ePredigte.

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Ton
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Mei 22, 2018 12:35 pm

ePredigt vom 20.05.2018 (1. Korinther 2, 12-16)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Pfingstsonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 2, die Verse 12-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Wir haben aber nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist. Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. Denn "Wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen"? (Jesaja 40,13). Wir aber haben Christi Sinn.


Liebe Gemeinde,

fühlen Sie sich als Christ manchmal unverstanden? Reden Sie auch manchmal gegen eine Wand des Unverständnisses ? Wenn ja, dann sind Sie mit Paulus in bester Gesellschaft. Schon dem Apostel Paulus erging es damals so. Und er erklärt uns auch in diesem Predigttext warum dies so ist.

1. Der Geist der Welt

Wir werden alle, die wir auf Erden sind als unbekehrte Wesen in diese Welt hineingeboren. Da macht es auch zunächst gar keinen Unterschied, ob ich in ein christliches Elternhaus hineingeboren werden oder aber in ein atheistisches Elternhaus.

Christ wird man also nicht durch seine Herkunft. Oder aber wie Billy Graham es einmal gesagt hat: "Nur weil du in einer Garage geboren worden bist, bist du noch lange kein Auto".

Wenn ich als unbekehrter Mensch in dieser Welt lebe, dann kann ich mir dieses Leben durchaus recht komfortabel einrichten, mein Leben ohne Gott. Wenn wir uns so in der Welt umschauen, dann sind es ja meist die Reichen und Schönen, die alles zu besitzen scheinen, welche ohne Gott durch ihr Leben gehen.

Und je länger ich es mir in dieser gottlosen Welt gemütlich mache, desto weniger bin ich bereit, mal über den berühmten Gartenzaun zu schauen, ob da nicht noch etwas anderes ist, was vielleicht viel besser für mich wäre. Aber, liebe Gemeinde, dann müsste ich ja unter Umständen das, was ich habe im Stich lassen.

2. Der Geist aus Gott

Wer aber doch einmal den Blick über den Gartenzaun wagt, der wird feststellen, dass es da noch etwas zu geben scheint, was vielleicht bedeutsamer ist als mein ganzer materieller Besitz auf Erden.

Wer über den Gartenzaun schaut, der bemerkt auf einmal eine liebevolle Menschengruppe, denen es eben nicht darum geht, immer mehr und noch mehr an Besitztümern zu sammeln. Der lernt auf einmal Menschen kennen, denen es in erster Linie um das Wohl des jeweils anderen zu gehen scheint.

Wenn er sich nun auf diese Gemeinschaft einlässt und es mal probiert, ich meine die Sache mit Gott, dann wird er sehr schnell feststellen, dass wohl doch etwas dran ist an dem, was er bisher nur von außen wahrgenommen hat.

Und jetzt kommt die große Entscheidung. Gehe ich diesen einen Schritt nach vorne und vertraue dem mein Leben an, wie es meine Mitgeschwister schon getan haben, oder gehe ich doch lieber wieder zurück in meine kleine Komfortzone.

Wer den entscheiden Schritt nach vorne geht, also wer dem Herrn Jesus seine Sünden bekennt und ihn fortan als Regenten seines Lebens haben möchte, dem sendet Gott den Heiligen Geist. Wenn wir es so wollen, dann ist Pfingsten jeden Tag auf Erden, nämlich immer dann, wenn Gott seinen Heiligen Geist sendet.

Der Heilige Geist ist nichts anderes als unser Beistand auf Erden, den uns schon der Herr Jesus versprochen hat. Er führt uns auch schon ein Stück weit hinter die Kulissen der für die Menschen unsichtbaren Welt. Nach und nach lehrt uns der Heilige Geist, wie wir uns denn als Christen verhalten mögen.

Und deshalb, liebe Gemeinde, ändert sich auch das Leben eines Menschen, der Christus als seinen Herrn angenommen hat.

3. Welt trifft Geist

Und jetzt kommen wir zu unserer eingangs gestellten Frage, warum wir manchmal so schief angesehen werden. Oder um es salopper auszudrücken, warum die Menschen meinen, wir hätten nicht mehr alle Latten am Zaun.

Wenn ich mich vom Heiligen Geist lehren, leiten und führen lasse, dann ist dies für einen Weltmenschen unerklärlich, weil er ja eben diesen Geist nicht kennt, geschweige er denn in ihm wohnt.

Es ist aber das Herzensanliegen eines jeden Christen, dass gerade derjenige, der uns ein wenig belächelt, mehr von Christus erfährt, damit auch er den rechten Weg finden und begehen kann.

Und da dürfen wir als Christen auch schon einmal ein wenig in die Marketingtrickkiste greifen. Was macht denn Werbung, liebe Gemeinde ? Werbung macht neugierig auf das Produkt, welches beworben wird. Werbung zielt darauf ab dass der Verbraucher sich sagt: "Das muss ich haben."

So, und dies ist auch unsere Aufgabenstellung als Christen in der Welt. Wir müssen und sollen so leben, dass der uns umgebende Weltmensch einfach neugierig auf uns wird und in seinem inneren der Wunsch geweckt wird, auch so zu sein, wie wir.

