ePredigte.

Gebruikers-avatar
Ton
BerichtenCOLON 3527
GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Zo Mrt 31, 2019 8:17 pm

ePredigt vom 31.03.2019 (Johannes 6, 47-51)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 6. Kapitel des Johannesevangeliums, die Verse 47-51. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.


Liebe Gemeinde,

wir kennen Sie alle, die "Ich bin Worte" unseres Herrn. Heute geht es um das Brot des Lebens. Lassen Sie uns gemeinsam einmal dieses Ich bin Wort bedenken.

1. Vor der Klammer

Bevor wir zu dem Ich bin Wort kommen steht quasi vor der Klammer noch etwas ganz entscheidendes. Dort lesen wir: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.

Die "Ich bin Worte" Jesu ziehen ja meist auch eine Aktivität nach sich. Klipp und klar sagt unser Herr an dieser Stelle, dass dies nichts mit Errettung oder ewiger Verdammnis zu tun hat.

Wer an den Herrn glaubt, der hat das ewige Leben und landet ohne Gerichtsverhandlung direkt im Himmel. Die ich bin Worte haben vielmehr etwas mit unserem geistlichen Wachstum und unserem Auftrag als Jünger Jesu Christi zu tun.

2. Wachstum

Wenn wir klein sind, dann benötigen wir für unser Wachstum natürlich eines; nämlich Nahrung. Das beginnt zunächst mit der Muttermilch und geht dann so nach und nach auf feste Kost über.

Als Jünger Jesu müssen wir nach unserer Bekehrung ebenfalls wachsen. Das Brot des Lebens ist unabdingbar für unser geistliches Wachstum. Was wir für unser Leben als Christ benötigen das lernen wir in der Jüngerschule direkt von unserem Herrn.

Während des Wachstums ist natürlich die Lernphase am wichtigsten. Das meiste über unsere Aufgabe als Jünger lernen wir aus der Bibel. Nun ist die Bibel natürlich für manch einen Neubekehrten schon eine schwer verdauliche Kost. Daher empfehle ich immer, das Bibelstudium zunächst mit einer modernen Übersetzung zu beginnen.

Wenn ich das alles umsetzen will, was in der Bibel steht, dann benötige ich auch die Hilfe meiner Brüder und Schwestern. Als Neubekehrter weiß ich längst noch nicht alles. Daher ist es auch so wichtig, dass wir uns mit allen Fragen an die Gemeinschaft wenden können.

Für uns "alte Hasen" ein kleiner Ratschlag: Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten. Ich habe es leider oftmals erlebt, dass Glaubensneulinge auch in unseren christlichen Gemeinschaften so von oben herab behandelt wurden, nur weil sie die "falschen" Fragen stellten. Das ist für deren geistliches Wachstum natürlich wenig förderlich.

3. Bleiben

Irgendwann sind wir aus dem Kindheitsalter heraus und sind erwachsene Menschen und Christen geworden. Natürlich benötigen wir weiterhin unsere Nahrung, damit unser Körper funktionstüchtig bleibt.

Im geistlichen Bereich ist das nicht anders. Wenn wir aufhören unsere geistliche Nahrung zu uns zu nehmen, dann beginnt unsere Seele zu verkümmern und alsbald wird der Teufel ein leichtes Spiel mit uns haben.

Geistliche Nahrung im Erwachsenenalter ist natürlich auch das Gebet, welches uns eine ständige Verbindung zu unserem auferstandenen Herrn ermöglicht. Im Gebet besprechen wir uns mt unserem Herrn. Wir bringen all unsere Nöte und Sorgen und Fürbitten vor ihn. Aber im Gebet erhalten wir auch unseren ganz konkreten Auftrag als Christ in dieser Welt.

So, wie wir tagtäglich mit unseren Vorgensetzen reden und neue Anweisungen erhalten, so sollen wir auch tagtäglich mit unserem ewigen Vater im Himmel in Verbindung bleiben.

Kein Mensch auf dieser Welt kann alle Aufgaben alleine stemmen. In den meisten Fällen sind wir dabei auf die Mithilfe anderer Menschen angewiesen. Und daher ist es auch ganz wichtig, dass wir den Kontakt zu einer wie auch immer gearteten christlichen Gemeinschaft aufrechterhalten.

3. Weitersagen

Und jetzt kommt noch die Königsdisziplin unserer Aufgabe als Christen; nämlich die Verbreitung der frohen Botschaft mit Worten und mit Händen.

