Vor einigen Jahren wühlte der Film "Die Passion" die Gemüter mal so richtg auf, weil er ganz brutal darstellte, was mit Jesus wirklich geschehen war. Das wollte man natürlich nicht wahrhaben.

Aber, liebe Gemeinde, dere wahre Weg zu Jesus geht nur über das Kreuz. Ich muss alle meine Wunschbilder endgültig an die Seite legen.

Nur wenn ich anerkenne, dass dieser Gott, der in Jesus auf die Welt gekommen ist, um für meine Sünden getötet zu werden, damit ich wieder frei sein kann, nur wenn ich dies vollumfänglich anerkenne, lerne ich den wahren Jesus kennen. Und dann habe ich auch Gemeinschaft mit dem auferstandenen Jesus, der lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Ich möchte heute mit Auszügen aus einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer schließen, welches in meinem Arbeitszimmer hängt und lautet, wie folgt:

"Ich glaube, dass die Bibel allein die Antwort auf alle unsere Fragen ist. Die Bibel kann man nicht lesen wie andere Bücher. Das liegt daran, dass in der Bibel Gott zu uns redet. Seit ich gelernt habe, die Bibel so zu lesen, wird sie mir täglich wunderbarer.

Du glaubst gar nicht wie froh man ist, wenn man von den Holzwegen so mancher Theologie wieder zurückgefunden hat zu diesen einfachen Sachen. Es bleibt also nichts als die Entscheidung, ob wir dem Wort der Bibel trauen wollen oder nicht, ob wir uns von ihm halten lassen wollen wie von keinem anderen Wort im Leben und im Sterben."

Lassen wir uns also nicht von unseren eigenen Wünschen in die Irre führen und lassen Sie uns alle neuen Theologien stets anhand des Wortes Gottes prüfen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten und zweiten Vers des Liedes "Wir danken dir, Herr Jesu Christ..." (EG 79) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du für uns gestorben bist
und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut,
und bitten dich, wahr' Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden rot:
erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mrt 02, 2020 11:08 am

ePredigt vom 01.03.2020 (1. Mose 3, 1-19)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag der Passionszeit, dem Sonntag Invokavit. Den Predigttext, den wir sicherlich alle gut kennen, finden wir im 1. Buch Mose, Kapitel 3, die Verse 1-19. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Sündenfall

Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten, aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: An dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß.
Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des Herrn unter den Bäumen im Garten. Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du ? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum verstecke ich mich.
Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen ? Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hat, gab mir von dem Baum und ich aß. Da sprach Gott der Herr zur Frau: Warum hast du das getan ? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß. Da sprach Gott der Herr zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde.
Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein. Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen-, verflucht sei der Acker um deinetwillen ! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.




Liebe Gemeinde,

wie konnte es überhaupt so weit kommen? Adam und Eva hatten doch wirklich alles, was das Herz begehrte. Es herrschten wirklich paradiesische Zustände. Was war nur in sie gefahren, dass sie dem Wort Gottes nicht mehr gehorsam sein wollten? Lassen Sie uns darüber heute Morgen gemeinsam nachdenken.

1. Die Verführung

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass wir vom Teufel reden, der hier seine Hand im Spiele gehabt hat und auch bis heute noch hat.

In der Geschichte vom Sündenfall trat der Teufel aber nicht auf und tat seine Absicht kund, dass er Adam und Eva zur Sünde verführen wolle. Das hätten die beiden sicherlich sofort überlauert. Nein, liebe Gemeinde, der Teufel versteht es, sich geschickt zu tarnen.

" Ja, sollte Gott gesagt haben..." , so beginnt der Teufel seine Verführungskünste. Er stellt ja keineswegs die Autorität Gottes infrage. Er selber, so könnte man meinen, ist ein versierterer Theologe als Gott selbst und so legt er Eva das Wort Gottes so aus, wie es eben nicht gemeint ist, aber er macht es so geschickt, dass Eva am Ende dem Teufel mehr glaubt, als dem Worte Gottes.