Wir müssen die Mitmenschen nur neugierig machen, den Rest macht Gott schon ganz allein und bestimmt viel besser als wir es je könnten.

Bringen wir doch unsere ansteckende christliche Fröhlichkeit unter die Menschen auf dass sie angesteckt werden und auch nur noch eines wollen, nämlich wissen, wie auch sie dorthin gelangen, wo wir schon sind.

Lassen Sie uns zum Abschluss gemeinsam in den ersten Vers des Pfingstliedes "Jesus Christus herrscht als König..." (EG 123) von Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muss.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstsonntag und freue mich, wenn wir morgen wieder beisammen sein dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
Impressum:
Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Mei 22, 2018 12:36 pm

ePredigt vom 21.05.2018 (Epheser 4, 11-15)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Pfingstmontag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im Epheserbrief, Kapitel 4, die Verse 11-15. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollendeten Maß der Fülle Christi, damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen. Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.


Liebe Gemeinde,

wenn ich für die heutige Predigt eine Überschrift wählen sollte, dann fiel mir spontan ein: "Der Jesus-Konzern". Jesus als oberster Chef setzt seine Leute fast schon generalstabsmäßig ein, so lesen wir es in unserem Predigttext. Dass da auch ein Sinn dahintersteckt ist uns allen vermutlich klar. Lassen Sie uns heute morgen diesen Jesus-Konzern einmal etwas näher betrachten.

1. Die Chefetage

In jedem Unternehmen haben wir einen Chef und seine nachgeordneten Bereichsleiter oder wie auch immer wir sie bezeichnen möchten. Alle Bereichsleiter werden vom Chef persönlich eingesetzt. Das ist auch bei unseren Gemeinden so, oder sollte zumindest so sein.

Fangen wir an bei den Propheten. Propheten, so können wir es im Alten Testament nachlesen, wiesen auf das zukünftige Geschehen hin, also auf das, was die Menschen erwartete, sowohl im positiven, als auch im negativen.

Wir sollen als Christen natürlich schon auf das schauen, was uns denn erwartet, wenn wir ein Leben mit unserem Herrn an unserer Seite führen. Und natürlich sollen wir uns auch darüber im klaren sein, was uns erwartet, wenn wir unseren Weg ohne Gott gehen.

Dann haben wir noch die Evangelisten. Evangelisten verkündigen uns die frohe Botschaft. Sie legen uns, die wir vielleicht noch jung im Glauben sind die Bibel so aus, dass auch wir verstehen, was gemeint ist.

Dann kommen die Hirten und die Lehrer. Denen kommt eine besondere Aufgabe zu. Sie sollen als Hirten darauf achten, dass wir als Gemeinschaft zusammenbleiben und dass nicht jeder seinen eigenen Weg geht. Wenn dies geschieht, dann hat nämlich der Teufel ein leichtes Spiel. Ein einzelnes Schaf ist ihm eine sichere Beute, aber die Gemeinschaft der Herde greift er so schnell mal nicht an.

Die Lehrer haben allesamt die Aufgabe, uns dabei zu unterstützen, wie wir das gehörte Wort ganz konkret in unserem Alltag umsetzen können. Was wir sonntags in der Kirche hören, hört sich gut an, aber wie wir es am Montag in die Praxis umsetzen könne, ja, da fällt uns manchmal nichts zu ein. Und genau hier soll uns der Lehrer zur Seite stehen.

2. Die Ausbildung

Vor einer beruflichen Ausbildung werden ja immer Ausbildungsziele festgeschrieben. Sowohl der Ausbildende, als auch der Auszubildende wissen also, wo sie dran sind, was sie also während einer Ausbildung erwartet.

Und in der christlichen Ausbildung sind es drei Lernziele, welche da sind:

Einheit des Glaubens
Erkenntnis des Sohnes Gottes
Betrugserkennung

Die Einheit des Glaubens, liebe Gemeinde, soll nach innen und nach außen hin als eine fest eingeschworene Christusgemeinschaft erkennbar sein. Ja größer eine Gemeinschaft ist, desto mächtiger ist sie auch. Je größer eine Gemeinschaft ist, desto unangreifbarer ist sie auch. Darum sollen wir uns bemühen, bei all unseren Mitgeschwistern nicht immer zuerst nach dem zu suchen, was uns trennt, sondern nach dem, was uns verbindet.

Erkenntnis des Sohnes Gottes. Das ist schlichtweg das zentrale Lernziel schlechthin. Vorformulierte Gebete nachzuplappern und das Apostolische Glaubensbekenntnis herunter rattern, das kann jeder lernen. Erkenntnis des Sohnes Gottes heißt aber, dass ich dies aus meinem Herzen heraus tue. Wenn ich mich mit Haut, Haaren und meinem Herzen dem Sohne Gottes verschrieben habe, dann regiert ER mein Leben.

Dann kann ich aus der Fülle meines Herzens meinen Glauben bekennen und ihn auch weitergeben.

Dann war da noch die Sache mit der Betrugserkennung. Es gab schon zu Jesu Zeiten mannigfache Christusse, die vorgaben die einzig wahre Lehre zu verkündigen. Wie erkenne ich denn die wahre Lehre und wie entlarve ich die Irrlehrer. Dieses Lernziel ist vergleichsweise einfach zu erlernen, kostet aber Zeit und Geduld. Die wahre Lehre muss sich immer an der Bibel messen lassen. Alles, was über die Bibel hinaus gelehrt wird ist also Irrlehre.