Jeder Radrennsportler nimmt vor jeder Etappe mehr Kalorien auf, als ansonsten im Alltag üblich. Wenn wir unsere christliche Botschaft verkündigen wollen, dann benötigen wir dafür noch mehr Brot des Lebens als für das Wachsen und das Bleiben.

Ich kann Ihnen eines versprechen: Sobald Sie außerhalb der geschützten Kirchenmauern die frohe Botschaft verkündigen, dann wird Ihnen heftigster Gegenwind entgegenwehen. Sie werden blächelt werden. Es wird Ihnen Spott entgegengebracht. Und manchmal werden Sie auch einfach als Vollidiot bezeichnet.

Ganz ohne Frage, das tut mächtig weh. Aber unser Herr hat immer wieder tröstliche Worte für uns parat. Gut, wenn wir uns diese schon vorher an die Seite legen und im Bedarfsfalle darauf zurückgreifen können.

Und dann werden wir auch mit allen möglichen Argumenten angegriffen, die stellenweise schon derart abgegriffen sind, dass wir darüber gar nicht mehr reden müssen. Aber es gibt auch ernstzunehmende Kritik und Zweifel, die häufig einem Menschen entfährt, der sich ernsthaft mit dem Christentum beschäftigt.

Und gerade hier gilt es, das zarte Pflänzchen des sich heran bahnenden Glaubens nicht zu zertreten, sondern aufzuklären und den Fragesteller zu ermuntern, den Weg doch einmal zu probieren, damit dieses Pflänzchen wachsen kann.

Und für diese Aufgaben, liebe Gemeinde, sind eben nicht nur die professionellen Theologen zuständig. Hier ist ein jeder für uns beauftragt. Grund genug also, auch für diese Fälle genug Brot des Lebens zu konsumieren.

Das klang jetzt wahrscheinlich ein wenig arbeitsintensiv und nach viel Mühe und Plage. Gewiss, ohne Bibel, Gebet und Gemeinschaft geht es nicht. Aber wir haben ja einen lebendigen Herrn an unserer Seite, der uns gerade auf diesen Wegen eine ganz besondere Hilfe und Unterstützung sein will.

Dass wir bei all unseren Bemühungen immer auf die Hilfe unseres Herrn angewiesen sind, dass wusste natürlich auch schon Martin Luther. Dies drückt er in dem zweiten Vers seines wohl bekanntesten Liedes "Ein feste Burg ist unser Gott...." (EG 362) sehr schön aus wie folgt:

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren;
es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist ? Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott,
das Feld muss er behalten.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber




Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de


Copyright © 2019 ePredigt. All rights reserved.
Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

Gebruikers-avatar
Ton
BerichtenCOLON 3527
GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Apr 08, 2019 9:56 am

ePredigt vom 07.04.2019 (Johannes 18, 28 - 19,5)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag der Passionszeit, dem Sonntag Judika. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Johannes im 18. Kapitel, die Verse 28 bis 19. Kapitel Vers 5. Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam lesen:

Da führten Sie Jesus von Kaiphas zum Prätorium; es war früh am Morgen. Und sie gingen nicht hinein, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passahmahl essen könnten.
Da kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: Was für eine Klage bringt ihr gegen diesen Menschen vor? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten.
So sollte das Wort Jesu erfüllt werden, das er gesagt hatte, um anzuzeigen, welchen Todes er sterben würde. Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König de Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus oder haben's dir andere über mich gesagt?
Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt.
Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.
Es besteht aber die Gewohnheit bei euch, dass ich euch einen zum Passafest losgebe; wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden losgebe? Da schrien sie wiederum: Nicht diesen, sondern Barrabas! Barrabas aber war ein Räuber. Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzen sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an und traten zu ihm und sprachen: Sie gegrüßt, König der Juden!, und schlugen ihm ins Gesicht.
Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde. Und Jesus kam heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch!



Liebe Gemeinde,

eigentlich ein Text, der für Karfreitag eher passend wäre als für den Sonntag Judika. "Gott schaffe mir Recht", so lautet die Übersetzung des Namens für diesen Sonntag. Recht und Gerechtigkeit gehören ja immer auch mit der Wahrheit zusammen. Wahres Recht und wahre Gerechtigkeit ohne Wahrheit sind daher schlichtweg undenkbar.

So lassen Sie uns heute morgen einmal über die Wahrheit zusammen nachdenken.

1. Was ist Wahrheit?

Diese Frage stellte sich Pilatus, als er zwischen zwei Stühlen, oder aber besser gesagt zwischen zwei Wahrheiten stand. Die Wahrheit des Sohnes Gottes und die Wahrheit der Ankläger und Leugner widersprechen sich total.

