ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Za Nov 30, 2019 12:03 pm

ePredigt vom 24.11.2019 (Matthäus 25, 1-22)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 1-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Von den klugen und den törichten Jungfrauen,

Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen! Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst. Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen. Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.



Liebe Gemeinde,

eine Hochzeitsgeschichte am Ewigkeitssonntag !!! Das passt doch überhaupt nicht zusammen. Tod und Freude sind doch scheinbare Gegensätze. Schauen wir uns doch einmal etwas genauer an, was Matthäus, respektive Jesus uns mit diesem Text sagen will.

1. Himmelreich für alle

Wenn Jesus das Himmelreich mit den 10 Jungfrauen vergleicht, dann möchte er uns damit sagen, dass Gottes Reich für uns alle da ist.

Viele unter uns haben im vergangenen Jahr den schweren Weg zu einem Friedhof antreten müssen und mussten endgültig von einem lieben Menschen Abschied nehmen. Dieser Abschied muss aber nicht für ewig sein.

Gott hat nicht nur die Ewigkeitssehnsucht in unsere Herzen gelegt, nein er hat auch selber den Weg bereitet, wie wir wieder zu ihm in das Himmelreich kommen können.

Wo unsere Lieben jetzt sind, da können und dürfen wir auch dereinst unseren Hauptwohnsitz nehmen.

Eine ältere Dame, die ihren Mann verloren hatte, sagte mir einmal, dass sie ja wisse, dass ihr Gatte ja nur eine kleine Zeit vor ihr in den Urlaub gefahren ist und sie demnächst nachreisen werde.

Aber Vorsicht, liebe Gemeinde, einen Automatismus dafür gibt es nicht. Und damit wollen wir uns jetzt noch ein wenig beschäftigen.

2. Die klugen Jungfrauen

Wenn wir in den Himmel kommen wollen, dann müssen wir darauf auch gut vorbereitet sein. Gut vorbereitet ist jeder Mensch, der, das, was der Herr Jesus Christus für uns getan hat im Glauben annimmt, seine Sünden bereut und dem Herrn Jesus den Thron seines Lebens übergibt.

So wie die 5 klugen Jungfrauen nicht nur die Öllampen mitnahmen, sondern vorausschauend auch noch das Öl dazu im Gepäck hatten, so sollen auch wir gut vorbereitet sein, wenn wir eines Tages vor unserem Herrn stehen werden.

Bekehrung ist der Beginn der Vorbereitung, danach kommt das "Dranbleiben" an unserem Herrn. Nur wenn wir tagtäglich in einer engen Beziehung mit ihm leben, können wir seinen Willen für unser Leben erfahren. Nur so kann er uns auf unserem Lebensweg begleiten und dereinst durch die Türe in sein Reich führen.

Wenn wir unseren Herrn nach unserer Bekehrung in die Ecke stellen, um ihn später einmal wieder vorzuholen, dann laufen wir nämlich Gefahr, dass wir uns so nach und nach wieder von ihm trennen und ein Leben führen, wie wir es vor der Bekehrung getan haben.

Vergessen wir nie, dass es ein Leben lang einen Gegenspieler Gottes gibt, der alles daran setzt, uns von unserem Herrn loszueisen und in seinen Bann zu ziehen.

Lassen Sie uns klug sein und klug handeln.

3. Die törichten Jungfrauen

Liebe Gemeinde, die törichten Jungfrauen sind ja auch auf dem rechten Weg gewesen, wie die klugen Jungfrauen. Wo ist denn genau da etwas schief gelaufen?

Sie hatten sich halbherzig auf den Weg gemacht. Und das ist das gefährlichste was es gibt. Ein bekannter Evangelist sagte einmal über die echte Beziehung zu unserem Herrn: "Sei ganz Sein, oder lass es ganz sein."