Nehmen wir zum Beispiel einmal den Koran. In der Bibel steht "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten". Im Koran ist zwar das Lügen auch verboten, nicht hingegen gegenüber Andersgläubigen. Diese dürfen nach allen Regeln der Kunst belogen werden. Also ist letztendlich der Koran die Basis einer Irrlehre.

3. Die Tätigkeit als Christ

Jede Ausbildung endet einmal und dann geht es in die Praxis. Gerade wer eine theoretische Ausbildung absolviert hat wird mit dem Wort Praxisschock etwas anzufangen wissen.

Aber keine Sorge, liebe Gemeinde, bei Gott sieht das alles ein wenig anders aus. Gott entlässt uns zwar in die christliche Alltagspraxis, er ist aber immer nur einen Gebetsruf weit von uns entfernt. Schauen Sie doch einfach mal im Psalm 50,15 nach, auch bekannt, als Gottes Telefonnummer.

Fakt ist, dass unsere Ausbildung als Christ nämlich niemals endet. Bis zu unserem leiblichen Tode wachsen wir nämlich immer weiter in Richtung Jesus hin.

In unserem Predigttext lesen wir zum Beispiel eine zentrale Aufgabe als Christen: "Wahrhaftig sein in der Liebe"

Hört sich gut an, aber die Umsetzung in der Praxis!!! Da ist der Kollege, der keine Bedenken hat mir den von ihm verursachten Fehler in meine Schuhe zu schieben. Da ist der Mensch, der mich öffentlich bloßstellt und mich lächerlich macht wegen meines Glaubens. Können wir diesen Typen mit wahrhaftiger Liebe, also eben keiner geheuchelten Liebe, entgegentreten. Also ich kann das nicht, aber ich kenne einen, der mir dabei immer wieder hilft, wenn ich ihn denn darum bitte. Der Heilige Geist, der seit dem ersten Pfingstfest auf allen Gläubigen ruht, lässt auch uns im Jahre 2018 nicht im Stich.

Wenn wir in allen Dingen wachsen sollen, dann weiß der herr Jesus doch auch, das wir dies nicht alleine können. Er wartet doch nur darauf, dass wir ihn anrufen und um seine Hilfe bitten. Versäumen wir dies doch nicht. Jeder, der ihn anruft, den wird er niemals im Stich lassen. Probieren wir es doch einfach mal wieder häufiger aus.

ER ist es doch, dem wir letztendlich alles zu verdanken haben. Dies drückt der Liederdichter Cornelius Friedrich Adolf Krummbacher sehr schön in dem zweiten Vers seines Liedes "Stern auf den ich schaue..." (EG 407) aus, der da lautet, wie folgt:

Ohne dich, wo käme Kraft und Mut mir her?
Ohne dich, wer nähme meine Bürde, wer?
Ohne dich, zerstieben würden mir im Nu
Glauben, Hoffen, Lieben, alles, Herr, bist du.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Mei 28, 2018 4:01 pm

ePredigt vom 27.05.2018 (Epheser 1, 3-14)




Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Kapitel des Epheserbriefes, die Verse 3-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lobpreis Gottes für die Erlösung durch Christus

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit. Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hat, um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist. In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens; damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus gehofft haben. In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit - in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.


Liebe Gemeinde,

wir feiern heute das Fest Trinitatis, also das Fest der Dreieinigkeit. Wir Christen glauben an den einen Gott, der sich in verschiedenen Personen gezeigt hat und immer noch zeigt. Wir glauben an Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.
Unser heutiger Predigttext führt uns zum besseren Verständnis an diese Trinität heran. Wenn wir uns den Predigttext anschauen, dann finden wir dort drei große Bereiche, die jeweils mit den Worten: "In Ihm" beginnen. Lassen Sie uns diese Bereiche heute Morgen einmal gemeinsam betrachten:

1. In Ihm : Der Vater

Gott hat uns vor aller Zeit erwählt. Lange bevor auf Erden der erste Strohhalm wuchs, hat uns Gott schon als seine Kinder erwählt.
Wie wir es zu Beginn des Alten Testamentes nachlesen können, haben wir diese Kindschaft so richtig in den Sand gesetzt. In den Sand gesetzt, weil wir dem Teufel mehr vertrauten, als unserem Schöpfer. Das Ganze endete mit einem grandiosen Rausschmiss aus dem Paradies.
Indem wir vor Gott gesündigt hatten, Gott aber keine Sünde in seiner Gegenwart dulden kann, wurden und werden wir alle zu Erbsündern.
Ab unserer Geburt tragen wir diesen Makel bereits in uns. Schon von Geburt an sind wir also Sünder, denen der Weg zur Gotteskindschaft verwehrt ist. Herkunft, Rasse und welche Religion auch immer spielen dabei überhaupt keine Rolle.
Jetzt war es aber so, dass Gott seine Geschöpfe nach wie vor liebt. Also musste in Weg geschaffen werden, wie wir wieder den Heimweg zu ihm antreten können.