Kommt uns dies nicht bekannt vor ? Da treffen engagierte Jesusjünger auf Ungläubige und es entwickelt sich dann schnell ein Streitgespräch über den Glauben. Außenstehenden fällt es dann sehr schwer, sich ein Urteil über das zu bilden, was sie gerade so mitbekommen haben.

Die Wahrheit in der Religion zu suchen ist da sicherlich keine so gute Idee. Aber die Wahrheit in Jesus zu suchen, das könnte schon eher klappen. Aber wie komme ich zur Wahrheit ?

Wir finden die Wahrheit allein in Gottes Wort, der Bibel. Wenn die Bibel Gottes Wort ist und wenn Gott immer die Wahrheit spricht, dann ist alles, was in der Bibel steht auch tatsächlich wahr.

Und wenn wir uns jetzt das Neue Testament vornehmen und dort alles über Jesus nachlesen, dann kommen wir automatisch auch zu den "Ich bin Worten" von Jesus im Johannesevangelium. Dort sagt Jesus einmal selbst: "Ich bin die Wahrheit und das Leben..."

Wenn wir die Bibel lesen, sie intensiv studieren und auch darüber beten, dann kommen wir zu dem Schluss, dass Jesus die Wahrheit ist. Einen anderen Schluss lässt die Bibel nämlich gar nicht zu.

Und dann ist es auch einfacher über die Wahrheit zu diskutieren. Sie macht sich nicht an irgendeiner Religion fest, sondern an der Person Jesu Christi. Und diese Wahrheit braucht keine Diskussionen über Glauben und Religion. Diese Wahrheit kann jeder persönlich erleben, der Jesus Christus in sein Leben einlädt.

2. Wie stehe ich zur Wahrheit ?

Jetzt kommt natürlich die spannende Frage: Wie gehe ich mit der Wahrheit um ? Gehe ich so damit um, dass ich es akzeptiere, dass Jesus die Wahrheit und der einzige Weg zu Gott ist.

Oder aber bastel ich mir meine eigene Wahrheit ? Und diese eigene Wahrheit kann ganz schön gefährlich werden. Wenn Jesus in dieser Wahrheit nicht mehr vorkommt, dann ist der Weg klar und ersichtlich, den ich gehe. Dies ist zum Beispiel beim Buddhismus der Fall.

Gefährlich wird meine Wahrheit, wenn Jesus immer noch irgendwie darin vorkommt, aber nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wenn Jesus der Weg und die Wahrheit ist, dann kann ich ihn nicht zum Propheten degradieren, wie es der Islam macht.

Wenn ich zur Wahrheit stehe, dann ist alles andere als Jesus für mich nebensächlich. Alle Menschen, dies diesen Weg zu Jesus gefunden haben, berichten unisono, wie der Herr nach und nach ihr Leben umgekrempelt hat. Konsequente Anerkennung der Wahrheit führt also unter Jesu Führung in die konsequente Nachfolge hinein.

Wo zum Beispiel früher die Hobbys an erster Stelle standen, ist es jetzt die Bibel, das Gebet und die Gemeinschaft der Brüder und Schwestern, die an erster Stelle stehen.

3. Die Wahrheit im Alltag

So, und jetzt kommt noch der große Prüfstein des Alltages. Wenn wir sonntags in der Kirche Gottesdienst feiern, dann ist dies eine ganz besondere, heilige Stunde. Wenn wir an den Gemeinschaftsstunden teilnehmen, dann sind wir als Jünger und Jüngerinnen unseres Herrn unter uns. Und auch in der täglichen Gebetszeit sind wir mit dem Herrn allein auf Du und Du.

Und dann sind wir aber auch noch Menschen, die am Alltagsleben teilnehmen, also auch von ungläubigen Menschen umgeben sind.

Ist dann immer noch "Jesus First" für uns, oder hängen wir dann unser Mäntelchen in den Wind. Wenn wir auf der Karriereleiter nach oben streben, dann kann es schon mal vonnöten sein, dass wird mit der Wahrheit ein wenig großzügig umgehen. Machen ja alle so.

Wenn es um den Verkauf meines Autos geht, dann kann man ja schon mal den einen oder anderen Mangel verschweigen. Fällt eh nicht auf und das machen doch alle so.

Und wenn es darum geht, einen Termin nicht wahrnehmen zu wollen, dann muss sie schon mal herhalten, die gute alte Notlüge.