Machen wir uns nichts vor, liebe Gemeinde, es gibt sehr viele Menschen, die halbherzig dem Herrn angehören, mit der anderen Hälfte des Herzens aber nach wie vor an ihrem alten Leben festhalten.

Betrachten wir doch unsere Gemeinschaft mit dem Herrn mal mit einer Ehe. Das passt auch ganz gut zu unserem heutigen Predigttext. Was würde Ihr Ehepartner wohl dazusagen, wenn Sie neben ihm noch einen anderen Partner hätten? Er/Sie wäre wohl nicht davon begeistert.

Was würde Ihr Ehepartner wohl dazu sagen, wenn Sie mit allen möglichen Menschen Kontakt halten, nur zu ihm nicht? Er/Sie würde wohl über kurz oder lang die Trennung vollziehen.

Und so machen es leider viele Menschen, die sich in falscher Sicherheit wiegen, weil sie getauft sind, ab und wann in die Kirche gehen und ja auch sonst nichts gegen Gott haben.

Und wenn ich so lebe, liebe Gemeinde, dann stehe ich nach meinem irdischen Tode vor der verschlossenen Türe, wie die 5 törichten Jungfrauen. Und dann gibt es keine Möglichkeit mehr, diese Türe zu öffnen. Wer sie zu Lebzeiten nicht öffnen wollte, dem bleibt diese Türe auch nach seinem Tode verschlossen.

Liebe Gemeinde, Jesus will uns keine Angst einjagen, wenn er uns dies so pragmatisch sagt; Jesus will uns wachrütteln, damit wir uns auf den Weg dahin machen, wo er in Ewigkeit mit uns leben möchte.

Lassen Sie uns also Jesu Weckruf folgen und ihm nachfolgen, damit wir auch durch die offene Tür in das ewige Leben eintreten dürfen, wie unsere Lieben, die uns bereits vorangegangen sind.

Und jetzt können wir auch die Eingangsfrage beantworten, ob den Hochzeit und Ewigkeitssonntag zusammen passen. Ja, sie passen zusammen, da wir uns in unserem Leben auf unseren Eintritt in die Ewigkeit vorbereiten. Und dieser Moment im Zeitpunkt unseres irdischen Ablebens kommt. Daher dürfen wir uns für die freuen, die uns bereits vorausgegangen sind und dürfen uns selber für uns freuen, die wir eines Tages unseren Lieben nachreisen werden.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes "Wir warten dein, o Gottes Sohn..." (EG 152) des Liederdichters Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Wir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen.
Wir wissen dich auf deinem Thron und nennen uns die Deinen.
Wer an dich glaubt erhebt sein Haupt und siehet dir entgegen;
du kommst uns ja zum Segen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen besinnlichen Ewigkeitssonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Dec 02, 2019 11:21 am

ePredigt vom 01.12.2019 (Römer 13, 8-12)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 13. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 8-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. Denn was da gesagt ist (2. Mose 20, 13-17): "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren", und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19,18):"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.



Liebe Gemeinde,

wenn wir auf das Kind in der Krippe schauen, dann meinen wir ja immer, dass wir es sind, die auf dem Weg zu Gott sind. Aber es ist genau umgekehrt. Gott hat uns zuerst geliebt. Der Mensch hat die Sache mit dem Paradies, welches ihm Gott gegeben hatte, ja genial in den Sand gesetzt. Fortan exstierte eine Kluft zwischen Gott und den Menschen, die kein Mensch überwinden konnte.

Also musste Gott einen neuen Weg suchen, wie er uns wieder zu seinen geliebten Kindern machen kann. Das ging nur, indem er als vollkommen sündloser Mensch für all unsere Sünden bezahlt. Dazu musste er er aber erst einmal als Mensch auf die Welt kommen. Also Gott kommt zuerst zu uns und nicht wir zu ihm.

Mit dem Kommen allein ist es aber nicht getan. Gott erwartet von uns auch etwas, was ich einmal als aktiven Advent bezeichnen möchte. Schauen wir uns doch einmal an, was Gott von uns erwartet.

1. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Das ist mal eine Herausforderung. Wer ist denn mein Nächster frage ich mich dann sofort. Stop, diese Frage führt schon in die Passivität. Ist es der Hartz 4 Empfänger ? Dem wird doch schon vom Staat geholfen. Ist es die alte kranke Dame von nebenan? Für die ist doch ein Platz im Pflegeheim vorhanden.

Nein, wir müssen anders fragen. Wir müssen fragen: Wem kann ich der Nächste sein. Nur so schärfen wir unsere Sinne und erkennen, wo unsere Hilfe benötigt wird und wir gebraucht werden. Wenn wir so fragen, dann kommen auch keine Ausreden mehr auf den Tisch.

Denken wir an den barmherzigen Samariter. Der fand einen Verletzten auf seiner Reise. Obwohl er sicherlich auch unter Zeitdruck stand, unterbrach er alles, was ihm wichtig war und kümmerte sich zunächst um den Verletzten.

So sollen wir es auch machen. Seien wir bereit, diese Frage zu stellen. Und seien wir auch bereit, uns von Gott unterbrechen zu lassen.

2. Aufstehen

Wir sollen aufstehen von unserem Schlaf, so haben wir es soeben gehört. Das bedeutet, dass wir aktiv werden sollen. Wir sollen die Gebote Gottes mit Leben füllen.

Paulus führt ja einige Gebote auf. Drehen wir diese doch einmal um ins Positive.

"Du sollst nicht ehebrechen" können wir mit Leben füllen, indem wir unseren Ehepartnern stets treu bleiben und sie auf allen ihren Wegen unterstützen. Da darf man sich ruhig einmal für das tolle Essen bedanken, was man uns gekocht hat. Und es ist auch nicht verboten, unsere Ehepartner mit kleinen Geschenken zu überraschen.

"Du sollst nicht töten" können wir zum Beispiel mit Leben füllen, indem wir uns für den Erhalt des Lebens einsetzen. Wussten Sie, dass die dritthäufigste Todesursache in Schweden die Abtreibung ist. Da heißt es aufstehen und aktiv werden.

"Du sollst nicht stehlen". Anstelle von Stehlen kann man auch das Wort Nehmen setzen. Wir sollen nicht immer nur nehmen und noch mehr nehmen. Wir sollen wieder zu Gebern werden, die fröhlichen Herzens von ihrem zu viel an die abgeben, die von allem zu wenig haben.

"Du sollst nicht begehren". Das sagt sich so einfach. Ich muss doch nur ins Fernsehen schauen und schon setzt mir die Werbung vor, was mir alles fehlt. Und wenn sie das lange genug macht, dann wächst in mir die Begierde nach dem, was auf mich einprasselt. Und wehe, mein Nachbar hat das schon und ich noch nicht. Und genau hier sollen wir den Riegel vorschieben.

Das geht ganz einfach mit einer einfachen Frage an uns selbst: Brauche ich das wirklich ? Denken wir mal wieder darüber nach, bevor wir etwas begehren, nur weil man uns eingetrichtert hat, dass wir das unbedingt brauchen.

3. Waffen anlegen

Bevor unser Herr sein Erlösungswerk an uns vollendet hat, haben wir alle in der Finsternis gelebt. Gott hat uns aus dieser Finsternis heraus den Weg zu seinem Licht gezeigt.

Und das bedeutet zweierlei. Als erstes sollen wir die Werke der Finsternis ablegen. Wir sollen uns also von allem trennen, was uns von Gott wieder entfernen könnte. Das muss natürlich ein jeder für sich selber eruieren. Da wir alle keine Heiligen sind, kommen bestimmt etliche Punkte zusammen, die wir mit Jesus besprechen sollten und ihn um seinen Beistand bitten sollen, damit wir davon loskommen.