2. In Ihm : Der Sohn

Für unsere Erbsünde und all unsere weiteren Sünden musste also bezahlt werden. Ohne die Sünde loszuwerden hatten wir keine Chance, wie der zu Gottes geliebten Kindern zu werden. Uns selber ist diese Bezahlung nicht möglich. Wir können nichts, aber auch rein gar nichts dafür tun, dass unsere Sünden vor Gott getilgt werden.
Das konnte nur einer, nämlich Gott, der Sohn, unser Herr Jesus Christus. Gott kam als Mensch in Form von Jesus Christus als vollkommen sündloser Mensch auf unsere Erde, lebte als vollkommen sündloser Mensch unter uns und wurde schließlich als Bezahlung für alle unsere Sünden ans Kreuz genagelt.
Mit seinem sündlosen Blut hat Gott ein für alle Male für unsere Sünden bezahlt.
Seit Golgatha kann jeder Mensch, der auf Erden lebt, diesen Freispruch für sich in Anspruch nehmen. Er muss nur seine Sünden bereuen, umkehren und Jesus die Herrschaft über sein Leben übertragen. Wer das macht fällt ab diesem Moment unter die Gnade und kann nicht mehr für seine Sünden zur Rechenschaft gezogen werden.
Aber es geht noch weiter, liebe Gemeinde, wie wir es in unserem Predigttext lesen können. Wir sind als Gottes Kinder auch zu Erben eingesetzt worden. Alle, die den Freispruch für sich in Anspruch nehmen wollen, alle diese Menschen haben ein verbrieftes Erbrecht. Aber was erben wir denn? Wir erben das Beste, was es geben kann; nämlich den Anspruch auf einen Platz im Himmel.
Dieser Platz ist schon jetzt in der Zeit unseres Lebens sicher und wir werden ihn nach unserem Ableben in Anspruch nehmen können. Gott selbst verzichtet sogar darauf, uns zu enterben. Natürlich haben wir Menschen nach wie vor die freie Wahl, ob wie dieses Erbe annehmen wollen oder nicht.

3. In Ihm : Der Heilige Geist

Wichtige Dokumente werden meist mit einem Siegel versehen. Ein solches wichtiges "Dokument" sind auch wir für Gott.
Schon auf Erden lässt er uns dies wissen, indem er uns schon ein Stück weit am Himmel teilhaben lässt in Form des Heiligen Geistes.
In der Person des Heiligen Geistes ist Gott schon hier auf Erden für uns präsent und möchte unser Führer, Begleiter, Tröster und Beistand sein in allen Lebenslagen.
Gott möchte, dass wir ihn schon auf Erden spüren können, damit wir schon einen kleinen Vorgeschmack auf das bekommen, was uns alle erwartet.
Wenn Gott uns führen möchte, dann müssen wir uns natürlich auch führen lassen. Wenn Gott unser Tröster sein möchte, dann müssen wir uns natürlich auch von ihm trösten lassen und wenn Gott unser Beistand sein möchte, dann müssen wir natürlich auch auf ihn hören, was er uns sagen und raten möchte.
Darum lassen Sie uns alle wieder stille werden vor Gott, lassen Sie uns die Hektik des Alltages immer wieder unterbrechen damit wir Gott auch in der Person des Heiligen Geistes immer auf's Neue spüren und seine Gegenwart erleben können.
Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Trinitatisfestes gemeinsam in den dritten Vers des Liedes "Gelobet sei der Herr... " (EG 139) von Johann Olearius einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben,
des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben,
der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft,
der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.
Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber


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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Ma Jun 04, 2018 2:36 pm

ePredigt vom 03.06.2018 (Jeremia 23, 16-29)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia im 23. Kapitel, die Verse 16-29. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

So spricht der Herr Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch; denn sie verkündigen euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des Herrn. Sie sagen denen, die das Wort des Herrn verachten: Es wird euch wohlgehen -, und allen, die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen. Aber wer hat im Rat des Herrn gestanden, dass er sein Wort gesehen und gehört hätte? Wer hat sein Wort vernommen und gehört? Siehe, es wird ein Wetter des Herrn kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. Und des Herrn Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen. Ich sandte die Propheten nicht und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen und doch weissagen sie. Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun zu bekehren. Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr, und nicht auch ein Gott, der ferne ist? Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der Herr. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?, spricht der Herr. Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lügen weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt. Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen und wollen, dass mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die einer dem anderen erzählt, wie auch ihre Väter meinen Namen vergaßen über dem Baal? Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen?, spricht der Herr. Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt.


Liebe Gemeinde,


schon harter Tobak, den wir soeben gehört haben. Stoßen da nicht 2 Welten aufeinander. Der Gott, der uns alle liebt und dann dieser Gott aus dem Alten Testament, der so gar nichts von Liebe spüren lässt, ja, der sogar Menschen bestrafen kann?

Ich glaube, Jeremia öffnet uns mal so richtig die Augen für das Wesen Gottes, oder wie ich es einmal gehört habe, für das wahre Ich Gottes. Jeremia räumt nämlich auf mit dem niedlichen Gott und präsentiert uns den einzig wahren real existieren Gott. Lassen Sie uns doch heute morgen diesen Gott einmal gemeinsam betrachten.