Liebe Gemeinde, wer so mit der Wahrheit im Alltag umgeht, der geht sicherlich nicht so mit ihr um, wie der Herr es von uns erwartet. Wie ER selber stets in der Wahrheit blieb, so sollen auch wir als seine Jünger stets in der Wahrheit bleiben.

Natürlich tut dies manchmal weh. Wir verpassen vielleicht die ein oder andere Karriereposition oder aber verdienen eben nicht so viel Geld wie andere Menschen. Auch, um bei unserem Auto zu bleiben, erhalten wir einen geringeren Preis, wenn wir alle Mängel angeben. Aber, und das sagte ein guter Freund von mir, der schon in der Ewigkeit ist: "Abgerechnet wird zum Schluss."

Also lassen Sie uns stets nach der Wahrheit streben und in ihr leben und uns von ihr leiten. Dann sind und bleiben wir auf dem Weg, den der Herr von uns erwartet.

Und wenn wir doch mal fallen sollten, und wir werden immer wieder fallen, dann gilt immer wieder das Wort unseres Herrn für uns, dass er bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende. Wir dürfen als gefallene Sünder nämlich immer wieder in die rettenden Arme unsreres Vaters im Himmel zurückkehren.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn um seine immerwährende Gnade bitten, indem wir in den 1. und 4. Vers des Liedes "Ach bleib mit deiner Gnade..." (EG 347) von Josua Stegman einstimmen, die da lauten, wie folgt:

Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ,
dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.
Ach bleib mit deinem Segen, bei uns, du reicher Herr;
dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag nd eine ebensolche Woche unter der ständigen Gnade unseres Herr.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



Copyright © 2019 ePredigt. All rights reserved.
Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

Gebruikers-avatar
Ton
BerichtenCOLON 3527
GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Apr 15, 2019 11:56 am

ePredigt vom 14.04.2019 (Jesaja 50, 4-9)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Palmsonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 50. Kapitel, die Verse 4-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Knecht Gottes im Leiden

Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie die Jünger hören. Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Ich bot meinen Rücken dar, denen, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der Herr hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten ? Der komme her zu mir! Siehe, Gott der Herr hilft mir, wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie Kleider zerfallen, die die Motten fressen.



Liebe Gemeinde,

von wem spricht der Prophet eigentlich? Auf den ersten Blick scheint es sonnenklar, dass er von dem Herrn Jesus spricht. Aber wenn wir genauer hinhören, dann erkennen wir, dass der Prophet von drei Personen spricht: Von sich selbst, von Jesus und auch von uns. Schauen wir uns doch seine Botschaft einmal zusammen an.

1. Hören

Gleich zu Beginn sagt uns der Prophet, dass Gott ihm alle Morgen das Ohr auftut, das er wie ein Jünger hören kann. Er erkennt, dass sein gesamtes Lebenswerk davon abhängt, dass er zunächst einmal auf Gott hört und ihm zuhört. Nur so ist er in der Lage, sein schwieriges Prophetenamt auszuüben.

Wir dürfen nämlich nicht vergessen, dass er zu einem Volk sprechen sollte, dass bereits seit langer Zeit in babylonischer Gefangenschaft war und die meisten schon alle Hoffnung auf Rückkehr aufgegeben hatten.

Und dann finden wir auch, was das Hören anbelangt die Parallele zu unserem Herrn Jesus Christus. In vielen Stellen des Neuen Testaments erkärt uns Jesus, dass er nur wiedergeben kann und nur das ausüben kann, was ihm von seinem himmlischen Vater aufgetragen worden ist. An zahlreichen Stellen finden wir auch den Hinweis, dass sich Jesus stets zurückzog, um mit seinem Vater im Himmel zu sprechen.

Und hier finden wir auch die Parallele zu uns heute im 21. Jahrhundert. Erst hören, dann reden und machen. Können Sie sich vorstellen, dass unser Leben für einen jeden von uns wesentlich geordneter verlaufen würden, wenn auch wir immer zunächst nach Gottes Willen für unser Leben fragen würden anstatt unseren Willen in die Tat umzusetzen ?

Machen wir es doch wieder wie der Prophet und Jesus und hören zunächst auf das, was Gott von uns will. Und lassen Sie uns dann das auch genau so in die Tat umsetzen, wie Gott es von uns erwartet.

2. Gehorsam

Ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. So lesen wir es ebenfalls in unserem Predigttext. Gewiss, es war keine angenehme Aufgabe den Menschen, die sich in babylonischer Gefangenschaft befanden, die Freiheit und Hoffnung und die Liebe Gottes zu predigen.