So ist es seit damals geblieben. Gegenüber dem heutigen Tage hat sich leider nicht viel verändert. Auch heute versuchen viele Menschen das eindeutige und klare Wort Gottes umzudeuten, damit es ihren Interessen gelegen kommt.

Nehmen wir doch nur mal die Abtreibung. Du sollst nicht töten ist eines der Gebote, die Gott dem Mose mit auf den Weg gegeben hat. Dieses Gebot ist im wahrsten Sinne des Wortes von Gott in Stein gemeißelt worden. Nunmehr stellt die Abtreibung aber ein Tötungsdelikt dar. Was haben wir getan? Wir haben das Wort Gottes, welches keinerlei Spielraum einer Auslegung offenlegt, ganz einfach verändert.

Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen.... ist auch ein Gebot unseres Herrn. Wie viele Lieben sind an diese Stelle getreten. Die Liebe nach Geld, die Liebe nach Anerkennung die Sucht nach Macht werden heute gern an diese erste Stelle gesetzt.

Halten wir einmal fest: Wir sind keinen Deut besser, als Adam und Eva es damals waren.

2. Die Sünde

Endlich hatte es der Teufel geschafft und Adam und Eva verstießen gegen das, was ihnen der heilige Gott geboten hatte nicht zu tun. Natürlich kam die ganze Sache raus.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch wenn wir uns von Gott unbeobachtet fühlen ist er immer dabei, wenn wir z.B. nicht die Wahrheit sagen, wenn wir unsere Steuererklärung "frisieren" oder unsere Nächstenliebe mal wieder weit vom Nächsten entfernt ist.

Und Gott hatte die beiden nunmehr erwischt. Und jetzt kommt das, was auch heutzutage immer noch mehr als typisch ist. Adam gab nicht zu, dass er gesündigt hatte, sondern schob die Schuld auf die Frau, die ja schließlich Gott ihm an die Seite gestellt hatte. Und Eva nicht minder schlau, berief sich auf die Schlange, die sie schließlich verführt habe, und somit sei sie letztendlich schuld an dem, was sie beide getan hatten.

Um Ausflüchte, liebe Gemeinde, sind wir auch heute nicht verlegen. Bei jedem Streit hat doch schließlich der andere schuld. Den Streit, den wir selber vom Zaun brechen, den gibt es doch gar nicht. Der untreue Ehemann gibt natürlich seiner Frau die Schuld, sie hat ihn ja schließlich nicht mehr so angehimmelt wie zu Beginn ihrer Ehe.

Wir könnten jetzt noch stundenlang weitermachen, aber das Grundprinzip ist nun mal klar geworden: Schuld sind immer die anderen.

Versuchen Sie mal folgendes: Zeigen Sie mal mit ihrem Zeigefinger auf einen anderen Menschen. Drei Finger dieser Hand zeigen dabei auf Sie selber. Einfach mal darüber nachdenken.

3. Die Folgen

Und da war Sense mit Paradies. Beide, Adam und Eva flogen achtkantig aus dem Paradies raus, weil sie von Gott eben beide der Sünde überführt wurden.

Das war ja noch nicht das Schlimmste. Beide sollten fortan unter Mühsalen leiden, die ihnen erspart geblieben wären, hätten sie dem Teufel nicht nachgegeben.

Und wenn ich mich gerade so umschaue, dann herrschen auch heute bei uns keine paradiesischen Zustände. Rentner, die ihr Leben lang geackert und geschuftet haben, müssen sich ihren Lebensunterhalt mit dem Sammeln von Pfandflaschen verdienen. Alleinerziehenden Müttern und Vätern wird auch häufig von dem wenigen, was ihnen noch verbleibt das gestrichen, was sie so dringend zum Leben und Überleben benötigen.

Aber, und jetzt kommt das große Aber unseres Herrn. Gott hat seine Geschöpfe nicht vergessen. Nach wie vor liebt er sie, aber sie können beladen mit ihren Sünden nicht zurückkehren in die Gemeinschaft mit ihm. Es sei denn, es bezahlt jemand für all ihre Sünden.