1. Hört nicht auf falsche Propheten

Wir neigen ja gern dazu, uns einen Gott zurecht zuzimmern, der uns in den Kram passt. Vor allem aber einen Gott, der sich nicht ungefragt in unsere Angelegenheiten einmischt.

Dies wussten schon die Propheten des Alten Testamentes und verkündigten froh und munter einen Gott, den es gar nicht gibt. Das Modell verkaufte sich auch sehr gut. Warum sollte man einem strengen Vater im Himmel hinterherrennen, wenn es doch auch einen anderen gibt ?

Also ließen sich die Menschen damals von den falschen Propheten sehr leicht blenden. Doch Achtung, liebe Gemeinde, heute ist es nicht anders. Das sagte auch schon der Herr Jesus voraus, als er prophezeite, dass viele Propheten uns falsche Christusse verkündigen werden.

Sie glauben es nicht ? Schauen wir uns doch einmal bei "Kirchens" um. Gott hat natürlich nicht gewollt, dass es nur eine Lebensgemeinschaft, nämlich die Ehe zwischen Mann und Frau gibt. Gott ist es doch egal, ob ein Mann einen Mann ehelicht oder eine Frau eine Frau. Gott ist doch froh, dass die Menschen überhaupt noch an ihn denken.

Man darf die Bibel und deren Regeln, doch heute nicht mehr 1:1 anwenden. Wir sind doch moderne Menschen und wissen was erlaubt ist.

Und dann die ganzen Mythen und Märchen, die wir in der Bibel findet. Es glaubt doch wohl kein Mensch mehr ernsthaft an den Satan oder gar an die Hölle. Wir kommen doch alle irgendwann irgendwie in den Himmel.

Dies und noch viel mehr lehren uns falsche Propheten und Christusse in unserer Zeit.

Und so sind wir auch heute im ach so modernen 21. Jahrhundert auf dem gleichen Wege wie die Menschen zu Zeiten des Propheten Jeremia. Zeit also, auf die Worte Jeremias zu hören und anzuerkennen, dass der Gott der Bibel sein damaliges Wort heute noch genau so meint, wie er es damals kundgetan hat.

2. Kein Unheil

Alles gute kommt von Gott, Gott straft doch keinen Menschen. Er ist doch der liebe Gott.

Liebe Gemeinde, es hat sich leider ein Gefühl bei uns eingeschlichen, dass Gott total verharmlost. Die Anfangsbuchstaben Gottes stehen heute gern für "Guter Opa Total Taub".

Diese Gott, liebe Gemeinde, den gibt es nicht. Mit diesem Gott müssen wir uns auch ger nicht erst beschäftigen. Der Gott, der gern immer mals wieder ein Auge zudrückt ist nur ein Gottesbild, welches unserer Phantasie entspringt.

Aber es gibt einen gerechten Gott. Ein Gott, der einmal jeden von uns zur Rechenschaft ziehen wird. Auch die sich zu ihm bekehrt haben. Ja, richtig gehört. Auch die bekehrten Menschen müssen vor Gott Rechenschaft über ihr Tun und Lassen ablegen. Auch wenn sie einen Platz im Himmel haben, bleibt ihnen dies nicht erspart.

Was uns allen aber erspart bleiben wird ist das Gericht Gottes über alle gottlosen Menschen. Dieses vernichtende Urteil, welches uns ewig von Gott trennt und uns in die Hölle wirft, dieses Gericht wird natürlich nicht über uns hereinbrechen.

Fallen wir also nicht auf Menschenworte herein, die uns das Lied der Allversöhnung predigen wollen, damit wir sorglos der Hölle entgegengehen, ohne es zu merken.

3. Gott erfüllt Himmel und Erde

Liebe Gemeinde, in meiner Jugend gab es ein Lied, welches so begann "In dem Himmel ferne, da wo die Englein sind." Ich hatte in der Tat so meine Schwierigkeiten damit zu glauben, dass ein Gott, der ganz weit weg ist, doch auch wirklich nahe sein kann. Wenn er in dem Himmel ferne lebt, dann kann er doch gar nicht sehen, was auf Erden so alles passiert. So jedenfalls meine kindliche Betrachtungsweise.

Und da hören wir von Jeremia, dass Gott ein Gott ist der Himmel und Erde erfüllt. Also ein Gott, der zwar fern ist aber der auch ganz nahe ist.

ER ist ganz einfach das Zentrum, um das sich die ganze Welt dreht. Darum soll unser ganzes Denken, Handeln und Trachten auch allein auf Ihn fokussiert sein. Und damit erschließt sich auch schon unser Daseinszweck auf Erden.

Es ist unsere Aufgabe, auf den hin zu leben, der Himmel und Erde gemacht hat.

Es ist unsere Aufgabe, allein den zu ehren, der Himmel und Erde gemacht hat.

Und es ist unsere Aufgabe allein dem zu gehorchen, der Himmel und Erde gemacht hat.

Natürlich müssen wir dies nicht, aber wenn wir uns unserer Aufgabe verweigern dann kann der, der Himmel und Erde gemacht hat, auch sein, wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt. Dies bedeutet übersetzt nichts anders, als dass Gott auch unseren Ungehorsam und unseren Unglauben strafen kann.