Und doch, liebe Gemeinde hat sich der Prophet voll und ganz auf Gott eingelassen und das gepredigt, was Gott ihm aufgetragen hatte. Auch dann oder besonders gerade dann, wenn die äußeren Umstände ganz anders waren, als es der Prophet vorhersagte. Im schlimmsten Schlamassel fällt es einem schwer die Lösung zu sehen.

Wer ebenfalls gehorsam war bin in den Tod, das war unser Herr Jesus Christus. Ich bot meinen Rücken dar, denen die mich schlugen, so haben wir es soeben gehört, was der Herr Jesus für uns getan hat.

Nur sein absoluter Gehorsam Gott gegenüber machte es überhaupt erst möglich, dass wir wieder freien Zugang zum Himmel haben. Nur weil ER für uns durch seinen stellvertretenden Tod für all unsere Sünden das Lösegeld bezahlt hat, dürfen wir wieder zu Gott "Lieber Vater" sagen.

Daher gilt dieser Gehorsam auch für uns. Auch wenn von Gott manchmal Botschaften und Aufgaben kommen, die mir nicht so recht gefallen, auch dann müssen wir auf ihn hören. Einen "Schönwetterglauben" kann man leicht leben, aber wenn die Gewitter kommen, dann zeigt sich die Ernsthaftigkeit unserer Beziehung zu unserem Herrn.

Das Leiden Jesu Christi hat für uns eine erlösende und sühnende Wirkung. Leid und Erlösung gehören also zusammen. Wenn wir dies erkannt haben, dann können wir auch mit dem Leiden, dass Gott uns zumutet, ein wenig anders umgehen, führt doch alles menschliche Leid uns wieder hin zu IHM. Wir dürfen also gerade im Leiden gewiss sein, dass da einer ist, der uns durch dieses Leiden hindurchführt.

3. Und dennoch

Bei so vielem Leid könnte man ja glatt verzweifeln. Da predigt man Hoffnung und wird auch noch dafür verdroschen. Das erging übrigens vielen Propheten so, wenn sie nicht dem Volk nach dem Munde predigten. Man sperrte sie ein, mit etwas Glück bei Wasser und Brot, oder man verstieß sie. im ungünstigsten Falle wurden sie einfach umgebracht, damit man ihre Botschaft nicht mehr hören musste.

Aber Gott der Herr hilft mir ist die Antwort des Propheten auf das, was man ihm antut. Er weiß genau, dass er sich nicht von dem ablenken lassen darf, was das Volk von ihm erwartet. Seine Aufgabe besteht in der Verkündigung des Wortes Gotts, koste es, was es wolle.

Und genau so vertraute auch der Herr Jesus Christus seinem Vater im Himmel. Dieses bedingungslose Vertrauen hielt sogar da noch an, als man ihn zum Tode verurteilte und ihn an das Kreuz geschlagen hat.

Und an diesem bedingungslosen Vertrauen sollen auch wir uns ein Beispiel nehmen. Wie bei Jesus letztendlich alles gut ausgegangen ist (Tod-Auferstehung-Himmelfahrt), so wird auch bei uns am Ende alles gut ausgehen.

Alle, die wir ihm unser bedingungsloses Vertrauen schenken, alle diejenigen werden nicht zuschanden werden, sondern das ewige Leben haben. Wer Christus vertraut, für den ist der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang eines Lebens in ewiger Gemeinschaft mit unserem Herrn im Himmel.

Wir werden oft in Situationen kommen, in denen wir innerlich verzweifeln und manchmal nicht mehr ein noch aus wissen; gerade dann ist unser "Dennoch" gefragt. Wenn wir dieses "Dennoch" in solchen Situationen zu unserem Herrn sagen, dann werden wir seine Kraft und Stärke schon auf Erden ganz konkret zu spüren bekommen.

Hören führt zu Gehorsam und Gehorsam führt zu Rechtsprechung. Und diese Rechtsprechung führt uns in den Himmel hinein. Lassen Sie uns dies für heute mit nach Hause nehmen.

Lassen Sie uns zum Abschluss gemeinsam um Gottes Segen auf all unseren Wegen bitten, indem wir gemeinsam in den sechsten Vers des Liedes "Der du die Zeit in Händen hältst..." (EG 64) von Jochen Klepper einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Der du allein der Ewge heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.


Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber



Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



Copyright © 2019 ePredigt. All rights reserved.
Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

Gebruikers-avatar
Ton
BerichtenCOLON 3527
GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Vr Apr 19, 2019 8:15 pm

ePredigt vom 18.04.2019 (1. Korinther 11, 23-26)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Gründonnerstag. Den Predigtext für den heutigen Tag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 11, die Verse 23-26. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's, und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.