Und dann sollen wir die Waffen des Lichts anlegen. Was bedeutet denn das jetzt schon wieder? Nun, wir sollen Leuchten sein für unsere Mitmenschen.

In der Dunkelheit der Welt fällt das Licht auf. Wie sich Schiffe nach dem Leuchtfeuer der Leuchttürme richten, so richten sich die Augen der Mitmenschen, die noch in der Finsternis leben auf unsere Waffen des Lichts.

Wenn in der Finsternis irgendwo ein Licht leuchtet, dann schaue ich doch automatisch dorthin. In aller Regel gehe ich auch und schaue nach diesem Licht. Und hier beginnt auch ein Stück weit Verantwortung für uns Christen.

Wir sollen leuchten mit unserem Licht und die Menschen neugierig machen auf dieses Licht und den Ursprung dieses Lichtes. Wir sollen unsere Mitmenschen nicht belehren oder zutexten mit Bibelzitaten und Moralpredigten jedweder Art.

Wir sollen nur zeigen, dass es einen Weg gibt aus der Finsternis der Welt heraus in das Licht der Ewigkeit. Alles andere macht schon unser Herr.

Liebe Gemeinde, wenn wir dies tun, dann sind wir in der Tat "Aktive Adventslichter".

Lassen Sie uns unseren Herrn zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes mit dem ersten Vers des Liedes: "Macht hoch die Tür..." (EG 1) des Liederdichters Georg Weisel anbeten, der da lautet, wie folgt:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden


Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten ersten Advent und einen besinnlichen Start in die Adventszeit dieses Jahres.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Dec 09, 2019 2:21 pm

ePredigt vom 08.12.2019 (Lukas 21, 25-33)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Adventssonntag finden wir im Lukasevangelium, Kapitel 21, die Verse 25-33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Das Kommen des Menschensohns

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dies anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Und er sagte Ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: Wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.


Liebe Gemeinde,

natürlich gedenken wir an das erste Kommen Jesu in dieser Welt gerade in der Adventszeit. Doch die Überschrift unseres heutigen Predigttextes spricht über ein anderes Kommen Jesu, nämlich sein zweites Kommen auf diese Erde. Lukas beschreibt uns ziemlich detailliert, wie dies vonstattengeht. Schauen wir uns das zweite Kommen unseres Herrn einmal gemeinsam an.

1. Was passiert dann?

Schauen wir doch zunächst noch einmal auf das Kind in der Krippe. So heimelig wie es da liegt so heimelig waren die äußeren Umstände von Jesu Kommen in der Tat nicht.

Jesus wurde als uneheliches Kind geboren. Der Geburtsort war ein Stall, heute würde man wohl eher Baracke dazu sagen. Und die ersten Gratulanten waren auch nicht die Könige dieser Welt, sondern einfache Hirten, die damals zur Unterschicht der Bevölkerung gehörten.

Und dann gipfelte Jesu Leben mit dem, was er für uns tat. Erniedrigt, gedemütigt, bespuckt und belächelt trat er den Weg zum Kreuz an, wo er für unsere aller Sünden starb.

Das zweite Kommen, um welches in unserem Predigttext geht, sieht schon ganz anders aus. Wenn Jesus wiederkommt, dann kommt er in Herrlichkeit und als Weltenrichter auf diese Erde.

Schauen wir noch einmal in unsere Krippe. Vor dem Kind, das dort liegt, werden sich einmal beugen alle Knie dieser Welt. Vor diesem Kind werden wir uns alle einmal für all unser Tun und Unterlassen verantworten müssen. Das Kind in der Krippe ist also alles andere als ein harmloses Baby. Betrachten wir es doch auch einmal durch diese nicht rosarote, sondern reale Brille.

2. Unsere Aufgabe

Wenn sich das Kommen unseres Herrn ankündigt, dann sollen wir unsere Häupter erheben und aufstehen.