Und an den, der dies tat, denken wir jedes Jahr in der Passionszeit. Jesus zahlte ein für alle Male für unser aller Sünden am Kreuz. Und so dürfen alle, die diese Bezahlung für sich im Glauben annehmen wieder in seine Gemeinschaft zurückkehren und werden von Gottes Geschöpfen wieder zu seinen geliebten Kindern.

Nicht dass dadurch alle Probleme, unter anderem wirtschaftliche Probleme auf Erden, vom Tisch gekehrt werden. Das ist nicht der Fall. Aber glauben Sie meiner Lebenserfahrung: Ich habe sehr viele Menschen auf Erden kennenlernen dürfen, die den Weg zurück zu Gott gefunden haben. Auch wenn sich nicht alle Probleme auf einmal lösten, so zeichneten sie sich doch durch eine innere Zufriedenheit und Gelassenheit aus, die man kaum beschreiben kann.

Es ist also was Wahres dran an den Worten Jesu: " Und siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Wir können also nichts tun, als den Herrn dafür zu preisen, was er alles für uns getan hat. Lassen Sie uns dies zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes tun, indem wir gemeinsam in den 8. Vers des Liedes "Du meine Seele, singe..." (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ach ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm;
der Herr allein ist König, ich eine welke Blum.
Jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt,
ist's billig, dass ich mehre sein Lob vor aller Welt.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten ersten Sonntag in der Passionszeit und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mrt 09, 2020 1:24 pm

ePredigt vom 08.03.2020 (Römer 5, 1-5)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag in der Passionszeit, dem Sonntag Reminiszere. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 5. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 1-5. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Frieden mit Gott

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. Nicht allein aber das, wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.


Liebe Gemeinde,

Frieden mit Gott so lautet die Überschrift des heutigen Predigttextes. Und der Apostel Paulus weist uns auch den Weg dorthin. Wollen wir heute doch einmal gemeinsam auf ihn hören, wie man den Frieden mit Gott erlangen kann.

1. Die Basis

Liebe Gemeinde, den Frieden mit Gott kann man nur durch den Glauben erlangen. Man muss nur, und das ist in unserer heutigen Zeit leider gar nicht mehr selbstverständlich, an das Richtige, besser gesagt an DEN Richtigen glauben.

Frieden mit Gott erlange ich nur, wenn ich das, was unser Herr Jesus Christus für uns getan hat im Glauben annehme. Jesus starb an unserer Stelle am Kreuz und bezahlte für unsere Sünden mit seinem teuren Blut.

Eigentlich hätten wir dort hängen müssen, um für unsere Sünden den gerechten Lohn zu erhalten. Aus seiner Liebe heraus zu uns, wollte Gott dies aber nicht zulassen. Und so starb er an unserer Stelle.

Damit habe ich aber noch keinen Frieden mit Gott. Diesen erlange ich nur, wenn ich sein Gnadengeschenk auch annehme. Erst wenn ich dies mache, dann sind auch meine Sünden vor Gott getilgt und ich bin von seinem Geschöpf wieder zu seinem Kind geworden.

Es reicht also nicht aus, irgendwie an einen lieben Gott zu glauben. Einmal in unserem Leben, nur ein einziges Mal müssen wir ganz bewusst und konkret werden und Ja sagen, zu dem, was Gott für uns getan hat.

2. Der Heilige Geist

"Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist."

So, die Bekehrung hätten wir geschafft. Dadurch sind wir aber immer noch die alten Menschen geblieben. Wir haben keinen Heiligenschein erhalten oder sind von nun ab ganz andere Menschen, die nur noch eines treibt; nämlich Gott zu preisen wo immer es möglich ist.

Nein, das sind wir nicht. Aber Gott hat uns mit unserer Bekehrung sich selbst in unsere Herzen geschenkt in der Form des Heiligen Geistes. Paulus sagte einmal: Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir.