Liebe Gemeinde,

den Text, den wir soeben gehört haben, den kennen wir sicherlich alle. Es handelt sich um die Einsetzungsworte des Heiligen Abendmahles. Immer dann, wenn wir zum Tisch des Herrn eingeladen werden, haben wir diese Worte zuvor gehört.

Wenn wir gefragt werden: Was ist das eigentlich, das Abendmahl, das ihr da feiert, können wir dies jemandem, der mit dem Glauben nicht viel zu tun hat, ganz einfach erklären ? Lassen Sie uns dies doch heute einmal gemeinsam probieren.

1. Das Liebesmahl

Wenige Stunden später geht Jesus seinen Leidensweg, der schlussendlich an einem Kreuz endet. Kaum vorzustellen, dass er am Abend zuvor seine Jünger stärken möchte.

Er tut dies aus Liebe zu seinen Jüngern heraus. Wir müssen uns dies so vorstellen, dass Jesus in zwei Welten lebt. Er, der bald wieder bei seinem Vater im Himmel sein wird, lässt seine geliebten Brüdern und Schwestern allein zurück auf der Erde.

Wenn wir nun das Abendmahl einnehmen, dann ist unser Herr gegenwärtig mit am Tisch. Er, der in zwei Welten lebt, ist in Form des Heiligen Geistes auch bei jedem Abendmahl präsent und repräsentiert in Brot und Wein sein Blut und seinen Leib.

Die Jünger sollen erkennen, dass er, obwohl er am Kreuz gestorben ist, nach wie vor für die Seinen präsent ist. Bei jedem Abendmahl nehmen wir also den Herrn in uns auf und dürfen uns über seine Gegenwart freuen und dankbar sein, dass er auch heute am Gründonnerstag mitten unter uns weilt.

Er, der bald den Weg zum Kreuz antreten wird, will uns im Abendmahl aufzeigen, dass er immer wiederkommt, wenn wir das Abendmahl gemeinsam feiern. ER ist also quasi der unsichtbare Gastgeber eines jeden Abendmahles.

2. Das Gemeinschaftsmahl

Gemeinschaft ist eine tolle Sache. In der Gemeinschaft fühlen wir uns wohl und die Gemeinschaft macht uns stark. Eine gut funktionierende Gemeinschaft stärkt die Schwachen und hilft den Bedürftigen.

Dieser Gemeinschaftsgedanke steht auch hinter dem Abendmahl. Jesus weiß, dass nach seinem Tode der Kampf erst richtig losgehen wird. Und das erleben wir auch heute noch. In vielen Ländern werden auch heute noch Christen ob ihres Glaubens wegen verfolgt und eingesperrt oder gar hingerichtet.

Jesus schenkt den Jüngern dieses Abendmahl als Gemeinschaftsmahl, damit sie immer daran erinnert werden, zu teilen. Das Abendmahl ist also niemals eine "face to face" Angelegenheit, sondern immer ein Gemeinschaftsmahl. Es zeigt uns in beeindruckender Weise auf, dass wir alle gleich sind.

Am Tisch des Herrn gibt es keine Rangordnungen. Alle nehmen das gleiche Brot und den gleichen Wein auf. Also sind wir alle vor Gott gleich. Diese Gemeinschaft soll uns auch nach dem Abendmahl erhalten bleiben und uns daran erinnern, dass wir als innere Gemeinschaft nicht nur auf den Beistand unseres Herrn angewiesen sind, sondern auch einander verpflichtet sind uns gegenseitig zu unterstützen und beizustehen.

Wenn wir das Abendmahl feiern, dann feiern wir dies auch immer zusammen in der Gemeinschaft derer, die uns im Glauben vorausgegangen sind. Das Abendmahl ist also der zentrale Punkt, wo sich Himmel und Erde berühren, wo wir auf geheimnisvolle Weise schon ein Stück weit den Himmel spüren dürfen.

3. Das Bundesmahl

Das Abendmahl ist auch ein Bundesmahl. Wenn wir Menschen untereinander einen Bund eingehen, oder einen Vertrag schließen, dann meist unter gleichwertigen Partnern. Jeder hat seine Vorteile und seine Verpflichtungen aus dem Bund oder aus dem Vertrag heraus.