Natürlich sitzt Gott nicht auf einem Richterstuhl und wartet nur darauf, dass wir den ein oder anderen Fehler begehen, damit er uns mal so richtig die Meinung geigen kann. In dem Herrn Jesus haben wir einen Fürsprecher bei Gott. Wir werden alle, die wir heute beisammen sind, immer wieder sündigen; aber unser Fürsprecher hat auch für diese Sünden schon bei Gott bezahlt. Wenn wir unsere Sünden betreuen, dann sind diese auch bei Gott, dem Vater in dem gleichen Moment vergeben und vergessen.

Wie wir unseren Herrn in rechter Art und Weise loben können, das beschreibt schon der Liederdichter Paul Gerhardt in dem ersten Vers seines Liedes "Du meine Seele singe..." (EG 302), der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohl behütet das wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber
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Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Wo Jun 13, 2018 1:52 pm

ePredigt vom 10.06.2018 (1. Korinther 14, 1-3; 20-25)



Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 14, die Verse 1-3 und 20-25. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Strebt nach der Liebe ! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede ! Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht ihn, vielmehr redet er im Geist von Geheimnissen. Wer aber prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung. Liebe Brüder, seid nicht Kinder, wenn es ums Verstehen geht; sondern seid Kinder, wenn es um Böses geht; im Verstehen aber seid vollkommen. Im Gesetz steht geschrieben (Jesaja 28, 11-12): " Ich will in andern Zungen und mit andern Lippen reden zu diesem Volk, und sie werden mich auch so nicht hören, spricht der Herr." Darum ist die Zungenrede ein Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die prophetische Rede aber ein Zeichen nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen. Wenn nun die ganze an einem Ort zusammenkäme und alle redeten in Zungen, es kämen aber Unkundige oder Ungläubige hinein, würden sie nicht sagen, ihr seid von Sinnen ? Wenn sie aber alle prophetisch redeten und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger hinein, der würde von allen geprüft und von allen überführt; was in seinem Herzen verborgen ist, würde offenbar, und so würde er niederfallen auf sein Angesicht, Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig unter euch ist.


Liebe Gemeinde,

in unserem Predigttext haben wir von zwei Ausdrücken gehört, der Zungenrede und der prophetischen Rede. Beides findet in unseren Gemeinschaften in der damalig vorherrschenden Form kaum mehr statt. Und doch sind beide Ausdrücke zugleich auch Synonyme dafür, wie wir unsere unsere Gottesdienste gestalten. Lassen Sie uns diese zwei Gottesdienstformen, die Paulus in dem Brief an die Korinther anspricht, einmal etwas genauer anschauen.

1. Zungenrede - Regelgottesdienst

Stellen wir uns doch einmal vor, und dies sagt auch Paulus, jemand käme zum ersten Male in einen Gottesdienst. Was erlebt er?

Ich nehme nicht nur an lutherischen Gottesdiensten teil, sondern auch an vielen anderen Gottesdienstformen. Was mir anfangs ein wenig Probleme bereitete, war der Ablauf eines Gottesdienstes. Alle anderen um mich herum waren mit den Ritualen, die ich eher als böhmische Dörfer empfand, scheinbar bestens vertraut.

Wenn jemand zum ersten Male an einem unserer Gottesdienste teilnimmt, so geht es ihm genau, wie mir. Also, liebe Gemeinde, nehmen wir doch gerade die Neuen an die Hand und führen sie ganz behutsam an unsere Rituale heran.

Ich war mal zu Gast in einer Gemeinde, wo jeder Gottesdienstbesucher von dem Pfarrer vor dem Gottesdienst einen Ablaufplan in die Hand gedrückt bekam. Auf diesem wurde nicht nur erläutert, warum der Gottesdienst gerade so abläuft, wie er abläuft, nein auch die einzelnen Rituale wurden auch ausführlich erklärt.

Dann kommt noch unser eigenes Zungenreden in Form der aramäischen Sprache hinzu. Auch wenn wir es nicht glauben wollen,Bibellesen prägt auch uns. So nach und nach eignen wir uns als Gemeinschaft nämlich gern den Sprachgebrauch der Bibel an. Und wenn wir in der Luther 1912 Übersetzung miteinander reden, ist uns allen klar, was wir sagen wollen, aber nicht den Neuen.

Und dann kommt da noch als Höhepunkt die Predigt. Man kann ja nicht immer das gleiche erzählen. Also muss man der Gemeinde schon zeigen, dass ein theologisches Studium einen auch zu höherem befähigt. Ja, das tut es auch, liebe Gemeinde, es befähigt den Pfarrer dazu, so zu reden, dass die Mehrzahl der Gottesdienstbesucher ihm kaum mehr folgen kann.

Meinen Sie wirklich ein Neuer würde sich so wohl aufgehoben wissen? Denn dazu ist er ja auch da, der Gottesdienst. Ein Ort, wo wir gemeinsam Kraft für die Woche tanken können. Wenn ich aber nix verstehe, dann bekomme ich auch keine Kraft für die folgende Woche.

Paulus beschreibt sehr schön die Erlebnisse eines Menschen in einem derartigen Gottesdienst mit den Worten: "Ihr seid von Sinnen." Heutzutage würde dieser Gottesdienstbesucher wohl sagen: "Die haben ganz gefährlich einen an der Waffel."