Genau so dürfen wir uns dies vorstellen. Christus lebt in uns und räumt so nach und nach unser altes Leben auf. Alles das, was ihm nicht dienlich ist, das wird rausgeworfen. Und alle Anlagen, die er gebrauchen kann, die vermehrt er in uns. Und trotzdem sind wir keine willfährigen Dressurpferde geworden, Gott lässt uns nach wie vor unseren eigenen Willen.

Und da liegt auch der Hase im Pfeffer begraben. Wir werden immer wieder sündigen. Gewiss, eine Zeitlang gelingt es uns vielleicht ein halbwegs sündloses Leben zu führen. Aber irgendwann gehen wir alle wieder dem Teufel auf den Leim.

Nun ist es aber nicht so, dass Gott sein Gnadengeschenk dann sofort zurückfordert. Nein, wenn wir uns dabei ertappen und unserer Sünden ehrlich bereuen, dann werden auch diese getilgt werden. Wir dürfen also als Sünder jederzeit wieder zum Vater zurückkehren.

3. Per aspera ad astra

"Über raue Pfade zu den Sternen" so lautet die Übersetzung des Zitates, welches Sie alle bestimmt schon einmal gehört haben.

Das Christenleben besteht nicht aus einer Reise in einer göttlichen Sänfte, die und so langsam in den Himmel hinein schaukelt. Wer dies annimmt, der wird gar bald einige böse Überraschungen erleben.

Gott nimmt uns in diesem Leben in seine Jüngerschule auf, in welcher wir direkt nach unserer Bekehrung eingeschult werden. Und dort haben wir so einiges zu lernen. Legen wir mal gleich los:

a. Bedrängnisse. Gut, wir rühmen uns noch nicht sogleich der Bedrängnisse, die wir erleben müssen. Aber diese werden auf uns zukommen, weil wir eben noch nicht im Himmel, sondern immer noch in dieser Welt leben. Aber wir haben ja den Heiligen Geist, der uns in allen Bedrängnissen beisteht.

b. Geduld. Wer einmal durch Bedrängnisse hindurch getragen wurde, der konnte dort bestimmt Gottes Wirken spüren. Das haben wir sicherlich alle schon einmal erlebt. Und wenn dann die nächste Periode der Bedrängnisse kommt, dann können wir mit Geduld an diese herangehen. Wir haben die ersten Bedrängnisse überstanden, dann werden wir auch die nächsten überstehen.

c. Bewährung. Alles, was man mehrmals gemacht hat, meistert man immer besser. Wer sich in bestimmten Situationen bewährt hat, der wird dies auch in zukünftigen Situationen schaffen. Gott bereitet uns also Schritt für Schritt auf unser Christenleben vor.

d. Hoffnung. Weil wir dies mit Gott an unserer Hand alles lernen dürfen, darum wächst auch in uns von Mal zu Mal die Hoffnung auf die himmlische Herrlichkeit, die uns alle einmal erwartet. Am Anfang waren wir alle bestimmt noch ein wenig skeptisch, als es um das konkrete Wirken unseres Herrn in uns ging. Aber von Erfahrung zu Erfahrung entwickelte sich immer mehr diese Hoffnung auf den Himmel.

Und getragen durch diese Hoffnung, dürfen wir auf Erden schon ein Stück weit himmlisch leben. Wir müssen nicht mehr alles selber in die Hand nehmen. Wir dürfen uns auf Erden schon von Gott himmelwärts tragen lassen und unser Leben ganz getrost in seine Hand legen.

Getrieben von diesen Aussichten können wir doch gar nicht mehr anders, als unserem Herrn Tag für Tag zu danken für alles, was er für uns getan hat und immer noch tut. Lassen Sie uns dies heute tun, indem wir gemeinsam in den ersten und sechsten Vers des Liedes "Danke für diesen guten Morgen... " (EG 334) einstimmen, die da lauten wie folgt:

Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag.
Danke, dass ich alle meine Sorgen auf dich werfen mag.
Danke, dein Heil kennt keine Schranken, danke, ich halt mich fest daran.
Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



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