Der Bund, den Gott mit uns armen Sündern eingeht, sieht allerdings gänzlich anders aus. Da verpflichtet sich der heilige und lebendige Gott einen Bund mit uns einzugehen, der besagt, dass uns alle Sünden vergeben werden, wenn wir zu dem, was Jesus für uns getan hat, einfach nur "Ja" sagen.

Wir als bußfertige Sünder müssen nur unsere Sünden bereuen und sie unserem Herrn übertragen und schon haben wir die Eintrittskarte für den Himmel in unseren Händen.

In einer Leistungsgesellschaft wie der unsrigen ist dies natürlich nur sehr schwer zu verstehen. Wir sind es ja gewohnt, für alles, was wir erhalten, eine Gegenleistung zu erbringen. Und da verwundert es sicherlich keinen Menschen, dass zahlreiche Religionen über dieses einfach "Ja" weitere Verpflichtungen erfunden haben, um in den Himmel zu gelangen.

Tun wir uns alle einen Gefallen und hören bitte nicht auf die Religionen, sondern auf unseren Herrn Jesus Christus allein, der uns nur einen ein einfaches "Ja" für seine Erlösungstat abverlangt.

Das alles steckt also in dem Abendmahl wenn wir zum Tisch des Herrn treten. Es will uns Jesu Gegenwart und Liebe aufzeigen, es will uns an unsere Gemeinschaftsverpflichtung erinnern und es will uns daran erinnern, dass unser einfaches und klares "Ja" zu ihm ausreicht, um wieder Zutritt zum Vaterhaus zu erhalten.

Nehmen wir doch einfach das, was auf Golgatha geschah im Glauben an und lassen Sie uns dies auch dadurch tun, dass gemeinsam in den ersten Vers des Liedes von Friedrich von Bodelschwingh "Nun gehören unsre Herzen..." (EG 93) einstimmen, der da lautet, wie folgt:


Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Abend und verabschiede mich von Ihnen allen bis zum morgigen Karfreitag.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich und in Christus verbunden
Ihr

Ulrich Naber



Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de


Copyright © 2019 ePredigt. All rights reserved.
Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

Gebruikers-avatar
Ton
BerichtenCOLON 3527
GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Vr Apr 19, 2019 8:15 pm

ePredigt vom 19.04.2019 (Johannes 19, 16-30)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Karfreitag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im Johannesevangelium, Kapitel 19, die Verse 16-30. Lasen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da überantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden.
Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinscher und griechischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden.
Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll.
So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19) " Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen." Das taten die Soldaten. Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutte ! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und stecken ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Munde. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht ! , und neigte sein Haupt und verschied.



Liebe Gemeinde,

wenn wir uns das Keuzigungsgeschehen bei den anderen Evangelisten anschauen, dann wird der Tathergang dort überall sehr ausführlich beschrieben. Johannes hingegen konzentriert sich nicht auf das Geschehen, sondern auf die Person, die dort gekreuzigt wird.

Jesus hatte ja Pilatus gegenüber bereits bestätigt, dass er ein König ist. Nur eben, dass sein Königreich nicht von dieser Welt ist. Dies veranlasste vermutlich auch Pilatus zu der allerseits bekannten Kreuzsinschrift "Jesus Nazarenus Rex Judeorum".

Schauen wir doch heute am Karfreitag einmal auf das, was diesen König gegenüber den uns bekannten Herrschern auszeichnet.

1. Der leidende König

Könige kennen wir meist aus Zeitungen und Zeitschriften und aus dem Fernsehen.Dort treten sie meist machtvoll und prunkvoll auf. Von Leid ist da nichts zu sehen oder aber zu spüren.

Wir wir unserem Predigttext entnehmen können, tritt Jesus eben nicht so auf, wie die Herrscher dieser Welt, sondern geht ganz bewusst seinen Leidensweg dem Tode entgegen. Sogar direkt vor der eigenen Kreuzigung kümmert er sich noch um seine Lieben und nicht um sich selbst.

Selbst das eigene Ende erlebt er ganz bewusst mit den Worten "Es ist vollbracht."

Dies konnte er nur tun, weil er ganz tief und fest in seinem Vater verwurzelt und mit seinem Vater im Himmel eins war.

Ich behaupte einmal, dass alle Menschen, die derart tief mit Jesus verwurzelt sind, auch ihren Leidensweg gehen können ohne daran zu verzweifeln. Ich denke an die Märtyrer der ersten Christenjahre.

Ich denke aber auch an Dietrich Bonhoeffer, der erhobenen Hauptes den Weg zu seiner Hinrichtung ging. Nicht stolz, sondern sich ganz dem Geschehen fügend ließ er das geschehen, was über ihn beschlossen worden war.