Liebe Gemeinde, wir leben ja alle in der Endzeit. Diese definiert sich von Jesu Himmelfahrt bis zu seinem Wiederkommen und hat nichts mit spekulativen Endzeitberechnungen zu tun.

Schon jetzt sollen wir als Christen unsere Häupter erheben. Das bedeutet nichts anderes, als dass ich schon jetzt immer wieder "Danke" zu ihm sagen darf für das, was er mir alles in meinem Leben geschenkt hat. Ich darf, da ich ihm ja gehöre voller Vertrauen auf das blicken, was da kommen mag. Ich darf voller Hoffnung durch mein Leben gehen in der festen Gewissheit, dass da einer ist, der mich mein Leben lang auf diesem Wege begleitet.

Dadurch, liebe Gemeinde unterscheiden wir uns als Christen von den Nichtchristen.

Die Sache mit dem Haupt erheben kriegen wir alle hin. Aber es kommt ja noch die Sache mit dem Aufstehen. Schauen wir wieder auf das Kind in der Krippe. Dieses Kind, dass für unsere aller Sünden mit seinem Leben bezahlt hat, dieses Kind möchte nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verlorengeht.

Und daher sind wir von diesem Kind persönlich beauftragt worden, seine Erlösungstat in aller Welt zu verbreiten. Wir sollen seine Geschichte unseren Mitmenschen weitererzählen, damit auch sie voll Dank, Hoffnung und Vertrauen durchs Leben gehen können.

3. Wann geht es los ?

Natürlich interessierte es die Jünger Jesu, wann denn dies alles passiert. Und uns interessiert es doch auch. Erlebe ich es noch zu Lebzeiten, dass Jesus widerkommt? Diese Frage haben wir uns doch alle sicherlich schon einmal gestellt.

Jesu spricht zu Beginn unseres heutigen Predigttextes von allerlei Katastrophen, die seiner Wiederkunft vorausgehen. Und wenn wir uns in der Welt umsehen, dann scheint dies bald der Fall zu sein. Daher kursieren ja auch so viele banale Endzeitberechnungen umeinander.

Vor 100 Jahren passierten bestimmt genau so viele Katastrophen wie heute. Nur konnten wie diese nicht alle zur Kenntnis nehmen, da es die meisten Medien, allen voran das Internet noch gar nicht gab. Es gab immer schon Kriege, und es gab immer schon Frieden zwischen den Völkern.

Daher benutzt Jesus auch ein Gleichnis aus der Natur. Die Natur ist gewissen Regeln unterworfen, die immer wiederkehren. So jedenfalls hat es Gott Noah zugesagt. Saat und Ernte, Sommer und Winter sollten niemals aufhören. So lesen wir es im 1. Buch Mose.

Wenn Jesus ein Gleichnis aus der Natur wählt, dann will er uns zeigen, dass wir eben nicht auf die Katastrophen um uns herum fixiert sein sollen. Wir sollen eben keine Mutmaßungen anstellen, wann dies alles geschieht.

Wie der Bauer im Frühjahr sein Feld bestellt und im Herbst erntet, so sollen auch wir treu und brav und voller Hoffnung und Vertrauen unseren Weg durch diese Welt gehen ohne uns von anderen verrückt machen zu lassen.

Wenn wir IHM gehören, dann können wir dies auch tun. Dann müssen wir nicht allen möglichen Gerüchten unser Gehör schenken, dann dürfen wir getrost auf IHN warten bis er wiederkommt zu unser aller Heil und Segen.

Das alles will uns das Kind in der Krippe sagen, wenn wir ihm nur aufmerksam und still zuhören.

Lassen Sie uns zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes unseren Herrn loben und preisen, indem wir gemeinsam in den 5. Vers des Liedes "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit..." (EG 1) des Liederdichters Georg Weissel einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten zweiten Advent und eine besinnliche zweite Adventswoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




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