2. Prophetische Rede - Der etwas andere Gottesdienst

Wenn es uns nicht darum geht, uns selber zu beweihräuchern, dann müssen wir also an unserem Gottesdienst etwas ändern. Das sah auch Paulus schon so vor nahezu 2000 Jahren.

Im übertragenen Sinne sagt Paulus: Wir müssen den Gottesdienst so gestalten, dass jedermann ihn verstehen und ihm auch folgen kann.

Die prophetische Rede steht hier für "Reden im Klartext". Der katholische Buchautor und Chefarzt einer psychiatrischen Klinik Dr. Manfred Lütz sagte einmal, dass er ein Buch immer vor der Herausgabe seinem Friseur übergebe. Erst wenn dieser alles richtig versteht, dann geht das Werk in Druck.

Wir müsen also bei unserer Verkündigung, und verkündigen tun wir alle die frohe Botschaft, immer auf den abstellen, an den das Wort gerichtet ist.

Zu einem solche Gottesdienst gehört eine einfache und klar verständliche Ablaufform und eine Predigt, die nicht über die Köpfen der Menschen hinweg dröhnt, sondern in die Herzen der Menschen hineingeht. Dass dies nicht immer klappt ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber die Tendenz sollte zumindest stimmen.

Wenn dies klappt, dann kommt es auch zur:

3. Überführung

Nur was ich wirklich verstanden habe, das kann in meinem Leben etwas auslösen. Und so schreibt Paulus, ist es auch die prophetische Rede, also unser Klartext-Gottesdienst, der in den Herzen der Menschen eine Wandlung vollzieht.

Wenn ich im Herzen erkenne, was der Herr Jesus für mich getan hat, dann fällt es mir doch sicherlich leichter, sein Gnadenangebot aus vollem Herzen anzunehmen, als wenn ich nur eine theoretische Ahnung dessen habe, was mir der Schwarzkittel da vorne erzählt.

Von der Zielsetzung her wollen wir alle doch nur eines, nämlich dass möglichst vielen Menschen geholfen wird in den Himmel zu kommen. Dass auch wir immer mal wieder daran erinnert werden schadet sicherlich nicht.

Ein mir befreundeter Pfarrer sagte einmal zu einem Gemeindemitglied,der sich über den schlichten Gottesdienst beschwerte: "Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, aber die Kranken."

Lassen Sie uns zusammenfassend bedenken: Wenn wir es schaffen, Menschen mit einfachen Worten zu Jesus zu führen, dann werden sie Jesus auch als den erkennen, der für all ihre Sünden mit seinem Blut bezahlt hat. Und dann können auch diese Menschen, inspiriert vielleicht von einer ganz einfachen Predigt den Herrn Jesus als ihren Retter annehmen.

Am besten machen wir dies mit der KISS Formel, die da lautet: "Keep it simple and stupid". Es geht also auch ohne aramäisch:-)

Die rechte Einstellung in einem Gottesdienst beschreibt der Liederdichter Tobias Clausnitzer in dem ersten Vers seines Liedes "Liebster Jesu, wir sind hier..." (EG 161), der da lautet, wie folgt:

Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören;
lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren,
dass die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber
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Jens Steinführer * Schäferstegel 57 * D-29410 Salzwedel * info@epredigt.de



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Go ye therefore, and teach all nations, baptizing them in the name of theFather, and of the Son, and of the Holy Ghost Matthew 28 : 19

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Ton
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GeregistreerdCOLON Do Jan 07, 2016 11:08 am

Re: ePredigte.

Berichtdoor Ton » Di Jun 19, 2018 5:19 pm

ePredigt vom 17.06.2018 (1. Johannes 1, 5 - 2,6)


Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Johannesbrief, Kapitel 1, Vers 5 bis Kapitel 2, Vers 6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. Und daran merken wir, dass wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht. Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat.



Liebe Gemeinde,

auch wenn es nicht gleich so offensichtlich war, als wir den Text gehört haben, hat er doch ein zentrales Thema zum Inhalt, mit dem wir uns auch heute noch beschäftigen müssen, da es um unsere Zukunft geht. Das Thema des heutigen Sonntags heißt: "Der Umgang mit der Sünde". Und da lernen wir drei typische Umgangsformen mit der Sünde kennen. Lassen Sie uns diese heute einmal gemeinsam betrachten:

1. Der Wandel in der Finsternis

Liebe Gemeinde, wir kennen sie doch alle, Menschen die von sich aus behaupten, dass sie nicht sündigen und daher auch keiner Vergebung der Sünde bedürfen.

Wenn wir hören, dass diese Menschen in der Finsternis wandeln, dann stimmt dies auch. Ihnen sind nämlich noch niemals die inneren Augen aufgetan worden, die ihnen ihre ganze missliche Situation vor Gott aufzeigen.

Es geht ja nicht darum, im Großen und Ganzen ein einigermaßen korrektes Leben auf Erden zu führen, welches dann am Ende von Gott abgeknickt wird und Schwupps ist man im Himmel.