Der leidende König ist somit auch ein Zeichen für uns alle, wie uns unser Herr, der selber durch den Tod hindurchgegangen ist, auch durch die Täler unserer Leiden führen kann und möchte, wenn wir denn stets fest mit ihm verbunden bleiben.

2. Der dienende König

Wenn wir schon einmal etwas von den Königshöfen mitbekommen, dann doch meist dies, dass ein Haufen Diener und Lakaien um die königliche Familie versammelt sind und diesen stets jeden Wunsch von den Augen ablesen.

Königen ist es sogar verboten, selber Hand anzulegen. Das konnte man kürzlich im Fernsehen sehen, wie sich die Frau von Prinz Harry "erdreistete" die offene Wagentüre, aus der sie soeben ausgestiegen war,selber zuzuwerfen.

Unser König Jesus war hier ganz anders. Nicht Regieren war sein Lebensmotto, sondern Dienen. Dies finden wir an vielen Stellen des Neuen Testamentes. Im Johannesevangelium wird dann auch beschrieben, wie Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, eine Arbeit, die ansonsten den Sklaven vorbehalten war.

Jesus erniedrigt sich, wenn wir es so wollen, zu unserem Sklaven, nur um unsere Herzen zu gewinnen.

Und hier finden wir auch einen Anhaltspunkt für unser Leben in seinem Dienst. Es geht nicht darum, das Wort zu verkündigen und den Menschen die frohe Botschaft um die Ohren zu hauen. Nein, liebe Gemeinde, es geht darum, dass wir mit unserem ganzen Einsatz die Herzen der Menschen gewinnen.

Dies tun wir am besten, wie Jesus es getan hat, indem wir den Menschen beistehen. Indem wir den Bedürftigen helfen und die am Boden liegenden wieder aufrichten, verkündigen wir mehr Gottes Botschaft als mit Worten.

Wir sind alle berufen, Gottes Botschaft zu verkündigen, notfalls sogar mit Worten, so sagte es einmal Papst Franziskus.

3. Der liebende Jesus

Was würde wohl ein gekrönter Herrscher dieser Welt tun, wenn ihm Gewalt, Hass und Streit entgegenschlägt ? Er würde zumindest seinen Dienern die Anweisung geben, diese Unruhestifter vor seinem Angesicht zu entfernen.

Was machte Jesus, als ihm als König Gewalt und Hass und Missgunst entgegengebracht wurde ? Er liebte seine Feinde. Er liebte sie solange, bis sich die meisten Menschen seiner Liebe nicht mehr entziehen konnten. Ja sogar Judas, der ihn verraten hatte, auch dieser Judas nahm noch als geliebter Jünger Jesus am Abendmahl teil.

Die größte Liebe, die uns Jesus erwiesen hat ist aber die, dass er sein Leben für uns dahingegeben hat. Er, der niemals auch nur in der Nähe einer Sünde war, hat all unsere Sünden mit seinem Blut bezahlt, damit wir wieder freien Zugang zu unserem Vater im Himmel haben.

Und diese Liebe, liebe Gemeinde, hat seither Millionen von Menschen ergriffen und in den Dienst Jesu geführt. Diese Liebe zieht uns quasi wie ein Magnet zu Jesus hin. So jemandem, der soviel für mich getan hat, so jemanden möchte man doch zum besten Freund haben. Und für so jemanden würde man doch selber durchs Feuer gehen.

Dies tun nun schon seit 2000 Jahren immer mehr Menschen, wohlerkennend, dass diese Liebe die einzige wahre und lebendige Liebe in ihrem Leben ist. Daher habe ich auch noch keinen Jesusjünger getroffen, der seine Entscheidung, diesem Herrn nachzufolgen, auch nur im Ansatz jemals bereut hätte.

Und daher sind wir heute berufen, diese Liebe allen Menschen zu verkündigen, die sie noch nicht kennengelernt haben, notfalls auch mit Worten.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 4. Vers des Liedes "O Haupt voll Blut und Wunden..." (EG 85) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun, was du, Herr erduldet, ist alles meine Last;
ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat.
Gib mir, o mein Erbamer, den Anblick deiner Gnad.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.



Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und freue mich auf ein Wiedersehen am Ostersonntag.

Herzliche Grüße sendet Ihnen
Ihr

Ulrich Naber




Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



Copyright © 2019 ePredigt. All rights reserved.
Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19


Terug naar

Wie is er online?

Gebruikers in dit forum: 1 en 0 gasten