Es geht um jede einzelne kleine Sünde, welche wir irgendwann in unserem Leben begangen haben. Haben wir hierfür keine Vergebung erhalten, dann haftet uns dieser Makel der Sünde so sehr an, dass die Himmelstüre verschlossen bleibt.

Mit Sünde meint Gott ja nicht die vermeintlich "großen" Sünden, wie Mord, Totschlag oder räuberische Erpressung. Ich gehe mal einfach davon aus, dass die meisten von uns diesbezüglich nichts auf dem Kerbholz haben. Aber der Sündenbegriff bei Gott geht wesentlich weiter.

Schauen wir doch einfach mal die 10 Gebote an. Ist jemand unter uns, der vielleicht schon einmal die eine oder andere Notlüge gebraucht hat? Das ist Sünde vor Gott. Waren wir vielleicht schon einmal neidisch auf unseren Nachbarn, weil er dreimal im Jahr in Urlaub fahren kann und dass auch noch mit einem Auto mit Stern vorne drauf? Das ist auch Sünde. Oder haben wir vielleicht einmal bei der Steuererklärung fünfe gerade sein lassen, weil es ja eh keiner merkt? Aber einer merkt es doch, und für den ist es Sünde.

Ein denkbar ungeschickter Umgang mit der Sünde, den wir soeben gehört haben.

2. Der Rechner

Das sind Menschen, liebe Gemeinde, die Sünden und gute Taten miteinander verrechnen. Für jede Sünde gibt es als Ausgleich eine gute Tat und diese neutralisiert dann die Sünde.

Natürlich funktioniert auch dies vor Gott nicht. Stellen wir uns doch einmal vor, es würde wirklich klappen. Was passiert dann aber, wenn wir uns um eine klitzekleine Sünde zu unseren Ungunsten verrechnet haben? Ganz genau, die Himmelstür bleibt auch diesmal dicht und wir wandern in die Hölle.

Mal ganz abgesehen davon, dass auch schon jeder schlechte Gedanke eine Sünde ist, vermute ich mal, dass wir mit unseren Guttaten gar nicht hinterherkommen würden um einen Ausgleich für all unsere Sünden zu schaffen.

Und trotzdem gibt es Weltreligionen, die genau dies predigen und ihre Anhänger ermutigen, auch danach zu leben. Und dies ist nichts anderes als Religionsterror in Reinkultur. Menschen die danach leben, leben in der ständigen Angst, ja auch nur so viel Gutes zu tun, damit die Waagschale am Ende zu ihren Gunsten ausschlägt.

Also auch kein so guter Umgang mit der Sünde.

3. Der Erlösungsweg

Leugnen bringt nichts und Scharen von Guttaten auch nicht. Aber irgendwie müssen wir es doch schaffen in den Himmel zu kommen.

Wir, liebe Gemeinde, schaffen es aus uns heraus nicht, aber es hat jemand für uns die Tür zum Himmel sperrangelweit aufgetan, indem er für all unsere Sünden bezahlt hat und dafür gesorgt hat, dass wir wieder freien Zugang in den Himmel haben.

Wie haben wir es vorhin in unserem Predigttext so schön gehört: Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

Jetzt könnte man ja sagen. Wenn dies so ist, dann sündige ich mal munter weiter und bitte den Herrn jedes Mal um seine Vergebung. Netter Gedanke, funktioniert aber nicht.

Wenn wir unsere Sünden bekennen, dann nehmen wir auch zugleich den Herrn Jesus als unseren Retter und Heiland an, der fortan unser Leben regieren soll. Und damit ist auch eine Verhaltensänderung verbunden.

Wer die Gnadentat unseres Herrn für sich in Anspruch nimmt, der ändert natürlich nach und nach auch sein leben. Die Gemeinschaft mit unserem Herrn ist uns plötzlich wichtiger, als all unsere Hobbys und anderen Freizeitgestaltungen bisher.

Dann streben wir danach, es Gott möglichst recht zu machen. Wir lesen die Bibel und erfahren, was Gott von uns erwartet. Und dann wird eben keine Steuererklärung mehr frisiert, oder aber der Nachbar wegen seines Besitzes beneidet.

Wer sein Leben ganz und gar dem Herrn ausliefert bei dem ziehen Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit in sein Leben ein. Und dem fällt es auch leicht alle Gebote Gottes zu halten. Und der wird fortan auch niemals mehr sündigen. Das nehmen Sie mir aber jetzt nicht wirklich ab, oder?

Zeit unseres Lebens auf Erden sind wir natürlich bemüht, nicht zu sündigen. Wir werden aber immer wieder in die heimtückisch aufgestellten Fallen Satans hineintappen. Und dann können wir uns auf das berufen, was wir ebenfalls in unserem Predigttext gehört haben: " Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist."

Und weil dies so ist, lassen Sie uns zum Abschluss in den 1. Vers des Liedes "Dir, dir, o Höchster, will ich singen..." (EG 328) von Bartholomäus Crasselius einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Dir, Dir, o Höchster, will ich singen,
denn wo ist doch ein solcher Gott wie du?
Dir will ich meine Lieder bringen;
ach gib mir deines Geistes Kraft dazu,
dass ich es tu im Namen Jesu Christ,
so wie es dir durch ihn gefällig ist.


Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber


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